Hintertürchen geschlossen... Auf gehts nach vorne!

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Zitat

    Mein soziales Leben ist in meinen trockenen Lebensjahren im übrigen sehr viel lebhafter und reichhaltiger gewesen, als es das zu Lebzeiten je war.


    Wat ? :lol:
    ... als es das zu Saufzeiten je war", war natürlich gemeint :lol:

  • Vielen Dank für Eure Beiträge.


    Martin, es ist bei mir nicht anders als bei Anderen. Ausreden, weshalb ich in bestimmten Situationen anders handeln „musste, konnte, durfte“ möchte ich nicht für mich finden. Ich
    verschließe mich auch nicht vor anderen Meinungen und nehme sie trotzdem ernst.


    Ja Pellebär, ich muss heraus finden, wie ich meinen Weg am besten gehe. Ich nehme mir hier die Gedanken von den Menschen, die schon länger trocken sind, zu Herzen und werde auch nicht aufhören, diese auf mich wirken zu lassen.


    Correns: Wegeb meiner Kinder.... Dass sie mir wieder vertrauen, das ist wirklich toll. Da bin ich so froh drüber.


    Ich hoffe auch immer, dass es den ein- oder anderen stillen Mitleser gibt, der etwas für sich mitnehmen kann aus den Berichten.


    Ich habe bei Dir damals jedenfalls sehr viel mitnehmen können für mich, aus Deinen Beiträgen. Deshalb finde ich den Austausch im offenen Bereich auch sehr wichtig.

  • Hallo Cadda!


    Gleich mehrfach erwähnst Du in deinem Beitrag, dass Du Personen gegenüber, die dir irgendwie nahe stehen, angekündigt hast, keinen Alkohol mehr zu trinken.


    Ich begrüße diesen Vorsatz. Ich nehme zumindest für mich in Anspruch, mich verbal nicht so weit aus dem Fenster zu lehnen. Ich will keinen Alkohol mehr trinken, ich arbeite an mir, dass es nie mehr dazu kommt. Nur versprechen und garantieren kann ich dieses Unterlassen nicht.


    Zur Teilnahme an Feiern:


    Auch ich bin der Meinung, dass eine gewisse Karenz sicherlich vernünftig ist, bis man selbst etwas stabiler ist. Das ist in den ersten Monaten sicherlich bei keinem frisch Abstinenten der Fall. Eine allgemeine Zeitregel dafür gibt es nicht.


    Heute gehe ich selbstverständlich zu Feiern, aber nur so solchen, bei denen der Alkohol nicht der Schmierstoff und das Bindeglied der Teilnehmer ist, sondern eine absolute Nebenrolle spielt. Dann stört er mich auch nicht.


    Saufveranstaltungen besuche ich nicht. Da fühle ich mich nicht mehr zugehörig. Merke ich an einer Örtlichkeit, dass der "Pegel" steigt, bin ich weg.


    Wenn Du zu einer Veranstaltung gehst, dann mache dir vorher klar, dass selbst moderater Konsum einiger Teilnehmer dein Suchtgedächtnis aktivieren und Suchtdruck auslösen kann. Und zwar nicht nur vor Ort, sondern auch auf dem Heimweg (die nächste Tanke ist fast immer nahe) oder gar später daheim. Da hockst Du plötzlich auf der Couch und wunderst dich, woher das Verlangen nach Stoff kommt.


    Mein ehemaliger Therapeut riet immer, sich schon vor einer Veranstaltung "abzusichern". Man kann eine Vertrauensperson mitzunehmen, bei der man im Wort steht. Die mimt dann zwar nicht den Aufpasser, sondern hält dich als eine Art psychische Hemmschwelle vom Konsum vor Ort ab.


    Solltest Du schon auf der Veranstaltung Suchtverlangen verspüren, sei dringend angeraten, schleunigst das Weite suchen. Dann muss man raus aus dem Schussfeld.


    So habe ich es auch gehalten. Ich bin im dritten Jahr.


    Bist Du in einer SHG außerhalb dieses Forums? Sprich die dortigen Damen und Herren doch mal auf dieses Thema an.


    Gruß
    Carl Friedrich

  • Hallo Sunshine,
    unsere Beiträge hatten sich überschnitten. Ich danke auch Dir für Deine Ausführungen. Ich hatte es tatsächlich etwas missverstanden und gedacht, dass grundsätzlich von Veranstaltungen abgeraten wird. Dass man das insbesondere am Anfang der Abstinenz tun sollte, das leuchtet schon ein. Es ist mit Sicherheit so, dass man - je länger man abstinent lebt - auch gefestigter ist.
    Ich fühle mich zwar im Moment sehr stabil, aber ich fühle mich eben nur so. Ich habe hier durch die Erfahrungsberichte ja schon mitbekommen, dass man sich noch so sicher und stabil fühlen kann, aber es kann jederzeit zu einem Rückfall kommen, wenn das Suchtgedächtnis zuschlägt. Ich gebe mir Mühe, mir das immer wieder vor Augen zu führen. Dass ich mich nicht täuschen lasse, von dem momentan guten und sicheren Gefühl.
    Ich hab es auch schon gehabt, dass mir mein Gedächtnis etwas einreden wollte, was ich eben nicht will. Je öfter ich mir allerdings schon vorher Gedanken über das Thema mache und mir immer wieder vor Augen führe, was ich will, umso weniger springt dieses Suchtgedächtnis an bzw. umso schneller werde ich es wieder los.


    Dass Veranstaltungen, auf denen getrunken wird, dieses Denken natürlich aktiviert, das ist klar. Deshalb weiß ich auch, dass es richtig ist, was Du schreibst. Ich setze mich viel damit auseinander. Momentan handhabe ich es noch so, dass ich mir vorher sehr gut überlege, wo genau ich nun mitgehe und wo nicht. Ich werde auch zukünftig nicht leichtfertig mit dem Thema umgehen und mir auch weiterhin meine Gedanken hierzu machen.


