Alexa - alles anders

  • Liebe Alexa,

    schön von dir wieder zu lesen! Du hattest ja deine Psychose schon mal erwähnt, hab das grad noch mal kurz nachgelesen. Aber da jetzt Alpträume dazukommen, ist es bestimmt gut, da ein Auge draufzuhaben.

    Wieso wollte du denn deine Medikation noch mal reduzieren?

    Bei meiner Mutter habe ich einmal einen psychotischen Rückfall erlebt (nennt man das so?) Ich dachte, es ist vorbei und dann eines Abends war es wieder da. Das ist lange her, und ich war ein Teenager. Es war mindestens so beängstigend wie der erste Ausbruch, allerdings lagen auch nur ein paar Monate dazwischen und nicht 3 Jahre wie bei dir. Ich konnte nicht so gut damit umgehen.

    Ich wollte dich eigentlich fragen, ob du gut auf dich acht gibst, oder was du tun kannst, damit es dir gutgeht.

    "so wie er sie brauchte um stark sein zu können, benötigte sie seine Niedertracht, damit sie verzeihen konnte. Sie fühlte sich zu schwach für ein Leben in Freiheit und zog eine fadenscheinige, kalte Geborgenheit vor. Ich weiß nicht warum.. Sie hatte auch keine Kraft für Wut, konnte immer nur verzeihen statt schreien, und stets hatte sie Angst, sie könnte etwas verlieren... Was sie nie besaß."

    Das macht mich traurig 😢

    Wie ist das gemeint? Schreibst du da über dich selbst?
    Es tut mir leid, daß deine Hündin nicht mehr da ist. Liest sich aber auch so, daß ihr einen schönen Abschied miteinander hattet. Wie man es sich nur wünschen kann.

    Alles Liebe,
    Koda

  • Liebe Alexa, jetzt erst mal nur kurz...

    Du schreibst:

    Ich beobachte mich genau, bei ersten Anzeichen wird die Dosis sofort wieder erhöht.

    Und dann:

    Ich bin heute gefühlt gelähmt aufgewacht, mit großer Angst und habe lange gebraucht um die Starre zu überwinden.

    Ist das denn dann nicht ein Anzeichen?

    Mir wäre es zu riskant da abzuwarten.

    Das Wesen einer Psychose ist ja nun mal, dass ich selbst es eher nicht merke, weil ich meine Wahrnehmung ja für die Wirklichkeit halte. Stell' dir mal vor du hättest die Ärztin damals nicht für eine Göttin gehalten, sondern für einen Teufel. Dann hättest du das Zeug wahrscheinlich nicht geschluckt... Das ist schon alles sehr riskant, denn du weißt ja nicht was passieren kann.

    Der Sohn einer Bekannten hatte vor einiger Zeit plötzlich wieder einen Schub. Er dachte er wird verfolgt und ist panisch in einen S-Bahn-Tunnel gerannt und wurde tot gefahren.

    Dein Arzt hat dir doch bestimmt etwas empfohlen, oder? Erhöhen, sobald was komisch ist? So würde ich es dann auch machen.

    Ich melde mich demnächst wieder.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

  • Ich hatte vor 4 Jahren ein hypomanischen Schub aufgrund langanhaltenden Schlafmangels wegen meinen körperlichen Erkrankungen. Hab mich da selbst eingeliefert.

    Ich kenn das, so quasireligiöse Phantasien hatte ich da auch, aber attestiert keinen Realitätsverlust. Also ich wusste noch, dass das Phantasie ist.

    Seit dem lasse ich alle zwei Monate meinen Neurologen, der gleichzeitig Psychiater ist, auf mich drauf schauen, denn es könnte ja sein, dass ich selbst gar nicht merke, wenn ich wahnsinnig werde.
    Das ist keine große Belastung, denn wegen Schwerbehinderung und Medis muss ich ja sowieso hin und ich brauche auch keine Extra-Termine, sondern ich gehe einfach hin und komme immer dran, wenn ich das möchte.

