ich und viele fragen

  • Das eigentliche Problem mit Mundspülungen ist (mal abgesehen von dem alkoholfreien Umfeld), dass du bereits über deine Mundschleimhaut Alkohol aufnimmst, und das sind nicht nur ein paar Moleküle. Dein Körper registriert sofort geringste Spuren von Alkohol in deinem Blut, und auch gleich im Gehirn - Alkohol ist eines der wenigen Nervengifte, die die Blut-Hirn-Schranke ungehindert passieren können. Die Tatsache, das Mundspülungen dazu noch eine gewisse Zeit im Mund verbleiben müssen (halbe Minute?) verstärkt diesen Effekt noch.

    Du hast viele Ängste; aber du wirst dich ihnen eines Tages stellen müssen, denn die Rückzugsmöglichkeit "Alkohol" ist für dich hoffentlich keine Alternative mehr. Im Gegensatz zum Alkohol ist gezielte Konfrontation und Exposition bei Ängsten wirksam und heilsam. Nur du musst irgendwo damit anfangen.

    LG
    Plejaden (die seit ihrem 11 Lebensjahr an Ängsten leidet und sie nun fast los ist)

  • Hallo Lori,

    Zitat

    darf nie wieder Alkohol trinken.

    Wr will bzw.kann Dir das verbieten? -- Niemand!

    Erst wenn Du erkannt und akzeptiert hast, dass Du nicht wenig trinken kannst, nicht mehr aufhören kannst nach dem ersten Glas, erst dann bist Du mE auf dem richtigen Weg.

    Dann wirst Du wahrscheinlich auch einsehen, wie wichtig der offene Umgang mit der Krankheit ist.

    Ich freue mich für dich, das "er" sich gemeldet hat. Probier´s doch mal aus mit der Offenheit. Dann weißt Du gleich, woran Du bist bevor es später ein böses Erwachen gibt (?)!


    LG kommal

    unterwegs...

  • Hallo Lori,

    na, da hast Du ja schon wieder einen spannenden Tanz auf das Parkett gelegt :roll: .

    Wie geht es jetzt weiter? Mit Deinem Zahnarzt, Deiner Bekanntschaft und vor allem mit Dir?

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo JoeDoe,

    ja,leider ich tanze spannen weiter.
    War heute wieder beim Zahnarzt und er mußte mir sehr viele Spritzen geben,weil der Zahn einfach nicht taub wurde.Später zu Hause ging es mir nicht sehr gut,mir war schlecht.Ich habe keinen Saufdruck oder den Wunsch was zu trinken,nein,mir war einfach nur übel.
    Jetzt ist es wieder vorbei und mir gehts gut.
    Einige von meiner Bekanntschaft wissen bescheid,nicht alle,für die halte ich es auch nicht für notwendig da kaum Kontakt besteht.
    Mein einzigstes Problem im Moment ist,ich habe mich verliebt,er weiß von meiner Krankheit und trinkt auch nichts mehr in meiner Anwesenheit.
    Doch ich weiß nicht was ich machen würde wenn ich Liebeskummer bekomme,das wäre eine Gefahr für mich.
    Ich gebe zu,ich mache auch nicht sehr viel für mich.
    Ihr seit die einzigsten an die ich mich wenden kann für Hilfe und Rat.
    Keine reale Selbsthilfegruppe,kein Therapeut,nichts.
    Selber Schuld sagt Ihr,ich weiß es doch und trozdem denke ich es so zu schaffen.

    Gruß Lori

  • Hallo Lori,

    Zitat

    wenn ich Liebeskummer bekomme

    Ja was dann???

    Genau das ist mir kurz nach der Entgiftung passiert. Ich war traurig, verzweifelt, habe viel geweint,aber mich auch beschäftigt. Ich habe meine Tagesstruktur konsequent beibehalten Ich wartete auf meinen Therapieplatz und hatte die "Geschichte" gegen den ausdrücklichen Rat aller Fachleute nicht rechtzeitig beendet.

    Aber eins habe ich mir damals geschworen: KEIN Mensch ist es wert, dass ich seinetwegen wieder trinke.

    Ich habe die Zeit trocken überstanden. Bis heute.

    Und ich habe mit kommaline einen Menschen an meiner Seite, der meine Gefühle mitempfindet wie kein Mensch zuvor: Sie fühlt mich wie ich selbst.