    Carl-Friedrich,
    ich habe alle zwei Wochen einen Termin bei der Suchtberatung, immer bei derselben Dame. Eine Therapie habe ich ebenfalls beantragt, die Dame bei der Suchtberatung sagte mir letzten Freitag, dass das fast durch ist. Danach kann ich auch an den Gruppengesprächen teilnehmen.


    Ich habe das Thema am Freitag angesprochen. Sie hat daraufhin so reagiert, dass jeder für sich einen Weg finden muss, wie es für ihn am besten ist und dass sie mir nicht raten wird, an keinen Veranstaltungen teilzunehmen, wenn ich das gern möchte. Es würde zum Leben dazu gehören, soziale Kontakte zu haben und die bestehen nun einmal nicht ausnahmslos aus Treffen mit Menschen, wo kein Alkohol getrunken wird, Geburtstage usw. gehören nun einmal auch dazu und wenn ich es gern möchte, ist das in Ordnung.


    Trotzdem bin ich jetzt nicht aus der Gesprächsstunde gegangen und habe gedacht "Yeah, meine Therapeutin hat gesagt, ich darf das".
    Weil ich einfach hier auch schon viel anderes über das Thema gelesen habe und auch diese Sichtweise nachvollziehen kann.
    Deshalb gehen mir eben beide Sichtweisen immer wieder durch den Kopf und ich werde mich wohl noch weiterhin damit auseinander setzen.


    Was Du eben zum Thema "Saufveranstaltungen" sagtest... Das geht mir ganz genau so. Also solche Treffen, wo eigentlich im Vorwege schon klar ist, worauf es hinausläuft. Die meide ich ebenfalls. Naja, was heißt, die meide ich? Die muss ich eigentlich gar nicht groß meiden, weil ich von denen gar nichts mehr groß mitbekomme. Ich habe zu den Leuten, bei denen es ausschließlich darum ging, einen zu Saufen, eh keinen Kontakt mehr. Viele dieser "Kumpels" habe ich bei meinem ehemaligen Lebensgefährten getroffen, als ich noch dort gewohnt habe oder nach meinem Auszug eben noch Zeit dort verbracht habe. Seit dem ich nichts mehr trinke, bin ich aber nicht mehr dort hingegangen bzw. nur noch, als kein trinkender Besuch da war.


    Auch Treffen, die irgendwo anders stattfinden... Die bekomme ich gar nicht mehr mit. Weil klar ist, dass ich daran nicht teilnehmen würde, also bekomme ich auch gar nicht mehr mit, wann sich wer denn so trifft. Der Kontakt zu diesen Leuten, der eh nur oberflächlich war, ist abgebrochen. Treffe ich mal einen von denen zufällig, z. B. neulich beim Einkaufen, dann redet man kurz 3-4 Sätze im Vorbeigehen miteinander und das wars. Aber es ist kein Verlust.
    Wie gesagt, meine richtigen Freunde, gehen ganz anders mit dem Thema um. Die sind alle so froh über meine Entscheidung, dass sie mich wunderbar mit ihrem Verhalten unterstützen. Da bin ich wirklich mehr als froh drüber.



    Bei uns ist heute wundervolles Wetter. Ich habe heute ausgeschlafen und bin dann zwei Stunden lang in der Kälte bei strahlendem Sonnenschein, spazieren gegangen. Das tat richtig gut. Jetzt hab ich mich aufs Sofa gelegt und werde einen kleinen Mittagsschlaf machen. So ein richtig schöner, fauler Sonntag :)


    Heute Abend kommen meine Kinder wieder und ab morgen geht der Alltag wieder los. Aber das ist auch schön :)

  • Liebe Cadda,
    ich finde, Du gehst Deinen Weg in die Trockenheit ganz hervorragend !
    Und ich lese auch, wie viel Du über alles nachdenkst und das ist auch gut so.
    Du setzt Dich intensiv mit Deiner Krankheit auseinander und nimmst auch Ratschläge und Erfahrungen anderer an.
    Gut so !


    Was die Feiern betrifft... ich bin nach ca. 1,5 Jahren wieder auf die erste Geburtstagsfeier gegangen.
    Mir hat es keiner übel genommen, vorher nirgends mehr aufgetaucht zu sein und für mich war es gut so.
    Mir geht es heute so wie CF:


    Zitat

    Heute gehe ich selbstverständlich zu Feiern, aber nur so solchen, bei denen der Alkohol nicht der Schmierstoff und das Bindeglied der Teilnehmer ist, sondern eine absolute Nebenrolle spielt. Dann stört er mich auch nicht.


    Saufveranstaltungen besuche ich nicht. Da fühle ich mich nicht mehr zugehörig. Merke ich an einer Örtlichkeit, dass der "Pegel" steigt, bin ich weg.


    Es geht bei mir gar nicht mehr darum, das mich eine Feier triggern könnte.
    Sie geben mir einfach nix mehr, wenn der Alkpegel zu hoch wird.
    Ich fühle mich da auch nicht mehr zugehörig und das macht mir auch nichts aus.
    Ich verlasse dann auch Feiern, und mache es mir dann lieber Zuhause gemütlich mit etwas, woran ich wirklich Spaß habe.
    Ich vermisse nix dabei. Ich war auf genug Feiern dabei, wo zu viel gesoffen wurde...ich weiß ja wie es dann abläuft.
    Das muss ich nicht mehr haben.
    So.... das war aber auch ein Entwicklungsweg dahin.
    Über Jahre...
    Ich erwarte hier von niemanden, das er alles von jetzt auf gleich umsetzen kann! Das geht auch gar nicht.
    Und bei vielen Sachen regelt auch einfach die Zeit einiges von selbst.