    Ich werde das auch beibehalten, obwohl mir auch jetzt in einer Reha bescheinigt wurde, dass ich voll bewusstseinsklar und in allen Dimensionen orientiert bin (so heisst das wohl), aber vor Psychosen habe ich einen gewissen Respekt.

    Der Blick von aussen durch jemanden, der sich auskennt, kann nützlich sein.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Hallo ihr Lieben,

    Vielen Dank für eure Antworten. Ich weiß das Thema Psychose ist heikel. Der Betroffene ist nicht mehr erreichbar, halluziniert, hört Stimmen, oft Verfolgungswahn, Zeitreisende, Geheimagenten, Aliens usw und sofort. Der menschliche Geist ist unerschöpflich. Ich möchte euch nur mitteilen dass ich keine Symptome zeige. Ich bin emotional weder besonders gut drauf noch besonders schlecht. Meine Empfindungen befinden sich im Normalbereich. Meine Gedanken sind nicht abstrakt, ich bin in der Realität. Ich esse (halbwegs) gut, schlafe genug.

    Ich habe Alpträume.

    Das Wesen einer Psychose ist ja nun mal, dass ich selbst es eher nicht merke, weil ich meine Wahrnehmung ja für die Wirklichkeit halte.

    Liebe Jump!, ja das hast du absolut recht. Doch ich glaube das passiert nicht über Nacht. Also bei mir war es so. Es gibt vorher schon Warnzeichen. Ich litt an chronischem Schlafmangel, aß zuwenig, war überspannt und überdreht. Mein Vater ist gestorben und ich beschäftigte mich viel mit esoterischem, den Tod.

    Es gab die letzten Jahre auch Tage indem mein System zu kippen drohte. Das merkte ich sofort und nahm eine zusätzliche Dosis.

    Stell' dir mal vor du hättest die Ärztin damals nicht für eine Göttin gehalten, sondern für einen Teufel. Dann hättest du das Zeug wahrscheinlich nicht geschluckt...

    Nein, hätte ich nicht. Ich hatte "Glück" mit meiner Psychose, da ich mir sehr viel "schönes" eingebildet hab. Aber ich dachte auch ich kann fliegen, und ich wollte aus dem Krankenhausfenster raus, ein sehr hoher Stock, aber die Fenster waren ja gesichert.

    Glaubt mir bitte, ich gehe nicht leichtfertig mit meiner Krankheit um. Gerade die klare Erinnerung daran beängstigt mich manchmal sehr.

    Liebe Koda, ich freue mich auch immer sehr wenn ich dich lese, ich empfinde dich als sehr warmherzig und klug.

    Bei meiner Mutter habe ich einmal einen psychotischen Rückfall erlebt (nennt man das so?) Ich dachte, es ist vorbei und dann eines Abends war es wieder da. Das ist lange her, und ich war ein Teenager. Es war mindestens so beängstigend wie der erste Ausbruch, allerdings lagen auch nur ein paar Monate dazwischen und nicht 3 Jahre wie bei dir. Ich konnte nicht so gut damit umgehen.

    Das glaube ich dir sofort. Gerade als Jugendliche, wenn man gar nicht weiß was hier eigentlich passiert. Die Bezugsperson nicht mehr ansprechbar ist..ich hoffe du und deine Mutter hattet ein Umfeld dass positiv eingewirkt hat, obwohl ich glaube dass soetwas für Familie immer überfordernd ist.

    So, Lebenskuenstler , auch dir danke ich für deinen Beitrag. Einer der wenigen Beiträge die mich nicht auf die Palme bringen ;)

    Ich habe heute Wocheneinkauf erledigt, Pfand zurück gebracht, Haushaltsbuch geführt, komme gerade vom Kino (Drachenzähmen leicht gemacht), bald gibt es zu essen, und später baue ich vielleicht noch Lego.

    Ich hoffe die Alpträume bleiben heute aus.

    Vielen lieben Dank an jeden von euch!

    alles Liebe, Alexa

  • Liebe Alexa
    wie war deine Nacht heute?

