Leb wohl, Du schnöder Alkohol

  • Hallo die Damen,

    vielen Dank erstmal für Eure lieben Genesungswünsche.

    Grad wenn ich mir die letzten Posts von Sternenhimmel und Doro durchlese, kommt mir meine Fingersache reichlich mickrig vor.

    Alles Gute deshalb erstmal an die Beiden. Ich hoffe, daß sich für Euch alles zum Besten wendet.

    Katha :

    Ich hab Deinen Rat befolgt...und mir nen halben Tag freigenommen :)

    @ Nys:

    Ja, die Situation war wie gemalt für nen Rückfall...Erfreulicherweise bin ich bzgl. der Malerei gänzlich talentfrei :)
    Ganz fertig werd ich übrigens so gut wie nie. Das Gefühl kenn ich irgendwie gar nicht mehr. Es geht immer nur darum, den Berg kleiner zu machen...

    @Sternenhimmel;

    Ich denke, das war ein im wahrsten Sinne ein einschneidendes Erlebnis...Gegenmaßnahmen sind bereits eingeleitet, aber dazu später vielleicht mehr.
    Du hast natürlich recht...Gründe zum Saufen hab ich sonst auch ohne Arbeit gefunden.

    @Wacholderfee:

    Auch Vergrabenes läßt sich wieder freilegen, insofern ist es mMn. egal, ob auf dem Speicher oder unter der Erde...man darf es halt nicht herholen wollen, die Speichertreppe gar nicht erst runterlassen. Diese Gefahr wird bleiben, da braucht man sich nix vormachen.

    LG an Euch

    Andreas

  • Hallo Andreas

    ich seh grad, daß Du online bist - da laß ich doch grad mal nen Gruß an Dich da.

    Wie ich gelesen hab, geht es mit dem verunfallten Finger soweit gut voran?

    Von Computerspielen, wenn Du eingeschneit bist, hab ich zufällig bei Renate gelesen.... mensch ... da könntest auch Schneeschippen oder mal Deine Frau anlächeln :wink: - aber das ist nur ein Vorschlag - solange es dich nicht zum Saufen bringt, kannst Du natürlich auch Dinge tun, die agressiv machen... was das eigentlich erschreckende daran ist.

    Agression ist für mich immer ein Zeichen, daß ich nicht mehr im Takt bin. Meist geschieht das beim Autofahren. Wir haben gerade überall Baustellen. Egal wo ich hin will - ich steh im Stau. Und dann machen sie auch noch Umleitungen die Dir vorkommen, als ob man Dich absichtlich in die Wüste und wieder zurück schickt.

    Gestern zB mußte ich an einer gesperrten Ausfahrt auf der Umleitungsstrecke vorbei, in den nächsten Ort, zurück zur gesperrten Ausfahrt, dort nochmal in die andere Richtung dran vorbei.... und hab mich dann gefragt, warum ich nicht gleich .... in der anderen Richtung dran vorbei geleitet wurde?? Den Ausflug in die Ortschaft und zurück hätt ich mir mit rechtsabbiegen eigentlich sparen können :shock: Und das alles im STAU !:shock:

    Früher bekam ich davon Tobsuchtsanfälle. Ich wollte in Stall - das ist eh ne halbe Stunde Fahrt. Und dann so was! Die halbe Bundesstraße dorthin ist gerade Baustelle die Innenstadt auch. Gestern hab ich mich kopfschüttelnd gewundert, dann wahrgenommen, daß Sonnenschein und Radiosender eigentlich eine gute Stimmung verbreiten. Ich übe mich darin, nicht mehr einen Gedanken voraus zu sein - sondern im Moment. Da sehen Autoschlangen gleich ganz anders aus. Ich war dann irgendwann so entspannt, daß ich ganz verwundert war, daß sich der Stau auflöste.... hatte gerade so relaxt den Rhythmus von halten und fahren aufgenommen..... (Früher undenkbar). Jetzt denk ich an den Satz: Wenn ich sitze - dann sitze ich, wenn ich stehe, dann stehe ich - wenn ich gehe dann gehe ich.// oft sind wir bereits gedanklich gegangen, während wir noch sitzen..... das macht (mich) agressiv. Vor allem fühle ich mich nicht und wenn - dann nur gehetzt.

    Die Hetze macht aus mir einen fragmentierten Mensch. Ich werde versuchen, sie aus meinem Leben zu verbannen. Wie weit das gelingt, weiß ich noch nicht. Schließlich hatte ich - als ich noch voll auf dem Laufenden war (mit meiner Arbeit) - einen minütlich ausgeplanten/hektischen Tag. Und ich will ja wieder aufs Laufende kommen. ------ Das war 2011 vor XY -- da dachte ich eigentlich, ich sei ein zufriedener Mensch. Hab es vor lauter "Ausgeplant-Sein" garnicht bemerkt, daß ich mir etwas vorlüge. Oder nein - es war so, daß ich wußte - mir fehlt was in der Ehe - aber ich hab es mit Ausgeplantsein kompensiert. Anstatt mich wirklich drum zu kümmern (um mich zu kümmern) hab ich mich abgelenkt, bis mich die Hormone oder was auch immer Hals über Kopf in eine Katastrophe geschickt haben (mit Vollgas).

    Heute denke ich - ich wäre besonnener weniger leichtfertig gewesen, - hätte nicht erst mit dem Feuer gespielt - sondern erkannt, daß ich mir da eine Zukunft erträume, die an dem vorbeigeht was "geht". Aber durch das Ausgebrannt sein von disziplinierter Tageseinteilung und Leistungsorientierung hab ich das bißchen Romantik aufgesaugt wie ein Schwamm. Und dann gab es ganz schnell kein Zurück mehr. Vor allem, weil ich mit XY ja sofort auch was bekommen hab, - um was ich mich "sorgen und kümmern" mußte.
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    Warum schreib ich Dir das? Einmal zur Selbstreflektion. Ich merke auch jetzt, wo es mir zum ersten Mal wieder recht gut geht, daß ich mir gern Sorgen mach - um andere. Daß mich Geschichten von anderen bewegen und ich vllt. manchmal zu oft fahrlässig eine Hand reiche, die man dann schlecht wieder zurückziehen kann. Ich werde vorsichtiger sein - in Zukunft - mit "Beziehungen" die ich eingehe/herstelle/beginne....... in dem ich mir um jemand oder um seine Geschichte Gedanken gemacht hab. Ich muß mir um mangelndes Mitgefühl keine Sorgen machen.......... eher darum, was ich an Belastungen in mein Leben holen möchte. Damit war ich im bisherigen Leben ziemlich unüberlegt. Und es gab immer einen Tag, an dem man die Probleme eines anderen zu seinen eigenen gemacht hat. .... ab da gab es dann kein Zurück mehr. Wenn das mal in einer bestehenden Beziehung kommt - dann ist das schlimm genug... aber sie sollte so nicht anfangen. (So - das zu mir).
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    Aber bei Dir wollt ich lassen, daß ich Dich auch als so einen "Macher" lese. Der natürlich und super sympathisch ist. Aber ich frage mich manchmal ... kommst Du zu Dir selbst? Wo bleibt bei allem Deine Frau? - Wie nah wärst Du am Rückfall, wenn Du sie verlierst, weil Du Dich um alles gekümmert hast -nur nicht um Euch und Eure Liebe? Das ist jetzt nicht als Frage zum Beantworten, sondern als Gedankenanstoß gedacht. Ich kam drauf wegen dem Eingeschneit sein. Wollt Dir für den nahenden Winter, was mit auf den Weg geben. Weil ich viel von Dir lese und ich lese immer einen Andreas, der viel macht und sich auch viel um andere kümmert. Der Moment ist der einzige Ort an dem DEIN Leben stattfindet. Das ist meine Erkenntnis aus meiner Lehrzeit der letzten 2 Jahre. Und Momente vergehen - sind nicht wieder zurückzuholen - wie auch mein Mann mich wohl nie wieder zurückholen kann, weil er viele gemeinsame Momente nicht mit mir LEBEN wollte/konnte... weil immer was anderes wichtiger war.

