Die ersten Tage

  • Hi Koko,

    Zitat von Koko

    Wie funktioniert das eigentlich mit dem Tagebuch? Schreibt ihr da die aktuellen Sachen rein oder befasst ihr euch mit der Vergangenheit? Ist es mehr als Aufarbeitung fuer einen selbst gedacht oder als Dialog mit anderen Teilnehmern?

    Also ich mach alles auf einmal :roll: Schreibe vergangenes, neues, nur für mich und bekomme Antworten ...

    Es wäre schön, Dich dort bald begrüßen zu können !

    Liebe Grüße
    Biene

  • Hallo koko,

    Zitat

    Ist es mehr als Aufarbeitung fuer einen selbst gedacht

    ich schreibe seit der Entgiftung für mich selbst. In der LZT war´s eh Pflicht, seinen Tagesbericht zu schreiben.

    Ich fange morgens an (noch vor dem Forum) mit der Feststellung, wie ich geschlafen habe. Mittags schreibe ich den Morgen (i.d.R. über die Arbeit) und Abends den Rest des Tages. Ich lasse also möglichst zeitnah das Geschehene, Erlebte Revue passieren.

    Schon beim Schreiben fällt mir oft auf, wo ich etwas falsch gemacht habe oder mit mir habe machen lassen. Da kommt dann automatisch der Gedanke: Wie könnte ich es demnächst anders machen.

    Ganz wichtig: Wie FÜHLE ich mich, was habe ich wann gefühlt? Bin ich zufrieden? Ausgeglichen? Wenn nicht,: Wo kommt es her?

    Gerne schreibe ich auch meine Pläne und Aufgaben für die nächsten Tage auf. Hier kann ich mich schon (vor)freuen oder (lästige) Pflichten verinnerlichen.

    Versuch´s einfach mal ...

    LG kommal

    unterwegs...

  • Hallo Koko,
    wie geht es Dir den jetzt?
    Gestern mußte ich noch an Deinen Rückfall denken.
    Warum? Naja, ich dachte so an mich, wie ich hier ankam und
    wie ahnunglsos ich damals war. Ich wußte nicht was auf mich
    zukam und der Gedanke NIE wieder Alkohol zu trinken beunruhigte
    mich mehr als alles andere. Aber ich war auch neugierig.
    Neugierig darauf wie es die Menschen hier schaffen ein Leben
    ohne "Bier&Schnaps" zu führen. Mir schwebte vor es gebe vielleicht
    irgendeinen ein "Trick" oder ein "Wundermittel" das es auch mir
    ermöglichen würde ohne "Schmerz und Leid" von meiner Sucht wegzukommen.

    Naja, ich habe Glück gehabt gleich auf Menschen wie z.B. Mods. "Freund"
    oder "Lilly12" (und andere) zu stossen. Hier wurde mir klar wie wichtig es
    ist gerade im "ersten"Jahr sich von jeglichem "Alkoholischem" Umfeld
    loszusagen.
    Das kommt nicht von ungefähr. Das weiß ich genau:
    Wenn ich diesen äußerst wichtigen "Basis-Baustein" der Trockenheit
    nicht beachtet hätte, dann wäre ich heute nicht mehr hier.
    Genau so wichtig wie das Alk.-freie Zuhause.

    Ich meine Koko, bevor Du jetzt damit beginnst nach Ursachen
    Deiner Sucht zu suchen, solltest Du Dir zuerst Gedanken
    darüber machen wie Du es in Zukunft machst dem Alkohol
    aus dem Wege zu gehen. Sprich, Du mußt um trocken
    zu bleiben einige Dinge im Leben ändern. Dazu gehört auch
    der Verzicht auf die Bikertreffen, wo Alkoholtrinken
    ein wesentlicher Bestandteil der Veranstaltung ist.
    Deine Trockenheit sollte darüber stehen.

    Du weißt nur nichts trinken, reicht nicht.

    LG
    und alles Gute
    Paolo

    Als ich auf einer Kaufhaus-Kundentoilette in meiner eigenen Kotze aufwachte, hätte ich aufhören müssen zu saufen.
    Da war ich gerade mal 20 Jahre alt.
    Es sollten aber noch 30 Jahre vergehen!