    Die Alpträume hängen vielleicht auch mit dem Verlust deiner Hündin zusammen, in Kombination mit reduzierter Medikation hat deine Seele wahrscheinlich ein bisschen mehr zu bearbeiten in diesen Tagen. Träume können auch so lebendig sein, vorallem wenn man sich am Stück an sie erinnert, können sie einen noch stunden- manchmal tagelang begleiten, das kenne ich auch von mir.

    Ich habe irgendwann angefangen meine Träume aufzuschreiben, manchmal habe ich sie auch gezeichnet, wenn sie mich gar zu sehr aufgewühlt haben. Etwas ist dann passiert in mir, was irgendwie heilsam war. Ich glaube weil sie aus dem was mir so angst gemacht hat, tief in mir drinnen, in eine form kommen durften. (und damit auch eine art begrenzung). Im Schlaf bin ich dem traum ausgeliefert, oder er passiert einfach. Zumal wenn mein rationales Denken und das was ich das souveräne Wach-Ich nennen würde, dann grade nicht zur Verfügung steht.

    Gerade die klare Erinnerung daran beängstigt mich manchmal sehr.

    Ja das kann ich gut nachfühlen. Ich hatte danach viel mit Angst zu kämpfen und mich sehr lange an bestimmte Erinnerungen auch nicht "rangetraut". Trotzdem hab ich immer wieder darüber geredet, mit engen Freunden, die mich doch sehr auffangen konnten, und hab die Tränen laufen lassen, wenn sie rauswollten. Noch eine Sache fällt mir grade ein, die ich für mich aus dieser Erfahrung mitgenommen habe: Ich bin sehr vorsichtig, mit was ich meinen Geist füttere.

    Manchmal denke ich, die Achtsamkeit mir selbst gegenüber beinhaltet auch, daß ich nicht alles in mich hineinlasse. Zugegeben, bei Träumen ja schwierig, weil die so durch einen durchwandern, als wäre man durchsichtig. Aber tagsüber kann ich das zumindest mehr kontrollieren.

    Ein Herzensgruss zu dir

    Koda

    Einmal editiert, zuletzt von koda (17. August 2025 um 12:02)

  • Liebe Koda,

    danke der Nachfrage, vorige Nacht war alles gut (das war Samstag und mein Partner hat bei mir geschlafen). Diese Nacht war okay. Wieder ein intensiver, eher unangenehmer Traum aber kein Alptraum.

    (und damit auch eine art begrenzung).

    das gefällt mir, ich versuche den Träumen keine allzugroße Bedeutung beizumessen. Ich bin nur erstaunt mit welchen Themen ich unangenehm konfrontiert werde.

    Ich hatte danach viel mit Angst zu kämpfen und mich sehr lange an bestimmte Erinnerungen auch nicht "rangetraut".

    Ist bei mir auch so. Ich denke über ein Jahr hab ich das Thema komplett gemieden. Meine Medikation war noch sehr hoch, mein Organismus brauchte lange um sich davon zu erholen. Und jetzt lasse ich das Thema mal mehr mal weniger an mich ran. Wenn ich merke Angst kommt hoch dann lass ich es. Mit meinem Partner spreche ich jedoch auch oft darüber. Er kennt mich so gut, und hat ja alles miterlebt und mitgetragen. Er weiß um meine Dynamiken. Das gibt mir ein bisschen Sicherheit, sollte ich abgleiten und es nicht merken, merkt er es bestimmt.

    Ich bin sehr vorsichtig, mit was ich meinen Geist füttere.

    Oh ja! Dazu fällt mir ein gutes Beispiel ein: ich hatte beim Arbeiten eine sehr stressige Situation an der meine Chefin beteiligt war. Sie arbeitet manchmal mit uns mit, und es kam zu einer Situation in der ich "vermeintlich" einen Fehler gemacht habe der nicht zu korrigieren war. Ich war sehr emotional dass ich schon "wieder" einen Fehler gemacht hatte und hab das auch lautstark kundgetan. Ich hab auch richtig laut "Scheiße" gesagt, und war schwer genervt von mir und den Umständen. Bald darauf hat sich rausgestellt dass ich gar keinen Fehler gemacht hab. Aber da war das Kind schon in den Brunnen gefallen. Selbstzweifel, Stress, usw..

