Hallo zusammen
Ich lese hier sicher schon 2 Jahre still mit und traue mich endlich zu schreiben.
Ich erläutere kurz meine Geschichte. Ich bin mit einem Alkoholiker verheiratet und wir haben eine kleine Tochter. Ich habe lange gebraucht um mir einzugestehen, dass mein Mann ein Alkoholproblem hat - vielleicht auch, weil ich noch keine Person im engeren Familien/Freundeskreis habe, welche ein Alkoholproblem hat und somit die Zeichen nicht kenne, vielleicht auch, weil ich es einfach nicht wahr haben wollte!?
Wir sind seit 12 Jahren zusammen und 6 davon verheiratet. Er hat schon immer gut und gerne getrunken. Anfang klassisch immer am Wochenende, irgendwann auch ab und an unter der Woche und zu guter letzt täglich ( mit wenigen Tagen dazwischen wo er keinen Alkohol konsumierte). Ich wusste nie genau wie viel er getrunken hat, da er meistens schon angetrunken nach Hause kam. Zu Hause trank er natürlich auch und ich habe die Bierdosen gezählt bis ich nicht mehr konnte, da es natürlich Streit gab, wenn ich ihn darauf ansprach. Lügen über Lügen und laut ihm muss ich mir einen Therapeuten suchen, denn ich habe ja ein Problem mit seinem „normalen“ Alkoholkonsum..
Ich könnte viele Geschichten erzählen über seine glorreichen Ausreden trinken zu müssen oder das er nur Kopfschmerzen habe und zu wenig Schlaf bekommen hat und es nur so wirke als hätte er Alkohol getrunken… ich bin die gestörte Ehefrau, die alles verdreht und ihn schlecht machen möchte.
So nun zum eigentlichen Punkt warum ich mich angemeldet habe: Ich habe es geschafft mich zu trennen vor einigen Wochen und bin sehr dankbar über dieses Forum. Ich habe mit der Hilfe dieses Forums und einer Angegörigenhilfe für Sucht diesen Schritt endlich gewagt - dafür möchte ich euch Danken.
Aktuell wohne ich noch in der gemeinsamen Wohnung, die ihm gehört. Daher kann ich nicht ausziehen - habe aber eine Wohnung und werde dort leider erst im März einziehen können.
Momentan ist die Situation zu Hause nicht gerade einfach… er möchte mir immer noch weismachen, dass ich alles zerstört habe und er fragt mich täglich, ob ich mir im klaren bin, dass ich die Familie kaputt mache und unsere Tochter nun ein Scheidungskind sein wird. Momentan trinkt er nicht oder nur sehr wenig.. so genau weiss ich es nicht denn er kommt und geht wie er will. Wenn er zu Hause ist, sucht er immer das „Gespräch“. Eigentlich sind es nur Vorwürfe und Beleidigungen gegen mich.
Was mich total fertig macht, ist, dass er alle unsere Freunde angerufen hat und viele auf seine Seite gezogen hat, ebenso auch seine Familie. Mich schlecht redet und unwahrheiten erzählt, Dinge die ich angeblich gesagt und gemacht haben soll gegen ihn und andere. Das weiss ich, weil eine gute Freundin von uns, mich angerufen hat und mir alles erzählt hat (sie selbst hat ihren Vater jung an den Alkohol verloren und meinte zu mir, dass sie viele Parallelen sieht).
Ich bin nun so weit gekommen und will auch sicher nicht zurück. Aber das ganze macht mir das Leben zusätzlich schwer und ich muss schon stark genug sein für meine Tochter. Habe das Gefühl, mir fehlt die Luft zum Atmen.
Wie seid ihr mit all dem umgegangen? Augen zu und durch? Irgendwelche Strategien?
Würde mich freuen von euren Erfahrungen zu hören.
Sonnige Grüsse
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