    Und genau das lese ich auch hier immer wieder... wie sich Einstellungen mit der Zeit von selbst und mit den gemachten Erfahrungen ändern.
    Ich kann mich beispielsweise noch an die Anfänge von Carl Friedrich hier erinnen... da hat er noch einiges ganz anders gesehen als jetzt :wink:
    Und ich bin ihm sicher mitunter ziemlich auffen Keks mit meinen Ausführungen gegangen :lol:
    Auch da brauchte es seine Zeit, bis er zu seinen Erkenntnissen kam, und wenn ihm meine Rummoserei auch nur ein bisschen dabei geholfen hat,
    wenigstens drüber nachzudenken, dann wäre mein Ziel bereits erreicht gewesen :)
    Was er im Endeffekt draus macht(e), ist ja sein Ding.


    Und ähnlich sehe ich es auch bei Dir.
    Du bist auch bereit, unsere Erfahrungen und auch Warnungen anzunehmen.
    Und auch hier wird einiges die Zeit von selbst regeln, da bin ich ganz sicher :wink:
    Als Tipp kann ich noch geben, sich ganz unabhängig nach Menschen unzusehen, die keinen Alkohol konsumieren, oder zumindest nicht in Deiner Gegenwart.
    Und auch mit diesen Leuten Freundschaften aufzubauen.
    Ich habe diese Menschen übrigens ÜBERALL gefunden, in meinem Beruf, in meiner Freizeit und auch über mein Hobby.
    Die Gründe, warum einige von denen gar keinen Alkohol trinken, sind ganz unterschiedlich.
    Mal sind es gesundheitliche oder ernährungstechnische Gründe, oder einfach,
    weil sie das Gefühl des Benommenseins hassen oder weil es einfach nicht in ihr Leben passt.
    Ich habe mit diesen Menschen so viele Erlebnisse gehabt und auch so viel Spaß, da brauchte es keine chemische Droge.
    Und ich habe bisher mit diesen Menschen auch aktiv sehr viel unternommen, denn da wurde nicht nur inner halbbesoffenen Birne rumgesponnen,
    was man mal machen könnte.
    Sondern wir verabredeten uns wirklich und machten dann, was wir machen wollten.
    Pläne wurden also durchgezogen.
    Wenn ich daran denke, wie sehr mich früher der Alk dabei eingeschränkt hat, furchtbar !
    Dieses Leben möchte ich niemals zurück haben.


    Und nochmals zu Feiern... ich habe in den vergangenen Jahren festgestellt, das der Alk auf den Feiern, die ich besuche, immer weniger eine Rolle spielt.
    Wir sind nicht mehr in dem Alter, wo "Partymachen" im Vordergrund steht, denn die Prioritäten haben sich geändert.
    Heute geht es uns um das Zusammensein, das Miteinander-Reden, das "Glücklichsein, sich noch zu haben", die Freundschaft und Verbundenheit.
    Wir wollen die Zeit miteinander genießen und bewußt erleben.
    Aber das ist jetzt auch ne Sache des Alters, ich bin nun Mitte 50 und meine Freunde sind im ähnlichen Alter.
    Da sind nun andere Dinge wichtiger geworden :)


    LG Sunshine

  • Hallo Sunshine,
    Vielen Dank für Dein Kompliment, das hat mich unglaublich gefreut :)


    Pläne... ja, was hat man nicht alles im Suff für Pläne geschmiedet. An der Umsetzung scheiterte es fast immer. Sogar bei Kleinigkeiten fing es schon an. Bei alltäglichen Sachen. Wie oft hatte ich im Suff ganz große Lust, „morgen“ ins Schwimmbad zu fahren, spazieren zu gehen oder irgend etwas zu unternehmen... „Morgen“ mit einem Kater sah es dann ganz anders aus. Und selbst wenn der Kater wieder weg war, dann war man deprimiert, kraftlos, lustlos. Nichts ist passiert. Im nächsten Suff hätte man wieder total Lust was zu unternehmen. Morgen..... :-/


    Nun werden die Dinge meistens auch umgesetzt. Klar gibt es immer noch Tage, an denen man auf nichts Bock hat, aber ganz oft hat man die Lust, was zu unternehmen und macht es auch. Lebenslust, die man nüchtern in die Tat umsetzt.

  • Nabend Cadda,
    von Anfang an war ich auch hier bei Dir gerne stiller Leser.
    Du bist nun schon mehr als v i e r Monate dabei.
    Meine Gratulation 🎈
    Du arbeitest an Dir und Du willst Deine Veränderung auch wirklich.
    Was mir in dieser dunklen Jahreszeit sehr hilft, sind meine Spaziergänge.
    Bin ich sonst gerne eilig heim, um mein erstes Bier zu schlucken,(ein zweites und drittes Bier direkt danach) gehe ich heute im Park laufen.
    Hast Du nen Hund oder Freunde?
    Für mich ist die frische Luft vor dem Bett, besser als jeder Rausch.
    An manchem Morgen bin ich dann so inspiriert, dann gehe ich einfach wieder los und spüre die Natur und bilde mir ein, es wäre schon Frühling...
    Bestens gelaunt grüßt Paul,
    Der Neue Mann :lol:

  • Guten Morgen alle zusammen.


    Danke Paul... Ja, ich freu mich auch über die vier Monate. Es ist immerhin ein Anfang. Ich bin immer noch jeden Tag froh über meine Entscheidung und ich wünsche Dir auch, dass Du die Zeit noch ganz lange gut gelaunt genießen kannst. Klar kommen trotzdem immer mal wieder schwierige Zeiten im Leben, aber nüchtern kann alles nur besser sein, als wenn man trinkt.


    Ich habe keinen Hund, aber Freunde :)
    Spazieren gehen... Das mache ich allerdings oft auch alleine, so ganz spontan und wenn es nur ne Dreiviertel Stunde ist. Einfach Jacke an und raus, einmal durchs Dorf gehen. Die frische Luft tut einfach nur gut! Hätte ich früher nie gemacht und wenn, dann nur mit Weinschorle im großen Kaffeebecher... Meine Güte, wie schrecklich....


