Meine ganze Geschichte...

  • Hallo Verena,

    Zitat

    Hey Hartmut, das klingt plausibel, aber hört sich immer leicht an. Mir geht das schon sehr nahe.

    es ist sicherlich nicht leicht , wenn jemanden den man näher kennt, rückfällig wird. Und es braucht auch eine gewisse Zeit um es zu verstehen .

    Nun bist du auch erst ein paar Monate trocken und von Anfang an hatte ich ein ungutes Gefühl bei der Sache das Ihr euch beide unterstützt. Nicht aus der freundschaftlichen oder der menschlichen Sichtweise. Es geht um die Sucht die Ihre eigene Gesetze hat. Da ist es notwendig seinen eigenen Schutz in den Vordergrund zu stellen . Ich glaube mal das ich auch dazu geschrieben hatte, das sich zwei Ertrinkende sich nicht retten können . Nun kenne ich euch beide ja nicht persönlich, jedoch ist es meist ein ähnlicher Ablauf. Meine Erfahrungen im Forum und mit den Menschen die ich kenne, sind die meisten heute noch trocken, die sich einen gesundes trockens Egoismus Denken angeeignet haben.

    Zu meiner Anfangszeit gehörte auch zu meinem alkoholfreien Umfeld das meiden von frisch Trocken werdenden.

    Sie wollte ja wieder Saufen sonst hätte sie sich vorab hier gemeldet . Das gleiche Schema wie vor Ihren letzten Rückfall hier im Forum. Sie weiß um was es geht und wird sicherlich auch hier hin und wieder mit lesen. Es liegt an Ihr und nicht an dir.

    Pass auf dich auf das solltest du dir wert sein.
    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hey Hartmut und Karsten,

    nein ich würde diesen Weg nicht wählen, ich möchte das alles nicht noch einmal mitmachen.
    Die 4 Jahre Suff haben mir gereicht, aber ich weiß noch wie ich damals drauf war und alle Hilfe abblockte und mir alles scheißegal war. Ich hoffe dass es bei ihr schnell klick macht und sie sich helfen lässt.
    Ich fühlte mich gestern ihrem Mann gegenüber so hilflos...
    Ich werde auf keinen Fall so Kontakt zu ihr aufnehmen, aber ich würde gerne mit ihrem Mann ab und zu sprechen. Einfach abschalten kann ich irgendwie auch nicht :(
    Aber ich weiß jetzt was Hartmut damals meinte, mir war das damals nicht so klar.

    Liebe Grüße
    Verena

  • Hallo Verena
    Es gibt kaum ein treffenderes Bild für Deine Situation, als das von Hartmut. Beherzige es bitte. Es ist keine Dramatisierung, wenn der Vergleich sich auf das Überleben bezieht.
    Ich denke auch, dass es keine gute Idee ist, mit Familienmitgliedern einen Kontakt zu suchen. Die Nähe und eigene Betroffenheit, ist einfach zu groß und kann Dir nicht gut tun. Es ist ja jetzt schon grenzwertig – weil die persönliche Abgrenzung fehlt.
    Das es Dich berührt und nicht egal ist, ehrt Dich und ist nur menschlich. Doch in Deiner momentanen Lebenssituation darfst Du auf Dich schauen. Diese Zumutung Deinem Gewissen gegenüber zuzulassen halte ich für notwendig.
    Wer hat gesagt, dass es leicht wird? :o – Gruß – Uwe.

  • Hallo Verena,

    Zitat

    ja sie hat am Anfang schon gute Trockenarbeit gemacht wie ich aus der Ferne und von Erzählungen mitbekommen habe.

    Eben - es sind "nur" Erzählungen. Wenn aber Theorie und Praxis zu weit auseinander liegen, dann passiert es einfach. Und wie nah ist man einem anderen Menschen eigentlich, um zu wissen, was in seinem Kopf abgeht? Wie nah ist man sich selber dabei?

    Trockenheit lebt man nicht nach 4 oder 5 Wochen oder 6 Wochen Abstinenz, man hat zwar eine leise Ahnung, aber diese Ahnung wird erst langsam verinnerlicht und es braucht Zeit, bis die alten "Trinkmuster" abgebaut und durch neue, achtsame Gedanken ersetzt werden.


