Ich wuensche mir, wieder frei zu sein.

  • Hallo Time,
    ich finde es gut, dass Du zwar hinschaust, aber auch gleichzeitig drarauf schaust, inwieweit Dich "das was angeht" oder nicht.
    Verwandschaft hin-oder her.
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    In meinem naeheren Umkreis gibt es auch dieses Problem, mit der krankhaften Ess-Sucht. Schon lange .....und die ganze Familie hat sich den Mund fusselig geschwaetzt, teilweise gabs auch Stunk und schlechte Laune, es gibt schon massive gesundheitliche Auswirkungen (Diabetes, Gelenkschaeden und was-noch-alles) ..... es hilft alles nichts.
    Da stecken doch andere Gruende dahinter als nur "Du muesstst mal ein bisschen"....oder "ess doch mehr Salat" und solche Lieschen-Mueller-Tipps.

    Solange die Beiden Betroffenen nicht bereit sind, die Ursachen zu erforschen und dann in Folge ihren ganzen Lebensstil umzukrempeln, kann die Rest-Familie sich auf den Kopf stellen. Das wird nix.
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    Im Augenblick ist es so, dass "wir" es aufgegeben haben, da aktiv einwirken zu wollen ..... allerdings sind wir auch nicht mehr bereit, uns die Lamentierei bezueglich der Folgen anzuhoeren. "So? Du kannst kaum noch laufen? Hm, ja.....schlimm ......" und die Beiden wissen auch genau, dass im naechsten Halbsatz dann kaeme "dann musst Du halt ein bisschen abnehmen..." wenn sie weiter jammern. Also lassen sie es lieber.
    ------
    Was Du vielleicht aktuell daraus schliessen kannst, ist, dass Du ein hoeheres Gefahrenpotenzial bezueglich "ungesunder" Verhaltensweisen hast. Ob nun vererbt, abgeschaut, angelernt, was-immer.

    Und nur bei Dir gucken kannst, wie Du eventuell bei Dingen, die auch nur annaehernd in diese Richtung gehen, anders, besser, gesuender und "bewusster" damit umgehen lernen kannst.
    Und das tust Du ja schon. Deine Therapie wird Dir dabei sicher hilfreich sein. Wenn Du die "kritischen" Punkte ansprichst.

    Hinschauen, eben, nicht wegschauen.

    Was Dein Vater macht ist seine Sache. Wenn er nicht will, abblockt, wuetend wird, dann kannst Du Dir alles Gefasel grad sparen. Und nur gucken, wie Du den Umgang so gestaltest, dass er Dir nicht allzu "weh" tut.
    Und das tust Du ja schon.

    Mehr kannst Du nicht tun .
    Findet
    Lindi

  • Hallo Lindi,

    danke für deinen Beitrag.

    Ja, es ist halt schon so, dass ich natürlich schon den Zustand meines Vaters angesprochen habe. Aber es ging dabei nie um Alkohol, da ich es erst in den letzten 2 Jahren überhaupt geschafft habe, mich von ihm zu distanzieren, so weit,d ass ich überhaupt was ansprechen konnte. Und da war die Esserei schon das Hauptproblem. (meiner Meinung nach)

    Alle haben es schon versucht, und wie bei jeder Sucht, will man es natürlich erstmal nicht hören. Bzw. ist mein Vater schon so, dass er dann einlenkt und sagt "Ja, es wird jetzt wirklich Zeit, was zu tun" oder "ja, ich muss unbedingt eine Reha beantragen" oder andere Floskeln und die aber absolut nicht ind ie Tat umsetzt.

    Es gab einige Versuche, mit Unterstützung seiner neuen Frau, die aber ins Leere verliefen.

    Er müsste einen richtigen Cut machen. Und ich glaube davor hat er ne Riesenangst. Wie wahrscheinlich jeder Süchtige. Aber die Angst kann ihm eben keiner nehmen. Aber außerdem hat er es - so denke ich - schon auch geschafft, ein stabiles Lügengerüst um sich selbst aufzubauen, es sich selbst schön zu denken usw....

    Und trotz aller Versuche mit ihm zu reden, denke ich natürlich immernoch, dass ich es wieder und wieder versuchen sollte. Aber meine Reaktionen, nämlich, dass ich drei Tage brauche, um mich von Begegnungen derer Art mit ihm zu erholen, die halten mich davon ab, überhaupt noch irgendeinen Schritt in diese Richtung zu gehen.

    Weil es einfach unglaublich weh tut, einem Menschen, den man liebt, dabei zusehen zu müssen, wie er sich selbst kaputt macht.

    So wie auch in der Beziehung mit dem Alkoholiker ist doch eigentlich fast immer die Trennung die einzige Möglichkeit und alles Reden, Diskutieren, etc. eigentlich bodenlos. Und so in der Art sehe ich das bei meinem Vater auch, der weitaus mehr als nur eine Sucht auslebt.....


    Mit herzlichen Grüßen

    Miriel

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Hallo TimeIsAHealer

    Zitat


    Er müsste einen richtigen Cut machen. Und ich glaube davor hat er ne Riesenangst. Wie wahrscheinlich jeder Süchtige. Aber die Angst kann ihm eben keiner nehmen. Aber außerdem hat er es - so denke ich - schon auch geschafft, ein stabiles Lügengerüst um sich selbst aufzubauen, es sich selbst schön zu denken usw....

    Merkwürdig, das Du bei Deinem Vater so genau weisst, was er tun müßte, aber Deine Beziehung zu "Deinem" Alkoholiker ist sicher was ganz anderes, oder ? :wink:

    Riesenangst, wie jeder Süchtige... jaja... die CO-Abhängigkeit ist übrigens auch eine Suchterkrankung :wink:

    Dein stabiles Lügengerüst trägt Dich mittlerweile 141 Seiten, ist es nicht erstaunlich ?

    141 Seiten, wo Du im Grunde nix an Deiner Beziehung zu Deinem Alkie geändert, geschweige denn, eine Trennung durchgezogen und dann auch mal ausgehalten hast.
    Du hast dafür Dein persönliches Lügengerüst gut ausgebaut, sodas nun alles passt für die liebe Miriel.

    Miriel, schau mal lieber auf Deine eigenen Baustellen, und lass Deinen Vater Vater sein, er ist erwachsen. Es ist seine Sache was er tut oder nicht tut und wenn er sich zu Tode futtert, ist es auch sein Ding.

    Zitat

    Weil es einfach unglaublich weh tut, einem Menschen, den man liebt, dabei zusehen zu müssen, wie er sich selbst kaputt macht.

    NIEMAND zwingt Dich dazu, dabei zuzusehen.
    Ebenso wenig wie Dich jemand gezwungen hat, Deinem Alkie dabei zuzusehen/zuzuhören und ihn immer und immer wieder zu kontakten, diese Leiden sind selbst gewählt, sorry.

    Du bestimmst Dein Leben und somit auch die Dauer Deiner Leiden. Und die kannst Du wohl erst beenden, wenn Du einen richtigen Tiefpunkt erlebst.
    Also auf die nächsten 141 Seiten... wo nix geschieht :wink:

    LG Sunshine
    (Alkoholikerin, 11 Jahre tocken)

  • Hallo liebe Time,
    ich hoffe, ich darf als Neue auch mal was schreiben?
    Mir ist aufgefallen, dass Du das Wort "Zuhause" offenbar für Dein Elternhaus benutzt.
    Ich bin darüber gestolpert und wunderte mich "war sie im Urlaub?"....
    Nochmal zurückgeblättert.... nein, kein Urlaub. Frau Girasole verwirrt *grübel* .... dann die Erkenntnis.
    Es mag wie Haarspalterei scheinen, aber mir scheint es ein bedeutender Hinweis. Oft sind es die ganz kleinen Dinge, die uns entscheidende Hinweise geben können. Also bei mir war es oft so.
    Also quasi ein Denkanstoss "was ist ein Zuhause? wo ist meines? Warum liegt es immer noch bei meinen Eltern, obwohl ich schon ausgezogen bin? usw.

