psychologische HILFE

  • mir selbst war es mehr wie fremd....überhaupt diesen gedanken an mich ran zu lassen...

    irgendwann vor gefühlten 20 000 jahren sprach mich die betriebsärztin an:

    mädchen,was ist los mir DIR?

    wo ist DEIN lächeln?magst DU nicht mal zu mir kommen?


    es sollte noch ganze 8jahre dauern...bevor ICH mich einem arzt überhaupt ansatzweise "anvertraute"...

    die frage die sich mir stellt ist:

    warum habe ICH keine psychologische hilfe in erwägung gezogen?

    heutzutage sollte "dies"doch keine frage mehr sein...

    was lässt den ein oder anderen zögern?

    liebe grüsse caro :wink:

    dem was über mich einstürmt,möchte ich gelassen gegenüber stehen...

  • Guten Abend, Caro


    Auch ich habe (fast zu) lange gezögert, damals vor 4 Jahren, um psychologische Hilfe anzunehmen.

    Jetzt ist natürlich leicht gesagt, ja warum denn nicht früher?

    Wenn ich das früher gewusst hätte, was ich heute in punkto psychotherapeutischer Hilfe weiss, hätte ich natürlich nicht so lange gewartet. Aber leider hatte ich mich damals halt auch der Meinung Vieler über dieses Thema angeschlossen, und war dann natürlich im Irrglauben, keine derartige Hilfe zu brauchen, welch Fehler!

    Ich rate heute jedem, der irgendwelche Probleme - das kann auch schon sein, dass man Schlafprobleme hat - in dieser Richtung hat, psychologische Hilfe anzunehmen und erzähle auch gerne von meinen Erfahrungen diesbezüglich.

    Die grösste Hemmschwelle für einen Besuch beim Therapeuten ist meiner Meinung nach der "Volksglaube", wenn man dorthin geht, ist man - na du weisst schon - und dazu wiegt man sich selbst auch noch allen Ernstes im Irrglauben, solche Hilfe nicht zu benötigen.

    Ich bin im Nachhinein froh, so gehandelt zu haben und auch dankbar, dass es diesen Berufsstand gibt.

    lg

    klarerkopf

    Mein abstinentes Leben begann am 25. Okt. 2005

  • hallo klarerkopf!

    ja doch...bei mir war es so....

    ich doch NICHT!

    andere,ja....vielleicht..aber DIE sind doch...abgedreht,crazzy...


    ich möcht heut nicht ansatzweise traurig drüber sein..denn ich weiss das ich diese zeit brauchte....um hinzugehen...

    was mich interessiert ist:

    warum sperren wir uns so?

    ist es wiedermal die angst vor dem unbekannten?

    ich möchte gern erklären wie ich auf diese frage komme...

    alkoholismus und auch co-abhängigkeit haben für MICH sehr sehr viel ähnlichkeit...

    ich weiss unbewusst das etwas mit MIR nicht stimmt...

    und doch mache ich grosse umwege BEVOR ich mich einem arzt anvertraue...

    bei uns co-abhängigen lese ich sehr sehr oft herraus das DIE HILFE doch für den alkoholabhängigen vonnöten IST...

    doch glaube ich aus meiner eigenen erfahrung...

    das ich als co...sie lange längst AUCH hätte NÖTIG gehabt!

    deshalb meine frage:

    warum ist uns als angehöriger die EIGENE hilfe suchen SO "unangenehm"?

    "hinterher ist man immer schlauer"...

    das WEISS ich JETZT...

    doch erhoffe ich mir,die ehrlichen antworten....WARUM ich NICHT in erwägung ziehe..

    DAS AUCH ICH HILFE BRAUCHE...

    liebe grüsse caro
    :wink:

    dem was über mich einstürmt,möchte ich gelassen gegenüber stehen...