    Zitat

    Warum das ganze dann wieder gekippt ist weiß ich nicht.

    Mußt Du das wissen? Wichtiger finde ich, bei sich selber zu bleiben und einfach los zu lassen.

    Ich habe den Spruch heute morgen erst in meinem Thread geschrieben: Sorge dafür, dass es Dir gut geht.


    Grüßle

    BC

  • Hey ihr Lieben,

    ich habe mir nun auch lange und viele Gedanken gemacht und ich werde euren Rat befolgen.
    Ich telefoniere heute Abend noch einmal mit ihrem Mann um ihm dies mitzuteilen, denn einfach von heute auf morgen gar nicht melden möchte ich dann auch nicht.
    Ich glaube, dass er mich verstehen wird so zu handeln. Ich habe die letzten 2 Tage auch lange mit meinem Freund darüber gesprochen, der selbst eine alkoholkranke Mutter und nur sporadischen Kontakt zu ihr hat. Er glaubt auch, dass es mir einfach nicht gut tut und ich in dem Moment auf mich selbst schauen sollte.
    Mir fällt sowas immer schwer, da ich immer gerne helfe. Das ist auch so ein Laster von mir.

    Liebe Grüße und vielen Dank
    Verena

  • Hallo Verena

    Könnte es sein,dass sie selber hier liest was du über sie schreibst ?

    Was wird in ihr vorgehen wenn sie mitbekommt dass sie von ihrer

    Freundin hier öffentlich geoutet wird ?

    Bitte auch einmal daran denken.

    lg

    der Poster

  • Hey Karsten,
    ja vielleicht ist es besser, danke.

    Hi Poster,
    das glaube ich kaum, sie hat ein ähnliches Trinkverhalten wie ich auch. Sie wird hier glaub ich erst lesen wenn sie auch wieder weg kommen möchte.
    Ich hatte dennoch lange überlegt ob ich es schreibe oder nicht, weil ich wissen wollte wie ich am besten damit umgehen sollte. Ich hätte den Namen weglassen können, aber dadurch dachte ich dass es ja auch Leute gab mit denen sie schrieb und vielleicht eine Idee zustande gekommen wäre. Aber ich glaube ich muss echt zuerst mal nach mir selbst schauen...

    Liebe Grüße
    Verena

  • Hallo Verena,
    die beste Hilfe ist oft die Nichthilfe.
    Wenn man niemanden mehr findet, der einen aushält, kommt der Punkt, an dem man was verändern muss.
    LG Frank

  • Hallo Frank,

    das ist gut möglich. Ich hatte trotzdem ein schlechtes Gefühl als ich das ihrem Mann gestern mitteilte. Er hat mich aber vollkommen verstanden und hat mir ganz viel liebe Grüße mitgegeben und hofft dass ich diese Dummheit nicht mitmache.

    Liebe Grüße
    Verena

  • Hey,

    ich konnte die Geschichte mit meiner Freundin die letzten Tage ganz gut verarbeiten. Ich weiß dass ich ihr selbst nicht helfen kann und sie für sich selbst verantwortlich ist. Aber ich bin eben so, möchte immer helfen und wenn ich nicht kann mache ich mir einen Kopf darum...
    Auch meine Trinkerfreundin aus meiner nassen Zeit bereitet mir ab und zu noch Kopfzerbrechen. Jedoch ist es für mich da nicht so schlimm, weil ich kannte sie ja nur betrunken. Bei ihr geht mir auch mehr nach, wie ich damals mein Leben verschwendet habe und wie hilflos ich war. Diese Gedanken kommen mir immer wieder wenn ich sie irgendwo treffe.

    Liebe Grüße
    Verena

  • Hallo Rockqueen!

    Keiner deiner Freunde interessiert sich mehr für dich, wenn Du ganz am Boden bist.

    Auch ein Grund weshalb DU nicht zu Boden gehst!

    Mehr als durch dein Trocken bleiben einen Weg aufzeigen, dass es auch ohne Alk geht, kannst du nicht.
    Und das tust du ja bereits.

    Weiter so!

  • Hallo Schnuffig,

    dank dir. Ich glaube auch dass ich sonst nicht helfen kann. Bei mir wars auch nicht anders, nur wenn man selbst nicht betroffen ist ist es schwer zu akzeptieren bzw zu verstehen.