    Liebe Time, ich bin zugegeben gerade etwas erschrocken, als ich bewusst Dein Alter gelesen habe. Ich finde in vielerlei Hinsicht klingst Du erschreckend älter.
    Andererseits erklärt sich für mich damit aber auch so manches Schwanken, Zögern, Nicht-verstehen, Rückwärts-Schritte usw.
    Ich bin nun Ende 30 und habe mit 24 Jahren mit Therapie angefangen. Es hat lange gedauert, bis ich Knackpunkte in meinem Leben dem Elternhaus zuordnen konnte und noch länger dann, entsprechende Konsequenzen zu ziehen.
    Es ist einfach ein schwerer Schritt und jeder braucht seine Zeit.
    Vor allem hast Du viele Baustellen, die Du unmöglich auf einmal lösen kannst.
    Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst, auch Stillstand gehört übrigens zur Entwicklung. Er gilt als die Zeit des "Kräfte-sammelns" vor dem nächsten Entwicklungssprung.
    Wichtig ist nur, dass Du im Auge behältst, nicht stehen zu bleiben (also, nicht dauerhaft)
    Kleine Schritte sind ok, sogar gelegentliche kleine Rückwärtsschritte,- solange es insgesamt gesehen, in der Tendenz, immer vorwärts geht.

    Liebe Grüße!

  • Hallo ihr Lieben!

    Vielen Dank für eure Beiträge.

    @Sunshine

    Als ich über meinen Vater schrieb und auch in meine rletzten Sitzung mit meinem Psychologen fast nur über meinen Vater redete, war auch für mich danach klar, dass das auch nicht der Weg sein kann, nun wieder die Probleme von jemand anderem in den Fokus zu nehmen.

    Anlass dafür war und ist aber lediglich, dass der Kontakt in den letzten Wochen häufiger war und ich auch dort vor Ort war und mich die "Zustände" hautnah berührt, beeinflusst und auch emotional belastet haben. Nicht nur der Zustand meines Vaters, der natürlich sein eigenes Leben lebt, nein auch der Zustand des Hauses und drum herum, was diesseits meine Großmutter sehr belastet, die dagegen aber wenig tun kann.

    Auch hier könnte man sagen, ist nicht meine Sache. Aber es ist noch immer meine Familie und meine Großmutter von 80 kann da einfach nicht wirklich viel ausrichten und ich wollte da einfach helfen. Vielleicht zu viel des Guten, weil das Ganze letztendlich vieles in mir aufgewühlt hat und ich auch sehr wütend geworden bin über alles.

    Und ja, ich werde nicht gezwungen zuzusehen bei dem ganzen Leben meines Vaters etc. Aber letztendlich werde ich immer wieder involviert und wenn es Gespräche mit Großmutter oder Schwester sind oder eine Skype Nachricht meines Vaters, dass seine Gesundheit den Bach heruntergeht grade "Ach, wer hätt es gedacht..." ...

    Also auch hier würde letztendlich nur helfen, alle Kontakte zu cutten (was ich ja teilweise schon tue) bzw. Gespräche in solche Richtungen zu unterbinden.


    Ok. Aber du hast Recht. Den Fokus darauf zu legen und mich über die Probleme meines Vaters zu ereifern bringt mich selbst nich weiter und verschleiert nur meine eigene Problematik.

    Eine Riesenangst hab ich auch. Nämlich genau davor, dass mit XY alles eine einzige Lüge vor mir selbst sein könnte. Nämlich das, dass ich die Veränderung in XY als eine Veränderung wahrnehme und deshalb den Kontakt halte.

    Ich sehe es nach wie vor nich tso, dass sich innerhalb 141 Seiten nichts verändert hat. Aber diese Diskussionen habe ich hier schon des Öfteren geführt und ich weiß nicht ob es Sinn hat dagegen etwas zu sagen. Denn dann wiederum könnte es heißen, dass ich diese Veränderung eben nur illusioniere und mir das ganze schön rede.

    Und vielleicht ist dem so und ich bin so krank, dass ich es nicht mal mehr selbst sehen kann.

    Aber ich sehe es nicht so.

    Ich bin der Meinung, dass ich ziemlich viel an der Beziehung zu XY geändert habe. Der Fokus liegt da ganz klar auf meinem Verhalten und auf meiner Abhängigkeit und mich aus dieser zu befreien. Ich muss hier immer wieder lesen, dass ich die Trennung nicht "durchgezogen" habe.


    Ich weiß nicht, was genau darunter verstanden wird ehrlich gesagt.

    Es gibt eine große Veränderung in der Beziehung zwischen XY und mir. Jedenfalls empfinde ich das so. Auch wenn er nicht in einer Klinik sitzt und ich ihn dort besuche. Wir sprechen. Wir kommunizieren. Und wir leiden nicht mehr. So wie wir es getan haben.

    Aber es wird immer wieder im Grunde "verlangt", dass die endgültige Trennung, der endgültige Abschied passieren muss, damit man überhaupt vorwärts kommen kann.

    Ich bin mir sehr bewusst, dass ich Fallen kann, denn eine Garantie für die Veränderung des Partners gibt es nie. Aber darf ich die Veränderung, die ich an ihm wahrnehme nicht auch schätzen, anerkennen und vor allem auch auf sie vertrauen?

    Ich maße mir nicht an, zu behaupten, bei meinem XY wäre alles anders. Und das weiß ich auch. Aber es ist wie es ist. Und dass er sich verändert, ist sichtbar für mich. Und dass ich mich verändere ist sichtbar für ihn. Und diese Veränderungen haben unsere Beziehung verändert.

    Meinen Respekt vor deinen elf Jahren - ich ziehe den Hut.

    Danke für deine ehrlichen Worte.

    @Sunshine

    Ja, stimmt. Ich sage Zuhause meistens wenn ich über meinen Heimatort spreche. Manchmal nicht, manchmal sage ich auch "heim" wenn ich über den Ort spreche, wo ich gerade wohne. Es stimmt, ich benutze das mal so mal so, aber meistens ist Zuhause der Ort, wo meine Eltern heute noch leben.

    Die Fragen die du diesbezüglich stellst sind interessant und ich glaube, es ist wichtig, sich darüber klar zu sein. Und ich merke auch manchmal, wenn ich so schreibe, dass ich selbst in dem Moment überlege oder zögere, was ich schreiben soll, wei lich es eigentlich nicht weiß.

    Mh. Ich fühle mich in meinem Ort, in dem ich nun lebe, zuhause. Irgendwie. Aber irgendwie hängt wahrscheinlich noch so einiges an meinem Heimatort und all dem, was mich damit verbindet. Irgendwie ist es eben die Heimat. Der Platz, wo ich groß wurde, wo mein Leben begann und wo ich bisher die meiste Zeit meines Lebens verbracht habe.

