Wie verhalte ich mich richtig?

  • Hallo Emma,

    >danke für deinen langen Text. Du scheinst mir irgendwie vom Fach zu sein, hast genau die Fragen erwischt, auf die ich selber nie gekommen wäre. Danke nochmal. >

    Nein, ich bin nicht vom Fach, ich bin ein EKA, neige zur Co-Abhängigkeit, und mache gerade meine dritte Therapie, weil ich Probleme mit meinem Selbstwertgefühl habe.
    Das mit den Fragen kommt daher, dass ich viele Kommunikationsbücher gelesen habe. Außerdem vermeide ich es, irgendwelche Tipps zu geben (klappt nicht immer), weil ich weiß, dass das nicht so gut ist. Schäme mich mittlerweile für mein Verhalten hier im Forum, habe vom Moderator einen Anschiss bekommen, weil ich sowenig über mich selbst schreibe :oops:

    >Ich bin nämlich der typisch zum Helfen erzogene Mensch. Diese Helferrolle hat mich ausgemacht, war bisher meine Identität, die mich erfüllt hat, auch beruflich. >

    Emma, ich war kurz davor, auch darein zu rutschen. Ich dachte, ich weiß was gut für andere ist, weil ich versucht habe, deren Probleme sachlich zu analysieren. Das ging über ein (gesundes) Feedback hinaus. Ich habe andere mit jeder Menge Tipps versorgt. Ich fürchte, hier im Forum mache ich gerade den gleichen Fehler, auch wenn ich stattdessen mehr Fragen gestellt habe. Das mit den Tipps will ich jetzt ganz sein lassen, irgendwie ungesund.

    <>Was würde passieren, wenn er anrufen würde, er lässt sich helfen, ist sicher aufgehoben, das wäre sein letzter Anruf, Tschüß. <>

    >Das wäre dann wohl so, als hätte sich meine Mission erfüllt.
    Würde wohl glatt darauf was trinken gehn.>

    Du meinst, du würdest das auf dich beziehen, als dein Erfolg?
    Überleg. In der gleichen Situation wäre ich erleichtert, aber wohl auch ein wenig euphorisch,aufgedreht, ohne das mir als Erfolg zuzuschreiben.
    Das mit der Mission kenne ich von mir auch.
    Frage mich, wie viele Möchtegern-Therapeuten es wohl in Deutschland gibt...


    >das ist wieder ein Stück Freiheit, die Abgabe der falschen Verantwortung zurück an den Verursacher.>

    wenn ich das lese, geht mir das Herz auf. Ich glaube oft, ich wäre verantwortlich dafür, wie es meiner Familie geht. Fühle mich wie auf glühenden Kohlen, wenn ich weiß es geht einem Familienmitglied nicht gut- mach was sonst ist es deine Schuld, wenn es schlimmer wird :(
    Das ging bei mir soweit, dass ich das auf Bekannte, Kollegen ausgeweitet hatte. Wenn es der Kollegin nicht gut geht, geht es mir auch nicht gut.

    >Die Zeit die ich jetzt neu investieren kann für wichtige Dinge, aber ich halte noch immer den Pinsel in der Hand und weiß noch gar nicht genau welches Bild ich jetzt malen soll.>

    Pinsel ist doch gut, da brauchst du nur noch ein bisserl Farbe ;)

    >Wünsche gibt es viele, aber muß erst die neuen Pläne schmieden und umsetzen was geht.>

    Wünsche dir, dass du deinen wichtigsten Wunsch findest und verwirklichen kannst! Oder einen kleinen Wunsch, den du sofort verwirklichen kannst.

    Schönes Wochenende!

  • Hallo Elfi!

    Zitat

    Schäme mich mittlerweile für mein Verhalten hier im Forum, habe vom Moderator einen Anschiss bekommen, weil ich sowenig über mich selbst schreibe

    Das war kein Anschiß, sondern ein kleiner Wink mit dem blauen Zaunpfahl... :wink:

    Das ist ja ein Prozeß, Elfi. Komm hier zur Ruhe und schau mit der Zeit immer mehr auf dich.

    Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • glück auf elfi

    Zitat von Linde66

    Das war kein Anschiß, sondern ein kleiner Wink mit dem blauen Zaunpfahl... :wink:

    genau - schämen is blödsinn - darfst draus lernen + s besser machen

    schönen sonntag

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo,

    o well, hmm ich glaube ich habe mir da etwas vorgemacht.
    Seit ungefähr 2 Wochen ruft ER tatsächlich nicht mehr an.
    Das reisst mich doch ganz schön in die Tiefe.

