Hallo Carpenter, Deine Quintessenz aus den Diskussionen der letzen Tage finde ich echt schade, andere TB nicht mehr zu entern, nur noch Beiträge an User geben wenn Du gefragt wirst, nö das kann und soll es nicht sein, das ist nicht der Sinn einer Gruppe, Konflikte um jeden Preis vermeiden, gar nicht erst ansprechen, runterschlucken hat bei mir jedenfalls dazu geführt, dass ich mich halt dann mit Alkohol ruhigstellt hab, verärgert und innerlich verbiestert war. Ich würde mich jedenfalls freuen weiter bei Dir zu lesen, Kommentare sind erwünscht jederzeit...Du gibst hier genau das dazu, was Du im Moment hast und kannst, und das ist völlig ok. Und geh davon aus, dass Dir hier niemand was Böses reindrücken will, im Gegenteil. Meine Erfahrung und Meinung seit ich hier bin. Also weitermachen bitte schön... Das Ziel ist zufrieden trocken leben, das gilt doch für uns alle..deswegen sind wir ja hier. Lieben Gruß consuela
Leb wohl, Du schnöder Alkohol
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Guten Morgen, Forum
Hallo consuela,
Grundsätzlich gebe ich Dir recht...vor Diskussionen davonlaufen ist wenig hilfreich. Bei manchen Diskussionen ist es aber so, daß man sie besser nicht führt, wenn sie:
a) weder Dir noch dem Diskussionspartner etwas bringen
b) ein Konsens von vorneherein ausgeschlossen istIch vergleiche das Ganze immer ganz gerne mit einer Festplatte...wenn auf Deiner 500 GB-Festplatte schon 490 GB drauf sind, dann sollte man sich nicht noch ein paar Programme zusätzlich draufschaufeln, sondern eher mal ein paar nicht so oft benötigte Programme löschen, um wieder Platz und Luft zu haben.
So ähnlich ist das mMn. mit Energien, die man selber zur Verfügung hat...der trockene Zustand verleiht einem scheinbar mehr Energie und man ist schnell dabei, diese zusätzlichen Energieen wieder in Dinge zu investieren, die nicht wirklich wichtig sind. Dann ist man letztendlich genauso weit wie vorher, baut sich unnötig emotionalen Druck auf, wo man grade jetzt damit anfangen sollte, diesen Druck abzubauen.
Du merkst schon, ich bin noch auf der Suche nach meinem Weg...aber ich bin stabil, nach wie vor festen Willens, mein zukünftiges Leben ohne Alkohol zu gestalten und im Gegensatz zu anderen Usern weiß ich aus meiner Erfahrung heraus, daß ich mit meinem Willen unheimlich viel erreichen kann...mein Problem ist eher das Wollen an sich...wenn das mal erreicht ist, gibt es für mich kein Zurück.
Das will ich mir nicht mit Grundsatzdiskussionen torpedieren.Ich hab jetzt ne Viertelstunde nach Deinem Thread gesucht und nix gefunden...wollte mich doch gerne mal auch bei Dir melden

LG Andreas
P.S.:
Es geht in die 6.Woche...
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Guten Morgen Carpenter,
und so sind die Sichtweisen wieder unterschiedlich ;-)... denn ich finde die Quintessenz eher richtungsweisend und nicht falsch.
ZitatIch vergleiche das Ganze immer ganz gerne mit einer Festplatte...wenn auf Deiner 500 GB-Festplatte schon 490 GB drauf sind, dann sollte man sich nicht noch ein paar Programme zusätzlich draufschaufeln, sondern eher mal ein paar nicht so oft benötigte Programme löschen, um wieder Platz und Luft zu haben.
Ich weiß noch recht genau wie das bei mir war. Ich habe mich lange dreht und gewendet, wusste zwar schon, dass mit Alkohol das nicht mehr geht, aber für wirklich ohne, hat es rückblickend irgendwie ewig gedauert. Sicherlich mit ein Grund: ich wusste, dass ich so einiges in meinem Leben ändern muss, um mir einen trockenen Raum zu schaffen und sich somit ein Weg ebnen konnte.
Und eines Tages - an meinem Tag X - sind die letzten Zweifel gefallen und ich bin losmarschiert und habe mich aktiv mit meiner Sucht auseinander gesetzt. Sowas mache ich dann so, dass ich vorerst links und rechts ausblende und mich rein auf mein Ziel forciere.