    Aber nein, ich kann nicht sagen, dass ich mich dort noch so richtig zuhause fühle. Mein Ruhepunkt ist hier, in meiner Wohnung, in meiner "neuen" Stadt, die ich mir ausgesucht habe, um zu dort zu leben. Und so fühlt es sich auch an, wenn ich herkomme und ich freue mich auch immer, wenn ich dann von einem Besuch in der Heimat wieder zurück zu mir komme.

    Du schreibst, dass du mit 24 mit deiner Therapie angefangen hast. Was für eine Therapie hast du gemacht?

    Ich frage mich manchmal, ob ich da was falsch mache. Da ich Studentin bin, bin ich bei einer Beratungsstelle, die extra für Studenten gedacht ist. Dort arbeiten aber ganz normale Psychologen und Therapeuten. Aber dennoch habe ich nicht dieses "sichere" Gefühl, ich gehe zu "meiner Therapie" wenn ich dort hingehe. Denn jedes Mal wird gefragt, ob ich weitere Termine möchte etc. Ich meine klar, ich habe die Freiheit zu kommen, oder eben nicht. Aber irgendwie ist es für mich komisch. Ich würde gerne richtig "arbeiten" also neben meiner täglichen Arbeit, eben auch in einer Therapie. Ich weiß auch nicht so recht. Auch habe ich eine stationäre Therapie schon letztes Jahr mal angesprochen, als es mir ziemlich schlecht ging und ich ziemlich am Boden war. Ich fühlte mich nicht wirklich gut beraten und hatte das Gefühl, mir geht es nicht "schlecht genug" um stationär zu gehen, wobei mein damaliges Bedürfnis genau dieses war.
    Inzwischen geht es mir viel besser, vieles hat sich für mich geändert und mein Alltag ist ein ganz anderer als damals. Trotzdem denke ich noch immer über diese Art der Therapie nach. Vielleich twerde ich es noch einmal ansprechen bei meinem nächsten Termin (September..)

    Dennoch hat mir mein Psychologe bei dieser Stelle an vielen Punkten zu Erkenntnissen verholfen, vor allem eben was meinen Vater angeht und meine Kindheit. Ich habe viele Dinge nicht miteinander verbunden und habe auch da vieles schön geredet, tue es oft noch immer. Und genau da werde ich ansetzen müssen bzw. setze ich an. Es fällt mir sehr schwer, diese Dinge auszusprechen.

    Ja. Oft kam es mir auf XY bezogen so vor, als bliebe ich stehen, wieder zurück, noch eine Ehrenrunde, usw. Aber blicke ich zurück, weiß ich, dass ich heute um ein vielfaches weiter bin, als ich es war. Und das sicher nicht nur in Bezug auf XY. Viele Dinge sind angestoßen worden, in mir. XY ist ein Teil von einem großen Ganzen. Und ich weiß, dass es Ursachen hat, warum er in meinem Leben ist und ich ihn nicht losgelassen habe. Ursachen, die tief liegen.

    Aber für mich hat sich vieles verändert. Im Grunde mein ganzes Leben. Alles ist anders, als es noch vor 2 Jahren war. Und das hat nicht in erster Linie mit XY zu tun, wenngleich er sicher der Auslöser war dafür, dass ich überhaupt an einen Punkt gekommen bin, wo ich Dinge ändern wollte/musste.

    Ich lebe anders. Und ich lebe besser. Ich lebe gesünder, keinesfalls immer und perfekt. Aber Beziehungen, Lebensweise, Innere Ruhe, alles hat sich verändert. Und ich bin erst am Anfang und weiß, dass es ein steiniger Weg ist, so weiterzugehen, wie ich es gerne würde und so, dass es mir gut geht.

    Und für andere vielleicht etwas "Normales" aber z.B. gibt mir allein mein jetziger Umgang mit meinem Studium unglaublich viel zurück. Früher habe ich nie weiter als ein Semester gedacht, ich hatte Angst, so unglaubliche Angst, dass ich fast in jedem Semester am Ende min. die Hälfte aller Prüfungen nicht gemacht habe. Jetzt ist das anders. Ich steuere auf das Ende zu, habe viel gemacht in den letzten drei Semestern, es gab viel aufzuholen. Und ich bin stolz darauf. Ich habe das geschafft, und zwar ganz alleine. Und das gibt mir unglaublich viel Energie zurück. Ich habe noch immer Angst. Aber die Angst kontrolliert mich nicht mehr. Und ich habe einen Plan. Ich weiß, dass ich, wenn alles so klappt, wie ich das vorhabe, nächstes Semester mein Studium beende. Ich hätte früher nicht gedacht, dass ich das so klar einmal sagen werde. Denn Dinge, die ich angefangen habe, auch zu beenden. Das war niemals meine Stärke.

    Für mich unter Anderem das ein großer Schritt für meine Zukunft.

    Und es tut gut, so etwas aufzuschreiben, merke ich gerade :)

    Nochmal vielen Dank für deine Worte :)

    Und übrigens, ich habe mich sehr gefreut, von dir, als "Neue" etwas hier zu lesen! :)

    Mit herzlichen Grüßen

    Miriel

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Hallo Time,

    zu Deinen Fragen: Ich habe mit 24 eine Verhaltensthera gemacht, u.a. auch wegen einer Angst-Störung, die ging 4 Jahre.
    Dann hatte ich 2 Jahre Pause, dann machte ich eine tiefenpsychologische Thera. Dort lernte ich nach und nach, die Übergriffigkeit und Verletzungen seitens meiner Eltern zu erkennen und mich abzugrenzen.
    Ich war dann auch mal teil-stationär, also Tagesklinik. Damals hat mein Thera auch sehr lange gezögert, bis er das mal vorschlug. Meiner Meinung nahc - im Nachhinein- zu lange. (Ev. ist das für Theras so eine Art "Versagens"- Thema?)
    Dort bin ich u.a. auf Depressionen behandelt worden,- heute immer noch. Daher habe ich kein "in ein tiefes Loch fallen" erlebt nach der Trennung von XY. Häufig wird ja dieses Loch, die Leere der Depression mit einem XY "Betäubt".
    Und wenn er dann weg ist, fühlt man sie und kann es nicht aushalten.
    Mir ging es anfangs nach der Trennung auch nicht immer gut, aber es ist immer zum aushalten gewesen.
    Ich kann mich allerdings noch gut an das schlimme Gefühl der Depression erinnern, wenn man immer in action bleibt, um nur bloß ja nicht zur Ruhe zu kommen und zu spüren, wie schlecht es einem eig. geht.
    Die Tagesklink hat mir damals sehr gut getan. Ich zehre heute noch von dem, was ich damals gelernt habe. Allerdings schlucke ich nicht nur Medis, sondern habe auch mein Leben sehr verändert.
    Die tiefen. Thera mache ich nun schon im 6. Jahr, und sie wird noch etwas dauern. Anfangs hatte ich 2 Sitzungen pro Woche, über viele Monate. Dann lange Zeit ein Mal pro WOche. Nun schon seit einem halben Jahr alle 2-4 Wochen, da ich zwar deutlich stabiler bin, aber eben noch Unterstützung brauche.
    Nach der Tagesklinik habe ich dann nach und nach gelernt, mich von meinem XY abzugrenzen, mich mir selbst zugewendet, immer mehr reflektiert. Irgendwann konnte ich dann die EHe beenden. Aber es war ein langer Prozess.

    Ich habe das Gefühl, dass bei Dir ähnliches vieles ansteht: Deine Panik/Angst, Abgrenzung ELternhaus, Loslassen XY. Alles auf ein Mal geht unmöglich.

