Marliese - Es muss sich etwas ändern

  • Ja sie haben mich aufgenommen. Aber auch nur, weil mein Bruder interveniert hat.

    Und nein, ich erwarte natürlich nicht, dass sie sich kümmern. Allerdings, wenn man direkt nebenan wohnt, schmerzt es schon, das täglich und nah zu erleben. Als ich in die Wohnung einziehen konnte, hat es keine Stunde gedauert, bis sie alles, restlos alles von mir und den Kids zu mir gebracht haben. Die haben nicht ein einziges Spielzeug von den kleinen bei sich gelassen. Ich finde das traurig.

    Wenn Sie zu meinem Bruder auch so wären, käme ich vielleicht besser damit klar. Aber da ist es genau anders rum. Bei ihm ist das Interesse da. Ihm wird die Wäsche gewaschen, geholfen, gekümmert, bezahlt. Ja, das klingt nach Neid. Aber wie soll der auch nicht entstehen, wenn man seine Kinder so ungleich behandelt?

    Ganz abgesehen davon, im Gegensatz zu mir muss er hier in dem Haus keine Miete zahlen... Er müllt restlos alles zu und meine Eltern sagen dagegen gar nichts. Er soll auch bald das Haus bekommen. Dass er regelmäßig Post von Gerichtsvollziehern bekommt, schon eine Insolvenz hinter sich hat und wieder neue Schulden macht ist denen auch egal. Der zahlt nichts...

    Ich mag meinen Bruder, aber ich möchte hier nicht mehr wohnen, wenn er dabei ist das ganze gegen die Wand zu fahren.

    Also ja, es ist eine harte Entscheidung. Aber hart wegen meinem seelenwohl und dass meine Kinder und ich weiterhin ein sicheres Dach über dem Kopf haben.

  • Das klingt tatsächlich nicht nach einem gesunden Umfeld, Marliese. Kommt mir bekannt vor.

    Meine Eltern, vor allem ein Elternteil, hatten ein Geschwister von mir früh als "Sorgenkind" identifiziert und seitdem entsprechend behandelt, für die anderen Kinder war dann keine Energie mehr da, die durften dann nicht auch noch Probleme haben, die mussten allein klarkommen, das hätte sie überfordert.

    Enkelkinder waren zwar sehr willkommen, aber auch eher zur Ablenkung, weniger als eigene Persönlichkeiten.

    Auch wenn ich die Zusammenhänge irgendwann vom Kopf her meinte, durchschaut zu haben, haben ich mich lange Jahre deswegen sehr gegrämt.

    Erst ein beruflich bedingter Umzug in eine weiter entfernte Stadt brachte mit der Zeit auch den inneren Abstand dazu und hat irgendwann ein besseres Verhältnis ermöglicht.

  • Bei mir ist es auch eher der eine Elternteil. Der andere hat zwar oft meine Meinung vertreten, allerdings stand dieser völlig unterm Pantoffel. Das Ergebnis davon ist nun, dass dieser psychisch völlig am Ende ist. Es ist hier ein Tanz auf eierschalen. Das macht es hier nicht leichter...

    Ich hatte vor vielen vielen Jahren mal eine Reha für mein ältestes Kind. Dort hatten auch die Eltern Gespräche mit Psychologen. Dort habe ich mal von meiner Kindheit/Jugend berichtet und brach in Tränen aus.

    Ein beispiel von vielen: Ich wurde mit 18 durch einen Unfall schwanger. Trotz Pille, Antibiotika und Kondom passierte es. Ärgerlich... Tja, der eine elternteil sprach dann so lange nicht mehr mit mir und strafte mich mit bösen blicken, bis ich letztendlich abgetrieben habe.

    Der Psychologe erklärte mir dann was von emotionaler Erpressung. Das habe ich da das erste mal gehört und es passte leider. Auch er riet mir, dieses Umfeld zu verlassen.

    Dies tat ich dann irgendwann auch und zog mit meinem alkoholkranken XY zusammen.

    Vom Regen in die Traufe... 😔

  • PS: ich erinnere mich nicht, Marliese: Hast Du psychologische Unterstützung? Wenn nicht, kann ich Dir das aus eigener Erfahrung nur sehr ans Herz legen.

    Denn Du schleppst doch ein schlimmes Paket mit Dir herum. Nimm alle Hilfe, die Du bekommen kannst, um Dich aus diesen ungesunden Mustern zu befreien!

  • Hast Du psychologische Unterstützung?

    Tatsächlich nicht... Ich habe bisher alles mit mir alleine ausgemacht.

    Ich hab auch Tage, da kümmert mich das ganze nicht. Ich bin grundsätzlich eigentlich ein sehr fröhlicher Mensch. Meine Therapie sind bislang Freunde.

    Ich "traue" mich auch ehrlich gesagt nicht, mir da Hilfe zu holen. Am Ende bekommt das mein XY raus und dann wird es gegen mich verwendet. Hänge ja noch mitten im Scheidungskrieg und er und seine Familie warten ja nur darauf, dass ich einen "Fehler" mache.

