Joooo, isses wieder mal so weit?

  • Eure Diskussion macht mich durcheinander.

    Ihr Differenziert eure Hilfe und unterscheidet zwischen Co-Abhängigkeit die Echte versus Beziehungssucht?

    Wie unterscheidet sich das eine vom anderen. Und wo sollen die hin, die dann eher zum zweiten gehören?

    Würde mich interessieren um auch zu wissen welcher Richtung ich eher nachgehe und wo ich hingehöre und und und....

    deshalb ist es wichtig immer direkt ohne umschweife zu sagen was Sache ist ohne psychologischen Wort wirr warr sondern mit Klaren Worten.

  • Liebe Lilly,

    ich hab mich auch eine lange Zeit damit auseinandergesetzt was es bedeutet Co zu sein. Dort ist zum Teil auch eine grosse Anteil an Mitleid dabei und auch das kann nach hinten losgehen. Sicherlich ist eine Mischung aus etwas Mitleid und Aufmerksammachen gut, aber was fuer eine Art Mischung nehmen wir uns dann? Was ist richtig?

    Wie weit hier jemand ist, das kann man kaum sagen, man kann es erahnen. Hast Du nun jemanden in einer Gruppe, der schon etliche Therapien hinter sich hat und nichts fruchtet, selbst durch solch einer professionellen Hilfe und derjenige kommt nun hierher und gibt bekannt, dass er nach Jahrzehntelanger Co-Abhaengigkeit da raus will und faengt mit Begruendungen und Gruenden an, warum was wie nicht geht, egal ob man hoeflich, bestimmter oder sonstwie nachfragt, wo legst Du da die Fahnenstange fest, wie man antworten soll? Ich fuer mich wie gesagt hab daraus gelernt, dass ich wirklich dann auch weitermachen lassen muss. Ich nehm das auch nicht persoenlich, wenn jemand meint, mir den Stempel des arroganten Huhns auf die Stirn zu druecken, denn ich weiss, was da fuer Gefuehle hochkommen.

    Sicherlich besteht die "Gefahr", dass man als inaktiver Co vielleicht zu sehr draengt und helfen will, weil man eben das Leid mit eigenen Augen und in den Augen anderer gesehen hat. Aber Mitleid und das kann ich Dir 100% unterschreiben, ist nicht das was wir brauchen, wir brauchen Erfahrungen und Ehrlichkeit, die uns die Augen oeffnen mit Mitleid hast Du noch keinem geholfen, dass ist ja was uns in diesem Dauerkreis, kreisen laesst. Ein Mensch der hierherkommt und in professioneller Behandlung ist und schon unter Depressionen leidet und dem kein Therapeut bis jetzt letzendlich richtig weiterhelfen kann, jemand der am liebsten moechte, dass andere die Sachen fuer ihn erledigen, wie weit kann da eine SHG eingreifen, nur zuhoeren, nach wie vor Aufmerksam machen oder die Klappe halten? Ich fuer mich hab mich derzeit fuer meine Person fuer die Klappe halten entschieden, da ich einfach keine Zeit mehr darin investieren, was mir nicht guttut und wo ich mir nur den Mund fusselig rede. Das ist was ich auch lerne und was mir in meiner persoenlichen Situation mit meiner Familie auch weiterhilft.

    Bis dann,

    Jenny

  • Servus verflixt,

    Zitat von verflixt

    Ihr Differenziert eure Hilfe und unterscheidet zwischen Co-Abhängigkeit die Echte versus Beziehungssucht?


    Nein, nicht wir. Ich. Bis jetzt scheinbar nur ich.

    Zitat von verflixt

    Wie unterscheidet sich das eine vom anderen.


    Ich gebe Dir mal eine mögliche Definition/Erklärung/Beschreibung eines Co-Abhängigen auf:

      ...Diese Menschen hielten sich für auserkoren, einen Abhängigen zu retten oder zu schützen - bis hin zur Selbstzerstörung. Genesende Abhängige empfinden dieses Verhalten als Suchterhaltend, da [auch] das Suchmittel verschafft wird, um einen Abhängigen von der völligen Genesung abzuhalten. Coabhängigkeit wird oft definiert als Fehlanpassung, in welcher der Coabhängige nach der emotionalen Not des [stofflich] Abhängigen giert. Coabhängigkeit ist üblicherweise ein emotionaler Selbstverteidigungsmechanismus, ausgelöst u.a. durch Kindheitserfahrungen, auch in gestörten Familienverhältnissen z.B. durch stofflichen Missbrauch der Eltern oder auch durch übermässig behütende Eltern

    Kannst Du damit etwas anfangen und die Grenze zu einer Beziehungsabhängigkeit ohne/mit geringer stofflicher Suchtbeteiligung des Partners für Dich ziehen?

