Hope7960 - Vorstellung

  • Hallo liebes Forum !

    Wie man sich schon denken kann- ich bin neu hier ! Ich bin eine Partnerin von einem Alkoholiker. Wir sind seit knapp vier Jahren ein Paar und mir ist seine Krankheit ziemlich schnell aufgefallen…..mein Vater war ebenfalls ein Alkoholiker- mittlerweile über 10Jahre trocken 🙏🏼 Egal was man jetzt denken könnte…ist die total bescheuert und lässt sich wieder auf dieses gleiche Thema ein…anscheinend ja! Ich bin Mutter von einer 17jährigen Tochter und getrennt lebend- bin aber sehr froh, dass ich mit ihr unser eigenes Zuhause habe- mein Partner hat sein Apartment ….das ist auch sein Reich und seine Höhle und Hölle zugleich. Er hat in der Anfangszeit ein Intervall zum trinken von circa 6-8 Wochen gehabt…und dann exzessiv- 2Wochen lang hat er sich komplett von der Außenwelt verabschiedet und gesoffen…tagelang nichts gehört. Er hat es immer und immer wieder geschafft selber dort raus zukommen- obwohl ich mit dem RTW schon vor der Türe stand. Man glaubt es kaum- aber wenn er im "normalen“ Leben präsent ist, dann ist er ein toller Mann- gebildet, sehr ansehnlich und empathisch ! Zwischenzeitlich hat er auch einen kurzen Besuch in einer Klinik absolviert- und - edit - verschrieben bekommen….das war Alles einmal! Was er in all der langen Zeit niemals war, er war leider nie zuverlässig…er hat Urlaube kurzfristig platzen lassen, wichtige familiäre Verpflichtungen….das was ihm aber bis Dato wichtig war- war sein Job. Jetzt aber ist Alles mehr als zusammen gebrochen- besoffen auf der Arbeit gewesen und andere Menschen mehr als in Gefahr gebracht- damit komme ich nicht zurecht. Ebenfalls hat er einen geplanten Urlaub mit meinem krebskranken Vater nicht eingehalten- geschweige, …er hat mich im letzten Jahr oft im Stich dadurch gelassen…ich könnte so einiges noch berichten….aber das würde den Rahmen sprengen. Bin zutiefst verletzt und enttäuscht und meine Frage ist nur eine. Wir hatten eine Vereinbarung getroffen- welche von ihm aus kam- beim nächsten Rückfall möchte er in die Klinik gebracht werden, damit es dann direkt in eine Therapie für ihn geht…nichts davon ist eingetreten. Er war vor Jahren schon mehrere Monate in Therpie und danach 5Jahre trocken.Ich habe jetzt den Kontakt abgebrochen, da ich es auch psychisch nichtmehr aushalten kann- obwohl ich ihn liebe! Ist das in Ordnung…kann ich ihn jetzt einfach fallen lassen ? Das schlimme ist, wenn man ihn nach der Episode gegenübersteht- ist nichts aber auch nichts von allem zu sehen…..er ist ein grandioser Schauspieler.

    Einmal editiert, zuletzt von Marie04 (29. April 2025 um 23:59) aus folgendem Grund: Bitte keine Medikamentennamen angeben

  • Hallo Hope7960,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Leider ist es so, dass sich viele Geschichten der Angehörigen bei uns im Forum ähneln.

    Und es ist so, dass nur der Alkoholkranke die Sucht stoppen kann. Du kannst im Grunde nichts tun, nur dafür sorgen, dass es Dir besser geht.

    Für den Austausch mit den anderen Teilnehmern klicke den folgenden Link an:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Anklicken und kurz etwas dazu schreiben.

    Wir werden Dich dann freischalten und Dein Thema in "Erste Schritte für Angehörige" verschieben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Hope7960.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Ich habe jetzt den Kontakt abgebrochen, da ich es auch psychisch nichtmehr aushalten kann- obwohl ich ihn liebe! Ist das in Ordnung

    Ja! Das ist absolut richtig und wichtig für euch beide, denn Du trägst nicht die Verantwortung für ihn. Er ist erwachsen. Er muss für sich selbst sorgen. Aber du trägst die Verantwortung für Dich und Deine Tochter. Bleib stark. Ich bin auch gegangen obwohl ich meinen Partner geliebt habe. Besser als so lang zu warten bis man den Respekt voreinander verliert oder anfängt, sich zu hassen.

  • Hallo Hope,

    das tut mir leid das zu lesen. Aber du hast es richtig gemacht. Leider kannst du nicht viel machen . Er ist erwachsen und hängt wahrscheinlich schon ziemlich tief in der Sucht. Es ist wirklich eine sehr blöde Krankheiten und nur er kann die Krankheit beenden wenn er selbst für sch bereit dazu ist.

  • Hallo Hope!