    Jetzt habe ich angerufen, weil ich schon Angst um ihn hatte, dass er krank ist oder so. Aber fakt ist, das er sagt, bei ihm passt alles, hat jeden Tag Besuch von seinem Kumpl, der für ihm einkaufen geht und anderes erledigt.

    Durch diese Kontaktsperre ist mein Gefühl von jetzt völligen Alleinsein und Verlust schon heftig.
    Bin mir jetzt auch nicht mehr sicher, ob die Trennung das einzig Richtige war? Wie soll ich diese Leere in mir noch aushalten?
    Kommt mir gerade so vor, als hätte ich mit einem blinden Aktionismus mein eigenes Grab geschaufelt.
    Mir fällt auf, dass ich eigentlich immer schon viel zu illusorisch war.
    Gehört das auch zum Co-Alltag?
    Mit der ewigen Vorstellung einer idealen Beziehung im Hirn, war ich von der Realität ja so enttäuscht, das hat nicht alles nur mit dem
    Alkoholismus zu tun. Mittlerweile weiß ich schon auch, dass Begrenzungen im Leben und in einer Partnerschaft ganz normal sind.
    Zum Glück war ich gestern noch beim Therapeuten. Da habe ich herausbekommen, daß ich in der Beziehung manche traumatische Vorfälle verdrängt habe, und dadurch gefühlsmäßige mit der Zeit sehr abgestumpft bin. Immer wieder in der Anspannung zwischen Zuckerbrot und Peitsche je nach seinem Pegelstand und die Angst, dass er vlt. wieder ausrasten könnte, das hat meinen Willen gebrochen.
    Hätte ich mir seine Probleme nicht zu eigen gemacht, wären mir aber auch viele Beschimpfungen erspart geblieben.
    Komisch, dass wir uns nichtdestotrotz aneinandergewöhnt haben, wie die Henne zum Ei.

    Aber das ist jetzt auch vorbei, weil ich ihn verlassen habe.
    Ich merke, dass ich auch in der Trennungsphase schon wieder zu illusorisch war.
    Dachte mir, dass mein Leben neu beginnt. Derweil kämpfe ich jetzt jeden Tag für meinen Lebensunterhalt.
    Und bestimmt werde ich auch noch die nächsten 10 Jahre versauern, weil ich kompliziert, zu tiefsinnig und zu leichtgläubig bin.
    Wäre ich doch geblieben, dann hätte ich wenigstens noch meinen Haushalt, den Garten und einen Mann, der mich braucht.
    Dachte mir, wenn ich weg bin, kommt er zur Besinnung, es sind schon
    10 Monate vergangen und es geschieht überhaupt nichts.

    Ich habs für Ihn getan.
    Und was tut er, er säuft bis zum Gehtnichtmehr.

    Wahnsinn ......
    LG Emma

  • Zitat von Emma2010


    Dachte mir, wenn ich weg bin, kommt er zur Besinnung, es sind schon
    10 Monate vergangen und es geschieht überhaupt nichts.

    Ich habs für Ihn getan.
    Und was tut er, er säuft bis zum Gehtnichtmehr.


    Dann fang an es für Dich zu tun, Emma. Und Du wirst sehen, es wird Dir immer besser gehen, wenn Du erst mal nach Dir schaust.

    Zitat

    Und bestimmt werde ich auch noch die nächsten 10 Jahre versauern, weil ich kompliziert, zu tiefsinnig und zu leichtgläubig bin.
    Wäre ich doch geblieben, dann hätte ich wenigstens noch meinen Haushalt, den Garten und einen Mann, der mich braucht.


    Oberflächlich und platt hättest Du bestimmt dann auch gern weitere Jahre bei ihm gelitten...???
    Versuch Dir mal ein paar schöne Sachen zu gönnen. Denk mal an Dich.
    Erst wenn man gelernt hat, sich zu lieben, lieben anderen Menschen uns.

    Liebe Grüße,
    nici :wink:

  • Hallo n i c i,

    Zitat

    Dann fang an es für Dich zu tun, Emma. Und Du wirst sehen, es wird Dir immer besser gehen, wenn Du erst mal nach Dir schaust.

    Du hast ja recht, ich sollte wirklich wieder mehr bei mir bleiben.
    Irgendwie fühle ich mich so wie eine gerade mal trockene Alkoholikerin, die lernen muß, die eigenen Schritte zu gehen ohne Alkohol.
    Ich werde mich vlt. auch noch ein bisschen im Anti-Alkoholiker Forum umschauen, wie das gehen kann, wie deren Leben neu beginnen konnte.

