PRO & CONTRA CO-Abhängigkeit

  • Hallo Emma,
    nein meine Postings sind nicht zweischneidig, und ich schreib auch nichts zwischen den Zeile, ich schreib es so, wie es mir durch den Kopf geht.
    Deshalb würd ich gern hier auf Orlando antworten, ich hoff es is ok.

    Zitat von Orlando

    Ach jeh, was sind wir doch alle hier nur bei uns selbst und geben mit jedem "DU bist...", "DU machst (nicht)...", "DU solltest aber ..." und wenn nicht fehlt DIR nach meiner Erfahrung, die mir von anderen hier bestätigt wird, jedwede Heilungseinsicht und bist DU nach meinem erleben hier fehl am Platz...


    das Emma hier fehl am Platz ist hab ich, glaub ich nicht gesagt.
    Und ob ich nun "Du..."schreib oder in "ich"Form, oder ganze in einen Frage umhülle is mir einerlei, wichtig ist doch nur das sagen wollen auch ankommt.

    Zitat

    Ich würde sagen, es ist typisch Co, zu wissen was und wie es richtig ist und das Gegenüber mal mit Engelszunge und mal mit Druck verbessern zu wollen.


    Hast Du nicht genau das getan? Denn erst muss ich mir mein Maß anschauen, um dann viell. auf ein paar Pro´s stolz zu sein.
    Da ist fürmich das Pferd von hinten aufgezäumt.
    Und wenn ich da lese"wenn Du damit zufrieden bist..."denke ich nur NEE!
    Ich kann doch nicht hier Honig um den Bart schmiern, das hat mir nichts gebracht und das bringt auch meinem Gegenüber nichts.

    Zitat

    Für mich ist das, was hier passiert kein Erfahrungsaustausch. Erfahrungsaustausch heißt für mich bei mir zu bleiben. Ich schreibe was ich und wie ich es erleb(t)e, welche Ideen und Gedanken ich habe, zu dem, was mich hier lesend berührt und kann mich so mit meinem ganz individuellen Tempo reflektieren und entwickeln. Und ich kenne es sehr gut, wie schwer es ist bei mir zu bleiben, wenn ich den Eindruck habe, der andere schadet sich gerade selbst. Ich will doch nur helfen...


    Ja, das hinterfrag ich bei mir wirklich immer : leb ich da mein Helfersydrom aus. Deshalb schreib ich kaum bei Neuankömmlingen,
    weil ich Angst habe mein Co zu nähren.
    Aber ich denke bei Emma (wir hatten da auch schon beidseitig unsere unsere Differenzen) kann ich mich austauschen. Und Ihr mein Empfinden mitteilen.

    Zitat

    Ebenso kenne ich es, und genau darauf spreche ich gerade an und reagiere hier, wie es ist, wenn Forumianer es besser als ich wissend auf mich einwirken wollen


    Das ist Dein Ding, und ich weiß auch nicht, was da war.
    Und was ist da hier nun die Quintessenz ? Ich weiß nicht ob ich so viel besser weiß, ich kann nur von dem, von mir Erlebten wiedergeben.
    Und das tu ich. Mir hätte das Forum hier nicht viel gebracht, wenn ich bei den kleinsten Gegenwind den Hinweis auf Rückzug bekommen hätte.
    Und wenn Emma das nicht haben möchte kann sie einen Hinweis geben, gell Emma ( hatten wir ja schon :wink: )

    LG nici

  • Hallo Emma

    Ich glaube der punkt wo sich hier die Geister scheiden ist der, dass wir hier die Co - Abhängigkeit nicht mehr ausleben möchten. Wir möchten genesen.

    Mein Eindruck ist, Du möchtest MIT Co-Sucht so gut wie möglich leben.
    Das ist etwa wie kontrolliertes Trinken bei Alkoholikern. Das es nicht funktioniert, wissen wir hier alle.

    Du hast Recht so zu leben wie Du es möchtest. Ich glaube aber austausch über Co-ausleben ist hier falsch am Platze.
    Deine geschichte ist für mich persönlich nicht nachvollziehbar, aber das ist meins.
    ich glaube Dein Ziel stimmt mit dem Ziel des Forums nicht überein und so kann Dir keiner Helfen.

    LG Grazia

    Da, wo du nur eine Spur im Sand siehst, da habe ich dich getragen...

