Bergdohle - Fliege, mein Vogel

  • Mein Mann wirft mir in regelmäßigen Abständen vor, dass ich einen Freund habe (eine der Grenzen war auch, dass ich keinen Sex mehr mit ihm wollte und getrennte Schlafzimmer durchgesetzt habe).

    Das war bei mir auch so. Ich bekam so Sätze wie " macht Euch einen schönen Abend" oder "Gruß an Deinen Neuen" zu hören, wenn ich in meine Wohnung ging.

  • Heute keine Fage...ich will nur einfach vor mich hinschreiben und was loswerden. Mein Ältester hat ja den ganzen Zirkus zu Hause nie mitbekommen, da er früh zum studieren in eine andere Stadt gezogen ist. Aber mein Jüngster musste alles miterleben, da war er schon 16, als es anfing schlimm zu werden mit meinem Mann. Die ganzen Streitereien und Dramen, und vor allem so Aussagen seitens meines Mannes wie " Wer weiß ob die Kinder überhaupt von mir sind" oder " Kinder zu bekommen war der größte Fehler" oder " hättest mir ja gleich vor 30 Jahren sagen können, dass das mit uns nix auf Dauer ist", oder "Du hast mich doch nur verarscht". Einmal war mein Jüngster so sauer auf seinem Vater, weil er nebendran in seinem Zimmer alles mitbekommen hat, dass er nach dem Streit zu mir kam und meinte, er geht jetzt in Papas Zimmer und haut ihm eine rein. Mein Jüngster ist normalerweise niemand, der Gewalt anwendet, nie. Lieber geht er, wenn ihm was aufregt. Aber da habe ich ihn nicht mehr wiedererkannt. Ich habe ihm das ausgeredet. In all diesen schrecklichen 6 Jahren war mein Jüngster mein Halt, mein Tröster, Mutmacher und Verbündeter. Vor 4 Monaten ist er ausgezogen. Das war für mich so schlimm und wunderbar zugleich. Ich habe ihn ermutigt auszuziehen, aber mir ging es danach tagelang schlecht. Mittlerweile bin ich sehr glücklich darüber, dass er aus dieser shit-show raus ist. Ich habe ihm unbewußt und in meiner Verzweiflung Rollen aufgedrückt, die er eigentlich nie haben sollen. Ich freu mich darüber, dass er glücklich ist und frei sein kann...

    Danke fürs Zuhören, wer auch immer es liest.

  • In all diesen schrecklichen 6 Jahren war mein Jüngster mein Halt, mein Tröster, Mutmacher und Verbündeter.

    Hallo Bergdohle,


    ich bin EKA und in meiner Familie hatte ich exakt die Aufgabe, die Du für Deinen Jüngsten beschreibst. Es gehört allerdings nicht zu den natürlichen Aufgaben von Kindern, für ihre Eltern da zu sein. Es sollte genau andersrum sein.


    Ich wünsche Dir sehr, dass Du jetzt Deinen Weg gehen kannst und Dir vielleicht Unterstützung von anderen Seiten holst. Dass Du hier schreibst, ist schon mal eine super Sache.


    Liebe Grüße


    Seb

  • Hallo Bergdohle,

    Das war für mich so schlimm und wunderbar zugleich.

    Mittlerweile bin ich sehr glücklich darüber, dass er aus dieser shit-show raus ist.

    Ich freu mich darüber, dass er glücklich ist und frei sein kann...

    Kannst du dir vorstellen, dass du auch für dich so empfindest wenn DU ausziehst?

    Du kannst es wagen, und vielleicht wirst du überrascht sein was das Leben Dir noch bieten kann!

  • ich bin EKA und in meiner Familie hatte ich exakt die Aufgabe, die Du für Deinen Jüngsten beschreibst.

    Danke für Deinen Beitrag, besonders weil du EKA bist und weißt wovon du sprichst. Das bestärkt mich nochmal darin, dass es vollkommen richtig war meine Jüngsten "rauszuschubsen" in die Freiheit. Er musste seine Rollen eh schon einige Jahre spielen, weil ich lange nicht kapiert habe, was ich ihn da aufbürde. Aber jetzt ist er draußen und es geht im gut.

  • Kannst du dir vorstellen, dass du auch für dich so empfindest wenn DU ausziehst?

