Wohin führt neue Weg!!

  • Zitat

    Und ich bin wieder zurück ins Haus?!?!? WARUM?!?! Ich habe keine Ahnung! Ich war bei dem Gespräch wie fremdgesteuert

    Wie ich schon sagt, Niemand kann über Jahre und sein gesamtes Leben eingeschliffene Gewohnheiten über Nacht loswerden. Einmal der richtige Auslöser - und BÄNG - springt der Wagen wie von Zauberhand in seine Schienen und Du kommst nimmer runter.

    Wenn ich jetzt zählen müsste, wie oft ich das auf die Ein- oder Andere Art selbst erlebt habe und immer wieder erlebe. 4stellige Zahl? 5 stellig? Weiss nicht.

    Das worauf es ankommt ist nicht, dass es passiert, sondern, dass man's merkt. Wenn auch hinterher. Und Du hast es gemerkt. Mehr kannst da erstmal nicht machen. Ausser wissen...da ist was, das ICH (noch) nicht steuern kann.

    Zu der Situation selbst lässt sich nur eins sagen.

    Was muss, das muss. :D

  • Wenn Du's schaffst, schmeiss mal für einen Augenblick alles weg, alles über Bord. Alles Wissen, alle Zweifel, alle Bedenken. Alkohol, Kinder. Richtig, Falsch, Pflicht, Eltern, Perfektionismus, Vergangenheit, Zukunft, Forum, Co-Abhängigkeit, Haus.

    Alles in den Mülleimer. Für 10 Sekunden. Keine Angst, Du darfst anschliessend all diese super bedeutungsvollen (:D :D :D) Sachen wieder aus dem Mülleimer nehmen und Dir wieder in Deinen Rucksack laden, nicht dass Du Dich noch leicht fühlst, will ja keiner ;)

    Also für 10 Sekunden. Machst Du?

    Nur für eine Frage?

    Will ich den Mann?

    Nicht denken, fühlen.

    Will ich den Mann?

  • Hallo Ihr.

    Hallo Kaleu – voll drin und nicht glücklich.

    Ich habe mir ein paar Tage Forum, Bücher, und auch Therapeutenpause „gegönnt“, um mal in mich selbst rein zu hören. Ich hatte das Gefühl, dass die vielen Infos und Meinungen von außen ein bisschen für ein Wirrwarr gesorgt hatten.

    Wie fühle ich mich? Also glücklich mal gar nicht. Girasole, du hattest recht, dass ist nicht gesund und macht nicht glücklich. Ich musste erkennen, dass das ein ganz großer Fehler war und nun eigentlich gar nichts mehr gut läuft.

    Ich hatte teilweise ganz miese Tage, voll der Resignation, Verzweiflung, Wut und Groll gegenüber meinen XY und auch mich. Auch so ein Gefühl versagt zu haben und es nicht mehr auf die Reihe zu bekommen.
    Teilweise auch gute Tage, die den Gedanken in mir auslösen: So schlimm ist es doch eigentlich nicht?! Das hälst du noch aus?!

    Ich hatte das hier mal mit einem Sprung vom 3 Meterbrett verglichen, habe gewippt und gewippt, um dann umzudrehen und nach unten zu klettern. Nun stehe ich unten, schaue sehnsüchtig nach oben, weil ich gerne springen möchte und das Gefühl habe, da nie wieder hochklettern zu können.

    Nein, ich will XY nicht mehr an meiner Seite. Ich habe die letzten Tage erkannt, dass hier ein ganz falsches Spiel gespielt wird voll Lug und Trug. Von ihm und von mir. Es gab auch wieder so viele Vorfälle, die enttäuschend und verletzend waren und die ich mir noch viel mehr zu Herzen nehme, wie früher. Ich spreche sie auch an, dann gitbs Streit und im Großen und Ganzen leben wir mehr in einer WG als in einer Ehe. Ich denke mir auch oft, dass xy das doch auch erkennen muss?.

    Aber er sieht sich als Mißverstandener, dem man im Bösen ein Alkoholproblem unterjubeln wollte, weil man egoistisch ist. Er erwartet von allen, auch von den Kindern, dass sie sich nach ihm richten, ist sofort verletzt oder beleidigt, hat ständig wechselnde Laune und alles in allem ist das Leben so total anstrengend und meine Kräfte schwinden zusehends.

    Er ist weiterhin „alkoholfrei (?)“, was bedeutet, er trinkt alkoholfreies Bier (literweise) und nutzt besondere Gelegenheiten, wie 1. Mai oder Familienfest, um zu trinken. Das wird angekündigt mit den Worten: „ Dass dus weißt, heute trinke ich was! Damit es nicht wieder Theater gibt…“ Ich sage ihm, es ist seine Entscheidung.