  • Hi Paolo,

    Danke fuer Deine ausfuehrlichen Worte.Mit vielem, was Du schreibst hast Du wohl recht. Vielleicht auch bei allem,
    trotzdem sehe ich es fuer mich in manchen Dingen etwas differenziert. Vermutlich werde ich mit meinen Ansichten auf Widerspruch stossen, will trotzdem versuchen zu erklaeren, warum manches fuer mich etwas anders ist(erscheint).
    Zunachst die Bikertreffen. hierzu sei gesagt, dass fuer mich eigentlich nur ein Bikertreffen wirklich wichtig ist, das von unserem Club. Bin seit 11 Jahren Mitglied und habe immer mitgeholfen, Fuer das Gelingen unseres Treffens mitzusorgen. Die Biker haben mir sooft geholfen, wenn es um Hilfe bei meinen 5 Umzuegen ging, wenn ich einen finanziellen Emgpass hatte und waere mir in letzter Zeit etwas zugestossen, haette ich gewusst, dass meine Kinder finanziell Unterstuetzung vom Club bekommen haetten. Mag fuer euch etwas weit hergeholt klingen, aber, wenn man niemand hat, schon gar nicht meinen Ex(der Hat sein damaliges Leben einfach vergessen...) war das fuer mich schon beruhigend.
    Ausserdem was meine Abende im Club betrifft, ist es momentan kein Thema, da ich eh in England bin. Wenn ich zurueckkehre, werde ich darueber nachdenken muessen.
    Die andere Sache ist, ich glaube fuer mich ist wirklich vordergruendig, die Ursachen meiner Suechte zu erkennen. (...und jetzt wird ein Aufschrei der Empoerung durch eure Reihen gehen...) aber meine Nuechternheit hilft mir nicht, wenn ich in dem Masse, in dem ich das Trinken bleiben lasse, zu meiner alten Sucht zurueckkehre und essen und kotzen meinen Tagesablauf bestimmen. Ich will auf keinen Fall die Prioritaeten, die fuer euch stehen, angreifen, aber ich will nicht vom Regen in die Traufe kommen...
    Ich bewundere wirklich jedewn von euch, der dem Alkohol abgeschworen hat, halte es auch fuer mich als unumgaenglich, aber nicht fuer den Preis einer anderen Sucht... deswegen Ursachenforschung
    In der Hoffnung auf ein ganz klein wenig Verstaendniss und mit ganz grosser Anerkennung fuer jeden von euch verbleibe ich
    mit lieben Gruessen
    Koko

  • Hallo Koko,
    du hängst doch an den alten Erinnerungen, das ist doch ganz normal an was man sich da erinnert. Schöne Momente des Saufens und der angeblichen Entspannung und der sogenannten Gemütlichkeit. Wo ist er dicke Kopf, die schweren Beine, die Gedanken an Alkohol, der nächste Tag, und der übernächste Tag.
    es ist Fakt, das man sieh mit jedem Glas Alkohol von sich selber entfernt, und du hast dich wie ich auch, mich jahrelang von mir entfernt.
    Und da sind für dich Bikertreffen Relität, es gibt ja nicht vieles. Für mich waren es andere Dinge in meiner geschaffenen Scheinwelt, die ach so wichtig waren. Und wir können das sehr gut verstehen, was in dir abgeht.Und deswegen gibt es auch keinen Aufschrei der Empörung meinerseits. Auf einem Apfelbaum werden die Früchte auch unterschiedlich reif, das ist so und wird so bleiben, deswegen fällt man nicht den ganzen Baum.
    Alles Gute weiterhin.
    LG
    Jürgen

  • Hallo Juergen,

    auch wenn ich Dir (bis jetzt) nicht ganz zustimme, regt mich Deine Meinung zum Nachdenken an. Ich werde mich im Moment, was den Bikerclub betrifft nicht verrueckt machen, da ich wie gesagt das naechste halbe Jahr sowieso nicht da sein werde. Vielleicht hilft mir dieses halbe Jahr auch alles nocheinmal mit einem gewissen Abstand und mehr objektiv zu betrachten.
    Zur Zeit ist fuer mich das hier und das heute wichtig, sprich meine derzeitige "Heimat" ist England, also muss ich mich mit dieser Umgebung auseinandersetzen... aber auch in Bezug auf meine Vergangenheit, meine Suechte hab ich ja mitgenommen. Ich hoffe, es kam gestern nicht falsch rueber, was meine Nuechternheit betrifft. Sie ist sehr wichtig, denn um mich mit meiner Sucht wirklich auseinandersetzen zu koennen, brauche ich keine verschwommenen Gedanken, sondern einen klaren Kopf...aber meine alte Sucht hat mich nicht vergessen und sitzt mir immernoch im Nacken, hofft vielleicht, wenn ich nicht mehr trinke, hat sie wieder eine groessere Chance...aus diesem Grund muss ich doch forschen, was die Ursachen sind, oder?

