Kazik - Back to life

  • Das hört sich nicht schön an. Ich weiß nichts tröstendes was ich dazu sagen könnte. Vielleicht hat es dir ja gut getan alles mal niederzuschreiben. Hoffentlich findest du einen Weg, alles zu verarbeiten und loszulassen. Jetzt in der Gegenwart hast du dein Leben in der Hand. Zuerst die Erkältung in Ruhe auskurieren und viel Tee trinken. Und egal was war, jetzt hast du dich entschieden ein nüchternes Leben zu führen.

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Hallo Kazik,

    danke für den sehr emotionalen Einblick in deine Kindheit. Mein Bruder und ich sind ähnlich und doch ganz anders aufgewachsen. Es gibt viele Unterschiede, aber Doppelbotschaften, emotionaler Mißbrauch, verdrehte Verantwortlichkeiten usw. usw., das kenne ich auch. Aufschreiben hilft.

    Was dich beschäftigt gehört in deinen Thread, alles gut. Du wirst gelesen.

    Sehen konntest du mich ja nicht, aber ich habe beim Lesen eben mehrfach mit dem Kopf genickt.

    LG, Linde (EKA)

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • emotionaler Mißbrauch, verdrehte Verantwortlichkeiten usw. usw.

    Ich bin auch noch am Nicken. Das ging bei mir, bis ich ausgezogen bin.

    Und als ich meiner Mutter sagte, dass ich ausziehen werde, war ihr allererster Satz: "Du kannst mich doch mit dem nicht alleine lassen."

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Ich habe auch sehr bewegt mitgelesen. Ich entdecke da auch gewisse Parallen in der Familiendynamik wobei Alkohol bei uns zu Hause keine große Rolle spielte.

    Ich kann dich aber verstehen in deinen immer wieder aufkommenden Ohnmachtsgefühlen.

    Gut dass du das hier lassen kannst. In einem echten Gespräch hätte ich dich jetzt einfach mal gedrückt, wenn gewollt. Hier aber gerne virtuell.

  • weiß gerade auch nicht mehr so genau warum ich das hier geschrieben habe. Es musste raus. Sorry.

    Weil es rauswollte. Genau. Ja. im Ernst.

    Ich war gestern auf einer Trauerfeier, da ist es auch schwer, brauchbare Worte zu finden, verzeihs mir.

    Was ich sagen will:

    Mein soziales Netz hat sich weiterentwickelt, es spielt sich weitgehend nicht mehr unter Trinkern oder, im nächsten Schrittt, in der Suchtselbsthilfe ab.

    Ohne Details zu nennen, bin ich und andere Leute (Männer) da, dass Männer innerlich viel einsamer sind als Frauen, weil sie es nicht gelernt haben, über ihre Gefühle zu sprechen. Oft ist es so, wenn ihnen der Partner, in der Regel die Partnerin/Frau stirbt, dann sind sie innerlich allein, weil es in ihrem Leben nur um den Job geht, und sie zwar Kollegen, aber wenige richtige Freunde haben, mit denen sie darüber reden können, wie es ihnen innerlich geht. Edit: nicht nur reden, sondern anwesend sind, Gefühle miteinender ERLEBEN. Seis Umarmung oder Mitgefühl etc. Oft heisst es ja, sei stark, das schaffst Du (wann kannst Du endlich wieder arbeiten wie früher)...natürlich wird das anders formuliert, aber es geht oft um Stärke bei Männern. Jeder ein Einzelkämpfer.

    Die Frauen sind menschlich oft besser vernetzt und zeigen leichter "Schwächen", weil sie das dürfen. Mir haben sie das Weinen z.B. gründlichst ausgetrieben, ich weiss überhaupt nicht mehr, wie das geht. Vielleicht bin ich auch nur ein bisschen zu weit vom Wasser gebaut, zu trocken, denn als Schwäche sehe ich das heute nicht mehr, wenn ein Mann weint.

    Und natürlich ist Stärke auch zu was gut, aber darum geht es hier nicht.