    Zitat von verflixt

    Und wo sollen die hin, die dann eher zum zweiten gehören?

    Nun, im www finden sich Foren und Informationsquellen für fast jedes Thema. Ich bin sicher, dass derjenige, den es betrifft, bei gutem Willen auch ein für ihn/sie passendes Themenportal findet. Hierher haben diese Menschen ja auch gefunden.

    Wenn Du nun aber eine "Beurteilung" suchst oder darauf wartest, "klassifiziert" zu werden, muss ich Dich enttäuschen. Das muss schon jede(r) für sich wissen, schließlich können und wollen wir nicht in die Menschen hier "reinschauen". So viel Ehrlichkeit muss auch jede(r) für sich selbst "draufhaben". Schließlich sind wir hier ja ein Selbsthilfebereich, ich-helfe-mir-selbst, also ohne jeglichen therapeutischen Ansatz.

    Warum dann die Unterscheidung? Wir sind eine Selbsthilfegruppe. Selbsthilfe lebt aus der Summe der eigenen Erfahrung, die weitergegeben werden kann.
    Nun, wir hier haben nur die alkoholbedingte Erfahrung. Warum sollten wir hier über Dinge reden, von denen wir keine eigene Erfahrung haben? Dann könnten wir ja gleich

      - einen x-beliebigen Ratgeber seitenweise zitieren... :shock: oder
      - irgendwelches Hörensagen wiedergeben... :shock: oder
      - Mutmassungen anstellen... :shock: oder
      - Kaffeesatz lesen... :shock: oder
      - Pendeln... :shock:


    Na ja, denk selber darüber nach, was Dir reell vorkommt, und wem Du selbst in so einem Thema vertrauen kannst:

      - dem, der es erlebt hat, oder
      - dem, der einen kennt der wiederum von einem gehört hat dass er einen kennen würde der mal so ein Problem gehabt haben könnte...


    LG
    Spedi

  • Hallo Spedi,

    die Sache mit dem Elternhaus stimmt bei mir.
    Bei dem anderen bin ich mir nicht sicher, da bei meinem Partner nicht immer die Sucht Alkohol im Vordergrund stand, sondern erst die letzten 3-4 Jahre (oder als akzeptabel gehalten und nicht so gesehen? Getrunken hat er schon immer, aber nicht so in dem Ausmass wie jetzt) da gab es auch andere Süchte (kiffen, pc,) (Suchtverlagerung?)


    Bei dem Thema Beziehungssucht im Allg. sieht es im Netz sehr dürftig aus bis gar nicht. Schon geschaut. Das einzige was ich bis jetzt entdeckt habe ist das Buch "Wenn Frauen zu sehr lieben" Stellt aber die Co-Abhängigkeit und die Beziehungssucht auf eine Stufe meiner Meinung und vergleicht die Beziehungssucht mit Alkoholsucht. Im Anhang finden sich auch verweise an welche Beratungstellen man sich wenden soll, da wird auf die Alanon, Alateen, und bei sexuellem Missbrauch verwiesen, je nach Kindheitserfahrungen. Kein Verweis auf spezielle Gruppen die sich auf Beziehungssucht spezialisieren, da davon ausgegangen wird, das die Beziehungssucht immer mit einem Partner zusammen aufkommt, der in irgendeiner weise Suchtgebunden ist, mit was auch immer. (stofflich/nicht stofflich)

    Im Prinzip müssten alle, dann einzelne Therapeuten Stunden nehmen, die nicht mit Alkohol - Partnern belastet sind, oder sich zurück auf ihre Kindheit berufen und dort zu den Gruppen gehen, was einem in der Kindheit wiederfahren ist.

