Vorstellung - 15 Tagen Nüchternheit

  • Moin Jonas,

    seit wann sprichst Du so unpersönlich von dem "Foristen" ? Ich find das irgendwie seltsam und läßt Platz für Spielräume...manch einer fühlt sich dann u.U. angesprochen, obwohl er de facto gar nicht gemeint ist. Wie sagt man so schön: die Dinge beim Namen nennen :)
    Deinen offensichtlich etwas pikanten Witz konnte ich nicht mehr lesen, da er schon editiert war...mit Witzen kann ich persönlich eh nicht allzuviel anfangen...aber sarkastische Texte (und darunter ordne ich manche Deiner Posts auch ein) bringen mich schon zum Schmunzeln und gelegentlich auch zum Lachen.
    Apropos Lachen: Ich find es ganz wichtig, Lachen zu können...auch über sich selber.
    Alkohol hatte aber auch hier meine Grenzen verschoben...ohne Alkohol kann ich über die meisten Witze, die so kursieren, nicht lachen...unter Alkoholeinfluß konnte ich das...da kommt wieder diese eine Sache ins Spiel...sich durch Alkohol auf eine Gesprächsebene mit seiner Umgebung bringen zu wollen, nicht als einziger nicht lachen zu müssen. Auch hier ist es wichtig, sich selbst zu beobachten.

    LG Andreas

  • Hallo c2 ...

    Zitat

    Denn sonst könnte noch der Verdacht aufkommen, dass es sich teilweise um Selbstdiagnosen handelt. Und das wäre ja wirklich abwegig, unverantwortlich und gefährlich, nicht wahr?

    also die Alkoholabhängigkeit war bei mir definitiv "eine Selbstdiagnose", da keine körperlichen Schäden offensichtlich und keine körperliche Abhängigkeit vorhanden war. Ohne eigene Einsicht hätte dies also niemand diagnostizieren können und diagnostiziert. Der Arzt und die Suchtberatung sind aber meiner Selbstdiagnose gefolgt und haben dann "Alkoholabhängigkeit" auf den Krankenschein etc. für die Rentenversicherung geschrieben.
    Ich schäme mich dafür nicht mehr als für meine "Chipstütenleereßsucht".
    Hat mir manches vereinfacht.
    Primärdiagnose war Depression.

    LG Jürgen

  • Hallo Jonas,

    könntest du dir vorstellen einfach damit aufzuhören, hier Vermutungen über mögliche Diagnosen und deren mögliche Behandlungen bei anderen Foren-Teilnehmern hier zu schreiben?

    Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo c2 ... ,

    Zitat

    Die Alkoholkrankheit zählt dazu. Es kostet den Kranken auch nach der Einsicht große Überwindung, sich einem Arzt anzuvertrauen. Es kostet ihn auch Überwindung, sich hier anzumelden und sich mitzuteilen. Besonders schlimm: er kann nicht einmal eine gemütliche Opferrolle einnehmen, denn er hat sich die Krankheit selbst zugefügt. Damit geht also keiner gerne hausieren.

    da sehe ich einen Widerspruch zu der von Dir an anderer Stelle ausgeführten genetischen Veranlagung etc. Was denn nun ? Der Kranke ist bestenfalls genauso leichtsinnig mit Alkohol umgegangen wie 95% aller anderen Erwachsenen.

    Ich nehme übrigens auch keine Opferrolle ein, weil dies nicht weiterhilft. Ob es eine Krankheit ist oder nicht ist mir sogar relativ egal, hat aber zugegebenermaßen die Entwöhnung bei mir vereinfacht, da die Rentenversicherung die LZT bezahlt hat und nicht ich aus eigener Tasche.
    Ich akzeptiere auch die für "die Krankheit" empfohlenen Behandlungsformen wie Abstinenz und SHG.
    Ich akzeptiere dies aber eh schon aus innerer Einsicht mir nicht mehr schaden und anderen helfen zu wollen.
    Scham bzgl. der Alkoholabhängigkeit ist bestenfalls für die unter Alkohol angerichteten "Missetaten" angebracht und erforderlich.
    Da hat der "Alkoholiker" im allgemeinen Sprachgebrauch mehr auf dem Kerbholz als der "Alkoholabhängige".
    Ich rede daher lieber von "Alkoholabhängigkeit", da es die Sache sachlich und wertneutraler darstellt. Die "Alkoholabhängigkeit" ist - soweit rechtzeitig erkannt und adäquat behandelt - auch nicht schlimmer als eine "Nikotinabhängigkeit", "Essucht", oder oder oder ...