    Er hat in der Anfangszeit ein Intervall zum trinken von circa 6-8 Wochen gehabt…und dann exzessiv- 2Wochen lang hat er sich komplett von der Außenwelt verabschiedet und gesoffen…tagelang nichts gehört.

    Ich kenne das von meinem Mann er hat anfangs oft Wochen oder sogar Monate nichts getrunken und sich aber dann total zugeschüttet, oftmals das ganze Wochenende lang. Wenn die Sucht nicht gestoppt wird werden oft die Pausen immer kürzer und die Sauftage immer heftiger, mein Mann war letztendlich täglich betrunken.

    Wir hatten eine Vereinbarung getroffen- welche von ihm aus kam- beim nächsten Rückfall möchte er in die Klinik gebracht werden, damit es dann direkt in eine Therapie für ihn geht…nichts davon ist eingetreten.

    Das ist aber nicht deine Aufgabe, er schiebt dir die Verantwortung zu, es liegt alleine an ihm ob er ernsthaft eine Therapie einleitet. Er kann sich ja in seinen nüchternen Phasen darüber Gedanken machen und aktiv werden.

    .Ich habe jetzt den Kontakt abgebrochen, da ich es auch psychisch nichtmehr aushalten kann- obwohl ich ihn liebe! Ist das in Ordnung…kann ich ihn jetzt einfach fallen lassen ?

    Ich verstehe vollkommen daß du es nicht mehr aushalten kannst und den Kontakt abbrichst, bleib dabei. Um dich zu schützen musst du ihn fallen lassen, er reisst dich sonst mit in den Abgrund. Er ist selber für sich verantwortlich denn er ist erwachsen.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Du lässt ihn auch nicht fallen, sondern gibst ihm die Verantwortung für sein Leben zurück.

    Das ist im Übrigen, zusammen mit dem Jobverlust, für ihn auch eine Chance, endlich Krankheitseinsicht zu erreichen und sich professionelle Unterstützung zu suchen.

    Es ist aber auch möglich, und da spielt der Bildungsgrad keine Rolle, dass er sich jetzt erst recht in Selbstmitleid suhlt (wenn ich alkes verloren habe, kann ich ja auch weitersaufen, außer dem Alk ist ja keiner für mich da usw. )und weiter abstürzt.

    Darauf hast du wie jeder andere Mensch aber null Einfluss, so traurig es ist. Du kannst und willst ja nicht 24/7 neben ihm sitzen und ihn vom Trinken abzuhalten versuchen.

    Mir scheint, die Erfahrung mit Deinem Vater, der trocken werden konnte, war am Ende sogar hilfreich für dich, weil du, besser spät als nie, doch noch deine Grenzen setzen und verteidigen konntest.

  • Das Problem ist, dass er seinen Job immer noch ausüben darf….finde ich mittlerweile mehr als fragwürdig- da er anscheinend auch unter Alkoholeinfluss fährt. Er verkriecht sich in seine Wohnung und möchte eigentlich alles alleine und geheim mit sich selber ausmachen…Ich weiß aber, dass er Mengen an Vodka und Rotwein trinkt. Das ganze verschlimmert dann auch noch die Depression und eine PTBS. Wenn er dann wieder aus seiner Episode kommt- sieht man nichts davon und er "glänzt", ist zuverlässig, ein wundervoller Mensch ,,,,


    Deinen Satz, dass ich ihn nicht fallen sondern die Verantwortung für sein Leben zurück gebe ….ist sehr schön und treffend gewählt!Danke


    Jetzt haben wir uns fast 4 Wochen nicht gesehen und nur einmal telefoniert, wo es ihm möglich war. Ich weiß gerade nichts von ihm- was er macht ??? Er wohnt gerade mal 1km entfernt- dieses gleiche Umfeld macht es mir schwer, da ich einiges meide.Es gab kein persönliches Gespräch- alles nur über WhatsApp und ich hatte ihm geschrieben, dass es nur ein weiteres wir mit einer Therapie gibt.Ich weiß, dass man keinen zu etwas zwingen oder erpressen darf- aber ich kann das so nicht mehr verantworten…nicht meiner Tochter, mir und anderen Menschen gegenüber.

    Jetzt habe ich das nächste Problem, dass er noch eine Menge an Sachen hier hat und ich weiß nicht, wie ich dieses lösen soll!? Dieses Ende fühlt sich so surreal an…nach den ganzen Jahren. Ich bin einfach unsagbar traurig.

  • Du könntest die Sachen schon mal zusammenpacken und erst mal in den Keller bringen, damit sie aus deinen Augen sind.

    Was dann am sinnvollsten ist, können am besten echte COs beurteilen (bin von der anderen Seite, mit Co-Anteilen, aber ohne CO neben mir).