    LG Koko

  • Hallo Koko,
    genau du bist in England, und das zählt, was woanders ist, was solls. Und manchmal erledigen sich Dinge von selber ohne grosses Zutun.
    Was ist deine alte Sucht, das versteh ich nicht, hast du noch was mit Drogen zutun gehabt oder hast du dies noch?
    Ein klarer Kopf oder Geist hat noch nie geschadet beim forschen. Nur beachte ob, es zur Zeit so immens wichtig für dich ist nach den Gründen zu suchen. Es kann auch das Gegenteil bewirken und gar nicht guttun. Geh behutsam mit dir und deiner Vergangenheit um, es hängt mehr dran als man so glaubt. Kenn das aus eigener Erafhrung. Man kann sehr schnell in Genzbereiche kommen, die man sich gar nicht so vorgestellt hat.
    Nur eins noch: Einen einzigen Grund wirst du nicht finden für deine Süchte. Du wirst es nie an einer Sache festmachen können. Alles liegt in dir, dies kannst du entdecken, aber dazu musst du dich selbst entdecken und neu ohne Süchte kennenlernen.
    Und du wirst, wie ich auch, deine Sucht als Begleiter immer dabei haben, und deswegen bekommst du sie auch nicht los, auch wenn du ein Leben lang nach Gründen suchst.
    LG
    Jürgen

  • Servus Koko,

    ich möchte Dir nur eines zum Nachdenken mit auf die Insel geben:

    So lange Du nicht einfach Deine Trockenheit und Abstinenz anpackst, ohne "wenn" und "aber", kannst Du nach Ursachen forschen so lange Du willst: Du wirst scheitern.

    Deine Ursachen analysieren kannst Du in Ruhe, wenn Du einmal stabil und zufrieden trocken bist. Dann wirft Dich nämlich so manche Erkenntnis auch nicht gleich wieder um...

    Alter Grundsatz in der Suchtbehandlung: Erst das "Problem Alkohol" lösen, dann alles Andere...

    LG
    Spedi

  • Hallo Spedi, hallo Juergen,

    mittlerweile bin ich am Ende mit meinem Latein, weil ich nicht weiss, wie ich euch mein Problem erklaeren kann. Das soll kein Vorwurf sein, vielleicht ist es auch gar nicht moeglich als Aussenstehender das zu verstehen.
    Meine erste Sucht war die Esssucht (fing an so mit 13, 14) spaeter wurde daraus Bulimie (essen, kotzen, klingt krass, aber was anderes ist es nicht),
    begleitet von Tablettenabhaengigkeit, Depressionen und Selbstverletzung, irgendwann hat sich der Alkohol auch noch dazugesellt.
    Wegen der ersteren Sachen war ich 2x, vor 6 und vor 4 Jahren in der Klinik. Tablettenabhaengigkeit und Selbstverletzung denke ich, hab ich ueberstanden,Depressionen hab ich eher selten, mit meiner Essstoerung war es um vieles besser geworden, aber in den letzten Jahren, hat sich die Abhaengigkeit fast unmerklich eingeschlichen. Als ich nun vor ein paar Wochen beschloss, trocken zu werden, weil es einfach immer schlimmer wurde, begann das Problem mit dem essen wieder groesser zu werden. Es ist lange nicht so schlimm, wie es mal war, aber das ist meine Angst, raus aus einer Sucht, zurueck zur anderen.
    "Alter Grundsatz in der Suchtbehandlung:erst das Problem Alkohol loesen, dann alles andere.."
    sorry Spedi, wenn ich Dir widerspreche, gilt fuer die Alkoholsucht...wenn der Alkohol erstmal zur Sucht geworden ist, geb ich Dir natuerlich recht, aber ich war vorher auch ohne Alkohol suechtig.
    Das fatale an der Bulimie ist, im Unterschied zu anderen Suechten, man kann das Suchtmittel "Essen" nicht meiden.
    Aber nun genug, vielleicht haette ich das in diesem Forum nicht ansprechen sollen, da ihr euch ja hier vordergruendig mit Alkohol beschaeftigt...aber das ist eben "auch" mein Problem.
    von daher bin ich schon richtig hier, aber mit anderen Problemen eben auch nicht.
    'tschuldigung, wollte keine Verwirrung stiften, aber hier bietet es sich so an, etwas loszuwerden, was bei einem selbst fuer "Kopfchaos" sorgt.

