aennie - Es ist wie es ist

  • Ich habe das Tief ohne zu trinken verlassen können. Ich wollte ja nur reden, hatte das Bedürfnis. Mein Telefonkumpel hatte keine Lust sich mein Gerde anzuhören. Da kam der Gedanke an Saufen. Er wurde mehr und mehr. Und dann meldete ich mich hier an. Kam mir also zunutze dass ich hier schon lange Zeit mitlese und immer wieder darauf hingewiesen wird sich rechtzeitig zu melden. Dann, wenn die Gedanken komisch werden.

    Gemacht getan, ein Glas erst gar nicht gefüllt.

  • Ich habe das Tief ohne zu trinken verlassen können.

    Und beim nächsten Tief greifst du dann zur Flasche? Rhetorische Frage.;)

    Mein Tipp , Hau dir das mal aus dem Kopf.

    Versuche mal die Verbindung zwischen deinem eigenen Zustand und dem Saufen zu kappen. Schaffe dir Ersatz . Sonst landest du immer wieder an diesem Punkt. Ich kann ja meinen emotionalen Ausnahmezustand nicht mit Alkohol zuschütten. Bringt ja nichts. Danach ist das Jammern noch größer.

    Und die gern genommene Ausrede, du musstest ja saufen, weil dich keiner erhört hat, fällt dann auch weg.

    Übrigens, ich schreibe meist nicht um den heißen Brei herum. Nie bös gemeint, nur der Sucht geschuldet.;)

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ich habe das Tief ohne zu trinken verlassen können.

    Super, das freut mich für dich. Hier in der SHG bist du perfekt aufgehoben. Kannst dir alles von der Seele schreiben und durch den Austausch zusätzlich deine Abstinenz sichern.

    Ich habe auch das Autogene Training vernachlässigt gehabt. Hilft ja nicht nur zum Runterkommen nach positivem Stress. Auch bei negativem.

    Autogenes Training kann ich auch, hatte das als ich noch recht jung war aus gesundheitlichen Gründen gelernt. Das ist bei mir wie Fahrrad fahren, ich kann es immer und auf Knopfdruck. Brauche nur den Gedanken zu zu lassen, dass ich autogenes Training mache und der Zustand ist sofort da. Ist immer mein Anfang um dadurch zu meditieren.

    Und du darfst hier ruhig auch ein bisschen zickig sein, bin ich auch manchmal. 😉

    Wünsche dir einen spannenden Weg in dein nüchternes Leben.

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Hallo Blendi, ich möchte Dir auch ein paar Gedanken für Dich hier lassen.

    Es ist ganz toll, das Du zur Zeit entgiftet bist und versuchst trocken zu bleiben. Du musstest durch den Alkohol noch nicht viel verlieren. Das ist auch gut.

    Du bist offensichtlich gerade mit Deiner Situation nicht sehr zufrieden. Das solltest Du aber. Denn ohne Alkohol ist das Leben sehr viel sinnvoller als wenn Du noch trinken müsstest. Du musst nun lernen, diese vielen Stunden, die Du besoffen sinnlos verplempert hast, sinnvoll zu füllen. Das lernst Du in diversen Therapien und in Selbsthilfegruppen wie dieser hier. Du solltest alle Hilfe annehmen, nur dann hast Du eine kleine Chance, trocken zu bleiben.

    Weisst Du, Alkohol hat das Potential, Dich vollkommen zu zerstören. Das solltest Du dir immer vor Augen halten. Wir sind krank und das für den Rest unseres Leben. Die Erfahrung zeigt, daß es nach jedem Rückfall viel schlimmer wird als es vorher war. Und wenn Du wieder trinkst, wird es auch immer schlimmer. Die Spirale führt immer nur in eine Richtung: nach unten. Besser wird es nie.

    Es ist sehr gut, das Du hier bist. Mir hat diese Gruppe sehr geholfen, auf meinem Weg, trocken zu werden. Ich posten zwar nicht viel, lese aber hier täglich mit. Ich wünsche Dir alles Gute.

  • Auch von mir ein herzliches Willkommen. Du bist genau richtig hier.Wenn du ernsthaft nüchternen bleiben willst, bekommst du alle Unterstützung die du brauchst. Ich für meinen Teil, bin froh, hier ins Forum gefunden zu haben. Gruß Bono

  • Hallo Bono. Habe viel bei Dir mitgelesen. Sind glaube ich ziemlich zeitnah in die Abstinenz gestartet. War zu dem Zeitpunkt schon am überlegen mich auch mitzuteilen. Nun denn, hat dann doch noch ein wenig gedauert.

    Danke für Deine lieben Worte

  • Auch das schämen ist so gross geworden. Schämen dafür dass ich so lange soff.

    Wenn das wieder weg geht, zumindest sich minimiert, dass ist super.

    Das ist, so habe ich es hier ganz oft gelesen, ein ganz großes Thema, bei Frauen noch viel mehr als bei Männern.

    Ich habe mich so geschämt, als ich noch gesoffen habe, dass ich mich nicht mal getraut habe, das irgendwo auszusprechen. Ich habe nix schön geredet, ich habe komplett geschwiegen und immer heimlich gesoffen. Das war ganz ganz schlimm.

