Es lässt sich vieles mit Alkohol entschuldigen – auch, ein anderer Mensch gewesen zu sein. Aber das ändert nichts an der eigenen Verantwortung, dafür geradezustehen.
Ja, Wesensveränderungen im Suff sind nicht ungewöhnlich. Ich kenne das von mir selbst. Und trotzdem zeigt genau das, dass die Sucht mich damals weiter saufen ließ, egal wie sehr ich mich „aufgeführt“ habe.
Das ist jedoch Vergangenheit. Ab dem Trockenwerden lohnt sich der Blick darauf – aber daran festzuhalten heißt, gedanklich weiter im nassen Umfeld zu bleiben.
Ich traue mich noch nicht nachzufragen. Wie gehst du damit um?
Nachfragen, was passiert ist, weil du dich abgeschossen hast und Filmriss hattest, kan man ja. Es ist passiert – auch wenn dein Kopf es ausgeblendet hat.![]()
Das ändert aber nichts daran, wie andere dich in dem Moment wahrgenommen haben. Manche haken es ab mit „er war halt besoffen“, andere nehmen es sehr viel deutlicher wahr.
Ich habe das früher in meinem engsten Umfeld nachgefragt, weil sie wussten, dass ich gesoffen hatte, und ich habe mich wenn notwendig entschuldigt. Ob es dann besser ist oder nicht, entscheidet am Ende das eigene Gewissen – das spricht noch eine Weile mit dir![]()
Es gibt keine Lösung, die Vergangenheit zurechtrückt. Was passiert ist, ist passiert. Es gibt nur eine Lösung, alles dafür zu tun, trocken zu bleiben, damit solche Situationen in Zukunft ausgeschlossen sind. Das ist der einzige Weg, der nachträglich auch die Vergangenheit bei anderen in ein anderes Licht rücken kann.