  • Hallo Caro,

    seit mehr als 9 Jahren nehme ich immer einmal wieder psychologische Beratung in Anspruch. Zum Bearbeiten meiner Co-Abhängigkeit später auch Psychotherapie. Warum sich viele Menschen diese Hilfe nicht holen, hat sicherlich mit dem gesellschaftlichen Ansehen einer psychischen Erkrankung zu tun. Niemand würde versuchen, ein gebrochenes Bein alleine zu heilen, aber gebrochene Seelen – die möchte niemand zugegeben, weil er nicht als verrückt gelten will. Gerade in Familien mit Alkoholabhängigkeit oder Missbrauch wird nach außen das Bild der heilen Welt gezeichnet. Da passt ein „Seelenklempner“ nicht ins Bild. Zudem sind viele Angehörige der Meinung, dass lediglich der „Alki“ krank ist und sie selbst die Gesunden sind. Zudem sind psychische Probleme noch immer sehr stigmatisiert, also wird die Mehrheit versuchen, sich „selbst zu heilen“. Ich kann, genau wie du, für mich sagen, dass es gut für mich war, mich damit auseinander zu setzen. Aber dies muss eben jeder für sich selbst entscheiden.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hallo Caro,

    das sperren der Anspruchnahme der psycholgische Hilfe ist in meinen Augen auch das "nicht greifbare". Ein Allgemeinmediziner verbindet Wunden , behandelt Brüche und gibt Tabletten gegen Blutdruck..usw...... Alles sichbare ist einfacher zu verstehen, als das was im verborgenen liegt .

    Zudem ich mein verborgenes auch nur ungern jemand anvertraue der im ersten Moment fremd ist und ich auch nicht weiß inwieweit er sein Fach versteht. Es gibt leider , aus eigener Erfahrung in diesem Bereich, genauso viele Papnasen wie Speziallisten.

    Da ich des öfteren Krankheitsbedingt in Kliniken unterwegs bin ,wird auch manchmal zu schnell die Krankheit auf die Psyche geschoben , weil andere Behandlungsformen nicht mehr greifen.

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo,

    das man erst oft so spät psychologische/psychiatrische Hilfe in Anspruch nimmt (was auch bei mir selbst der Fall war), hat meiner Ansicht und Erfahrung nach v.a. 2 Gründe:

    1. Es gibt soetwas wie ein gesellschaftliches Tabu, sich als "psychisch krank" zu outen - was man ja mit dem Schritt zum Psychologen/Psychiater in gewisser Weise tun würde. Da eine psychische Erkrankung - wie Hartmut schon gesagt hat - "nicht greifbar" ist, vermeiden viele dieses "Bekenntnis", welches mit dem Aufsuchen eines Arztes einhergehen würde.

    2. Die Psychologie ist eine noch sehr junge Wissenschaft - eigentlich existiert sie als systematische Disziplin erst seit ungefähr 120 Jahren - das ist geschichtlich gesehen verdammt kurz. Viele psychologische Schulen entwickelten sich in Widerstreit und Abgrenzung zueinander - und noch heute können sich Psychologen der verschiedenen Fachrichtungen gegenseitig "nicht riechen". Dies wirkt sich auch auf den Ruf des gesamten Berufsstandes aus - gerade bei Psychotherapeuten. Kurz gesagt: Oftmals sind Therapeuten wie eine "Wundertüte" - man weiß nie genau, was dabei rauskommt, wenn man sich in Behandlung begibt. Dazu kommt dann noch der Fakt, dass der Erfolg einer Psychotherapie (ganz unabhängig wie der Therapeut vorgeht, welche Methoden er verwendet usw.) in erster Linie vom Patient-Therapeut-Verhältnis abhängt.

    In meinem konkreten Fall war es so ähnlich wie mit der Suchterkrankung selbst - ich merkte einfach irgendwann, dass ich Hilfe benötige. Und die habe ich mir dann - auf somatischer Ebene (Stichwort: Botenstoffwechsel im Gehirn) - in Form eines Medikamentes auch geholt. Und auf der psychischen Ebene habe ich in der Logotherapie eine Form der Hilfe gefunden, die mir in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet hat und die ich mittlerweile sogar in mein berufliches Wirken integrieren konnte. So gesehen bin ich nun gut "behandelt" und kann mich nun wieder des Lebens in vollen Zügen erfreuen - ohne Alkohol und ohne Depressionen.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, gewinnt das Leben Form und Gestalt. (V.E. Frankl)