    Das ist nicht Trocken, dass ist nasses Denken, oder? Und es wundert mich, dass er das so lange durchhält?

    Aber irgendwie ist das ja auch egal, es ist eh alles kaputt, für mich zumindest. Und ich habe keine Ahnung, was ich eigentlich hier noch mache.
    Ich frage mich – was muss eigentlich noch passieren? Wann macht es denn endlich „Klick“ und ich pack meine Sachen und gehe. Wann kommt der Tiefpunkt?! Der müsste doch schon erreicht sein. Da hilft doch auch ein morgendliches flüchtiges Küsschen auf die Backe nichts mehr?

    Unser Sohn wird immer verhaltensauffälliger und das macht mir so zu schaffen, weil ich mir die Schuld dafür gebe, da ich es nicht packe, ernsthaft was zu ändern. Bei Problemen verliere ich schnell die Nerven, bin total dünnhäutig und möchte am liebsten den Kopf in den Sand stecken oder einfach ganz weit davon laufen?

    Ab und zu habe ich auch gute Phasen, in denen ich klar sehe, Pläne schmiede, Wohnungen im Internet anschaue…

    Aber - so hoch wie ich zu Beginn hinauswollte, so tief bin ich gefallen. Ich bin zur Zeit wirklich nicht gut drauf und verzweifelt. Viel Gejammere – ich weiß.
    Wie komme ich da raus?


    Liebe Grüße
    Neuweg

  • Zitat

    Das hälst du noch aus?!

    Oh ja, das ist der Sinn einer Ehe. Aushalten :D

    Hey, wenn Du noch 20 Jahre aushälst, bekommst vielleicht das Bundesverdienstkreuz verliehen. Für tapferes aushalten. Ich denke, das sollte es doch wert sein :D

    Zitat

    Das ist nicht Trocken, dass ist nasses Denken, oder? Und es wundert mich, dass er das so lange durchhält?

    Welche Rolle spielt das? Brauchst einen Grund gell. Einen niet- und nagelfesten Grund, damit Du gehen darfst.

    Ich brauche keinen Grund zu gehen - wenn ich keinen habe zu bleiben!

    Zitat

    Wie komme ich da raus?

    Das weisst Du!

  • Hallo Neuweg!

    Zitat

    Nein, ich will XY nicht mehr an meiner Seite. Ich habe die letzten Tage erkannt, dass hier ein ganz falsches Spiel gespielt wird voll Lug und Trug. Von ihm und von mir. Es gab auch wieder so viele Vorfälle, die enttäuschend und verletzend waren und die ich mir noch viel mehr zu Herzen nehme, wie früher. Ich spreche sie auch an, dann gitbs Streit und im Großen und Ganzen leben wir mehr in einer WG als in einer Ehe. Ich denke mir auch oft, dass xy das doch auch erkennen muss?.

    Es ist doch egal ob xy das erkennt es geht doch um dich und deine Gefühle. Du willst ihn nicht mehr reicht das nicht als Grund um zu gehen?

    Natürlich gab es wieder viele Vorfälle, xy hat dir auch nicht versprochen etwas Grundlegendes zu ändern. Du bist ja diejenige die eingebrochen ist und wieder zurückgegangen ist.

    Du kennst doch den Weg, du hast ja schon angefangen ihn zu gehen. Du hältst deine Beziehung als gescheitert worauf wartest du noch?

    Liebe Grüsse
    Speranza

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Guten Morgen,

    Hallo Kaleu, ich mag deinen Witz, entlockt mir bei aller Bitterkeit doch immer wieder ein Lächeln. Du hast recht. ich darf nicht gehen, suche nach einem Grund, einer Rechtfertigung, ein "nicht glücklich sein - Grund" ist ja schließlich egoistisch(!?!?!).

    Hallo Speranza, es leider (noch) nicht egal, was er über die Trennung denkt.

    Ich habe mich Jahrelang immer für irgendetwas gerechtfertigt, mache es oft immer noch, und auch in diesem Fall habe ich einen großen Druck in mir, diese Entscheidung zu rechtfertigen.

    In meinem Gedankenkarussel geht es die ganze Zeit - wie sag ich es bloß, wie erkläre ich es? Einfach hinstehen und sagen: So, ich bin nicht glücklich, ich habe keine Gefühle mehr für dich, jetzt möchte ich trennen." Das ist zur Zeit (noch) undenkbar.

    Mir graut es vor den Vorwürfen, die auf mich prasseln werden. Wie egoistisch ich bin, wie rücksichtslos, was ich alles kaputtmache und und und. Und die kommen sicher. Ich weiß, wie er sich benimmt, wenn er verletzt ist. Da geht es schon zur Sache.