    Bringt ja doch nichts, wenn ich einer alten Beziehung nachweine, die mir
    soviele Verletzungen beschert hat, auch wenn der Mensch hinter dem Alkohol für mich ein ganz wichtiger war.
    Das weiß ich natürlich schon, dass diese Trennung vom nassen Alkoholiker für mich das Beste war und ist.
    Dabei ist mir besonders wertvoll, dass ich durch mein Verhalten da auch seine Krankheit nicht noch weiter gar aufrecht erhalte.

    Meine Verzweiflung von gestern, ausgelöst durch das letzte Therapiegespräch, hat mich wahrscheinlich nochmal in die Vergangenheit getriggert, denn heute bin ich schon wieder viel gefasster und kann
    meine Aufgaben erledigen.

    Zitat

    Oberflächlich und platt hättest Du bestimmt dann auch gern weitere Jahre bei ihm gelitten...???

    Genau und ich sehe das jetzt auch.
    Ich hätte niemals in dem Zustand, in dem er ist, neben ihm in Ruhe und Geborgenheit leben können. Diese Zweisamkeit von der ich noch befangen bin, ist die reinste Illusion. Nie im Leben könnte zwischen uns Beiden echte Freude einkehren, solange er am Weitersaufen festhalten will.
    Die Chance, die ich mir durch den Absprung einräumen konnte, ist aber bei mir immer noch nicht ganz angekommen. Ich greife fast reflexartig in meine alten Muster zurück und meine darin den Halt zu spüren, der mir momentan immer noch abgeht.
    Ich glaube zu wissen, dass die Beziehung mit dem Alkoholiker ein Umweg auf meiner Laufbahn war, weil ich damit eine innere Leeren füllen konnte, aber weitergebracht hat mich das nicht, denn jetzt wo ich wieder alleine dastehe, habe ich das gleiche Problem wieder.
    Diese Leere in mir muß ich erst recht wieder auffüllen mit der Wirklichkeit, mit Offenheit, Zuwendung, Verbindungen und die Bereitschaft, dass auch zu zulassen. Doch ich stecke noch immer in der Warteschleife fest, weil es diese Ängste in mir gibt.
    Mein großes Thema ist, wie gehe ich mit Ablehnung um. Es kann doch nicht sein, dass ich aus Angst vor Ablehnung mich gar so arg zurücknehme, wie ich das bisher getan habe, nur das lässt dann halt auch
    keine Ausgelassenheit zu.
    Ich wünsche mir wirklich, mal auch wieder die Dinge zu tun, die mich berühren.

    Zitat

    Versuch Dir mal ein paar schöne Sachen zu gönnen. Denk mal an Dich. Erst wenn man gelernt hat, sich zu lieben, lieben anderen Menschen uns.

    Es ist halt schon recht schwierig, sich schöne Sachen zu gönnen, wenn man mit einem sehr keinen Budget auskommen muß. Da muß ich noch lernen, was es da sonst noch geben könnte.
    Ich möchte mich daher gerne für Dinge frei machen, die vlt. gar nichts kosten.

    Erst indem ich das hier schreibe, finde ich zu neuen Perspektiven.
    Ich weiß ja nicht so recht, aber vielleicht denkt ihr, ich hätte schon für alles eine Antwort parat.
    Aber so ist es gar nicht, ich gehe da immer erst wieder einen Schritt, wenn ich das Neue schon aufgeschrieben habe.
    Daher bitte ich um etwas Nachsicht, denn dieser Thread ist für mich auch so eine Art Selbstreflektierung.

    Eure Meinung und das Lesen hier gibt mir Klarheit,
    Vielen lieben Dank
    LG Emma

  • Zitat

    Ich werde mich vlt. auch noch ein bisschen im Anti-Alkoholiker Forum umschauen, wie das gehen kann, wie deren Leben neu beginnen konnte.


    Was versprichst Du Dir konkrekt für DICH ?
    Es geht doch darum, dass Du DEIN Leben neu beginnst, und da helfen Dir wohl die Infos aus dem Co-Bereich mehr, oder !

    Zitat

    Es ist halt schon recht schwierig, sich schöne Sachen zu gönnen, wenn man mit einem sehr keinen Budget auskommen muß.


    Ich kenn das. Aber eine Freundin besuchen, oder einen Verwandten mal einladen kostet nix. Ich kann auch einen Einkaufsbummel machen, ohne einzukaufen.
    Die Ablehnungen annehmen, ja auch ein großes Thema von mir. Und ich habe gemerkt, wenn ich dieses Thema nicht in Vordergrund stelle, sondern einfach unbelastet auf Menschen zu gehe, taucht es immer weniger auf.
    Denn stellenweise ist es ja hauptsächlich in unserem Kopf und sonst meist nirgendwo.
    Also heißt sich selbst austricksen, A..backen zusammen kneifen und einfach mal los und sehn was passiert. Klar bekommt man nicht nur positiv feedback, aber das bekommen wir halt auch.
    Wenn ich die ganze Zeit mich daheim verschanze, weil ich Angst habe vom Regen nass zu werden, werd ich es bestimmt auch nicht, aber ich bekomm halt auch keine Sonnenstrahlen ab.
    Also muss ich raus, verstehst Du ?