    Hu...das ist eine Frage, die ich mir tatsächlich selber oft stelle. Und ich muss mir ehrlich eingestehen, dass ich vor diesem großen Schritt, der soviel nach sich zieht, noch Angst habe. Meine Ängste da wären:

    Angst davor, dass ich das Alleinsein nicht aushalte (ich mache viele Dinge alleine, gehe alleine in die Berge, war letztes Jahr sogar ein paar Tage alleine weg, gehe auch mal alleine ins Cafe, Kino, Lokal...aber da habe ich entschieden eine begrenzte Zeit alleine zu sein. Das andere wäre dauerhaft (bis man vieleicht mal wieder jemanden trifft...oder auch nicht).

    Angst davor, dass die Entscheidung falsch ist und man sie bereut und nicht mehr rückgängig machen kann (da muss ich mich gleich selber daran erinnern, dass ich SO eigentlich nicht für den Rest meines Lebens leben will. Und wenn ich nichts ändere, wird sich nichts ändern. So ist die Tatsache. Aber wie so manche(r) hoffe ich halt im Geheimen, dass das Schicksal etwas für mich ändert...was Quatsch ist.).

    Angst vor meiner Mutter. Ja, ihr habt richtig gelesen. Ich habe mich mal meiner Mutter anvertraut und ihr von dem Alkoholproblem meines Mannes erzählt.Und nunist es so, immer wenn sie mitbekommt, dass ich etwas alleine unternehme, bekomme ich zu hören, dass ich mich nicht wundern brauche, wenn mein Mann trinkt, wenn ich mich so abweisend benehme. Meine Mutter hat mich oft in meiner Kindheit mit Liebesentzug bestraft. Das hat mich anscheinend geprägt. Ich kann Unfrieden, Streit oder gemeine Bemerkungen nur schwer ertragen. Wenn meine Mutter so eine Bemerkung fallen lässt zieht mich das sofort runter.

    Lange hatte ich auch Angst davor die Liebe meiner Söhne zu verlieren. Aber diese Ängste habe ich beiseite gelegt, da meine Söhne mich spüren lassen, dass dem nicht so ist.

    Angst natürlich auch vor den finanziellen Konsequenzen.

    Um nochmal auf deine Frage zurückzukommen: Ja, ich kann mir vorstellen mich dann auch frei und glücklich zu fühlen. Aber soweit bin ich noch nicht mit meinem Mut. Ich versuche das Ziel im Auge zu behalten und mit kleinen Schritten darauf zuzugehen....vieleicht ist es auch unvermeidlich mal ein paar Irrwege zu machen...wichtig sind die kleinen Schritten auf das Ziel zu. Es hat mich schon Kraft und Mut gekostet meine Grenzen zu setzen...wie oft war ich kurz davor diese wieder aufzugeben, wenn der Druck zu groß wurde. Und es hat mich letztes Jahr Mut gekostet meinem Mann zu sagen, dass ich nicht mit ihm in den Urlaub fahre,da ich keine Lust auf Urlaub habe bei dem der Tagesablauf von seinen Alkohollaunen geprägt ist (von schlecht gelaunt bis total überzogen gut gelaunt). Stattdessen war ich 2 Wochen mit meiner Freundin weg.

    Das alles sind für mich Schritte in die Freiheit. Schneller geht bei mir nicht. Aber gut, dass Du mir diese Frage gestellt hast, so bin ich gezwungen wieder mal darüber nachzudenken und es hat mich bestärkt weiter auf meinen Weg zu gehen...

  • So, nun habe ich wiedermal eine Frage auf dem Herzen. Ich habe mich lange gefragt, inwieweit ich das Alkoholproblem meines Mannes seiner Familie mitteilen darf. Ich habe für mich entschieden, dass es mir nicht zusteht ihn bloszustellen vor seinen Geschwistern und dass ich auch seine betagten Eltern nicht in Sorge stürzen möchte. Gerade die Eltern haben das nicht verdient. Im Prinzip wissen es nur meine 2 engsten Freundinnen und unsere Söhne. Naja..und meiner Mutter habe ich es dummerweise mal erzählt, was nicht gut für mich war, da ich ja nun die Böse in ihren Augen bin. Ich hoffe aber immer darauf, dass es irgendwann mal jemand von den Geschwistern auffällt,...oder Freunden,...oder Nachbarn.