    Ich war übrigens bei meiner ersten Thera auch noch Studentin. Es war eine verdammt harte Zeit- Studium, Job, Therapie...
    Überhaupt waren die ganzen Jahre und Therapien harte harte Arbeit. Ich habe mich immer weiterbewegt, auch wenn teilweise heulend. Ich wusste, dauerhafter Stillstand bringt mich nicht weiter.
    Aber rückblickend muss ich sagen, dass sich das alles gelohnt hat! (immerhin fast 10 Jahre Therapie :roll: )

    Falls Du das Gefühl hast, eine ambulante Therapie würde Dir mehr helfen als die Beratung, dann würde ich das tun. Die meisten haben eh eine Wartezeit von ewiger Dauer (1/2 bis 1 Jahr).
    Wenn es Dir so schlecht geht, dass DU, wirklich ganz subjektiv DU, das GEfühl hast, Dein Leben nicht mehr richtige auf die Reihe zu bekommen, dann schau mal nach Tagesklinken. Das sind meist Akut-Plätze, man bekommt relativ schnell was (2-3 WOchen).
    Eine stat. Reha kannst Du auch beantragen, aber dann solltest Du schon oft krankgeschrieben gewesen sein. Ich mache das nämlich gerade und weiß es daher. Die Reha ist nämlich da, um Deine Arbeitsfähigkeit zu erhalten.

    Liebe Grüße!

  • Hey girasole,

    danke für deinen Beitrag.

    Ja. also. Ich war eigentlich "offiziell" noch nie wg Depression oder wegen XY krankgeschrieben. Da ich im Studium bin, kann ich letztendlich fehlen wann ich will. Und das seit 2009. Vorher habe ich eine Ausbildung abgebrochen, weil ich nicht klar kam und auch Ängste hatte und vorher war ich im Ausland. In meinen Jobs konnte ich mich grundsätzlich durchmogeln, da brauchte ich nie eine 100 % ige Arbeitskraft zu sein.

    Du siehst, es geht irgendwie und das bei mir nun schon... lass mich überlegen seit Schulabschluss 7 Jahre... Und es wurde natürlich nicht besser. Und im Laufe des Studiums nur schlimmer. Aber Hilfe hab ich halt erst dann im Zuge der Beziehung mit XY in Anspruch genommen.

    Ich hatte immer wieder persönliche "Tiefpunkte" wenn ich zurückblicke, also auch vor XY. Aber irgendwie hatte ich auch immer die Rolle der starken Miriel, die ich gewissenhaft zu spielen vermochte. Vor allem gegenüber meiner Familie. Die Rolle habe ich bis heute behalten, also aus der Perspektive der väterlichen Seite. Es geht doch nichts über das Familiensystem.

    Momentan würde ich mich, trotz XY, wenn ich hier in meiner gewohnten Umgebung bin, als relativ stabil einstufen, aber das bedarf täglicher Arbeit an mir selbst und schwankt natürlich immer mal wieder. Aufjedenfall fühle ich mich sehr viel stabiler und besser als noch vor einem 3/4 Jahr. Sobald ich jedoch mein Gewohntes verlasse, reißt mich das meist so raus, dass ich wieder Tage, wenn nicht sogar Wochen brauche, um mich davon zu erholen und meinem gewohnten Tagesablauf nachzugehen. Das ist dann jedes Mal mit sehr viel Willen und Energie verbunden, die ich da aufbringen muss, um mich sozusagen "zurückzuholen". Das bezieht sich dann auf Tagesablauf, Ernährung, Bewegung, Gewohnheiten, Pflichten, ... also alles, was in Balance gehalten werden muss, damit es mir gut geht am Ende.

    Du siehst, ich würde also nicht sagen, dass es mir SO schlecht geht. Und trotzdem sage ich zu meinem Psychologen, dass ich das Gefühl habe, dass ich mein Leben eben nicht auf die Reihe bekomme dauerhaft und da ist vor allem eigentlich die Angst, dass ich diesen "Alleingang", so will ich es mal nennen, also dieses immer wieder volle Power geben auf Grund von Dingen, die für andere selbstverständlich sind, letztendlich nicht ewig aufrechterhalten kann. Für mich wäre es unglaublich wichtig, zu lernen, die "normalen" Dinge auch mit normalem Energieaufwand bewältigen zu können.

    Ja.. ok was rede ich. Aber wie immer - es tut gut, das aufzuschreiben :)

    Die Beratung, zu der ich gehe ist im Durchschnitt alle 2 WOchen, aber es fällt dann auch mal aus, oder ich bin im Urlaub und dann sind es auch mal 4 oder 6 Wochen. Das ist auch ok und ich habe dadurch auch gemerkt und gelernt, dass dann auch nicht die Welt untergeht, aber es gab auch schon andere Zeiten, in denen ich völlig am Boden war, als der Psychologe mal krankgemeldet war zu unserem Termin...

    Fakt ist eigentlich - ich möchte aufarbeiten. Ich habe erkannt, dass meine Kindheit nicht so rosig war, wie ich sie mir ausgemalt habe. Ich habe erkannt, dass die Persönlichkeit meines Vaters einen weitaus größeren Einfluss auf mich hatte, als ich dachte und ich habe erkannt, dass etliche Verhaltensmuster meinerseits genau darauf basieren. Ich habe erkannt, dass auch meine Mutter abhängig war von meinem Vater, bis sie sich nach 17 Jahren Ehe befreien konnte. Ich habe erkannt, dass nur ICH etwas ändern kann an meinem Leben und dass ich dazu aber auch verstehen will, warum ich Dinge so getan habe und so tue.

    Ich will die Muster kennen und ich will mit ihnen umgehen lernen bzw. ihnen da, wo ich kann, entgegen wirken können. Aber auch da schwingt bei mir glaube ich so eine Art Kontrollsucht mit. Ich kann auch das ganz schlecht loslassen. Ich habe Angst, die Kontrolle irgendwann komplett zu verlieren. Wenn ich dann meinen Vater anschaue, weiß ich, dass es passieren kann. Und das möchte ich in keinem Fall. Aber ich weiß auch, dass man nicht über alles Kontrolle behalten kann.

    Aber genau aus all diesen Gründen... würde ich wahrscheinlich gerne "kontrolliert" therapeutisch arbeiten ;)

    Ich werde das noch einmal ansprechen bei meinem Psychologen, aber schon wenn ich darüber nachdenke, kommt sofort der Gedanke gesprungen "Aber Miriel, schau doch mal, dir gehts doch garnicht so dreckig grade, ist doch übertrieben..." usw..

    Aber ja. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit. Ich bin noch nicht mal im Berufsleben und kann mir jetzt schon kaum vorstellen, wie ich es im Beruf schaffen soll. Jeder Job bereitet mir immer wieder Angst, die Pflicht, irgendwo hin zu MÜSSEN, funktionieren zu müssen,etc.. bereitet mir unglaublichen Druck und Angstgefühle, so dass ich eben auch schon viele Jobs, die ich eigentlich gern gemacht habe, an den Nagel gehängt oder erst garnicht angetreten habe.

    Und diese Gefühle möchte ich nicht mehr haben.

    Ok. jetzt ist mal gut :)

    Mit herzlichen Grüßen

    Miriel

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Liebe Miriel,

    Du bist sehr weit, wenn Du erkannt hast, dass es schon vor XY "losging" und dass es mit Deinem Familiensystem zusammenhängt.
    Es tut weh, da hinzuschauen, und viele tun es daher nie.
    Aber anders kann man nicht an sich arbeiten.