    Bei der Beratungsstelle im diakonischen Werk, denen ich meine Problematik schilderte, wurde ich trotz dem allg. Problem SUCHT (egal ob Alk, kiffen, Pc) doch als "du bist hier bei uns richtig" aufgenommen.

    Also kann man wohl Co-Abhängig und Beziehungssucht im Allgemeinen vergleichen.

    Jedoch ist es klar, das "trockene" Co-Abhängige die ausschließlich aus dem Metier ALKOHOL kommen, auch nur ihre Erfahrungen über dieses Suchtmittel an andere Co-Abhängige mit weitergeben können. Das meintest du wohl wenn ichs richtig verstanden hab.

  • Servus verflixt,

    so?

    Zitat

    Bei dem Thema Beziehungssucht im Allg. sieht es im Netz sehr dürftig aus bis gar nicht. Schon geschaut.


    Da komme ich schon mal pauschal auf ein gutes Dutzend (deutschsprachige) Foren, in denen sich darüber explizit ausgetauscht wird.

    Aber das tut hier nichts zur Sache.

    Zitat

    Also kann man wohl Co-Abhängig und Beziehungssucht im Allgemeinen vergleichen.

    Äpfel, Birnen, Zwetschgen - alles Obst, ich weiss nur nicht, ob ein Erdbeerenzüchter da mitreden kann. Ich persönlich hab's auch eher mit Walnüssen... :P

    Lg
    Spedi


  • Hi Spedi,

    dein Veto nehme ich zur Kenntnis. Es ist mir auch nicht unbekannt, weil ich es aus der realen Gruppenarbeit kenne. Meine Kenntnisse über MEINE Krankheit habe ich auch nicht über das W-Lexikon (dort ist es nur ziemlich leserfreundlich erklärt) sondern durch meine Therapie, die Gruppenleiterausbildung für Suchtkrankenhilfe und aus den Supervisionsgesprächen unserer Suchtberatungsstelle der Diakonie. Entgegen deiner Meinung denke ich sehr wohl, dass diese Thematik hierher gehört in den Co-Bereich. Hinter der vordergründigen Co-Abhängigkeit im Bezug zu einem alkoholabhängigen Angehörigen stehen nun einmal unsere abhängigen Strukturen, die uns so handeln lassen, wie wir es tun und die nur durch den alkoholabhängigen Angehörigen letztendlich als Co-Abhängigkeit zu Tage kommen. Genauso, wie es bei dir als Alkoholiker nicht ausreicht, nur das Trinken wegzulassen, reicht es bei uns Co´s nicht aus, dass lediglich „unser Alki“ nicht mehr trinkt. Davon ändert sich noch nichts. Ich muss an meiner eigenen Abhängigkeit arbeiten. Meine Co- oder Beziehungsabhängigkeit ist auch kein „allgemeines Defizit“ sondern als eine nicht stoffgebundene Sucht eine psychosomatische Erkrankung. Ich kann mir darin selbst helfen, indem ich an meiner eigenen Persönlichkeit arbeite und sie weiterentwickle. Sucht hat nun einmal aus psychologischer Sicht in der Regel ein Persönlichkeitsdefizit als Grundlage. Persönlichkeitsanteile sind, aus welchen Gründen auch immer, nicht „erwachsen“ geworden. Diese Entwicklung muss nach absetzen des Suchtmittels nachgeholt werden. Das ist bei Co´s und Alkis das Gleiche. Mein Ansatz ist es auch nicht, die Welt zu retten, sondern meinen Weg mit Betroffenen meiner Krankheit zu teilen.

    Du hast recht, dass das Feld der alkoholspezifischen Krankheiten sehr weit ist. Und da muss ein Alkoholabhängiger sicherlich andere Genesungsarbeit leisten als eine Co-Abhängiger. Ich würde mir auch nicht anmaßen wollen, über Alkoholabhängigkeit alles zu wissen. Aber über meine eigene Krankheit habe ich mich schon ausgiebig informiert, damit ich damit umgehen und dafür sorgen kann, gesund und zufrieden zu leben.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hi!