    Ich unternehme nichts (mehr) um es zu vertuschen. Z.B. Termine, die er platzen läßt, weil es ihm grad wieder schlecht geht, sind sein Problem. Aber wie das so ist, fällt es nie jemanden auf. Wenn er einfach nur seinen Alkoholpegel normal hochhält kommt niemand drauf, was mit ihm los ist. Und wenn er seine Tage hat, wo er mal 1 Flasche Vodka am Tag wegkippt, dann verkriecht er sich, so dass es niemand mitbekommt. Ich muss dazu sagen, dass mein Mann seit 1 Jahr nicht mehr arbeitet, während ich weiterhin arbeite.

    Im Dezember waren wir mal bei den Eltern der Frau unseres Sohnes eingeladen. Und mein Mann war ziemlich angetrunken. Ich war darüber total glücklich (kaum zu glauben, gell), aber ich habe mir so gewünscht, dass es endlich andere Menschen erkennen. Dass ich offen reden kann über das "Problem", ohne das Gefühl zu haben ihn zu verraten, weil er sich ja selber verraten hat durch sein Verhalten. Aber, wie so oft, wurde es als gute Laune abgetan, wenn er durch den Alk so aufgekratzt ist.

    Nun meine Frage, wie habt ihr das gehalten mit dem Mitteilen an Familie und Freunden? Wie waren eure Erfahrungen? Wenn mir der ein oder andere antwortet würde ich mich freuen.

  • Ich habe mich meiner Mutter anvertraut. Da mein Vater Alkoholiker ist, kann sie alles nachvollziehen. Glück für mich. Meine Geschwister wissen auch Bescheid. Da wir aber weit genug auseinander wohnen, sehen sich der Mitbewohner und meine Familie alle paar Jahre mal. Also kein Problem.
    Ich habe mich dann aber auch seinen Eltern anvertraut, besonders seinem Vater. Meine/unsere Kinder sind noch klein und ich brauchte einfach Unterstützung bzw. wollte, dass sie eines Tages nicht völlig überrascht sind. Sein Vater hatte vorher aber schon den Versacht, dass sein Sohn recht viel trinkt. Ansonsten vertraue ich mich nur meinem Freundeskreis an. Gut für mich, ich erhalte Unterstützung. Sein Freundeskreis geht mich nichts an. Bzw habe da nur mit zwei sehr engen Freunden vom Mitbewohner geredet. Die haben aber auch schon vorher was gemerkt. Es gab da aber vorher einen Vorfall, nur aufgrund dessen habe ich mit den beiden geredet.

  • Die Frage ist doch:


    Was willst Du damit erreichen?

    Ich nehme mal an, es ist, dass von außen Druck auf ihn ausgeübt wird, sein Leben zu ändern. Es ist aber seine selbstbestimmte Entscheidung, weiter zu trinken.


    Das andere ist: Im Zweifel wissen es mehr Menschen, als Du Dir eingestehen willst. Bei uns wusste jeder Bescheid, nur gesprochen hat niemand drüber. Was Du also wahrscheinlich nicht bekommen wirst, ist Verständnis und Hilfe. Eher besteht die Gefahr, dass Du als Böse dargestellt wirst, die übertreibt und Dir als Krönung zu verstehen gegeben wird, dass es Deine Aufgabe ist als Ehefrau, Dich zu kümmern. Man darf nie vergessen, dass das erweiterte Umfeld vielleicht genauso gut ist im Leugnen und Decken wie man selbst (und darin war ich selbst auch unfassbar gut!). Alkoholismus ist eben eine Familienkrankheit. Gerade das macht sie ja so gemein.

  • Hallo Bergdohle,

    Ich hab es (davon erzählen) einfach gemacht, als ich nicht weiter wusste. Nicht polternd, sondern wenn sich die Gelegenheit ergab. Wie ich schon geschrieben hatte, hat es niemand sonderlich überrascht. Ich denke, die Leute wissen sowieso Bescheid, sagen aber Nix, weil es ein unbequemes Problem ist…

    Wenn es für dich wichtig ist, tu es. Ich finde es den Eltern nicht zu erzählen nicht richtig. Sie wollen doch auch wissen wie es ihrem Kind geht, oder?
    Grüße