  • Hallo zusammen,


    @ Orlando

    Zitat

    Für mich ist das, was hier passiert kein Erfahrungsaustausch. Erfahrungsaustausch heißt für mich bei mir zu bleiben. Ich schreibe was ich und wie ich es erleb(t)e, welche Ideen und Gedanken ich habe, zu dem, was mich hier lesend berührt und kann mich so mit meinem ganz individuellen Tempo reflektieren und entwickeln.


    Danke Orlando für deine Worte, von dir fühle ich mich noch am besten
    verstanden. Weiß gar nicht, warum ich so angegriffen werde. Wenn ich
    mich richtig erinnere, hast du bereits auch einige Krisen durchgemacht und es erreicht, dein Leben dennoch mit neuer Energie und Veränderungswillen unabdingbar zu händeln.
    Ich würde nie auf die Idee kommen, dass du daher gleich wieder
    in die selben Krisen tappen könntest.

    Oder hast du denn das Gefühl, dich nur im Kreis zu drehen, wie das einige
    wahrscheinlich hier von mir annehmen?


    @ Zitat Melanie


    Was Melanie verstehst du konkret darunter am Co festhalten?
    Ich verstehe das so, dass ich mich deiner Meinung nach von meinen
    Partner trennen müsste, und nur so Veränderung geschehen kann.
    Aber was ist dann mit allen anderen Schreibern hier, die Alkoholabhängig sind, glaubst du denn , die sind alle Singles. Müssen sich jetzt eh alle trennen um zu gesunden? Nein, sie arbeiten
    an ihrer Abhängigkeit.
    Viele sind Langzeittrockene und schreiben auch hier, warum wohl?

    Ich glaube halt, dass ich ebenso bereits einen ganz guten Status
    erreichen konnte, der wurde mir auch nicht geschenkt und trotzdem werde ich weiter am Thema dranbleiben.

    Und was die Aussage bzgl. meiner Einstellung zur Bescheidenheit betrifft, das hat echt gar nichts mit zu tun, das mir die Beziehung
    das abnötigt, im Gegenteil, es ist mein ganz persönlicher
    Lebenstil!

    Ich weiß, dass du es gut gemeint hast, und du versuchst aufzuzeigen, was
    bei Alkoholmissbrauch alles ruiniert wird und verloren geht, dennoch
    ist immer noch jedes Schicksal ein individuelles Geschehen mit sehr unterschiedlichen Belastungszonen, und die auch wieder jeder anders
    aufnimmt.
    Es ist wie bei der Alkoholabhängigkeit mit multifaktorellen Widrigkeiten
    verknüpft.

    Doch danke dir ehrlich für deinen Rat und jede Hilfe.


    @ Grazia

    Zitat

    Ich glaube aber der Austausch über Co-ausleben ist hier falsch am
    Platz. Ich glaube dein Ziel stimmt mit dem Ziel im Forum nicht
    überein.


    Nun, sage mir bitte wie deine Ziele aussehen?

    Ich habe ehrlich gesagt nicht angenommen, dass der Threadtitel
    Pro u. Contra Co-Abhängigkeit als Provokation aufgefasst wird, als könnte je irgendetwas für ein lustiges Leben in Abhängigkeit sprechen.

    Ich meine natürlich nur mit Pro, einfach jede meiner Handlungen die
    so Richtung Selbstverwirklichung gehen, und
    alle meine Contras, die noch eine Co-Abhängigkeit nahe legen.


    Hast du dir nie deine Do und Dont-Listen angeschaut.
    Also sie helfen mir jedenfalls, um nachzuschauen wo ich stehe.


    Oder hast du es überhaupt anders gemeint?


    Liebe Grüße
    Emma

  • Hallo Emma

    Mein Ziel war/ist es für mein Leben verantwortlich zu sein. D.h. ich möchte dass es mir gut geht, und das beinhaltet, dass ich meine Co-Abhängigkeit nicht mehr leben will. ich möchte einen Partner der auf meiner Augehöhe steht, und das kann (für mich) kein nasser Alkoholiker. Für mich will ich ein Leben ohne sich für andere zu opfern, sich selber hintenanstellen.

    Wenn Du Deine Partnerschaft sich so vorgestellt hast, wenn Du die so leben willst, ist es ja ok.
    Du hast ja auch recht dazu. Dir geht es aber nicht wirklich gut, und deswegen glaube ich wirst Du auch hier nicht verstanden. Ich habe den Eindruck, dass Du das beste aus der Situation machen willst.
    Ich für mich wollte das nicht mehr. Weil das beste war mir nicht gut genug.