    Dazu bedurfte es aber meiner eigenen Stabilität.

    LG kommal

    unterwegs...

  • Hallo Lori,

    zum Thema Zahnarzt kann/will/muss ich Dir ja nichts mehr sagen, weil einfach schon alles dazu gesagt worden ist. Nur so am Rande: Ich könnte mir vorstellen, dass ein Zahnarzt wegen Körperverletzung verurteilt werden kann, wenn er einen trockenen Alkoholiker mit alkoholischen Mitteln behandelt. Wenn die Erkrankung jedoch vom Patienten verschwiegen wird, dann liegt die Verantwortung für einen eventuellen Rückfall ganz allein beim Patienten selbst … in Deinem Fall eben bei Dir!

    Nun ja!

    Zu Deiner neuen Bekanntschaft und den Ängsten, die Du dabei hast:

    Zitat von Lori

    Mein einzigstes Problem im Moment ist,ich habe mich verliebt,er weiß von meiner Krankheit und trinkt auch nichts mehr in meiner Anwesenheit.

    Also zunächst einmal: Das geht ja schnell bei Dir mit dem verliebt sein. Ich erinnere mich daran, dass Du erst kürzlich davon gesprochen hast, jemanden kennen gelernt zu haben. Nun soll das überhaupt keine negative Sicht werden, aber nach zwei, drei Wochen ist die Möglichkeit doch noch sehr groß, dass man eines Tages auch wieder getrennte Wege geht. Wie gesagt: Ich wünsche Dir nur das Beste, aber plane Deine Zukunft nicht zu sehr auf einer Beziehung, die noch so frisch und ungefestigt ist.

    Sollte es doch eines Tages zerbrechen, kann ich mich kommal nur anschließen:

    Zitat von kommal

    KEIN Mensch ist es wert, dass ich seinetwegen wieder trinke.


    Noch vor einigen Jahren, als ich noch trank, hatte ich auch einen sehr schweren Fall von Liebeskummer. Es wurde die mit Abstand heftigste Zeit meines Alkoholismus und dauerte 14 Monate! Niemand sollte sich selbst so wenig wert sein, und sich selbst in ein solches Loch stoßen.

    Ich glaube, du solltest hier dran:

    Zitat von Lori

    Ich gebe zu,ich mache auch nicht sehr viel für mich.


    etwas arbeiten.

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo Lori!
    Mein Mann hat nur mit SHG mit dem Trockensein angefangen. Leider hatte er einen "Vorfall" (Rückfall ist es ja nicht so zu nennen). Erst dadurch, und durch seine neue, andere Einstellung zum Miteinanderreden, seine Gefühle mitzuteilen, ist es bis jetzt dabei geblieben. Hilfreich war dabei aber auf jeden Fall meine Therapie, die ich seit ca. drei Monaten mache. Ich bin anders geworden, er ist anders geworden. Jetzt passen wir erst mal so richtig zusammen.
    Solche Einsichten bekommt man, wenn man darüber nachdenkt und redet.
    Mit Fachleuten.
    Ist doch keine Schande, oder irgendwas sonst, weshalb du das nicht machen solltest. Hab nur Mut. Es würde dir ganz bestimmt guttun. Außerdem baut sich dabei auch das Selbstbewusstsein auf! Und man lernt, mit Problemen leichter fertig zu werden.
    Ich wünsche dir alles Gute für deine neue Beziehung! Und tue dir was Gutes!
    Liebe Grüße von Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Hallo Gotti,
    vielen dank für Deine Worte.

    Vielleicht habe ich mich zu schnell oder früh verliebt,wollte das auch nicht,doch was will man dem Herz sagen.Aufhören?
    Ich war sehr lange alleine,auch in meiner Ehe,mein Freund war der Alkohol,nur er.
    Jetzt kann ich wieder Gefühle zeigen und geben,endlich,
    mit klarem Verstand,reinem Gewissen,nüchtern eben.
    Ich werde mir eure Sätze festhalten:

    Es ist kein Mensch wert seine Gesundheit in Gefahr zu bringen.