    Wow, hier geht ja die Post ab... :wink:
    Wollte zu dem "angreifen", "harte Worte", Mitleid" und "nichts ändern wollen" nur mal eins sagen:

    Ich bin Jenny, Lilly12 und vielen anderen hier extrem dankbar, mich nicht immer mit Samthandschuhen angefasst zu haben!!!
    Denn ich kann mich gut erinnern, wie es Lilly einmal gelungen ist, mich wirklich aus der Reserve (und aus der "Jammerrolle") zu locken... klar, erstmal hab ich mich angegriffen gefühlt!
    Aber das hat dann auch dazu geführt, dass ich aufgestanden bin, die Ärmel hochgekrempelt hab und zu mir selbst gesagt hab "Mooooment mal, so nicht!".
    Und das war sehr heilsam!
    Hätte man mich nur bemitleidet, hätte ich mich ja nicht wehren brauchen und das Selbstbewusstsein wäre schön im Keller geblieben!

    Aber ich bin genauso heilfroh, dass ich jedesmal wenn ich schon so weit war und doch wieder schwach geworden und umgefallen bin, mit meinem Kummer hierher kommen konnte (auch wenn ich mich manchmal schon echt geschämt habe, weil ich ahnte, was ich jetzt wieder alles "um die Ohren gehauen" bekam)!

    Fazit: ich bin jedem dankbar, der mich mit klaren (auch manchmal harten) Worten in die richtige Richtung "gedrängt" hat, aber mindestens genauso dankbar für die Geduld, die hier viele mit mir hatten (auch noch auf Seite 50 :wink: )!!!

    Liebe Grüße

    fish

  • Servus Ette,

    wenn ich Dein Post richtig verstehe, dann sind hier im Coabhängigen-Bereich also alle nicht-stofflichen psychischen Abhängigkeitserkrankungen "richtig" aufgehoben?

    LG
    Spedi

  • Hallo, ich kann das Post von Ette nur unterschreiben. Und Spedi, ich glaube nicht das Ette das so gemeint hat ALLE nicht stofflich gebundenen. Aber das bestimmt ja auch nicht Ette... sondern wird durch den Zusammenhang hier mit dem Alkiteil definiert. So sehe ich das.

    Ich möchte auch noch mal was zum Ton sagen. Ich finde den Ton manchmal nicht angebracht. Ich entdecke immer wieder Überheblichkeit und Besserwisserei. Das hat nichts damit zu tun, das nicht auch mal harte Worte möglich sind... aber ich finde es ist wirklich sehr wichtig die Leute da anzusprechen/abzuholen wo Sie sind. Und nicht irgendwelche Überstülppraktiken zu fahren. Manch einer is halt auf einer Ebene weiter der andere auf der anderen... deswegne is keiner besser oder schlechter.. und JEDER muß seinen EIGENEN WEG gehen in seiner ZEIT. Das is nun mal so. Da hilft kein Drängeln. Aber wenn man lange vom Rumgeeier liest bin ich auch dafür mal ne Nachricht da zu lassen. Aber ich mag es im allgemeinen lieber Liebevoll. Denn keiner is hier was anderes als ein Mensch. Und jeder mensch hat eigentlich nur ein Ziel: Glücklich sein.

    Karotte

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Hi Karotte,

    wer bestimmt denn was ueberheblich klingt oder was nicht, dass ist doch immer leserabhaengig.

    Jemand der immer Ausfluechte versucht zu finden, bei denen es immer wieder Entschuldigungen fuer ein Nichttun gibt, wo gesetzte Ultimaten im Nirvana verschwinden, wenn man da mal nachfragt, dann gilt man als arrogant oder der Ton stimmt nicht mehr. Wenn man schreibt, dass es einem so vorkommt und damit schreibt man ja schon, dass es das eigene Empfinden ist, dass hier Ausreden versucht werden aufrechtzuerhalten und man dann zur Aussage gesagt bekommt man klingt ueberheblich und besserwisserisch, da frag ich mich dann was derjenige in einer SHG will, wenn man nicht mal nachfragen kann. Gilt es hier um Aufmerksamkeit und Mitleid zu erhaschen und wir sollen dann die Cheerleader spielen oder geht es wirklich darum, dass derjenige wissen moechte was wir inaktiven Co's darueber denken, wo es noch einen Denkanstoss gibt?