    Wie es aufgrund Übertaktung mit einem Sucht-Rückfall aussieht - kann ich nicht einschätzen. Es ist mir aber aufgefallen, daß der Hang zur Leichtsinnigkeit genau da ansetzt - wo man UNBEMERKT!!! überlastet ist.
    So hab ich letzten Samstag mein Tier verloren. :cry: Und genau so hab ich vor zwei Jahren an einem sonnigen Semptemberabend mit XY auf einen Parkplatz zugesteuert - mich fallen lassen in eine Entspannung, eine emotionale Erleichterung in eine Leidenschaft; weil es davor zu wenig Momente gab - in denen ich mich und meine Bedürfnisse erkannt und gelebt habe. Weil ich auf "ungefährlichem Terrain" nichts besseres zun tun hatte, als minütlich ausgeplant sein - oder mich um andere zu kümmern.

    Liebe Grüße
    und ein schönes RestWE wünscht Dir
    Nys (die jetzt wieder bei sich ist :D )..auch noch mehrdeutig :lol:

  • Moin Nys,

    erstmal freu ich mich echt darüber, daß es Dir offenbar wieder recht gut geht.

    Ich habe ehrlich gesagt einige Dinge in den letzten Monaten bei Dir nicht wirklich nachvollziehen können. Die Trennung von Deinem Mann hat sich mMn. hier in Deinen Posts schon angedeutet. Und das konnte ich auch nachvollziehen. Weniger nachvollziehen konnte ich, daß Du Dich dann gleich emotional in die nächste Geschichte gestürzt hast. Ich hatte gleich das Gefühl, daß das falsch ist, wollte mich aber bewußt nicht dazu äußern, weil ich die Situation an sich ja nicht wirklich beurteilen konnte (das Offene hat halt auch seine Nachteile). Und irgendwie beeinflußt man ja doch, wenn man seine subjektive Meinung kundtut und diese Meinung auf wenigen Informationen basiert.

    Ich find es ehrlich gesagt nett, daß Du wegen meiner Frau angefragt hast. Ich weiß, daß ich hier selten über sie schreibe. Das hat aber nur den einen Grund:
    Ich will sie so weit wie möglich aus dem Internet raushalten, da ich ja nur im Offenen schreibe. Ich selbst kann über mich schreiben, was ich will, preisgeben, was mir sinnvoll erscheint. Sie hat die Wahl nicht und deshalb halte ich Infos diesbezüglich recht knapp. Damit mag manchmal der Eindruck entstehen, sie würde in meinem Leben kaum eine Rolle spielen.
    Tatsächlich verbringen wir sehr viel Zeit miteinander, unternehmen sehr viel gemeinsam, das Teichprojekt ist unser gemeinsames Projekt, in dem jeder seine Ideen einbringen und verwirklichen kann.

    Zum Thema Spiele, Winter und Agression:

    Ich bin im Winter immer mal so zwei, drei Wochen weitestgehend alleine zuhause, da meine Frau tagsüber in der FH ist...ich nutze diese Zeit, um die Dinge zu machen, die man am Besten alleine tut wie z.B. Gitarre spielen, Konsolenspiele zocken. Es ist also nicht so, daß meine Frau mir tagelang beim Zocken zuschauen muß, ohne einen Blick von mir zu ernten :)

    Letztendlich ist es eine Form von Zeitmanagement. Ich mach die Dinge, die ich gerne alleine mache, eben dann, wenn ich wirklich alleine bin.
    Früher gab es mal eine Phase, in der ich wochenlang gezockt habe...die sind lange vorbei. Diese Zockerphase dauert inzwischen zwei, drei Tage, dann langweilt mich das schon wieder. Um mich agressiv zu machen, reicht das nicht aus. Aber ich bin inzwischen selbstreflektiert genug, um festzustellen, daß diese Gefahr bei längerer Spieldauer durchaus gegeben ist, insofern wollte ich das bei Renate auch ansprechen.
    Meine persönlichen Agressionen haben sich auf ein Minimum reduziert. Sachen, die mich vor einem Jahr noch aus der Haut haben fahren lassen, tangieren mit heute nicht mehr. Ich bin insgesamt friedlicher geworden, das kann man so sagen. Gelegentliche Ausbrüche (ganz selten noch zuhause und nur bei wirklich üblen Anlässen) sind noch da und fallen weiterhin recht heftig aus. Allerdings hab ich mich recht schnell wieder im Griff und trage im Normalfall auch nix nach.
    Doch, ich denk schon, daß ich auf dem richtigen Weg bin. Es gibt noch viel zu tun, das ist klar. Aber es ist inzwischen mehr als ein Anfang gemacht.

    Ich denke schon, daß sich meine Frau inzwischen wieder mehr beachtet fühlt. Allerdings kommt auch die eine Sache zum Tragen, die ich bei Renate geschrieben habe...Männer tragen ihre Gefühle nicht immer auf der Zunge und haben mitunter Probleme damit, der Partnerin diese Gefühle auch zu vermitteln. Ich höre das ehrlich gesagt auch immer mal wieder hier zuhause und fühle mich dann auch oft mißverstanden bzw. unter Druck gesetzt.

