Im Endeffekt sitzen wir gerade hier, sprechen nur das Nötigste miteinander seit Tagen. Ich kann nichts Essen, kann nicht schlafen, habe kaum Geduld mit den Kindern - weil ich Angst habe was passieren könnte in München. Weil ich diese Stimmung hier nicht ertragen kann.
Und alles was er sagt ist, dass ich ihm schon vertrauen müsse. Dass er doch an sich arbeite. Dass meine Stimmung nur die „übliche schlechte Laune vor seinen Urlauben“ sei.
Alles Verständnis der letzten Wochen, die vielen Gespräche während der 2 Monate ohne Alkohol, alles ist irgendwie vergessen und das tut weh.
Es wird alles relativiert und auf andere Dinge geschoben.
Dass ich hier gelandet bin vor lauter Verzweiflung sagt ja eigentlich schon alles und entbindet der weiteren Frage „ob“ überhaupt ein Problem besteht. Es besteht schon sooo lange, aber hat erst jetzt einen Namen bekommen.
Krümel - Vorstellung Angehörige - unsicher?
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Dass ich hier gelandet bin vor lauter Verzweiflung sagt ja eigentlich schon alles und entbindet der weiteren Frage „ob“ überhaupt ein Problem besteht. Es besteht schon sooo lange, aber hat erst jetzt einen Namen bekommen.
Man kann es kaum besser ausdrücken, auch wenn es jetzt sicher erstmal weh tut!
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Sorry Kruemel, dass ich das jetzt so offen sage, aber mit anderen Trinkern (wahrscheinlich) Samstagabend betrunken über sein Trinkproblem reden, das sollte man wahrlich nicht zu hoch hängen.
Du liegst natürlich richtig, Samstag Abend im Suff, Sonntag dann beim ausnüchtern und bis Mittwoch war alles schon wieder halb so wild.
Auch die Vergleiche zwischen Spiegeltrinkern, Wochenendtrinkern, Quartalssäufern etc. dienen m.M.n. nur dazu, für das eigene Trinkverhalten irgendwo ein schlimmeres Beispiel zu finden und sich wieder in die "nicht sooo schlimme" Kategorie einzuordnen.
Stimmt, in die Definition eines Quartalstrinkers, die ich im nett finde, passt er eben auch nicht 100%. Da wird geschrieben von tagelangen exzessen. Bei uns ist es ein Abend, der eskaliert. Am nächsten Tag ist er topfit und es ist wieder 4 Wochen Ruhe.
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Du liegst natürlich richtig, Samstag Abend im Suff, Sonntag dann beim ausnüchtern und bis Mittwoch war alles schon wieder halb so wild.
Ich habe genau in dieser Reihenfolge zweieinhalb Jahrzehnte gelebt und kann Dir hoch und heilig versprechen: Ohne Änderung an dieser Routine gibt es leider nur eine Richtung, abwärts

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Lies mal ab und zu Deinen eigenen Faden durch, Krümel.
Möchtest Du wirklich so leben? ( Und das wird nicht besser, denn die Sucht verlangt mit der Zeit immer mehr Stoff und macht immer mehr kaputt, kann ich Dir als Alkoholikerin sagen.)
Bist Du deshalb hierhergekommen? Um irgendwie damit klarzukommen, dass Dein Mann immer häufiger die Kontrolle verliert?
Bitte nicht als Vorwurf auffassen, sondern als Denkanstoß .
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Und dann die nächsten Fragen.
Wie geht es weiter mit so einer Erkenntnis ? Wir haben zwei kleine Kinder. Habe ich keine Chance, ihm deutlich zu machen, dass es so nicht weitergeht?
Tu ich mir das weiter an im Tausch für die unglaublich vielen schönen Tage die wir miteinander haben ? Wo führt das Ganze dann aber noch hin ?
Was macht man mit der Erkenntnis „mein Mann ist ein guter Mensch und wir führen ein schönes Leben, aber er ist Alkoholiker und hat eine dunkle Seite die immer mal wieder auftaucht.“??
Naja das wird keiner von euch mir beantworten können -
Bist Du deshalb hierhergekommen? Um irgendwie damit klarzukommen, dass Dein Mann immer häufiger die Kontrolle verliert?
Bitte nicht als Vorwurf auffassen, sondern als Denkanstoß .
Genau für solche Denkanstöße bin ich hier und ich danke euch für den Austausch und die Möglichkeit, endlich mal alle meine Gedanken quasi ungefiltert rauslassen zu können ❤️
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Deine Haltung ist doch völlig gesund. Wieso willst du an ihr arbeiten? Was ja nur bedeuten würde, daß du und die Kinder kaputt gehen, während sie lernen entweder co oder süchtig zu werden.
Kaum ein EKA kommt unbeschadet aus einem nassen Elternhaus raus.
Bei mir wäre die Grenze allerallerspätestens überschritten, wenn jemand in die Wohnung uriniert. 🤮 -
Und dann noch eine Sache die mich beschäftigt.
