Simsalabim - Raushexen... aus meiner Situation...

  • Guten Morgen Simsalabim,

    Muss aufpassen dass mir nicht bzgl der Schweigerei der Kragen platzt…

    Mein Mann schweigt jetzt und hat geschwiegen, immer wieder mal und auch sehr lange. Ich habe irgendwann das Schweigen hingenommen und die Situation als eine kleine Pause ohne Auseinandersetzung für mich definiert.
    Nun bin ich heute überzeugt, dass mir das geschadet hat, es hat weiterhin „in mir drin“ etwas gemacht. Ein Schweigen, um sich zu sammeln und dann ein Gespräch zu führen, finde ich gesund. Alles andere ist für mich ein Zeichen der Unfähigkeit mit Problemen umzugehen und dann sollten diese einfach ignoriert werden, Partner mitsamt. Schlimm so was.

    Liebe Grüße Ino

  • Guten Morgen Simsalabim,

    schweigt Dein Mann bewusst als eine Art Strafe oder stummer Vorwurf? Oder habt Ihr Euch einfach nichts mehr zu sagen? Oder ist das eher aus einer Art Verzweiflung über seine Lage und weil er weiß, dass es eh nichts dazu zu sagen gibt?

    Vor seiner Reha ist Xy immer verstummt, wenn ich etwas zur aktuellen Situation gesagt habe. Er konnte oder wollte nicht darüber reden oder nur darüber, wie schlecht es ihm geht. Letztlich geb ich ihm sogar Recht. Reden darüber bringt ja nichts, wenn der trinkende Partner nichts ändern möchte.

    Da kommt man aber ganz schnell an den Punkt, die Partnerschaft zu hinterfragen. Kommunikation, Austausch, gemeinsam verbrachte Freizeit, auch miteinander Lachen können, sich gegenseitig als Person wahrnehmen und schätzen, das gehört doch dazu. Bei uns ging das unter. Wir hatten auch als Paar schon lange keine Außenkontakte mehr.

    Ob sich daran was ändern kann, wage ich zu bezweifeln. Natürlich hat die Nüchternheit der vergangenen Monate positiv gewirkt. Aber bis heute ist es so, dass Xy in erster Linie sich selbst und seine Probleme sieht und nur selten Empathie zeigt. Letztlich eine einsame Sache, so eine Beziehung....

  • … hallo guten Morgen liebe Ino u EllaDrei…

    vielen Dank für eure Gedankengänge …

    Ich kann darauf im Moment gar nicht konkreter drauf eingehen… ich habe mein Allein sein und eine angenehme Stille heute morgen genutzt um das Gespräch für morgen vorzubereiten…


    Und befinde mich gerade in einem „ReflektionsaufdenPunktbringFilm“… aus welchem ich für heute durch kleine Aktivitäten demnächst wieder aussteigen möchte…

    Vielen Dank dass ihr eure Zeit und Gedanken für meine Problematik aufgewandt habt… 🙏👍🙏

    Liebe Grüße, Simsalabim

  • Hallihallo in die Runde…

    …zunächst nochmal zum Schweigen… mein Schweigen, sein Schweigen… unser Schweigen… Schweigen im Guten, Schweigen im Schlechten…

    ich mag gutes stimmiges Schweigen und Stille…

    Ich mag nicht dieses ungute Schweigen und diese damit verbundene ungute Stille…

    woher, welche Ursache, ob Sucht, ob Ablehnung, Autismus, keine Ahnung, Manipulation oder sonstiges das ungute Schweigen fördert - dahinter steckt… ?!?!?!?

    Ich weiß „nur“ dass mir die andere Mischung besser gefällt und ich einen PingpongAustausch mit mehr oder weniger Tiefgang, sehr liebe… und aktuell besser drauf achte, diesen zu bekommen… indem ich aktiver auf andere wieder zugehe…


    Ich hatte gestern das Gespräch… tat gut im 4 Augenkontakt mein Herz auszuschütten…

    🙈 der hexhex Effekt, alles auf Neu und auf Wunsch, hat sich noch nicht eingestellt…

    Soweit mal mein kleines Update…

    LG, Simsalabim…

  • Liebe Simsalabim, irgendwie bleibst Du immer ganz schön vage. Vielleicht aus Sorge, Dich selbst unter Zugzwang zu setzen, mit einem klaren Benennen der Situation?

    Soll kein Vorwurf sein, bitte nicht falsch verstehen. Ich kann das schon nachvollziehen, hab selbst viel zu lange vermieden, den Tatsachen ins Auge zu sehen, um ja keine Konsequenzen ziehen zu müssen. Und durch bin ich ja auch noch immer nicht damit. Bloß fürchte ich, dass hexhex da nicht weiterhilft. Letztlich haben wir, hast Du es in der Hand, liebe Simsalabim, nicht Bibi Blocksberg... Auch wenn's vielleicht schön wäre... 😉 Welche Pläne hast Du denn für die kommenden Jahre? Wieder mehr PingpongAustausch, statt eintöniges, ungutes Schweigen? Ist das noch möglich in Deiner Ehe? Was wünschst Du Dir für Dich?