    Ein wirklich immer noch heikles Thema ist die Eifersucht. Nach meinen ganzen Eskapaden steht das Vertrauen meiner Frau mir gegenüber immer noch (verständlicherweise) auf recht wackeligen Beinen. Das belastet uns schon, auch wenn ich ihr ehrlicherweise immer wieder sage, daß ich auch in dieser Beziehung abstinent bin.

    Du siehst also, auch bei uns gibt es noch einige Baustellen. Aber als Handwerker sind Baustellen nicht wirklich neu für mich :)

    Ach ja, eins noch:

    Soviel Schnee, wie ich im Winter schippe, seht Ihr Schwaben im ganzen Jahr nicht :)

    Ich wünsch Dir auch noch ein schönes WE und eine gute Zeit.

    Liebe Grüße

    Andreas

  • Hey Andreas

    vielen Dank für die schnelle und wirklich sehr erfreuliche Antwort!
    Ja in der Tat dachte ich, daß Deine Frau etwas zu kurz kommt.
    Aber das hört sich ja nun ganz anders an. - Ja und was die Gefühle angeht. Das muß mM nach ja auch nicht immer ein riesen Gefühlsschwall sein in dem man sich bewegt. -- Ich finde, daß man es einem Menschen anspürt, ob er gern DA ist - in der Nähe des andern. Ob man liebevoll miteinander umgeht ist mir wichtiger als Liebeserklärungen... die kann man ja auch ohne viel Worte äußern. Aber ich weiß auch was Du meinst - es gibt da Unterschiede - und die sind glaube ich auch bei den Männern zT altersabhängig. Im Alter werden viele Männer etwas sentimentaler und feinfühliger, - wir Frauen sind das meist unser Leben lang.

    So bin ich dann auch bei meiner Antwort an Dich - weil Du natürlich verwundert sein mußtest über die letzten Monate.
    Ich möcht was dazu schreiben. Nicht weil ich verstanden werden möchte - das wird evtl. nicht mal gelingen - ich möcht mich einfach dazu äußern.

    Du weißt ja, daß ich sehr emotional und verträumt bin und da hab ich hier viel durchgeackert an meinen Gefühlen und hab unterschiedliche Feedbacks bekommen.Nicht immer nur hilfreiche. Es gab jemand der mir sehr geholfen hat, zu meinen Gefühlen zu stehen und meine Träume nicht zu verachten. Ich war da in einer großen Zerreißprobe zwischen dem was mich ausmacht und dem was mir schadet. Mich voll und ganz anzunehmen und auch mich -so wie ich bin- lieben zu lernen - dabei hat mir jemand mit ein paar kurzen Kommentaren sehr geholfen. Ich war dankbar. Einfach nur dankbar. Hab nachgefragt........mich für seine Träume interessiert.....und jemanden kennengelernt, der mich bis heute sehr berührt - aber trotzdem auch sehr enttäuscht hat.
    und jetzt danach hab ich schon wieder so viel gelernt: Nys: Traue Deiner Wahrnehmung, laß Dich darin durch nichts beirren und sei vorsichtig mit Dir selbst und dem was Du in Dein eigenes Leben "mit auf nimmst". Gleichzeitig hab ich an mir selbst erlebt, daß meine Liebe nicht mehr eine Liebe ist - die vom anderen etwas "braucht" - sondern die einfach zum geben und nehmen auf Augenhöhe taugt. Ohne diese Abhängigkeit, die bei XY so zum Tragen kam - als ich noch nicht wußte, wie ich mir selbst Geborgenheit schenken kann.
    Und ich kann trotz Verletzungen sagen, daß ich gestärkt aus dieser Sache raus bin. Ich habe gelernt mich abzugrenzen auch wenn mich jemand oder etwas sehr berührt. Ich glaube ich habe erst jetzt erkannt, wo die Eigenverantwortung anfängt und daß ich mich nicht entschuldigen muß - wenn ich mich zu meinem eigenen Schutz nicht so weit einlasse - wie sich das ein anderer evtl. wünscht. Früher sah ich das als eine mir nicht zustehende Arroganz an. Jetzt ist in mir so eine Art Autorität gewachsen, die in der Grenze nach außen eine selbstverständliche Selbstachtung sieht. Die ich vorher nicht hatte. Jeder der mir sein Herz anvertraute konnte auch mit meiner Offenheit rechnen. Oft habe ich andere bewundert, wie sie einfach mal "dicht" machen können und sich abwenden...
    Ich bin nicht gefühlskalt geworden. Und wen ich mal geliebt habe, der hat einen Platz in meinem Herzen. Aber zu diesem Herzen steht nicht mehr jedem der Zugang frei. Da ist so was wie ein Türsteher davor - der erst mal prüft: Tut der Nys das gut? Wenn nein - dann gibt es keinen Zugang und zwar konsequent. Egal was is. Und wer es ist. Auch XY läßt mich bis heute nicht kalt -aber er hätte keine Chance auf irgendeine Art "Zu-Neigung" mehr von mir. Im wahrsten Sinne des Wortes. Sich zu jemandem "neigen" ist ein Einlassen, bei dem die eigene Statik in Gefahr gerät. Da werde ich in Zukunft sehr genau darauf achten, daß auf der anderen Seite kein Wackelgerüst steht, das bei "Zuneigung" umkippt. ....wo wir wieder beim Handwerk wären.

    Ich werd jetzt mein Handwerk angehen, nachdem ich den restlichen Kartoffelsalat von gestern verspeist hab....werd Briefe verschicken und Termine festlegen.

    LG Nys

  • Hi Nys,

    Du wirst Dich doch nicht etwa den Kryptikern angeschlossen haben ? Einige Deiner Aussagen kann ich nämlich nicht richtig einordnen :)
    Nee, ist nur ein Späßchen und überhaupt nicht gegen kryptische Aussagen gerichtet. Diese Diskussion finde ich eh übertrieben. Jeder sollte sich so ausdrücken können, wie er will. Bei mir kommt ja ab und an auch der Bauarbeiter durch :)

    Deine Grundaussage ist allerdings bei mir angekommen und ich denk, die Idee, erstmal nen Türsteher am Eingang Deines Herzen zu postieren, ist gar nicht mal soo verkehrt. Ich hatte nur den Eindruck, Du hättest ihn kurzzeitig wieder freigestellt.

    Vielleicht hab ich es auch nur deshalb nicht einordnen können, weil ich nach einer Trennung ganz sicher keine emotionale Achterbahnfahrt angetreten hätte. Sicher, mein Singleleben hätte ich erst mal ein vollen Zügen genossen, aber emotional hätte ich mich da nach so kurzer Zeit sicher nie eingelassen.

    Vielleicht auch da wieder die Unterschiede zwischen Männlein und Weiblein ? Ich weiß es nicht.

