Myla - Weiß nicht, wie ich beginnen soll...

  • Liebe Myla,

    Auf seinen Konsum hast Du Null Einfluss. Du hast da keine Macht darüber. Gar keine. Du kannst reden, flehen, weinen, betteln... Du hast keinen Einfluss darauf.

    Und das hat auch nichts mit Deinem Wert zu tun. Sondern mit seiner Sucht.

    Liebe heilt keine Sucht. So ist das leider. Deine Liebe zu Dir selbst ist wichtig. Und auch aus dem Suchtsystem auszusteigen, sonst hältst Du es mit am Laufen.

    Hier wird auch oft geschrieben Hilfe durch Nichthilfe.

    LG Momo

  • Hallo Myla,

    ich kann mich Momo nur anschließen.

    Mich macht es wahnsinnig, dass er nicht aufhoert. Dass er mich anluegt, in dem er sagt, er trinkt nichts und dann tut er es doch wieder.

    Das machen viele nasse Alkoholiker, und daran wirst du auch nichts ändern , so lange er trinkt.

    Ich finde du spielst auch die Angriffe auf dich sehr herunter. Es ist nun mal so, wer einmal zugeschlagen hat, wird es auch wieder tun, da die Hemmungen davor gefallen sind. Das gilt im übrigen nicht nur für Alkoholiker . Darüber gibt es sogar entsprechende Studien.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo Momo,

    ich weiss, dass ich keinen Einfluss habe, aber ich kann das einfach nicht akzeptieren. Dieses Gefuehl ist fuer mich so schlimm, ich rufe ihn dann staendig an, heule ins Tel u bettel, dass er nichts mehr trinkt und es bringt absolut nichts.

    Im Gegenteil, er wird laut, beleidigt mich... und ich denke mir jedes Mal "noch ein Anruf, evtl. hoert er auf".

  • aber diese Machtlosigkeit belastet mich sehr viel mehr...

    wie kommst du darauf, dass du Macht über einen anderen Menschen haben könntest? Du kannst immer nur etwas für dich verändern, nicht für andere.

    Ich habe diese Machtlosigkeit auch mal bedauert, da hat mir eine Beraterin der Suchtberatung gesagt, es sei der Größenwahnsinn der COabhängigen, zu glauben, dass wir einen nassen Alkoholiker retten können. Ich hätte sie in die Luft schießen können, aber ich habe auch erkannt, dass sie recht hatte. Jeder Mensch kann so leben wie er will, und wenn er trinken will, darf er dass.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Du erwartest von ihm, dass er sich ändert und sich Hilfe sucht, bist aber selbst nicht bereit, dich zu ändern und Hilfe für dich in Anspruch zu nehmen.

    Ich finde du spielst auch die Angriffe auf dich sehr herunter. Es ist nun mal so, wer einmal zugeschlagen hat, wird es auch wieder tun, da die Hemmungen davor gefallen sind. Das gilt im übrigen nicht nur für Alkoholiker . Darüber gibt es sogar entsprechende Studien.

    Sehe ich auch so. Außerdem ist er nicht nur ihr gegenüber körperlich gewaltätig geworden, sondern auch gegen andere. Dazu kommen noch diverse Sachbeschädigungen (Spiegel vom Auto abgetreten uvm.).

  • Liebe Myla,

    Ich kenne das mit dem akzeptieren. In meiner Welt war das ganz leicht, er muss einfach nur aufhören zu trinken und Alles wird gut. Es war in meinem Kopf wie ein Kampf, den ich unbedingt gewinnen musste. Viele Gedanken von, bei uns ist das anders, die Gewalt gegen mich war er nicht, etc. Ich bin fast wahnsinnig geworden mit meinen Gedanken. Der einzige Unterschied, den ich wirklich durchgezogen habe, war der komplette Kontaktabbruch, das sprechen über seine Gewalt, das hat mir nämlich Türen zugemacht nicht zu ihm zurück zu gehen.

    Ich kam dann irgendwann an den Punkt der Akzeptanz. Er ist suchtkrank, er ist gewalttätig. Vor der körperlichen Gewalt auch schon durch psychische Gewalt. Ich habe gelernt zu akzeptieren, dass das nichts mit mir zu tun hat. Das er suchtkrank ist, das es sein Leben ist in dem er frei entscheiden kann zu trinken oder nicht. Diese Akzeptanz war dann wie eine Befreiung für mich.ich konnte den Kampfplatz verlassen und anfangen, mich um mich zu kümmern. Schöne Dinge zu erleben und zu genießen.

    Mir meiner eigenen Wertigkeit bewusst werden. Zu lernen gesunde Grenzen zu setzen, um mich und meine Seele zu schützen.

    Meine Lieblibgsfrage ist immer wieder: Was würdest Du Deiner besten Freundin raten, wäre sie in Deiner Situation. Was hättest Du zu ihr gesagt, nach dem ersten Schlag?