    Naja, wie soll ich sagen, meine Kolleginnen sind eher sanft, ruhig, besonnen, und ich habe mich gefühlt wie ein Holzfäller benommen, mit Gefluche inklusive :wink:. Das hat mich danach sehr beschäftigt und ich war ziemlich down. und am nächsten Tag bin ich zu meiner Chefin und wollte mich entschuldigen. Sie hat gar nicht gewußt von was ich rede, und meinte: gestern? Was war gestern?

    Ich war natürlich sehr erleichtert, mein kleines Hirn hat sich da etwas zurechtgesponnen, was gar nicht der Realität entsprochen hat. Ja und jetzt kommts: diese Erleichterung hat gerade einmal eine halbe Stunde angehalten. Dann hat mein Hirn, Geist was auch immer, das nächste Problem auf der Arbeit hergezaubert über das ich mir Gedanken machen musste.

    Ich war richtig perplex darüber als ich das durchschaut hatte.

    Leider heißt dass erkennen nicht automatisch dass ich diese Verhaltensmuster sofort ablegen kann.

    Ich bin anderen eher wohlgesonnen. Bei mir selbst jedoch gehe ich sofort in die negative Bewertung und Kritik. Gerade bei der Arbeit kommt das sehr stark raus. Ich bin zu langsam, zu alt, zu wenig aufnahmefähig, nicht stressresistent genug, habe zuwenig Übersicht, bin zu wenig geerdet, zu wenig offen, zu passiv, bli bla blub..

    Ich denke dass ist das "Geschenk" meiner jahrelangen Drogenabhängigkeit. Ich musste mich nie selbst regulieren, sondern habe immer alles durch Konsum reguliert. War ich gestresst konsumierte ich es einfach weg.

    Kennt man hier ja.

    Ich wünsche allen einen schönen oder zumindest ruhigen Start in die Woche!

    LG Alexa

  • Liebe Alexa,

    falls ich dich mit meinem letzten Beitrag auf die Palme gebracht hatte, dann hoffe ich, dass du da oben wenigstens die frische Luft genießen konntest und sanft wieder runter geschlittert bist.

    Jetzt nochmal in Ruhe. Es hat mir sehr leid getan, dass dein Hund gestorben ist. Das ist ja wirklich ein so großer Verlust. Aber zumindest ein Trost, dass er auf so sanfte Weise gehen konnte.

    Ich fühle mich da gerade besonders verbunden, weil mein eines Katerchen auch vor fünf Wochen eingeschläfert werden musste. Das war sehr schlimm. Vor fünf Monaten wurde eine Herzkrankheit entdeckt und es ging zunehmend schlechter. Dann war er tagelang verschwunden und ich voller Sorge mit heftigem Kopfkino. Schließlich lag er sehr schwach im Garten und mein Mann hat ihn sofort zum Arzt gebracht...

    Er ist jetzt wieder in der Entgiftung. Also der Mann, nicht der Kater 🤦🏼‍♀️.

    Du hattest vor einer Weile geschrieben, dass dies das letzte Mal sein soll, dass du nach einem Rückfall bei deinem Partner bleibst. Hast du ihm das so gesagt? Bist du noch fest entschlossen? Oder ist das jetzt alles wieder weit weg, weil nun das Zusammensein wieder so schön ist?

    Diesen fiesen inneren Kritiker kenne ich auch. Hast du schon mal vom Impostor-Syndrom oder Hochstapler-Syndrom gehört? Das ist die Angst irgendwann Aufzufliegen damit, dass ich in echt überhaupt gar keine Ahnung habe. Das hab ich sehr ausgeprägt, obwohl ich beruflich total anerkannt bin in dem was ich tue und "erfolgreich". Meistens kann ich das aber gut weg schieben.

    Und selbst wenn Fehler passieren, so what? Du gibst bestimmt immer dein Bestes für den jeweiligen Moment. Mehr geht nicht, der Rest ist Schicksal. So sehe ich das.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

  • Hey liebe Jump!

