Eldamalu: Ich möchte mich vorstellen als Angehörige - mein Mann trinkt.

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo Eldamalu,


    willkommen im Forum. Mir ist das hier aufgefallen:

    Dann hat er sich ebenfalls vor kurzem am Steuer vor mir und den Kindern eine Dose Bier aufgemacht, beim Fahren im Verkehr.

    Ich habe nichts gesagt!

    Ich wollte keinen Streit.

    Aber das ist schon echt heftig.

    ... und du fragst Dich, ob Du übertreibst? Das ist ein absolutes NO-GO. Um nicht einen Unfall zu provozieren, war es wahrscheinlich gut, dass du nix gesagt hast, aber ansonsten ist doch klar, wer bei ihm an welcher Stelle steht. Da braucht es wohl keine großen Worte mehr.


    sonnige Grüße

    Lütte

    "Die Definition von Wahnsinn ist, immer das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten" (Albert Einstein)

  • Er hat das gemacht um mich zu provozieren, das ist ganz klar. Er ist mir jahrelang emotional hinterher gelaufen während ich mich immer mehr zurückgezogen und ihn abgewiesen habe (das Gefühl alleine zu sein, Alkohol, schlechte Kommunikation, Verletztheit…)

    Kurz vor der Trennung und auch seit dem hat er sich plötzlich von mir abgewendet und mich das auch deutlich spüren lassen.

    Er hatte auf seine Weise versucht es mir andauernd recht zu machen mit allem möglichen, und nun gibt er sich in dem Sinne halt auch keine Mühe mehr.

    Jetzt sitzt er emotional am längeren Hebel weil ich ihm hinterhertrauere, und die Aktion mit der Dose am Steuer war es einfach mir zu demonstrieren:‘ ich mach jetzt was ich will!‘

    Soweit wäre er früher nie gegangen.

    Das macht es nicht besser, weil es einfach auch vor den Kindern war!

    Dass er soweit gar nicht gedacht hatte oder es ihm sogar egal war.

    Ich frage mich: macht das auch der Alkohol?

    Dass er die Persönlichkeit abstumpft und grober macht?

  • Ich war halt in den letzen Jahren immer so unsicher: ist es wirklich so ‚schlimm‘ mit seinem Konsum, es ist doch nur Bier, nichts Hartes, und er liegt auch nicht volltrunken in der Ecke.

    Übertreibe ich? Er ist doch sonst ein lieber Mensch!

    Auch jetzt noch bin ich unsicher, wie schlimm oder nicht schlimm das alles ist.

  • liebe Eldamalu,

    warum gibst Du Dir die ganze Schuld?

    Was er macht und gemacht hat, ist ein richtiges No go...

    Dass Du reserviert auf ihn reagiert hast, hat ja wohl mit ihm zu tun.

    Du bist jetzt in der Pflicht, das Beste für Dich und Deine Kinder zu tun.

    Ich kann Dich absolut verstehen, aber überlege mal, wie es weiter gehen würde...

    Wenn Du ihn drängst, zurück zu kommen, wird er genau so weiter machen. Du hast ihm ja dann einen Freischein gegeben...


    Herzliche Grüsse

    Barbara

  • Liebe Eldamalu,


    du bist doch hier gelandet, weil es dir nicht gut geht in deiner Beziehung. Warum bleibe ich in einer Beziehung, die mir nicht gut tut? Bin ich abhängig? Bei mir war es so. Ich habe diesen ganzen Zirkus jahrelang mitgemacht und habe noch nicht mal gewusst, warum es mir so dreckig ging. Es war doch alles normal und wie immer. Er ging zur Arbeit und hatte Haus und Hof in Schuss und trotzdem fühlte ich mich immer unwohler, hatte Angst vor dem, was mich erwartete, wenn ich nach Hause kam. Hab mich ganz auf ihn eingestellt, um ja keinen Ärger zu provozieren und ihn noch unzufriedener zu machen als er schon war. In dem Maße wie ich begann, mich zu verändern, veränderte sich mein Leben. Heute, 10 Jahre und viele Tränen und Ängste später geht es mir gut und ich bin mit meinem Leben zufrieden. Ich will damit sagen, dass Du die Verantwortung für dich und dein Leben (und das deiner Kinder) hast und nicht für ihn. Schau darauf, dass es dir wieder gut geht.


    sonnige Grüße

    Lütte

    "Die Definition von Wahnsinn ist, immer das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten" (Albert Einstein)

  • Ich habe halt Gefühl einen unfassbar tollen und besonderen Menschen verloren zu haben..

    …wäre ich liebevoller gewesen

    …hätte ich besser kommuniziert

    …hätte ich ihn wieder an meiner Seite schlafen lassen (wir hatte lange getrennte Zimmer worunter er sehr gelitten hat)

    …hätte ich mich nicht so verschlossen

    Hätte….Hätte…

    Mein Selbstbewusstsein ist halt auch am Boden, weil er mir auch häufiger suggeriert hat, die ganze Misere läge an mir und meiner abweisenden Art.