    Der Satz "ich funktioniere doch noch- so schlecht geht es mir gar nicht" ist übrigens typisch für/bei Depressionen, da die Erkrankten oft Perfektionisten sind, die gewohnt sind, dass funtioneren= gesundes Leben ist.
    Gerade den Menschen fällt es sehr schwer zu sagen "ich kann nicht mehr", da sie ja dann Kontrolle aufgeben....
    So war es auch bei mir.
    Viele in der Klinik haben gedacht "es geht doch noch... irgendwie....", bis es fast zu spät war und sehr lange gedauert hat, bis sie wieder gesund waren....

    DIe Frage sollte nicht lauten "Funtioniere ich noch?" sondern ev. eher "bin ich glücklich und gesund?"
    Gesund im seelischen Sinne wird übrigens u.a. definiert durch "gelingende Partnerschaft und gelingendes Berufsleben".... und noch was, glaub ich, aber das weiß ich nicht mehr.
    Habe ich alles gelernt in der Klinik, im Kurs "Experte für die eigene Krankheit" werden.

    Wenn Du nicht sicher bist, stelle Dich doch einfach mal einem Psychiater vor.

    Meiner Meinung nach kann man erst an der Vergangenheit arbeiten, wenn man richtig stabil ist, denn es kommt einiges hoch, das einen ansonsten total umhaut. (So war es bei mir)
    Dann kann man an den Mustern des eigenen Familiensystems und seinen eigenen Mustern arbeiten.
    Dann hat sich ev. das THema XY von selbst gelöst, einfach weil Du weitergekommen bist.
    Oder es kommt eben dann dran.
    Aber alles gleichzeitig- Eigene Gesundheit/Ängste, Familiensystem, XY zu bearbeiten ist wie gesagt meiner Meinung nach unmöglich.
    Die Gefahr wäre auch, dass Du an allen Feldern etwas herumdokterst und nirgends richtig weiterkommst.

    Viele Grüße!

  • Hallo Miriel,
    ich muß sagen, dass ich es gut finde, wie Du es angehst. Wie ich DIr schon zu anfang schrieb finde ich es für Dich im Moment am allerwichtigsten, dass Du Dein Studium in Ruhe zu Ende bringst udn da bis Du ja auf dem besten Wege. Alles andere kannst Du so nach und nach lösen. Alles auf einmal wird eh nciht gehen. Man muß auch bedenken, dass wenn man in seinem Seelenleben herumwühlt auch einiges an bisher verdrängtem Unschönen sichtbar wird und es erstmal auch wieder Energie benötigt das alles zu bearbeiten. Da ist nicht jeder Zeitpunkt immer der richtige. Wichtig für Dich ist doch im moment einfach zu wissen, dass es da noch einiges gibt, dass Deien welt noch ncith so in Ordnung ist, aber Du am Ball bleibst. Auch, dass Dein XY eine Krankheit hat, die nciht so von heute auf morgen für ihn zu bewältigen sit und vielelicht auch nie. Aber dass dies alles nicht Dein Problem ist. Ich glaube, dass ist Dir auch mittlkerweilen klar. Und solange Du dich da abgrenzen kannst finde ich eine Trennung nicht notwendig. Ihr seid doch eh räumlich voneinander entfernt,wie ich es verstanden habe. Solange DU es als SEINE Krabkheit siehst und Du nicht drunter leidest ist es doch so erstmal ok. Wenn er aber nichts unternimmt muß Dir auch klar sein, dass der Alkoholismus immer shclimemr wird, den Menschen imemr mehr verändert. Soweit ist Dein XY vermutlich noch nicht. Aber rechne wirklich mit dem Schlimmsten. Solange Du Dich nicht auf ehe, Kinder, gemeinsame Wohnung etc einläßt kannst Du Dich ja recht schnell jederzeit trennen. Ich denke, dass es letzlich auch diese verletzten Gefühleund unrerfüllten Bedürfnisse sind, die am Schluß nicht mehr auszuhalten sind , die am Schluß bei vielen Coabhängigen zur Trennung führen. Da ist jeder anders, jeder hat seine eigene Toleranzgrenze.
    Ich finde es gut, dass Du ein Ziel hast und das auch so durchziehst. So ungefähr habe ich das als Jugendliche auch gemacht, als ich noch mit meinem Vater unter einem Dach leben mußte. Ich weiß, wie schwer es ist dass alles durchzuziehen, wenn man in mitten einer so kaputten Szenerie lebt. Und in meinem Studium 300km von 'zuhause' entfernt konnte ich mich schon recht gut abnabeln. Gerade meine neuen Aufgaben haben mich gut ablenken und auf mich selbst konzentrieren geholfen.
    Die Angst vor einem Job, wie Du es beschreibst hatte ich auch. Aber glaube mir, auch das vergeht und sicher wirst Du das gut bewältigen. Wenn Du im Hinterkopf hast , dass Du im Grunde überall anfangen und genauso gut wieder kündigen kannst nimmt es Dir vielleicht die Angst. Auch eine Probezeit ist für beide Parteien da. Da kann man auch noch sagen, dass es einem so nicht gefällt. Auch wenn das kaum jemand tut. Wenn Du wirklich Dich auf Stellen bewirbst und einen Job findet, der Dir auch Spaß macht wird das schon alles gut gehen. Manchmal ist es einfach nur die Angst zu versagen und die Aufgaben vielleicht nicht bewältigen zu können, die einen davon abhält es einfach mal auszuprobieren. Aber ich schätze Dich so ein, dass Du schon Herausforderungen gewachsen bist, dass da einfach zu viel 'Perfektionismus' Dir im Wege steht. Also mein Tipp: Glaub an Dich! Vertraue und baue drauf auf das was Du bisher geschafft hast.

    Übrigens solltest Du diesen Druck Dich trennen zu müssen nciht als Dogma sehen. Es gibt auch wenige, die es gemeinsam geschafft haben. So auch meine Eltern. Dennoch war es ein harter Weg, den Du Dir nicht unbedingt antun mußt. Aber die Entscheidung triffst Du selber. Wichtig ist,d ass Du auf Dich aufpaßt, guckst wie sehr Du belastbar bist. Immer wieder aufs neue. Und zieh die Handbremse wo es Dir zu viel wird. Sei ehrlich zu Dir selber. Mir scheint es so, asl ob Du da ein ganz gutes Gefühl für Dich entwickelt hast und Dir aber auch bewußt bist, dass Du da auf dünnem Eis läufst. Einiges läßt sich aber eben auch nicht ändern, so wie Dein familiärer Hintergrund und ebenfalls Dein XY. Bleibst also nur Du selbst, nur Du selbst kannst Dich und Deine Situation ändern und Du kannst und mußt dafür Sorge tragen, dass es Dir gut geht. Also, paß schön auf Dich auf.
    Alles Gute
    Frozen Tears

  • Hallo ihr Lieben,

    danke für eure Beiträge.

    girasole

    gehe ich von der von dir genannten Definition von seelischer Gesundheit aus, dann kann ich nicht sagen, dass ich in den letzten Jahren gesund gelebt habe. Von meinen Beziehungen war noch keine stabil und genau das gleiche kann man im Grunde über meine Jobs und auch meinen Umgang mit meinem Studium sagen.

