KaDett - Nüchternheit als Lebenseinstellung

  • Nun ergründe ich, wie es dazu gekommen ist

    Pauschal ist es immer gut, wenn ich herausfinde woran etwas lag, um den Fehler nicht noch einmal zu begehen.

    Der Haken, in dem Fall, ist folgender. Ich bin Alkoholiker geworden. Das kann mir bereits nicht nochmal passieren. Weil ich es schon bin und für immer bleiben werde.

    Ich habe sehr viele Jahre zu viel getrunken. Es ist mir unmöglich zu sagen, wann denn da genau die Alkoholiker-Sicherung im Kopf durchgebrannt ist.

    Und es würde mir, absolut nichts bringen. Jetzt ist sie "durch" und ich schaue nach vorne. Wie geht es jetzt weiter?

    Und da greifen die Grundbausteine hier.

    Diese umzusetzen war für mich erste Priorität.

    Das mal so als Tipp von mir.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Das dachte ich, den Fehler nicht nochmal zu machen. Im Groben weiß ich inzwischen was die Ursache war.

    Aber daran ist nichts mehr zu ändern, nur in der Gegenwart gilt es das Richtige zu tun. Jetzt tue ich das Richtige, stärke meine Abstinenz und kümmere mich um meinen Körper und meine Psyche so gut wie möglich. wIe geht es weiter? Schritt für Schritt in die richtige Richtung. Alex ich lächele gerade und fühle mich motiviert und guter Dinge. Irgendwie kommt das von innen heraus, innere Ruhe breitet sich aus und Zuversicht. Ich nehme mir Zeit für den Heilungsprozess und die Grundbausteine.

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Freut mich sehr. Ach übrigens. Ich meditiere auch jeden Tag. ;)

    Das finde ich super. Ich kann autogenes Training, meditieren übe ich noch. Fange mit autogenem Training an, dann Atmen und positive Affirmationen. Das habe ich mir einfach so ausgedacht und mache das mal so. Ich weiß nicht wie man richtig meditiert. Das zu lernen ist einer meiner Vorsätze fürs neue Jahr. Kannst du mir bitte Tipps geben, was du einer Anfängerin empfehlen kannst wie ich am Besten vorgehe? Daaannkkkeeee :)

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

    Einmal editiert, zuletzt von Alex_aufdemweg (2. Januar 2025 um 22:34) aus folgendem Grund: Den Text aus meinem Zitat genommen

  • Bitte schreibe "unter" das Zitat. Sonst sieht es aus, als hätte ich das zitiert. :)

    Ich habe mal einen langen Beitrag dazu geschrieben. Den verlinke ich hier her. Dauert einen Moment. Und dann gehe ich ins Bett.

    Wenn man meditiert, braucht man übrigens etwas weniger Schlaf. Hab ich gelesen. Bei mir stimmt das aber nicht. Glaube ich.

    Schlaf ist übrigens sehr wichtig. Kennst Du die HALT Regel? Gründe für Suchtdruck.

    Hungry

    Angry

    Lonely

    Tired

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Auch heute morgen wieder früher aufgestanden um Zeit zu haben um bewusst aus dem Fenster zu schauen, achtsam zu sein, Gymnastik zu machen und eine kleine Meditationsübung. Habe mir heute noch weitere kleine Pausen überlegt und auch umgesetzt. Wenn ich Auto fahre und ankomme, egal wo, atme ich erst 3x tief bevor ich aussteige. Das tut richtig gut und entschleunigt.

    Achtsamkeit und sich selbst bewusst wahrnehmen ist ebenso ein Punkt, dem ich nun täglich große Beachtung schenke.