  • Ist mein Mann mal paar Tage weg (bei seinen Eltern), wie vor kurzem, dann genieße ich erst die Ruhe und dann bekomme ich langsam Panik...Panik davor, dass er nicht mehr wiederkommt. Und kaum ist er wieder da und steht schwankend vor mir (eindeutig angetrunken), dann merke ich, wie ich psychisch auf Talfahrt gehe und auch körperlich fängt es mir an schlecht zu gehen (Übelkeit, Magen zieht sich

    Hallo liebe bergdohle

    So geht es mir auch, wenn mein xy ein paar Tage zuhause ist fehlt er mir ( ich kann es selbst nicht verstehen) und kommt er zu mir bin ich immer angespannt, Angst das er trinkt ich ihn wieder heim schicken muss. Mittlerweile reagiere ich auch mit Übelkeit und Durchfall 🥲

  • Vielen Dank für all die Antworten...und Denkanstöße. Wahrscheinlich habt ihr recht, dass viele Menschen aus dem unmittelbaren Umfeld es eh schon ahnen, aber es einfach wegignorieren, weil es unbequem ist, oder sich vieleicht auch denken, man bildet sich das nur ein (so wie es der Co ja auch oft denkt). Ich kann es dennoch nicht seinen Eltern erzählen. Sie sind 90. Und es gibt seit einiger Zeit Stress und Streit mit einem seiner Geschwister und ich sehe, wie das die Eltern mitnimmt. Da will ich nicht noch was oben drauf packen.

    Was willst Du damit erreichen?

    Ich nehme mal an, es ist, dass von außen Druck auf ihn ausgeübt wird, sein Leben zu ändern. Es ist aber seine selbstbestimmte Entscheidung, weiter zu trinken.

    Gute Frage. Guter Punkt. Das mit dem Druck auf ihn ausüben, damit er was gegen sein Problem unternimmt und bei uns alles wieder okay wird, war sicher ein früherer Beweggrund.

    Mittlerweile weiß ich, dass das nix bringen würde. Jetzt würde ich ihn gerne unter Druck gesetzt sehen damit er für SICH SELBER ins Handeln kommt. Nicht für mich. Für sich selber. Ich wäre nicht solange mit ihm zusammen, wenn er nicht ein wertvoller Mensch wäre, der halt vom Weg abgekommen ist. Ich habe ihm das auch schon oft genug gesagt. Weil immer wieder die Frage kommt "wenn ich jetzt aufhöre,haben wir dann noch eine Chance?". Und ich sage ihm dann immer, dass ich das nicht weiß, weil viel passiert ist und meine Gefühle sich verändert haben und ich nicht in die Zukunft schauen kann. Und außerdem darf er nicht wegen mir aufhören, sondern muss es für sich selber machen, weil Er gesund sein möchte...nur dann kann es meiner Meinung nach gelingen.

    Und ein anderer Grund ist auch, dass ich dann einfach offen darüber reden könnte, warum ich oft so komisch/traurig/abwesend oder wie auch immer drauf war/bin. Das würde Druck von mir nehmen.

  • Für den die Familie immer das Wichtigste war...so wichtig, dass er seine Probleme im Job mit sich selbst ausgemacht hat und zur Beruhigung angefangen hat zu trinken.

    Liebe Bergdohle, ich kenne die Situation auch. Ich denke, dass mein alkoholkranker Ex-Partner seinen Konsum im Zusammenhang mit Problemen im Job zum damaligen Zeitpunkt gesteigert hat. Manchmal nehme ich es ihm richtig übel, dass er seinen Kumpel Alkohol gewählt hat, anstatt mit mir über seine Sorgen zu sprechen bzw. sich professionelle Hilfe zu suchen. Er war für mich immer ein so guter Zuhörer und Ratgeber. Mir hat er diese Chance nicht gegeben und damit am Ende die Familie zerstört. So wichtig war die Familie ihm anscheinend nicht. Der Alkohol war wichtiger.

  • Was Du also wahrscheinlich nicht bekommen wirst, ist Verständnis und Hilfe. Eher besteht die Gefahr, dass Du als Böse dargestellt wirst, die übertreibt und Dir als Krönung zu verstehen gegeben wird, dass es Deine Aufgabe ist als Ehefrau, Dich zu kümmern.

    Du hast so recht. All das trifft auf meine Mutter zu. Und wenn ich so darüber nachdenke könnte ich mir das bei seinen Geschwistern auch vorstellen.....Bestärkt mich darin nix seiner Familie zu sagen. Bringt mir nur weiteren Stress. Danke Dir. Ein Thema für mich abgehakt.