Hier in dieser Passage finde ich mich gut wieder:
Zitatweiß ich aus meiner Erfahrung heraus, daß ich mit meinem Willen unheimlich viel erreichen kann...mein Problem ist eher das Wollen an sich...wenn das mal erreicht ist, gibt es für mich kein Zurück.
Mir war ganz oft in meiner Trockenheit, dass "es" mir nicht schnell genug ging... mit dem Trocken werden. Rückblickend betrachtet, war ich im Kopf schneller trocken, als im Bauch. Die Verinnerlichung dessen was ich las, meine eigenen Gedanken dazu und die anschließende Umsetzung, erfolgt jedoch in einem anderen Rhythmus... was ich heute weiß.
Das anfängliche Ausblenden war hilfreich, aber irgendwann dann eher hinderlich. Weil das Ziel was ich anpeilte, ja ohne zeitliche Begrenzung sein sollte. Also eine Lebensaufgabe ist. Somit hieß es, meinen Schritt an diesen tiefen Wunsch anzupassen.Für mich ist Trockenheit nach wie vor zweierlei.
Zum einen das Grundgerüst, je ebener das Fundament, je weniger tendiert es zum Einstürzen.
Und zum anderen der Raum drinnen, den ich nach und nach wieder neu mit Leben fülle.Eins nach dem anderen eben...
Schöne Grüße
Maria -
Hallo Maria,
da sind einige interessante Ansätze drin in Deinem Post...schönen Dank erstmal dafür.
Im Grunde ist es ja nicht ein Ziel, das man verfolgt...ich sehe, bzgl. des Alkoholkonsums, ein kurzfristiges und ein langfristiges Ziel...kurzfristig will ich zunächst einmal aus der Spirale raus...d.h. für mich erst einmal, den angewöhnten Alkoholkonsum einzustellen...trocken werden also...langfristig will ich trocken bleiben...das ist sicher um einiges schwieriger und bleibt eine lebenslange Aufgabe...dessen muß man sich auch erst einmal bewußt werden.
Ich geb ganz ehrlich zu, daß mich an dem Tag, als ich mich hier angemeldet habe, der Gedanke "nie mehr Alkohol" zu trinken unheimlich eingeschüchtert hat...das war irgendwie niederschmetternd am Anfang und klang für mich als Trinker nach einer furchtbaren und kaum zu bewältigenden Aufgabe.
Ich hab da rein gedanklich noch ganz schön rumgeeiert und Kasten hat das z.B. recht schnell erkannt.
Inzwischen hat der scheinbar unbezwingbare Achttausender einiges an Höhe verloren...man geht mit einer gehörigen Portion Respekt an die Aufgabe ran, hat aber das Gefühl, diese Aufgabe bewältigen zu können.
Was ich in meinem Leben gelernt habe, ist die Tatsache, daß ein Weg nie linear verläuft...Improvisation gehört zum Leben dazu, weil man immer wieder auf Dinge stößt, die man so nicht vorhersehen konnte...gibt ja da nen schönen Spruch mit Steinen im Weg und was schönes Bauen und so
Der gefällt mir sehr gut und bringt auch eine gewisse innere Einstellung rüber...es geht darum, selbst die Verantwortung zu übernehmen und diese nicht anderen zu überlassen...beruflich halte ich es so, daß ich mir andere Meinungen sehr gerne anhöre, diese prüfe und nicht selten auch meine Richtung dadurch korrigiere...entscheiden muß ich letztendlich aber selber...ich trage ja auch die Verantwortung.
Das klingt simpel, ist aber ein Riesenschritt...weil man sehr oft sehr gerne aus Bequemlichkeit oder Angst Verantwortung weiterschieben will...auf den Staat, auf die Familie, auf Gott und die Welt...erst wenn man für alles, was man macht, selbst die Verantwortung übernimmt und dann auch bei Mißerfolgen dazu steht, ist man ein einigermassen freier Mensch.