    Deine Beiträge haben mich noch nie auf die Palme gebracht :)

    Also um genau zu sein habe ich geschrieben dass ich noch einen Rückfall mit ihm mitgehe. Warum weiß ich gar nicht so richtig. Ihm gegenüber hab ich nichts gesagt.

    Sooo schön ist es gerade nicht. Ich bin längst nicht mehr so involviert. Bei den letzten Versuchen war ich immer Feuer und Flamme. Nun habe ich Abstand und sehe das ganze kritischer.

    Also das Impostersyndrom kannte ich nicht. Lustig, mein Partner machte eine Ausbildung, ging in den Seminarraum und die anderen Teilnehmer glaubten er ist der Seminarleiter. Ginge ich in den Raum würden die anderen denken ich bin die Putzfrau. Nix gegen Putzfrauen, meine Mama hat nach der Scheidung auch geputzt. Aber ich werde oft und generell unterschätzt. Mit meinem Partner rede ich oft darüber wie unfair das eigentlich ist.

    Ihm wird oft sofort Respekt und Anerkennung entgegengebracht, und er nimmt das gerne an.

    Und selbst wenn Fehler passieren, so what? Du gibst bestimmt immer dein Bestes für den jeweiligen Moment.

    Ja, ich bemühe mich sehr. In einem Zeugnis würde stehen: sie hat sich stets bemüht :shock:

    Aber ich will das positive sehen. Im Gegensatz zu vor ein paar Monaten bin ich viieel entspannter, es gibt viele Kolleginnen die mich mögen, und sehr nett und zugewandt mir gegenüber sind.

    Ich bin echt schockiert wenn ich darüber lese wieviel Leid den Cos angetan wird. Gut dass es das Forum hier gibt.

    Alles Liebe, Alexa

  • Guten Morgen, Alexa

    ich wollte dir auch schon früher zurückschreiben, aber dann war so viel los bei mir, daß ich nicht die nötige Ruhe gefunden habe. Aber ein paar Sachen gingen mir durch den Kopf, als ich deinen Post gelesen habe:

    Er kennt mich so gut, und hat ja alles miterlebt und mitgetragen. Er weiß um meine Dynamiken. Das gibt mir ein bisschen Sicherheit, sollte ich abgleiten und es nicht merken, merkt er es bestimmt.

    Wenn du über ihn schreibst, lese ich sehr viel Zuneigung heraus. Das ist vielleicht auch mit ein Grund, warum du bisher bei ihm geblieben bist, und seine Dynamiken wiederum mitgetragen hast. Ihr stützt euch gegenseitig, und gleichzeitig ist das ja ein sehr wackliges Konstrukt. Da kann aus ein bisschen Sicherheit auch schnell ganz viel Unsicherheit werden. Also um mal beim Bild zu bleiben, ist es eigentlich eine Sicherheitslücke. Für den Moment hält das Konstrukt, aber stabil ist es nicht.

    Wie schätzt du es selbst ein?

    Der eine Rückfall noch, schreibst du, wie ist das gemeint? Ziehst du dich dann zurück?
    Ich kenne es von mir, daß ich Situationen / und auch Dynamiken sehr oft sehr lange ausgehalten habe. Auch weil ich es nicht anders kannte, aus meinem Elternhaus, da wurden schwere Zeiten auch ausgehalten. Als ich dann auszog und mir schwor, so will ich das nie im Leben haben, schien mein "Nie Wieder Plan" auch erst mal aufzugehen. Ich hab mir Menschen gesucht, die mir guttaten. Mich sein ließen, mir meine Freiheit ließen. (das hab ich aus der Kindheit mitgenommen, ein großer Drang nach Unabhängigkeit.)