    Es geht mir jedenfalls immer besser. Ganz einfach war es - wegen der Trennung von meinem Partner - in letzter Zeit nicht, aber es geht jetzt wirklich aufwärts. Ich hätte nicht gedacht, wie schnell es mir besser geht. Aber das liegt einfach daran, dass ich mich schon sooooo lange mit dem Thema auseinander gesetzt habe innerlich. Der tatsächliche Absprung war dann nochmal hart und dann ging es aber mit großen Schritten nach vorne.
    Ich möchte einfach nur meine Ruhe haben und glücklich sein. Da muss man dann auch mal etwas los lassen, was einem einfach absolut nicht gut tut. Immer mit angezogener Handbremse unterwegs zu schein... Das schockt auf Dauer nicht :)


    Ich habe zur Zeit viel frei und lese hier viel. Ich muss sagen, dass es in letzter Zeit auch etwas mehr hier zu lesen gibt und das freut mich total. Viele motivierte Leute, die hier unterwegs sind.


    Ich selbst habe im Moment eine wirklich gute Phase. Also so richtig schlecht war es die ganze Zeit über nicht, aber ich habe momentan so gut wie keine Gedanken daran, Alkohol trinken zu wollen. Ich habe mich mal beobachtet, in welchen Situationen sich das Suchtgedächtnis meldet. Klar ist es - gerade ganz am Anfang - stark mit Belohnung in Verbindung gebracht worden. Jetzt bin ich so lange spazieren gegangen, da kann man doch mal ganz gemütlich auf dem Sofa einen Wein trinken.... Aber je öfter man spazieren geht, umso mehr gewöhnt man sich daran, dass es danach keinen Wein mehr gibt und so springt das Suchtgedächtnis darauf inzwischen auch nicht mehr an. Das Beispiel mit dem Spaziergang war jetzt eines von vielen Dingen.


    Manchmal ist das Suchtgedächtnis angesprungen, wenn mir langweilig war. Da beschäftige ich mich jetzt schnell mit anderen Dingen, zur Not mache ich mir ganz laut Musik an und hier zu Hause Sport. Dann bin ich abgelenkt und ich weiß mir bei dem Thema Langeweile also auch gut zu helfen, inzwischen.


    Was ich nach wie vor an mir bemerke ist, dass ich nach wie vor dann gern zu Alkohol greifen möchte, wenn ich unsicher bin. Wenn eine ungewohnte Situation ansteht. Ein Treffen mit jemanden, den ich nicht so gut kenne. Ein Auftreten in einer Situation, wo ich mich beobachtet fühle. Irgendwie ist es die Unsicherheit, die mich daran denken lassen, dass es doch jetzt toll wäre, wenigstens 2 Sekt zu trinken, damit man locker ist und dieses Peinlichkeitsgefühl weg ist. Peinlichkeitsgefühl ist eigentlich total dämlich, weil es NICHTS an den beschriebenen Situationen gibt, was peinlich ist. Aber man hat dieses Gefühl. Ich kann es nicht anders beschreiben.


    Dann gibt es noch eine zweite Situation, die mich - wenn es denn vorkommt - an Alkohol denken lässt. Das ist, wenn ich total auf dieses euphorische Gefühl habe. Dieses mit einer Freundin oder Kumpel einfach draussen in der Sonne sitzen und schön ein paar Bier trinken und langsam lustiger dabei zu werden und beschwipst zu sein. Das verbinde ich mit einem schönen Gefühl, was ich mir herbei wünsche. Wenn ich den Gedanken zu Ende denke, ist es alles andere als toll, weil ich ja nicht aufhören würde zu trinken. Also wird der Gedanke schnell verworfen. Weil die Kontrolle ja nicht da wäre. Den Gedanken zu Ende denken. Das ist es, was mir dann wirklich hilft. Das hab ich hier aber auch schon einmal berichtet.


    Dieses Unsicherheitsgefühl. Das ist es, wo ich noch nicht so recht eine Lösung für habe. Vor einem bestimmten Treffen neulich hab ich mich dabei ertappt, nach einem Tee im Internet zu suchen, der einen etwas aufputscht. Was Schwachsinn ist, weil ich dann auch Kaffee trinken könnte. Das würde ja nicht die Unsicherheit nehmen, die einem der Alkohol genommen hat, dadurch, dass die Hemmschwelle gesunken ist. Bestimmte Teesorten, Energiedrinks, Kaffee... Das alles macht ja nur munter, aber nimmt einem keinerlei Unsicherheit. Da weiß ich also nach wie vor nicht, was ich für eine Alternative habe. Vermutlich gar keine. Deshalb ist es auch das Einzige, was mir jetzt noch etwas Probleme bereitet.


    Da hilft aber vermutlich auch nur, solche Situationen mutig zu meister und hinterher zu merken, dass es gar nicht schlimm war. Man muss sich halt erst einmal daran gewöhnen, wieder nüchtern durchs Leben zu gehen. Das kann ja auch gar nicht von heute auf morgen gehen.


    Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich mir das selbst eingestehe, dass es mit Unsicherheit zu tun hat. Wenn ihr mich kennen würdest, dann würde man mich mit dem Wort Unsicherheit überhaupt gar nicht in Verbindung bringen. Immer lustig drauf, schlagfertig, lässt sich die Butter nicht vom Brot nehmen, selbstbewusst. DAS ist es, was mit meinem Wesen in Verbindung gebracht wird. Gerade deshalb verwirre ich mich selbst :)


    Also es ist so, WENN ich erstmal in der Situation bin, dann ist die Unsicherheit auch sofort weg. Es ist also nicht so, dass ich mit besonders guter Laune versuchen muss, meine Unsicherheit zu überspielen oder so. Jedenfalls sehe ich das nicht so, ich hab dann kein schlechtes Gefühl mehr. Es ist nur der GANG zur Situation hin. Ich weiß nicht, ob ich mich gerade verständlich ausdrücke.


    Das sind jedenfalls die Gedanken, die mir aktuell gerade durch den Kopf gehen. Da benötige ich noch irgendwie scheinbar etwas Zeit, um auch hier eine Alternative zum Alkohol zu finden. Bzw. gibt es hier nicht wirklich eine Alternative und ich muss mich einfach daran gewöhnen, das ohne 3 Sekt vorher einfach über die Bühne zu bekommen. Wird mit der Zeit dann sicherlich zur Gewohnheit werden.