Wieso ich das beruflich durchgezogen hab und mich privat aus meiner Verantwortung gestohlen hab, indem ich viele Entscheidungen dem Alkohol überlassen habe, kann ich Dir (noch) nicht beantworten...ich weiß nur, daß ich dem Alkohol das Steuer wieder abgenommen habe...der sitzt jetzt auf der Rückbank und verhält sich zunächst einmal unglaublich still...ich weiß aber, daß er irgendwann wieder nach vorne krabbeln wird und mir das Steuer abnehmen will, wenn ich müde vom Fahren bin, wenn mir der zähe Verkehr auf den Wecker geht, wenn ich mir denke: Puh, einfach mal Beifahrer sein wäre auch mal wieder ganz schön...nun, es wird nicht soweit kommen...weil ich mir das Steuer nicht mehr abnehmen lasse...weil ich eigentlich viel lieber selbst fahre und von Haus aus einen schlechten Beifahrer abgebe...Ich hoffe, mein kleiner Exkurs hat jetzt nicht wieder Tiefschlaf verursacht...sind nur so ein paar (zugegebenermassen recht plakative) Gedanken

LG Andreas
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Hallo Carpenter,
ZitatSo ähnlich ist das mMn. mit Energien, die man selber zur Verfügung hat...der trockene Zustand verleiht einem scheinbar mehr Energie und man ist schnell dabei, diese zusätzlichen Energieen wieder in Dinge zu investieren, die nicht wirklich wichtig sind. Dann ist man letztendlich genauso weit wie vorher, baut sich unnötig emotionalen Druck auf, wo man grade jetzt damit anfangen sollte, diesen Druck abzubauen.
ich finde diese Erkenntnis auch für mich durchaus erörterungswürdig.
Wenn ich merke, daß mir eine Diskussion hier zu viel emotionalen Druck verursacht, dann kann ich auch mal ein paar Stunden, Tage mich zurücknehmen und einfach nur lesen, nicht gleich antworten, Dinge wirken lassen, emotional "deseskalieren" - sowohl für mich als auch für andere.
Ich bin hier für meine Abstinenz und nicht, um immer Recht zu haben oder zu behalten.LG Jürgen
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Hallo Andreas,
danke für deinen kleinen Exkurs, wo ich mich in vielem durchaus wieder finde.
Vor allem hier...
Zitates geht darum, selbst die Verantwortung zu übernehmen und diese nicht anderen zu überlassen...
und hier:
Zitat...entscheiden muß ich letztendlich aber selber...ich trage ja auch die Verantwortung.
Mir fällt in deinem Exkurs aber eine Kleinigkeit auf:
ZitatIm Grunde ist es ja nicht ein Ziel, das man verfolgt...
...dessen muß man sich auch erst einmal bewußt werden...
man geht mit einer gehörigen Portion Respekt an die Aufgabe ran...Wen meinst du mit man ? Dich oder jemand anderen?
Also mein Ziel ist es durchaus - dauerhaft trocken zu bleiben. Ich schaue nicht, wie lange ich den Teufel auf der Rückbank sitzen lasse, sondern ich scheuche ihn direkt aus dem Auto, damit er gar nicht erst in die Nähe meines Steuers kommt und eingreifen kann.
Schöne Grüße
Maria -
Grundsätzlich gebe ich Dir recht...es ist sicher sinnvoller, Dinge erst einmal auf sich wirken zu lassen...
Ich habe grundsätzlich eine gewisse Abneigung gegen Obrigkeitsdenken, gegen Regulierungswut und Hardlinertum und sobald ich das irgendwo zu erkennen meine, ist es mit meiner Contenance recht schnell vorbei. Nun bleiben mir mMn. nur wenig Möglichkeiten, mit diesem mir eigenen Wesenszug umzugehen...entweder ich fechte die Diskussion aus (was mit Obrigkeiten zugegebenermassen nur selten zum Erfolg führt), lasse solche Diskussionen erst einmal ruhen (dann arbeitet sowas in mir weiter und verursacht eben angesprochene emotionale Belastung) oder ich versuche irgendwann, solche Diskussionen zu meiden. Letzteres scheint mir in der derzeitigen Situation das Beste zu sein...
Die komplett andere Alternative wäre, an diesem Wesenszug zu arbeiten...aber dann würde mir etwas verlorengehen, was mich als Mensch schon immer auch ausgemacht hat.Anderes Beispiel:
Ich kann durchaus gläubiger Katholik sein (was ich natürlich nicht bin), gleichzeitig aber die jungfräuliche Empfängnis in Frage stellen, ebenso wie die Story, Gott hätte die Welt in sechs Tagen erschaffen...das schließt sich mMn. nicht unbedingt aus...