    LG Grazia

    Da, wo du nur eine Spur im Sand siehst, da habe ich dich getragen...

  • liebe emma,

    bitte gern geschehen. nur wo habe ich geschrieben das du dich trennen sollst? grins....hab ich nie gemacht. ein sich distancieren vom partner bedeutet also dann deiner interpretation nach die trennung? ich schreibe vom sich selbst leben, auf sich selbst acht eben und auch in einer partnerschaft noch sich selbst seiner bedürfnisse die da sind zuzuwenden und diese nicht zu reduzieren ums passend zu machen auf teufel komm raus. das nenn ich eben am co festhalten.

    leidensfähigkeit ist sicher bei jedem menschen unterschiedlich.doch dieses leid zu spüren und zu erkennen, da kommen wir in einen bereich, da decken sich eben wieder die aussagen: es wird lange zeit nicht wahrgenommen, das derjenige leidet, es tut und sich wundert warum die kraft und energie für sich selbst immer weniger wird.warum derjenige immer weniger vom eigenen leben leben kann aus rücksicht auf den partner.sich dadurch immer mehr reduziert auf ein minnimum dessen was das leben ausmacht.sich damit dann auch noch bestätigt fühlt indem er sich sagt:ich brauch ja nicht viel im leben und sich dadurch immer mehr selbst beschneidet in dem was das leben aus macht, bis der co der das auslebt dann schlussendlich nichts mehr erlebt sondern nur noch sich damit beschäftigt für den anderen, den partner da zu sein. die lebensaufgabe darin besteht für ihn zu leben.nur noch so zu leben wie er es kann und dadurch nichts eigenes mehr hat.

    ich will dir damit nur begreiflich machen wie schnell das geschehen kann und das du da hinschaust. was machst du denn ausserhalb deiner partnerschaft für dich. wenn du schreiben kannst du gehtst heir und da mal mit mädels raus,triffst dich mit leuten. du schreiben kannst du hast noch hobbys, die du allein ausübst. das du erzählen kannst du warst auf einem ausflug oder hast dies und das erlebt, dann würd ich dir das sogar abnehmen, das du diese notwendige distance zum partner leben kannst und dein leben lebst.

    nur lese ich bei dir das du scheinbar zufrieden bist, wenn du zuhause für den partner da bist und nicht viel brauchst, dich also arrangierst mit der situation. mein dad ist so ein mensch, ausgesprochen cobhängig. der macht NICHTS mehr ausser zuhause bei der frau zu sein und sich dem elend hinzugeben. wenn er mal draussen ist, merkt er wie die welt doch schön sein kann, wenn er nach hause kommt kommt er zurück in den alten trott und macht wieder nichts mehr.er ist unglücklich, das sagt er auch. doch ändern wird er es nicht.das ist doch nicht leben, denk ich mir. doch wie?

    ich finde es extrem co was du schreibst. doch wenn ich eins im leben gelernt habe im umgang mit nassen alkoholikern (dazu gehören auch die nicht trinkenden pausierenden alkoholiker) und auch im umgang mit co hier im forum ist wer nicht will der will nicht. da kann ich mir noch so die finger wund schreiben ich erreiche ihn nicht. doch will ich das überhaupt? im grunde helfe ich gern denjenigen die tatsächlich raus wollen aus dem co und auch einen willen haben selbständig und eigenständig und unabhängig zu leben. bei dir ist mir nicht ganz sicher was du wirklich willst und von daher werd ich dir das nun selbst überlassen herauszufinden was du wirlich willst.das ist dann wiederum hilfe zur selbsthilfe.

    lieben gruß melanie

  • Eine jede von uns hat ihr eigenes Tempo, ihre eigenen Rhythmen und findet ihren Weg, für Zuschauende manchmal schwer nachvollziehbar und auch aushaltbar.

    Ich mag es auch gerne häuslich und kann mich bei der Gartenarbeit selbst vergessen, bin kein Party- und Halligallifan. Und doch auch liebe ich es, mich mit anderen auszutauschen, bin kontaktfreudig und gerne unter Menschen.