    Die Situationen sind jedenfalls zur Zeit wahnsinnig selten. Vielleicht, weil es tatsächlich schon anfängt, in den Alltag überzugehen, dass man einfach bei ALLEM nüchtern ist :)
    Zum Glück!!!!

  • Guten Morgen alle zusammen,


    ich hab lange nichts mehr geschrieben in meinem eigenen Tagebuch. Gelesen und auch woanders geschrieben, hab ich aber trotzdem die ganze Zeit über. Ich bin eigentlich täglich hier und lese zumindest, was hier so los ist.


    Mir selbst geht es wirklich sehr gut. Ich bin gut gelaunt und irgendwie wird es immer mehr normal, dass man halt kein Alkohol mehr trinkt. Ich weiß, die Zeiten können sich ändern, aber zur Zeit ist es einfach so. Die Situationen, in denen ich denke "jetzt wäre es toll, wenn Du normal trinken könntest", die werden immer weniger. Wann ich dieses Denken habe, hab ich ja bereits in meinem letzten Beitrag beschrieben. Seit meinem letzten Beitrag kam es aber erst 2-3 Mal wieder vor und es war nur ein kurzer Gedanke. So richtig Suchtdruck hatte ich nach meinem letzten Beitrag nicht mehr. Zum Glück. Aber das hielt sich eh von Anfang an relativ in Grenzen. Was mich wundert, weil ich echt ständig gesoffen habe :roll:


    Ich bin einfach nur glücklich, dass ich es endlich geschafft habe, im September letzten Jahres meine Entscheidung, die ich schon lange getroffen hatte, in die Tat umzusetzen. Alles fällt mir leichter von der Hand, ich bin besser gelaunt, ruhiger mit meinen Kindern und es hat die ganze Familie was davon, dass ich endlich die Kurve gekriegt habe.


    Ich kann nur jedem raten, diesen Schritt zu gehen. Ich hab es mir vorher viel schwieriger vorgestellt, die Sache durchzuziehen.


    Wie gesagt, ich vergesse nicht, dass da durchaus andere Zeiten kommen können. Aber solange ich so gut damit umgehen kann, freue ich mich einfach riesig darüber.


    Jeder, der das hier still mit liest, sollte wissen, dass der Anfang vielleicht eine Hürde ist. Nein, nicht nur vielleicht. Aber wenn diese erste Hürde geschafft ist, dann wird es von Zeit zu Zeit immer besser! Es lohnt sich!!!!

  • Hallo Cadda,


    ich finde es toll, wie Du Dich im offenen Bereich einbringst,
    obwohl dort immer wieder ein recht rauer Ton herrscht.
    Dass nicht jeder Hilfe beim Trockenwerden annehmen will,
    ist ein altbekanntes Muster.
    Auch ich selbst war zu Beginn recht störrisch unterwegs,
    weil ich ja so viel schon selbst wusste...


    Bei einigen der Neuen im Forum, habe ich auch schon geschrieben.
    Einige davon gaben mir auch recht "gute" Antworten.
    Bei anderen habe ich auch geschrieben und keine Antwort erhalten.
    Hier ist es bei mir super einfach geregelt:
    Niemand wird "zwangsbeglückt".


    Bei manchen, bei denen Du noch schreibst,
    hätte ich mich längst ausgeklinkt.
    Aber ich finde in aller Regel, ziemlich gut, was Du schreibst.
    Deswegen würde es mir gefallen,
    wenn Du an Deinem Schreibverhalten möglichst nichts änderst.
    Es sei denn der Impuls käme von Dir persönlich...


    Viele Grüße
    Correns

  • Hallo Correns,


    vielen Dank, es freut mich, dass Dir die Art zu Schreiben gefällt. Ein rauer Ton stört mich nicht. Es gibt mehrere User, die einen rauen und ungeschönten Ton an den Tag legen. Ich kann nur nicht so gut mit Provokation umgehen, wie Du vielleicht gelesen hast :lol:


    Anders herum gefällt es mir besser, dass hier im offenen Bereich schön viel los ist. Besser, als wenn hier nichts passiert. Denn selbst als noch trinkende, stille Mitleserin konnte ich mehr aus diesem Forum mitnehmen, wenn hier Meinungsaustausch stattgefunden hat, als wenn hier gar nichts geschrieben wurde. Von daher hat es ja auch alles etwas Positives :)

  • Guten Morgen,


    es gibt nicht wirklich viel von mir zu berichten. Aber es geht mir absolut gut. Ich bin total glücklich, mir scheint förmlich die Sonne aus dem ......... :lol:


    Probleme im Alltag kann ich wesentlich besser lösen, als noch vor einiger Zeit. Mit klarem Verstand kommt es dann doch öfter vor, dass man erst denkt und dann handelt. Das kommt mir auf jeden Fall zu Gute :)


    Ich bin zwar nach wie vor noch nicht geduldig genug und Gelassenheit war noch nicht meine Stärke. Aber ich merke zumindest, dass es mir in manchen Situationen gelingt, in denen es mir damals mit Sicherheit nicht gelungen wäre. Ich arbeite also weiter daran :)


    Ich gehe nach wie vor alle zwei Wochen zur Suchtberatung, habe dort Einzelgespräche. Die ambulante Therapie wird allerdings in 2-3 Wochen genehmigt sein, davon geht die Suchtberaterin aus, die im übrigen auch Therapeutin ist und die Therapie führen wird. Das gefällt mir sehr gut, weil wir auf einer "Welle" sind und ich mich bei ihr wohl fühle. Wenn das offizielle Ok für die Therapie durch ist, dann werde ich auch ein Mal wöchentlich an den Gruppengesprächen teilnehmen, dann ist das möglich.


