a.sunn - Trinken um zu funktionieren

  • Ich denke mir, dass du um Alkoholismus Bescheid weisst.
    Aber da dies ein öffentliches Forum ist, wollte ich es ins richtige Licht rücken.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Schön, dass Du Dich mal wieder meldest, a.Sunn. ich hab gerade geschaut: Zum letzten Mal hast Du hier im letzten Frühjahr geschrieben, als Du Deine Reha beantragt hast.

    Wie ist es Dir seitdem ergangen: war der Rückfall währenddessen oder danach? Wie kam es dazu?

    Und hast Du Dir danach eine SHG vor Ort gesucht? Oder wie bist Du seit dem Rückfall trocken geblieben?

    Strenggenommen (wie hier) beginnt die "Trockenrechnung" mit jedem Rückfall neu. Nicht als "Strafe", sondern aus Gründen der absoluten Ehrlichkeit sich selbst gegenüber - um Rückfälle, auch wenn sie natürlich vorkommen können, nicht zu bagatellisieren: Denn der nächste könnte der letzte sein.

    Ich bin gespannt auf Deine Erfahrungen.

  • Hey.

    Ah okay verstehe ich danke für die Aufklärung. Mir geht es sehr gut die Entgiftung im Januar hätte ich gefühlt wahrscheinlich nicht überlebt.


    Ich musste lange auf die Bewilligung warten bin aber abstinent geblieben.

    Dann kam die Tagesklinik wo ich Server sehr viel über mich und über die sucht erfahren habe der Aufenthalt wurde mir einmal verlängert.

    Es ging mir psychisch sehr schlecht weil alles dort über meine Vergangenheit hoch gekommen ist.

    Es wurde aber immer besser besonders dieses unheimlich gute Gefühl das ich wieder normal leben kann.

    Klar die Krankheit wird mich immer begleiten aber nicht bestimmen.

    Ich habe mich meiner Frau geöffnet die zu 100 Prozent hinter mir steht.

    Während des Rückfalles war es extrem belastend für mich. Ca vor 2 Monaten

    Wir haben viel darüber gesprochen und konnten es in meinem Falle stoppen.

    Ich bin in der Nachsorge wo ich es direkt gesagt habe.

    Wir haben es dann alle zusammen aufgearbeitet.


    Ich werde nach der Nachsorge auf jeden Fall in eine Selbsthilfegruppe gehen da ich überzeugt bin das das mit ein wichtiger Punkt ist um Abstinent zu bleiben.

    In letzter Zeit geht es mir halt nicht so gut da ich sehr viele Sorgen und Ängste habe.

    Da habe ich aber ein Termin beim Psychiater in der Suchtambulanz.


    Ich denke das die Genesung auch noch nach einem Jahr noch weiter geht.


    Euch erstmal danke für euer Antworten was auch nicht selbstverständlich

  • Ich werde nach der Nachsorge auf jeden Fall in eine Selbsthilfegruppe gehen da ich überzeugt bin das das mit ein wichtiger Punkt ist um Abstinent zu bleiben.

    Genau. Du meinst vermutlich eine Gruppe vor Ort.

    Aber auch wir sind hier eine SHG, sogar eine, die rund um die Uhr erreichbar ist und bei akuter Rückfallgefahr sogar einen SOS-Chat bietet.

    Vielleicht würde es Dir guttun, Dich auch hier öfter auszutauschen? Für mich ist dieses Forum jedenfalls der wichtigste Stützpfeiler meiner Abstinenz, alles Weitere kann, muss aber nicht (für mich).

    Während des Rückfalles war es extrem belastend für mich. Ca vor 2 Monaten

    Wir haben viel darüber gesprochen und konnten es in meinem Falle stoppen.

    Ich bin in der Nachsorge wo ich es direkt gesagt habe.

    Wir haben es dann alle zusammen aufgearbeitet.

    Magst Du vielleicht noch etwas mehr davon erzählen? Von jedem bearbeiteten Rückfall können auch andere lernen.

    In jedem Fall wünsche ich Dir alles Gute für Deinen weiteren trockenen Weg. Die nötige Ernsthaftigkeit dafür scheinst Du schon mal mitzubringen. Respekt!

  • Natürlich.

    Bei mir ist es so. Ich vordere von mir immer selber viel .

    So steigt die Belastungen immer mehr und mehr wenn ich dann überlastet bin finde ich kein Ventil um den Ausgleich zu finden.

    Da kommt der Alkohol zum Einsatz um für kurze Zeit zur Ruhe zu finden.

    Was natürlich nicht die Lösung ist und alles schlimmer macht .

    Ich gebe jetzt auch Verantwortung ab .

    Bin fürsorglicher zu mir selbst.

    Erkenne frühzeitig die Überforderung.

    Der Rückfall alleine weil man die Mechanismen der Sucht beigebracht bekommt war nicht so wie sich das Suchtgedächtnis es erwartet hätte.

    Es gab keine Euphorie Entspannung.

    Man war sofort genau an dem Tiefpunkt wie vor einem Jahr.

    Selbst die Toleranz war direkt wieder gleich.

    Die Erinnerung an die schlimmen Zeiten waren direkt wieder im Gefängnis.


    Das trinken um die Entzugserscheinungen zu Lindern waren aktuell wie am Anfang.

    Der Gedanke das der Alkohol und der Rückfall die Genesung nach hinten verschoben haben waren depremierend.

    Das Medikament Alkohol hat diesmal nicht gewirkt.

    Der Gedanke wie schön es ist ohne der Sklave von dem Alkohol zu sein hat das rauskommen aus dem Rückfall deutlich erleichtert.

    Die Erkenntnis und der Beweis (Ja das Suchtgedächtnis ist betrügerisch)

    Nein ich kann nicht trinken keinen Tropfen.

    Die Erinnerung daran und das Bekenntnis ich will auch nicht trinken haben mich raus geholt.

    Und auch ja das wissen das Hilfe annehmen keine Schande ist.

    Psychotherapie werde ich Anfang um noch die tiefer gehende Problem der Alkoholsucht zu verarbeiten.


    Ich bin jetzt über 2 Monat wieder trocken und glücklich und tatsächlich habe ich seit dem Rückfall keinen Suchtdruck gehabt.

    Das bedeutet aber nicht das ich zu sicher werden kann.

    Es wird mich ein Leben lang begleiten aber ich habe es akzeptiert und lebe ziemlich gut damit.

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