    Bin grad etwas mißgestimmt...eine offene Quetschung kann mich nicht stoppen, aber eine fiese Darmgrippe anscheinend schon.

    Mein kümmerlicher Rest von Scham verbietet mir nämlich, mit einer Windel aufs Dach zu steigen *hehe*

    Naja, hat auch sein Gutes...konnte ich heut wenigstens Bürosachen erledigen, mußte dazu nur meinen Schreibtisch in die Toilette bringen *abtauch*

    Wünsch Dir ne schöne Zeit

    LG Andreas

  • Hallo Andreas,

    weißt Du warum ich mich ein wenig als Exot fühle? Weil alle meine Bekannten trinken, mit wenigen Ausnahmen. Ich habe in meinem ganzen Leben nur eine trockene Alkoholikerin kennen gelernt. Seit ich keinen Alkohol mehr trinke, merke ich erst, dass alle um mich herum trinken.

    Ich bin Veganerin und da bin ich auch ein wenig Exot. Ich kenne also das Gefühl gut, wenn ich in die Runde sage: Ich bin Veganerin. So ähnlich ist das Gefühl bei: Ich trinke gar keinen Alkohol.

    Weder das eine, noch das andere kann irgendjemand nachvollziehen
    :wink: Weil sie Fleisch essen und Alkohol trinken.

    Ich wünsche Dir noch einen schönen Abend

    Pink-Lady

  • Hey Pink-Lady,

    ich kann das sehr wohl nachvollziehen. Mein Jüngster ist Vegetarier, seine Freundin ist Vegetarierin, meine Frau is(s)t nun seit zwei Monaten auch nur noch fleischlos. Insofern bin ich zuhause der einzige Exot, weil ich noch Fleisch esse...allerdings auch schon deutlich weniger, weil hier natürlich inzwischen vorwiegend vegetarisch gekocht wird (mit meiner Zustimmung).
    Meine Nachbarn sind lt. Definition auch Exoten (da schwul).

    Und das in einem abgeschiedenen Bergdörfchen im tiefsten Frankenland.

    Das Interessante daran:

    Dadurch, daß z.B. meine Nachbarn einen regen Kontakt zur kompletten Gemeinde hegen, hat sich das Gesamtbild der eher konservativen Menschen hier schon etwas verändert so nach dem Motto:
    Die Jungs sind ja absolut in Ordnung, also gibt es keinen Grund, sie wegen ihrer Neigung zu verurteilen.
    Vorurteile kann man eben nur über Kontakte abbauen. Das tut manchmal weh und funktioniert nicht immer. Aber mMn. ist es einen Versuch wert.

    LG Andreas

  • Hi Andreas! :lol: hab köstlich gelacht, wg. dem Schreibtisch am Örtchen :lol:

    Ich glaub bei mir gäb es da Platz-Probleme. :shock:

    Da wünsch ich mal gute Besserung! Und das mit Eitelkeit und der Windel kann ich voll verstehen ... :wink:

    Kryptische Aussagen. Mmh .... so ..... ja .... ist schwer zu schreiben, - ich hab absichtlich so geschrieben, daß es (fast) nur um mich geht. Vllt. liest Du im Winter tatsächlich im Geschlossenen. Dann weißt Du evtl. mehr. Es gab zwei Gründe warum mein Türsteher in diesem einen Fall versagt hat: 1x Vertrauensvorschuß aufgrund dem schon beschriebenen Austausch, Telefonaten usw. UND ...---... der Tatsache, daß nicht nur der Mann den ich da kennengelernt habe, mein Herz berührt hat - sondern auch etwas anderes, das mich nicht lange überlegen ließ. Und mich bis heute nicht kalt läßt.

    Was ich Dir aber versichern kann: Der Türsteher ist zwar wieder im Dienst / Herz vorerst "locked":twisted:
    Das heißt aber noch lang nicht - daß ich nicht gut für mein Wohlbefinden sorgen könnte. Und da gehört -na ja Du weißt schon- auf jeden Fall dazu.
    Also in sofern - muß ich Dich leider berichtigen - bin (zumindest ich) nicht anders, als jeder Single-Mann. Nur vllt. etwas ehrlicher :P? -

    Im Geschlossenen hab ich auch da mal was drüber geschrieben:
    Die Moral der Männer, die uns Frauen dazu zwingt, entweder S** und Liebe als untrennbare Einheit zu leben - Oder in der Männerwelt als eine Frau, die sich unter Wert verkauft - angesehen zu werden. Und dabei zu riskieren

    -entweder keinen "anständigen" Typen mehr abzubekommen
    (weil Du ja verschrien bist)
    Auch ich achte (trotz Ehrlichkeit) hier sehr auf meinen Ruf!

    -oder eben immer dann wenn Du S** haben willst - nen Typen nehmen mußt, der Dich angeblich liebt. Den "Geschichten-Erzählern" ist damit Tür und Tor geöffnet.

    Das veranlaßt die Männer geradezu dazu zu lügen - und bringt die Frauen in die Situation, Männer nicht so schnell wieder zum Teufel zu jagen - wenn der Typ sich als der falsche rausstellt ..... weil damit ja wieder eine Zwangspause in Sachen S** ansteht. (UND zwar so lange -bis man wieder liebt und angeblich auch geliebt wird!) ---
    Für mich eine ganz klare Geisel des Patriarchats. Und sicherlich auch der Grund weshalb Co-Abhängigkeit nicht selten auch eine körperliche Abhängigkeit vom Partner ist. Frauen, die sich diesem Moralkodex unterwerfen sind lange enthaltsam bis zum nächsten Partner. Möcht mal sehen, welcher Mann da noch klar Verstand und Gefühl auseinanderhalten könnte - wenn er so lange auf S** verzichtet wie eine
    "tugendhafte" Frau. Und dann heißt es wieder: JAA die Frauen sind halt
    in der Liebe soooo blind!

    - Und nein - ich glaub wir Frauen sind nicht anders.....wir werden nur anders beurteilt und benehmen uns deshalb bis heute auf diesem Gebiet nicht emanzipiert. Wie gesagt - ich kanns trennen: S** und Liebe - aber auch ich achte peinlich auf meinen Ruf.

    Klar - mit Liebe ist es am schönsten. Da sind sich aber Männer und Frauen auch wieder einig!

    Es gibt's aber auch anders: Ehrlicher S** und hinterher männliche Liebeserklärungen - das find ich auch nicht schlecht 8)

    Aber keine Sorge: Männerherzen und Ehen breche ich nicht!