    Sorry, aber ich kann nicht schreiben, toll gemacht, wenn ich sehe, dass es in meinen Augen als inaktiver Co eine Ausrede ist eine Selbstluege, ich schreib aber auch, dass es meine Ansicht ist. Wie schon gesagt, werde ich mich natuerlich und selbstverstaendlich aus diesem Thread zurueckziehen, wenn schon geschrieben wird, dass meine Muehe oder meine Beitraege umsonst sind, dass ist ja auch okay, jeder darf halt solange weiterreiten auf seiner Co-Abhaengigkeit wie er moechte, das kennen wir ja alle.

    Wir inaktiven und zum Teil auch die aktiven Co's wissen, was in den Zeiten wo man so richtig tief drinsteckt doch gewesen ist, wir haben uns in unserem Leid gesuhlt, haben auf den nassen Alki gezeigt, der war Schuld und haben erstmal nicht erkannt, was wir eigentlich fuer eine Verantwortung da mittragen, deswegen haben wir doch eine SHG gesucht, um endlich einfach mal zu wissen, was wir machen koennen. Dafuer muessen wir aber offen sein, dass heisst, dass wir uns auch mal die Meinungen derjenigen anhoeren sollten, die da bereits durch sind. Es ist nicht leicht, es ist kein Zuckerschlecken, dass weiss ich auch, aber ich war immer dankbar, wenn jemand klar und deutlich und vorallem ehrlich zum mir war.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Liebe Jenny, ja, da stimme ich Dir vollkommen zu. Aber ich habe eben auch schon anderes erlebt... nicht das ich das nur rausgelesen habe, sondern das die Worte in einer Art und Weise geschrieben wurden das es nicht ok war... Oft macht der Ton die Musik. Manch einer schätz sich halt manches mal schon als halb gheilt ein und steckt aber in einigen Bereichen noch total drin... und erzählt trotzdem anderen was Sie tun sollten. Find ich nicht ok. Für mich ist das Forum hauptsächlich da um mich mit meiner Coabhängigkit auseinanderzusetzen, gerne mithilfe der anderen, aber nicht hauptsächlich deswegen. Und in meiner realen SHG ging es nicht so zu wie es teilweise hier zu geht. Ich finde es persönlich besser Fragen zu stellen anstatt Vorwürfe loszulassen oder Behauptungen - das finde ich voll Co. Und damit meine ich nicht DICH. Obwohl Du manchmal auch ganz schön zur Sache kommst. Aber das machen wir alle mal. Und wie fish oben schon schrieb, "richtig" geschrieben kann es auch was bewirken...

    LG Karotte

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Hi Karotte,

    ich weiss was Du meinst. Ich mein Karsten hat ja auch geschrieben, dass hier mehr Leute auch an der virtuellen SHG dran teilnehmen, weil ja die Schmerz- bzw. Schamgrenze hier nicht so gross sind wie bei einer SHG, ist halt etwas anderes. Beleidigen oder Beschimpfen geht auch gar nicht, dass finde ich auch nicht richtig. Daher denke ich wenn man schreibt, dass man seiner Ansicht oder seinem Empfinden nach, dass und das sieht, dass finde ich dann aber okay. Sicherlich ist jeder anders gestrickt. Ich kann ja auch "nett" sein :lol: , aber bei mir ist es und das war Co-Anteil in mir, dass ich nicht immer harmonisch daherplapper, als aktiver Co hab ich meistens immer Harmonie gesucht und nie den Mund aufgemacht, wenn ich mal nicht einer Meinung war. Man kann freundlich aufmuntern, Ratschlaege geben, aber wenn nach einiger Zeit immer noch das gleiche mit den gleichen Sachen durchgekaut wird, dann sollte man ruhig schonmal direkter nachhaken.

    Wir alle lernen dazu, ich erwarte ja auch nicht, dass jemand das tut was ich sage, waere ja falsch, aber sicherlich kann ich mich manchmal auch noch gut verbeissen und versuch es vielleicht manchmal zu lange jemanden ueberzeugen zu wollen, aber ich kann auch loslassen und bin lernfaehig und natuerlich offen. Wir alle sind hier auf einem Weg, eines ist aber wichtig nochmals loszuwerden, keiner will hier jemanden verletzen oder fertigmachen, wir machen nur aufmerksam, was derjenige selbst darauszieht ist deren Ansichtssache.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo Jenny,

    wollte dir noch antworten, ich hoffe ich finde die richtigen Worte.