    Lori

  • Morgen Biene,

    Mir geht es im Moment so mittelmäßig.
    Gestern habe ich versucht eine Freundin anzurufen mit der ich in der Klinik war,sie war für 16 Wochen dort ist aber seit kurzem erst wieder zu Hause.
    Es ist sehr sehr traurig,sie trinkt wieder und ist in ihr altes Loch gefallen.
    Sie traute nicht mich anzurufen und mir das zu sagen,doch ich sagte ihr paar mal sie könne sich jeder Zeit bei mir melden,ob es ihr gut oder schlecht geht.
    Sie ist eine sehr sehr nette Frau und ich kenne Ihre Probleme,doch was soll oder kann ich tun um Ihr zu helfen.
    Ich bin jetzt 4 Monate trocken und stolz so lange es geschafft zu haben.
    Nur sehr selten ist noch der Wunsch da was trinken zu wollen,aber dann schalte ich es gleich wieder weg und beschäftige mich.

    Ich kann immer mehr mit meinem neuen Schatz über mich und meine Krankheit reden,das tut gut.Er trinkt nun auch gar kein Alkohol mehr,hatte früher auch kaum.

    Grüße Lori

  • Hallo Lori,
    ich freue mich sehr von Dir zu hören, dass es Dir gut geht !!!
    Und das Dein Freund Dich unterstützt finde ich klasse. So hast Du Dir ein alkfreies Umfeld geschaffen, richtig?

    Zu Deiner Bekannten möchte ich jedoch gerne noch was loswerden: Bitte bleibe bei Dir ! Wenn Du Dich zu sehr um Deine Bekannte kümmerst, gefährdest Du Dein eigenes trockenes Leben !

    Zitat von Lori

    ...doch was soll oder kann ich tun um Ihr zu helfen.

    Am Besten nichts ! Du weißt es doch. Niemand hört auf zu trinken, wenn er es nicht selber will. Vielleicht ist sie noch nicht soweit, aber die Wege und Möglichkeiten in ein nüchternes Leben kennt sie und wenn sie soweit ist, wird sie sie sich selber wieder suchen.

    Ich habe keine Erfahrung im Umgang mit Menschen, die einen Rückfall haben, vor allem in Bezug auf die eigene Trockenheit und Zufriedenheit. Das hat aber nur was damit zu tun, dass ich - außer hier im Forum - niemanden kenne, der ebenfalls Alkoholiker ist. Aber da kann Dir sicher jemand anderes hier noch was zu schreiben.

    Paß auf Dich auf !

    Liebe Grüße
    Biene

  • Hallo,

    Ich kann es nur nicht verstehen,wenn sich jemand endlich eingesteht hat Alkoholiker zu sein und eine Therapie gemacht hat,wieder so schnell und tief zu fallen.
    Also ich hätte Angst daß der ganze Mist wieder von vorne anfängt vom besorgen bis entsorgen,black outs u.s.w.,das ist es was mich davon abhält und abschreckt wieder zu trinken.
    Ich vergesse die schlechte Zeit nie und das hilft mir jetzt mein neues schönes Leben aufrecht zu erhalten und zu genießen.

  • Hallo Lori,

    auch wenn es schön ist, auf dem Weg in die Abstinenz neue Freunde zu finden, die sogar dieses fast schon intime ‚Problem’ mit einem gemein haben, so solltest Du darauf achten, Dich nicht durch solche Rückfallgeschehen selbst in Gefahr zu bringen. Im Alkoholismus sind wir alle für uns allein. Die Entscheidung, sich wirklich dauerhaft vom Suchtmittel lösen zu wollen, muss jeder von uns ganz allein für sich treffen. Nur unter dieser Bedingung hat Hilfe einen Sinn. Und Hilfestellung können an einem solchen Punkt nur Menschen leisten, die selbst nicht von dieser Erkrankung betroffen sind, oder eben bereits die notwendige Sicherheit in der Konfrontation mit einem solchen Geschehen gewonnen haben. Ich jedenfalls würde es mir nach fast einem Jahr ohne Alkohol nicht zumuten wollen. Allein um mich zu schützen.

    Gib auf Dich acht.

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Ich weiß das ich nichts tun kann,das fällt mir sehr schwer.
    Ich kann ihr nur Mut zu reden,viel reden und zu hören.
    Ich werde sie solange sie trinkt auch nicht besuchen,denn dann habe ich ja kein alkoholfreies umfeld mehr,die gefahr wäre wirklich zu groß.
    Ich will/muß an mich denken,doch ich fühle wie sie sich fühlt, wie ich damals.
    Einsam,keinen Ausweg,alles schön trinken.
    Aber sie kennt das ja auch und hat gelernt wo und welche hilfe sie bekommen kann.