    Wenn ich auf meine hier aufgezeichnete 'Geschichte' zurückblicke, sehe ich Parallelen zu dem, was ich hier bei Emma lese und ich kann gut nachvollziehen, wie sie versucht mit den Gegebenheiten bestmoeglichst zufrieden zu leben. Rueckblickend auf mich bereue ich nichts. Ich habe nach meinen Möglichkeiten geliebt, bin mir bei allem immer selbst treu geblieben, habe viel gelernt und strahle heute von innen heraus...

  • liebe orlando,

    mag ja sein, das du emma hier einwenig "in schutz nehmen "möchtest (cos machen das ja gerne). brauchst du doch nicht. du bist ja auch eine co. an und für sich sind diese dinge die hier stehen ja für alle gedacht. sich gedanken darüber zu machen. es ist hier keiner der ankläger oder hier ist auch niemand unter anklage. es sind nunmal gedanken die ich zum beispiel vermittel, über die sich du oder emma wieder gedanken machen können. wie wer wann sein leben in die hand nimmt und wie wer wann was umsetz bleibt jedem selbst überlassen. und wie wer was hier schreibt ist auch seins. ich für meinen teil nehme es mir raus auch beim hilfegeben meine grenzen aufzuzeigen, auch wenn das manchen eben noch sehr fremd erscheint, das zu tun. weil cos ja auch grenzenlos hilfestellungen geben können ud dabei kein ende und keine grenze finden.ich gebe gerne meinen teil hier mit. nun schreibe auch ich emma schon sehr lange, sie ist ja nicht neu hier im forum.du siehst ja auch ihre reaktionen auf das was ich schreibe. ich find es gut, das du emma dich austauscht, auch mit mir sich austauscht und dabei dir gedanken machst.das du nicht dafon läuft oder gar pampig da persönlich wirst. emma du gehst mit deiner situation, so mein eindruck sehr wohl ruhig um und ist selbstrefflektiert um, was ich an dir sehr schätze.

    dennoch wirst du, orlando, sicher zugeben können, das du auch vorwärts gehst und da nicht im co verhalten bleiben möchtest.du hast ja auch was für dich getan um von innen heraus zu strahlen, seh ich das richtig?

    lieben gruß
    melanie

  • liebe emma,

    Zitat

    Seit heuer März leben wir wieder miteinander, auch nur, weil er aufgrund
    seiner Krankheit es alleine nicht schafft. Das was früher meine Einbildung war, ist leider wahr geworden.
    Seitdem hat er hin und wieder einen Durchhänger wo er mal was trinkt, doch die sonstigen gesundheitlichen Einbußen bedeutend dringlicher.

    genau deshalb schreib ich dir hier, weil du dennoch zu ihm zurück bist obwohl er trinkt. mir ist es egal ob jemand "entschuldigt" trinkt, weil er einen durchhänger hat. er trinkt PUNKT. das ist genau der hintergrund für viele hier die dir schreiben eben das was du schreibst so ankommt.
    es ist wie bei meiner mum, die mal pausen einlegt, die eben länger andauern können. doch es sind pausen.der mann den du hier entschuldigst und auch in schutz nimmst ist kein trockener alkoholiker. und deine einstellung den kranken mann helfen zu müssen, weil er ohne dich es nicht schaffen kann co.
    das zum PRO CO.

    lieben gruß melanie

  • Liebe Melanie,

    Zitat

    Zitat Emma:
    Seitdem hat er hin und wieder einen Durchhänger wo er mal was trinkt, doch die sonstigen gesundheitlichen Einbußen sind bedeutend dringlicher.

    Eigentlich wollte ich heute nix mehr schreiben, damit ich eínfach keinen
    Computerkoller krieg.

    Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt nochmal antworten, aber kurz
    will ich auf deine letzte Mail eingehen.


    Melanie, du arbeitest doch im Pflegebereich, nun weißt du vlt. eh, ich
    ebenso. Also dann glaube mir bitte, dass ich einschätzen kann, ob
    mein XY den Alltag noch raffen kann oder nicht.

    Du denke ich mal könnest ja auch nicht einfach einen deiner Patienten
    heimschicken. Wenn meiner noch manchmal ein, zwei, drei Gläser
    trinkt, hat noch nicht mal sein HA was dagegen.