    Ich weiß, dass diese Gewalterfahrung kaum zu ertragen ist und ich habe auch Schwierigkeiten gehabt zu sehen, dass mein Ex gewalttätig ist. Das war ein Prozess auf, den ich mich einlassen musste. Und er war anstrengend. Bei mir ist es jetzt ein Jahr her. Und es ist wesentlich besser. Es gibt noch schlechte Momente, ja. Aber immer weniger. Die Erfahrung ist ein jetzt ein Teil von mir.

    Ich kann Dir nur empfehlen Dir Hilfe für Dich und nicht für seine Sucht zu suchen. Mache Sport, gehe auf No contact. Grenze Dich ab.

    LG Momo

  • Hallo zusammen,

    das ist richtig, ich erwarte, dass er sich Hilfe holt, dann haetten wir diese Situation doch gar nicht? Also wenn er nicht trinken wuerde?

    Groessenwahn trifft es gut.

    Momo, wie hast du es geschafft, das zu akzeptieren?

    Ich kann das einfach nicht, ich denke jedes Mal, wenn er getrunken hat und am naechsten Tag wie ein Haeufchen Elend vor mir steht und sich entschuldigt oder sagt "Warum haeltst du noch zu mir?" "Ich habe dich nicht verdient" usw., dass es jetzt besser wird.

    Aber es wird es nicht.

    Er trinkt mal 1 x die Wo, mal alle 2 Wo, aber dann immer bis zum Blackout.

    Meiner besten Freundin, selbst einer fernen Bekannten wuerde ich ins Gesicht sagen, dass sie nen Dachschaden hat und ob sie sich nicht mehr wert ist.

    Aber warum kann ich das bei mir nicht anwenden?

    Ich hoffe, ich klinge jetzt nicht verrueckt, aber am liebsten wuerde ich ihn packen, schuetteln, iwas gegen den Kopf schlagen, damit er endlich aufhoert und wir ein schoenes, ruhiges Leben haben?

    Wie kann bitte der sch... Alk wichtiger sein, als ein Mensch? Als der Alltag, die schoenen Momente mit dieser Person? Wie?? Das geht nicht in meinen Kopf.

    Und ja, solange ich das nicht verstehen u akzeptieren kann, ist der Punkt mit der Gewalt fuer mich einfach nicht so wichtig.


    Ach ja: Zum Sport gehe ich, bin viel mit meinem Hund unterwegs, machen Hundesport, dies mache ich seit ueber 20 Jahren.

    Ich habe eigl. alles fuer mich im Leben, wie ich es mir wuensche.

  • Liebe Myla,

    mir hat geholfen immer wieder die Adlerperspektive einzunehmen. Mir hat geholfen die tatsächlichen Fakten immer wieder mir bewusst zu machen. Irgendwann wurde mir bewusst, dass ich in meine Idee der Beziehung verliebt war. Praktisch in eine Illusion (wenn, dann, etc.). Ich habe alle Hilfe für mich angenommen, welche ich finden konnte.

    Eine Freundin sagte mir mal, durch dieses extreme Achterbahnfahrt der Gefühle, ist der Andere immer in Deinem Kopf und es wird dann mit Liebe verwechselt.

    Ich habe monatelang ein Haargummi am Handgelenk getragen, um es schnallen zu lassen, wenn das Gedankenkarusell wieder los ging. Ich habe mich abgelenkt. Mache viel Sport um meinen Dopaminspiegel nach oben zu pushen. Ich lerne neue Sachen, Versuche mir bewusst neue positive Erinnerungen zu schaffen. Das ist jetzt meine Hauptaufgabe.

    Und ja, es ist anstrengend sich mit seinen eigenen Themen auseinander zu setzen. Aber es geht und es ist die Chance, das Leben zu leben was glücklich macht.

    Mit oder ohne einen Partner.

    Nur Mut. Schaue auf Dich. Es lohnt sich.

    LG Momo

  • P.S.: Der Kontaktabbruch auf allen Kanälen, gemeinsamen Freunden, Social Media, etc. hat mir sehr geholfen. Gerade am Anfang. Nummer blockiert, WhatsApp blockiert, etc. Weil es mich am Anfang so sehr in ein Loch gezogen hat und ich mich schützen musste. Kontaktabbruch besteht immer noch und wird auch bestehen bleiben. Mein Ex hat mich nicht verdient.

    LG

  • Wie kann bitte der sch... Alk wichtiger sein, als ein Mensch?

    dein Partner ist suchtkrank, und da steht immer das Suchtmittel an erster Stelle, und alle die ihn davon abbringen wollen stören. Das sind die Fakten.

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • a, solange ich das nicht verstehen u akzeptieren kann, ist der Punkt mit der Gewalt fuer mich einfach nicht so wichtig.

