hopeless - räumlich getrennt- fühle mich wie eine Versagerin

  • Hallo Sonnenschein,

    Vielen Dank für die aufbauenden Worte.

    Es war alles andere als leicht und ich hadere immer noch mit mir, ob das alles so richtig war.

    Aber was hab ich noch großartig zu verlieren. Als er die Worte sagte, das er keine Gefühle mehr hatte, in dem Moment hatte ich das Gefühl bereits alles verloren zu haben.

    Ich bleibe jetzt bei mir und meinen Kindern. Ich möchte nicht nochmal so verletzt werden.

    Einmal editiert, zuletzt von hopeless (17. November 2025 um 06:41)

  • Guten Morgen liebe Hopeless,

    finde auch, Du hast viel Stärke bewiesen, dass Du Deine Position vertreten hast, obwohl er Dich wieder so umgarnen wollte. Dich bei einem kuzen Kaffee zu zweit umstimmen zu wollen, kostet ihn halt wenig Mühe und reden kann er da viel vom gemeinsamen Alt werden als Familie. Wollte xy auch, hat immer schön die Fernziele formuliert, aber die naheliegendsten Voraussetzungen dafür ausgeblendet.

    Meine Empfehlung wäre: wappne Dich gut dafür, , dass er die von Dir gesetzte Grenze eben nicht einhält. Zunehmender innerer Abstand, eigene Unternehmungen, Fokus auf Deine Kinder können Dir dabei vielleicht helfen. Er ist nasser Alkoholiker und hat bislang keine Anstalten gemacht, mit dem Trinkn aufzuhören. Auch wenn Deine Worte in dem Moment Eures Gesprächs anzukommen schienen, zählt nur, was er tut. Und als Du auf den Alkohol zu sprechen kamst, endete Euer Gespräch, und er musste schnell zur Arbeit, so oder ähnlich kenne ich das leider nur zu gut.

    Liebe Grüße

  • Hallo Ella,

    Danke für deine Worte.

    Ich weiß was du meinst und ich vermute auch, dass er früher oder später wieder in die Distanz gehen wird, weil ihn die Sucht dazu treibt.

    Aber er weiß jetzt wo meine Grenze ist und das ich den Kontakt dann abbrechen werde.

  • Hallo Ihr lieben,

    Ich gebe mal ein kurzes Update.

    Es ist jetzt eine Woche her, seit meiner Ansage und er hat sich tatsächlich etwas mehr bemüht. Wir haben uns noch eimmal die Woche getroffen und sind ca. 1 1/2 Stunden spazieren gewesen. Haben über alles mögliche geredet.

    Aber ich habe gemerkt, das seine Aussage letztens einiges in mir kaputt gemacht hat.

    Seit 2 Tagen lassen seine Bemühungen langsam wieder nach und ich muss sagen ich hab es nicht anders erwartet. Es ist Wochenende und er muss nicht arbeiten, da seine Kinder bei ihm sind. Er hat also genügend Zeit zu trinken und da bin ich schnell vergessen.

    Es wird nicht mehr lange dauern bis wieder komplette Funkstille herrscht.

    Ich habe mich innerlich schon darauf eingestellt, das es so kommen wird. Meine Gedanken hierzu. Es ist schade und tut auch irgendwo noch ein Stück weh. Der Schmerz wird allerdings weniger. Vielleicht habe ich auch einfach nur resigniert oder angefangem zu mauern, ich weiß es nicht. Ich habe mir aber für mich selbst eine Frist gesetzt.

  • Hallo Zusammen,

    Ich wollte mal wieder ein kurzes Update geben.

    Was das schreiben angeht bemüht er sich tatsächlich immer noch. Ich hatte eigentlich schon längst damit gerechnet, dass auch das weniger wird oder ganz aufhört. Aber er schreibt seit 2 Wochen regelmäßig. Gesehen haben wir uns seit dem Spaziergang nicht mehr. Ehrlich gesagt, habe ich es auch nicht erwartet. Zeit hätte er gehabt. Hätte ich es mir gewünscht?- ja irgendwie schon. Habe ich es erwartet?-nein tatsächlich nicht. War ich enttäusch?-tatsächlich auch nicht.