    Wie Du siehst. Es geht mir gut! Gute Zeit auch Dir - und gute Besserung

    Liebe Grüße
    Nys

  • Moin Forum,

    ich bin grad etwas am Grübeln. Immer wieder lese ich hier: Meins bleibt meins, ich schaue jetzt mal nur auf mich, kümmer mich mal nur um meine Bedürfnisse, wenn andere sich daran stören, ist das deren Problem. Daran ist generell nix auszusetzen...aber kann so eine vernünftige, in die Tiefe gehende Beziehung überhaupt entstehen und funktionieren ? Sind Abgrenzung und Innigkeit nicht per se zwei Dinge, die sich grundsätzlich widersprechen ?

    Abgrenzung als Selbstschutz ist ja nachvollziehbar. Aber manchmal habe ich den Eindruck, daß dabei ein gesundes Maß an Egoismus überschritten wird.

    Oder anders gefragt:

    Was bleibt, wenn jeder für sich die Entscheidung trifft, sich abzugrenzen ? Befeuern wir dadurch nicht eher eine egoistische Gesellschaft, in der eh schon kaum noch Wert auf andere gelegt wird ? Sind das z.T. nicht auch Ellenbogenmechanismen, wie wir sie in der Gesellschaft schon viel zu oft sehen müssen ?

    Wünsche allen hier ein schönes WE und eine gute Zeit

    LG Andreas

  • Hallo Andreas,

    es ist mir grade ein Wunsch, Dir mal einen lieben Gruß hier zu lassen. Ich lese Dich unheimlich gerne und freue mich einfach, das Du hier bist!
    Leider habe ich noch nicht Deinen ganzen Thread gelesen, aber das werde ich nachholen :D

    Ich wünsche Dir einen schönen, unzergrübelten Tag und ein besonders schönes Wochenende !

    Liebe Grüße
    Sunshine :D

  • Morgen Andreas

    jetzt komm ich auch noch mal hier her -weil's mich grad echt vom Hocker gehauen hat - was Du mir da bei Sternchen unterstellst. Eigentlich solltest mich soweit kennen - daß ich nicht lapidar über jemand urteile.

    Warum darf man nicht schreiben, daß Alkohol das Gehirn zerstört. GANZ ALLGEMEIN - war das geschrieben!

    Im Umgang mit einem kranken Menschen erwartet jeder, daß auf die Besonderheiten der Krankheit Rücksicht genommen wird. Wenn man im Alltag mit einem alkoholkranken Menschen zu tun hat - dann kann es sehr belastend werden, wenn man immer wieder davon ausgeht, daß er (bis auf den Alkohlol-Konsum) sich ganz normal und vernünftig verhält.

    Einerseits sind wir hier im Alkoholiker-Forum andererseits darf aber Deiner Meinung nach nicht darüber geschrieben werden, daß es nur hilft, sich ein gesundes Maß an Abstand zu schaffen, wenn man mit einem aktiv trinkenden Menschen zu tun hat. Dann frag ich Dich jetzt: Wie hättest Du gerne den Umgang mit aktiv trinkenden Alkoholikern am Arbeitsplatz oder in der Familie?

    Mal davon ausgehend, daß der aktiv Trinkende - sein Problem selbst nicht wahrhaben möchte?


    ---------------------------


    So jetzt noch was zu Deinem obigen Beitrag.

    Beziehung ist immer ein geben un nehmen. Seins bei sich zu behalten und das andere beim anderen zu lassen -das ist nicht:Dem anderen Zuneigung zu entziehen oder sich nicht auf ihn einlassen.

    Liebe funktioniert nur, wenn man sich auch verletzlich macht und gewisse Selbstschutz Mauern fallen.

    Ein "sich einlassen" macht verletzlich und hat etwas mit Vertrauen zu tun. Da werde ich in Zukunft genauer hinschauen.

    Seins beim anderen zu lassen - das heißt ihm Verantwortung für sein Handeln in der Beziehung selbst zu überlassen und die eigene Verantwortung in der Beziehung - sowohl für sich selbst - als auch für das Gelingen der Beziehung wahrzunehmen.

    Ich sehe aber oft Abhängigkeit - davon - ob der andere das wertschätzt. Ich sehe, daß sich viele Frauen in ihrem Selbstwert davon abhängig machen, ob sie geschätzt werden.Insbesondere von dem Mann den sie lieben. Und das ist nicht gut. Weil mein Wert nicht davon abhängt, was ein anderer von mir denkt. Und sei er mir noch so wichtig.

    Du kommst mir grad ziemlich verletzlich vor. Und ich bin jetzt gerade einfach zu aufgebracht - um etwas mehr zu erzählen. Wie schon erwähnt es ist auch schwierig. Es geht ja um das Privatleben eines anderen Menschen. Ich bin eher die Frau, die alles gibt, wenn sie liebt. Und das wird auch so bleiben - sofern ich mal wieder eine Beziehung eingehe, kann sich dieser Mann wirklich auf eine sehr innige Liebe und Beziehung freuen.

    Es muß aber nicht jeder, mit dem ich eine schöne Zeit verbringe auch gleich Bestandteil meines Lebens werden. Da gehören nämlich inzwischen viele Kriterien dazu, daß es paßt. Und wenn von vornherein beide nichts anderes als eine schöne Zeit wollen - dann ist das auf beiden Seiten egoistisch und kann trotzdem sehr liebevoll und respektvoll sein.

    Leider gehen meine Erfahrungen mit Männern dahin, daß sie es bislang nicht besonders wertgeschätzt haben, von mir geliebt zu werden. Das ist aber nicht meins! Die Verletzungen, die mir zugefügt wurden muß ich mir nicht anziehen. Ich habe sie nicht zu verantworten. Es hat nur zur Folge, daß ich künftig sehr vorsichtig sein werde. Selbst dann wenn ich mich mal verlieben sollte - ich werde es bestimmt nichtmehr so vertrauensvoll preiß geben. Das ist meins.

    Gruß Nys

  • Moin Nys,

    ich antworte Dir mal in meinen Thread, könnt mir vorstellen, daß es sonst dort drüben etwas heftig wird.

    Stimmt schon, die Korsakow-Sache hat mich gestört...mMn. hast Du die Sache mit den unterschiedlichen Altersangaben damit verknüpft...warum sonst hättest Du Korsakow erwähnen sollen ?

    Aber grundsätzlich war mein Post nicht auf Dich bezogen, sondern bewußt allgemein gehalten. Ich lese dort schon von Anfang an mit und hab vorhin noch überlegt, ob ich überhaupt was schreiben sollte...ich find es allerdings auch im Nachhinein noch richtig, stehe also zu der geäußerten Kritik.

    Im Co-Bereich findet manchmal ein seltsamer Umgang mit dem Thema Alkohol statt...ich kann es nicht anders beschreiben. Die Sensibilität, die so mancher Co einfordert, wird dem Alkoholiker verwehrt. Der Alkoholiker taugt dort nicht selten zum Feindbild und mich beschleicht nicht selten das Gefühl, daß man, indem man den Alkoholiker für die ganze Misere verantwortlich macht, von eigenen Problemen ablenkt.