    Nichts fuer ungut, liebe Gruesse Koko

  • Hi nochmal,

    mir geht es im Moment richtig besch... eigentlich schon seit Dienstag, als ich aus Deutschland zurueck bin, habe aber bis jetzt gebraucht, um es mir einzugestehen. Der Hauptgrund, ist der Abschied (besser Nichtabschied aus Dtl). Mein Sohn (21) hat sich nicht von mir verabschiedet, weil er sauer war,(zu recht), dass ich wieder getrunken hatte.Nun bisher war es noch nie so gewesen, vielleicht, weil er noch nie das Gefuehl hatte, dass ich so ernsthaft (klingt gerade nicht so glaubhaft)dran war. Hatte es oft meinen Kindern versprochen, aber so wie jetzt hatte ich es noch nicht versucht. Ich kann schon nachvollziehen, wie sehr meine Kinder wieder enttauescht von mir waren..sollte es auch wissen, bin selbst ein "erwachsenes Kind", aber das ist jetzt eine Situation, die mich gerade ueberfordert. Wenn mich nie jemand in meiner Famielie verstanden oder unterstuetzt hat, so doch meine Kinder, trotz allem.
    Und nun das, fuehle mich gerade wieder so unzulaenglich, so sehr als Versager und es tit so weh, gerade die zu enttaeuschen, die noch zu mir stehen.
    ich muss gerade sehr aufpassen, nicht in meine Depressionen zu verfallen, die mich lange in Ruhe gelassen haben...die Denkensweise, ich hab es nicht verdient geliebt zu werden, ich enttaeusche doch nur alle, ich bin einfach nicht so stark, ich schaff es einfach nicht...hinzu kommt meine Einsamkeit, das Fehlen von Liebe, von jemandem, der mir zur Seite steht...merk schon, dass ich Schluss machen muss, sonst zieh ich mich nur selbst noch mehr runter....Keinene Missverstaendnisse, ich will nicht aufgeben, aber manchmal ist es so schwer immer wieder aufzustehen...da faellt mir ein, es gibt ein Lied von den "Toten Hosen" "..steh auf, wenn Du am Boden bist.." sollte ich mir vielleicht mal wieder zu Gemuete fuehren, hat mir ne Zeit lang geholfen

    Bevor ich noch mehr Stuss schreibe, hoer ich lieber auf, aber musst es jetzt irgendwie loswerden, dafuer ist das Forum doch auch da? Richtig?...auch wenn es gerade so aussieht, dass ich meinen "Seelenmuell" hier loswerden will. Ist nicht so gemeint, brauchte nur gerade "einen Gespraechspartner"
    Danke fuers "zuhoeren"
    Wuensch euch einen schoenen Sonntagabend
    LG Koko

  • Hallo Koko,
    die Alkoholsucht beschränkt sich ja nicht auf
    das Saufen an sich, sondern dringt bis in alle
    Bereiche des Lebens ein. Hier kannst und sollst
    Du schreiben was immer dich bewegt.
    Ich glaube ich habs Dir schon mal geschrieben:
    Nur Schritt für Schritt kannst Du etwas gegen
    Deine Süchte unternehmen. Nur so gehts.

    Viele die hier sind, sind ja -genau wie Du-
    nicht "nur" Alkoholkrank, sondern haben auch
    andere Krankheiten, die ja oft auch zur
    Verschlimmerung der Alk. Sucht beitrugen.
    Damit, -auch mit deiner Bulemie- stehst Du
    sicherlich nicht alleine hier. Doch irgendwo
    muß Du den Faden ja aufnehmen und ich
    denke, nein ich weiß, das eine geistige und
    körperliche Loslösung vom Alk. viele Leiden
    lindern wird.
    Also laß den Kopf nicht hängen, bleib
    bei uns und versuche vor allem trocken
    zu bleiben. In erster Linie für Dich, aber
    natürlich auch für Deine Liebsten.
    Alles wir gut werden :D

    Paolo,
    der übrigens gerne Moped fährt

    Als ich auf einer Kaufhaus-Kundentoilette in meiner eigenen Kotze aufwachte, hätte ich aufhören müssen zu saufen.
    Da war ich gerade mal 20 Jahre alt.
    Es sollten aber noch 30 Jahre vergehen!