  • hallo ihr!

    ich danke euch für den einblick...

    ich für mich glaube auch dran das es etwas nicht greifbares ist...

    warum und weshalb MAN (ich)nicht früher schon um hilfe gebeten habe...ich nicht erkannt habe oder aber nicht erkennen wollte...

    hm,der mensch ist schon komisch...

    hilfe anzunehmen...scheint ne nicht wirklich einfache handlung zu sein

    doch wenn man es einmal begriffen hat...

    dann ist HILFE etwas heilendes

    diese erfahrung durfte ich machen...

    liebe grüsse caro :wink:

    dem was über mich einstürmt,möchte ich gelassen gegenüber stehen...

  • Zitat


    1. Es gibt soetwas wie ein gesellschaftliches Tabu, sich als "psychisch krank" zu outen - was man ja mit dem Schritt zum Psychologen/Psychiater in gewisser Weise tun würde. Da eine psychische Erkrankung - wie Hartmut schon gesagt hat - "nicht greifbar" ist, vermeiden viele dieses "Bekenntnis", welches mit dem Aufsuchen eines Arztes einhergehen würde.

    ich würde sogar ein stück weiter gehen, da es immernoch in den köpfen verankert ist das psychisch krank gleich verrückt bedeutet, verrückt sein bedeutet beim laien etwas andersartig sein,nicht so zu sein wie der durchschnitt. das sehr befremdent ist.das will aber keiner sein, damit möchte sich keiner identifizieren. ich merke es bei unseren geistig behinderten zu betreuenden, da bedeutet diese erkrankung lebensunfähig zu sein. hier werden oftmals die betroffenen bemittleidet. manche gehen so weit zu behaupten, die menschen würden leiden.stimmt ja nicht.
    es liegt daran das alles was befremdent ist angst macht, man sich damit lieber nicht ausseinandersetzt.da sich die wenigsten dann ernsthaft damit ausseinandersetzen bleiben eben diese hartnäckigen vorurteile haften.der gang zum spezialisten ist dann ein sehr schwerer weil man sich etwas unangenehmes eingestehen muss, nämlich das man nicht so belastbar ist wie der durchschnitt, ein eingeständniss von schwäche für viele.

    Zitat


    2. Die Psychologie ist eine noch sehr junge Wissenschaft - eigentlich existiert sie als systematische Disziplin erst seit ungefähr 120 Jahren - das ist geschichtlich gesehen verdammt kurz. Viele psychologische Schulen entwickelten sich in Widerstreit und Abgrenzung zueinander - und noch heute können sich Psychologen der verschiedenen Fachrichtungen gegenseitig "nicht riechen". Dies wirkt sich auch auf den Ruf des gesamten Berufsstandes aus - gerade bei Psychotherapeuten. Kurz gesagt: Oftmals sind Therapeuten wie eine "Wundertüte" - man weiß nie genau, was dabei rauskommt, wenn man sich in Behandlung begibt. Dazu kommt dann noch der Fakt, dass der Erfolg einer Psychotherapie (ganz unabhängig wie der Therapeut vorgeht, welche Methoden er verwendet usw.) in erster Linie vom Patient-Therapeut-Verhältnis abhängt.

    das die sich nicht riechen können weiss ich nicht. es gibt einfach so viel verschiedene erkentnisse und therapieformen, weil sich dort ganz unterschiedliche thesen ergeben haben. so ist es sehr schwierig für den einzelnen herrauszufinden, welche form von therapie für sich gut ist und welche eher schaden anrichtet. wenn dann auch noch der therapeut nicht stimmt ist das alles so verfahren, das der patient annehmen muss, das alles ist nur quatsch. leider.zum glück gibt es aber auch gute therapeuten, die passen und spitze therapieformen die helfen. man sollte sich hierbei nicht auf den erst besten stürzen, sich selber wahrnehmen und danach schauen womit man sich am wohlsten fühlt. dann klappts auch mit der therapie.

    lg melanie

  • Hallo Caro,

    Zitat


    warum und weshalb MAN (ich)nicht früher schon um hilfe gebeten habe...ich nicht erkannt habe oder aber nicht erkennen wollte...
    hm,der mensch ist schon komisch...hilfe anzunehmen...scheint ne nicht wirklich einfache handlung zu sein

    da stimme ich dir zu . Wir geben lieber Hilfe als sie anzunehmen um wahrscheinlich seine eigene benötigte Hilfe nicht in Anspruch nehmen zu müssen. Denn wer möchte schon hilflos sein.

