Menaggio123! - Trennung von Mann, der Alkoholiker ist

  • Hallo in die Runde,

    ich bin 49 Jahre und habe mich vor knapp einem Monat von meinem Mann getrennt, der bereits im Dezember im Entzug war und jetzt wieder rückfällig geworden ist. Es ist mittlerweile so schlimm, dass er innerhalb von 2 Monaten in 2 Jobs gekündigt wurde und mich jahrelang für sein Verhalten verantwortlich gemacht hat. Er wird jetzt am 11. wieder in eine Klinik gehen und ich am 15. mit meinem Sohn umziehen.

    Ich gehe arbeiten und werde das sicher irgendwie hinbekommen, er aber dann wohl finanziell nicht mehr.

    Trotz allem mag ich ihn sehr, und helfe auch jetzt immer wieder dabei, dass er alles irgendwie hinbekommt.

    Ich weiß nicht, ob das Liebe ist oder wirklich noch die Co-Abhängigkeit…..

    Und ich weiß auch nicht, ob das für mich und ihn gut ist.

    Lieber Grüße 🫣

  • Hallo und willkommen Menaggio,

    ich war auch 49 als ich mich getrennt habe. Eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Nach ca 20 Jahren im Zusammenleben mit meinem ersten, alkoholabhängigen Mann, war ich psychisch und physisch ziemlich am Ende.

    Um für dich zu erfahren, was für dich gut ist, dafür bist du hier goldrichtig. Denn im Austausch mit anderen Mitbetroffenen kannst auch für dich erkennen, wie es weitergehen kann.

    Wenn du auf diesen Link https://alkoholiker-forum.de/bewerben/ klickst öffnet sich ein Fenster. Dort kannst du dich für den Austausch in unserer Online-Selbsthilfegruppe bewerben. Schreib einfach nochmal kurz, dass du dich hier austauschen möchtest.

    Dein Thema findest du nach der Freischaltung im Bereich für Angehörige und Coabhängige. Das ist dann die Selbsthilfegruppe.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Menaggio,

    herzlich Willkommen bei uns. Ich habe dich gerade freigeschaltet und dein Thema in den Angehörigenbereich verschoben. Jetzt kann der Erfahrungsaustausch mit den anderen Betroffenen losgehen. Du kannst überall schreiben, nur bitte die ersten 4 Wochen nicht bei den neuen Usern mit den orangeroten Namen.

    Ich wünsche dir, daß du einen gangbaren Weg für dich findest.

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Kann mir vielleicht jemand verraten, woran man erkennen kann, ob man noch in Co-Abhängigkeit ist oder ob wirklich noch Liebe vorhanden ist?

    Ich finde das wirklich so schwierig….

    Irgendwie denke ich, dass jeder noch eine Chance verdient hat. Aber das mit dem Alkohol scheint ja oft genug eine never ending story zu sein.

  • Hallo Menaggio!

    Irgendwie denke ich, dass jeder noch eine Chance verdient hat. Aber das mit dem Alkohol scheint ja oft genug eine never ending story zu sein.

    Das stimmt schon, jeder hat noch eine Chance verdient. Aber in einer Beziehung mit einem alkoholkranken Partner wiederholt es sich ja ständig, er wird rückfällig, ich gebe ihm noch eine Chance und drohe vielleicht das dies wirklich die letzte Chance sein wird. Aber mitnichten, die Jahre gehen ins Land und ich bin immer noch da und gebe ihm eine Chance.

    Ich habe viele Jahre verharrt bevor ich gegangen bin. Ob das noch Liebe ist, ich denke nicht. Unter Liebe stelle ich mir etwas anderes vor: Gleichberechtigung, daß ich geschätzt werde, Rücksichtnahme und daß die Beziehung auf Augenhöhe ist. Stattdessen leide ich ja in so einer Beziehung, ertrage den betrunkenen Partner, nehme mich immer mehr zurück, lasse mich beschimpfen und runtermachen, alles dreht sich um seine Sucht, die ganze Familie leidet.

    Mit gesunder Liebe hat das wenig zu tun, ich finde es ist eher ein Kümmern, ein Helfenwollen und die eigene Persönlichkeit verliert sich immer mehr. Ich bin in meiner Beziehung seelisch krank geworden, zum Schluß waren da nur noch Wut und Verachtung. Nach der Trennung habe ich Jahre gebraucht um das zu verarbeiten und wieder ein eigenständiger Mensch zu werden.

    Heute bin ich der Meinung je eher umso besser ist es wenn ich aus so einer Beziehung aussteige.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Danke für deine Sicht der Dinge. Sowas tut gerade echt gut und bestätigt meine Sicht der Dinge.

    Jedoch ist das derzeit alles echt schwierig, da ich ihm teilweise immer noch versuche zu helfen, obwohl ich weiß, dass es mir nicht gut tut.

    Derzeit räume ich gerade unsere Sachen zusammen, da ich jetzt ab dem 15.08. in eine eigene Wohnung ziehe.