  • Hallo koko,

    Zitat

    hinzu kommt meine Einsamkeit, das Fehlen von Liebe, von jemandem, der mir zur Seite steht.

    ich habe mir jahrzehntelang vorgegaukelt, dass ich nur alleine glücklich sein kann. Meine Gefühle habe ich in dieser Zeit ertränkt. In der Entgiftung habe ich gemerkt, dass ich nicht alleine, sondern EINSAM war. Die ganze Zeit. Darauf folgte eine kurze, enttäuschende und lehrreiche "Affäre". Erst in der Therapie habe ich begonne, mich selbst zu lieben.

    Ich habe gesucht und gefunden. Ich gehe seit fast einem Jahr gemeinsam mit kommaline, MEINEN Weg.

    LG kommal

    unterwegs...

  • Servus Koko,

    Zitat

    ...sorry Spedi, wenn ich Dir widerspreche, gilt fuer die Alkoholsucht...wenn der Alkohol erstmal zur Sucht geworden ist, geb ich Dir natuerlich recht, aber ich war vorher auch ohne Alkohol suechtig. Das fatale an der Bulimie ist, im Unterschied zu anderen Suechten, man kann das Suchtmittel "Essen" nicht meiden. Aber nun genug, vielleicht haette ich das in diesem Forum nicht ansprechen sollen, da ihr euch ja hier vordergruendig mit Alkohol beschaeftigt...aber das ist eben "auch" mein Problem. von daher bin ich schon richtig hier, aber mit anderen Problemen eben auch nicht...

    da möchte ich dir dann etwas weiter ausholend noch dieses dazu sagen, denn Du bist hier mit Deinen diversen Anliegen durchaus richtig aufgehoben:

    1.) Alkohol ist eine bewusstseins- und persönlichkeitsverändernde Droge. Bulimie oder andere Essstörungen sind das nicht. Von daher kann eine Therapie bei mehrfach abhängigen (auch gemischt stofflich/nicht stofflich abhängigen) erst dann "greifen", wenn der Patient in der Lage ist, die Realität so zu erfassen wie sie ist (und nicht, wie er/sie sie sich "schöngesoffen" hat).

    2.) Eine Suchtverlagerung (weg vom Alkohol [wieder] hin zur Essstörung kann durchaus "normal" sein. Schließlich ist die Grundlage der Abhängigkeit ja (noch) nicht aufgearbeitet.

    3.) Ohne die erfolgreiche Bewältigung der persönlichkeitsverändernden Alkoholabhängigkeit wirst Du dauerhaft mit anderen Süchten zu kämpfen haben, weil Du nicht bei Dir "ankommst".

    Koko, Du kannst das gerne drehen und wenden wie Du willst. Diese "Weisheit" stammt auch nicht von mir, sondern aus der Erfahrung im Erleben von sehr vielen Mehrfachabhängigen und deren Lebensläufen. Am Ende kann es mir egal sein (und ist es auch zu einem gewissen Grad), ob und wenn ja was Du aus dieser Information machst. Wenn du abstinent und zufrieden leben willst, dann wirst Du dir einen Weg suchen müssen, um das auf "die Reihe zu kriegen". Ob du nun unsere Hinweise zum Nachdenken nutzt oder nicht. Du musst etwas verändern, nicht ich/wir.

    Dabei wünsche ich Dir viel Kraft und vor allem die notwendige Einsicht und das "Wollen".

    LG
    Spedi

  • Hallo Koko,
    danke für die offene Darstellung deiner Süchte, und es ist schon richtig das du das hier schreibst, es gehört zu dir.
    Was du siehst, welch hohes Suchtpotentiall du hast, nicht nur du, ich auch, das weiß ich von mir selber.
    Mach eins nachdem anderen, und fang mit dem Alkohol an. Es ist das dringlichste von allem, meiner Meinung nach. Alkohol macht deine Seele kaputt auf Dauer, das ist so.
    LG
    Jürgen

  • Hallo Koko,

    na - wie geht´s Dir denn?

    Hab grad Jürgen´s letzte Zeilen gelesen... und muß sagen... da ist was dran. Erst als ich mit dem Saufen aufgehört habe, konnte ich mich auch meinem nächsten Problem - dem Fressen - annehmen. Und auch das hat erstmal ein paar Monate gedauert, also bis ich soweit war, die nächste Baustelle anzugehen.