    Ich merke wie ich oft die Worte in seinen Nachrichten anzweifel, ob dies tatsächlich so stimmt, was er schreibt.

    Ich merke aber auch, dass ich mich tatsächlich zu einem kompletten Kontaktabbruch zwingen müsste um mich selbst zu schützen, sollte es doch wieder in die andere Richtung gehen. Ob ich ihn jemals ganz loslassen kann bezweifel ich, da er immer der Mann sein wird, mit dem ich alt werden wollte.

    Dennoch, ich lese hier immer noch sehr viel mit und merke wie mir immer mehr bewusst wird, dass eine Zukunft, so wie ich es mir mit ihm gewünscht hätte auch dann nicht mehr funktionieren wird, selbst wenn er von heute auf morgen nüchtern wäre.

    Es ist viel Vertrauen verloren gegangen und es würde für uns beide verdammt viel Arbeit bedeuten.

    Es ist seltsam, dass ich mir darüber Gedanken mache, obwohl die Einsicht bei ihm ja noch in weiter Ferne liegt.

    Ich bin immer davon ausgegangen, dass wir die Vorstellung von einer gesunden Beziehung gemeinsam haben, aber oft frage ich mich ob es nur allein meine Vorstellung war.

    Mir kommen immer wieder Situationen in den Sinn, bei der mich tatsächlich Zweifel plagen, ob es nur meine Wunschvorstellung war.

    Das sind teilweise Situationen, bei denen ich mich dann Frage, warum ich das damals nicht erkannt oder übersehen hatte.

    Irgendwie fängt man nach und nach an gewisse Situationen in Frage zustellen.

    Ist das normal?

    Teilweise sind dies Situationen die ich in ähnlicher Form auch in der Narzisstischen Beziehung mit meinem Ex erlebt habe.

    Vielleicht kommen diese auch deshalb wieder so hoch, weil die Manipulationen seitens meinem Ex über meinen Sohn wieder enorm present sind und er bei meinem Sohn gerade das arme Opfer spielt. Er weiß das der Rückhalt meines Partners weggefallen ist und nutzt aktuell jede Chance um mich wieder zu kontrollieren, selbst wenn er damit seinem eigenen Kind schadet. Mein Sohn ist voll in der Pubertät und alle 14 Tage habe ich hier Diskussionen über Dinge die mein Ex über mich und meinen Partner abgelassen hat.

    Und tatsächlich war dies seltener der Fall, als ich meinen Partner noch an meiner Seite hatte.

    Das sind oft Momente, in denen ich merke wie sehr mir dieser Halt von meinem Partner geholfen hat und auch tasächlich fehlt.

    Einerseits kommen dann Zweifel ob meine Entscheidung zu gehen richtig war, weil es auch viele gute Erinnerungen gab und andererseits kommen wieder Erinnerungen hoch bei denen die Manupulationsversuche ähnlicher Natur waren.

    Dieses einerseits Zweifeln an bestimmten Situationen und andereseits Zweifeln an der Entscheidung zu gehen ist echt anstrengend.

    Es ist schwer zu erklären, aber versteht ihr was ich meine?

    Ist das wirklich normal?

  • Hallo hopeless,

    ich weiß nicht, ob es ein „normal“ in dieser Situation gibt. Oder gar eine Richtschnur oder so.

    Ich hatte ähnliche Gedanken und dennoch hat es mir geholfen bei meinem Verstand zu bleiben. Irgendwann habe ich die Manipulationen zwischen den Zeilen in seinen Nachrichten erkannt. Ich bin bei mir und meinen Bedürfnissen geblieben. Alles andere habe ich ausgeblendet. Die Situation ist wie sie ist und ich muss damit leben können. Was er tut oder auch nicht, hatte dann damit schon lange nichts mehr zutun. Seit dem ich das verstanden habe, geht es mir besser.

    Liebe Grüße ☀️

  • Danke Sonnenschein.