    Das ist aber nur meine These :wink:

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • huhu hartmut!

    diese these

    wird wohl auch meine gewesen sein 8)

    wer ist schon gern hilflos....NIEMAND

    geben ist was wunderschönes...doch erhalten/bekommen kann es toppen :P

    liebe grüsse caro :wink:

    dem was über mich einstürmt,möchte ich gelassen gegenüber stehen...

  • darf ich?

    ich frage mich aber bei einer solchen these, warum die menschen dann doch zum arzt gehen, wenn sie bauchweh haben, da sind sie doch auch hilflos und müssen sich hilfe beim doc holen.da gehts warum dann nicht beim psychologen. so war doch die frage gestellt, oder nicht?

    gruss melanie

  • Hallo Melanie,

    Zitat

    warum die menschen dann doch zum arzt gehen, wenn sie bauchweh haben, da sind sie doch auch hilflos und müssen sich hilfe beim doc holen.da gehts


    da ist es auch teilweise das ich lieber erstmal eine Eigen-Diagnose gemacht hatte und mit eigenen Mitteln versuchte mir helfen. Erst als gar nichts mehr ging wußte ich wo der Arzt ist.

    Zitat

    warum dann nicht beim psychologen. so war doch die frage gestellt, oder nicht?

    ja so war die frage , nun weiß ich aber nicht auf was du heraus möchtest?

    Gruß Hartmut

    ps. ein Mann geht nur bei einem lebensbedrohlichen Schnupfen zum Arzt :lol::lol:

    Gruß Hartmut

    ------------------

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    Trocken seit 2007

  • hallo hartmut
    ja so ein schnupfen kann auch wirklich nerven,

    worauf ich aus wollte? na lediglich darauf hinweisen, das die frage eben nicht die war, warum der mensch nicht zum arzt geht. da geht mann ja wohl auch mit schnupfennase hin. wohlbemerkt, männer seh ich häufig in den praxen. bin ja gerade dauernd beim arzt. letztens bei der darmspiegelung wahren es vorwiegend männer. die haben da das wc blockiert ich möcht nicht sagen wie knapp es dann bei mir wurde mit dem einlauf in meinen gedärmen.weil mann sich dabei sehr viel zeit nimmt.mehr zeit wie frau.

    aber ich komm hier wie ihr vorhin vom thema ab. frage war eben warum tut sich mensch so schwer sich bei einem psychologen vorzustellen, er geht wesendlich einfacher zum arzt als dort hin.würde mich einfach interessieren, wie das die anderen so sehen.

    ich erkenne in vielen antworten erst mein eigendliches problem.
    wenn ich nämlich von mir ausgehe dann bin ich gerade dabei zu erkennen, das ich vor jahren zum psychologen gehen hätte sollen, denn dann wäre der darm nicht so in mitleidenschaft gezogen. bei mir ist es so, das ich erst richtig auf der nase liegen muss um zu reagieren. kommt dazu, das ich eine so selbstzerstörerische tendenz habe und ständig die einbildung, das ich meine probleme selber lösen kann. weit gefehlt, ich hab jetzt endlich einen termin beim psychiater und beim therapeuten.so wie eben du mit dem eigentherapien. jetzt wo ich nicht mehr weiss was noch zu tun ist mach ich endlich diesen schritt. obwohl ich im medizinischen psychologischen bereich arbeite, eigendlich habe ich mir selbst was vorgemacht. das ist meine erfahrung damit.

    liebe grüße melanie

  • Hallo melanie,

    meine Post bezog sich auf ein Zitat von Caro. Meine Antwort warum jemand nicht zum Psychologen geht, steht etwas weiter vorne , zudem ich mich auch den Antworten von Ette und Blizzard anschließe.