    Ich bin dann Jahre später doch in eine große emotionale Abhängigkeit zu jemandem geraten und hab sehr lange keinen Weg für mich rausgefunden. Es fühlte sich irgendwie sogar schlüssig an. Weil ich mich verstanden fühlte, und trotzdem ließ ich mich nicht gut behandeln. Als müsste ich was wiedergutmachen, was meine Eltern nicht hinbekommen hatten, was ich jetzt stellvertretend doch noch lösen wollte. Ich glaube meine Art mich kleinzumachen in dieser Dynamik führte dann auch dazu, daß derjenige sich wiederum (zu) gross machte. Und ich hatte permanent das Gefühl eine Lebensaufgabe zu haben. Hatte was schicksalhaftes (in meinem Kopf). Jeden Rat von Freunden in den Wind geschossen, mich da emotional rauszulösen. Es ging für mich schlicht nicht.

    Eigentlich wollte ich noch was zum Impostern schreiben, weil ich das von mir auch kenne. Daß ich eine Jobanfrage hatte, und statt sie anzunehmen, hab ich andere Leute empfohlen, die das viel besser hinkriegen als ich. Natürlich haben die nie mehr angerufen. Absurd.
    Dabei weiß ich doch eigentlich was ich kann. Hinterher. Wenn die Konfrontation vorbei ist. Ich nicht mehr "performen" muss.
    Ganz viel ist ja auch einfach Behauptung. Breitbeinig irgendwo reinlaufen, laut sein, sagen ja kann ich mach ich. Anderen sagen was sie machen sollen. Mir kam das immer falsch vor. Also es kommt mir immer noch falsch vor. Warum soll ich was darstellen, was ich nicht bin?

    Ein Gedanke kommt mir da jetzt noch. Wenn ich genauer weiß was ich kann, und was ich bin (ich fass mich da an die eigene Nase), dann kann ich dazustehen. Manche Sachen verkleinern sich dann automatisch, wie vielleicht dieser Vorfall bei dir auf der Arbeit. Was ist schlimm dran, mal Scheisse zu sagen, wenn man genervt ist oder was nicht klappt.

    Der Moment geht ja auch vorbei. Und dann passiert vielleicht was anderes, wo du sagst, "Toll, gut gemacht".
    Und vielleicht wird auch einfach nicht die ganze Zeit bewertet was man so tut und sagt, also im eigenen Kopf vielleicht schon. Aber von außen, machst du einfach deine Arbeit. Mal genervt, mal gut gelaunt, mal nachdenklich, und gesehen wird dann eher der Gesamteindruck.

    Ich wünsch dir ein erholsames Wochenende Alexa. Mit Zeit für dich, und guten Träumen, wenn du schläfst.

    Koda

    3 Mal editiert, zuletzt von koda (23. August 2025 um 11:12)

  • Danke liebe Jump! Für die Grüße.. <3

    Ja, bei mir wurde es ruhig.. mein Partner war bis 22.12. auf Therapie, und dieses halbe Jahr war wundervoll. Unter der Woche wußte ich ihn im geschützen Rahmen und das Wochenende konnten wir zusammen gestalten.

    Leider bin ich wenig hoffnungsvoll was seine Nüchternheit angeht. Er ist wirklich bemüht und bestrebt, macht Sport, meditiert und war jetzt 2 mal bei den AA,s. Trotzdem fallen manchmal nebenbei Sätze, wo ich denke, okay, er ist noch immer nicht soweit.

    Vor kurzem redeten wir über Alkohol und er meinte Alkohol sei ja nicht seine Hauptsubstanz. Alkohol alleine gibt ihm ja nichts. Und mir kamen so viele Erinnerungen hoch bezüglich Alkohol. Wie er in der Früh in! der Dusche sein Bier trank damit er handlungsfähig wurde, vor Jahren wurde ihm einmal sein Führerschein abgenommen, er wurde von der Arbeit nach Hause geschickt, da er agressiv und ausfällig jemanden gegenüber wurde, da war er mit dem Firmenauto unterwegs und derjenige hatte dann in der Firma angerufen..

    Die vielen unzähligen Telefonate mit ihm wenn er getrunken hatte. Er war wahlweise sentimental, rührselig, agressiv (nicht mir gegenüber), uneinsichtig, verloren. Ich wußte egal was ich ihm sage, er wird es sofort vergessen. Stunden um Stunden die vergeudet waren und mir weh taten.