LG Andreas
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Zitat von Maria
Wen meinst du mit man ? Dich oder jemand anderen?
"man" gilt selbstverständlich für mich selbst, kann aber ebensogut für jemand anderen gelten.
Zitat von Maria
Also mein Ziel ist es durchaus - dauerhaft trocken zu bleiben. Ich schaue nicht, wie lange ich den Teufel auf der Rückbank sitzen lasse, sondern ich scheuche ihn direkt aus dem Auto, damit er gar nicht erst in die Nähe meines Steuers kommt und eingreifen kann.Schöne Grüße
MariaMein Ziel ist das auch...ich weigere mich lediglich standhaft, den Alkohol als Teufel darzustellen...auch hier gibt man wieder Verantwortung ab, indem man den Alkohol als Sündenbock darstellt...er ist es mitnichten, denn unheimlich viele Menschen gehen durchaus verantwortungsbewußt mit Alkohol um. ICH nicht...liegt das dann am Alkohol oder an MIR ?
Verstehst Du, wie ich das meine ?Die Sache mit der Rückbank war mißverständlich ausgedrückt (hab ich mir schon gedacht)...es geht nicht darum, ihn dauerhaft mitfahren zu lassen, sondern darum, nicht so zu tun, als gäbe es ihn nicht mehr...man kann ihn sicher aus dem Auto werfen...muß man auch...aber man sollte sich nicht der Hoffnung hingeben, daß man ihn dadurch nie mehr wiedersieht...irgendwann steht er als Tramper mal wieder an der Straße...und dann muß man sich bewußt machen, daß er nicht als harmloser Tramper dortsteht, sondern sich, sobald er im Auto sitzt, gleich wieder ans Steuer setzen will...auch wenn er noch so harmlos aussieht.
Ich befürchte, das macht die ganze Sache eher noch unklarer

LG Andreas
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Hallo Andeas
ich diskutiere nicht mehr mit dir und auch nicht über PN
Wegen dem Edit bei Jonas habe ich schon was geschrieben und in Zukunft halten wir uns strikt an die Regeln die du mit der Registrierung angenommen hast.
ZitatDu räumst den Betreibern, Administratoren und Moderatoren dieses Forums das Recht ein, Beiträge nach eigenem Ermessen zu entfernen, zu bearbeiten, zu verschieben oder zu sperren.
Gruß Hartmut
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Zitat von Hartmut
Hallo Andeas
ich diskutiere nicht mehr mit dir und auch nicht über PN
Das liegt m.E.n. in beiderseitigem Interesse
Zitat von HartmutWegen dem Edit bei Jonas habe ich schon was geschrieben und in Zukunft halten wir uns strikt an die Regeln die du mit der Registrierung angenommen hast.[quote]Du räumst den Betreibern, Administratoren und Moderatoren dieses Forums das Recht ein, Beiträge nach eigenem Ermessen zu entfernen, zu bearbeiten, zu verschieben oder zu sperren.
Gruß Hartmut
Eigenes Ermessen ist gut...na, dann mach das mal...
Gruß Andreas
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Hallo Andreas,
ZitatEigenes Ermessen ist gut...na, dann mach das mal...
das macht/kann nicht nur Hartmut

LG Martin
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Hallo Martin,
ehrlich gesagt versteh ich die Aufregung nicht ganz...ich hab doch nun wirklich keinen hier persönlich angegriffen und wollte mit meinem Verslein nur etwas Luft rausnehmen.
Und es ist ja nicht so, daß wir nicht zum Thema schreiben. Es ist doch ein Erfahrungsaustausch, wenn ich Jonas frage, ob er auch damit Probleme gehabt hätte, unter Alkoholeinfluß ein Buch richtig zu lesen...das sind doch Dinge, die einen frisch Abstinenten auch interessieren.
Einerseits soll ich mich als Frischling hier nicht bei jeder Zurechtweisung angegriffen fühlen, andererseits wird irgendwie jeder meiner Posts auf die Goldwaage gelegt.Ich bin lediglich der Meinung, daß man dann den kompletten Post editieren und nicht ein Fragment stehenlassen sollte, welches komplett aus dem Zusammenhang gerissen ist...so kann man Aussagen nämlich auch verfälschen.
