Anouk - Ich habe kein Problem mit Alk, ich habe eins ohne Alk

  • Hallo Anouk,

    sondern eher so in Richtung: wieso bin ich da gelandet, wo ich gerade bin?

    Wo bist Du denn gelandet? Wie definierst Du das?

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Ohne Alkohol sitze ich wieder im Driver Seat und nicht der Alkohol.
    Ich entscheide über meine abstinente Zukunft.
    Es lohnt sich so sehr.

    Da ist so wahr.

    Heute bin ich sehr dünnhäutig. Liegts am eher schlechten Schlaf, liegts an der Entgiftung … Ich weiß es nicht. Heute stört mich die Fliege an der Wand. Alles war mir irgendwie nicht recht. Im Job habe ich mich heute rausgezogen (flexible Arbeitszeit), denn ich war ungenießbar.
    Und die Krönung war dann der Anruf der Schwiegerleute. „Wir bringen euch jetzt was zu Essen vorbei“. Keine Frage ob es uns passt (ich war bereits am Kochen) und ob wir das wollen. Mein intervenieren wurde einfach überredet. Boah macht mich so was wütend! Hab dann das Telefon an meinen Mann gegeben, denn ich wäre unhöflich geworden. Sie wissen, dass wir keine Fans von ihren „Ess-Geschenken“ sind, es meist nicht unseren Geschmack trifft. Sie können es nicht lassen.
    Ggggrrrr! Egal, heute ist mein 7. Abend ohne Alkohol und das wird heute auch so bleiben. Ich möchte wieder vollständig die Steuerfrau über mein Leben sein.

  • Was gerade schön ist, auf der Couch sitzen 4 Kids (meine beiden und 2 Freunde von ihnen, die heute hier übernachten werden), schauen einen Film, knuspern Popcorn und ich höre in der Küche das Kinderlachen, schön!! Noch vor Tagen hätte ich auf die Uhr geschaut, wann ich endlich trinken kann. Ich trinke jetzt auch einen leckeren Tee. Gefällt mir!

  • Das ist auch ein extrem übergriffiges Verhalten, Anouk.

    Sie drängen Euch etwas auf, dass Ihr gar nicht wollt. Da wäre auch ich sehr ungehalten geworden.

    Du bist ganz am Anfang Deiner Abstinenz, da fällt alles schwerer und dann noch so etwas, das kannst Du echt nicht gebrauchen.

    Immer tief durchatmen und die Gedanken auf etwas Positives lenken, genau wie Du es mit den Kindern machst.

    Schön, dass sie sich so gut verstehen.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Danke! So sind meine Schwiegerleute. Ich kenne das.
    Normalerweise kann ich mich dem gut entgegenstellen und mich klar abgrenzen u dies auch klar ihnen gegenüber zum Ausdruck bringen (bin die kratzige Schwiegertochter). Heute war es too much für mich.

  • Noch vor Tagen hätte ich auf die Uhr geschaut, wann ich endlich trinken kann.

    Ja, das finde ich auch total erleichternd. Egal was ist. Ich muss mir keine Gedanken machen, wann ich die nächsten Stunden was trinken kann.

    Z. B. ein Elternabend kam mir ewig lang vor. Obwohl. Das hatte sich eigentlich nicht geändert. ^^ Aber der Stress ist weg.

    Zu wissen, dass ich um jede Uhrzeit ins Auto steigen könnte und losfahren und mich immer auf meine nüchternen Gedanken verlassen kann.

    Ich muss nichts besorgen, damit es über das Wochenende reicht, o. ä. und ich muss auch keine Alk-Flaschen entsorgen. Am Pfandautomaten schiebe ich erhobenen Hauptes meine Sprudel, und sonstige alkoholfreie Getränkeflaschen rein. Anfangs habe ich sogar gehofft es sieht jemand.

    Das die Nerven anfangs blank liegen war bei mir auch so. Einerseits Stolz und Glück. Andererseits hat die Suchtstimme sich ständig gemeldet.

    Das bin nicht ich. Das ist die Suchtstimme und es ist egal was sie sagt. Ich trinke keinen Alk. Da gibt es nichts zu diskutieren.

    Da arbeitet die Zeit für Dich. Es wird immer einfacher.

    Ach ja. Ich habe übrigens auch mit 47 aufgehört. Und ich kenne mehrere, da war es auch so. Scheint ein gutes Alter dafür zu sein. ;)

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Ach ja. Ich habe übrigens auch mit 47 aufgehört.

    Hui, stimmt. Ich war zwar noch 46, als ich aufgehört habe, bin aber ein paar Monate später 47 geworden.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Die Suchtstimme ist es gar nicht mal. Hatte mir im Vorfeld bereits überlegt wie das sein wird … Nikotinentzug … da hatte ich diese penetrante Stimme extrem. Die hatte sogar einen Namen von mir bekommen und ich habe sie mehrfach gedanklich k.o. gehauen/ hauen müssen.
    Das ist jetzt anders. Diese Stimme ist noch nicht da.
    Ich will und werde nüchtern bleiben. Anfang April war ich ein Wochenende allein unterwegs (Wellness). Was habe ich die anderen beneidet, die abends ganz entspannt beim Abendessen saßen und ewig lang ihren Tee schlürften. Das habe ich auch getan (nicht so lange), aber ich wusste, wenn ich auf mein Zimmer ging, stand da ne 0,5l Flasche Wein, die ich mir vorab im Supermarkt gekauft hatte.
    Natürlich kreisen meine Gedanken weiter um die Sucht an sich und den Alkohol. Dieser Druck (Suchtstimme) ist jedoch zum Glück bis jetzt nicht da.