    Vermutlich hast du recht und es gibt keine wirkliche Normalität in diesen Situationen.

    Diese Zweifel kommen und gehen.

    Bei mir bleiben ist gar nicht so leicht, aber ich versuche es.

    Ändern kann ich sein Verhalten tatsächlich nicht, das kann nur er.

    Heute Morgen hatte ich mich mit einer guten Freundin ausgetauscht. Wir hatten uns vor langer Zeit aus den Augen verloren. Sie erzählte mir das ihr Opa und ihr Vater am Alkohol gestorben sind und ihr Bruder lange gebraucht hat um die Kurve zu bekommen.

    Das hatte mich wirklich erschreckt.

    Wenn man dies so hört, kommt es einem echt so vor, das in jeder 2 Familie jemamd an dieser Sucht leidet.

    Und die Dunkelziffer, weil man aus Scham nicht darüber spricht oder dem Betroffenen nicht schaden möchte, ist wohl noch viel höher.

  • Hallo Zusammen,

    Ich lese nach wie vor hier in allen Bereichen viel mit und auch einige Bücher die in den Buchempfehlungen auch erwähnt wurden.

    Es hilft mir tatsächlich die aktuellen Situationen besser einzuschätzen und zu akzeptieren und auch immer mehr bei mir zu bleiben. Auch verstehe ich mein eigenes Verhalten immer besser. Ja manchmal tut es noch verdammt weh, aber ich kann es besser einordnen und damit wird der Schmerz auch wieder weniger.

    Hier gab es auch eine Diskussion ob es sinnvoll ist sich als Alkoholiker zu bezeichnen oder nicht.

    Ich muss sagen, ja ist es und zwar auch für die Co-Seite. Die Akzeptanz der Erkrankung ist damit eine ganz andere.

    Zumindest ist das mein Empfinden.

    Ich selbst hab auch die meiste Zeit vom Alkoholproblem meines Partners gesprochen. Zwar habe ich ab und an ihn als Alkoholiker bezeichnet, aber insgeheim es nur als Alkoholproblem gesehen. Damit habe ich mir selbst als Co auch noch Türen offen gelassen, in dem ich gehofft habe ihm Helfen zu können oder ihm einen Schubs in die richtige Richtung geben zu können. Es irgendwie kontrollieren und selbst in den Griff bekommen zu können.

    Mittlerweile habe auch ich mir, als Co wirklich eingestanden, das es kein Alkoholproblem ist, sondern mein Partner Alkoholiker ist. Damit bekam das für mich wieder eine ganz andere Bedeutung. Es wurde mir klarer, dass ich ihm nicht helfen kann und nur er sich selbst helfen kann.

    Wir haben immer noch Kontakt und er wird mir auch vermutlich niemals egal sein, aber es fällt mir leichter, mich in bestimmten Situationen abzugrenzen und bei mir zu bleiben und besser damit um zugehen.

    Der Weg mir das selbst einzugestehen war lange und schmerzhaft. Die Einsicht kam tatsächlich erst diese Woche.

    Und wenn ich zurück blicke, wann ich mir tatsächlich das erste mal Sorgen über seinen Konsum gemacht habe, es aber nie angesprochen hatte, war der Weg wirklich lang, um genau zu sein 7 Jahre lang. Es gab immer wieder Situationen die mich tatsächlich gestört haben, ich aber nix gesagt habe, mir sein Konsum selbst versuchte zu entschuldigen, vielleicht weil ich mich auch selbst damit beruhigen wollte. Vielleicht weil man auch nicht als die nörgelnde Partnerin oder Spaßverderberin auftreten wollte und es als harmlos abgetan hat.

    Ich stelle mir immer mehr die Frage, ob ich nicht im geschützten Bereich mal meine Geschichte aufarbeiten sollte und mich dafür bewerben sollte. Dann kommt die Frage, wo es sinnvoller ist. Im EKA oder im CO Bereich?

    Auf beiden Seiten gibt es eine ganze Menge und ehrlich gesagt wüsste ich nicht, wo ich gerade zuerst anfangen sollte.