  • Hallo Hope,

    dass man nicht erpressen möchte, ist klar. Du erpresst ihn aber gar nicht. Du hast deine Grenze klar gemacht. Eine Therapie an sich wird im nassen Zustand aber nicht bringen. Den Denkfehler hatte ich auch mal.

    Du hast klar gemacht, dass eine Beziehung, in der sich sein Trinkverhalten nicht ändert, für dich und deine Tochter nicht tragbar ist. Zuverlässigkeit und Beziehung auf Augenhöhe haben du und dein xy nicht. Aber ich denke mal diese Sachen wären dir wichtig, richtig?

    Es ist normal, dass sich deine Gedanken um ihn und seinen derzeitigen Zustand drehen. Leider wird damit weder ihm noch dir geholfen.

    Versuche dich auf dich und deine Tochter zu konzentrieren. Was tut dir/ euch gut? Gemeinsamer Mädelsabend mit einem lustigen Film vielleicht? Damit könnt ihr die Alltagssorgen kurz vergessen.

    Ich habe mir letzte Woche viel Gutes getan und konnte mit zwei blöden Situationen (eine durch meinen xy) viel besser umgehen. Ich fühlte mich stärker, konsequenter und gefasster. Das ist ein tolles Gefühl 😊

    Er wohnt gerade mal 1km entfernt- dieses gleiche Umfeld macht es mir schwer, da ich einiges meide.

    Ich kenne das. Aber warum meidest du das Umfeld. Du hast doch gar nichts falsch gemacht? Hast du Angst, dass andere dich nach ihm fragen oder angst ihn zusehen?

    Zu den Sachen von ihm: Die Idee mit dem Keller finde ich gut. So hast du etwas zu tun und packst gedanklich seine Sachen. Du kannst ihm auch schreiben, er soll seine Sachen bitte abholen, er soll dir bis Mitte Mai einen Terminvorschlag oder so geben, ansonsten würde ich die Sachen entsorgen. Du kannst ihm die Sachen auch vor seine Tür stellen.Dann würde ich aber nicht alleine hinfahren, damit man nicht aus Mitleid oder so einknickt.

    Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft🍀

    Liebe Grüße Pingu

  • Nein, Angst habe ich nicht, nur das ständige Nachfragen der Leute nach ihm, wenn ich alleine unterwegs bin - das kenne ich ja schon zu gut von den letzten Jahren und habe immer Notlügen erfunden….krank,arbeiten,…. Natürlich muss man oberflächlichen Bekannten nichts erzählen …..aber man selbst kommt dadurch nicht zur Ruhe. Wir sind gemeinsam Mitglieder in einem Sport- und Spa Verein und dort habe ich auf ein erstes Aufeinandertreffen im Schwimmbad oder so definitiv keine Lust…und ja, auch Angst vor meiner Reaktion 😢

  • Also wenn ich alleine unterwegs war und weder Lust auf Ausreden, aber auch nicht bereit für die Wahrheit war, dann habe ich gesagt "Ich bin allein unterwegs. Man muss ja nicht immer 24/7 aneinander kleben."

    Als wir mal einige Zeit getrennt waren (vordergründig wegen anderer Sachen), habe ich gesagt wir sind getrennt. Er und ich wissen Bescheid und ich will da mit dir nicht drüber reden. Fertig.

    Die Leute werden so oder so reden und Gerüchte, gerade in kleineren Orten, sind immer da und spannender als die eigenen Probleme 😉

    Wahrscheinlich wissen aber auch alle Bescheid. Mich haben die Leute eigentlich schon frühzeitig auf seinen Konsum angesprochen, den habe ich aber durch damalige Wochenendbeziehung gar nicht so mitbekommen. Mir wird in letzter Zeit erst klar, wie lange das unterschwellig immer mal wieder Thema war.

    Ok das mit dem Verein verstehe ich. Würde mir ähnlich gehen. Leider macht man sich so sein eigenes Hobby zumindest eine Weile kaputt. Schade 😕

    Tut dir noch was anderes gut, dass er vielleicht nicht so mochte? Dann kann man sich ja eher darauf konzentrieren für eine Weile.

  • Ich weiß, dass man keinen zu etwas zwingen oder erpressen darf

    Erpressung ist: „Spring, oder ich drücke ab.“ – Da geht’s um Macht und Nachteile für ihn, nicht ums Miteinander.

    Grenzsetzung ist: „Wenn du springst, werde ich nicht mitspringen.“ – Da sagt jemand nur ehrlich, was er selbst nicht mehr tragen kann.

    Bei Erpressung steht einer mit der Pistole da – bei einer Grenze zieht sich jemand einfach aus der Schusslinie.

  • Ich wollte mich mal bedanken- für all eure Nachrichten! Wie ihr wisst, kommt man sich als Partnerin oft sehr alleine vor…und das ist es auch. Nur meine beste Freundin weiß über alles Bescheid. Dankeschön 🙏🏼

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