    Liebe Grüße,
    nici :wink:

  • Hallo,
    jetzt muß ich doch noch was los werden, weil ich
    grade sehr verwirrt bin.
    Ich glaube, ich habe schon wieder was Falsches getan.

    Nachdem ich heute lange Spazieren war, habe ich den restlichen Nachmittag in so einer Suchtfiebel gelesen.
    Da sind ja auch viel gute Ratschläge für die Co-Abhängigkeit drinnen.
    Nur leider hat das bei mir das Gefühl erweckt, dass ich auf die Sucht meines Ex vlt. oft ungünstig reagiert habe, durch Vorwürfe und Diskussionen, die auch gar nichts bewirken.

    Jetzt habe ich IHN blöderweise daraufhin heute nochmal angerufen, aus schlechtem Gewissen oder was weiß ich.
    (immerhin hat er die letzten Monate auch bei mir oft angerufen).

    ER wirkte auf mich am Telefon relativ nüchtern.
    Nach dem zweiten Satz hat er mich ziemlich wüst angefahren.
    Was wüsst?.....du bist ma schau wurscht!!! - und hat aufgelegt.

    Er ist glaube ich, gerade sehr wütend auf mich, vielleicht weil seine Manipulationen in der letzten Zeit bei mir wirkungslos geblieben sind?

    Also jetzt reicht es mir aber wirklich.
    Die Kontaktsperre werde ich jetzt einhalten.
    "Aber bitte könnte ihr Lieben mir mal auf die Sprünge helfen?"

    Ich gestehe ihm seine Wut ja zu, ist sein gutes Recht.
    Aber wieso kann dieser Mensch mich so derart verzerrt
    darstellen, obwohl ich ihm nie, wirklich nie etwas angetan habe.
    Ich höre förmlich, wie er über mich, genauso wie früher, die ungeheuerlichsten Sachen erzählt.
    Das ist so verletzend. Ich habe für ihn so viel gemacht.
    Hat das den alles überhaupt keinen Wert gehabt?
    War ich immer nur eine Schachfigur in seinem Leben, nur gut genug zur Befriedigung seiner Bedürfnisse?
    Ich fühle mich gerade so benutzt.

    Nur gut, dass jetzt zwischen uns mehr als 100 km liegen, sonst würde
    ich ihm an die Kehle springen.
    Huuch, darf dem nur ja keine falschen Tränen nachweinen.
    Besser ich lasse den *** in Frieden und entsorge meine Wehmut um ihn im Mistkübel.

    Hoffe so sehr, ich werde stark bleiben und kann den ganzen Bullschitt
    endlich vergessen.

    Emma

    Ja liebe Nici, ich werde deine Anweisungen
    ehrlich noch umsetzen.

    Zitat

    Also heißt sich selbst austricksen, A..backen zusammen kneifen und einfach mal los und sehn was passiert. Klar bekommt man nicht nur positiv feedback, aber das bekommen wir halt auch.

  • Hallo Emma2010,

    Zitat von Emma 2010

    Ich gestehe ihm seine Wut ja zu, ist sein gutes Recht.

    verstehe ich nicht, hat er nicht den wenigsten Grund wütend zu sein? Müßten nicht wir die wütenden sein, nachdem wie sie uns behandelt haben?

    Diese Manipulationen sind Kindergarten-Verhalten, meine achtjährige Tochter zieht schon lange nicht mehr alle Register (angefangen vom Einschmeicheln bis hin zu Wutausbrüchen), wenn sie ihren Willen nicht bekommt. Mein Ex hat es gemacht, daran hat sich bis heute noch nichts geändert.

    Zitat von Emma 2010

    Aber wieso kann dieser Mensch mich so derart verzerrt
    darstellen, obwohl ich ihm nie, wirklich nie etwas angetan habe.

    Doch hast Du, mit der Trennung hast Du ihm ein sorgloses Weitersaufen erschwert, für ihn ganz schlimm.

    Zitat von Emma 2010

    Das ist so verletzend. Ich habe für ihn so viel gemacht.

    Sieht er aber nicht so. Und diese Erkenntnis tut weh, ich habe diese Erkenntnis bei mir mit vielen Tränen bezahlt.

    Zitat von Emma 2010

    Hat das den alles überhaupt keinen Wert gehabt?

    Für ihn gibt es nur einen Wert.


