Hallo, liebe Forummitglieder. Gestern habe ich mich beim Rechtsanwalt ueber den Scheidungprozess informiert und meine Situation geschildert. Beim naechsten Treffen gehen wir wahrscheinlich beide da hin, es sei denn mein Mann moechte sich zuerst auch einmal alleine mit ihm treffen. Der Rechtsanwalt hat mir gesagt, er koenne durch ein Gespraech mit meinem Mann sicherlich so manche Schluesse ziehen in wie fern er noch bereit ist, etwas gegen das Alkoholproblem zu tun (ich habe ihn nicht darum gebeten). Er hat auch behauptet, dass bei vielen Alkoholikern erst nach der Scheidung bewusst wird, dass sie etwas dagegen tun muessen. (vermutlich ist das vielen von euch schon bekannt...)
Mir geht es insgesamt in den letzten Tagen und trotz zwiespaltigen Gefuehlen ziemlich gut. D.h. ich finde mich langsam mit dem Gedanken ab, dass es so (getrennt und bald geschieden ) besser ist/sein wird. Andererseits spuere ich, dass ich noch auf etwas warte, bevor wir die Scheidung einreichen. Auf einen Moment? ...Auf ein klares Zeichen von ihm... (als ob es nicht genuegend davon gab)(?)Auf ein letztes Gespraech? , dass mir deutlich zeigt:JETZT ist der richtige Augenblick gekommen.
Inzwischen sehen auch meine Eltern ein, dass eine Scheidung wohl die einzige Loesung ist..ABER...das Problem (?) heute war:mein Bruder hat mich angerufen. Er weiss alle Details und moechte dennoch ein Gespraech mit meinem Mann fuehren. Er findet naemlich, dass er zu leicht aufgibt, ohne es auch nur mal zu versuchen. Meinem Bruder habe ich aber klar gemacht, dass es keinen Sinn macht. Ich habe ihn gefragt ob er denn begriffen hat, dass sich unsere ganze Beziehung eigentlich nur auf meiner Haltung meinem Mann alles recht machen zu wollen existierte. Dass das Kind durch die Haltung meines Mannes und meiner sehr bald darunter leiden wuerde. Dass auch jahrelange Abstinenz (die es nie gab) Rueckfaelle niemals ausschliesst und ich mir ein solches Leben nicht mehr wuensche. Und dass ich meinen Mann so wie sich alles entwickelt hat weder zu etwas ueberreden noch laenger sein Problem als meines annehmen moechte (er meint , klar,er weiss genau was in mir durchgeht...). Meinem Bruder dieses Gespraech- (das fuer ihn persoenlich sehr bedeutend scheint) zu verbieten mag ich nicht. Es ist mir aber unangenehm und scheint mir sowieso als ein krampfhafter Versuch, Dinge zu retten, die man nicht kann (ja, klar aus Interesse um mich und ihn). Ich hoffe insgeheim, dass mein Bruder da anruft und seine Hoffnung aufgibt, wenn er naemlich sieht, dass mein Mann nicht bereit/faehig ist etwas zu aendern.
Am Samstag holt mein Mann wieder unseren Sohn ab und da werden wir das Thema Rechtsanwalt besprechen. Ich moechte nicht laenger in einer Hoffnung leben, die bis jetzt nicht verwirklicht wurde. Auch wenn es mir Angst macht, dass alles auf das Ende unserer Ehe/ unser gemeinsamen Traume (die eigentlich kaum mehr vorhanden waren) hinfuehrt.