Ja sie haben mich aufgenommen. Aber auch nur, weil mein Bruder interveniert hat.
Und nein, ich erwarte natürlich nicht, dass sie sich kümmern. Allerdings, wenn man direkt nebenan wohnt, schmerzt es schon, das täglich und nah zu erleben. Als ich in die Wohnung einziehen konnte, hat es keine Stunde gedauert, bis sie alles, restlos alles von mir und den Kids zu mir gebracht haben. Die haben nicht ein einziges Spielzeug von den kleinen bei sich gelassen. Ich finde das traurig.
Wenn Sie zu meinem Bruder auch so wären, käme ich vielleicht besser damit klar. Aber da ist es genau anders rum. Bei ihm ist das Interesse da. Ihm wird die Wäsche gewaschen, geholfen, gekümmert, bezahlt. Ja, das klingt nach Neid. Aber wie soll der auch nicht entstehen, wenn man seine Kinder so ungleich behandelt?
Ganz abgesehen davon, im Gegensatz zu mir muss er hier in dem Haus keine Miete zahlen... Er müllt restlos alles zu und meine Eltern sagen dagegen gar nichts. Er soll auch bald das Haus bekommen. Dass er regelmäßig Post von Gerichtsvollziehern bekommt, schon eine Insolvenz hinter sich hat und wieder neue Schulden macht ist denen auch egal. Der zahlt nichts...
Ich mag meinen Bruder, aber ich möchte hier nicht mehr wohnen, wenn er dabei ist das ganze gegen die Wand zu fahren.
Also ja, es ist eine harte Entscheidung. Aber hart wegen meinem seelenwohl und dass meine Kinder und ich weiterhin ein sicheres Dach über dem Kopf haben.