    Zitat von Emma 2010

    War ich immer nur eine Schachfigur in seinem Leben, nur gut genug zur Befriedigung seiner Bedürfnisse?
    Ich fühle mich gerade so benutzt.

    Ich bin auch eine solche Schachfigur, damals war ich noch der Bauer, der meistens geopfert wird, um ans Ziel zu gelangen. Jetzt bin ich auf dem Weg die Dame (also die mächtigste Schachfigur) zu werden. Kommst Du mit?

    Jetzt ab ins Bett und erst einmal nichts weiter tun als dem eigenen Atem zu lauschen und zu zuhören. Dabei kommen oft Gedanken, daß man innerlich gar nicht so leer ist, wie man es glaubt. Bei mir funktioniert das. Schlaf gut!

    lg inga

  • Liebe Emma,
    ich geb doch keine Anweisungen, nur lieb gemeinte Tips :wink:

    Ich kenn die Wut, die sie auf uns haben.
    Ist doch ganz verständlich, in ihren Augen haben sie ja nichts falsch gemacht, nee wir sind da die Spielverderber.
    Und jetzt noch das : die Trennung, das ist ja der Obergipfel der Boshaftigkeit von uns.

    Jetzt stehn sie womöglich in Erklärungsnot, warum und weshalb, wenn Leute fragen. Jetzt was sagen???? (sonst waren wir für Ausreden zuständig)
    War es doch schön, die Sachen, die man selber nicht mehr auf die Reihe bekommen hat von seinem Co erledigen zu lassen,
    jetzt muss man selber ran!!!
    Sich um Nichts als sich selbst und die Flasche kümmern, els einmal die Co auf Spur bringen, aber dann wieder nichts wie hin zur Flasche,
    und jetzt solls vorbei sein ????
    das kann einen ja schon ziemlich sauer machen, Emma oder nicht ?!!!

    Was früher mit Worten und Schmeicheleien beim Co arrangiert wurde, zog nicht mehr.
    Also muss man sich jetzt was anderes einfallen lassen, da kommt der Zorn und die Wut doch ganz gut.
    Lieber den Schuldigen in jemand anderen suchen, als sich einen Gedanken an die eigene Unzurechnungsfähigkeit zu verschleudern.
    Das setzt doch voraus, dass man sich mit sich in irgend einer kritischen Art auseinander setzt.
    Aber das bloß nicht - dann müsste man ja genauer hinsehen - und vielleicht, ja vielleicht fliegt man dabei über die Flaschen.....

    Liebe Emma, egal ob nun Schmeicheleien kommen, oder Wut, WIR sind bestimmt bei beiden Fällen nicht gemeint.
    Also erhoff Dir in keiner Richtung irgend etwas Persönliches.

    Liebe grüße,
    nici :wink:

  • glück auf emma

    Zitat von Emma2010

    Was wüsst?.....du bist ma schau wurscht!!! - und hat aufgelegt.

    den satz darfste dir ausdrucken - einrahmen + aufn fernseher stelln < dann hastes immer schriftlich vor augen dassde dich nur noch um dich selber kümmern darfst
    das motto von jürgen: << sorgen sie dafür das es ihnen gut geht >> (die unterstreichung is von mir)

    schönen sonnabend

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Danke liebe Inga, Nici und Silberkralle für eure Rückmeldungen.

    Mittlerweile habe ich mich wieder beruhigt, meine Wut auf den Ex-Partner hat sich aufgelöst und ich sehe in seinen letzten Worten, die mir gegenüber
    soviel Gleichgültigkeit ausdrücken, nur eine Bestätigung seiner Haltung auch gegen sich selbst und dem Leben allgemein.

    Ist ja nicht nur so, dass ich ihm schon gleichgültig bin, sondern er hat oft gemeint, wenn sein Leben morgen zu Ende wäre, wärs ihm auch egal.

    Wir sind zudem schon 10 Monate auseinander, habe ich mir wirklich erwartet, dass er mir noch liebesseufzend hinterher weint?

    Silberkralle, deine Idee, ich solle mir seine Aussage in Großformat übers Fernsehkasterl hängen, finde ich übrigens genau richtig.
    Denn ein Umdenken würde mir gar nicht schaden.
    Noch immer hänge ich viel zu sehr an den Erinnerungen fest,

    fühle mich wie ein angeschossenes Reh und verhalte ich auch so.
    Nur damit muß langsam mal Schluss sein, das grenzt ja schon fast an Selbstmitleid.
    Zu lange schon ist mein Blickwinkel auf alles Negative, auf die Mängel focussiert und reduziert.
    Aber wenn ich ehrlich bin, dann gäbe es auch jede Menge angenehme Erfahrungen, die mir jeden Tag begegnen und ich viel mehr wertschätzen sollte.
    - den Menschen, die mir freundlich entgegen kommen
    - jede Menge Freiräume, die ich habe
    - die Freiheit und die Lust zu kommen und zu gehen, wie ich will
    - zu Essen, Trinken wann und wie ich will
    - Unterhaltungsmöglichkeiten, diverse Arbeiten, uvm.