    Und weißt du was, laut seiner Befunde, die sich enorm verbessert haben, seitdem er recht zurückhaltend lebt, wird darin "oh Wunder" ein chronischer Alkoholabusus nahezu
    ausgeschlossen.
    Stell dir das mal vor, na auch wenn das letzlich gar nicht viel Aussagekraft hat.

    Doch bitte lassen wir das jetzt lieber, damit ich wieder zu meinen eigentlichen
    Ansagen hier im Thread zurückkehren kann, dahin wo es wirklich
    auch mal um mich geht.


    Lieben Gruß
    Emma :D

  • liebe emma,

    es geht hier ausschliesslich um dich und ich kann dir sagen PFLEGEKRÄFTE sind durch ihr helfersyndrom das sie haben eben sehr gefärdet sich nicht vom zu pflegenden zu distancieren.

    zudem ist es so, im beruf verdiene ich geld für das was ich mache. dadurch wird es nicht zu einer von mir persönlichen beziehungsebene.da geh ich hin zum arbeiten und wieder heim.ich habe arbeitskollegen die aufopfernd da sind und dann irgendwann da stehen und nicht mehr können. das ist die reale praxis.wenn einer der patienten allerdins vor der hütte stünde, alkoholisiert und es im bereich des alkoholikers sich handelte würde ich auf jeden fall meinen cheff informieren und der mensch wäre schneller auf einer entziehungsstation untergebracht wie er schauen kann.dafür bin ich ausgebildet worden und ich habe da absprachen im team in gruppenbesprechungen sowohl auch mit der heimleitung umzusetzen.ich finde der vergleich arbeit und privat hinkt einwenig, dort bin ich den ganzen nicht allein ausgesetzt und dafür gibts dann klare regeln wie wir zu handeln haben und vor allem geh ich aus dem haus nach dienstschluss und dann ist jemand anderst für zuständig. egal aber nun befor du nen kollaps bekommst lass das ruhig so stehen.

    gruß melanie

  • Hallo Emma,
    warum bist du hier im Forum?
    Du opferst dich voller Überzeugung in einer Beziehung auf,dein Partner trinkt immer noch.
    (Nicht alles,was Ärzte von sich geben,ist das Maß aller Dinge.)

    Willst du hier Menschen davon überzeugen,dass deine Art zu leben,sinnvoll ist?

    Du kannst das doch machen,wie es dir passt,warum diskutierst du denn noch darüber,wenn du so zufrieden bist?

    Grüße
    Susanne

  • Hey Melanie,

    Zitat

    PFLEGEKRÄFTE sind durch ihr helfersyndrom das sie haben eben sehr gefärdet sich nicht vom zu pflegenden zu distancieren.


    Das kann ich gar nicht glauben.
    Ich kenne da einige KollegInnen, die sehr wohl mit ihrem Einsatz sehr verantwortungsvoll und sehr zielorientiert umgehen. Es ist auch immer wieder bei den Fortbildungen ein großes
    Thema,... und dass es gar nix bringt, jeden Tag 100% zu geben.


    Nun habe jahrelang im Beruf mit viel Freude und ausdauernd gearbeitet,
    aber irgendwann ist mir der stetige Personalmangel so auf den
    Senkel gegangen, dass ich gekündigt habe.
    Oder hätte mich besser so wie du sagst, von den Patienten, dem gestressten Team, von dem alltäg. Hick Hack distancieren sollen?


    Allein schon dass ich aufgrunde meiner emphatischen Begabung sehr
    beliebt war, hat mit ein paar wenigen im Team zu Differenzen geführt.


    Und was die Partnerschaft angeht, könnte mir auch da nicht vorstellen, auf Distanz zu gehen, denn entweder lebe ich mit jemanden richtig zusammen oder lass` es ganz bleiben.

    XY hat heute schon Holz gehackt und die Brötchen besorgt.
    Ich sag´mal so, entweder es passt oder es passt.
    Nun, kann mir vorstelllen, dass so `ne Beziehung nicht ins
    Schema a la einer romantischen Pilcher - Rolle fällt.
    Nur müsstest du mich mal kennenlernen, es gibt keine im Ort, die noch
    bodenständiger oder pragmatischer ist.


    So weit so gut, ich hoffe, du nimmst meine Plauderei nicht als Widerspruch auf, es sollte wieder nur ein Erfahrungsaustausch sein.


    Ich habe allerdings wieder recht unruhig geschlafen, nachdem ich ja
    immer wieder gefragt werde, was ich den eigentlich hier will, und daher beschlossen, mich nun aus dem Forum zurück zu ziehen.