    Der Punkt mit der GEWALT ist dir nicht so wichtig ? Da würden bei mir völlig die Lichter ausgehen.

    Wann wird es Dir wichtig sein? Wenn er Dich krankenhausreif geprügelt hat? Oder zu Tode gewürzt?

    Auch ich habe einen alkoholkranken Partner, wobei meine Story im Vergleich zu anderen etwas "harmloser" ist, aber sollte dieser Mensch, einmal körperlich oder verbal aggressiv werden, wäre es das für mich endgültig.

    Es ist ja so schon eine schwierige Situation...

  • Mein xy war mir gegenüber nie gewalttätig. Gegenüber Frauen und Kindern ebenfalls nie.

    Er geriet aber ab und zu in körperliche Auseinandersetzungen, er mischte sich immer ein, wenn ein Mann eine Frau belästigte oder bei so komischen Situationen wie warum kuckst du mich so blöd an. Ich mochte solche Situationen nicht, er war zwar körperlich meist überlegen, aber mit den entsprechenden Klientel ist nicht zu spaßen.

    Für mich ist Gewalt kein Argument und keine Lösung. Ich kann dieses Gockelverhalten bei manchen Männern nicht ab mittlerweile gibt es das ja auch bei Frauen. In meiner Familie kenne ich sowas nicht.

    Gewalt gegen mich wäre für mich ein absolutes No go.

  • Hallo zusammen,

    wo finde ich etwas ueber das Thema "Traumbond"?

    Hier, oder allg. bei google?

    Ich glaube nicht, dass mir ein Haargummischnalzen helfen wird, ich muesste mir schon mit dem Messer einen Schnitt versetzen, jedoch kann ich 1. kein Blut sehen u 2. moechte ich keine unschoenen Narben.

    In meinem Kopf ist es so einfach - lass diesen besch... Alkohol weg - das kann doch nicht so schwer sein?

    Zu Hause gibt es keinen Alk, ich pers. habe kein Problem, ein Leben lang darauf zu verzichten, wenn es dir hilft, warum schaffst du es nicht?

    Es geht nicht in meinen verdammten Kopf.

    Soziale Medien Haben wir nur Whatsapp, Freunde hat er nicht wirklich, das ist alles von meiner Seite.

    Er hat von keinem meiner Freunde einer Nr. o Kontakt.

  • schwer

    meinem Kopf ist es so einfach - lass diesen besch... Alkohol weg - das kann doch nicht so schwer sein?

    Die Antwort ist denkbar einfach. Er ist abhängig. Er ost Alkoholiker, es ist eine Sucht

    Zu Hause gibt es keinen Alk, ich pers. habe kein Problem, ein Leben lang darauf zu verzichten, wenn es dir hilft, warum schaffst du es nicht

    Was hilft Dir und nicht ihm?

  • Mir wuerde es helfen, wenn er aufhoeren wuerde.

    Ich verstehe nicht, was daran so schwer ist.

    Er sagt selber, er schaemt sich u er fuehlt sich schlecht danach.

    Ja dann hoer doch auf und mache es nicht immer wieder?

    Warum bist du so dumm? Warum tust du uns das jedes Mal an? Warum??

    Ich habe das Thema Trauma Bond gegoogelt.

    Sehr vieles trifft darauf zu, ausser, dieses Narzissten-Thema.

  • In meinem Kopf ist es so einfach - lass diesen besch... Alkohol weg - das kann doch nicht so schwer sein?

    Ohne jetzt noch mal alles lesen zu wollen: Dazu ist Dir doch hier schon auf nunmehr 5 Seiten einiges geschrieben worden, von Leuten, die Theorie und Praxis der Sucht aus eigener Erfahrung kennen.

    Und du kannst auch bei uns nüchternen Alkoholikern nachlesen, warum wir uns hier nach wie vor tummeln: weil "nur nicht trinken" (wovon xy noch meilenweit entfernt ist) eben nicht reicht, um zufrieden trocken zu werden und zu bleiben.

    Warum will das nicht in deinen Kopf? Du kannst natürlich auch weiter damit gegen eine Wand rennen - die Wand hält das aus ...

  • Hallo Rennschnecke,

    ich moechte es ja verstehen.

    Nichts mehr als das. Ich halte dieses Gefuehl der Machtlosigkeit und der Verzweiflung nicht mehr aus. Das ueberwiegt alles, sogar seine Gewaltbereitschaft.

  • Ok, Myla, auch das Thema Machtlosigkeit ist hier schon mehrfach angesprochen worden.

    Vielleicht müssen da wirklich Experten ran. Und lies hier mal ein paar Co-Fäden von vorn bis hinten, z. B. Den von Momo.

    Vielleicht kommt es dann bei Dir an - und hoffentlich rechtzeitig, bevor noch mehr passiert. Alles Gute!

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