    LG Jürgen

  • Zitat von juergenbausf


    also die Alkoholabhängigkeit war bei mir definitiv "eine Selbstdiagnose", da keine körperlichen Schäden offensichtlich und keine körperliche Abhängigkeit vorhanden war. Ohne eigene Einsicht hätte dies also niemand diagnostizieren können und diagnostiziert.

    Hallo juergenbausf,

    zu deinem Glück hast du früh genug erkannt, dass dein Alkoholkonsum krankhaft ist. Da bist du eine erfreuliche Ausnahme, denn viele Suchtkranke leugnen selbst noch in der späten kritischen Phase hartnäckig ihre Sucht, selbst wenn aus ärztlicher Sicht nicht der geringste Zweifel besteht.

    LG Jonas

  • Hallo

    zum Thema Witze. Hatten wir ja schonmal hier und das wurde eingestampft da sich immer einer (ob berechtigt oder nicht ) dabei aufgeregt hat . Weg mit und gut ist :)

    Zum anderen Thema.

    Was mache ich nun mit mir :) kein Arzt (außer Entgiftung) , kein Therapeut, keine Therapie , keine Aufarbeitung der Vergangenheit . Seit fast 6 Jahren und das nach 30 Jahre halb tot Saufens zufrieden trocken

    Mit meinem hier gelernten Schwarz Weiß Denkens und dem umsetzen ohne lange zu hinterfragen es zu ergründen oder mich über angebliche Doktrinen aufzuregen .

    Ich habe es einfach anders betrachtet . Der Erfolg stand da im Mittelpunkt. Was viele trockene Alkoholiker hier in den Grundbausteine aus dessen Erfahrungen zusammengetragen hatten, hat mich eben überzeugt. Ich will nicht damit sagen das es der "Königsweg" ist , den muss jeder für sich finden.

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

    Einmal editiert, zuletzt von Hartmut (17. Januar 2013 um 13:10)

  • Hallo Jonas!

    Zitat

    Was ist denn so ehrverletzend an einer Neurose? Noch in den 80er Jahren gehörte sie zu den salonfähigen Wunschdiagnosen, ohne die ein Intellektueller sich gar nicht auf die Cocktailparty wagte, schon weil er nicht der einzige ohne Analytiker sein wollte. Heute ist die Neurose nicht mehr en vogue.

    Ich habe nie geschrieben dass es ehrverletzend ist unter einer Neurose zu leiden. Der Begriff ist eher veraltet und wird heute viel präziser definiert da es ganz verschiedene Arten von Neurosen gibt aber das weisst du ja bestimmt selber.

    Auch die Alkoholkrankheit könnte durch eine posttraumatische Belastungstörung ausgelöst worden sein muss aber nicht.

    Zitat

    Es kostet ihn auch Überwindung, sich hier anzumelden und sich mitzuteilen. Besonders schlimm: er kann nicht einmal eine gemütliche Opferrolle einnehmen, denn er hat sich die Krankheit selbst zugefügt.

    Eine Opferrolle einzunehmen kann bei beiden Erkrankungen vorkommen und gemütlich ist die Opferrolle bestimmt nicht da sich das Verhalten dadurch ja nicht ändert und der Leidensdruck weiterhin besteht.

    Die Akzeptanz bei psychischen Krankheiten ist im Allgemeinen eher gering und Verachtung und Unverständnis weil "man nicht richtig tickt, verrückt ist" usw.

    Ich halte mich auch eher bedeckt denn:

    1. geht es keinen etwas an es ist mein Problem
    2. habe ich hart an mir gearbeitet
    3. verzichte ich gerne auf dumme Bemerkungen
    4. will ich mir keine Nachteile einhandeln weil ich krank bin
    5. kann ich gut auf Vorurteile verzichten
    6. interessiert es fremde Menschen oft gar nicht

    Zitat

    Und wo wir schon von Diagnosen sprechen: ich setze voraus, dass jeder Co-Abhängige im Forum seine Diagnose von einem Facharzt bekommen hat.

    Da kann ich nur für MICH sprechen ich habe vom Facharzt eine Diagnose bekommen die sich im nachhinein als falsch entpuppt hat.