    Ich habe eigentlich nie gut Probleme kommunizieren können, besonders mit ihm. Streit und Unfrieden halte ich schier gar nicht aus. Ich habe die letzten Tage bewusst Dinge angesprochen, die mich stören, sie auch anständig und sachlich angesprochen, sozusagen zur Übung. Mich kostet das sehr viel Kraft, aber ich sehe, dass ich da schon riesige Schritte gemacht, wenn ich da die letzten Jahre vergleiche.
    Und natürlich paßt das XY nicht: wenn ich Dinge anspreche, bin ich selbstgerecht und auf dem "Selbstfindungstripp", denke nur an mich.

    Und ja, dass trifft mich, und ich denke dann immer, dass ich Jahrelang so viel ausgehalten habe und gekämpft habe. Und ich habe (noch) immer diesen Drang, ihm das nahezubringen, dass er versteht.
    JA, ich will das Bundesverdienstkreuz haben, am besten von ihm!

    Hier ist wohl der Punkt, an dem ich arbeiten muss. Erst wenn ich von diesem Denken auf gesunde Weise weg bin, kann ich die Trennung vernünftig angehen. Sonst scheitere ich wieder. Das nächste Mal möchte ich nicht mehr rumeiern mit Therapie oder Paarberatungsvorschlägen, oder sowas, was dann eh nichts wird. Mich wieder auf Kompromisse einlassen oder kopflose halblebige Fluchtversuche starten.

    Und ich möchte auch auf keinen Fall wieder so wie dieses Mal zurück gehen. Denn ich merke wie ich von Mal zu Mal tiefer falle und immer schlechter wieder hoch komme.

    Ich möchte gerne meine letzte Kraft und Würde zusammenkratzen, um das stark und konsequent durchzuziehen, sonst gehe ich kaputt. Noch eine Runde geht nicht. Auch nicht wegen der Kinder.

    Liebe Grüße

    Neuweg


    :roll:

  • Zitat

    Du hast recht. ich darf nicht gehen, suche nach einem Grund, einer Rechtfertigung, ein "nicht glücklich sein - Grund" ist ja schließlich egoistisch(!?!?!)

    Ja was fällt Dir ein? Eine anständige Ehefrau hat neben ihrem Ehemann zu sein und immer ein bisschen unglücklicher als er - damit er sich dadurch etwas besser fühlt.

    Zitat

    Ich habe mich Jahrelang immer für irgendetwas gerechtfertigt, mache es oft immer noch, und auch in diesem Fall habe ich einen großen Druck in mir, diese Entscheidung zu rechtfertigen.

    Könntest Du es denn vor Dir selbst rechtfertigen? Ist eine sehr ernst gemeinte Frage.

    Zitat

    JA, ich will das Bundesverdienstkreuz haben, am besten von ihm!

    Und dann gehste? Oder bleibste dann weil Du endlich für Dein Martyrium belohnt wurdest? Und da wo's das Bundesverdienstkreuz gibt, gibt's ja sicher dann auch noch den Nobelpreis.

    Ach ist das schön, wenn man ein Ziel hat für dass es sich zu sterben lohnt. Und wenn man so richtig leidet dafür, dann hat man vielleicht richtig Glück und es wird eine Religion nach einem benannt. Vor 2000 Jahren hat das schonmal geklappt, warum nicht bei Dir?

    Mal Klartext zum Thema Egoismus:

    Kennst Du den Unterschied zwischen Narzissmus und Bescheidenheit?

    Bescheiden ist - wenn man ein Holzkreuz will.
    Narzisstisch ist - wenn man ein Holzkreuz will, weil das bescheiden ist.

    Du machst nichts Anderes als er, nur etwas weniger durchsichtig. Du erwartest eine Belohnung dafür, dass Du ja für ihn so sehr gelitten hast.

    Dass Du gelitten hast - war nur Deine Entscheidung. Nur! Wenn Du es weiter tust ist es ebenso Deine Entscheidung. Schieb ihm nicht rüber, wenn Du zu feige bist Dich zu trennen.

    Eins ist eindeutig, Deinen Mann liebst Du längst nicht mehr. Ab hier bist Du nur noch mit ihm zusammen, weil es sich gut hinter ihm verstecken lässt.

    Kuck nicht zu tief unter die Co-Abhängigkeit. Ist ein klein bisschen eklig da.