    Ich habe mir vorgenommen, dass ich auch mein Selbstbewusstsein wieder stärken will. Es tut mir richtig gut, mich selbst wieder zu beachten, auf die Frisur, meine Kleidung , Figur und die Fitness.
    Leider war ich auch da schon recht nachlässig.

    Zitat

    Doch hast Du, mit der Trennung hast Du ihm ein sorgloses Weitersaufen erschwert, für ihn ganz schlimm. Ich bin auch eine solche Schachfigur, damals war ich noch der Bauer, der meistens geopfert wird, um ans Ziel zu gelangen. Jetzt bin ich auf dem Weg die Dame (also die mächtigste Schachfigur) zu werden. Kommst Du mit?

    Ja das stimmt Inga, die Trennung tut ihm bestimmt weh und er ist ziemlich wütend, habe ich doch dadurch seinem bequemen Leben ein Ende gesetzt.
    Ich habe es erzählt bekommen, wie schlecht er schon aussieht.
    Ist für einen Mann, der plötzlich alleine dasteht und auch noch den Haushalt über hat, bestimmt schwer.

    Wenn ich mir unsere Zeit zusammen jetzt nochmal vor Augen halte, dann empfinde ich das Schicksal für beide Seiten - für einen Alkoholiker/in
    und einen Co-Abhängige/n eigentlich total erschütternd.

    Aber, wenn nur nicht hören, sehen, fühlen und das grausame (Trauer)spiel beginnt.

    Liebe Grüße für alle von n`em Esel
    Emma

  • Hallo Emma 2010,

    ich liebe Esel!!! Das sind wunderschöne Tiere, genügsam, intelligent und sie haben großes Selbstbewußtsein!!!

    Ende November ist die Trennung von meinem Ex 1 Jahr her. Manchmal kommen bei mir diese Gedanken, daß wir ja auch schöne Zeiten hatten. Ich nehme mir dann eine Liste heraus, wo ich mal aufgeschrieben hatte, was bei uns beiden schön war und was mich an unserer Beziehung gestört hat. Der Teil der Liste, mit den störenden Dingen ist sehr sehr lang und der Teil mit den schönen Dingen ist sehr kurz.

    Jetzt habe ich viel mehr schöne Dinge im Leben, auch wenn ich es manchmal zu vergessen scheine.

    lg inga

  • Hallo Inga,

    es freut mich sehr, dass es dir wieder viel besser geht.
    Ich finde, eigentlich hätten alle, die sich aus einer Abhängigkeit herauslösen konnten, eine Goldmedaille verdient.

    Ich überlege mir gerade, wie ich diesen gelungenen Prozess zur Unabhängigkeit feiern kann, vlt. an meinen Geburtstag, wenn die Verwandtschaft kommt.

    Aber traurig ist halt schon, dass dabei soviel kaputt gehen mußte, bevor ein Umdenken passiert.
    Schlimm eigentlich, dass ich eine Beziehung gebraucht habe, um mich gut zu fühlen, genauso wie ein Alkoholiker den Alkohol braucht, um sich gut zu fühlen.
    Aber trotzdem kann sich ein Co wenigstens noch reflektieren, der Alki kann das wohl eher nicht.

    Momentan gelingt es mir, dass ich meine Gedanken in die Gegenwart lenken kann und das tun kann, was mir hilft und mich weiterbringt.
    Ich frage mich aber auch, warum kann ich erst jetzt mein Leben gestalten, meine Ideen umsetzen, für mehr Zufriedenheit sorgen, aber in der Partnerschaft ist es nicht gegangen.

    Zitat

    Jetzt habe ich viel mehr schöne Dinge im Leben, auch wenn ich es manchmal zu vergessen scheine.

    Das ist glaube ich schon auch ein Lernprozess, ich erlaube mir, dass es mir gut geht, ich übernehme die Verantwortung und sorge für mich, es darf mir gut gehen, ganz unabhängig vom Partner.

    Jahrelang wollte ich in der Beziehung seine Probleme lösen, aber hat uns das weiter geholfen, nein, weil ich für seine Sucht oder seine Gesundheit eben nicht zuständig bin.
    Wenn jemand den Alkohol braucht um sich wohl zu fühlen, klar ist das doof, nur ändern kann ich nix daran.
    Und auch die Folgen daraus sind nicht meine Angelegenheit.