    Nun frage ich mal hier nach eurer Meinung und Einstellung, was haltet ihr von den alkoholfreien Getränken, also Getränke ohne Alkohol wie Secco, Bier, Wein? In den letzten Wochen habe ich ab und zu mal sowas getrunken und mir ist aufgefallen, dass ich dann die gleichen Muster habe wie mit den alkoholischen Getränken. Habe ich vielleicht unbewusst als Erstz betrachtet. Jedenfalls ist mir selbst aufgefallen, dass ich viel nervöser und unruhiger wurde. Konnte mir das gar nicht so erklären. Dann bekam ich den Verdacht, dass diese alkoholfreien Getränke mich irgendwie erinnern. Ich hatte keinen Suchtdruck oder Gedanken als echten Alkohol, aber ich habe diese Unruhe in mir gespürt. Jedenfalls werde ich diese alkoholfreien Getränke wie Secco oder Wein nicht mehr kaufen und trinken. Wie seht ihr das eigentlich? Und was sind da eure Tipps und Empfehlungen? Ihr habt ja den richtigen Weg gewählt, denn ihr seid schon lange trocken. Ich möchte das gerne so machen wir ihr und euch als Vorbilder nehmen. Ich persönlich kenne einen trockenen Alkoholiker, der schon jahrelang sober ist, aber alkoholfreies Bier ab und zu trinkt. OK Bier schmeckt mir nicht, Wein oder Sekt waren meine Getränke. Schnäpse eher selten.

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  • Schlaf ist übrigens sehr wichtig. Kennst Du die HALT Regel? Gründe für Suchtdruck.

    Hungry

    Angry

    Lonely

    Tired

    Ich kenne diese HALT Regel nicht, glaube aber, dass da was dran ist. Werde ich beachten. Danke

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  • Habe vorhin mal bisschen quer Beet hier gelesen. Irgendwo ging es ums Thema noch Alkohol zuhause zu haben.

    Das ist ne gefährliche Sache. Ich hatte gleich am ersten Tag meine Weinvorräte ausgekippt. Aber ich hatte etwas vergessen, nämlich ein kleines Fläschchen mit Asbach drin, was in der Virtine stand und ein Andenken einer Reise war. Irgendwann später hatte ich mal massiven Suchtdruck und dieses Fläschchen ist mir ins Auge gestochen. Habe es geschnappt, aber nicht getrunken, sondern habe es auch ausgekippt und das Fläschchen kam in die Tonne. Auch so ein Reiseandenken kann gefährlich sein. Also bei mir zuhause ist kein einziger Tropfen Alkohol mehr zu finden. Auch Gäste bekommen nur alkoholfreie Getränke angeboten. Meine Tee Sammlung ist für alle immer sehr interessant.

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  • Hallo KaDett,


    von den sogenannten „alkoholfreien“ Varianten raten wir dringend ab. Zum einen, weil oft tatsächlich doch eine geringe Menge Alkohol enthalten ist und zum anderen, weil es eben stark an Alkoholgetränke erinnert - schon der Name (Bier, Secco, Wein…), die Form der Flaschen, etc.

    Ich konsumiere nichts, was aussieht, heißt, riecht, schmeckt wie oder auch nur erinnert an Alkohol!

    Wenn Du so ein Getränk zu Dir nimmst, springen im Gehirn ja gleich Verknüpfungen zu Deinen vorherigen Trink- Gewohnheiten an. Du verhältst Dich dann quasi immer noch so wie vorher, nur in der (oft nicht mal) alkoholfreien Variante…

    Um dauerhaft zufrieden trocken/abstinent zu sein, reicht es nicht, „nur“ nicht zu trinken.

    Da müssen die Verknüpfungen zum Alkohol gekappt werden… Da sind unsere Grundbausteine eine tolle Unterstützung. Hast Du sie schon gelesen?

    Viele Früße Sue

    You will bloom if you take the time to water yourself 🌷

  • Du bestätigst meine Vermutung. Die Verknüpfungen von denen du schreibst leuchten mir ein. Die fLaschen sehen so aus und auch das Glas dann. Ich wurde da tatsächlich nervös und habe das aber nicht sofort gewusst wieso. Werde dann besser auf dich hören und diese Getränke nicht mehr trinken. Danke dir sehr.