    Letztendlich könnte ich jetzt sagen: Okay, was gehts mich an...ist ja nicht meins. So bin ich allerdings nicht gestrickt und daran ändert auch meine Abstinenz nichts.

    Ich finde es irgendwie merkwürdig, daß viele von einer Krankheit "Alkoholismus" sprechen, aber in der Konsequenz der Umsetzung des Begriffes "Krankheit" dann doch einiges vermissen lassen...

    Ich weiß nicht, ob das verständlich rüberkommt...ich kann es nur hoffen.

    Authentisch sein heißt auch, manchmal Dinge anzusprechen, die nicht so gut ankommen. Nicht mehr und nicht weniger habe ich getan, nämlich das zu schreiben, was mich bewegt.

    Daß ich für meine Zeilen selbst einiges an Kritik werde einstecken müssen, war mir beim Schreiben schon bewußt. Das gehört dazu.

    Du kannst mir glauben, wenn ich Dir sage, daß es nicht böse gemeint war...aber ich kann eben nicht immer nur fröhlich und lustig...

    LG Andreas

  • Hallo Andreas!

    Wegen der Abgrenzung: Dieses Monat helfe ich einigen mir unbekannten älteren Damen ein ehrenamtliches Projekt durchzuziehen.
    Sie haben mich nicht gefragt und ich hab auch nicht gefragt ob sie Hilfe brauchen. Hab meinen Namen gesagt und mir einen Karton geschnappt.
    Inzwischen sind es schon sehr viele Kartons geworden. Das beste daran ist, dass die mich nicht fragen warum ich das mache, weil ich weder Nächstenliebe noch Wir Gefühl anzubieten hätte.
    Ich machs für mich, weil es mir gut tut. Andere Gründe habe ich nicht anzubieten.
    Muss ich auch nicht haben.
    Denn auch wenn ich die Dinge nur für mich mache, hat dadurch auch sogar oft wer was davon.
    Das freut mich dann auch.
    Das geht deshalb, weil ich meine Bedürfnisse kenne. Ich schade niemandem wenn ich mich darum kümmere.

    LG

  • Lieber Andreas

    nein - ich habe Korsakow nicht wegen den Altersangaben zitiert.
    Die unterschiedlichen Altersangaben gibt es auch bei Männern, die einfach nicht so gut damit klar kommen älter zu werden :wink:

    Korsakow in seinen frühen Anfängen findet in den feinsten Nervenzellen- und -enden statt und hat bereits in diesem Stadium eine Auswirkung auf die Selbsteinschätzung und Selbstwahrnehmung.

    Ich lese wahrscheinlich weniger im Co-Bereich als Du - und ich las den Thread von Sternchen nur teilweise - es fiel mir aber auf - daß sie wohl gleich mehrere Kollegen hat, die einen auffälligen Alkohol-Konsum am Arbeitsplatz an den Tag legen. Ihr Umgang mit diesen Kollegen - DAS fand ich bedenklich! UND zwar in beide Richtungen: Sowohl für sie - als auch für die Kollegen. Deshalb wollte ich nur dran erinnern, daß man auf alkoholbedingtes Verhalten nie "richtig" eingehen - sondern nur nach sich selber schauen kann.

    UND deshalb schreib ich Dir nochmal: Du hast meine allerwichtigste Frage nicht beantwortet: Wie wünscht Du Dir den Umgang mit nassen Alkoholikern??? Das ist mir echt wichtig. Weil genau das das Problem im CoBereich ist. Mir sind viele Einstellungen auch zu feindselig. Und driften dabei am Ziel vorbei - weil es eben wieder und wieder emotional wird - und dabei geht die objektive und GESUND-distanzierte Einstellung wieder flöten.

    Feindbild Alkoholiker - das ist gleich meine nächste Frage: Siehst Du das wirklich so? Könnt es nicht eine Projektion sein?

    Daß viel Verletzungen entstehen ist klar- und daß damit der Sündenbock Alkohol bzw. Alkoholiker für alles herhalten muß, was evtl. am Co schief gewickelt ist........... das ist wahrscheinlich bei manchen auch so eine Phase, bis sie wirklich den Mut finden alleine für sich zu stehen und dann da genau hinschauen wo es klemmt. Aber so ein Sündenbock-Denken gibt es nicht erst seit Erfindung des Alkohols. Früher wurden dafür Frauen auf Scheiterhaufen verbrannt. Auf sich selber zu schauen muß man lernen - und es dauert! Dann ist auch eine neutrale Einstellung gegenüber dem Verhalten des anderen möglich. Das macht den Umgang dann wieder respektvoller.

    Wie wünscht Du Dir den Umgang mit nassen Alkoholikern im Umfeld???
    Das ist echt meine Frage. Ich habe darauf nämlich bislang keine Antwort. Keine wirklich gute zumindest. Außer: so weit wie möglich ihn sein Ding machen lassen und sich selber abgrenzen. Das ist nicht leicht - weil es meist liebenswerte, sehr gefühlvolle Menschen sind, die vor allem verstanden werden wollen, die sich einsam fühlen, die versuchen charmant und aufmerksam zu sein und die oft eine ganz besondere Gabe besitzen, einem zu Herzen zu gehen. (Und das auch wissen) Ruck zuck biste am helfen, trösten, Auswege suchen, Ausrutscher entschuldigen..... und das selbst bei Menschen mit denen Du gar keine Beziehung hast.

    LG Nys

  • Moin schnuffig,

    das ist natürlich ein sehr schönes Beispiel dafür, wie man sich positiv einbringen kann, ohne wirklich die Absicht zu haben, sich einzubringen. Nun, in dem Fall ist das eine Win-Win-Situation.
    Ich weiß ja auch, daß Abgrenzung wichtig ist..."Nein"-Sagen ist ja immer noch so ein latentes Problem bei mir. Es gelingt mir inzwischen häufiger, "Nein" zu sagen bzw. meine "Ja"'s entsprechend zu gewichten und zwar danach, inwiefern ich das gerne mache oder nur aus falschem Pflichtgefühl heraus handle.
    Ich mach z.B. nicht mehr viel für Vereine, weil ich gemerkt habe, daß grad dort eine Geber-Nehmer-Mentalität vorherrscht. Die Einen geben, die Anderen nehmen. Sowas macht auf Dauer krank und z.T. auch agressiv, weil man die Mechanismen irgendwann durchschaut und sich ausgenutzt fühlt.
    Für einzelne Personen dagegen, die mir am Herzen liegen und die ich mag, kann ich nur ganz selten "Nein" sagen.