  • Hallo Neuweg,
    Dein Denken und Handeln ist sehr abhängig von einem (oder auch anderen) Menschen.
    Warum denn?
    Es ist doch DEIN Leben, das "darfst" Du so gestalten, wie DU es gern hättest.
    Und dabei ist es völlig schnuppe, was andere dazu sagen oder darüber denken.
    Das kannst Du so oder so nicht beeinflussen, auch nicht durch Wohlverhalten/Stillhalten oder sonstwas.
    Wenn die Leute reden wollen, WERDEN sie reden.
    Ob Dir das passt oder nicht, uninteressant.
    Von daher... "lass die Leute reden..." , ganz frei nach dem Ärzte-Song... :wink: sie tun es so oder so.

    Zitat


    Streit und Unfrieden halte ich schier gar nicht aus


    Warum nicht?
    Die Wogen glätten sich auch irgendwann wieder.
    Und wenn nicht, dann eben nicht.
    Geht die Welt auch nich von unter.
    Wenn Du nicht lernst, auch mal Streit und Unfrieden auszuhalten, dann machst Du es Dir ziemlich schwer, weil Du dann die Tore für alle möglichen Manipulationen an Dir öffnest.
    Andere merken sehr schnell, wo die Schwachstellen anderer Menschen sind, dazu muss man nich mal n nasser Alkie sein.
    Und das wird dann einfach auch oft ausgenutzt.
    Jemand, der keinen Unfrieden und Streit ertragen kann, den kann man nu echt wunderbar nach den eigenen Wünschen steuern.
    Er wird funzen wie ein Hampelmann.
    Wenn man dran zieht, passiert genau das, was man erwartet und will.

    Zitat

    In meinem Gedankenkarussel geht es die ganze Zeit - wie sag ich es bloß, wie erkläre ich es? Einfach hinstehen und sagen: So, ich bin nicht glücklich, ich habe keine Gefühle mehr für dich, jetzt möchte ich trennen." Das ist zur Zeit (noch) undenkbar.

    Hm, versteh ich nicht, was daran undenkbar sein soll.
    Du bist nicht mehr glücklich und möchtest Dich deshalb trennen.
    Das ist doch der logischte Grund der Welt und Dein gutes Recht.
    NIEMAND muss in einer Beziehung aushalten, wir leben hier in der BRD und nicht in einem unfreien Land !!
    Ja, weiß nicht, wie man es sagt... gibt ja mehrere Möglichkeiten.
    Ich würde es so machen, das ich um ein Gespräch bitten würde und dafür zeitnah einen Termin vorschlagen würde. Vielleicht möchte Dein Mann es auch gleich führen, auch okay.
    Und dann sagst Du es halt so.
    Aus die Maus.

    Oder soll er Dich erst weiter demütigen ?
    Reicht es denn nicht, was alles passiert ist ??
    Muss denn noch ein akuter Grund her, um sagen zu können: JETZT aber!
    Das is doch Unsinn.
    Neuweg, ich sag Dir mal was...
    Es gibt Wege, wieder zusammen zu finden, auch nach Trennungen.
    Aber... wenn zu viel passiert ist, wenn zu viel Porzellan zerbrochen ist, wenn Dinge vorfielen, die man nicht mehr verzeihen kann, wird das nix mehr.
    Und ich denke, das trifft auch auf Dich/Euch zu.
    Ist halt mein Gefühl.
    Ich persönlich bin kein Freund von überschnellen Trennungen, die es in dieser auch Menschen betreffenden Wegwerfgesellschaft immer öfter gibt.
    Es wird ja von allen Seiten suggeriert, das an der nächsten Ecke/in jeder Singlebörse schon die tollsten neuen Partner nur auf einen warten, die einen dann prinzengleich glücklich machen wie in nem Rosamunde-Pilcher-Film.
    Die Realität ist aber komplett anders !
    Und Beziehungen sind ja auch nicht einfach auswechselbar.
    Nach einer Trennung gilt es leider auch, Trennungsschmerz mal auszuhalten. Und nicht gleich den nächsten Typ an Land ziehen, ohne mal zu analysieren, warum alles schief lief und wo die eigenen Anteile lagen.
    Und daran evtl. auch mal zu arbeiten.
    So grundsätzlich mal, nicht nur auf eine Abhängigkeitsbeziehung bezogen.

    Es wird einen neuen Partner geben, wenn man möchte.
    Vielleicht nicht grad morgen oder übermorgen, aber irgendwann sicher... und den wird man genau so lieben können wie einen anderen Menschen, den man früher mal liebte.
    Wärs anders, wäre die Menschheit schon lange ausgestorben.
    Menschen sind fähig, in ihrem Leben mehrere Menschen zu lieben.
    Zum Glück ! :D

    Zitat

    Und ich möchte auch auf keinen Fall wieder so wie dieses Mal zurück gehen. Denn ich merke wie ich von Mal zu Mal tiefer falle und immer schlechter wieder hoch komme.