    Lori

  • Servus Lori!

    Auch Alkoholiker können eine Co-Abhängigkeit entwickeln, darum pass bitte auf dich auf - so wie dir hier schon geraten wurde. Es steht zuviel auf dem Spiel. Nicht nur deine eigene Trockenheit sondern auch eine neue und gefühlsbetonte Liebe.
    Der Egoismus in Sachen Nüchternheit steht an erster Stelle.
    Denk nur an dich und deine eigene Trockenheit. Deine Freundin weiss was sie zu tun hätte - vielleicht ist sie wirklich noch nicht so weit.

    Alles Gute für dich und deine neue Liebe - auch ich weiss seit ich meine jetzige Frau liebe, was wahre Liebe ist.

    Lg
    Andreas

    carpe diem

  • Hallo Lori,

    Zitat von Lori

    Aber sie kennt das ja auch und hat gelernt wo und welche hilfe sie bekommen kann.


    Genau! Besser hättest Du es nicht sagen können.

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo,

    Ich wollte mich mal wieder kurz bei euch melden,nicht nur wenn es mir schlecht geht.
    Ich lese trozdem noch jeden Tag bei euch rein und hole mir neue Kraft für meinen Tag.Ich komme so damit sehr gut zurecht.
    Auch das mit meinem outing klappt schon besser :)

    Wünsche euch allen ein schönes Wochenende
    und vor allem trockene 24 Stunden

    Eure Lori

  • Guten Morgen,

    So schnell kann es einem wieder sehr schlecht gehen wir mir im Moment.

    Am Donnerstag mußte ich nachts meine Tochter suchen,da sie nicht wie verabredet zu Hause war.Hätte da noch ein Geschäft in meiner nähe auf gehabt,ich glaube ich wäre sofort da rein und hätte mir Alkohol geholt.
    Und gestern hat meine neue Liebe mir gesagt,daß er noch nicht für was festeres bereit ist,wegen seine anderen großen Problemen,aber er mag mich sehr.
    Ich bin nur noch am weinen,es wird langsam wieder zu viel für mich auf einmal.
    Warum?Was soll ich machen?Meine Gefühle und Sorgen wieder betäuben?
    Mir geht es so schlecht,ich möchte einfach mal alles vergessen und das konnte ich mit Alkohol.Ich weiß er löst meine Sorgen und Probleme nicht,danach ist alles wieder so wie es vorher war.
    Es wird nicht besser bisher,ich habe immer noch keine Wohnung,kein Job,Sorgen mit der Tochter,kranke Mutter,Liebeskummer..
    Auch nüchtern bekomme ich nichts hin,nichts in den Griff.

    Grüße Lori

  • guten morgen, lori,

    du hast gestern geschrieben, dass du sehr gut zurecht kommst. heute schreibst du, dass es dir im moment sehr schlecht geht und du dir donnerstag nacht auf der suche nach deiner tochter alk geholt hättest, wenn noch ein laden offen gehabt hätte. - also gings dir gestern entgegen deinen worten auch nicht so toll.

    fang nicht an, dir was vorzumachen. auch, hier im forum deine gefühle schön zu reden, bringt dich dann nicht weiter.

    heute gehts dir nun so mies, dass du mit der sprache rausrückst. soweit muss es nicht kommen und es tut dir auch nicht gut, die probleme anzustauen. das könnte dann schon wieder zu spät sein...

    das mit deinem neuen partner tut mir leid. aber versuch es positiv zu sehen: warum hat er sich erst auf dich eingelassen, wenn er für "was festeres" noch nicht bereit ist? da scheint mir von an anfang an nicht viel ernsthaftigkeit seinerseits im spiel gewesen zu sein. und wahrscheinlich will er sich "wegen seiner anderen großen probleme" nicht noch eins aufhalsen: er sieht dich bzw. die beziehung zu dir als problem!? na, so einen partner könnte ich mir verkneifen. der würde dir keinesfalls auf längere zeit gut tun.

    DENK AN DICH!!!

    (sicher, wenn die liebe wie ein blitz eingeschlagen hat fällt es schwer, im kopf objektiv und klar zu bleiben. aber das müssen wir lernen. für uns!!!)

    liebe grüße

    kat

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