Ich habe auch meine Probleme (jeder trägt ja sein Päckchen). Ich habe Phasen in denen ich krankheitsbedingt nicht wirklich ich selber bin. In diesen Zeiten ist er für mich da, zieht mich dort raus. Ohne vorwürfe und ohne sich zu beklagen. Was unterscheidet meine Krankheit von seiner ?!
Wie kann ich von ihm erwarten mich so zu nehmen wie ich bin, inklusive meiner „dunklen Seite“, aber seine ist absolut inakzeptabel und unverhandelbar?
Auch meine Probleme haben im schlimmsten Fall Auswirkungen auf die Kinder -
Hallo Krümel,
Ich weiß nicht, worum es bei deiner dunklen Seite geht. Nichtsdestotrotz, warum suchst du hier nach einem Vergleich zwischen zwei Krankheiten, was bringt dir das?
Liebe Grüße Ino -
Hallo Krümel,
wie alt sind denn deine Kinder?Auch meine Probleme haben im schlimmsten Fall Auswirkungen auf die Kinder
Das stimmt. Nicht nur im schlimmsten Fall, sondern in jedem Fall. Sowohl dein Verhalten als auch das deines Mannes haben Auswirkungen auf deine Kinder.
Was unterscheidet meine Krankheit von seiner ?!
Das kannst du wahrscheinlich besser beantworten. Aber bei einer Suchterkrankung fehlt es oft an Krankheitseinsicht und damit wird Kindern ja sogar vorgelebt, daß es normal ist, daß Papa sich eben so verhält.
Wie? Du beschreibst es so:
- einmal im Monat bis alle 8 Wochen mal ein Filmriss
- Bei uns ist es ein Abend, der eskaliert.
- manchmal wird er beleidigend, streitlustig
- 20 Bier (0,2) und 2 Schnaps getrunken und --- ohne Licht mit den Fahrädern nach Hause
- so orientierungslos, .. um ein Haar in unser Bett u... - während unsere Tochter darin lag.
Kinder schneiden viel mit. Und wenn es mal so mal so ist, dann wird daraus etwas was für Kinder Gift ist:
Unberechenbarkeit. Ich hab das auch erlebt. Ein süchtiger aber jahrzehntelang funktionierender Vater (von Filmrissen weiss ich zB nichts, aber er war immer mal "krank", weil der Wein angeblich verunreinigt war). Darüber bin ich heute sehr wütend, daß uns diese Märchen erzählt wurden. Ich bin mit dem Gefühl aufgewachsen, daß es völlig normal war, daß ein Mann JEDEN Abend trinkt. Und daß sich meine Mutter daran komplett zerrieben hat. Sie war psychisch nicht besonders stabil, aber das Trinken meines Vaters war da auch wie ein Brandbeschleuniger für ihre Probleme, so sehe ich das heute.
Es ist gut daß du hierher gefunden hast. Ich kann dich auch nur ermutigen, dich und deine Wahrnehmung da ernst zu nehmen. Aber eben auch das was es mit deinen Kindern anstellt, denn die hängen mit drin, können sich nicht aussuchen, ob sie sich dem aussetzen. Und sie schützen geht eben auch nur so und so viel, wenn es erst mal zu Verhaltensveränderungen bei den Eltern gekommen ist.
Lieben Gruss Koda -
Und dann noch eine Sache die mich beschäftigt.
Ich habe auch meine Probleme (jeder trägt ja sein Päckchen). Ich habe Phasen in denen ich krankheitsbedingt nicht wirklich ich selber bin. In diesen Zeiten ist er für mich da, zieht mich dort raus. Ohne vorwürfe und ohne sich zu beklagen. Was unterscheidet meine Krankheit von seiner ?!
Wie kann ich von ihm erwarten mich so zu nehmen wie ich bin, inklusive meiner „dunklen Seite“, aber seine ist absolut inakzeptabel und unverhandelbar?
Auch meine Probleme haben im schlimmsten Fall Auswirkungen auf die Kinder -
Naja, wenn es nicht sein Trinkverhalten ist, das problematisch ist, könnte ich anfangen, an meiner Haltung dazu zu arbeiten ?
Hm, OK.
Dabei kommen mir zwei Fragen:
1. Was sind denn Deine Kriterien dafür, dass "sein Trinkverhalten nicht problematisch ist"?
Statistische Normalisierungen à la "das machen doch so viele/alle so?"
Relativierungen à la "bei vielen anderen ist es doch viel schlimmer"?
Wenn Dir ein Mediziner sagt: "Na ja, wenn es nicht mehr wird, dann ist das schon noch OK/nicht so übermäßig riskant"?
Oder wenn Dir der Mediziner sagt: "nein, nein, das ist (noch) keine Abhängigkeit*? (Das könnte vielleicht noch passieren.)