    Aber eins ist definitiv Fakt. Ohne dieses Forum, wäre ich jetzt nicht an dem Punkt, wo ich mich aktuelle befinde.

    Vermutlich würde ich immer noch verzweifelt versuchen die Erkrankung für Ihn in den Griff zu bekommen.

    Ich möchte daher nochmal allen danken, ob Co, EKA oder Alkoholiker. Eure Geschichten haben mir schon sehr geholfen.

  • Dann kommt die Frage, wo es sinnvoller ist. Im EKA oder im CO Bereich?

    Im geschützten Bereich gibt es für die Angehörigen nur eine "Abteilung".

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Dante
    4. Juni 2022 um 11:31

    Hier findest du die Infos dazu.

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Bei mir ist es genauso. Diese ambivalenten Gefühle auszubalancieren ist wirklich schwierig. Aber ist ja auch klar, dass es auch schöne Erinnerungen gibt. Sonst würde es ja nicht so weh tun. Ich sag mir immer der Preis für wenige schöne Situationen kann nicht ein Leben voller Selbstaufgabe und in Co Abhängigkeit sein. Dieser Preis wäre viel zu hoch und würde sich nicht lohnen!

  • Hallo Norex,

    Ja du hast Recht. Es gab sehr viele schöne Situationen aber auch leider sehr viele negative, die ich oft versucht hab mir selbst schön zu reden.

    Aber mir dies einzugestehen, weil man es nicht wahr haben will und noch so sehr hofft war für mich ein langer Weg.

  • Hallo Ihr Lieben,

    Ich wollte mal ein kleines Update im öffentlichen Bereich da lassen.

    Ich bin nicht verschwunden nur in die "Geschlossene" gewandert.

    Mein Partner und ich haben immer noch Kontakt, allerdings nur schriftlichen.

    Meine Tochter musste vor ca 2 Wochen ins Krankenhaus und da ich bei ihr im Krankenhaus war, hatte er sich bereit erklärt, sich um den Hund zu kümmern. Gesehen haben wir uns also zuletzt, als er mir meinen Hund zurück gebracht hat.

    Ich hab gemerkt, egal welche Fragen ich stelle, er fühlt sich anscheinend direkt kontrolliert und reagierte gereizt. Da reichte schon die Frage aus, wie es ihm geht und was er die Tage schönes gemacht hat.

    Ich muss also sehr genau überlegen, was ich sage und vorallem wie. Irrgendwie war das echt anstrengend.

    Er wollte nicht rein kommen, weil mein Sohn da war. Wir haben uns daher im Flur kurz unterhalten. Er ist dann auch sehr schnell wieder gegangen und ich stand etwas verwirrt da uns hab mich gefragt, was das jetzt eigendlich war und sollte.

    Die Art wie er schreibt ist so ganz anders, als die Art wie er sich verhält, wenn wir uns gegenüber stehen.

    Die Weihnachtszeit macht es mir schwer im Moment bei mir und den Kindern zu bleiben, da doch viele Erinnerungen gerade an vergangene Weihnachten wieder hoch kommen.

    Auch fehlt mir seine Familie sehr. Ich hab seine Familie echt gemocht.

    Es ist ein komisches Gefühl, das erste Weihnachten ohne ihn und seine Familie, aber ich versuche das Beste aus der Situation zu machen, ändern kann ich es nicht.

    Ich wünsche allen, trotz der schweren Zeiten, eine schöne Weihnachtszeit.

  • Hallo Zusammen,

    Ich gebe mal hier ein kleines Update.

    Seit Weihnachten habe ich mit meinem Partner keinen Kontakt mehr. Er hat morgens noch Weihnachtsgrüße geschrieben und mich mit Guten Morgen mein Schatz begrüßt, um mich anschließend dann bis Silvester komplett zu ghosten. Es fühlte sich für mich, wie eine stille Trennung an.

    Ich habe nicht mehr reagiert und es dabei belassen.

    Ohne dieses Forum wäre ich vermutlich noch lange nicht soweit gewesen.