    Das ist mir mittlerweilen egal Hauptsache ich hab erkannt warum ich so ein Fehlverhalten an den Tag legte und ich die Zusammenhänge erkenne warum ich so bin wie ich bin. Es ist nie zu spät sich zu ändern das ist das Wichtigste für mich zumindest.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Linde,
    schreibst Du das jetzt an Jonas in Funktion "Moderatorin" oder als Mensch mit Namen Linde66?

    Jonas masst sich meiner Meinung nach keine Diagnose an. Ich empfinde es im Gegenteil als Hilfestellung fuer die Betroffenen, in welche Richtung es zu schauen gilt. Naemlich oft in eine Andere Richtung, als der TE selbst gern geneigt ist zu blicken.

    Was dann jeder draus macht, ist ja wiederum eine Andere Sache.
    Mir pers. wuerde es helfen, anstatt eines undurchdringlichen Breis von "....mir gehts so sch....und ich weiss auch nicht weshalb" doch zumindest mal den Anschubs zu haben ......dass da was im Argen liegt, was sogar einen Namen haben koennte. Und dementsprechend auch Mittel und Wege zur Genesung existieren.

    Wer eine Grippe hat und sich mit anderen Grippe-Kranken drueber austauscht, dass er Gliederschmerzen hat und wie gelaehmt ist, zerschlagen und zu nix in der Lage ....dem wuerde es doch auch helfen, wenn Jemand sagt "das koennten Symptome einer Grippe sein". Zum Arzt und in die Apotheke muss dann halt Jeder selbst.
    Gruesse, Lindi

  • Zitat von juergenbausf

    Hallo c2 ... ,


    da sehe ich einen Widerspruch zu der von Dir an anderer Stelle ausgeführten genetischen Veranlagung etc. Was denn nun ?

    Hallo juergenbausf,

    es ist so wie ich es an der von dir gemeinten Stelle geschrieben hatte. Bitte noch einmal nach "genauer,(...) " lesen. Weiter schrieb ich, dass das Milieu die Entwicklung der Sucht entscheidend mitbestimmt, dann auch, dass in der voralkoholischen Phase durchaus die Möglichkeit besteht, seinen sich steigernden Konsum zu beobachten, die Gefahr zu erkennen und das Trinken zu stoppen. In der Prodromal-Phase wird es schon schwieriger. Verleugnung der tatsächlichen Trinkmenge, Vermeidung des Themas Alkohol, erste komplizierte oder pathologische Rauschzustände, Erinnerungslücken u.a. können auftreten.

    LG Jonas

  • Zitat von Linde66

    Hallo Jonas,

    könntest du dir vorstellen einfach damit aufzuhören, hier Vermutungen über mögliche Diagnosen und deren mögliche Behandlungen bei anderen Foren-Teilnehmern hier zu schreiben?

    Hallo Linde66,

    ich höre ab sofort damit auf.

    LG Jonas

  • Hallo Lindi,

    ich fragte das als Moderatorin.

    Was du geschrieben hast kann ich gut nachvollziehen.

    Hallo Jonas,

    mir geht es darum, daß sich hier niemand im Forum als Therapeut oder Suchtberater sieht bzw. auslebt. Fast habe ich den Eindruck, als ob es bei dir, Jonas, in die Richtung geht. Was macht es mit dir, wenn dich andere SHG-Mitglieder sowas wie "konsultieren"? Deine Antworten klingen oft nicht wie selbst Erfahrenes, sondern wie - teils angelesene - wissenschaftliche Abhandlungen.

    Ich weiß es ja auch nicht, aber irgendwie hab ich ein komisches Gefühl bzgl. deiner Rolle hier. Wenn ich es richtig gelesen habe, bist du ca. 2 Monate trocken. Der Schwerpunkt deines Erfahrungsaustausches scheint auf allem und allen möglichen zu liegen, aber nicht bei dir. Wie siehst du das?

    Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Zitat von Linde66

    Der Schwerpunkt deines Erfahrungsaustausches scheint auf allem und allen möglichen zu liegen, aber nicht bei dir. Wie siehst du das?

    Hallo Linde66,

    solange keine Inhalte fremder Threads in meinen umgeleitet werden, beschäftige ich mich hier mit mir. Über das von dir Angeführte schreibe ich nicht mehr.

    LG Jonas

  • Zitat von Carpenter


    .mit Witzen kann ich persönlich eh nicht allzuviel anfangen (...)...ohne Alkohol kann ich über die meisten Witze, die so kursieren, nicht lachen..