    Über diese Zeit möchte er nicht reden, denn das ist Vergangenheit und die kann er nicht mehr ändern. Wie schmerzhaft diese Zeit für mich war kann er nicht nachvollziehen und ich kann es ihm nicht begreiflich machen.

    Ich hab die letzten Monate hier nicht mehr so viel gelesen, es war eine Pause von dem ewigen Thema, und der Abstand tat mir gut.

    Nun ist es so, die letzten Jahre folgte der erste Rückfall immer in den ersten 8 Wochen nach Therapie. Also der Countdown wurde gestartet. Ich wünsche es ihm so sehr, aber wenn die Hoffnung stirbt bleibt nur mehr die Realität.

    Wir machten gestern gemeinsam einen Nachtspaziergang durch den Schnee zu einer Quelle, und es war sehr ruhig und schön. Und da dachte ich an uns, an euch, an Cos die vielleicht gerade bedrängt werden, Cos die der Gewalt ausgesetzt sind, Cos die sich gerade abstrampeln und nur hoffen dass der Partner nicht verhaltensauffälig wird und ruhig bleibt..

    Hab ich schon 100 mal durch.. ich weiß leider den Namen der Co nicht, die im Jänner eine eigene Wohnung hätte und zweifelt. Mein Rat: raus! Egal wie nett und einsichtig der Mann sich gerade zeigt.

    Das neue Jahr wird zeigen ob mein Partner und ich gemeinsam weitergehen oder nicht. Ich bin was das Thema Drogen angeht durch. Mein Partner ist ein wundervoller Mensch, aber hat er es nicht verstanden muss er! seine Runden drehen. Ich denke (hoffe) ich werde mich dann rausziehen aus seinem Leben, auch wenn ich ihn sehr liebe.

    So, ich muss noch Socken fertig stricken die ich verschenken möchte.. ich wünsche allen besinnliche Feiertage, und denke an uns Cos, wir sind nicht allein.

    Alles Liebe,

    Alexa

  • Leider bin ich wenig hoffnungsvoll was seine Nüchternheit angeht.

    Dranbleiben, nicht aufgeben. Bin 6,5 Wochen trocken. Drogen seit 7,5 Jahren clean. Ich wurde oft aufgegeben, dran gedacht selbst aufzugeben. So viele Rückfälle, weitergemacht, nie aufgegeben. Geweint, geblutet, hoffnungslos. Weitersaufen darf keine Option sein

    Heute trinke ich nicht

  • So viele Rückfälle, weitergemacht, nie aufgegeben.

    Lieber Abstinenzler, das ist wirklich stark von dir. Mein Partner gibt auch nicht auf, aber weißt du, ich mache das jetzt 7 Jahre mit.

    Geweint, geblutet, hoffnungslos.

    Genau das. Und ich kann mich nicht erinnern hier einen Seelenvertrag unterschrieben zu haben. Genausowenig wie er meinen Weg für mich gehen kann (Psychose und große Ängste), sowenig kann ich seinen Weg für ihn gehen.

    Ich gebe weder ihn als Mensch auf, noch die Liebe zu ihm. Doch ich bin nun seit 7 Jahren an seiner Seite und sehr erschöpft. Ich kann das nicht mehr, dreht er seine Runden weiter, muss ich für mich alleine weiter machen.

    Ich wünsche dir und ihm von ganzen Herzen das notwendige Rüstzeug.

    Lg

  • Es wurde immer weniger. von täglich zu wöchentlich, monatlich etc. Sie sagt jetzt erntet sie was sie gesät hat. Einen tollen Mann der immer für sie da ist und co.

    Was meinst du damit Abstinenzler?

    Dass du langsam immer weniger häufig getrunken hast?

    Mit dem Satz "jetzt erntet sie was sie gesät hat" haust du voll in die Co-Kerbe! Es impliziert, dass Angehörige den Alkoholiker trocken legen können. War das bei dir so? Den Eindruck hatte ich in deinem Faden nicht.

    Und was meinst du mit "und co" ?

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