    Um das auf das Thema hier zurückzuführen, irgendjemand sagte einmal, dass Alkoholismus eine Krankheit der inneren Einsamkeit ist. Und Alkoholismus im Alter, was inzwischen öfter thematisiert wird, genau die Ecke.

    Zurück zu Dir, kein Grund, Dich zu schämen, oder Dich seltsam zu finden, wenn das raus wollte.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

    2 Mal editiert, zuletzt von Lebenskuenstler (17. Januar 2025 um 10:03)

  • Und als ich meiner Mutter sagte, dass ich ausziehen werde, war ihr allererster Satz: "Du kannst mich doch mit dem nicht alleine lassen."

    Als ich meiner Mutter sagte, dass ich nach dem Studium nicht mehr zu Hause einziehe, sagte sie:
    Mit Deinem Vater läuft es nicht mehr, und wenn Du nicht mehr kommst, bin ich ganz alleine und bringe mich um.
    Du bist doch meine Einziger und was habe ich alles für Dich getan undsoweiter. Du musst.

    Das Ende vom Lied (ein paar viele Tage später): wenn Du weiter machst, was Du willst, bist Du nicht mehr mein Sohn.
    Ich, auch sehr zuvorkommend geantwortet. Jahrelang nix mehr sie wollte dann wieder aber ich nicht. Gab ja eh nur Vorwürfe.

    Heute ist sie viele Jahre wiederverheiratet, alles ausgestanden.

    Die Geschichten sind nicht gleich, aber ich komme schon mit, bei dem, was Du schreibst. Und Du, Kazik.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
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  • Kazik wie geht’s dir heute?

    Hi Kadett,

    zerrupft würde ich sagen. Da musste gestern etwa raus, was ich leider schon so lange nicht abschütteln kann. Etwas wo ich als Kind mir nicht anders zu helfen wusste als es abzuspalten, weil ich es sonst nicht hätte aushalten können. Nun Abspaltung ist okay, weil es damit aus meinem Bewusstsein ist und ich leben kann. Aber das Unterbewusstsein vergisst nichts und die Abspaltung ist nicht hundertprozentig dicht was die darin verwahrten Gefühle angeht. Und die drängen dann mit Macht manchmal ins Bewusstsein. Ich habe das gestern auch erst gar nicht so gemerkt beim schreiben. Aber irgendwann war ich dann wieder in meiner Familie. Wortwörtlich. Und dann wurde es plötzlich sehr schwer weiter zu schreiben. Ich habe dann nachdem schreiben bitterlich geweint.

    Aber heute ist es besser und ich bin ein wenig erleichtert. Erschöpft aber kein Blues. Erkältung ist noch da. Körperlich so lala. Kein Saufdruck.

    Kadett, danke für Deine Nachfrage und Deine Worte. Danke auch an all die Anderen für Ihre Beiträge.

    Das hilft und ich fühle mich nicht mehr so alleine. Was ich aber auch hier wo ich jetzt bin nicht bin, ich habe noch ein gutes Umfeld.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Fühl dich einfach mal umarmt. Es ist wichtig dass du dir Gutes tust. Vielleicht auch dein inneres Kind umarmst. Mit der Abstinenz tust du dir ja schon super gut.
    Hat dir da deine Therapie gut getan?

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Ich weiss zwar nicht, was daran nicht zu verstehen ist, aber:

    Ich war ein weiches Kind, ein empfindsames Kind.

    Für meinen Vater war ich wehleidig, verwöhnt. Ausserdem hat er auch getrunken.
    Er wollte einen Mann aus mir machen und hat das Weinen aus mir herausgeprügelt.

    Meine Mutter spielte auch eine widersprüchliche rolle.

    Noch Fragen?

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
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  • Hat dir da deine Therapie gut getan?