    Ich möchte gerne meine letzte Kraft und Würde zusammenkratzen, um das stark und konsequent durchzuziehen, sonst gehe ich kaputt. Noch eine Runde geht nicht. Auch nicht wegen der Kinder.

    Dann handele entsprechend !!
    DU hast es in der Hand, sonst niemand.
    Du warst schon so gut auf dem Weg, aber bist wieder eingeknickt.
    Schade.
    Dann eben eine neuer Anlauf, was denn sonst ???

    Und JA, er wird Dir Vorwürfe machen!
    Und vielleicht beschimpfen!
    Und böse mit Dir sein!
    Er wird versuchen, Dich zu verletzen.
    Den Grund dafür hast Du schon genannt, er ist dann selbst verletzt.
    Und sowas lassen bestimmte Partner nicht auf sich sitzen, die können das nicht ertragen und müssen dann zurück schlagen mit entsprechenden Worten.
    Es soll dem anderen dann keinesfalls besser gehen als einem selbst.
    Oder am Ende wird der andere Partner auch noch glücklich?? :shock:
    Das geht ja nu mal gaaar nich !! :evil:

    Neuweg, schade das Du Deinen neuen Weg abgebrochen hast.
    Echt.
    Du hast dem Druck nicht mehr stand gehalten, auch dem Druck nicht, den Du Dir mit Selbstvorwürfen gemacht hast.
    Du kannst nun für immer weiter leiden und auf n lächerliches Bundesverdienstkreuz warten, das Du dann verbittert, resigniert und vom Leben enttäsucht entgegennehmen kannst.
    Du kannst aber auch zufrieden und glücklich werden !
    Du entscheidest.
    Tipp: Für n lausiges Bundesverdienstkreuz kannste Dir auch nix kaufen, schon gar nicht weiter durchlittene Jahre zurück kaufen :wink:

    LG Sunshine

  • Hallo Neuweg!

    Zitat

    Und ja, dass trifft mich, und ich denke dann immer, dass ich Jahrelang so viel ausgehalten habe und gekämpft habe. Und ich habe (noch) immer diesen Drang, ihm das nahezubringen, dass er versteht.

    Er wird es aber nicht verstehen denn er sieht es ja ganz anders, er ist uneinsichtig. Ich habe mir jahrelang den Mund fusselig geredet und dachte er muss doch endlich verstehen dass er nicht so mit mir umspringen darf.

    Es gehören aber immer zwei dazu, einer der macht und einer der es mit sich machen lässt. Solange du es zulässt dass er dich so behandelt wird er so weiter machen, in seinen Augen funktioniert es ja.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Ihr,

    danke für die Antworten, hatte heute wieder sehr gute Gedanken deshalb.

    Ihr habt wieder einiges auf den Punkt gebracht. Etwas vor mir selber rechtfertigen? Ja wie, ja was, wie geht das denn ?!
    Dieser Zustand, als liebe brave Ehefrau schön an der Seite zu stehen, abends die Hausschuhe bringen und für gute Laune sorgen, der war lange da, das ist richtig. Aber ich denke, über das bin ich schon heraus.

    Und dieses Bundesverdienstkreuz zu verdienen, verbittert und enttäuscht entgegen zu nehmen, dass ist sich er nicht mein Ziel. Ich habe auch eigentlich nicht das Gefühl, noch jemandem außerhalb etwas beweisen zu müssen. Da ich doch recht isoliert gelebt habe und es recht wenig Menschen mehr gibt, die mir wirklich wichtig sind, gibt es auch niemanden, dem ich was beweisen wollte. Auch bei den Nachbarn, nee, die haben alle ihren eigenen Sorgen.

    Was soll also das Zögern?

    Ich denke, es ist eine Sache zwischen XY und mir. Zum einen bin ich vor längerer Zeit mit dem Irrglauben fröhlich zur Suchtberatungstelle marschiert, mit der Hoffnung, ein bißchen Beratung, ein bißchen Therapie, dann der Traumprinz, der mich glücklich in die Arme nimmt, um mir zu sagen: Danke, du hast mich gerettet, es tut mir leid, was ich dir alles angetan habe.

    Das wird so wohl nichts werden, das habe ich jetzt auch verstanden.

    Trotzdem habe ich immer noch dieses Gefühl, in diesem Spiel nicht als die "Böse" dastehen zu wollen. Er soil der Böse sein, nicht ich.
    Aber das ist falsch, das hat wirklich nichts mit Würde und Stolz zu tun, sondern es ist tatsächlich feige. Da will ich an mir arbeiten.