  • Hallo liebe Simsalabim,

    ich bin ein bisschen neugierig… möchtest Du von dem Gespräch gestern erzählen? Hat es Dich - abgesehen davon, dass es Dir gut getan hat, Dein Herz auszuschütten ( was ich seeehr gut verstehen kann ) - irgendwie weiter gebracht?


    Fühl Dich aber bitte nicht gedrängt. Nur, wenn Du erzählen möchtest.


    Liebe Grüße, hiiumaa

  • Hi liebe Hiiumaa, ich halte mich bewusst etwas bedeckt, hier im öffentlichen Raum… und ja, hexhex muss ich wohl selbst machen und diese eine große Entscheidung- hopp oder topp fällt mir sooo schwer…🙈🙈

    Ansonsten pendel ich aktuell stimmungsmässig von ganz okay bis hin zu verzagt und aussichtslos… im Moment Stimmung okay…🙏

  • Huhuhuuu,

    der Zweifel/meine Zweifel, ist ER überhaupt Alkoholiker, nagen immer wieder in/an mir… … …

    Wenn ich dann in meine/unsere gemeinsame Vita schaue… und mein Verhalten/Befinden Revue passieren lasse, dann trau ich einfach meiner Wahrnehmung u meinem Befinden…

    Beim Gedanken, mich fachlich beraten zu lassen, legt sich sofort eine schwere Angstplatte auf meinen Oberkörper… und befeuert meinen Zweifel…

    Simsalabim

  • Liebe Simsalabim,

    Angstplatte vermutlich, weil Du dann Schwarz auf Weiß bekommen könntest, was Du eigentlich gar nicht wirklich so ganz genau wissen möchtest, weil dann mögliche Konsequenzen im Raum stünden? Auf andere Weise kenne ich das. Ich hab lange die Augen zugemacht und zB nicht hinterfragt, warum xy ständig in Geldnot war. Letztlich ist die Feststellung, ob er nun Alkoholiker ja fast nebensächlich. Wie Du schon schreibst, auf Dein Befinden und Deine Wahrnehmung kommt es an. Wie geht es Dir und welche Optionen hast Du. Gibt es noch genug Verbindendes und so weiter...

  • … ich lese noch… und schüttel immer wieder den Kopf über mich selbst… und mein Zaudern und Zagen…

    die Reaktionen in Foxi58 Faden lassen mich nicht kalt…

    Ja, so eine glasklare Entschiedenheit, die suche ich für mich auch noch…

    Einmal editiert, zuletzt von Simsalabim (4. November 2025 um 16:44)

  • Huhuhuuu…

    ich hatte dieser Tage Kontakt mit den mittlerweile erwachsenen EKA Kindern meines Bruders…

    Speziell mit einem „Kind“ habe ich mich unterhalten… Hat viele Blessuren davongetragen u mit Hilfe von Therapie sich bemüht, die Schäden zu bewältigen…

    Was mir auffiel, bei allen Drei, sie sprechen mit so viel Liebe u Achtung von ihrem Vater…/ meinem Bruder… das berührt mich zutiefst…

    Und gleichzeitig beschämt es mich, dass ich selbst ähnlich liebevolles nicht fühle, ich habe bei Begegnungen mit meinem Bruder mich innerlich immer zurückgezogen… 😔und ich kann leider von keinen schönen Erinnerungen berichten… für mich war die gemeinsame Zeit die ich mit meinem Bruder hatte eine sehr belastete und bedrückende…😔

    Und ich habe den Eindruck, in mir schwingt wenn ich aus „unserer gemeinsamen Zeit“ erzähle Trauer, Enttäuschung, n Hauch Bitterkeit und trotz meiner Aufarbeitung auch ein Schwall an Wut u Vorwürfe in Richtung meiner Eltern… Mein Bruder war von früh an leider Zielscheibe unseres oft sehr unberechenbaren strengen angsteinflössenden Vaters…

    Mein Bruder starb kurz vorm 60. an den Folgen seines Alkoholkonsums…


    Gestern hatte ich zum Glück einen leichten Anflug von… „Schau nach vorne, bleib im Jetzt… mach bald wieder was cooles…😎“….


    Wer kennts…?!?


    Liebe Grüße , Simsalabim

  • …mmmh, ich habe dieser Tage ein Zitat eines Suchtberaters gelesen, „Sucht entschuldigt gar nichts“….?!?
    Komme mit dem Satz nicht klar, er ist mir jedoch hängengeblieben…🧐

    Vor VIELEN Jahren bezogen auf unsere Beziehungsschwierigkeiten und im Bezug auf das Alkoholproblem meines Mannes, das für mich VIEL größer/war/ist als für ihn, sagte der damalige LEITER der Suchtberatung „wegen einer Delle wirft man nicht gleich das ganze Auto weg“….


