hallo ihr lieben,
ich (37) bin seit 11 jahren mit meinem mann (46) zusammen, 3 davon verheiratet. er hat immer schon gerne getrunken (und natürlich passt das auch hin und wieder), allerdings sehe ich schon seit längerem keinen ausweg mehr. ich muss dazu sagen, dass er gott sei dank „nur“ bier trinkt und keine harten sachen.
vor 2,5 jahren verstarb seine mutter plötzlich, ein halbes jahr später sein vater. in dieser zeit bin ich ihm natürlich tag für tag zur seite gestanden und mache das auch heute noch. doch in diesem jahr (2022), gab es maximal 5 tage, an denen er keinen tropfen alkohol getrunken hat.
er hat das immer mit der „schweren zeit“ begründet und dass das wieder besser wird. wurde es nicht, ganz im gegenteil. bei feierlichkeiten im freundeskreis ist er derjenige, der immer gewaltig zu viel hat, was auch öfter dazu fünrt, dass er einfach umfällt (stürzt).
nun aber zum alltag: unter der woche trinkt er pro tag 3-10 bier. ich trinke unter der woche max. 1 mal 2 gläser wein oder ähnliches. wenn ich gar nichts trinke sagt er fast immer „eins kannst du doch trinken“. natürlich habe ich mich das ein oder andere mal überreden lassen, miterweile bin ich da ganz strikt…
am wochenende sieht es da leider ganz anders aus. er hatte heute um 16.00 uhr bereits 7 bier, die er alleine im garten getrunken hat. irgendwann kommt dann der punkt, wo es aus ihm rausbrodelt und er dinge anspricht, die ihm nicht passen. hoch im kurs: unser sexualleben, das von meiner seite aufgrund seines trinkverhaltens auf der strecke bleibt. was mich jedoch am meisten schockiert ist, dass er dann immer wieder mit sich selbst spricht und dann beispielsweise auch dinge wie „mhm“, „ja“, „mit mir nicht“, „ich will nicht mehr“ (bezogen auf unsere beziehung) murmelt.
mir ist bewusst, dass nur er sich helfen (lassen) kann und hin und wieder sagt er auch, dass ihm bewusst ist, dass er zu viel trinkt, aber wie bei den meisten von euch: es ändert sich nichts.
ich war bereits einmal bei einer stelle für angehörige von alkoholkranken, wo mir unter anderem ans herz gelegt wurde, die wohnung zu verlassen wenn es mir zu viel wird (ich habe aufgrund eines zweitwohnsitzes die möglichkeit dazu), nedoch möchte ich mich eigentlich nicht aus unserer gemeinsamen wohnung „vertreiben“ lassen.
es steht auch immer wieder das thema kinderplanung im raum, jedoch habe ich ihm schon sehr oft gesagt, dass ich das in dieser situation nicht möchte. dann meint er, sobald ich schwanger wäre, würde er sein trinkverhalten komplett ändern. natürlich glaube ich nicht daran bzw. ist mir dieses risiko viel zu gross, weshalb ein kind für mich aktuell kein thema ist.
ich weiss wirklich nicht mehr weiter und würde mich über ein paar ratschläge sehr freuen.
liebe grüße
ps: falls sich manche fragen, ob man nach 10 bier am vortag einem job nachgehen kann: ja, er arbeitet tatsächlich und ist auch sehr gut in dem was er macht…