    Zum anderen ist doch auch trotzdem so, dass ich schlicht und einfach Angst habe vor seiner Reaktion, wenns wirklich ernst wird. Da kann es schon richtig haarig werden und ich möchte dem gewappnet sein.
    Da muss eine Sicherheit her, ein Plan, ein Seil, an dem ich mich entlanghangeln kann. Wie bereits gesagt, kopflos weg, um wieder zu scheitern, dass will ich nicht nochmal.

    Vielleicht wird es auch total unkompliziert, wenn es dann soweit ist? XY ist ja schließlich so auch überhaupt gar nicht glücklich. Er sitzt abends grantig auf seinem Sessel und wackelt mit den Fußen. Das gute Morgen Küsschen ist auch nur sporadisch, da ist kein Interesse mehr an meiner Person, keine Lust, etwas zu unternehmen, ein ständiges Unzufriedensein.
    Vielleicht geht es ihm ähnlich wie mir und er ist erleichtert, wenn ich den Schritt mache, dass er nicht der "Böse" ist?! Wer weiß, der Gedanke kam mir heute und ich finde ihn gar nicht abwegig.

    Auf jeden Fall ist das hier Quatsch, und da hat mir dieser "Rückschlag" zumindest etwas gebracht, es hat mir die Augen geöffnet. Das es einfach vorbei ist. Und ich habe in der Zeit bei der Schwiegermutter doch auch sehr gelernt. Ich kann die Distanz besser waren und nehme mir auch nicht mehr alles so sehr zu Herzen.
    Ich habe mir jetzt einige Tage Selbstmitleid "gegönnt", aber nun möchte ich mich doch gerne wieder aufrappeln und weitermachen.

    Kaleu, was mich noch interessiert, den Satz habe ich nicht verstanden:

    Kuck nicht zu tief unter die Co-Abhängigkeit. Ist ein klein bisschen eklig da.

    Was meinst du damit?

    Liebe Grüße

    Neuweg

  • Hi Speranza,

    stimmt, ich habe mir den Mund auch fusselig geredet. Außer dass ich mit meinem "Psychokram" und meinen schlauen Büchern selbstgerecht bin, hat es nichts gebracht. Auf diese Einsicht, die ich mir so gewünscht habe, werde ich wohl warten müssen, bis ich krumm und buckelig bin. Un wozu auch.
    Aber nur weil der Kopf jetzt das eine oder andere beginnt zu begreifen, macht das Gefühl noch lange nicht mit.

    Liebe Grüße
    Neuweg

  • Zitat

    Da muss eine Sicherheit her, ein Plan, ein Seil, an dem ich mich entlanghangeln kann. Wie bereits gesagt, kopflos weg, um wieder zu scheitern, dass will ich nicht nochmal.

    Wenn man erkannt hat, dass man selbst das braucht, weil man ohne erstmal wieder in's Klo greift, gehört das einfach dazu sich an den Stellen abzusichern von denen man erkannt hat, dass man da auf die Nase fällt.

    Also los, die heimische Hanfpflanze nicht nur zur Stimmungsuafhellung im Schokokeks einsetzen sondern anfangen Seil zu knüpfen.

    Lass Gut und Böse doch da wo die Sonne nicht scheint. Das sind nur Gedankenkonstrukte die Dir das Leben erschweren. Selbst wenn er Dir an's Bein nagelt, wie selbstgerecht Du doch wärst, kann er nicht Deine Schädeldecke aufmachen und Dir diesen Gedanken einpflanzen. Ob Du den also in Deiner Birne haben willst, entscheidet nicht er, sondern Du.

    Hat sich was mit Traumprinz. Hat sich was mit Bundesverdienstkreuz und großer Retterin der er dankbar weinend in die Arme fällt. Glanz und Gloria sind verflogen, der Glitter weg, die Hochzeitsgäste sind längst zu Hause und das Schloss ist auch nimmer rosa sondern eher ziemlich grau.

    Was bleibt also?

    2 Menschen die sich nicht abkönnen aber jeder will unbedingt gegen den Anderen gewinnen. Dazwischen Kids die darunter leiden dass ihre Eltern sich nicht einigen wollen und können weil Beide sich an Gut und Böse Geschichten aus Kindertagen klammern und mit dem Finger auf den anderen zeigen, sich um ihre weisse Weste sorgen, statt wie 'n Erwachsener aufstehen und handeln und sich dabei bisschen die Finger schmutzig machen.

    Zitat

    Kaleu, was mich noch interessiert, den Satz habe ich nicht verstanden:

    Kuck nicht zu tief unter die Co-Abhängigkeit. Ist ein klein bisschen eklig da.

    Da drunter steckt viel Feigheit. Und sehr viel kranker Egoismus. Schön versteckt hinter Gutmenschentum, aber er ist da.