    Falls sich wer erinnert, nachdem ich klar kommuniziert habe, dass ich seinen Konsum in Gegenwart der Kinder nicht mehr akzeptiere, hat er mir später die Kinder weg genommen und mich raus geworfen. Dann folgten nur noch Schikanen...

    Also sollte ich irgendwann dokumentiert bekommen, dass ich psychisch Hilfe benötige, bekomme ich Panik, dass er mir wieder versucht die Kinder wegzunehmen

  • Ich muss mich korrigieren. Ich habe jetzt das richtige Wort. Es war finanzielle Nachtrennungsgewalt. Und diese führt er und seine Familie noch weiterhin fort.

    Die wollen mich mürbe machen. Ich denke das wäre jetzt der falscheste Zeitpunkt mir Hilfe zu suchen. Wenn ich "psychisch nicht mehr ganz auf der Höhe" sein sollte, dann fliegt mir das ganze (gerichtlich) nur um die Ohren.

    Nope, ich richte mein Krönchen und lächle weiter 😁

  • Lange nichts geschrieben...

    Die Situation ist unverändert. Ich bin intensiv auf Wohnungssuche, allerdings gestaltet es sich sehr schwierig. Als selbstständige, alleinerziehende Mama mit Hund scheint man eine redflag zu sein... sehr schade. Auch die Mietpreise sind ja der Wahnsinn mittlerweile. Aber ich gebe nicht auf. Ich sage mir, dann war bisher nie die richtige Wohnung dabei.

    Ich hoffe allerdings es findet sich sehr bald was passendes. Ich halte das hier langsam nicht mehr aus.

    Der Müll von meinem Bruder ist natürlich noch immer im ganzen Haus verteilt. An Ordnung schaffen ist nicht zu denken.

    Meine Eltern interessiert es nicht. Die wollen mit der "Scheißhütte" nichts mehr zu tun haben.

    Ich habe mich auch immer mehr zurück gezogen. Ich möchte dieser einseitigen emotionalen Verantwortung entfliehen. Und nun sind sie sauer auf mich. Haben es mir aber nicht gesagt, sondern meinem Bruder.

    Vielleicht ist es doch mal besser mir einen Therapeuten zu suchen. Jedoch habe ich wirklich Angst, dass es gegen mich verwendet werden kann...

    Alles nicht so einfach

  • Liebe Marliese,

    Vielleicht ist es doch mal besser mir einen Therapeuten zu suchen. Jedoch habe ich wirklich Angst, dass es gegen mich verwendet werden kann...

    ich bin der festen Überzeugung, dass niemand vom Jugendamt es gegen dich verwendet, wenn du dir therapeutische Hilfe holst. Das ist ja auch im Sinne der Kinder. Informier dich doch einfach mal bei einer Beratungsstelle. Das Jugendamt hat das Kindeswohl im Blick und eine Mutter, die in Therapie ist, schadet damit nicht ihren Kindern.

  • Liebe Marliese,

    Ich habe mir therapeutische Unterstützung gesucht und im Gespräch mit dem Jugendamt wurde ich sogar bestätigt, dass es richtig war. Die eigene Fürsorge ist ein wichtiger Baustein für die persönliche Stabilität.
    Ich wäre sehr überrascht sollte jemand dies negativ auslegen.

    Liebe Grüße Ino

  • Ich melde mich nochmal zurück.

    Nun ist Dezember, das Jahr bald zu Ende.

    Ich war die letzte Zeit sehr mit mir selbst beschäftigt und habe angefangen mein Leben "aufzuräumen". Selbstachtung und Selbstschutz waren meine Prioritäten. Und die Konsequenz beinhaltet auch Verlust. Es tut noch weh, doch es ist wohl normal auf dem weg zu innerem Frieden.

    Ich stehe gerade am Wendepunkt zu einem absoluten Neuanfang. Es ist beängstigend aber auch befreiend.

    Ich habe eine neue Wohnung gefunden in einer weiter entfernen Stadt. Der Umzug wird nächstes Jahr stattfinden. Dort werde ich Unterstützung haben und wahrscheinlich eine tolle neue Job Perspektive.

    Meinen Eltern habe ich einen Brief geschrieben in dem ich ihnen meine Gefühle offenbart habe, dass es mich sehr traurig macht, dass sie sich gar nicht für mich und ihre Enkel interessieren, dass ich sehr unter der emotionalen Kälte leide und mir wünschen würde, dass irgendwann mal ein besseres Verhältnis entstehen kann. Nun, die Reaktion darauf war null und meine Vater hat mich in WhatsApp blockiert...

    Das hat mir gezeigt, dass der Schritt weg zu ziehen nur sinnvoll ist. Ich habe akzeptiert, dass meine Eltern mir nie geben können und/oder wollen, was ich mir wünsche. Das jeden Tag zu "sehen", da ich ja neben ihnen wohne, belastet ungemein.