    Er ist derzeit nüchtern und wahrscheinlich ab dem 11.08. wieder in für 3 Monate in einer Klinik und er fleht und bittet, dass ich bei ihm bleibe.

    Den Mietvertrag habe ich seit längerem unterschrieben und auch schon die Mietkaution bezahlt. Somit werde ich diesmal wirklich gehen.
    Irgendwie fühlt es sich trotzdem nicht gut an ….

  • Ich denke, es ist absolut richtig, dass du in eine eigene Wohnung ziehst, auch wenn es sich erstmal nicht gut anfühlt (wegen den Gewissensbissen wahrscheinlich oder?). Aber du wirst sehen, dass es DIR gut tun wird.

  • Hallo Menaggio123! ,

    Jedoch ist das derzeit alles echt schwierig, da ich ihm teilweise immer noch versuche zu helfen, obwohl ich weiß, dass es mir nicht gut tut.

    das verstehe ich so gut,. Ich habe bislang auch nicht hinbekommen, meinen trinkenden/konsumierenden xy völlig sich selbst zu überlassen. Immer plagen einen diese Gedanken "Ohne mich schafft er es nicht und geht vollends unter/....ist er ganz allein mit seinen Problemen etc." Aber man sollte bedenken: Sie sind erwachsen. Es gibt Hilfe, die er annehmen und so Veränderungen angehen könnte. Das kannst Du Deinem Mann nicht abnehmen. So wie Du jetzt Dein Leben neu ordnest, muss er auch Verantwortung für sich übernehmen.

    Wie Andrea1987 finde ich auch gut, dass Du umziehst - der Abstand wird Dir und Deinen Sohn bestimmt gut tun. Aus der Distanz kannst Du mit mehr Ruhe schauen, wie Du für Dich weitermachst. Wenn ich Dich richtig verstehe, ist das nicht der erste Anlauf für einen Auszug? Ich wünsche Dir sehr, dass der Neustart gut gelingt.

    Ich weiß nicht, ob das Liebe ist oder wirklich noch die Co-Abhängigkeit…..

    Die Übergänge sind fließend, glaube ich. Ich kann nur für mich sprechen - meine Liebe ist immer mehr unter die Räder gekommen, dafür wurde ich zur Kümmerin , wie Marie04 es beschreibt.

    Mir steht so eine Entscheidung, wie Du sie getroffen hast, vermutlich auch bevor (xy ist zurzeit in Reha, das warte ich derzeit noch ab). Um mich schon mal zu wappnen, halte ich mir vor Augen, wie oft ich traurig, wütend, aber auch einsam in der Beziehung war. Definitiv zu oft.

  • Wenn ich Dich richtig verstehe, ist das nicht der erste Anlauf für einen Auszug?

    Richtig, ich habe mir schon so viele Wohnungen angesehen und als ich Zusagen bekommen habe, wieder einen Rückzieher gemacht.

    Jetzt ist aber der Mietvertrag unterschrieben und die Mietkaution schon bezahlt, so dass es definitiv keinen Rückzieher mehr gibt!

  • EllaDrei

    Mein xy geht am Montag in die Reha, passt ja 🫣. Aber ich wollte das jetzt nicht wieder abwarten…. Wünsche dir, dass du für dich die richtige Entscheidung triffst und das vor Augen halten der schlimmen Dinge hat mir zumindest die Entscheidendung einfacher gemacht

  • Also ich habe mich am Anfang auch schrecklich gefühlt, als mein alkoholabhängiger Partner gegangen ist. Wir haben drei kleine gemeinsame Kinder, und er ist vor acht Monaten hier freiwillig rausgegangen, da er eingesehen hat, dass das Ganze keinen Sinn mehr hat. Und die ersten Tage habe ich ihn darum angefleht, wiederzukommen. Einen Monat nach der Trennung hat er anscheinend mit dem Alkohol aufgehört. Aber am Anfang hat es sich für mich wirklich schrecklich angefühlt. Aber momentan, kann ich mir auch nicht vorstellen, jemals wieder mit ihm zusammen zu sein. Ich denke, dass jeder Anfang sehr schwer ist. Aber halte durch, es wird besser. Eine eigene Wohnung heißt mehr Freiheiten, und du wirst vielleicht auch einige Wochen oder Monate brauchen, um das zu verarbeiten. So ging es zumindest mir. Ich habe das Ganze immer noch nicht ganz verarbeitet. Aber ich hoffe, dass ich auf dem Weg der Besserung bin.

  • Hallo und sorry, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Der noch-Mann ist seit Montag in der Klinik und ich bin ins Chaos zurück und habe gepackt. Ab heute Nachmittag wird umgezogen und ich bin so froh, wenn ich hier endlich rauskomme. Ich hoffe, danach werde ich mich besser fühlen.
    Gerade ist alles ein auf und ab - auch finanziell, da ich ja gar nichts von ihm bekomme.

    Melde mich wieder, wenn der Stress sich gelegt hat.

    LG und haltet durch!

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