    An Silvester kam dann eine Standart Nachricht mit Neujahrswünschen, die er wohl an alle Bekannte geschickt hat. Eine Freundin von mir hat exakt die gleiche Nachricht bekommen. Na ja ich hätte noch nicht mal mehr damit gerechnet.

    Abends hat er mir dann noch eine schlimme Nachricht mitgeteilt, die mich selbst sehr geschockt und traurig gemacht hat.

    Ich mache mir echt Sorgen, das ihn dies noch weiter in die Sucht treibt.

    Ich habe ihm Hilfe angeboten, aber er hat es dankend abgelehnt.

    Seit dem ist auch wieder Funkstille.

    Es bringt mich aber gerade mächtig wieder ins wanken und ich kämpfe seit dem gegen den Drang ihm zu schreiben und zu fragen, wie es ihm geht.

  • Hallo Zusammen,

    Ich hab hier im öffentlichen schon lange nichts mehr geschrieben.

    Ich bin aktuell mehr im "geschlossenen" unterwegs.

    Es war ein langes hin und her, aber ich habe mich vor einem Monat von ihm komplett verabschiedet.

    Ich bin kein Mensch der eine Beziehung einfach auslaufen lässt oder ghostet.

    Vor einem Monat hatten wir uns getroffen.

    Da meinte er, er würde seit drei Monaten nicht mehr jeden Tag trinken und es würde ihm gut tun. Es würde ihm aktuell besser gehen und er würde viel Sport machen.

    Er hat mir und der Gesamtsituation die Schuld gegeben, das er jeden Tag trinken musste. Der Alkohol wäre sein Anker gewesen um die Situation besser ertragen zu können und gleichzeitig meinte er, er wäre mit mir glücklich gewesen.

    Genauso meinte er das er mich noch lieben würde und er oft einsam ist, aber es ihm aktuell trotzdem so besser geht und er hätte so viel zu tun und so viele Projekte und keine Zeit, deswegen konnte er sich auch nicht bei mir melden, auch wenn es für mich wie eine Ausrede klingen mag.

    Er meinte jedesmal wenn wir uns sehen, würde es bei uns beiden nur wieder Wunden aufreißen, er würde mich noch lieben aber wüsste nicht wie es weiter gehen soll und ob es wirklich so gut ist, wenn es so weiter läuft.

    Ich habe ihm gesagt, das ich definitiv keine Freundschaft plus brauche, sondern ihn als Partner an meiner Seite wollte.

    Er hat zugegeben, dass der Alkohol die Beziehung irgendwo kaputt gemacht hat und er mich vernachlässigt hat und mich zum Schluss nicht mehr gesehen hat, aber er hätte keine andere Lösung als den Alkohol mehr gesehen.

    Und dennoch trinkt er auch jetzt noch. Bei dem Treffen habe ich die leeren Flaschen gesehen. Von Einsicht ist das noch weit entfernt.


    Letzendlich, habe ich mich an diesem Tag von ihm verabschiedet. Ich habe ihm gesagt, das ich für diese Beziehung gekämpft habe, aber keine Kraft mehr habe. Das ich ihn Liebe, aber ihn gehen lasse und das es eine der schwersten Entscheidungen ist, die ich für mich treffe.

    Ich wünschte ihm von ganzem Herzen, das er glücklich wird, woraufhin er meinte, das er mit mir glücklich war. Ich habe ihm noch gesagt, dass ich ihm die Tage den Schlüssel zurück gebe. Er wollte nach meinem Auszug, das ich diesen behalte, weil er gehofft hatte, das ich vielleicht öfter mal vorbei kommen würde, aber so ohne Anmeldung wäre es ihm ja auch nicht recht gewesen.

    Dann bin ich gefahren.

    Zu Hause bin ich dann weinend zusammen gebrochen und war einfach nur fertig.

    Es war ein Gespräch voller Widersprüche und es war das letzte mal, das wir uns gehört, gelesen oder gesehen haben.

    Seinen Chat habe ich archiviert und seine Sachen und Erinnerungen aus meinem Sichtfeld entfernt.

    Das war jetzt alles vor einem Monat.