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

    Einmal editiert, zuletzt von Hartmut (11. April 2009 um 09:38)

  • hallo hartmut

    ich gehe einfach davon aus das das thema psychologe immer noch mit geisteskrank, nicht ganz dicht, geistig behindert asoziert wird. wer zum psychologen geht der hat nen ratsch und fertig. wenn man sich die haxen gebrochen hat wird man bedauert, geht man zum psychiater im besten fall belächelt im schlimmsten geschnitten. in unserer gesellschaft hat man stark zu sein und alles im griff zu haben, jung und dynamisch, das ist doch das bild das uns auch in der werbung ständig vermittelt wird. wer da nicht mithalten kann steht ruck zuck im abseits. das grade dieses schema auch viele in süchte treibt ist in der gesellschaft irgendwie noch gar nicht angekommen. keiner kann immer nur jung und stark sein, das ist doch ein paradoxon, was aber vielen es fast unmöglich macht in würde alt zu werden. früher wurde mit alter weisheit verbunden heute wertlosigkeit. eine schlimme entwicklung.

    für mich ist es völlig ok alt zu werden und für mich ist es auch völlig ok zum psychologen zu gehen wenn was klemmt, ich hoffe sehr das das irgendwann in unserer gesellschaft auch normal ist.

    doro

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Liebe Doro,
    Du hast das sogut auf den Punkt gebracht. Neben dem Stark sein fehlt nur noch die Definition über die Leistung/Arbeit die erbracht wird... viele Arbeitslose haben anch einiger Zeit auch Psychische Probleme...weil eben der Mensch hier so sehr über die ARbeit definiert wird.
    Ich habe mich da inzwischen rausgenommen und rede realtiv offen über meine Therapien. Ich habe soviel Lebensqualität darüber gewonnen das ich das gerne weitergeben möchte.

    Viele Grüße
    Karotte

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • guten morgen zusammen! :D

    möchte doro`s post auch gern noch mal aufgreifen...

    einfach nur um meine eigene erfahrung zu verdeutlichen....hab mir jetzt in der letzten stunde gedanken dazu gemacht

    warum ich nicht selbst zu nem arzt gegangen bin als es immer steiler berab mit MIR ging:

    ich war/bin KRANK!

    so,dann kam der punkt und ich wollte/musste hin...da organisch ja alles in bester ordnung war.war schon ne leistung für mich durchzuhalten,die ganze prozedur von einem arzt zum anderen...damit fing es nämlich an.hatten mich doch die ärzte schon jahrelang nicht mehr zu gesicht bekommen...

    ich nenn es glück das ich nen richtig guten,lieben,verständnisvollen hausarzt habe...er ging mit mir schritt für schritt...übermittelte KEINERLEI druck auf mich.denn diesen hätte ich als "angriff"gegen mich und meine eigene "kranke"person empfunden.wäre wahrscheinlich NICHT mehr hingegangen...

    der doc sagte nach meiner "ärztereise"(bei der übrigens noch son paar wehwehchen ans tageslicht kamen)...

    ja,möchten sich sich denn mal bei der psychatrischen institutsambulanz vorstellen?

    da mittlerweile ca.nen halbes jahr vergangen war und ich nach wie vor körperlich am ende war gab es meinerseits KEIN zögern mehr...

    das hilfe ANNEHMEN nahm seinen(meinen)lauf.....

    ich bin sehr glücklich noch soviel selbsterhaltungstrieb für MICH aufgebracht zu haben :D


    wichtig für mich ist nebenbei auch die erkenntnis geworden das...

    meine eigene klitzekleine umwelt(sprich der sogenannte freundeskreis)ÜBERHAUPT nicht damit klarkommen WILL

    "sie"sind NICHT mehr da...alle wech!

    denkt jetzt nicht das ICH noch unglücklich darüber bin!NEIN,dies gehörte wohl zu meinem eigenen gesundwerden DAZU....

    menschen kommen nicht klar drauf!es ist fremd und es kann anstrengend sein...

    ja und ICH war ANSTRENGEND

    zuerst war da meinerseits das schamgefühl...wusste es ja selbst nicht "besser"

    als ich zu anfang angesprochen wurde...hey,du wurdest da und da gesehen...log ich!nein,ich war da doch nicht für MICH!es ging um meine mutter....hach ja...so war das zum derzeitigen zeitpunkt einfacher für MICH...