    Aber ich hatte das Thema "Abgrenzung" auch im Bereich Beziehungen hinterfragt...ist ständige Abgrenzung nicht ein Beziehungskiller ? Oder, noch etwas provozierender gefragt:
    Ist eine intensive Beziehung zu einem Menschen, der sich permanent abgrenzt, überhaupt machbar ?

    LG Andreas

  • Hey Nys,

    für mich hat es so ausgesehen. Welche Gründe gab es denn dann, Korsakow ins Spiel zu bringen ? Letztendlich wurde im Thread ja nur davon gesprochen, daß der Arbeitskollege offenbar gerne mal seine Arbeit von der Kollegin erledigen läßt...ein Verhalten, daß zwar zu verurteilen ist, aber noch lange nicht auf eine Alkoholerkrankung hindeutet...ebensowenig wie die Aussage, er würde zwei, drei Bier am Tag trinken. Würde man alkoholkrank so definieren, könnte sich für meine Ortschaft eine eigene Blau-Kreuz-Gruppe lohnen :)
    Zunächst einmal würde ich in dem Fall beide Fälle trennen wollen. Der eine Mitarbeiter ist ganz offensichtlich schwer abhängig und es ist tatsächlich ein Armutszeugnis für die Firma, daß der gute Mann weiter so dahinsaufen darf und sich nichts an der Situation ändert.
    Genaugenommen müßte ihn der Betrieb abmahnen und gleichzeitig eine LZT anordnen in Verbindung mit einer vorübergehenden Arbeitsplatzgarantie. Zumindest würde ich das so handhaben. Allerdings, und da kommt jetzt die böse Realität ins Spiel, ist es tatsächlich schwer für eine Firma, dies so zu handhaben, wenn gleich mehrere Mitarbeiter davon betroffen sind.
    Der direkte Mitarbeiter wird im Thread schon als Alkoholiker dargestellt, obwohl es dafür mMn. nicht genügend Indizien gibt. Eine unterschiedliche Altersangabe ist mir hierfür zu wenig, auch eine ungenaue Angabe der Trinkmenge.
    Und eine Situation mit so wenig Infos zu bewerten finde ich schwierig.

    Um Deine Frage zu beantworten:

    Nein, ich würde nicht zum Betriebsrat gehen...ich würde meinen Kollegen auf den Konsum ansprechen, ihm klarmachen, daß ich als sein Kollege ein alkoholbedingtes Abfallen seinerArbeitsleistung nicht tolerieren würde und ihm mitteilen, daß ich mir als Möglichkeit das Gespräch mit dem Vorgesetzten vorbehalte. Danach würde ich die Situation erstmal beobachten.
    Schon gar nicht würde ich den Arbeitsplatz wechseln...warum auch ? In anderen Firmen können doch genau diesselben Probleme wieder auftauchen. Da bringt Weglaufen wenig.

    Ich wünsche mir einen offenen, direkten Umgang mit Alkoholikern. Aber ich wünsche mir auch eine gewisse Vorsicht, bevor ich Alkoholiker wirklich als Alkoholiker klassifiziere.

    Ich selbst hab ziemlich lange gebraucht, bis mir klar wurde, daß ich Alkoholiker bin. Eigentlich erst hier im Forum.

    Bei den Co's hab ich manchmal den Eindruck, daß einige nicht loslassen können, ohne nochmal nachzutreten. Es wird zwar immer geschrieben, daß man nun endlich keinen Kontakt mehr hätte, wenig später wird dann doch wieder telefoniert und wieder wenig später ist der Alkoholiker dann wieder der Drecksack. Wieso wird ihm dann eigentlich hinterhergeweint, anstatt froh zu sein, ihn los zu sein ?

    Naja, klingt etwas unstrukturiert, werde versuchen, daß dann nochmal etwas deutlicher zu erklären...

    LG Andreas

  • Hallo Andreas

    in der Tat - hab ich jetzt nicht differenziert zwischen dem schwer abhängigen Kollegen und dem vllt. auch abhängigen?

    Meine Gedanken gingen einfach dahin, daß ich erst bei der Lektüre zu Korsakow als Folge von Alkohol-Mißbrauch
    verstanden habe - was Alkohol im Gehirn anrichten kann! Bereits bei 2 -3 Bier am Tag - wenn der Mensch sich dazu kaum in anderer Form ernährt.

    Und ja - wenn jemand garnicht in Zusammenhang bringt, was das eigene Fehlverhalten (Lügen zB) mit der Empörung von anderen zu tun hat....
    Oder wenn einer immer sagt: Ist doch alles gut!?
    Wenn drum rum garnix gut ist! Dann fehlt irgendwo die Einsicht von Zusammenhängen zwischen dem eigenen Verhalten und der Reaktion der Umwelt.

    Mein XY sagte oft: Oh es läuft gut mit den Kindern,,,, etc.
    Oder : Es geht voran.........
    Wenn es überhaupt nicht gestimmt hat. Aber das war seine Wahrnehmung! In Details geh ich dazu nicht. Er hat nur nicht gesehen, wo er in Wirklichkeit stand - und wie sein Verhalten für alle Beteiligten rüber kam. Eine komplett nicht nachvollziehbare Selbstwahrnehmung und Einschätzung. Ob er deshalb Korsakow hatte - weiß ich nicht. Aber die Beschäftigung mit der Krankheit - hat mir gezeigt, wie ein ansonsten normal wirkender und funktionierender Mensch in seiner Selbstwahrnehmung und dem Erkennen von Zusammenhängen komplett anders ticken kann...... lange bevor man ihm ansieht, daß er trinkt. Oder ihn als Aloholiker einstufen kann.

    Ich gebe zu, ich habe nicht sehr drauf geachtet - ob Sternchens Aussagen nun für die Einschätzung reichen, daß ihr Kollege ein Alkoholproblem hat. Bin mehr darauf eingegangen, daß sie es so sieht.

    Direkt ansprechen - offen ansprechen - dazu hab ich mal in einem allgemeinen Thema geschrieben. Sternenhimmel hat es mir ziemlich verübelt. Man kann hier im geschriebenen tatsächlich manchmal härter rüber kommen, als man tatsächlich ist.

    Abgrenzen in Beziehungen: Andreas - wenn ich bei einem Menschen den ich liebe nur schwer nein sagen kann, dann ist das in einer Hinsicht normal. Aber oft hat das garnix mit heldenhafter Hilfsbereitschaft zu tun - sondern damit, die eigene Belastungsgrenze eben dann nicht zu sehen, wenn man von einem geliebten Menschen gefordert wird. Das führt manchmal dazu - daß man sich über die eigenen Kräfte hinaus verausgabt. Ganz besonders dann, wenn nahestehende Menschen dazu neigen grenzüberschreitende Erwartungen zu stellen. Manchmal kann es dann dazu kommen, daß man enttäuscht wird, weil das Engagement selbstverständlich genommen wird. Noch schlimmer, wenn eine Beziehung aus geht und man "gefühlt" zu viel gegeben hat.