    Im neuen Wohnort werde ich mir mal einen Psychologen suchen. Ich muss es meinem Ex ja nicht sagen. Und selbst wenn er es rausbekommen sollte, hoffe ich, er wird es verstehen. Ich denke, es ist mir positiv auszulegen, dass ich mir Unterstützung suche um eben NICHT so zu werden wie meine Eltern. Meine Erziehung war geprägt von emotionaler Erpressung, Ignoranz, Schuldumkehr, Desinteresse. Ich war immer der Sündenbock, auch wenn ich nicht mal etwas getan habe. Genau das möchte ich meinen Kindern NIEMALS NIE antun.

    Das wird mein erstes Weihnachten ohne meine Ursprungsfamilie. Und tatsächlich fühlt es sich gut an. Das erste mal seit vielen vielen Jahren wo ich mich drauf freue. Heiligabend verbringe ich erst mit meinen Kindern und einer guten Freundin. Wir werden was tolles kochen und Bescherung haben. Abends kommen einige Freunde und wir spielen Gesellschaftsspiele. Das wird toll!!

    Bei meinem XY ist es gerade auch relativ ruhig. Ich gehe davon aus, er trinkt noch immer sehr viel, aber dagegen etwas tun kann ich ja ohnehin nicht. Ich hoffe einfach nur, er und seine Familie schaffen es an Weihnachten sich gut um die Kinder zu kümmern und es passiert nichts. Kurz vor Weihnachten ist der Todestag von einem seiner Familienmitglieder und ich habe etwas Angst, dass diese Trauer ertränkt wird und die kinder das alles mitbekommen...

  • Hallo Marliese,

    ich freu mich mal wieder was von dir zu lesen.

    Da ist einiges passiert, positiv gesehen. Ich wünsche dir alles Gute für deinen Umzug und gutes Ankommen. Mutige, gute Schritte sind das. Jetzt lass es dir Weihnachten mit deinen Kindern und Freunden gutgehen. Und ich drück die Daumen, für die Kinder, dass es dann auch beim Ex ruhig verläuft.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Manchmal frage ich mich, ob das Leben für mich die Kategorie Drama ausgewählt hat. Eine Komödie oder Romanze wäre mir deutlich lieber gewesen....

    Mittlerweile sitze ich hier und denke: was kommt noch?

    Nein, der bevorstehende Umzug, die damit verbundenen Finanziellen Ängste, die emotionale Belastung mit meiner Familie reichen wohl noch nicht.

    Wie sagt ein Sprichwort: Alkohol macht gleichgültig? Scheint bei meinem XY wohl der Fall zu sein. Mein Kind hat sich eine Verletzung bei ihm zugezogen. Er hat es nicht ärztlich abklären/behandeln lassen, geschweige hat er mir etwas davon erzählt. Nichts!

    Bin direkt zum Kinderarzt und habe es abklären lassen. Tja, dadurch kam was ins Rollen, das ich mir zwar "erhofft" habe, allerdings ist es gerade schier der ungünstigste Zeitpunkt. Das Jugendamt ist nun involviert, die Kinder dürfen erstmal nicht zu ihm. Mal sehen ob er Auflagen bekommt, oder ob es erst mal nur begleiteten Umgang gibt...

    Ja, die kleinen sind jetzt sicher, da fällt mir wirklich ein Stein von Herzen. Doch wird es jetzt anders stressig. Renovieren mit zwei kleinen Kids ist eine Mammutaufgabe. Aber wir schaffen das 💪 irgendwie.........

    Einmal editiert, zuletzt von Marliese (11. Januar 2026 um 11:47)

  • Bin direkt zum Kinderarzt und habe es abklären lassen. Tja, dadurch kam was ins Rollen, das ich mir zwar "erhofft" habe, allerdings ist es gerade schier der ungünstigste Zeitpunkt. Das Jugendamt ist nun involviert, die Kinder dürfen erstmal nicht zu ihm. Mal sehen ob er Auflagen bekommt, oder ob es erst mal nur begleiteten Umgang gibt...

    Liebe Marliese,

    Ist es wirklich der ungünstigste Zeitpunkt? Es fühlt sich vielleicht so an, aber gerade der Umzug bedeutet, dass die Kinder an seinen Wochenende räumlich weiter entfernt von dir sind. Vielleicht ist es gut, dass es jetzt passiert ist und nicht erst dann.

    Ich denke manchmal, dass alles so seinen Grund und Sinn hat.

    Hier ist auch längst keine Ruhe drin. Ich realisiere erst so langsam, wie sehr mein Nervensystem tatsächlich gelitten hat.

  • aber gerade der Umzug bedeutet, dass die Kinder an seinen Wochenende räumlich weiter entfernt von dir sind.

    Tatsächlich nicht. Von der Entfernung ändert sich nicht viel. Er wohnt quasi in der Mitte zwischen meinem jetzigen Zuhause und der neuen Wohnung.

    Ich denke manchmal, dass alles so seinen Grund und Sinn hat.

    Nach diesem Motto lebe ich auch.

    Es ist die letzten 3 Jahre eine regelrechte Achterbahnfahrt gewesen. Viele viele Tiefen. Viel emotionaler sch****. Ich hoffe das bedeutet, dass es dafür bald umso besser wird. Aber bis da hin habe ich noch einige Aufgaben. Einfach wird es nicht

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