    Liebe Susanne,
    weiß ja nicht wie es dir geht, aber hast in der kurzen
    Antwort, alles was ich mir über lange Zeit aufgebaut habe auf ein
    Minnimum reduziert.

    Doch es ist vielleicht tatsächlich so, dass mein Verhalten nicht das
    Passende ist.

    Wie würdest Du dich fühlen, wennst z.B. nach dem 40. Treffen in einer
    realen SHG gefragt wirst, warum bist du hier???


    Lieben Gruß
    Emma

  • Liebe Emma,

    Zitat

    und daher beschlossen, mich nun aus dem Forum zurück zu ziehen.

    ich würd`s sehr schade finden, wenn Du Dich aus dem Forum zurückziehen würdest.

    Mir ist schon klar, dass das Thema "Co-Abhängigkeit" sehr komplex ist und bestimmt schwer zu durchschauen.

    - edit, bitte hier nicht über Inhalte anderer Selbsthilfegruppen schreiben, danke, Linde -

    Im Übrigen frage ich mich auch, was man in Deiner Situation denn konkret machen könnte, um eine Co-Abhängigkeit, falls sie vorhanden ist, abzubauen oder aufzulösen. Den alkoholkranken Ehepartner in ein Pflegeheim abzuschieben, kann doch auch nicht die Lösung sein, oder?

    Klar ist es wichtig, daß Du gerade in Deiner Situation ganz viel machst, was Dir gut tut. Dir einen oder zwei Ansprechpartner suchst, wo Du ganz ehrlich und frei sprechen kannst. Vielleicht auch eine Gruppe oder einen professionellen Ansprechpartner. Einfach jemand, bei dem Du in Ruhe und Offenheit alles sagen kannst und der, wenn Du es möchtest, auch ein bißchen tiefer bohren könnte.

    Aber daß Du Deinen kranken Mann versorgst, finde ich persönlich nicht co-abhängig sondern verständlich und sogar bewundernswert.

    Herzliche Grüße
    Leonia

  • Servus Emma2010,

    ich misbrauche jetzt mal Deinen Faden, um eine generelle Frage zu stellen - insbesondere nach der Antwort von Leonia.

    Dieses Forum stellt sich als Selbsthilfegruppe dar, die den Anspruch verfolgt, dass sich der Einzelne Hilfe sucht, um sich von seiner Abhängigkeit zu lösen.

    Es ist kein Plauderforum, in dem "man" sich "einfach mal so" bespricht. Klönschnack geht beim Kaffekränzchen (oder für Alkoholiker am Stammtisch).

    Hier wird der Einzelne auch gefordert, und es wird einfach hinterfragt, was der Einzelne mit seiner Art, mit dieser Krankheit umzugehen, bezweckt.

    Das empfinde ich als legitim, insbesondere, wenn nicht erkennbar ist, dass derjenige Veränderungen in seinem Denken oder Handeln zeigt, also sich mit seiner Rolle als Coabhängiger "abgefunden" hat.

    Das hat jetzt weder etwas damit zu tun, sich zwingend vom Partner zu trennen, noch damit, einen nassen Alkoholiker ins Heim abzuschieben.
    Es hat etwas damit zu tun, meine Einstellung zu meiner Abhängigkeit zu hinterfragen, für mich geeignete Gegenmassnahmen zu erkennen, zu artikulieren, und die notwendigen Veränderungen auch umzusetzen.

    Wer das für sich nicht möchte, wird hier immer "anecken", wird hier immer das Gefühl haben, hier "falsch" zu sein und sich nicht gut aufgehoben fühlen. Und es wird immer wieder diese Diskussionen geben, in der sich die einzelnen Akteure missverstanden fühlen.

    Das liegt in der Natur der Sache. Wer Äpfel mit Birnen verwechseln will, braucht sich nicht zu wundern, wenn sein Pflaumenkompott nach Kirsche schmeckt, oder nach Banane.

    Hier ist nunmal ein zielgerichteter Austausch erwünscht, der die einzelnen Erfahrungen widerspiegelt, die wir alle im Umgang mit der Krankheit gemacht haben. Es ist kein Platz, um sich in seiner Abhängigkeit häuslich niederzulassen und diese hinzunehmen oder gar zu pflegen.