    Jeder Mensch hat einen gesunden Egoismus. Nenn ihn Überlebensillen. Der ist zwingend nötig. Verleugnet man ihn, bahnt sich dieser Egoismus ungesunde Bahnen nach aussen. Und es wird ein bisschen schmutzig, wenn der langsam nach oben kommt.

    Alkohol hin- oder her, eure Ehe ist gescheitert, Liebe ist da auch nicht mehr. Was euch jetzt zusammenhält ist kranker Egoismus, auf beiden Seiten. Keiner will Schwäche zeigen. Da ist zwar die Art verschieden, er eher aggressiv, Du eher passiv aggressiv, macht dennoch keinen Unterschied.

    Ist nur noch ein Schlachtfeld und keiner will gehen, weil er den völlig blödsinnigen Gedanken hat, dadurch würde der Andere gewinnen.

    Es gibt nur Verlierer in eurem Spiel.

  • Zitat von Neuweg


    Unser Sohn wird immer verhaltensauffälliger und das macht mir so zu schaffen, weil ich mir die Schuld dafür gebe, da ich es nicht packe, ernsthaft was zu ändern.

    Ist das denn nicht Grund genug zu gehen?

    Denn DU bist für dein Kind verantwortlich, ebenso wie der Vater. Wenn der allerdings krank ist und nicht für ihn handeln kann, bleibst nur noch du übrig. Und wenn du dann auch noch nicht für ihn handeln kannst- wer denn dann?
    Dann hoffe ich im Sinne deines Sohnes, dass es ein verantwortungsvolles Mitglied aus dem Freundeskreis oder der Familie oder jemanden aus der Schule gibt, der dem Jugendamt Bescheid sagt.

    Du lässt dich ganz schön verdrehen.
    Es ist doch egoistisch von IHM, seine ganzen Probleme auf den Schultern eures Sohnes abzuladen, sodass der leidet. Egoistisch wärest du, wenn du das einfach ignorierst, weil DU nichts ändern willst. Es wäre alles andere als egoistisch, wenn du bei ihm bleiben möchtest, aber gehst, um deinen Sohn zu schützen.
    Sie es mal so!

    Viele Grüße,
    Zimttee

  • Zitat von Neuweg

    Hi Speranza,

    stimmt, ich habe mir den Mund auch fusselig geredet. Außer dass ich mit meinem "Psychokram" und meinen schlauen Büchern selbstgerecht bin, hat es nichts gebracht. Auf diese Einsicht, die ich mir so gewünscht habe, werde ich wohl warten müssen, bis ich krumm und buckelig bin. Un wozu auch.
    Aber nur weil der Kopf jetzt das eine oder andere beginnt zu begreifen, macht das Gefühl noch lange nicht mit.

    Liebe Grüße
    Neuweg

    Hallo Neuweg!

    Du kannst dir vieles wünschen ob es jemals erfüllt wird steht in den Sternen. Du hast recht auf seine Einsicht wartest du wahrscheinlich bist du alt und buckelig bist, das habe ich irgendwann in meiner Beziehung auch verstanden.

    Aber das muss ja nicht heissen auszuharren bis du alt und buckelig bist. Ich habe mir ein weiteres Leben an seiner Seite vorgestellt, das war eine Schreckensvision, das hat mich so geschockt und mich klar erkennen lassen wenn ich noch einmal im Leben glücklich sein will muss ich gehen.

    Leicht ist es nie, zum Glück hatte ich mich damals innerlich schon von ihm distanziert. Es war mir egal was aus ihm wird und was er dazu sagt dass ich mich trenne. Zum Glück haben wir uns gütlich geeinigt, vielleicht auch deshalb weil ich so entschlossen aufgetreten bin.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Ihr lieben,

    danke für eure Beiträge, da waren wieder gründliche Denkanstöße dabei und ich habe mir die Beiträge auch mehrmals durchgelesen und sehr viel nachgedacht. Manches hat mir doch auch zu schaffen gemacht. Und ich sehe dadurch wieder einiges anders, und auch wieder etwas klarer.

    Gut und Böse – diese Aufteilung gibt es schon seit immer auf der ganzen Welt, ich sehe das nicht als Problem. Es ist eher mal wieder diese Schuldsache. Sich selber Schuldig fühlen und dadurch die Schuld auch gleich weitergeben zu wollen.

    Die Situation bei uns zu Hause ist total wirr, ungesund, falsch und verlogen. Nun sensibler erkenne ich das jeden Tag mehr.