    Aber gut. Es geht voran und es ist stabiler geworden, mein Berufsleben. Und auch meine Beziehungen, damit meine ich weniger XY, sondern vielmehr allgemein die Beziehungen zu den Menschen um mich herum. Ich kann mich besser abgrenzen und spüre mehr als früher, was ich will und was ich nicht will. Die ein oder andere Beziehung, ob freundschaftlich oder familiär, ist dadurch auch zu einer gewissen Distanz gekommen. Aber das ist dann das, was für mich das Bessere ist.

    Ja, es fällt mir schwer, zu sagen "Ich kann nicht mehr". Ich merke, dass ich vor allem vor meiner Familie (väterliche Seite) stets das Bild wahre, dass alles ok ist, ich zwar hier und da mal Stress habe, ich involviere aber niemanden und jammere auch nie über irgendwas. Lediglich mit meiner Mutter rede ich über Probleme und sage auch mal, dass es mir schlecht geht. Aber auch das kommt nicht oft vor.
    Meine Schwester ist das komplette Gegenteil und involviert ihr ganzes Umfeld in ihr Problemsystem. Ich glaube, unter Anderem auch deshalb, mache ich es genau anders. Aber natürlich auch, weil ich weiß, dass es einfach auch nicht der Weg ist, alles immer abzuladen, zu jammern, aber eben doch nichts zu ändern.

    Ich bin da ziemlich rigoros geworden mit mir selbst. Durch diese "emotionale Unabhängigkeit", die ich dadurch geschaffen habe, nehme ich mir aber auch das Recht heraus, die Probleme anderer (vor allem die meiner Schwester) eben nicht mehr zu meinen zu machen, so wie ich das früher oft zwangsläufig getan habe.

    Väterliche Seite inklusive Schwester nannte mich auf Grund dieses Verhaltens schon zu Genüge egoistisch, desinteressiert an der Familie, gleichgültig, etc. Aber ich weiß, dass das System der väterlichen Seite so gestrickt ist - emotionale Erpressung, Abhängigkeiten schaffen, emotionale Erwartungen, ....

    Und dem habe ich mich entzogen, was mir aber auch heute immer mal wieder misslingt und es mir passiert, dass ich mich mittendrin in dem emotionalen Manipulationsgewirr meines Vaters oder meiner Schwester befinde. In ihr erkenne ich viele Muster meines Vaters und deshalb fällt es mir sehr schwer mit ihr einen normalen Umgang zu haben. Sicher habe ich auch einige Muster von ihm in mir. Aber ich will sie durchschauen und ich will mit ihnen leben lernen und sie nicht an anderen ausleben, etc.

    Mhja. Aber trotz allem habe ich eben Distanz aufgebaut, für die Familienmitglieder eher unverständlich, ärgerlich. Für mich der einzige Weg, um voran zu kommen und vor allem zu mir selbst.

    @ Frozen Tears

    Vielen Dank für deine Worte.

    Sie machen mir Mut, also das mit den Jobs und so :) Ja und mit dem Studium entfernt von "Zuhause" das ist bei mir ähnlich und war aufjedenfall notwendig, um den Schritt in die richtige Richtung überhaupt schaffen zu können.

    Zu XY. Das was du geschrieben hast, das klingt so in etwa, wie ich das empfinde, aber natürlich ist es in der Realität immer so eine Sache, das dann auch umzusetzen.

    Ich habe nun einige Zeit damit verbracht, Kontakt zu ihm zu haben, die Zeit zu genießen, zu versuchen, auf das, was er sagt, zu vertrauen. Habe positive Veränderung bemerkt. Wir haben viele Gespräche gehabt. Und dennoch war ich mir immer bewusst, morgen kann es anders sein. Dieser Gedanke hat diesen Prozess begleitet.
    Nun ist der Tag gekommen an dem ich gestern im Gespräch das erste Mal sicher war, dass er getrunken hat. Und nach kurzem Hin- und Her hat er es zugegeben. Ich bin ruhig geblieben, habe keine Vorwürfe gemacht, aber habe das Gespräch sofort beendet.
    Mh. Ich habe mich immer mit diesem Gedanken auseinandergesetzt vorher. Er hatte mich nicht mehr in irgendwas involviert. Ich hatte ihn seit Januar nicht mehr "bewusst" unter Alkohol erlebt. Ich wollte daran glauben und ich habe ihn deshalb gelassen. Letztlich trinkt er eben noch immer. Ich wollte glauben, dass er was tut. Ich bin auch nicht der Meinung, dass all die Veränderung, die ich an ihm wahrgenommen habe, nur eine Illusion ist. Er hat sich bemüht. Wahrscheinlich bemüht, kontrolliert zu trinken und vor allem sich zu kontrollieren, in meiner Gegenwart. Das muss anstrengend sein, das hab ich ihm gestern gesagt. Ich war froh, dass er letztendlich ehrlich war, zumindest gestern, wenngleich ich weiß, dass er mir sicher einige Male was vorgespielt hat.

    Und ja. Es ist SEINE Krankheit. Und das habe ich gestern auch gespürt. Ich hatte kein Bedürfnis, ihn zu belehren oder Sonstiges. Ich weiß nun (erneut würden vielleicht einige hier sagen), dass er nicht aufhören will.

    Ich war gestern nicht schockiert, ich war auch nicht wütend. Vielleicht war ich sogar erleichtert :/ weil ich natürlich durch seine Unklarheit bezüglich des Themas immer gedacht habe, dass es sein kann, dass er trinkt. Ich wollte ihn lassen. Ich wollte ihm die Chance geben, ohne mein Richten, Urteilen, Reden, Belehren, etc. und mit Vertrauen, dass er etwas für sich tut.
    Aber das tut er eben nicht.

    Langer Rede, kurzer Sinn.

    Es sticht nicht mehr ins Herz, das ist überraschend komisch. Es ist kein Weltuntergangsschmerz. Ich bin heute morgen aufgestanden und habe genau das gemacht, was ich vorhatte, mich um meine Sachen gekümmert, um Verträge, um Post. Und so wird der Tag auch weitergehen.

    Es ist traurig, dass er trinken muss und dass er für sich doch nicht die Entscheidung getroffen hat, aufzuhören. Ich bereue es nicht, dass ich Kontakt hatte, im Gegenteil, wir hatten viele schöne und alkoholfreie Stunden und Gedanken gemeinsam. Und die möchte ich nicht missen. Ich bin auch nicht wütend. Ich habe es glauben wollen. Und das war meine Entscheidung.

    Mit herzlichen Grüßen

    Miriel

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Tja, man redet sich hat einiges schön, wenn man etwas nicht ändern will, Miriel. Thema Lügengerüste hatten wir ja schon...

    Du hast mehrmals hier geschrieben, das Du Dich "wohl fühlst" und es Dir "gut damit geht", wenn Du wieder erneut Kontakt aufgenommen hast zum XY, oder er zu Dir... ist im Grunde gleich, ändert nix am Endergebnis.
    Um dann immer wieder erneut festzustellen, das er noch säuft und dann gings Dir wieder schlecht damit. Ich schreibe hier absichtlich nicht "trinkt", denn das verharmlost etwas die Sauferei, ich bin lieber für Klartext, auch wenn sich das derb und evtl. politically incorrect anhört, mir egal.

    Zitat


    Ich bin auch nicht der Meinung, dass all die Veränderung, die ich an ihm wahrgenommen habe, nur eine Illusion ist. Er hat sich bemüht. Wahrscheinlich bemüht, kontrolliert zu trinken und vor allem sich zu kontrollieren, in meiner Gegenwart.