    Ich habe zwischenzeitlich das Gefühl gehabt, was sich dann noch groß verändert, wenn ich die Therapie mache. Denn die Gespräche sind doch inzwischen recht "durchgekaut", also die Themen. Im Grunde genommen wird mir dort so ziemlich genau das geraten, was ich hier auch von den LZT lese. Es stimmt fast alles überein. Ich bin immer froh, dass ich hier so viel lese, denn wenn meine Therapeutin auf etwas hinaus will, dann merke ich gleich, worauf... Weil ich in meinem Kopf schon die Gedanken habe, die ich hier mitnehmen konnte :)


    Das gefällt mir ganz gut, ich stehe quasi nicht auf dem Schlauch in den Gesprächen, sondern ich bin manche Dinge gedanklich schon durchgegangen und kann dann entsprechend das Gespräch mit ihr intensiver führen. So ist jedenfalls mein Gefühl.


    Ach ja... manchmal würde ich so gern mit ihr den Platz tauschen. Ich bin so gern Hobbypsychologin und habe mich schon Jahre lang geärgert, dass ich nicht irgend etwas im sozialen Bereich arbeite, sondern einfach nur eine gelernte "Büro-Tante" bin :D
    Aber das nur am Rande :lol::lol:


    Die Gedanken an den Alkohol sind da, aber nur, weil ich sie mir bewusst herbei führe. Also durch das Forum zum Beispiel. Diese Gedanken "ach wäre das schön, wenn Du jetzt was trinken "könntest" (ich kann ja, daher in Tütelchen)"....
    Die habe ich so gut wie gar nicht mehr. Wenn, dann nehme ich den Gedanken nur ganz kurz wahr und dann ist er auch schon wieder weg.


    Ich bin da unglaublich froh drüber, dass es mir zur Zeit so leicht fällt. Immer mit dem Hinweis darauf, dass mir bewusst ist, dass sich die Zeiten auch wieder ändern können. Ich rechne immer mit einer Veränderung, damit ich nicht unvorbereitet davor stehe und es mir dann schlecht geht.


    Aber im Moment geht es mir nach wie vor sehr gut und ich bin so froh, dass ich endlich FREI bin. Genau SO empfinde ich es nämlich. Endlich frei.....

  • Liebe Cadda,
    schön, dass es Dir so gut geht. Ich habe im Moment auch das pure Gefühl der Freiheit und geniesse die neue Selbstbestimmung in meinem Leben. Ich habe auch genau wie Du immer schon ein Problem mit der Geduld gehabt. Ich weiss nicht, ob das ein allgemeines Problem von Alkoholikern ist? Könnte mir aber durchaus vorstellen, dass dieser Charakterzug insbesondere bei unserer Spezies überdurchschnittlich häufig vertreten ist.....
    Liebe Grüße von Aliengirl

  • Hallo alle zusammen,


    auch hier im offenen Bereich möchte ich mal wieder etwas schreiben. Es geht mir gut soweit. Ich trinke jetzt seit einem halben Jahr keinen Alkohol mehr. Cool... Das hab ich gerade eben nachgerechnet. Genau ein halbes Jahr und 3 Tage :D
    Ich bin nach wie vor total glücklich darüber. Die Gedanken an Alkohol sind nicht mehr so oft da. Es gibt wenige Situationen, in denen ich dran denke, wenn ich eigentlich nicht dran denken möchte.
    Ansonsten sind es nur Situationen, die ich selbst herbei führe. Indem ich z. B. hier im Forum lese (das mache ich täglich) oder wenn ich einen Termin bei der Suchtberatung habe oder wenn ich mich mit Menschen bewusst darüber austausche, weil sich z. B. das Thema ergibt und ich das Bedürfnis habe, darüber zu reden.


    Aber die Situationen, in denen ich denke "schade, dass ich nicht normal trinken kann", die sind weniger geworden. Allerdings sind sie da.


    Die Situationen haben sich jedoch verändert. Also in denen ich daran denke, dass es schön wäre, wenn ich normal trinken könnte und nicht abhängig wäre. Wenn ich zu Hause und allein bin, dann habe ich überhaupt nicht mehr das Bedürfnis. Nun ist man aber ja nicht durchgehend zu Hause, sondern auch mal draussen und trifft Menschen. Damit meine ich nicht einmal Feierlichkeiten. Einfach Unterhaltungen in normalen Alltagssituationen. Beim Spaziergang Leute treffen, auf der Arbeit oder beim Einkaufen oder sonst was. Einfach, wenn andere Leute z. B. übers Wochenende berichten. Oder wenn man draussen ist und die Sonne scheint und man hat viel draussen gemacht (Belohnung usw.). Die üblichen Situationen, an denen einen das Suchtgedächtnis zum Verhängnis werden kann. Es ist nicht oft. Mir fällt nur auf, dass WENN es der Fall ist, dann nicht mehr aus Langeweile oder Frust, sondern, weil ich gerade aktiv und gut gelaunt bin.


    Sonst habe ich ja auch in Situationen getrunken oder später Gedanken ans Trinken gehabt, wenn mir zu Hause die Decke auf den Kopf gefallen ist oder ich wegen irgend etwas traurig war. Das ist nun nicht mehr der Fall.


    Ansonsten gehts mir soweit gut, bis auf das Gefühl, nicht richtig ausgelastet zu sein. Das hat aber mit meiner Arbeit zu tun und erledigt sich ab April von selbst, denn dann gehts wieder rund. Darauf freue ich mich. Denn viel zu Hause sein: Das kann schön sein, kann aber auch belastend sein. Man wird träge.... Und das gefällt mir überhaupt nicht.


    Ich habe ja ziemlich gut was abgenommen, so dass ich mich körperlich wieder wohl fühle. Ich merke allerdings, dass es wieder in die andere Richtung geht, weil ich nicht diszipliniert genug bin. Das stört mich und dann verhält es sich wie ein Teufelskreis.