    Hallo Kadett und Ihr,

    bezüglich des inneren Kindes? Die Therapie hat mir zunächst geholfen mein inneres Kind überhaupt zu sehen. Und es sind ja tatsächlich viele innere Kinder von mir. Alle zu unterschiedlichen Zeiten in einer Art eigenen Zeitkapsel in einer Situation in der sie sich nicht wehren konnten, die sie nicht aushalten konnten und wo sie Ihre Gefühle nicht äußern konnten. Diese Zeitkapseln habe ich dann als Kind an einem "sicheren" Ort abgelegt. Danach konnte ich mich zwar an die Situationen erinnern. Aber ohne die zugehörigen Gefühle. Nur so konnte ich überleben. Das hatte dann zwar andere Auswirkungen, beispielsweise das ich Wut und Aggressionen ganz stark kontrolliere. Weil an diesem Ort eine unerschöpfliche Quelle von Wut ist. Eine eiskalte Wut, so zerstörerisch das sie alles vernichten würde auf das ich sie loslassen würde. Eine Wut die auch gefährlich für mich sein kann. Und deshalb muss ich sie kontrollieren. Und diese Wut habe ich schon sehr früh gemerkt. Und ich habe dann für mich ein paar Möglichkeiten gefunden an denen es okay war für mich diese Wut raus zu lassen. Auch da musste ich sie kontrollieren. Und dann habe ich sie wieder an Ihren Ort gepackt. Deshalb bin ich auch mit Menschen, besonders mir nahestehenden, immer beissgehemmt. Besonders wenn die Wut kurz Ihr Haupt erhebt. Aber ich habe über die Zeit Wege gefunden meine Wut und Aggressionen angemessen im Kontakt aus zu drücken. Und falls jetzt der Eindruck entstanden sein ich würde ständig explodieren. Nein. Fast nie. Menschen die mich nicht kennen erleben mich glaube ich was Wut angeht als "normal". Und Menschen die mich gut kennen auch, die wissen allerdings auch was bei mir los ist und alle haben mich schon in Situationen erlebt wo ich der Wut erlaubt habe bewusst zu werden. Und sie wissen dann wie ich mich anderen Menschen gegenüber verhalte und was ich ausstrahle wenn die Wut da ist. Und Sie wissen auch das diese anderen Menschen dann sehr genau spüren das es für sie keine Schritt mehr weiter geht und sie besser aus dem Kontakt mit mir gehen. Aber ich habe gegen Ende meiner Jugend beschlossen das ich nicht grundlos Gewalt gegen Andere besonders "Schwächere" anwende. Und daran halte ich mich.

    Wut und Traurigkeit waren für mich über die Jahrzehnte immer wieder da. Und da sie für mich "unerklärlich" waren habe ich dann meine letzte Therapeutin aufgesucht, die sowohl eine Therapierichtung die ich wollte als auch ein Verfahren zur Traumabearbeitung anbot. Sie ist eine sehr sehr gute Therapeutin (für mich). Und ich war ein sehr sehr schwieriger Klient. Aber sie ist bei mir geblieben und ich bei Ihr. Und so konnte ich mein inneres Kind (Kinder) sehen. Und habe gelernt wie ich Kontakt aufnehme. Manchmal kann ich Ihm nur übermitteln das ich es sehe. Und manchmal kann ich es auch ein wenig trösten. Aber manchmal ist auch das schwierig wenn mein erwachsenes Ich viel zu tun hat und selber gerade Seele und Körper auf Kurs halten muss.

    LG Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Ich weiss zwar nicht, was daran nicht zu verstehen ist, aber:

    Hi LK,

    du musst auf meine Frage nicht antworten. Du musst auf keine Frage von mir antworten. Aber speziell bei Dir bin ich mir sicher das Du weisst und auch nicht machen würdest.

    Ich lese Dich von Anfang an mit. Und schwanke öfters zwischen guter Typ schreibt gute Sachen und was für ein Arsch und was für ein Scheiß.

    Ich hoffe und vermute das wirft Dich jetzt nicht aus der Kurve.

    Und ja, ich habe jetzt verstanden was Du meinst.

    LG

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Kennst Du den Satz (den ich in meinem Umkreis hin und weder anwende)

    "Wozu brauche ich Freunde, wenn ich ihnen nicht die Meinung sagen kann?"