    Das mag durchaus sein, das er sich bemüht hat. Vor allem, um Deine Illusionen aufrecht zu erhalten, weil er Angst hat, Dich zu verlieren. Wahrscheinlich hat er sich zusammen gerissen, nicht dann anzurufen, wenn er komplett dicht war. Er hat nie aufgehört zu saufen und Dir auch sowas nicht versprochen, denke ich.
    Ich hab mich auch mal über Tage zusammenreissen können, viel länger aber nicht. Und zwar tat ich das immer, wenn mir die Felle wegzuschwimmen drohten. Aufhören zu saufen wollte ich aber damals noch lange nicht.... da musste erst sehr viel Schlimmeres passieren als "ein bisschen Beziehungsstress". Das biegt man wieder grade, ein Alkoholiker weiss schon, wie er dafür sorgt, das die anderen die Füße still halten, glaub mir, ich spreche aus Erfahrung...

    Zitat

    Es ist traurig, dass er trinken muss und dass er für sich doch nicht die Entscheidung getroffen hat, aufzuhören. Ich bereue es nicht, dass ich Kontakt hatte, im Gegenteil, wir hatten viele schöne und alkoholfreie Stunden und Gedanken gemeinsam. Und die möchte ich nicht missen. Ich bin auch nicht wütend. Ich habe es glauben wollen. Und das war meine Entscheidung.

    Gut. Dann ist es doch nun gut.
    Oder kontaktest Du ihn wieder, wenn DU ihn wieder brauchst? Denn Du hast ihn ebenso für Dein Wohlbefinden benutzt wie er Dich, gelle :wink: ?
    Miriel, irgendwann wird es Zeit, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Gerne auch mit Unterstützung von Therapien oder was auch immer. Aber andere Menschen zu benutzen zur Hebung des eigenen Wohlbefindens, das ist einfach nicht okay.

    Dein XY hat sich entschieden, das ist sein gutes Recht! Er kann soviel und solange saufen, wie er das will.
    Und Du kannst Dich für ein eigenes Leben entscheiden, ohne diesen ganzen Mist mit dem Alkproblem. Oder eben weiter machen...
    Du musst den Kontakt mit ihm nicht bereuen, Du darfst ihn sogar weiterhin lieb haben und was auch immer, aber niemand muss dabei zusehen/zuhören, wenn sich jemand sein Leben zerknallt.
    Wenn Du nichts bereust, ist es doch gut, alles okay.

    Weißt Du, was ich denke, Miriel. Du hattest doch immer noch Hoffnung, das Liebe und Verständnis und pipapo einen nassen Alkie zur Besinnung bringen könnte :wink: . Darum hast Du immer weiter gemacht und Dir das auch noch schön geredet. Denn bei Dir/Euch ist alles ja doch ganz anders... :wink:
    Nein, ist es nicht und war es nie. Nicht schön zu hören und zu erkennen, ich weiss. Ändert aber nix.
    Da muss einiges mehr passieren, ehe ein Alkie drüber nachdenkt, was in seinem Leben zu ändern und das ist auch nur die Hälfte des Ganzen, selbst aktiv werden muss er außerdem.

    Ich bin gespannt, ob Du weitere Runden mit ihm drehst, Dich damit wieder "wohl und gut fühlst" und das Spiel endlos weiter geht. Oder ob Du doch noch den Mut findest, auszusteigen?
    Mit persönlich ist es egal, was Du tust, ist Dein Leben. Wäre nur traurig, viele Jahre zu verschwenden, weil man in einer Illusion lebte. Das Leben ist viel zu schön und zu bunt und vielfältig und es ist geradezu eine Sünde, es zu verschwenden. Die Zeit gibt Dir nämlich niemand zurück...

    LG Sunshine

  • @Sunshine

    vielen Dank für deinen Beitrag.

    Ich sagte nie, dass es bei mir anders ist, das hab ich auch immer betont. Aber ja, ich habe immer gehofft und habe alles was positiv war in den Vordergrund gestellt, um das Negative nicht zu spüren.

    Und das was du schreibst bezüglich dessen, dass ich ihn benutzt habe.. darüber habe ich auch schon öfters hier geschrieben und ich weiß, dass es diese Anteile leider gibt und ich nicht aus purer Liebe den Kontakt zu ihm gehalten habe.

    Er ruft nun seit einer halben Stunde auf meinem Handy an. Und schreibt, ich solle bitte rangehen. Es ist nicht nur seine Schuld, dieses Lügengerüst. Und das weiß ich. Es hat nur durch beide von uns gelebt.

    Was sollte ich ihm nun noch sagen. Dass es mir leid tut, dass ich die Trennung eben nicht beim ersten und auch nicht beim zweiten und auch nicht beim dritten Mal durchgezogen habe.

    Mh. bin gerade auch etwas sprachlos. Bin nicht aufgewühlt und es geht mir auch nicht total schlecht. Ernüchtert kann man sagen.

    Mit herzlichen Grüßen

    Miriel

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Liebe Miriel,
    so klar und "gefasst" wie heute habe ich Dich noch nie "gelesen".
    Das finde ich wirklich eine starke Leistung. Und auch dass Du zur Kenntnis nimmst, was um Dich herum so passiert.....und dann einfach Deinen Kram, der anliegt weitermachst.
    Das hat nichts mit Gleichgueltigkeit und/oder Lieblosigkeit zu tun. Ich wuerde es mal in den Bereich einordnen "auf sich achten, nicht auf andere" (wen auch immer).

    Weisst Du, Du hast diesen Kontakt halt eben jetzt gehalten, wenn auch eingeschraenkt und auf Distanz....wenn Du das warum auch immer gebraucht hast, steht es Niemand zu, Dich zu "richten" ...
    Benutzen/benutzt werden ....tja, damit liessen sich eigentlich fast alle zwischenmenschlichen Beziehungen definieren, wenn man nur genau genug hinschaut.
    Der Unterschied ist einfach, ob Dich das "fertig macht" (so wie am Anfang) oder ob Du halt gestern gemerkt hast, er hatte getrunken - Gespraech beendet, ohne Lamento und/oder Vorwuerfe, Erklaerungen, Belehrungen und all den Rattenschwanz.

    Lass mal wirken.....vor allem das neuartige Gefuehl, dass es Dich nicht mehr runterzieht.......alles Andere findet sich.
    Weisst Du, wenn ich ein Eis esse, dann ist es am naechsten Tag doch nicht weniger wahr oder hatte schlechter geschmeckt, bloss weil das Eis heute nicht mehr da ist. GESTERN habe ich mir das "gegoennt" und heute will ich keins (macht ja auch dick).

    In diesem Sinne,
    bleib auf dem Weg,
    Lindi

  • *Oh*, mein Beitrag bezog sich natuerlich auf den langen von Dir davor....

    Nun, wenn er Dich nun bombardiert, mit Anrufen SMSen, dann hast Du JETZT doch die prima Gelegenheit, Deine Neuerlangte Souveraenitaet unter Beweis zu stellen.
    Wenn Deiner Meinung nach "alles gesagt war" (gestern)....dann lass doch bimmeln oder stell die Bimmel stumm.
    Wenn Du das Gefuehl hast, er wuesste jetzt mal wieder nicht (so doof kanner aber eigentlich nicht sein) wieso Du Dich ausgeklinkt hast gestern, dann geh halt ran und sags ihm. Ohne Groll.
    Und gut iss.

