Hallo zusammen,
ich war 4 Jahre mit meinem Freund zusammen. Ich wusste bereits vor der Beziehung, dass es diese Problematik gibt, konnte das ganze Ausmaß aber nicht begreifen. Die ersten zwei Jahre hat er täglich getrunken. Ich habe es so hingenommen, warum weiß ich nicht. Es war schwierig mit ihm wegzugehen, da er sobald er angefangen hat zu trinken, den Alkohol nur noch in sich hinein gekippt hat und nach spätestens zwei Stunden so betrunken war, dass er nicht mehr geradeaus gehen konnte. Dann folgte eine Zeit, in der er versucht hat kontrolliert zu trinken. Also im zwei Wochentakt. Dies ging eine zeitlang gut. Dann wurden die Abstände immer kürzer und es endete im täglichen trinken, bei dem er schon betrunken von der Arbeit nach Hause kam. Das war das erste Mal, als ich für mich festgestellt habe, dass dies nicht funktioniert. Also setzte ich ihn vor die Tür. Nach drei Tagen suchte er das Gespräch und schien sehr einsichtig, dass es so nicht weiter gehen könne und er aufhören muss zu trinken. Also bot ich ihm Hilfe an. Begleitete ihn zum Arzt etc. Er bekam medikamentöse Unterstützung lehnte aber weitere Hilfe ab. Zwar schaffte er es dann sieben Monate trocken zu bleiben, aber diese Zeit war alles andere als gut. Es begann mit Panikattacken und endete mit Depressionen. Schlussendlich eskalierte die Situation vor drei Wochen indem er seine Sachen packte und zu seinem Freund (ebenfalls ein Alkoholiker) zog. Natürlich war ich die Schuldige an der Situation: im Grunde ist er gar kein Alkoholiker, sondern ich habe ihm das eingeredet, wegen mir hat er Depressionen, ich habe ihn eingeengt, da ich ihn gebeten habe etwas mit Menschen zu unternehmen die kein Alkoholproblem haben und seinen ebenfalls alkoholkranken Freunden kritisch gegenüber stand. Er möchte nun sein Leben genießen.
Es fällt mir schwer das alles zu verstehen.