Moin,
ich bin Alkoholiker.
Ich trinke seit meinem 16. Lebensjahr regelmäßig. Da ich großer Weinfan bin, habe ich irgendwann einmal angefangen, bei meinen Essen auf Geschäftsreise, die guten Flaschen zu bestellen anstelle der weniger guten offenen Weine. Das führte dazu, dass ich schon mittags eine ganze Flasche Wein getrunken habe. Dazu kam zusätzlich, dass ich mir angewöhnte, immer nur noch Bier zu trinken. Bis vor kurzem waren das zwei Halbe in der Espressobar zum Frühstück, zwischendurch während der Arbeit die zweiten zwei Halben und so weiter durch den Tag. Abends dann zum Essen oder mittags zum Kochen eine weitere Flasche Wein. Funktionieren tue ich dann trotzdem, aber nur reduziert auf das Wesentliche und Notwendige, wenig Vollgas und Motivation. Ich bleibe unter meinen Möglichkeiten. Richtig betrunken mit Vollsuff und Filmriss hatte ich schon einige Jahre nicht.
Zwischendurch war ich dreimal in Entziehungsanstalten, als es mit harten Getränken nach Eheproblemen, Scheidung und etc. wirklich krass war. Das hat auch jeweils längere Zeit gut funktioniert, aber nach dem ersten vorsichtigen Probieren von Wein rutschte ich langsam wieder zurück.
Nun habe ich die Frau meines Lebens getroffen und sie stört sich an meinem dauerhaften Trinken. Ich fing dann an, Committments des Nichttrinkens nicht einzuhalten und sie dadurch zu enttäuschen.
Nun stehe ich vor der Wahl, nichts mehr zu trinken oder sie zu verlieren. Dazu möchte ich diesem Forum beitreten und mich wieder an meinen alten Therapeuten zu wenden. Ich muss meine Konditionierung, des automatischen Alkoholbestellens durchbrechen!