Wer etwas in meinen letzten Posts gelesen hat, dürfte zu der Erkenntnis kommen, daß ich nicht auf Krawall aus bin.
LG Andreas
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Hallo Andreas,
okay. Alkohol als Teufel zu titulieren ist meinerseits nicht ganz korrekt ausgedrückt. So sehe ich den Alkohol auch nicht. Jedoch ist Alkohol mein Suchtmittel und davon halte ich mich fern. Das lässt mich mein Steuer selbst in der Hand halten. Eine Nähe dazu ist gefährlich. Ich finde dein Beispiel gar nicht so schlecht, um sich das greifbar zu machen.
Zitat...indem ich viele Entscheidungen dem Alkohol überlassen habe, kann ich Dir (noch) nicht beantworten...
Habe ich eben vergessen in meinem Post.
Und bei liegt die Antwort genau darin. Weil ich suchtkrank bin... und danach handele ich heute und treffe meine Entscheidungen. Auch ob ich einen Tramper mitnehme... oder ihn lieber in dem Auto hinter mir einsteigen lasse.
Schöne Grüße
Maria -
Zitat von MariaAlles anzeigen
Hallo Andreas,
okay. Alkohol als Teufel zu titulieren ist meinerseits nicht ganz korrekt ausgedrückt. So sehe ich den Alkohol auch nicht. Jedoch ist Alkohol mein Suchtmittel und davon halte ich mich fern. Das lässt mich mein Steuer selbst in der Hand halten. Eine Nähe dazu ist gefährlich. Ich finde dein Beispiel gar nicht so schlecht, um sich das greifbar zu machen.
Habe ich eben vergessen in meinem Post.
Und bei liegt die Antwort genau darin. Weil ich suchtkrank bin... und danach handele ich heute und treffe meine Entscheidungen. Auch ob ich einen Tramper mitnehme... oder ihn lieber in dem Auto hinter mir einsteigen lasse.
Schöne Grüße
MariaHallo Maria,
im Endeffekt ist es eh nur eine Titulierung...die Nähe suche ich auch nicht...ganz im Gegenteil...ich will damit nur sagen, daß man dem Alkohol nicht immer aus dem Weg gehen kann...das meinte ich vorhin mit ungeplanten Situationen...man kann viel vorausschauend vermeiden, aber eben nicht alles.
Und ich sag ja, der Vergleich mit dem Alkohol auf dem Rücksitz war nicht ganz korrekt...deshalb hab ich den Tramper ins Spiel gebracht...den ich übrigens auch nicht mehr ins Auto lasse...nicht mal auf den Rücksitz

Sicher, das Suchtmittel an sich ist zunächst einmal das primäre Problem...es geht allerdings auch darum, dann irgendwann tiefer zu graben...warum hab ich zu diesem Suchtmittel gegriffen ? Liegt es daran, daß ich von Haus aus eine Suchtpersönlichkeit bin oder spielen da auch andere Dinge rein, die einem nicht sofort in den Sinn kommen würden ?
LG Andreas
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Hallo Andreas,
du schreibst: " Sicher, das Suchtmittel an sich ist zunächst einmal das primäre Problem...es geht allerdings auch darum, dann irgendwann tiefer zu graben...warum hab ich zu diesem Suchtmittel gegriffen ? Liegt es daran, daß ich von Haus aus eine
Suchtpersönlichkeit bin oder spielen da auch andere Dinge rein, die einem nicht sofort in den Sinn kommen würden ?" ---Das sind interessante Fragen, die die meisten trocken gewordenen Menschen irgendwann einmal auf die je für sie individuell passende Weise angehen.
Ich möchte jedoch - aus meiner eigenen Erfahrung heraus - zu bedenken geben, daß jahre- oder jahrzehntelanger Alkoholmißbrauch auf eine viel tiefere Weise in die eigenen Denkprozesse und emotionalen Erlebnisweisen eingreift als es einem in der ersten Zeit der Trockenheit bewußt ist. Oder, um es optimistischer auszudrücken: die innere Klarheit nimmt immer mehr zu je länger das Gehirn nicht mehr durch Alkohol manipuliert und in seiner natürlichen Funktionsweise gestört wird.
Um an tiefere Schichten in der eigenen Persönlichkeit herankommen zu können braucht es eine recht weitreichende "Tiefenklarheit", nicht bloß im intellektuellen, vor allem im emotionalen Bereich. Und möglicherweise auch eine therapeutische Begleitung, das hängt vom Einzelfall ab...