    Daher kann ich wirklich nur für mich was tun, das habe ich
    jetzt begriffen und das hilft ihm viel mehr als nur zu jammern.

    (ich habe das nur nochmal als Resümee zusammen gefasst)
    Carpe diem
    Emma

  • Hallo Emma 2010,

    über die Tatsache, weshalb ich eine solche Beziehung überhaupt eingegangen bin, mehr als ein Jahr "durchgehalten" und soviel mit mir habe machen lassen, habe ich oft nachgedacht. Ich denke, wir haben das gebraucht, um uns selbst wirklich kennen zu lernen. So in die Richtung "Wink mit dem Zaunpfahl".

    Vorher war ich selbstbewußt. Hätte mir vor der Beziehung zu meinem Ex jemand erzählt, was mit mir da passieren würde, hätte ich denjenigen für völlig verrückt erklärt. Tja, ich bin eines besseren belehrt worden, wie schnell sich Selbstbewußtsein unter dem Deckmantel Liebe auflösen kann. Hätt ich vorher nie gedacht.

    Heute bin ich dabei, mir ein neues und anderes, sichereres Selbstbewußtsein aufzubauen. Mit dem Bewußtsein, daß ich auch eine gegenteilige Seite habe. Ich habe aus meiner Beziehung noch etwas anderes mitgenommen: ich habe weder die Möglichkeit noch das Recht, einen anderen Menschen zu ändern, auch wenn ich es mit ihm nur gut meine. Vorher hatte ich dazu eine andere Meinung. Wahrscheinlich sind deshalb alle meine Beziehungen schiefgegangen, weil ich glaubte, ich könne meinen jeweiligen Partner gegen seinen Willen ändern.

    lg inga

  • Hallo inga,

    deine Einstellung gefällt mir gut.
    Ja ich sehe es auch so, dass uns, die wenn auch katastrophale Partnerschaft uns einiges begebracht hat.
    Der "Wink mit dem Zaunpfahl" stimmt, aber gut ist, dass wir uns letztlich wieder für uns entschieden haben. Wenn ich aber mit meinen Änderungsversuchen beim Ex nicht gnadenlos gescheitert wäre, würde ich vlt. gar nicht glauben wollen, dass mein eigenes Verhalten schon fast genauso bedenklich war.
    Schon immer, in jeder Beziehung war mein Selbstbewusstsein das einer grauen Maus. Genauso ist mein Selbstwertgefühl gleich mal gestiegen oder gesunken, je nachdem wie man mich halt bewertet hat.

    Zitat

    Heute bin ich dabei, mir ein neues und anderes, sichereres Selbstbewußtsein aufzubauen. Mit dem Bewußtsein, daß ich auch eine gegenteilige Seite habe.

    Aber es ist dann auch wieder schön, dass dadurch die Chance besteht, uns selbst anders zu erfahren. Auch diese Seiten gehören zu uns und möchten angenommen sein.

    Zitat

    ich habe weder die Möglichkeit noch das Recht, einen anderen Menschen zu ändern, auch wenn ich es mit ihm nur gut meine.

    Aber da bin ich auch empfindlich. Denn wenn mich jemand bemängelt oder verändern will, reagiere ich schnell mit Rückzug.

    Morgen habe ich einen schweren Tag. Der Ex hat wieder angerufen, denn ich soll mir noch ein paar Sachen abholen.
    Deshalb bin ich etwas aufgeregt, möchte da gerne neutral bleiben können und darf auf gar keinen Fall sentimental werden. Ich muß gelassen bleiben, damit er nur ja nicht an die alten Zeiten anknüpfen kann.

    Entweder bilde ich mir das ein oder bemerke ich eine positive Veränderung. Denn XY war am Telefon freundlich, sachlich und nüchtern.
    Das ist schon mal ungewöhnlich, aber das ist hoffentlich nicht
    nur die Ruhe vor dem Sturm morgen.

    Biite, bitte, ich muß freundlich und sachlich bleiben, kann ich das überhaupt???
    LG, bis Morgen
    Emma

  • Hallo Emma,

    Zitat

    Biite, bitte, ich muß freundlich und sachlich bleiben, kann ich das überhaupt???

    Es ist prinzipiell möglich - das ist das Thema mit dem ich mich momentan beschäftige. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und reagiere fast immer gefühlsmäßig auf meinen Alltag, aber mit ein paar Techniken ist es möglich ruhig und gelassen zu bleiben.

    Vorgestern hatte ich und noch eine Person einen schlechten Tag und wir haben uns wegen einer Kleinigkeit plötzlich Vorwürfe gemacht. Ich habe mich dann daran erinnert, was Linde mir geschrieben hat, dass sie Atemübungen macht im Falle des Falles.

