Ich meine, ich habe lange gebraucht und sehr viel Geld dafür ausgegeben, bis ich süchtig war. Insofern bin ich schon selber schuldig dran.
Ich kann ja nicht für Andere reden, aber warum ich das so lange abgestritten habe?
Ich fühlte mich nicht süchtig, und ich schätze, lange war ich es auch nicht. Nach mein Empfinden war es ein bestimmter Job mit enormen Anforderungen, bei dem es zwanghaft wurde.
Am Ende war es so, wie ich es bei Vielen, aber nicht allem Neuankömmlinge hier lese:
Es ging nicht mehr mit Alkohol, und wie es ohne gehen sollte, wusste ich auch nicht. In meiner Umgebung gab es Niemanden, der trocken war, und Lebensfreude ohne zu trinken erschien mir als Ding der Unmöglichkeit. Die Vorstellung, aufzuhören, war absolut unattraktiv und überhaupt nicht erstrebenswert für mich.
Deswegen hab ich das Aufhören vermieden, bis es gar nicht mehr anders ging. Am liebsten hätte ich nen Weg gefunden, so weit zu reduzieren, dass ich mir weiterhin ab und an nen Rausch geben konnte. Das hab ich halt nicht geschafft.
Erst praktisch aus dieser Not heraus hab ich mir überlegt, wie es auch trocken auszuhalten wäre. Das habe ich früher nicht für möglich gehalten, ohne dauerhaft drunter zu leiden.