    Liebe Grüße
    Verena

  • glück auf verena

    Zitat von Rockqueen

    Aber ich bin eben so, möchte immer helfen und wenn ich nicht kann mache ich mir einen Kopf darum...

    ja das kenn ich - geht mir genau so. der Uwe Rothämel hat das mal (bei mir) als "soziale kompetenz" bezeichnet - hat mir gefallen.

    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo Verena
    Vorsicht Satire! Ich kann nicht wissen, in wie weit Deine Schwester eine fachkundige Diagnose über ein äußerst differenziertes Persönlichkeitsprofil erstellen kann – doch ich rate erst einmal zur Vorsicht. Zu leicht hüpft man in schon offene Schubladen und kommt nicht wieder heraus.
    Weniger lustig an dieser „Schublade“ ist allerdings, dass sich so mancher in jener „Rolle“ aus Unkenntnis und falsch verstandener „Samariterfunktion“ so wohl fühlt, dass es weit entfernt von sozialer Kompetenz ist.
    Ich denke allerdings, dass ist nicht Dein Thema. Vielleicht stellst Du Dir in solchen Situationen (es werden neue kommen!) einfach die Fragen: „Was hat es mit mir zu tun? Wie viel ist Mitleid und Barmherzigkeit, rational gesteuertes helfen wollen? Und welcher Anteil gehört zu dem Versuch, von mir selbst abzulenken?“ Gerade die dritte Frage, ehrlich für mich selbst beantwortet, hat sich für mich als sehr wertvoll erwiesen. Die Antwort darauf war zwar selten wirklich schön (weil so entfernt vom persönlichen Ideal), aber das hab ich ja nur mir eingestehen brauchen.
    Gute Zeit – Uwe.

  • Rockqueen ,

    Zitat

    meine Schwester sagt immer ich hätte das Helfer-Syndrom.

    zu "sozialer Kompetenz" gehört nach meinem Verständnis, daß ich genau kein Helfersyndrom ausbilde und nur denen helfe,
    die wirklich Hilfe wünschen und etwas dafür tun.
    Also Hilfe zur Selbsthilfe ohne jegliches "Kontrollbedürfnis".
    Ich bemühe mich, anderen Menschen die Konsequenzen Ihres Handelns zu spiegeln und selbst authentisch und konsequent zu sein.
    Dabei kann es sehr wohl so sein, daß mich andere Menschen "nicht mehr mögen" - nämlich dann, wenn ich mich aus Konsequenz zurücknehme.

    LG Jürgen
    ----------------------------------------------
    Meine Mening. Keine Suchtberatung.

  • Hallo Uwe und Jürgen,

    sorry ich hatte gestern sehr viel um die Ohren, noch SHG, einkaufen und Sport nach der Arbeit.
    Ich danke euch für die Beiträge, ich muss mir darüber nun in Ruhe Gedanken machen. Ich weiß dass ich mich nicht komplett ändern kann, aber eine gesunde Mischung würde sicherlich nicht schaden. Vieles kommt bei mir wohl aus Mitleid.

    Liebe Grüße
    Verena

  • Hey ihr Lieben,

    ich hoffe ihr hattet auch ein tolles Wochenende. Ich habe mir eure Beiträge zu Herzen genommen und habe in erster Linie an mich gedacht und mit den Leuten was unternommen die mir gut tun.
    Am Freitag habe ich mit meinem Freund, meiner Schwester, ihrem Freund und 2 Freundinnen das Fußballspiel gesehen. So richtig gelaxt mit Chips, Flips und Limo.
    Gestern waren mein Freund und ich auf einer Oldtimerausstellung und bissjen bummeln in der Stadt mit Eis essen. Und heute waren wir im Spaßbad und lasse nun den Abend ruhig ausklingen.

    Liebe Grüße und danke, ich werde wieder mehr auf mich selbst schauen.
    Verena

  • Hallo verena,

    Zitat

    Ich habe mir eure Beiträge zu Herzen genommen und habe in erster Linie an mich gedacht und mit den Leuten was unternommen die mir gut tun.

    ich freue mich für Dich. :)
    Sei die Blume auf dem Weg der anderen, versuche nicht sie zu einer Blume zu machen.

    LG Jürgen
    -----------------------------------------------
    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

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