    Auch heute, obwohl ich für mich meinen Frieden mit meiner Alkoholsucht gefunden habe, denke ich, dass ich diese Scham noch nicht ganz ablegen konnte. Sie belastet mich nicht mehr im Alltag. Und für mich reicht es, dass ich mir gegenüber absolut ehrlich bin und so mit der Vergangenheit meinen Frieden geschlossen habe. Ich will nix verdrängen, aber ich muss auch nicht alles bis ins kleinste Detail ‚aufarbeiten‘. Mich irgendwo erklären muss ich schon mal gar nicht. Vermutlich hat das auch mit der Stigmatisierung der Alkoholsucht zu tun. Die Menschheit wird aber offener, das merke ich schon auch außerhalb dieses Forums. Und vielleicht werde ich es auch irgendwann.

    Die Vergangenheit kann ich nicht ändern, das Jetzt kann ich gestalten und auf das Morgen kann ich mich nüchtern freuen.

    .

    Ich habe das Tief ohne zu trinken verlassen können.

    Zu dem Satz wurde schon einiges geschrieben.Mir ist der auch direkt ins Auge gestochen.

    Ich habe mir ganz klar gemacht, dass ich für den Rest meines nüchtern sein werde. Klar, dass ist jetzt mal irgendwie wie Wunschdenken und dennoch ist das seit meinem 1. nüchternes Tag meine absolute Überzeugung. Weil ich Alkoholiker bin und mich der nächste Schluck Alkohol direkt wieder in die Suchtspirale zieht. Kein ‚es könnte mein Untergang sein‘… Der nächste Schluck Alkohol ist mein Untergang.

    Die ‚Option‘ zu trinken, stellt sich mir gar nicht. Es gibt keinen Alkohol mehr für mich. Weil ich leben will. Fertig.
    Und auch, wenn nicht jeder Tag immer nur schön ist, es ist mein Tag und es ist ein gelebter Tag …von mir gelebt.

    Ich finde es klasse, dass du dich mit unseren Beiträgen auseinandersetzt. Das hier zu lassen, ist mir gerade sehr wichtig.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Hallo Ihr Lieben.

    Ich brauche eure Hilfe.

    Ich schrieb ja von der nassen Nachbarin. Nun ist Sonntag ihr Lebensgefährte verstorben. Sie klingelte bei mir weil sie natürlich Trost brauchte. Ich ahnte natürlich dass sie betrunken ist, was sie auch war, liess sie aber trotzdem rein. Ich weiss von hier ich solle mich sehr lange Zeit erst mal von alkoholisierten Menschen fern halten soll, weil es mich triggern könnte. Aber hätte ich das Häuchen Elend vor der Tür stehen lassen sollen?

    Sie blieb dann nicht mal eine Stunde, weil sie müde wurde.

    Ich meldete mich dann bewusst nicht bei ihr, wegen der Angst, ich könnte mich dadurch gefährden. Obwohl ich da auch sagen muss mit einem sehr beschämenden Gefühl.

    Heute Morgen eine Nachricht von ihr ob ich sie fahren könne, sie bräuchte etwas zu trinken. Ja, habe ich gemacht, mit dem Hintergrundwissen dass sie auf Entzug ist. Sie sagte natürlich um schlafen zu können. Ob sie wirklich Alkoholikerin ist weiss ich eigentlich nicht, ich vermute es.

    Sie hatte ihr Zeugs, ich liess sie dann auch alleine. Weil mir ansehen wie sie es trinkt wollte ich nicht, ausserdem wollte sie ja auch nur eben was trinken um dann schlafen zu können. Redebedarf schien sie auch nicht zu haben. Sie hätte wohl mit dem Bruder des verstorbenen die Tage reden (und trinken) können. Dass ich nicht mehr trinke weiss sie. Ihr jetzt direkt zu sagen, dass ich solche Ausflüge nicht wieder machen möchte habe, ich nicht geschafft.

    Mein Suchthirn versuchte natürlich auf dem Weg ständig mit mir zu plaudern. Ich liess mich nicht drauf ein. Sagte jedes mal sofort : NEIN, ich trinke heute nichts und dass du es weisst: Morgen und Übermorgen auch nicht. Und nun lass mich in Ruhe. Hat geklappt, es war dann ruhig.

    Ich frage mich nun ob ich völlig falsch agiert habe hinsichtlich ihr und auch meiner Genesung. Und was mache ich wenn sie nochmals anfragt?

    Brauche Meinungen von euch

  • Ich schrieb ja von der nassen Nachbarin. Nun ist Sonntag ihr Lebensgefährte verstorben. Sie klingelte bei mir weil sie natürlich Trost brauchte. Ich ahnte natürlich dass sie betrunken ist, was sie auch war, liess sie aber trotzdem rein. Ich weiss von hier ich solle mich sehr lange Zeit erst mal von alkoholisierten Menschen fern halten soll, weil es mich triggern könnte. Aber hätte ich das Häuchen Elend vor der Tür stehen lassen sollen?

    Meine Nüchternheit zuerst, das ist ein Grundsatz, den ich unabhängig von den Umständen einhalte. Wenn jemand betrunken vor mir sitzt, bitte ich ihn, seinen Rausch auszuschlafen und mich danach wieder zu kontaktieren.

    Ich mache mich keinesfalls zum CO n eines Alkoholikers und fahre nicht in den Laden, damit er sich Alkohol kaufen kann.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Danke Hartmut,

    Ja, der Gedanke kam mir auch, dass ich da in so eine Rolle rutschen könnte.

    Ok. Verstanden. Meine Abstinenz behüten, 100 prozentige Minimierung bei allem was sie gefährden könnte.

    Immer ein klares Nein und kein: aber nur heute.

  • Habe jetzt, Stunden nach der Aktion, tierisches Kopfweh, was ich sonst nie habe, ausser damals, in der nassen Zeit. Die wurden dann ja wieder weggeworfen. Ist das nun das Saufhirn, dass sich da wieder anmeldet?

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