    Ich habe also tief Luft geholt, lange ausgeatmet, nix mehr gesagt und 2 minuten lang ganz ruhig ein und ausgeatmet.
    Und bevor ich was Falsches sagen konnte habe ich mich daran erinnert, dass Vorwürfe nix bringen, also habe ich nur das allernötigste gesagt: nein, ich möchte nicht. Ich brauche Zeit für mich. Das geht jetzt nicht. Wir reden ein andermal über das Thema usw.

    Die andere Person war dann erstmal sauer, hat ihrem Zorn Luft gemacht, das war dann zwar unangenehm, war aber auszuhalten. Vorallendingen hat mich die Person dann in Ruhe gelassen.

    Später, als der Zorn verraucht war, konnte ich dann ganz sachlich mit der Person das Problem klären und alles war wieder prima. Der Clou ist - der Zorn muss erst mal abgebaut werden. Wenn man wütent ist, kann man nicht klar denken, dann funktioniert Diskutieren nicht so wirklich.

    Also erstmal ne Auszeit nehmen, am besten den Raum verlassen, aufs WC gehen und dort entspannen oder einmal um den Block laufen oder so.
    Danach kann man wieder zusammen reden.

    Ich hatte mal einen Chef, der war Choleriker. Mit dem konnte man auch nicht mehr reden wenn er ausgeflippt ist. Ich bin dann raus und hab gewartet, bis er sich beruhigt hat und dann konnte ich wieder mit ihm reden, hat wunderbar funktioniert.

    Kopf hoch, du schaffst das schon :)

  • Danke,
    liebe Co-Elfi, deine Tipps kommen für mich gerade im richtigen
    Augenblick, sodaß ich die Atemübungen gleich anschließend testen
    werde, weil ich ziemlich fertig bin.

    Gerade komme ich vom Ex-Mann retour, weil ich ja was abholen sollte.
    Aber die ganze Tour heute war nur Chaos. Bin über 240 km gefahren bei strömenden Regen und als ich dann dort angekommen bin, wußte er schon nichts mehr von dem angekündigten Besuch und hat mich ganz überrascht reingelassen.
    Anschließend haben wir zusammen nach meinen Sachen gesucht, aber nichts gefunden. Hätte gehofft, dass es noch Post für mich gibt, auf die ich schon die ganze Zeit warte. Sicherheitshalber habe ich dann auch noch in der Altpapiertonne gestöbert und noch ein paar Reste gefunden, war zum Glück aber nichts wichtiges dabei.
    Mein ganzer Gewinn der heutigen Fahrt, war sage und schreibe ein
    Sackerl Hundefutter.

    Wir haben natürlich auch ein bisserl geredet, alles im ruhigen Bereich.
    Dann hat er mich noch einkaufen geschickt, weil er im ganzen Haus kein WC-Papier finden konnte.
    Überhaupt verkommt schön langsam dieses schnuckelige Zuhause zu einer Messi-Bude. Rund um, drinnen und draußen stehen überall leere Flaschen.
    Ich habe ihm nochmal gefragt, ob er nicht doch mal vielleicht zum Doc
    gehen möchte. Antwort: Was soll der schon machen, ich bin nicht süchtig, aber das Herz tut mir weh.

    Was soll ich bloß tun?
    Ehrlich gesagt, ich wäre irgendwie am liebsten fast geblieben.
    Ist es wirklich Co-Verhalten, wenn wir uns wieder
    zusammen raufen würden?
    Kann mir nicht vorstellen, dass er seine Sucht jemals aufgibt, da fehlt an allen Ecken die Basis für.
    Aber mein Gott, andere Leute haben Asthma oder Krebs, er ist halt ein Trinker.
    Bestimmt könnten wir beide noch eine schöne Zeit lang unsere
    angenehmen Seiten ausleben.
    Ich denke, dass ich ihn auch gezielt nochmal fördern könnte.
    Weil er willig ist, dieses und jenes zu tun, wenn ich ihm sag wie.

    Ich könnte mich ja auch noch den pflegenden Angehörigen anschließen. Ich will nicht wegschauen, nicht aus Mitleid, sondern als Mutprobe, denn auch vom Herzen her traue ich mir dieses Leben zu. Ich habe
    in der Zeit alleine einiges gelernt, dass würde sich jetzt vlt. umsetzen lassen.

    Natürkich warte ich sicherheitshalber noch eine Weile zu.
    Ich muß alles nochmal sacken lassen und stimme mich inzwischen
    auf die Atemübungen ein.

    LG Emma


    d

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