    LG
    Spedi

  • hallo,

    ohne das irgendwie werten zu wollen, habe ich auch festgestellt, daß
    in edit - Name der SHG entfernt - edit ( gemischt, Alkoholiker und Angehörige ) überwiegend die sitzen,
    die entweder einen mittlerweile trockenen Partner haben oder die, die bei Ihrem Partner verharren, obwohl er trinkt.
    Dadurch, daß dort keine Wertungen erfolgen und die Fraktion der von nassen Alkoholiker getrennten Partner praktisch nicht vertreten ist, kommt mir das manchmal ein wenig wie eine "CO-Gemeinde" vor.

    Hier widerum werden diejenigen, die bei Ihrem nassen Partner verharren, i.d.R. "niedergebügelt".

    Ich kann nur empfehlen, sich "alle Seiten" anzuhören und anzuschauen und dann den für sich richtigen Weg zu wählen.

    Dann bitte aber nicht jammern über den gewählten Weg oder die Konsequenzen.

    Ich bin übrigens alkoholabhängig, lebe seit 12 Monaten abstinent.
    Habe keine Partnerin in die Sache "involviert" - das ist mein Ding.

    Jürgen

  • Hallo Emma,

    ich verfolge diesen Thread hier schon eine ganze Weile und weiß nicht, ob Dir Emma - klar ist, was Du mit Deinen Erzählungen über Deinen nassen (oder ist er trocken oder macht Trinkpausen?) Partner machst:

    Du berichtest über Dein Leben - aber für andere ist alles dies, was Du da lebst eine Co-Abhängigkeit, woran viele Co´s hier in diesem Forum vielleicht fast zugrunde gegangen wären. Auch wenn Du es für Dich selber nicht so siehst - Du tauschst Dich aber mit Menschen hier aus, die eine ernstzunehmende Krankheit haben und sich genau darüber austauschen möchten.

    Wenn ich dies mal auf einen Alkoholiker übertragen würde, wie ich es bin: Du kommst hier ins Forum und propagierst kontrolliertes Trinken oder das meine Sucht-Erkrankung gar keine ist. Und wenn Du von Deinem nassen Partner sprichst, wäre es im übertragenen Sinne so, als wenn Du mir die ganze Zeit erzählen würdest, wie toll doch der Genuß von Alk. ist und Du einen Weg gefunden hast, mit Alk. zu leben. Will hier aber niemand hören, denn wir haben uns für ein Leben ohne Alk. entschieden. Verstehst, wie ich es meine? Genauso kommt es sicherlich für die Co-Abhängigen rüber.

    Vielleicht lenkst Du Deine Empathie und Fühler auch mal in diese Richtung? Dann wirst Du sicherlich auch einige der Reaktionen hier verstehen.


    Gruß

    BC

  • Hallo Karsten,

    das Wort "nieder..." tat mir schon 5 Minuten später leid, weil es mit Sicherheit nicht die Forumslinie und die Linie der vernünftigen Schreiber darstellt.
    Dennoch passiert es leider im Eifer, daß Verhaltensweisen oder Sichtweisen anderer unpassend angegriffen werden.

    Ich wollte lediglich mal darstellen, daß z.B. eine SHG edit - Name der SHG entfernt - edit ganz anders mit den Dingen umgeht und jeder sich halt das raussuchen sollte, was ihm nach genauer Betrachtung am meisten liegt.

    In den SHG's edit - Name der SHG entfernt - edit , die ich kennengelernt habe, sind sowohl nasse Alkoholiker als auch aktive CO-Abhängige willkommen ( und auch reichlich vorhanden ) .
    Dort wird nur zugehört und ggf. vom eigenen Weg erzählt.
    Dort findet auch der (noch) aktive CO-Abhängige und Trinker Zuhörer.
    Auf dem Weg der Erkenntnis kann das durchaus hilfreich und richtig sein.

    Jürgen

  • Hallo Karsten,

    habe ich verstanden und akzeptiere ich auch so.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, handelt es sich bei diesem Forum quasi um eine "Onlineselbsthilfegruppe zur Wahrung der Abstinenz" ?

    Die Abstinenz sollte vorher bzw. nach einem Rückfall an geeigneterer Stelle erworben werden ?
    ( Live-SHG, Arzt, Suchtberatung, Krankenhaus, LZT, etc. )

    Jürgen

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

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