    dann kam die phase das ich einsah mit offenen karten zu spielen,sei besser...nach dem motto das bist du deinen "freunden"schuldig...

    aaaaaalso,begann ich drüber zu sprechen,nicht mit jedem aber mit denen wo ich meinte auf gehör und verständnis zu stossen...

    ja zugehört WURDE...auch ein paar schlimme phasen meinerseits "mitgemacht"(streitereien,ausraster,tränenflüsse,ect.)

    und irgendwann wurden sprüche geklopft:

    wenn ich probleme hab,dann geh ich zu freunden.ich brauch "sowas"nicht..
    ich war auch schonmal in psychologischer behandlung...ha...aber "die"kamen nicht an mich ran...

    langsam aber stetig wurde mir der "kranken"der rücken auf ganz uncharmante art und weise zugedreht....

    wurden nicht mehr eingeladen
    wurden gemieden
    mein mann war willkommen,ich jedoch nicht
    mein mann wurde manipuliert
    meinem mann wird bis zum heutigen tag übelgenommen das er mit MIR zusammengeblieben IST


    mein mann ist zu bedauern,nen idiot und hat "das"doch NICHT verdient..mit ner crazzy-frau weiterhin zusammen zu sein

    mein fazit dazu ist,das ich niemals diese menschen SO KENNENGELERNT hätte(ihr wahres gesicht)...wenn ich nicht meinen weg unterstützt durch professionelle hilfe gegangen wäre...

    es gibt wieder NEUE menschen in meinem NEUEN leben...sie waren auf einmal da und erleben mit mir höhen und tiefen

    meinerseits sind die alten ängste,zweifel ect.weg....was ich erzählen darf oder nicht...denn diese neuen menschen akzeptieren mich SO WIE ICH NUN BIN

    ich weiss ich hab mal wieder ziemlich weit ausgeholt :lol:

    doch tat es mir GUT 8)

    im leben eines angehörigen von alkoholikern ist soooooooooviel was im argen liegt

    fange ich an auf MICH zu schauen,erkenne ich bald das mir keine zeit mehr bleibt mir unnütze gedanken und sorgen um den alkoholiker zu machen...

    ich sorge für mich,weil ich es verdient habe...ein gesunder mensch zu werden

    liebe grüsse caro :wink:

    dem was über mich einstürmt,möchte ich gelassen gegenüber stehen...

  • danke caro für deine offenen worte. mir geht es gerade ähnlich, doch so wie du es beschreibst, die menschen die mir den rücken zudrehen, die sind es eh nicht die einem im leben weiterbringen. es gibt ein neues leben , neue menschen, die wahren gesichter erkennt man erst dann, wenns einem richtig dreckig geht. es tat mir gerade richtig gut dich zu lesen.

    lg melanie

  • hallo caro

    ja genau das ist es was man erlebt wenn man sagt das man therapeutische hilfe in anspruch nimmt, man wird für bekloppt erklärt. ich habe die erfahrung gemacht das grade die leute schnell mit so einem urteil bei der hand sind die es selbst nötig hätten, die sich in ihrer kleinen verlogenen erdbeerwelt verschanzen und ihr unglücklichsein mit irgend etwas betäuben, dazu gehört für mich auch tratsch über andere. um bloß nicht hinschauen zu müssen wie es in ihnen wirklich aussieht. mit wieviel energie haben wir denn unsere lügengebäude aufrecht erhalten, zeit die man so viel sinnvoller hätte nutzen können. gut nun haben wir´s kapiert und machen es anders, aber viele rennen vor dieser erkenntniss eben lieber weg und erklären uns für bekloppt statt mal ihren eigenen mist in angriff zu nehmen. mir ist das mittlerweile sowas von wurscht, ist nun mal jeder selbst seines glückes schmied und wenn jemand lieber in seiner kasperwelt hocken bleiben will und sich zudröhnt, wie auch immer, bitteschön, aber ohne mich. solche menschen brauch ich nicht in meinem leben.

    doro

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

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