  • Manchmal nehme ich es ihm richtig übel, dass er seinen Kumpel Alkohol gewählt hat, anstatt mit mir über seine Sorgen zu sprechen bzw. sich professionelle Hilfe zu suchen. Er war für mich immer ein so guter Zuhörer und Ratgeber. Mir hat er diese Chance nicht gegeben und damit am Ende die Familie zerstört.

    Ja, genauso war es bei uns. Er hatte immer ein offenes Ohr für all meine Sorgen und stand mir mit Rat und Tat zur Seite. Selber hat er alles mit sich ausgemacht (mit Hilfe des Alkohols) um uns (seine Familie) damit nicht zu belasten...so hat er es immer betont. Ich habe es immer als großes Opfer von ihm an uns gesehen...natürlich ein unnötiges Opfer, da man ja auch füreinander da sein soll und seine Probleme teilen soll als Paar. Ich habe es noch nie von der Warte aus gesehen, dass er mir damit die Chance zum Zuhören genommen hat....danke für den anderen Blickwinkel

  • Hallo Bergdohle,

    Jetzt würde ich ihn gerne unter Druck gesetzt sehen damit er für SICH SELBER ins Handeln kommt.

    Es gibt nur einen Druck der Sinn macht in der Suchtkrankheit. Das ist der innere Leidensdruck. Den kann nur er in Sich empfinden.

    Wenn er sich auf Druck von aussen in eine Therapie begibt ( drohender Familienverlust, Führerschein, Jobverlust,... sind so die gängigen Druckmittel ), dann hält das meist nur von heute auf morgen.

    Der eigene Wille zur dauerhaften Abstinenz ist dabei entscheidend. Wenn der Proband eigentlich schon gerne weitertrinken will, darf aber aus verschiedenen Gründen nicht mehr, dann holt ihn das schnell wieder ein.

    Ich kann diesen Gedankengang gut nachvollziehen, es ist aber nicht unbedingt von ( dauerhaftem) Erfolg gekrönt, den Süchtigen von aussen unter Druck zu setzen und in die Enge zu treiben. Das würde Dich nur unnötig Kraft kosten und dann geht das hoffen und bangen los ob es auch tatsächlich hält. Dann gehen die Kontrollen los, ständige unterschwellige Angst , Schnupperkontrollen, Verhaltenskontrollen... und was es da alles noch so gibt um jemanden zu beobachten.

    Sollte er , rein hypothetisch, morgen zum Arzt gehen und aufhören, wie auch immer ( SHG, Therapie...etc...), hättest Du diese Zeit noch vor Dir. Rechne das in Deine zukünftige Planung mit ein, dauerhaft trocken von heute auf morgen geht eben nicht.

    Das mit den Eltern ist in meinen Augen eine Generationsfrage. Bei den älteren Semestern galt die Alkoholkrankheit nicht als Krankheit sondern eher als Willensfrage. Sie gehen davon aus, einfach aufhören und gut ist. Da wurde der Deckel draufgehalten, egal was passiert.

    Wenn Du an so jemanden gerätst ( Stichwort : schlechte Ehefrau ) ist jeder Erklärungsversuch deinerseits sinnlos.

    Seit Du hier bist weisst Du: Du kannst nackt im Garten Handstand machen und dabei La Paloma pfeifend Gitarre spielen, es ändert absolut nichts am Krankheitsverlauf.

    Also achte auf Dich und tu was Du tun musst damit es Dir besser geht.

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Seit Du hier bist weisst Du: Du kannst nackt im Garten Handstand machen und dabei La Paloma pfeifend Gitarre spielen, es ändert absolut nichts am Krankheitsverlauf.

    Jetzt hast Du mich zum Lachen gebracht!

    Aber Du hast vollkommen recht. Nach 6 Jahren mit einem Alkoholiker (zumindest vor 6 Jahren kam in mir erstmals der Verdacht hoch, dass er Alkoholiker ist), erst Lesen von Büchern und im Internet, später Lesen in diesem Forum, weiß ich, dass nur er das ändern kann. Dennoch keimt manchmal diese kleine dumme Wunschvorstellung auf , dass etwas von außen es ändern könnte. Aber ich sehe mich in einem Lernprozess. Und auch wenn meine Lernerfolge für Außenstehende langsam anmuten...so lerne ich doch.

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