    JETZT kommts drauf an, ob Du authentisch bist mit dem, was Du heut morgen geschrieben hast...
    Lindi

  • Lindi schrieb:

    Zitat

    Benutzen/benutzt werden ....tja, damit liessen sich eigentlich fast alle zwischenmenschlichen Beziehungen definieren, wenn man nur genau genug hinschaut.

    Das sehe ich anders.
    Bei Abhängigkeitsbeziehungen mag das zutreffen.
    Bei Partnerschaften auf Augenhöhe, wo sich jeder auch eine Art Selbstständigkeit bewahrt, ist so etwas nicht nötig.
    Das ist zumindest meine Feststellung, die ich durch intensives
    Beobachten in meinem Familien/Freundes-und Bekanntenkreis gemacht habe und da hab ich sehr genau hingesehen, auch hinter die Fassaden. :wink:
    Ist ja nicht ganz uninterressant, warum manche Partnerschaften gelingen und andere nicht :wink:

    LG Sunshine

  • @ Sunshine..... ich meinte das schon umfassender, auf ALLE zwischenmenschlichen Beziehungen bezogen......wir wollen ja hier nicht nur auf den Partner starren, so ganz typisch, gelle?
    Also Mutter-Kind (heisst ja immer, das sei die selbsloseste Form der Liebe ueberhaupt......) auch da.....warum ist eine Mutter Mutter geworden? Weil sie das Kleine Wesen, dass nun fuer immer "zu ihr gehoert" wollte....weil es halt dazugehoert, weil es sie erfuellt, weil sie stolz drauf ist, weil es den die Kroenung der Liebe zum Ehemann darstellt.......ad infinitum.
    Genauso bei Freunden, Kollegen, Nachbarn.......etc....
    "Brauchen" oder "benutzen" war jetzt nicht nur auf das emotionale Klammern bezogen ;)
    Lindi

  • Naja, das ein kleines Kind abhängig von der Mutter ist, darüber braucht man wohl nun wirklich nicht zu diskutieren :wink:

    Zitat


    dass nun fuer immer "zu ihr gehoert"


    :shock:
    Ein Kind "gehört" ganz sicher nicht für immer zu der Mutter.
    Ein Kind ist doch kein Privateigentum.
    Es ist ein eigenständiger Mensch, der nur sich selbst gehört.
    Und die Abhängigkeit zur Mutter wird ja immer weniger mit dem Fortschreiten der eigenen Selbstständigkeit des Kindes. Eine Mutter, die ihr Kind liebt, lässt es also auch immer weiter los.

    Aber egal, das hier ist Times Thread... und ich denke, sie interessiert sich gerade weniger für die Liebe zwischen einer Mutter und ihrem Kind, sie hat momanten wohl eher andere Probleme...

    Zitat

    Er ruft nun seit einer halben Stunde auf meinem Handy an. Und schreibt, ich solle bitte rangehen. Es ist nicht nur seine Schuld, dieses Lügengerüst. Und das weiß ich. Es hat nur durch beide von uns gelebt.


    Time, er hat Angst, das ihm grad die Felle wegschwimmen...das Du aufhörst, zu funktionieren.
    Das MUSS unterbunden werden und er wird alles entsprechende tun. Er zieht an den CO-Fäden und Du bist seine Marionette, so einfach ist das.
    Du hältst aber auch eine Schere in der Hand, um die Fäden abschneiden zu können und einfach Deiner Wege zu gehen.
    Die Entscheidung triffst Du.
    Er wird wahrscheinlich erstaunt sein, wenn Du nicht mehr funzt, denn ansonsten hat ein Drücken der CO-Knöpfe doch früher oder später immer wieder funktioniert. War ja bisher immer nur ne Frage der Zeit.
    Und das wird evtl. auch noch viel schlimmer und er wird noch viel mehr Druck ausüben, um Dich wieder auf Spur zu bekommen.

    Zitat

    Was sollte ich ihm nun noch sagen. Dass es mir leid tut, dass ich die Trennung eben nicht beim ersten und auch nicht beim zweiten und auch nicht beim dritten Mal durchgezogen habe.

    Du bist doch nicht verpflichtet, überhaupt etwas zu sagen. Ihn wird alles sowas auch weniger interessieren... das einzige, was ihn momentan interessiert, ist, Dich wieder funktionsfähig zu bekommen. Und dafür wird er Dir auch alles erzählen, was Du gern hören willst. Es ist immer das gleiche Spiel...sorry... nicht nur bei Dir...

    LG Sunshine

  • Liebe Time,

    ja, sunshine hat Recht.
    Auch ich kenne das so gut. Wie oft hat mein XY sich so verhalten, wenn...
    ...ja wenn er das Gefühl hatte, ihm schwimmen die Felle davon, genau wie sunshine schreibt.
    Was hat er sich dann bemüht, 1000x angerufen, plötzlich vor der Tür gestanden,Blumen auf die Arbeit geschickt, notfalls ein Schmückstück geschenkt usw... Und ich fand es toll, dass sich jemand so um mich bemüht :roll: Und ich habe es schier nicht ausgehalten, mich einfach nicht mehr zu melden. Das kann ich doch nicht machen, dachte ich. Und bin dann doch mal ans Telefon.
    Und was er alles erzählt und versprochen hat- einfach alles.
    Bis zum nächsten Mal. Er lernte dann, bei einer "unwilligen" Girasole muss ich einfach nur lange genug Dauer-Sturm überall schellen, (alle Co-Knöpfe drücken) und dann alles sagen, was sie hören will.
    Ging viele Jahre lang so.
    Ach oh, und ja - "trocken" war meiner auch zwischendrin immer mal wieder. Einige Jahre tw, so nahm ich das wahr. Na, wenn das nicht ein Grund zur Hoffnung ist!
    Allerdings, trotz allem- nur Phasen, und auch die gar nicht so lange, wie ich dachte. Einiges konnte er tatsächlich verheimlichen, wie ich im Nachhinein herausbekam.
    Fazit: Auch wenn man denkt, er ist trocken- man weiß es nicht.
    Man wird es nie wissen. Nie. Niemals.
    UNd wenn Du ehrlich bist- kannst tief in Dir drin, weißt Du das.
    Willst Du für den Rest Deines Lebens mit dieser Ungewissheit leben? Was ist mit Familie/Kindern irgendwann?

  • Hallo liebe Time,

    warst du es nicht die gesagt hat das man die Handynr. wechseln soll etc.?
    Wann setzt du das was du gerade von mir so vehement eingefordert hast auch bei dir um? Wieso kann er dich noch immer auf Handy erreichen?

    Zieh die Karte raus und kaufe dir eine neue...!!

    Lieben Gruß

    Sarawen

  • Warum sollte sie?
    Sie leidet doch nicht drunter (sagt sie), nimmt es einfach nur zur Kenntnis...sagt sie....und kuemmert sich um ihren Alltag. Sagt sie.

    Wenn das so stimmt, ist es doch alles im gruenen Bereich.

    Wenn es nicht stimmt und sie nun tatsaechlich zerrissen und zerfleischt dasitzt und unter dem Tel.-Bombardement in die Knie geht, dann hat der Austausch wenig Sinn. Denn das geht ja nur, wenn der Schreiberling ehrlich ist und die eigene Wahrnehmung so gut es geht versucht zu beschreiben.

    Insofern glaub ich jetzt mal dran, dass Miriel eben nicht wie frueher....usw.....sondern ganz neu-souveraen die Situation so schaukelt, wie es ihr im Augenblick entspricht. Wie auch immer das jetzt genau aussehen mag.
    Gruesse, Lindi

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