    Über die Frage, ob ich das nun beende, bin ich hinweg. Es muss beendet werden.
    Und natürlich ist da auch eine Feigheit dahinter, diesen Schritt nicht zu wagen. Ich fühle mich mit der Verantwortung überfordert. Ich hätte gern, dass diese Entscheidung jemand für mich trifft, dass ich raus bin aus dieser Verantwortung. Deshalb fühle ich mich auch so besch…, so schwach, schäme mich.

    Nachdem ich jetzt allerdings erst gelesen habe, dass diese Trennungsambivalenz eigentlich doch relativ normal ist, bin ich beruhigter. Wichtig ist natürlich, da schnellstmöglich raus zu kommen.

    Die größte Angst, die ich habe, ist einfach nur die Reaktion von xy. Die Vergangenheit hat mir gezeigt, dass er, wenn er verletzt ist oder sich angegriffen fühlt, keine Rücksicht nimmt auf die Gefühle der Kinder oder auch auf Gefühle anderer.
    Ich habe fürchterlich Angst vor diesem Kampf, das Gezerre um die Kinder. Äußerungen wie“ Eure Mama macht alles kaputt“, oder ähnliches. Ich habe gelesen, dass eine Trennung in unserer Situation für die Kinder der bessere Weg ist, aber nur, wenn die Trennung sachlich verläuft.
    Ich habe Befürchtung, dass es das nicht wird.

    Und natürlich muss ich auch damit rechnen mit den bittersten Vorwürfen überhäuft zu werden. Vor denen habe ich Angst, nennen wir es gerne feige?! Ich fühle mich derzeit noch nicht stark genug, das auszuhalten. Ich mache mich noch zu sehr von seiner Meinung abhängig, um da stark und konsequent zu bleiben.
    Also muss ich daran noch arbeiten - jeden Tag. Eben um diese Distanz zu erreichen.

    Und ich finde, da auch schon viel erreicht zu haben. Wenn ich heute z.b. darüber nachdenke, wie es vor einem Jahr war oder auch schon früher, kann ich über mich nur den Kopf schütteln. Also habe ich mich schon verändert. Und so will ich auch weitermachen.

    Und solange will ich die Zeit nutzen, nicht mehr das „Ob“ sondern das „wie“ zu überlegen. Das ist eben dieses Seil an dem ich mich entlang hangeln will. Ich möchte es eben gerne durchgeplant haben, um sicher zu sein. Ich kläre derzeit meine finanziellen Möglichkeiten, suche im Internet nach Wohnmöglichkeiten, etc…

    Ich hoffe, eines Tages (und das hoffentlich sehr bald) morgens aufzuwachen und dann ganz klar zu sehen: „Trennung – heute ist es so weit, wie konnte ich jemals was anderes denken.“
    So wie Speranza das auch sagt, es war egal, was er sagt oder denkt. So egal, dass sie entschlossen auftreten konnte. Dann wird's was, oder?

    Liebe Grüße
    Neuweg

  • Hallo Neuweg,

    toll, dass Du immer noch hier schreibst.
    Und nicht in Scham oder alten Co-Gefühlen ganz verschwunden bist!

    Diese Angst vor XYs Reaktion war auch bei mir, ebenso wie die "Planung" der Trennung.
    Das war soz. der 2. Schritt, nach Bewusstwerdung und Annehmen der Co-Abängigkeit.
    Ich hab zb auch meine Finanzen durcgecheckt. Den Wohnungsmarkt angeschaut usw.

    Die Angst vor Abwertung durch XY resultiert v.a. daraus, dass wir diese Dinge selbst über uns denken,- vermute ich mal.
    Abwertungen, die jeglicher Grundlage für sie entbehren, nehmen Menschen in der Regel nicht für sich an.
    Wenn aber -ev. auch tief vergraben- das Gefühl da ist- dann greift es sofort.
    Bei mir war es so. Ich habe auch ohne XY, schon in der Kindheit gelegt,
    mich für wertlos gehalten.
    Und schuldig.

    Was die Kinder betrifft: Wenn Du akuten Krieg auf ihre Kosten befürchtest, nimm sie zu Anfang aus der Schusslinie.
    Bring sie an einen Ort, wo er nicht hinkommt, nichts von weiß.
    Es ist dann besser für sie, eine Zeit keinen KOntakt zu ihm zu haben.
    Erst wieder, wenn er kapiert, - so nicht.

    LG
    Girasole

  • Hallo Neuweg

    Schön von Dir zu lesen, freu mich immer darüber.

    Auch das Du auf dem richtigen Weg bist freut mich.

    Immer ein Schritt vor dem anderen. Wie heisst es immer so schön: Der Weg ist das Ziel.

    Wünsche Dir weiterhin ein guten, für dich richtigen Weg.

    Liebe Grüsse
    weinender Engel

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