    Guten Morgen, Carpenter,

    diese Witze sind i.d.R. keine, sondern billige Zoten. Wenn du dich mit dem Witz und seiner Beziehung zum Unbewussten auseinandersetzen möchtest, empfehle ich Freuds immer noch interessante Untersuchung "Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten". Es ist kein Zufall, dass in Becketts Endspiel sogar der tiefste Witz (vom Ingenieur und der Hose) nicht mehr wirken kann. Diesen Witz (Witz bedeutet im Mittelhochdeutschen noch Wissen. Diese Wurzel überlebte nur noch in den neuhochdeutschen Ausdrücken gewitzt, die Sache hat keinen Witz) habe ich in meinen existenzphilosophischen Notfallkoffer gepackt. Ein richtiger Witz ist die dichteste Literaturform. In meinem "pikanten" Witz habe ich aus witztechnischen Gründen mich selbst als gewissenlosen Unterdrücker charakteriert. Das Lachen wird durch die Nähe von Krisis und Karthasis (hier: Pointe) erzeugt. Linde66 ist davon schlecht geworden. Eine für mich sehr interessante Reaktion, über die ich natürlich nicht schreiben werde.

    Notabene:
    Mir geht es gut, draußen ist es nass, meine Gedanken sind aber trocken.

    LG Jonas

  • Hallo Jonas,

    ich weiß nicht, ob es immer sinnvoll ist, analytisch an eine Sache ranzugehen...ich weiß v.a. nicht, ob gerade Freud dazu geeignet ist, meine belastete Beziehung zu Witzen aller Art kitten zu können.

    Notabene:
    Mir geht es nicht ganz so gut, draussen ist es ebenfalls nass, meine Gedanken sind ebenfalls trocken. :)

    Wünsch Dir nen schönen Tag mit ganz viel wunderschöner Musik

    LG Andreas

  • Zitat von Carpenter

    ich weiß nicht, ob es immer sinnvoll ist, analytisch an eine Sache ranzugehen...

    Hallo Carpenter,

    niemand muss das tun. Ich gehe stets analytisch vor. Andere gehen anders vor, weil sie anders sind.

    LG Jonas

  • Hi Jonas!

    Ich habe geglaubt du machst gar keinen Witz, sondern deine Nachbarin dröhnt dir eventuell noch zu später Stunde die Ohren mit schlechter Musik voll.
    Aber so geht's mir eher wie Linde.

    LG

  • Zitat von schnuffig

    Hi Jonas!

    Ich habe geglaubt du machst gar keinen Witz, sondern deine Nachbarin dröhnt dir eventuell noch zu später Stunde die Ohren mit schlechter Musik voll.
    Aber so geht's mir eher wie Linde.

    LG

    Hallo schnuffig,

    der Witz entstand im Zusammenhang mit der humoristischen "Anamnese". Dass die absichtsvolle Wortwahl, die ich meinem Erzähl-Ich in den Mund schrieb, bei sehr verletzlichen oder gar brutal verletzten Frauen Ekel auslösen kann, ist klar. Wenn eine Romanfigur ein brutaler Vergewaltiger ist, kann der Autor ihn aber nicht als zartbesaiteten Blumenpflücker darstellen.
    Aber nun wurde der Witz zum Glück entfernt, die Gefahr ist vorüber.


    LG Jonas

  • Hallo Jonas!

    Kann er schon, dann ist die Fallhöhe größer.
    Ich wollte nur sagen, dass ich mir gedacht habe. Och jetzt wird der arme Jonas auch noch von seiner Nachbarin gepiesackt.
    Sowas.
    Ja, jetzt ist wieder Ruhe.

    LG

  • Zitat von schnuffig

    Hallo Jonas!

    Kann er schon, dann ist die Fallhöhe größer.

    Hallo schnuffig,

    in meinem Krimi ist das "Mastermind" zwar kein zart besaiteter Blumenpflücker, aber doch recht zart besaitet. Dadurch wird dann die Fallhöhe größer, das stimmt.
    Wenn mein Erzähl-Ich mit der Pistole zur Nachbarin gegangen wäre, weil sie mich mit schlechter lauter Musik quält, wäre es also eher akzeptabel?
    Im Witz wurde die Erkenntnis, dass der viel zitierte "XY" in mir nur einen Gebrauchsgegenstand sieht, der mein Suchtleben beschützt, fein ordnet und verwaltet und der ab und zu auf Linie gebracht werden muss, in drei Zeilen zusammengefasst.
    Zum Glück ist der Witz aber gelöscht worden.

    LG Jonas

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