    Ich hab solche Selbstzweifel bekommen.

    Auch die Eltern sind total gegen mich.

    Für ihn ist ihr Sohn das Opfer einer schlechten Ehefrau.

    Das Thema Alkohol wird dort auch überhaupt nicht wahrgenommen

  • lütte69


    Du schreibst, dass du Angst hattest, was dich erwartete.

    Meintest du dass du nicht wusstest ob er alkoholisiert war oder nicht?

    Mein Mann war eigentlich überhaupt nicht launisch. Er kam fast jedes Mal mit einem Lächeln nach Hause, wenn er mich gesehen hat.

    War ganz normal drauf, hat Einkäufe mitgebracht und vom Tag erzählt.

    Dennoch war ich unbegreiflicher Weise oft angespannt. Ich verstand und verstehe das ja selbst nicht, weil alle Welt von ihm begeistert ist und ich stets um meinen tollen Mann beneidet wurde.

    Ich hab immer mehr das Gefühl bekommen mit mir stimmt was emotional nicht.

    Wenn er geparkt hat, hab ich oft das Geräusch von aneinander klimpernden Flaschen gehört - Bier.

    Zwar nur zwei oder drei Flaschen aber halt jeden Abend.

    Die Mädels haben dann manchmal gesagt: Ah Papa kommt nach Hause.

    Wegen diesem Klimpern.

  • Hallo Eldamalu,

    ich hab mir noch mal deinen ersten Post durchgelesen. Ich finde deine Anspannung nicht unbegreiflich. Das hört sich für mich nicht nach harmonischem Familienleben an. Ist es vielleicht das Gefühl, verlassen worden zu sein, dass so schmerzt?


    sonnige Grüße

    Lütte

    "Die Definition von Wahnsinn ist, immer das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten" (Albert Einstein)

  • Hallo Eldamalu,


    herzlich Willkommen hier im Forum.


    Für dich ist gerade deine kleine Welt zusammengebrochen.

    Die Gefühle überrollen dich. Wie soll es jetzt weitergehen? 100 Fragen stehen im Raum. Im Grunde hat sich dein Mann, durch seine Trennung von dir, schon entschieden. Da bleibt dir wenig Verhandlungsspielraum. Wenn man überhaupt bei dem Thema verhandeln sollte. Aber da wir ja alle auf irgendeiner Art das selbe Problem (Trinkenden Partner) teilen. weiß ich von mir, dass wir gerne darüber verhandeln.

    Wenn du weniger oder das trinken aufhörst dann .....!


    Was hast du jetzt vor? Was werden deine nächsten Schritte sein?

  • ...könnte genau aus meiner Feder sein. Ich habe nun den Blick DANACH. Nach der Trennung (3 Monate her). Und ich muss mir eingestehen, dass ich alles geben habe. Und es hat NICHTS verändert oder genützt. Der Alkohol steht im Vordergrund - immer noch. Sein bester Saufkumpel ist nun in "unser" Zuhause mit eingezogen. Einfach so ausgetauscht. Er schart ohne Ende Leute um sich. Definiert sich weiter über Anerkennung seiner Hilfsbereitschaft und Arbeitswut. Mein Herz schmerzt trotz allem sehr über den Verlust, genau wie das unseres kleinen Sohnes, der seinen Papa liebt und vermisst.

  • Liebe Eldamalu,


    was ich damit sagen wollte:


    Du hast keine falsche Wahrnehmung.

    Ja, der Alkohol verändert die Persönlichkeit und somit die Verhaltensweisen, die wir rational denkenden, nüchternen Angehörigen null nachvollziehen können.

    Auch wenn es "nur" Bier ist, genügt es, diesen Zustand hervorzurufen. Und dass man es ihm "nicht anmerkt" ist eine Tatsache, dass über einen längeren Zeitraum regelmäßig große Mengen Alkohol getrunken wird. Das war bei meinem Ex"Mann" auch so.

    Schafft alles, Arbeit, Haus und Hof in Schuss halten, kein Torkeln, kein Lallen.

  • Danke für alle eure Posts und Antworten!

    Der Austausch ist schon mal richtig toll und tut auch gut.

    Ja, die Trennung tut mir sehr weh, da ich eh mit Verlust und Abschiedssituationen nicht gut umgehen kann. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich im Grundschulalter meinen Vater durch lange Krankheit verloren habe und wir uns eines Abend herzzerreißend verabschiedet haben - für immer :(

    Ich glaube die Situation als mein Mann gesagt hat er geht, hat mich mal wieder in das emotionale Alter einer 7 jährigen katapultiert. Ich bin völlig zusammengebrochen und es hätte nicht mehr viel gefehlt und ich wäre vor ihm auf die Knie gefallen.