    Zitat

    Wie soll denn so eine Verpackung aussehen?

    Die kann für jeden anders aussehen, denn kein Mensch ist gleich. Ich will mal versuchen ein Bsp. zu geben.
    Wenn ich bei jemanden spüre, das etwas schief läuft, teile ich ihm das erst einmal mit, vielleicht auch noch mit guten Wünschen für die Umsetzung, daran find ich nichts Floskelhaftes, denn ich wünsche ihm in diesem Moment,. das er/sie es schafft, die Schieflage zu erkennen.
    Ich kann aber nicht davon ausgehen, das er/sie, es auch als solches erkennt.
    Also wiederhole ich meinen Eindruck, aber ich will das in einer Form tun, wo ich nicht den Eindruck habe, das ich dem anderen etwas überstülpe,. wozu er noch nicht bereit ist.
    Ich will einfach, das der andere die Geduld spüren kann, die ich auch erfahren habe.
    Einfach anerkennen, das jeder sein Tempo hat, und jeder seine Zeit braucht.
    Das ist aber meine ureigene Meinung dazu, und ich weiß, das ich mit anderen viel mehr Geduld haben kann, als mit mir selbst.
    Ich gehe immer nur von mir aus,und ich habe sehr oft Schwierigkeiten, meine Schritte als solche zu sehen, weil ich immer noch den entscheidenden letzten Schritt nicht getan habe.
    Da tun mir dann die Hinweise von anderen sehr gut, die mich an meine bereits gegangenen Schritte erinnern. Diese nehmen mir auch etwas von dem Druck unter den ich mich meist selbst setze.
    Das möchte ich einfach weitergeben, denn unter Druck haben wir doch lange genug gestanden.
    Natürlich bin ich auch dankbar, wenn mir jemand klar und deutlich sagt. das ich mich auf dem berühmten Holzweg befinde.

    Ich hoffe, ich konnte deutlich machen, was und wie ich es meine.


    lg Lämmchen

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • moin zusammen

    beziehungssucht kann in meinen augen ne begleiterscheinung der co-abhängigkeit sein, aber sie umfasst längst nicht alles.
    ich kann ein 1a-co-dasein führen, muss dafür aber kein partner an der seite haben, das läßt sich auch wunderbar über familie, freundes- und bekanntenkreis, arbeit etc. ausleben.

    ausgiebig drüber auslassen will ich mich hier aber net, einfach weil ich vom thema beziehungssucht herzlich wenig ahnung hab.

    ansonsten wundere ich mich immer wieder wie oft es hier im forum ums thema tonfall geht :roll: is ja scho ne endlosdiskussion :shock: aber ich wundere mich (inzwischen) nur noch, gibts für mich ehrlich gesagt wichtigere baustellen zu bearbeiten - meine!

    liebe grüße -Dani-

  • Zitat von summerdream


    beziehungssucht kann in meinen augen ne begleiterscheinung der co-abhängigkeit sein, aber sie umfasst längst nicht alles.
    ich kann ein 1a-co-dasein führen, muss dafür aber kein partner an der seite haben, das läßt sich auch wunderbar über familie, freundes- und bekanntenkreis, arbeit etc. ausleben.

    Hi Dani,

    wenn du den Begriff "Beziehung" von einer Partnerschaft loslöst, wird ein Schuh draus. Beziehungen, egal auf welche Art und Weise, haben wir schließlich zu vielen Menschen in unserem Umfeld. Es muss nicht immer eine Liebesbeziehung sein.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Zitat von Spedi

    Servus Ette,

    wenn ich Dein Post richtig verstehe, dann sind hier im Coabhängigen-Bereich also alle nicht-stofflichen psychischen Abhängigkeitserkrankungen "richtig" aufgehoben?

    Moin Spedi,

    ne, richtig verstanden hast du nicht, was ich schrieb. Aber damit kann ich leben. Schließlich kann ich Alkis, selbst trockene, auch nicht wirklich verstehen. Muss ich aber auch nicht, weil es mich auf meiner Baustelle nicht wirklich weiterbringt.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Zitat von fish


    Hätte man mich nur bemitleidet, hätte ich mich ja nicht wehren brauchen und das Selbstbewusstsein wäre schön im Keller geblieben!