    Also, ich finde meine eigenen Sätze, diese beiden vorgenannten, wenig bis ÜBERHAUPT nicht hilfreich…


    Heute fühl ich mich noch etwas angeschlagen, folge im Schneckentempo meinem inneren Kompass… und dem Forum…🙏

    Simsalabim

  • Sucht entschuldigt gar nichts“

    Mal meine Erfahrungen dazu

    Die Auswirkungen einer Sucht sind nicht kontrollierbar. Und genau deshalb kommt es zu unschönen Aussagen, Verhalten und Entscheidungen, bei denen ich mich später frage, ob ich das wirklich war. Und ja, das tut anderen weh.

    Sucht entschuldigt nicht das Leid, das ich verursacht habe. Weder das, was ich mir selbst angetan habe, noch das, was ich anderen angetan habe. Sucht erklärt nur mein unkontrolliertes Verhalten, aber sie rechtfertigt es nicht.

    Und das betrifft nicht nur Alkoholiker. Co-Abhängige hängen genauso mit drin, auch wenn viele das ungern hören. Sie fügen sich selbst genauso Leid zu, weil sie nicht ins Handeln kommen, nicht aus ihren Mustern raus, nicht aus der Dauerschleife. Wenn dieses Verhalten aus der Sucht heraus entsteht, dann ist auch ihr Handeln erklärbar, aber trotzdem nicht entschuldigt.

    Es gibt auch ein Leben außerhalb der Sucht. Und wenn jemand schon vor dem Alkohol charakterlich ein Arsch war, dann verstärkt die Sucht genau diese Seiten nur noch weiter. Aber sie erschafft sie nicht.

    Die Eigenschaften, die vorher da waren, verschwinden nach der Sucht nicht einfach automatisch. Manche bleiben, manche verändern sich, manche fallen einem erst später richtig auf. Sucht überdeckt vieles, aber sie ist kein Reset Knopf für den Charakter.

    Mal aus meiner schlichten Sichtweise.:saint:

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo Simsalabim,

    ich wage mal zu behaupten, dass dieser Mensch von Coabhängigkeit keinen blassen Schimmer hatte.

    Bei Suchtberatungsstellen sitzen auch nicht immer Selbstbetroffene...weder Alkoholiker und noch weniger Coabhängige.

    Die " Spezialisten" findest du unter anderem in Selbsthilfegruppen, zum Beispiel hier bei uns. Denn jeder Einzelne hat es selbst gefühlt, durchlebt, erfahren. Das ist ein großer Unterschied.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Liebe Simsalabim,

    den Satz, dass Sucht nichts entschuldigt, hatte ich hier im Forum erwähnt, daher antworte ich Dir. Ich wollte den niemandem überstülpen und auch niemanden angreifen damit. Ich fand ihn für mich gut, weil ich selbst so viele Jahre immer wieder an dem Punkt gelandet bin, mir alles Verhalten von xy immer wieder damit zu erklären, zu rechtfertigen und zu entschuldigen. Mein Mantra "Er kann halt suchtbedingt nicht anders." Und Folge war, dass ich Verantwortung übernommen habe an so vielen Baustellen, die eigentlich seine waren.

    Der Satz ist jjetzt mein gedankliches Stopp-Signal, weil er so klar ist. Ob Dir das auch so geht, weiß ich natürlich nicht. Dort, wo ich es geschrieben hatte, passte es nach meinem Empfinden, weil es auch dort um schwieriges Verhalten ging, um Zweifel an eigenen Wahrnehmungen und um Entschuldigungen.

  • Und das betrifft nicht nur Alkoholiker. Co-Abhängige hängen genauso mit drin, auch wenn viele das ungern hören. Sie fügen sich selbst genauso Leid zu, weil sie nicht ins Handeln kommen, nicht aus ihren Mustern raus

    Sehr richtig, lieber Hartmut . Auch wir Co's tragen unseren Teil dazu bei! Und wenn wir in die Handlung kommen, dann haben beide (Co und Abhängiger) die Chance etwas zum Besseren zu ändern.

    Liebe Grüße und danke für diesen wichtigen Hinweis.

  • Und das betrifft nicht nur Alkoholiker. Co-Abhängige hängen genauso mit drin, auch wenn viele das ungern hören. Sie fügen sich selbst genauso Leid zu, weil sie nicht ins Handeln kommen, nicht aus ihren Mustern raus, nicht aus der Dauerschleife.

    Gebe Dir zu 100 Prozent Recht, Hartmut Es ist eine Dynamik, zu der Zwei gehören, (und mir ging es auch nicht um Schuldzuweisungen). Das hätte ich auch oben erwähnen sollen - ich habe Verhalten erklärt, gerechtfertigt und entschuldigt, aber letztlich, damit ich mich selbst nicht bewegen muss. Danke, dass Du das nochmal so gut eingeordnet hast.

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