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  • Irgendwann später hatte ich mal massiven Suchtdruck und dieses Fläschchen ist mir ins Auge gestochen. Habe es geschnappt, aber nicht getrunken, sondern habe es auch ausgekippt und das Fläschchen kam in die Tonne.

    Dazu hatte ich Dir das hier geschrieben.

    Wenn Du das Zeug direkt weggekippt hast, war das wahrscheinlich gut. Denn später kann das mit dem Ausschütten auch gut nach hinten losgehen. Gabs schon hier in der SHG und in meiner Realen auch, dass dann eine der Flaschen auf einmal am Mund hing. Rückfall.

    In dem Fall ist es ratsam, das volle Fläschchen in die Tonne zu werfen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • So wie Sue es beschrieben hat, halte ich es auch.
    Diese Unruhe ist ein psychisches Entzugssymptom.
    Du aktivierst jedesmal dein Suchthirn, wenn du "Alkoholfreies" trinkst. Du wirst getriggert, durch alle Sinne, nicht nur durch die geringen Mengen Alkohol.
    Was noch hinzu kommen kann, wenn ich alkoholfrei trinke, ist die ausbleibende Wirkung des Alkohols. Mein Suchthirn sieht sich fast am Ziel, aber die Wirkung bleibt aus und dann geht es erst richtig los.

    Du befindest dich ein einem inneren Konflikt, da du keinen Alkohol trinken willst, andererseits werden dadurch alte Muster aktiviert. Das erzeugt Stress und die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, welches für die Unruhe und eventuellem Suchtdruck verantwortlich ist und noch andere unerwünschte Prozesse können in Gang gesetzt werden. Das ist die biochemische Erklärung;)
    Bin ich zusätzlich noch psychisch labil oder angeschlagen, steigt das Risiko, dass ich dem Druck nachgebe und doch irgendwann ein "normales" Glas trinke.

    Wie du selbst festgestellt hast, sind die Begleiterscheinungen unangenehm. Ich möchte das nicht mehr. Diese unangenehmen Gefühle hatte ich lange genug und konnte dem ausser Alkohol nichts entgegensetzen. Heute kann ich etwas dagegen tun, weil ich weiss, was mich triggern kann und deshalb lasse ich es einfach.

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Nayouk damit hätte ich nicht gerechnet, wie sich solche alkoholfreien Getränke auswirken können. Uiiiii echt, dann kann ich mir jetzt erklären warum ich mich in den Wochen vor Weihnachten so nervös und unruhig gefühlt habe. Daran habe ich überhaupt nicht gedacht und hab’s auch nicht gewusst.

    Ganz selten trank ich auch mal ein alkoholfreies Bier, da ist mir das nicht so ergangen. Vermutlich weil ich auch kein Bier mit Alkohol getrunken habe und mir Bier nicht gut schmeckt. Nur 4-5 x im Jahr habe ich ein kleines Glas Bier getrunken. OK, jedenfalls weiß ich da jetzt Bescheid und kann mich danach richten. Ein schöner Tee in einer hübschen Tasse ist auch was Gutes. Danke dir für deine Erklärung. Hilft mir weiter.

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  • In dem Fall ist es ratsam, das volle Fläschchen in die Tonne zu werfen.

    Das ist ja schon Monate her und von daher kann nix passieren. Das Fläschchen stand lange Zeit in der Vitrine und habe das ganz vergessen. Nun ist es weg. Das ist mir lieber und sicherer.

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  • Im Rahmen meiner Trockenarbeit habe ich mir inzwischen eine Liste erstellt mit Stichpunkten. Ist ganz schön lang geworden.

    Werde diese Punkte noch sortieren und angehen. Vielleicht schreibe ich auch alles auf, alle Ideen und Vorgehensweisen, was wie wirkt und welchen Erfolg was bringt. Auch wenn ich in einer Sackgasse stecke oder festgefahren bin. usw.