    Ich stecke definitiv mitten in der Verarbeitung und es gibt Situationen und Trigger, wo alles wieder nach oben kommt. Sowohl positive als auch negative Erinnerungen. Die Phasen wechseln sich ab von Trauer über das was war und das was hätte sein können, das Gefühl versagt zu haben und ob ich noch mehr hätte tun können, in Wut und Zorn auf ihn, auf die schei... Sucht und auch auf mich selbst, das ich so viele Situationen so lange mit gemacht und mich und die Kinder dem ausgesetzt hab. Ebenso wechseln Sie von "es ist für uns alle jetzt wirklich viel besser" in tiefe Enttäuschung das er nicht für uns gekämpft hat und es für mich den Eindruck macht, als wären ihm die ganzen Jahre der Beziehung und alles was noch hätte sein können sche...egal.

    Auch habe ich vermehrt Träume in denen er und der Alkohol drin vor kommen. Manche davon sind so hirnrissig und ergeben noch nicht mal wirklich Sinn. Solche Phasen und Träume ziehen mich dann wieder derart nach unten, das ich mich am liebsten nur noch verkriechen möchte und es macht mich sooo unendlich müde und ich könnte nur noch schlafen.

    Es ist ein auf und ab und ich weiß von mir selbst, dass wenn ich den Kontaktabbruch nicht strickt einhalte und ihn sehen würde, dass ich vermutlich nicht standhaft bleibe. Ein Grund weshalb ich auch noch nicht fähig war den Schlüssel zurück zu bringen. Einfach in den Briefkasten werfen möchte ich diesen jedoch nicht. Ich möchte sicher sein können, das er diesen auch tatsächlich erhalten hat. Daher werde ich das Thema Schlüssel erst in Angriff nehmen, wenn ich mich wirklich stabil genug dafür fühle.

    Ich hab noch einiges bei mir selbst auf zu arbeiten und Muster die ich definitiv ablegen möchte und knabbere noch ganz schön an dem was alles war. Es geht doch weit über das hinaus, was ich hier im öffentlichen geschrieben habe.

    Aber es gibt auch Phasen da geht es mir gut und ich fühle mich als wäre ich auf einem guten Weg, bekomme langsam meine Energie wieder zurück. Fühle mich ruhiger, fitter und ausgeglichener. Werde wieder vermehrt für meine Kinder und mich tätig.

    Ich habe wieder mit dem Laufen angefangen. So schmeiße ich mich jeden zweiten Tag in die Sportklamotten und schnappe mir den Hund und powere mich im Wald aus. Das tut mir sooo dermaßen gut und ich merke wie mir auch das gefehlt hat. Etwas was ich früher schon gerne gemacht hatte und welches ich in der Suchtbeziehung hab schleichen lassen bzw. einfach keine Zeit mehr hatte. Ich hab mich da nur noch gehetzt und gestresst gefühlt.

    Zeit. Ein kleines Wort mit großer Bedeutung. Mir fällt auf, wieviel Zeit ich auf einmal habe ohne diesen ständigen Druck und diese ständige Angst und das ich auch wieder vermehrt Interesse habe wieder alte Hobbys aufleben zu lassen.


    Ich hatte mich so sehr in mein Schneckenhaus verkrochen und zurück gezogen, wollte nur noch Ruhe und einfach die Tage irgendwie überstehen.

    Aber es wird von mal zu mal besser und ich traue mich langsam wieder da raus.

    So ist demnächst ein Probetraining für meine Kids und mich in Selbstverteidigung gepant. Die Kinder wollten dies auch ausprobieren und da freuen wir uns alle drei schon drauf und ich vermutlich besonders. Das ist etwas was ich schon sooooo lange für mich machen wollte.

    Ich habe ein halbes Jahr nach räumlicher Trennung noch um diese Beziehung gekämpft und gehofft, das es irgendwie doch noch klappt und es hat mich fertig gemacht.

    Ich habe mich selbst damit fertig gemacht.

    Gegen die Sucht hat man als Partner einfach keine Chance,

    Alles Liebe

    -hopeless-

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