Oder wenn er sagt: "nein, nein , machen Sie sich keine Sorgen, das wird nicht in eine Abhängigkeit führen". (Wird Dir garantiert kein Mediziner sagen.)
Oder wenn Dir genügend viele Leute sagen: "das ist normal, das ist kein Problem"? Oder: "na ja, das muss man als Partnerin eben aushalten"?
2. Und wenn Du aufgrund dessen zu dem Schluss kommst: "Es ist kein Problem, also muss ich es aushalten oder besser noch lernen, es völlig OK und sogar angenehm zu finden" - fühlst Du Doch dann wirklich besser und glücklicher damit?
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Hi Krümel,
die Frage könnte von mir kommen…
Es weckt die Dauerambivalenz unseres Codasein‘s… die uns auf dem Karussell hält…
Und bei mir kroch immer, je nachdem welche „Weg-geh-Schritte“ ich unternommen habe eine riesige mich lähmende Angst hoch oder ich reagiere mit körperlichen Symptomen, dass ich mir ein weiter-weg-gehen bis heute NOCH nicht getraut habe…
LG, Simsalabim -
Krümel , irgendwie hat es mit dem Zitieren nicht geklappt…
Meine Antwort war auf deine Frage bzgl seiner Suchterkrankung u deiner Erkrankung bezogen
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So, ich war heute mit den Kindern unterwegs in einem Outdoor-Spielepark. Da kann man für Kindergeburtstage so separate Räume anmieten, davon gibt es dort ganz viele.
Soo viele Gruppen hatten mehrere (!) Kisten Bier dabei. Um Kindergeburtstag zu feiern. Ganz normal, auch schon um 12 Uhr mittags. Da wird es einem aber doch auch schwer gemacht, alkoholprobleme von „normalem“ Konsum zu unterscheiden. Wo ist die Grenze ? Sind das alles Alkoholiker? Sowas fällt mir noch viel öfter auf seitdem wir uns hier intensiver damit auseinandersetzen.
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Kinder schneiden viel mit. Und wenn es mal so mal so ist, dann wird daraus etwas was für Kinder Gift ist:
Unberechenbarkeit. Ich hab das auch erlebt. Ein süchtiger aber jahrzehntelang funktionierender Vater (von Filmrissen weiss ich zB nichts, aber er war immer mal "krank", weil der Wein angeblich verunreinigt war). Darüber bin ich heute sehr wütend, daß uns diese Märchen erzählt wurden. Ich bin mit dem Gefühl aufgewachsen, daß es völlig normal war, daß ein Mann JEDEN Abend trinkt. Und daß sich meine Mutter daran komplett zerrieben hat. Sie war psychisch nicht besonders stabil, aber das Trinken meines Vaters war da auch wie ein Brandbeschleuniger für ihre Probleme, so sehe ich das heute.
Also vorweg: von dem Problem bekommen die Kinder (noch) nur indirekt was mit. Das ist halt so ein Punkt. Er hat keinen Kater am nächsten Tag. Sie wissen dann, Papa war auf ner Feier und darf ausschlafen.
Was sie allerdings mitbekommen ist, dass Mama an den Tagen halt nicht rund läuft. Dass die Stimmung angespannt ist.Und das bringt mich dann dazu, Schuld bei mir zu suchen. „Er und sein Absturz gestern sind nicht das Problem, er ist ja fit. Das Problem bin ich, weil ich jetzt schlecht gelaunt/wütend/enttäuscht hier sitze, ICH bin es, die schlechte und drückende Stimmung verbreitet“
das ist das, was die Kinder mitkriegen wenn Papa am Vorabend getrunken hat..
Und an dem Brandbeschleuniger für eine ohnehin schon wankelmütige Psyche ist auch was wahres dran..
Edit: und mir ist natürlich bewusst, dass die Kinder auf kurz oder lang definitiv mehr mitbekommen werden und auch mehr verstehen werden. -
Darfst du denn auch mal ausschlafen?
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Darfst du denn auch mal ausschlafen?
Darfst du denn auch mal ausschlafen?
Tatsächlich, ja.
Ich rede hier nur von seinen negativen Seiten, ich könnte aber auch ein ganzes Buch mit seinen guten Seiten füllen - nur um die geht es hier ja nicht, es geht ja um die bestehende Problematik.
Das "Buch" der positiven Dinge macht es halt umso schwerer, Klarheit darüber zu finden, wie ich weiter damit umgehen sollte. Eine Pro-/Contra-Liste würde mit viel Pro und wenig Contra enden, fraglich ist dann allerdings die Gewichtung..Aber es ist etwas in Bewegung gekommen und ich denke, dass das ein Anfang ist.
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…Liebe Krümel, NEIN, DU bist nicht das Problem, sondern es besteht ein Problem und du darfst wütend, traurig, enttäuscht sein…
Die Frage ist, wie bekommst du DICH wieder auf die Reihe, unabhängig vom Problem…
Viel Kraft für DICH…
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