    Ich bin selbst über mich genervt, dass ich so wenig Disziplin habe. Wenn es mit dem Nicht-Trinken klappt, warum dann nicht auch mit dem Weniger-Essen? :lol::lol:


    Ich will mich gar nicht zu sehr unter Druck setzen. Ich hab mein Normalgewicht und bin im Grunde genommen nicht so unzufrieden. Aber richtig zufrieden eben auch nicht. Ich stopfe oft ungesundes Naschen in mich rein und mich nervt, dass ich es nicht gebacken bekomme, da mal standhafter zu bleiben. Ich habe mich nun Wochen lang viel gesünder ernährt und viel Bewegung war mir wichtig. Seit einiger Zeit bin ich da nachlässiger geworden und das schlägt mir aufs Gemüt.


    Das Forum ist hier doch so weitläufig. Aber eine aktive Gruppe, wo man sich gegenseitig motiviert, was die Ernährung angeht, habe ich bisher nicht gefunden. Ich weiß... Es ist ja auch ein Forum für Alkoholiker und nicht für Essgestörte :lol:
    Aber hier werden doch auch so viele andere Dinge ausgetauscht. Fotos, Thema Garten usw.


    Bin ich denn die Einzige, die sich freuen würde, noch ein paar Kilos zu schmeissen und die sich gern gesünder ernähren möchte? Ich würd mich gern in einer Art Tagebuch motivieren und vielleicht einfach aufschreiben, was man so isst bzw. wie viel man sich bewegt. Einfach für die Motivation und Disziplin. Noch Interessierte?


    Und dann hab ich noch eine Bitte. Ich hab es mal irgendwo gelesen und finde es nicht wieder. Aber hier wurde mal geschrieben, in welcher Reihenfolge es Sinn macht, die empfohlenen Bücher zu lesen. Ich kann mich daran erinnern, dass


    Alk
    Lieber schlau, als Blau
    und
    Suchtfiebel


    glaub ich die Bücher waren, die so empfohlen wurden. Könnt ihr empfehlen, womit man anfängt?


  • Hallo Cadda!


    Gratulation zum ersten halben Jahr.


    Es gibt keine Reihenfolge und sicherlich keine Wunderwerke. Das berühmte Rad hat keiner der Autoren neu erfunden.


    Die Suchtfibel ist schon sehr schwere Kost und nur in geringen "Dosen" zu empfehlen. Die anderen beiden Bücher habe ich ganz zu Beginn meiner Abstinenz jeweils mehrfach gelesen. Sie sind leicht verständlich geschrieben.


    Mir kam es darauf an, auch Werke aus Therapeutensicht beizumischen, um das Gesamtbild abzurunden und mich abzusichern. Ich habe schon gestaunt, wie eng die Sichtweisen doch beieinander liegen.


    Gruß
    Carl Friedrich

  • Hallo Carl-Friedrich,


    danke für den Tip, dass die Suchtfiebel schon sehr schwere Kost ist. Das ist im Moment nichts für mich, denke ich. Ich werde also wohl mit "Alk" anfangen oder "lieber schlau, als blau". Ich denke, das ist für den Anfang etwas besser. Ich kann mir schon vorstellen, dass sich vieles auch wiederholt in den Büchern, es geht ja schließlich auch immer um das selbe Thema. Aber ich finde es immer ganz schön, wenn die Sichtweise von den Menschen unterschiedlich beschrieben wird. Im Kern bedeutet es das Gleiche, aber jeder hat so seinen Weg, zu beschreiben, was gemeint ist.


    Ich finde es auch immer spannend, wenn die Dame bei der Suchtberatung auf ein Thema hinaus will, wo ich dann schon in den Anfängen merke, was das Thema sein wird. Weil ich es hier schon von Euch gelesen habe. Je mehr man hört oder liest, umso mehr Input hat man und das kann nie schaden.


    Passend dazu werde ich mich nun mal auf den Weg machen, ich habe nämlich gleich einen Termin bei ihr :)

  • Ich wollte mal wieder einen Eintrag hier lassen. Es gibt im Grunde genommen gar nicht so viel zu berichten. Es geht mir gut. Sogar sehr gut! Ich bin immer noch jeden Tag dankbar und glücklich, dass ich aus dieser Abwärtsspirale ausgebrochen bin. Hätte ich das doch bloß schon viel eher getan. Aber besser spät, als nie....


    Ich hab einfach so lange gewartet, weil ich nicht verzichten wollte auf den "Spaß" und das gute Anfangsgefühl, wenn man anfängt zu trinken, also die Stunden, bevor man die Kontrolle verliert. Ich wollte einfach nicht darauf verzichten und habe dafür das ätzende Ende in Kauf genommen. Wahnsinn, wie wichtig mir das Gefühl des Glimmers war.


    Das ist auch das Einzige, was mir jetzt ab und zu noch diesen Suchtdruck bereitet. Das Gefühl des "Glimmers", der Zustand, der durch den Alkohol erreicht wird. Dass es NIE dabei geblieben ist, bei dem guten Gefühl, das will das Suchtgedächtnis gern verdrängen. Aber nicht mit mir!! Ich denke es zu Ende.... Denn der Kontrollverlust gehört bei alkoholkranken Menschen nun mal unweigerlich zum Glimmer dazu!!


    Wenn hier irgenjemand liest, der am schwanken ist, ob er endlich aufhört zu trinken oder "noch" nicht:
    Dann wartet nicht. Auf was?!?


    Das Gefühl, diese Leichtigkeit, wenn man Alkohol anfängt zu trinken, das hat man nüchtern nicht mehr. Das bewipste Gefühl erreicht man zwar nicht mehr durch den Alkohol. Aber die Nüchternheit bringt so viele andere schöne Gefühle herbei, die Alkoholiker gar nicht mehr empfinden können. Eine andere Form von Leichtigkeit. Nicht die Leichtigkeit, die durch den Alkoholkonsum kurzzeitig erreicht wird. Sondern eine grundsätzliche Leichtigkeit wird erreicht. Weil man wirklich ERLEICHTERT ist, das Zeug los zu sein. Dadurch werden so viele Glückshormone ausgeschüttet, man ist so fröhlich und dankbar darüber. Was ist dagegen eine kurze Leichtigkeit, die durch Alkohol herbeigeführt wird und dann eh im Kontrollverlust endet?