  • Dieser Druck (Suchtstimme) ist jedoch zum Glück bis jetzt nicht da.

    Das ist doch super.

    Druck hatte ich keinen. Noch nie. Muss also auch nicht kommen. Aber sehr viel war bei mir mit Alkohol verknüpft. Vor allem das Belohnungszentrum. Aus dem Grund poppten die Gedanken oft als "Vorschläge" auf.

    Als ich mit dem Dampfen aufgehört habe (vor einem guten Jahr) war die Stimme fast alle fünf Minuten am Werk. Denn das hatte ich ja zu allen Uhrzeiten getan. So ein Zug aus dem Fenster pusten ging ja praktisch überall. Also hat die Stimme sich auch überall gemeldet.

    Es war gut von mir das erst nach zwei Jahren Trockenheit zu machen. Weil es wirklich anstrengend war. Dafür war es nach rund drei Wochen wie weggeblasen. Wahrscheinlich war die Stimme, nach dem Dauersprint einfach fertig.

    Wie ein Norovirus. Da ging es mir drei Tage mega schlecht und dann war es schlagartig vorbei.

    Ich müsste mir ja jetzt erst alles kaufen. Das wäre sehr aufwendig und ich hätte viel Zeit darüber nachzudenken.

    Alkohol ist immer greifbar. Da muss ich nichts vorbereiten. Kann in Sekunden passiert sein. Diese Gefahr, möchte ich nicht vergessen.

    Ich habe nichts zuhause. Denn das wüsste ich dann ja. Ich könnte nicht in so einer Gefahr leben. Hier bin ich sicher.

    Ich will absolut keinen Alkohol trinken. Aber ich bin Alkoholiker.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Da bin ich meinem Mann so dankbar.

    Wir hatten heute Nachmittag ein langes Gespräch, da er unsicher ist, wie er sich verhalten soll. Er hatte im Vorfeld nix von meiner Alkoholsucht mitbekommen.

    Heute sagte er mir: Anouk, ich kann Dir nicht versprechen, dass ich nichts trinken werde. Aber, ich werde nicht daheim vor dir ein Radler oder sonst was trinken. Und nachdem Du mich vorgestern gebeten hast die Roséflasche aus dem Keller zu entfernen, habe ich auch alles andere verräumt. Du brauchst nicht suchen. Es ist nicht da.
    Das hatte ich noch gar nicht registriert.

    Ich glaube ich habe ganz, ganz viel Glück

  • Guten Morgen zusammen,

    mir fällt immer mehr auf wie gut ich morgens auf dem Bett komme. Mein Kopf ist klar und meine Laune ist besser. Als Morgenmensch würde ich mich dennoch nicht bezeichnen.

    Gestern gegen Abend rief mich wirklich mein Hausarzt an und fragte was ich vorhabe und wie es mir geht.

    Es fühlt sich für mich richtig an keinen Alk mehr zu trinken.

  • Das hört sich gut an und das Beste ist, es wird jeden Tag ein Stückchen besser, auch wenn du es erst morgen spürst.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Ich fühle mich zumindest klarer im Kopf, aber auch auf eine Art orientierungslos. Kann es noch nicht beschreiben. Da ist auf einmal so viel Zeit. Was mache ich damit?
    Heute sind wir an nem Biergarten vorbei geradelt. Nur vorbeigeradelt … Heute hat es mich abgeschreckt. Und dann kam mir der Gedanke; krass wie „günstig“ ein Suchtmittel verkauft wird u wie akzeptiert es ist. Oder bin ich das Problem, da ich damit nicht umgehen kann?

  • Da ist auf einmal so viel Zeit. Was mache ich damit?

    Am Anfang habe ich viel gelesen. Alle möglichen Themen, auch Bücher mit Sprüchen und Weisheiten. Und Du kannst hier im Forum lesen und Dich einbringen.

    Ich bin auf Fototour gefahren und habe dann die Fotos bearbeitet. Auch für Handarbeiten hatte ich endlich wieder die Nerven.

    Ja, leider ist es so, dass noch immer der Alkohol viel zu billig verkauft wird. Vor kurzem habe ich jedoch einen Bericht gelesen, dass schon daran gearbeitet wird, den Alkohol zu verteuern, bzw. zu versteuern. Aber so ganz kann ich das noch nicht glauben.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Heute hat es mich abgeschreckt.

    Nüchtern sehe ich es mit anderen Augen und ich weiß, dass ich ein Teil davon war.
    Wie heißt es hier immer, die Welt wird nicht trockener nur weil ich aufgehört habe.

    Aber ich bin trocken, weil ich aufgehört habe und das ist das wichtigste für mich.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

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