Ich würde von daher dazu raten, im ersten Jahr dem Trockenbleiben im Hier und Jetzt den Vorrang vor einer Ursachenforschung einzuräumen. Dazu gehört neben der hier vieldiskutierten Risikominimierung auch der Aufbau neuer, sinngebender, befriedigender und die Trockenheit stützender Lebensweisen - Hobbies, Sport, Kultur, Natur, was auch immer den Einzelnen anspricht.
Nach etwa einem Jahr konnte ich auch viel besser einschätzen wieviel Ursachenforschung ich überhaupt noch nötig habe. Anfangs hätte ich am Liebsten 3 Psychoanalysen gleichzeitiggemacht
heute ist das alles gar nicht mehr so wichtig: ich habe einen Lebensstil entwickelt der sich von der Art, wie mein Leben früher lief, fundamental (im Positiven!) unterscheidet --- den lebe ich, und groß in der Vergangenheit herumsuchen zu wollen: dies Bedürfnis hat sich doch sehr relativiert.Risikominimierung, ein sozusagen "trockener" und zufriedener Lebensstil, eine gute Balance zwischen Aktivität und Entspannung und ein Leben in der Gegenwart, Tag für Tag. Das isses. Das ist nicht nur lebensrettend für unsereins, das ist auch tief befriedigend.
Das wünsche ich dir und jedem hier.
LG Frank
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Lieber Andreas!!
Ich lasse dir mal einen lieben Gruß hier! Weil ich glaube, den kannst du im Moment gut brauchen
!Ich bin ja mittlerweile schon a bissl bekannt hier als Schmollprinzessin - das ist mein Spezialgebiet
.Ich hab so vieles hier lernen dürfen - nicht alles hat direkt mit Alk zu tun gehabt. Und ich hab mir fest vorgenommen, in Arbeit zu bleiben in Sachen "annehmen, nachdenken, drüber schlafen und hin und wieder auch mal was stehen zu lassen".
Wie gesagt, ich bin da noch gewissermaßen "in Ausbildung".Es wird aber besser - Yippi!
!Und von Tag zu Tag werden mir die Einträge hier wichtiger, die ich noch vor einigen wenigen Wochen gar nicht haben konnte!
Dabei ist es mir am Anfang ganz genau wie dir gegangen!
Also, halt die Ohren steif, probiere bei dir und auf deinem trockenen Weg zu bleiben und nimm nicht alles so persönlich. Ich trau mich das nur sagen, weil ichs genauso getan habe!!
Liebe Grüße, Prinzessin?
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Hallo Andreas,
Zitat...ich will damit nur sagen, daß man dem Alkohol nicht immer aus dem Weg gehen kann...
Da geb ich dir ja durchaus Recht. Alkohol ist weiten Teilen in der Gesellschaft dabei und hat einen festen Platz im Leben vieler Menschen. Ehrlich gesagt bin ich ziemlich erschrocken, wie viele Menschen - auch wenn sie nicht suchtkrank sein mögen - abhängiges Trinkverhalten an den Tag legen. Das fällt mir erst heute auf, als ich selbst noch dabei war, fand ich ihren Konsum normal :-?.
ABER... (sorry ;-))... jedoch nur in weiten Teilen. Es gibt durchaus "Randgruppen" (nicht ganz ernst gemeint), da ist es anders. Und wieder meine Entscheidung, wohin ich mich orientiere.
Und ich schließe mich meinen VorschreiberInnen an... laß dir erstmal Zeit und schaffe dir den Raum, deine Spirale zu stoppen, bevor du in die Tiefe anfängst zu graben.
Denn das wäre der 2. vor dem 1. Schritt und das könnte mal schnell dazu führen, ins stolpern zu geraten.
Im Übrigen finde ich gut, dass du genau hinguckst und wissen willst. Denn schließlich musst du es ja auch verstehen.
Schöne Grüße
Maria -
Warum ich gesoffen habe?
Ich sag mal die ersten 21 Jahre meines Lebens haben sich so angefühlt, als würde ich operiert werden, nur blöderweise wirkte die Narkose nicht. Dauerschmerz gepaart mit der Unfähigkeit mich zu rühren wenn's denn wichtig gewesen wäre mich zu rühren.