    Was sind ein paar Stunden lustig und angetrunken gegen ein grundsätzlich glückliches Gefühl?


    Natürlich ist man auch nüchtern mal traurig und das Leben kann verdammt schwer sein. Aber das ist besoffen genau so der Fall.
    Wenn man nüchtern ist, hat man aber die Chance, grundsätzlich ein glücklicher Mensch zu sein. Diese hat man mit Alkohol definitiv nicht.


    Ich hab mich so sehr davor gesträubt, endlich aufzuhören. Wenn ich gewusst hätte, wie positiv sich das auf mich auswirkt, dann hätte ich keine Sekunde länger gewartet.


    In diesem Sinne, liebe stille Mitleser.... Lasst den Alk stehen und werdet glücklich!

  • Zitat von Cadda

    ...Natürlich ist man auch nüchtern mal traurig
    und das Leben kann verdammt schwer sein...


    Guten Morgen Cadda,


    Dein Beitrag bringt vieles genau auf den Punkt.
    Wenn es einmal nicht so gut läuft bei mir,
    schafft meine Trockenheit deutlich bessere Voraussetzungen,
    einen Ausweg aus der Talsohle zu finden.
    Jeder Mensch ist immer mal wieder unten.
    Als ich noch getrunken habe,
    blieb ich vermutlich auch länger unten.


    Viele Grüße
    Correns

  • Guten Morgen alle zusammen,


    nun hab ich wirklich lange nicht im Forum geschrieben und das finde ich selbst doof. Ich gelobe Besserung :)


    Ich bin nun seit gut 7 Monaten "trocken". Bin ich schon trocken? Ich weiß es nicht. Vermutlich nicht. Das kann man sicherlich erst nach einigen Jahren von sich behaupten. Ich fühle mich aber irgendwie so.
    Naja, was ich mit Sicherheit sagen kann, ist, dass ich seit gut 7 Monaten nüchtern bin :lol:


    Was ist das Leben bloß schon geworden!!! Ich hab mich zum absoluten Frühaufsteher entwickelt. Völlig egal, ob Wochenende oder in der Woche. Egal, ob Ferien oder nicht Ferien. Ich hab morgens, wenn ich ausgeschlafen und mit einem guten Gefühl wach werde, einfach das Bedürfnis AUFZUSTEHEN. Man soll es kaum glauben. Ich bin ein totaler Fan davon geworden, morgens in der Küche zu sitzen und meinen Kaffee zu trinken. Nichts mehr mit Hektik oder Kopfschmerzen oder die Suche nach einem Schluck Wein zum Kontern, damit ich nicht das Gefühl habe, ich müsste sterben. Nee! Einfach mit einem guten Körpergefühl aufstehen und Bock auf Kaffee haben. Herrlich!!!
    Das ist dann auch genau die Zeit, meine "Küchenzeit", in der ich mir immer wieder bewusst mache, wie schön das Leben ohne Alkohol ist.


    Nach einer ruhigen Phase seit Weihnachten geht es auch bei mir auf der Arbeit wieder rund. Ich freue mich auf ein Jahr, wo ich mir beim Einplanen der Dienste, keine Gedanken darüber mache, ob ich an dem oder dem Sonntag arbeiten kann, obwohl ich einen Tag vorher gesoffen habe, weil Samstag ist. Ich habe dieses Jahr am 02. Mai Dienst. Hätte ich letztes Jahr zugesehen, dass ich das weggetauscht bekomme, weil ja am 01. Mai immer eine traditionelle Party ein Dorf weiter ist. Außerdem wäre ich zu dieser Party schon völlig verkatert und vermutlich noch angesoffen vom Vortag angekommen, da ja Tanz in den Mai gewesen wäre.
    Himmelfahrt werde ich dieses Jahr versuchen zu arbeiten. An dem Tag ist schön viel los, weil Feiertag ist und dann macht das Arbeiten Spaß. Himmelfahrt arbeiten?? Freiwillig?? Sonst... nicht mit mir!!! Jetzt?? Gerne!!!


    Ich hab immer zugesehen, dass es nicht ungerecht wird meinen Kollegen gegenüber. Ich hab mir so einige Sonntage unter den Nagel gerissen, damit ich mir eben an den wirklich "wichtigen" Terminen ohne schlechtes Gewissen frei halten kann. Das wird sich nun grundlegend ändern. Ich werde nun schauen, an welchen Sonntagen ich gern etwas unternehmen möchte. Dafür werde ich dann gern an solchen Tagen, die eigentlich für viele zum Saufen perfekt sind, auf der Arbeit stehen. Und darüber freue ich mich jetzt schon.


    Ich hab ja nun öfter das Wort FREI benutzt. Wie oft ich mich schon FREI gefühlt habe, kann ich gar nicht mehr zählen. Jetzt vor ein paar Tagen, als wir den Dienstplan für die kommenden Wochen gemacht haben, hab ich mich wieder FREI gefühlt. Das ist wirklich ein tolles Gefühl.

  • Liebe Cadda,


    wie schön, dass es dir gut geht! Vieles von dem, was du schreibst, erfahre ich auch. Das trockene Leben bringt so viel Kostbares mit sich!


    Sieben Monate ohne - das ist toll :!:


    Die Frage, ab wann "man" trocken ist, habe ich mir auch schon gestellt. Bei mir sind es jetzt ja erst drei Monate Abstinenz. Ich würde mich wohl erst als trocken bezeichnen, wenn ich mehr aufgearbeitet und geübt und Situationen nüchtern erlebt habe. Wann dies der Fall sein wird, kann ich nicht sagen.


    Aber ich glaube, wir werden es beide wissen, wann sich das Wort "trocken" für uns richtig anfühlt.


    Liebe Grüße,
    Miela

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