    Habe mir auch nochmals Gedanken gemacht zu den alkoholfreien Varianten und mich entschlossen auch sie aus meinem Leben zu verbannen. Bei Bier weiß ich nicht genau, weil das sowieso nicht mein Ding ist. Vielleicht im Sommer mal ein Glas. Softgetränke mit Kohlensäure und Zucker sind ebenfalls nichts für mich. Werde mir lieber auch mal selbst leckere Limonaden zubereiten oder Wasser mit Gewürzen aufpeppen. Tee ist ja recht vielfältig und abwechslungsreich. Da habe ich auch bereits eine schöne Sammlung und tausche auch im Job mit Kollegen Tee gerne aus.

    Ich weiß und spüre, dass vor mir noch ein steiler Weg in Bezug auf die Trockenarbeit liegt. Den körperlichen Entzug habe ich ja schon Monate hinter mir, aber mit dem seelischen Entzug fange ich gerade erst an. Im Grunde genommen seit ich mich am 31.12.2024 hier angemeldet habe. Vorher habe ich von Trockenarbeit noch nichts gehört. Auch die Grundbausteine aber ich schon 3x gelesen. Das ist alles irgendwie Neuland für mich. Ich kann lediglich von mir sagen, dass ich seit mehreren Monaten keinen Alkohol mehr trinke. Und ein Pluspunkt ist, dass ich das „schon“ mehr als 7 Monate alleine geschafft habe. Jetzt habe ich hier Hilfe gesucht und auch gefunden. Nun fängt die eigentliche Arbeit im Entzug erst richtig an. Der psychische, innere seelische Bereich. Da habe ich noch keinen richtigen Plan wie das geht und wie ich das am Besten und richtig mache. Dafür möchte ich mir auf jeden Fall Zeit nehmen. Und dann auch dauerhaft am Ball bleiben.

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  • Habe ja angefangen mehr Ruhe und Pausen in meinem Leben einzubauen. Das werde ich weiter vertiefen.

    Weiterhin steht ein wichtiger Punkt für mich im Vordergrund, Verzichtsgedanken. Wie komme ich zu dem Punkt, der einen gravierenden Unterschied darstellt, nämlich:

    - keinen Alkohol mehr trinken zu sollen, dürfen

    - keinen Alkohol mehr trinken zu wollen, müssen.

    Hin und wieder habe ich mit Verzichtsgedanken zu kämpfen. Es ist mir das aufgefallen, dass es einen wichtigen Unterschied gibt. Es ist die Einstellung wie man das sieht. Und daran möchte ich arbeiten. Glaube meine Einstellung hinkt auf dem richtigen Weg noch etwas hinterher. Da bitte ich um eure Hilfe und setze auf eure Erfahrungen.

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  • Bei mir war es vor allem Erleichterung, dass ich nicht mehr trinken musste, KaDett!

    Mein Körper hatte schwer mit dem Alkohol zu kämpfen und wenn der Pegel gefallen ist, dann fingen die Entzugserscheinungen an. Das war tags, wenn ich mit Bekannten unterwegs war, sehr unangenehm, denn das Zittern der Hände konnte ich kaum verbergen. Ich habe es dann immer auf zu hohen Blutdruck geschoben.

    Und klar, darf man Alkohol trinken, aber will man das auch? Also ich will keinen Alkohol mehr trinken und muss es auch nicht mehr, weil ich vor dem Alkohol kapituliert habe. Ich hatte mich und mein Leben nicht mehr unter Kontrolle.

    Da hat bestimmt jeder von den trockenen Alkoholikern so einiges von sich in Erinnerung. Und das ist für mich selbst abschreckend genug.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Warum solltest Du "alkoholfreies" Bier trinken/mögen, wenn dir die Variante mit Alk nie geschmeckt hat, KaDett?

    Bier ist mir egal. Alkoholfrei ist es einfach ein Getränk. Sehe es höchstens als kleine Abwechslung zu Wasser und Tee. Selbst wenn ich früher mal keinen Wein hatte, habe ich nicht auf Bier zurückgegriffen um mein Level zu bekommen. Bier ist etwas was ich nicht haben muss, von daher ist das kein Thema für mich.

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