    Guten Morgen fish,

    das ist ein guter Satz. Und du hast für dich richtig erkannt, dass es uns nichts bringt, bemitleidet und somit in unserer Opferrolle bestärkt zu werden. Ärmel hochkrempeln und raus aus dem Teufelskreis ist ein guter Weg. Wir selbst sind schließlich dafür verantwortlich, dass es uns besser geht. Deshalb finde ich es auch nicht sehr zielführend, wenn immer wieder die "Schandtaten" der trinkenden Angehörigen zum Thema gemacht werden. Solche haben wir schließlich alle erlebt. Und wir haben und hatten alle unsere Gründe, dies auszuhalten.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Servus Ette,


    Zitat

    Muss ich aber auch nicht, weil es mich auf meiner Baustelle nicht wirklich weiterbringt.


    dann frag ich mich gerade, warum Du Dir den Schuh angezogen hast - wenn er doch nicht passt? :)

    Kann es sein, dass Du in Deinem Antwort-Post auf etwas eingegangen bist, was da so gar nicht stand, sondern Du hineininterpretiert hast?

    Egal. Hauptsache, Du kannst damit was anfangen.

    LG
    Spedi

  • Hey Ette,
    das mit den Schandtaten ist so eine Sache für sich.

    Ich bin nunmal Co und kann/konnte nicht feststellen, was mir gut tut und was nicht - war also gefangen in den Mustern. Nur über die "Schandtaten" konnte ich begreifen, dass da etwas anders laufen könnte als in normalen Verhaltensweisen und Menschen! Und selbst da war ich mir - Co-abhängig halt - nicht sicher ob ich eventuell selber etwas falsch verstanden habe, fehlinterpretiert, Ursache zu sein oder oder oder.

    Ich für mich muss ganz klar sagen nur über die "Schandtaten" habe ich die Gefahren begriffen, die sich für mich aufzeigen. Der nächste Weg war dann mich von diesem Verhalten zu distanzieren, jegliche Beteiligung von mir weg zu nehmen um sie dem Aktiven wieder zu übergeben. Aber nur über das Artikulieren der Schandtaten - somit nämlich öffentlich machen und sich selber diesen Dingen stellen - ist es mir gelungen den Absprung zu schaffen.

    In Hass und Wut hängen zu bleiben, nun das ist nur kräftezehrend und unnütz, aber um so weit zu kommen dauert wohl oftmals sehr, sehr lang. Wäre ich "normal" so wäre ich wohl schon früher aus einer krankmachenden Beziehung ausgestiegen, nur durch die ständige Konfrontation und dem Lernen die Augen überhaupt aufzumachen für Schandtaten konnte ich ansatzweise begreifen welcher Film läuft.

    Aber auch nur ansatzweise .... denn so manches ist noch nicht bei mir angekommen.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hi Dagmar,

    klar muessen wir erstmal begreifen was abgeht. Es ist auch klar, dass wenn jemand neues sich hier vorstellt, er erstmal ueber das Erlebte schreibt, also was "sein" nasser Alkoholiker wieder veranstaltet hat. Es geht darum auch nicht, dass darueber nicht geschrieben werden sollte. Es geht einfach darum, dass nach einer gewissen Zeit man aber wie Du schreibst auch Abstand dazu gewonnen werden sollte. Das bedeutet, dass ich als Co langsam die Verantwortung fuer meine Lebenssituation und meine Gefuehle uebernehme. Nur dann hab ich naemlich die Moeglichkeit meine Situation in der ich mich befinde zu aendern.

    Was ich aber als SHG besonders wichtig finde und das hab ich vom ersten Tag an geschaetzt, dass endlich mir jemand erklaeren konnte was los war und das man ehrlich zu mir gewesen ist. Es hat mir auch wehgetan, hab mich auch erstmal gestraeubt, hab ich doch geglaubt, dass ich normal und mein Alki krank ist und er das endlich sehen muss.

    Jeder geht seinen Weg, jeder so schnell oder langsam wie es nur geht, aber in einer SHG sollte man sich auch anstubsen, wenn naemlich immer und immer wieder die gleichen alten Verhaltensweisen gelebt werden, die uns krankmachen, ist es nicht gut nicht aufmerksam zu machen, denn von einer SHG erwarte ich Ehrlichkeit.

    Alles Liebe,

    Jenny

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!