    In diesem Sinne, immer raus mit der Sprache.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
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    Aber das Gras wächst.
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  • Diese Abkapsel-Programm mit dieser Wut. Und auch deren Kontrolle. Fast alles, was Du geschrieben hast, hat bei mir zugetroffen. Immer wieder faszinierend. Kontrollfreak, was meine Emotionen angeht, bin ich noch heute. Aus dem Grund kann ich mir schlecht verzeihen, wenn mal was mit mir durchgeht. Kann mich auch nicht erinnern, wann ich mal laut geworden bin, in den letzten Jahren.

    Die große Heulerei habe ich mit ca. 30 Jahren beim Tiefenpsychologen hinter mich gebracht.

    Das hat es eigentlich gebracht. Kontrolle heißt nicht, dass da nicht Emotionen sind. Ich kann bei jedem Kinderfilm flennen. Aber es geht ja um für mich noch immer negativ behaftete Emotionen, wie eben Wut.

    Beim Krav Maga z. B. kann ich mich total verlieren. Hinterher sind dann ggfs. die Knöchel offen. Aber da tut es ja (außer mir ein bisschen) keinem weh. ^^

    Und so konnte ich mein inneres Kind (Kinder) sehen. Und habe gelernt wie ich Kontakt aufnehme. Manchmal kann ich Ihm nur übermitteln das ich es sehe. Und manchmal kann ich es auch ein wenig trösten.

    Das ist echt abgefahren. Dazu hatte ich gestern, oder vorgestern gerade etwas bei mir geschrieben. Und jetzt kommst Du genau mit dem Gleichen.

    Ich habe ihm versprochen, es zu hören und für es da zu sein. Damit es nicht mehr alleine ist.

    Als ich frisch aufgehört habe zu trinken, war ich von den vielen Geschichten geplättet, die doch auf ihre Art meiner ähnelten.

    Scheinbar ist jetzt meine EKA Seite an der Reihe.

    Ich danke Dir sehr für Deinen Beitrag.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Mann Alex ich habe einen Kloß im Hals.

    Auch bei deinem Satz „Mir haben sie das Weinen z.B. gründlichst ausgetrieben, ich weiss überhaupt nicht mehr, wie das geht.“ Lebenskünstler. Da hat mir der Atem gestockt und ich wusste sofort was dieser Satzt heißt. Mein Mutterherz kann das nicht verstehen. Bin froh, dass meine Söhne niemals so etwas schreiben müssen wie ihr hier. Ihr alle seid erwachsene Männer geworden, ich bin auch nicht älter als ihr, aber ich würde gerne eure inneren Kinder umarmen und trösten. Mann das darf doch echt nicht wahr sein. Ich kann nur den Kopf schütteln, es gibt Menschen (Eltern) die kann ich nicht verstehen. Seid stolz auf euch, dass ihr einen Weg gefunden habt, das zu verdauen und euch nicht ganz zu verlieren. Krass in mir keimt Wut auf, nicht gegen euch, ist ja klar. Kazik ich wüßte an deiner Stelle nicht wie ich mit dieser Wut umgehen sollte. Ich kann deine Wut so gut verstehen. Viellhilft ein Boxsack. Ich muss paarmal durchatmen. Echt. 👿 😰

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Die Geschichten sind nicht gleich, aber ich komme schon mit, bei dem, was Du schreibst. Und Du, Kazik.

    Die schlichte Antwort darauf ist ja. Und über einiges haben wir uns hier und wo anders ja auch schon direkt und indirekt ausgetauscht. Da gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Aber ich bin froh darüber das wir beide im Austausch geblieben sind. Und ich bin froh darüber das Du dran geblieben bist. Das hätte meinerseits auch kippen können weil Du mir gefühlt zu Nahe gekommen bist und ich war sehr nahe dran war in den Kampfmodus zu gehen. Insofern Danke.

    Und kleiner Funfact. Ich habe Dich von Deinem Vorstellungsthread mit gelesen. Und ich habe dann als das so ein wenig in der Schwebe war geschrieben das ich mich freuen würde wenn Du hier dazukommen. Nun bin ich noch keine vier Wochen hier und habe dann zurecht von einer Moderatorin die Rote Karte gezeigt bekommen.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Bei mir muss man manchmal auch aufpassen.

    Kommt vor.

    Edit:

    und auch liebe Grüße. Alles gut.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
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