    Mittlerweile komm ich mit beiden meiner Süchte ganz gut zurecht.

    Meld Dich doch mal wieder :wink:


    Liebe Grüße

    Claudia

  • grummel... mensch Jürgen.... Du weißt ganz genau, wie ich das meinte.... grins....

    ...natürlich hoffe ich doch noch ganz ganz ganz ganz viele Zeilen von Dir lesen zu dürfen :wink:

    LG
    Claudia

  • hallo koko,

    es ist so still um dich. wie geht es dir?

    den song von den toten hosen hab ich heute gerade im radio gehört und mich an deine worte erinnert. aber da kam auch ein neuer von den söhnen mannheims mit der zeile "der mensch lernt nur, wenn er sch... frisst." - ich glaube, dass trifft so ziemlich auf uns zu, so hart es klingt. deine derzeitigen stimmungen sind sicher die nachwehen deines deutschland-tripps. komm zur ruhe, mädel! horch in dich rein, was du wirklich willst!

    Bevor ich noch mehr Stuss schreibe, hoer ich lieber auf, aber musst es jetzt irgendwie loswerden, dafuer ist das Forum doch auch da? Richtig?...auch wenn es gerade so aussieht, dass ich meinen "Seelenmuell" hier loswerden will. Ist nicht so gemeint, brauchte nur gerade "einen Gespraechspartner"

    du sollst doch deinen seelenmüll loswerden! schreibe, schreibe, schreibe...

    hier ist immer jemand, der dir zuhört!

    liebe grüße von
    katrin

  • Hallo Claudia, hallo Juergen,

    es geht mir nicht so doll, war die letzten Tage nicht in der Lage zu schreiben. Wollt ich auch heut nicht, aber wenn ihr schonmal so lieb anfragt, will ich auch antworten. (gelesen hab ich ja trotz allem hier taeglich)

    Ich war/bin ziemlich verunsichert. Besonders die Aussage, dass "die Grundlage jeder! Suchtbehandlung, das Loesen des Problems Alkohol ist"hat mich vor den Kopf gestossen. DIE SUCHT schlechthin, ist also der Alkohol? Wenn ich das Problem geloest habe, ist alles weiter nicht mehr so schlimm?
    Bitte nicht falsch verstehen, wenn man mehrere Suechte hat, muss man ja mit einer beginnen und da bietet sich der Alkohol eben an.
    Wenn ich aber jetzt davon ausgehen, dass mit dem Trockenwerden eine Suchtverlagerung in Richtung Essstoerung normal sein kann, wird mir Angst.
    ... und ich marschiere in grossen Schritten darauf zu und ich glaube nicht, dass man das vergleichen kann, dass diese Sucht "schoener" ist.

    Kann sein , dass ich etwas sensibel in dieser Richtung bin, aber ich musste mich als ich wegen der Bulimie in die Klinik gegangen bin immer vor meiner Mutter rechtfertigen ( Wenn man immer zum Psychologen geht, reden die einem schon was ein...wegen "sowas" -die Krankheit wurde nicht beim Namen genannt- gefaehrdet man nicht seinen Job, da reisst man sich zusammen und kann das auch allein...u.s.w.)
    Ach ich glaub jetzt verdeddere ich mich, jedenfalls fuehlte ich mich unverstanden und hatte Angst zu antworten, um nicht noch mehr Kritik auf mich zu ziehen...nichts gegen Kritik, aber bin momentan nicht der Fels in der Brandung, alles haut mich um, fuehle mich wie ein ping-pong Ball meiner Suechte

    Trotz allem liebe Gruesse von einer etwas gestressten Koko

  • hallo koko,

    lies dir nochmal durch, was spedi dir geschrieben hat zu dem "ranking" der süchte, z.b.

    "1.) Alkohol ist eine bewusstseins- und persönlichkeitsverändernde Droge. Bulimie oder andere Essstörungen sind das nicht. Von daher kann eine Therapie bei mehrfach abhängigen (auch gemischt stofflich/nicht stofflich abhängigen) erst dann "greifen", wenn der Patient in der Lage ist, die Realität so zu erfassen wie sie ist (und nicht, wie er/sie sie sich "schöngesoffen" hat)."

    usw.

    ich unterstreiche das voll und kann dem nichts hinzufügen.

    lg katrin

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