    Ein Nein und eine Grenze ist am schwersten, dort wo wir grenzenlos offen sind für den anderen. Aber gerade für eine gelungene Beziehung ist es wichtig, daß Grenzen nicht überschritten werden. Nicht von mir - was meine Aufopferungsbereitschaft angeht - und nicht vom anderen - was seine Forderungen angeht. Kennst Du den Spruch: Ja - wenn Du mich liebst -dann:.............. der wird nicht immer ausgesprochen - aber oft unterschwellig vermittelt.

    Abgrenzen muß man sich nur dort, wo Grenzen von anderer Seite überschritten werden.

    Manchmal ist im Co Bereich so ein Hick-Hack zu lesen- wie Du beschreibst. Aber wie gesagt - ich lese diese Bericht nicht so oft. Weil ich dann den Eindruck habe - daß die Schreiber ein anderes Ziel verfolgen als ich. Und das ist dan ihrs.

    LG Nys

  • Hallo Andreas!

    Dann beantworte ich die Beziehungsfrage mit Blick auf mich selbst. ;)

    Eine Freundin hab ich, seit mehr als 10 Jahren, mit der hab ich vor kurzem so ein Kartenspiel mit Fragen gespielt, das den Zweck hatte, den anderen besser kennen zu lernen. Mit dem Ergebnis, dass sie die eine Hälfte der Fragen nicht beantworten wollte und ich die andere Hälfte nicht.
    Grund: Grenzverletzung.
    Ich glaub die halbe Straße hätte unser schallendes Lachen gehört ( wär ein Fenster offen gewesen).
    Aber alles an diesem Lachen und mit dem Finger auf die andere zeigen, beinhaltete auch ein intensives: Wie sehr ich dich doch liebe, weil du bist wie du bist.
    Das ist mal ein klares Ja. Ist möglich.

    Und die Beziehung zum Mann?
    Den find ich auch gut so wie er ist und ich freu mich ihn zu sehen.
    Weiß nicht. Mir gefällt es.
    Wäre seins meins und meins seins, wie würde sich das denn anhören?
    Wenn du mich lieben würdest, dann hättest du das und das getan und gesagt und das und das gelassen und nicht gesagt?
    Seins das meins ist und meins das Seins ist, fühlt sich für mich nach: Ich liebe dich, aber....sei doch ein bisschen anders...an.
    Da fällt mir aber auch nichts anders dazu ein als: Nein.
    Ich bin nicht darauf aus, mich in jemand anderem zu verlieren oder mich fallen zu lassen.
    Ich bleibe bewusst bei mir.
    Somit gibts dann zwei Menschen, die sie selbst sind und ganz bei sich.
    Das ist schon sehr intensiv und auch interessant.
    Zeig mir wer Du bist statt wir sind wir.

    LG

  • Hallo Andreas

    Zitat

    Ich wünsche mir einen offenen, direkten Umgang mit Alkoholikern. Aber ich wünsche mir auch eine gewisse Vorsicht, bevor ich Alkoholiker wirklich als Alkoholiker klassifiziere.


    Kann ich gut nachvollziehen, sehe ich auch so.
    Das ist auch ein Grund, warum ich selbst offen mit meiner Krankheit umgehe.
    Bei jemand anderen eine Alkoholkrankheit zu diagnostizieren, das kann im Grunde nicht mal ein Arzt.
    Ich würde so eine Diagnose auch nicht stellen, wie käme ich dazu? Ich kann nur Symtone deuten und die erkenne ich auch schnell, weil ich ja selbst so war und genau so oder ähnlich handelte. Mehr aber auch nicht.

    Zitat


    Bei den Co's hab ich manchmal den Eindruck, daß einige nicht loslassen können, ohne nochmal nachzutreten. Es wird zwar immer geschrieben, daß man nun endlich keinen Kontakt mehr hätte, wenig später wird dann doch wieder telefoniert und wieder wenig später ist der Alkoholiker dann wieder der Drecksack. Wieso wird ihm dann eigentlich hinterhergeweint, anstatt froh zu sein, ihn los zu sein ?


    So sehr sich auch Süchte ähneln mögen, scheint es hier dann doch Unterschiede zu geben.
    Während wir Alkoholiker ab einem gewissen Zeitpunkt nur noch froh und glücklich sind, den Alk nicht mehr zu brauchen, läuft das Ganze bei CO`s anscheinend anders ab.
    Ich glaube, das Verständnis fehlt dann einfach für den anderen, weil wir trockenen Alkoholiker das dann nicht mehr nachvollziehen können, bzw. selbst so nicht erlebt haben?
    Ich traue mich mittlerweile momentan schon gar nicht mehr, bei den CO`s zu schreiben, denn ich kann nur klare Worte schreiben. Gehätschel und "ich drück Dich mal" ist nicht so mein Ding, ich benutze auch im realen Leben klare Worte.
    Und mir scheint, allzu klare Worte sind im CO-Bereich nicht besonders beliebt, es kommt dann dort schnell zu Eskalationen.
    Tja...
    Schade, ich würde mir eher wünschen, das man voneinander lernen kann, mit den unterschiedlichen Süchten umzugehen, aber ich denke mittlerweile, das ist nicht möglich.

    LG Sunshine

  • Hallo zusammen,

    Ich möchte für mich ausdrücklich sagen, dass ich, obwohl ehemals Co, für klare Worte bin und dass ich NIE wieder in so einer Beziehung leben möchte.
    Deshalb habe ich nach dem "Trocken werden" angefangen, mich mit meinen Mustern auseinanderzusetzen und befinde mich immer noch auf dem Weg, Meinen Selbstwert zu stärken, etc.
    Trotzdem halte ich mich immer noch für empathisch, mittlerweile auch für beziehungsfähig.
    Es geht doch nicht darum, von einem Extrem ins andere zu hüpfen.
    Ich schreibe und lese bei beiden , auswählen tu ich nach Interessen, nicht nach CO oder Alki.
    Mir geht es aber wie Sunshine, ich kann nicht über Monate immer wieder Geduld signalisieren, wenn ich von außen den Eindruck habe, da ist jemand letztlich einfach nicht bereit, die nötigen Konsequenzen zu ziehen.
    Ich finde sehr wohl, dass ein CO sich von seinem Suchtmittel fernhalten kann.

    Grüße
    Susanne

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