    Meine nächsten Schritte werden einfach sein, mich um mich selbst zu kümmern, das habe ich mir heute überlegt. Und meinen beiden Kindern zu helfen, wieder unbeschwert zu werden. Die sind binnen weniger Wochen von verspielten Kindern zu kleinen Erwachsenen geworden. :(

    Es hat sich so ergeben, dass ich bald, nach vielen Jahren Vollzeitmama, eine neue Stelle in einem für mich völlig neuen Metier beginne - erstmal als Minijob, später Teilzeit möglich.

    Habe Bammel, aber ich glaube die neue Herausforderung wird mich selbstbewusster machen.

    Besuchszeiten beim Papa oder sind null geregelt, ich habe ehrlich gesagt auch nicht so 100% vertrauen wenn die Mädels alleine bei ihm sind - wegen dem Alkohol. Echt traurig eigentlich.

    Er selbst macht auch keine Anstalten irgendwas zu regeln. Er zahlt die Miete hier weiterhin, aber ansonsten haben wir nichts besprochen

  • Eldamalu wie geht es Dir?

    Hallo Mona, danke für deine Nachfrage..

    Total unterschiedlich eigentlich.

    Mal fühle ich mich gut und positiv gestimmt und selbstbewusst, dann wieder abgestumpft und traurig.

    Ich vermisse ihn oft und habe tausend Erinnerungen (im Moment meist nur die guten) aber oft werde ich auch sauer wenn ich an einige Vorfälle und Situationen denke!

    Kontakt haben wir unregelmäßig und eher spontan von seiner Seite aus, aber insgesamt ist Funkstille.

    Ich muss mich hier mit den Kindern einfach grad neu sortieren

  • Anfangs ging es mir auch so. Die guten Erinnerungen (welche eigentlich nur eher sporadisch und selten länger andauernd waren), haben mich überrollt wie eine Riesenwelle. Und dann kam auch bei mir Wut und Ärger auf. Auch hier Funkstille. Aber ich bin mittlerweile an dem Punkt, dass ich froh bin, dass alles so ruhig ist. Es könnte durchaus auch anders sein. Und so muss man sich auch nicht damit auseinandersetzen, ob ein Alkoholiker-Vater in der Lage ist, sich um ein fast 4jähriges Kind kümmern kann/sollte. Ich tue mich schwer damit, einem Kind den Vater vorzuenthalten. Die zwei lieben sich ja. Natürlich habe ich mir trotzdem darüber Gedanken gemacht. Aber wenn der Vater darauf wartet, dass von dem Kind was kommt, läuft doch was verkehrt. Einmal habe ich dann den Kontakt hergestellt, nachdem der Kleine es klar formuliert hatte. Dann aber nicht wieder bisher. Also lasse ich uns Zeit, in Ruhe zu heilen.... vielleicht siehst du es auch so.


    Wir sind hier nicht allein. Das tröstet mich und stärkt mich sehr.


    Ich schick' Dir eine Umarmung 🍀

  • Aber wenn der Vater darauf wartet, dass von dem Kind was kommt, läuft doch was verkehrt. Einmal habe ich dann den Kontakt hergestellt, nachdem der Kleine es klar formuliert hatte. Dann aber nicht wieder bisher. Also lasse ich uns Zeit, in Ruhe zu heilen.... vielleicht siehst du es auch so.

    Liebe traumgeplatzt79


    dieser Satz gibt mir zu denken… weil es hier ähnlich abläuft! Er liebt seine Kinder sehr, hängt stark an ihnen - aber es kommt seither fast nichts von ihm!

    Mal ein sporadischer Anruf, dann schaut er ganz spontan für eine Stunde oder so vorbei.

    Aber er hat noch kein einzige Mal gesagt, dass er mit ihnen was unternehmen

    möchte oder den Wunsch nach einer Umgangsregelung formuliert.

    Er hat den Kindern selbst gesagt, dass sie ihn anrufen sollen wenn sie ihn sprechen

    möchten - und das ist noch kein einziges Mal passiert!

    Ich selber lasse ihn in Ruhe und dränge auch nicht auf einen Umhang, weil ich froh bin, dass alles mal zur Ruhe kommen kann..

    …aber traurig bin ich darüber schon!

    Ich hätte nie gedacht, dass von seiner Seite aus so wenig kommt, was die Kinder anbelangt! Nie.

    Ich hab mich auch schon gefragt, ob das Auswirkungen des Konsum sind, das man das Wichtigte so vernachlässigt..

  • Euer beider Trauer geht mir nah!

    Das härteste ist glaube ich zu verstehen UND zu akzeptieren (!) , dass die größte Liebe im Leben eines nassen Alkoholikers der Alk Ist-danach lange nichts.

    Das ist unfassbar schwer zu begreifen, gerade wenn man noch viel Liebe und schöne Erinnerungen hat. Gleichzeitig ist diese Realisation aber notwendig, denn nur dann kann man sich wirklich lossagen.

    Und sich vom nassen Alkoholiker lossagen ist tatsächlich die einzige Möglichkeit wieder Frieden zu finden.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!