Würde ich da jetzt die Wurzel meiner Sucht suchen und dann noch versuchen sie auszugraben, wäre ich bis mir das gelingen würde, höchstwahrscheinlich bis sicher tot.
Aber hey, ich habe Glück. Weil die (Langzeit)trockenen hier mir nämlich helfen, nicht an meiner Sucht sterben zu müssen.
Sie haben einen Riegel den ich vor sie schieben kann. Und wenn ich den Weg gehe, den sie gehen, wenn ich mich an die Grundbausteine halte, dann hält dieser Riegel auch.
Vielleicht komme ich sogar mal zu der üblen Wurzel. Gut so.
Aber wenn nicht, werde ich trotzdem nicht an meiner Sucht sterben müssen, solange ich nicht von dem Weg hier abweiche.
Großartig. Findest du nicht auch?LG
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Zitat von KarstenAlles anzeigen
Hallo Andreas,
Lass dir doch erstmal ein paar Jahre Zeit, bis du tiefer gräbst.
Du stehst noch ganz am Anfang und willst schon am Ende sein?Versuche doch erst mal praktische Dinge, um so weit wie möglich fernab vom Alkohol leben zu können.
Am Anfang sind das reale Überlegungen, wie gehe ich die Strasse entlang, gehe ich alleine einkaufen, wen treffe ich, wen lasse ich in meine Wohnung und so weiter.Bei dir fällt mir auf, dass du Gegenargumente suchst und da auch viel Energie rein steckst.
Versuche am die nächste Zeit solche Situationen zu planen.
Du kannst es einfach hinnehmen, dass solche Situationen kommen, die vielleicht einen Rückfall auslösen, oder kannst im Vorfeld über deine Handlungen nachdenken und Risiken versuchen zu minimieren.
Auf jeden Fall stecke ich meine Energie immer in die Risikominimierung und suche nicht nach Eventualitäten, wo es nicht geht.
Versteht du den Unterschied?
Gruß
KarstenHallo Karsten,
ich denke schon, daß ich den Unterschied verstehe...Du bist der Meinung, daß man bereits durch die Risikominimierung selbst gewisse Situationen vermeidet...Du bist der Meinung, ich gehe möglicherweise den zweiten Schritt völlig unsinnigerweise vor dem ersten...versteh ich Dich da richtig ?
Wenn ja, liegst Du da gar nicht mal so falsch...das macht nicht wirklich Sinn...aber irgendwie kommt das immer so raus, als würde ich auf die Risikominimierung überhaupt nix geben...dabei ist sie ein wichtiger Bestandteil meiner Strategie, wenn man das mal so nennen darf. Aber Du hast völlig recht, wenn Du die Sinnfrage in Hinsicht auf verschwendete Energien stellst...ökonomisch ist das sicher nicht.Dank Dir für Deinen konstruktiven Beitrag
LG Andreas
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@ Garcia:
Hallo Frank,
Dein Post hat mich richtig zum Nachdenken gebracht...ich bin davon ausgegangen, daß ich parallel zu meiner Trockenheit auch an den Ursachen arbeiten müsse...weil Alkohol ja nur das Suchtmittel ist, aber nicht zwangsweise der Auslöser der Sucht.
Aber Dein Einwurf, daß man sich mit der Ursachenforschung Zeit lassen und selbst erstmal etwas stabiler dastehen sollte, leuchtet mir ein.
Ich versuchs mal so zu erklären:
Ich stehe normalerweise immer unter Vollgas...also nicht drogentechnisch, sondern stressmäßig...ich geb auch zu, daß ich erstmal wieder lernen muß, mich wirklich zu entspannen. Selbst beim Laufen kann ich manchmal nicht richtig abschalten. Wenn ich dann sehe, daß viele User in den ersten Wochen richtig Probleme hatten und ich mir im Gegensatz dazu ungewöhnlich leicht tue, hab ich irgendwie das Gefühl, ich müßte mehr tun, die Zeit ergonomischer nutzen...im Endeffekt pack ich mir meine Festplatte schon wieder voll, um mal bei meinem Beispiel zu bleiben.
Auf die Idee, die Ursachenforschung erst einmal auf später zu verschieben, bin ich ehrlich gesagt gar nicht gekommen.Danke für die wichtige Anregung
LG Andreas
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