keiner - Trennung von Süchtigen

  • Hallo, ich bin seit 363 Tagen trocken. Hatte aber vor 3 Tagen einen Traum, in dem ich ein Bier getrunken habe. Das verunsicherte mich. Wie gehe ich damit um?

    Mir ging es gesundheitlich in den 363 Tagen erheblich besser. Ich finde Nichttrinken ist eine gute Sache. Mein schlimmes Asthma ist weg. Ich bin tablettenfrei. Alles gut bei mir. Eigentlich.

    Meine Partnerin hat in der Zeit mehr denn je getrunken. Leider nicht nur Alkohol, sondern auch Partydrogen& Kokain regelmässig genommen. Seitdem ist sie tagelang weg. Wenn sie kommt, soll ich ihre hohen Rechnungen zahlen. Oft kommt sie in der Nacht. 3 bis 4 Uhr. Alptraumstunde. Dann gibt es Streit und ich fühle mich den Tag über fertig. Sie hat sich durch die Substanzen sehr verändert. Lügt verlässlich. Heisst, wenn sie a sagt, ist b wahrscheinlich. Wir haben einen Sohn, der 7 Jahre alt wird. Um den kümmere ich mich, so gut ich kann.

    Momentan ist ihre Mutter bei uns. Das entspannt ein wenig. Ich sprach mit ihrer Mutter, da sie sie noch ernst nimmt. Ich denke mich nimmt sie nicht ernst. Nur um an Geld zu kommen. Aber ich kann mir das nicht unbegrenzt leisten & eine Trennung steht ins Haus. Wegen dem Kind habe ich das immer vermieden. Selbst daran zu denken. "Das wird schon wieder…" Nichts wird bei der. Der Gaul wird geritten, bis er zusammenbricht. Vorher ändert sich nichts. Ich lebe übrigens im Ausland. Das macht es fast unmöglich für den Sohn zu sorgen. Wenn ich in Deutschland sein sollte. Deshalb holte ich ihre Mutter mit ins Boot. Ich gehe so vor, das beste zu tun, auch wenn es nicht viel ist, weil die Situation schlecht ist. Die Mutter ist krank und auch nicht sehr belastungsfähig.


    Ich suche also:

    • Kontakt zu Leuten, die mit Alkoholträumen umgehen können.
    • Ratschläge zum Thema Co-Abhängigkeit.
    • Erfahrung mit Auslandsbeziehungen mit Kind. Wenn ich meinen Sohn nach Deutschland mitbrächte, ohne Mutter, wäre das internationaler Kindesentzug. Unabhängig von der Sachlage. Das macht mich auch fertig. Werde mir einen Anwalt nehmen müssen.


    Vielen Dank fürs Lesen,

    anonymus

  • Willkommen im Forum.

    Vorweg: Wir sind eine Selbsthilfegruppe für Alkoholiker und Angehörige.

    Hier tauschen sich bekennende Alkoholiker aus, die lebenslange Abstinenz anstreben und sich auch so bezeichnen, ebenso wie Angehörige, die mit der Sucht eines Partners umgehen müssen.

    Also sortieren wir mal. Bist du selbst Alkoholiker oder suchst du Unterstützung als Angehöriger einer süchtigen Partnerin?

    Beides ist möglich , aber es sind zwei völlig verschiedene Wege.


    Rechtliche Fragen KInd können hier nicht ausgetauscht werden.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • hallo Hartmut,


    Alkohol & Alkoholiker liegen hinter mir. Ich hatte keinen grossen Probleme mit dem Trinken aufzuhören, Ernährung zu ändern & sportlicher zu werden, nachdem mir die Ärztin das gesagt hatte. Natürlich war das vorher Alkoholmissbrauch, wie einige so sagen. Letztlich sind das alles Worte. Ich habe entdeckt, wie schädlich Alkohol ist. Seitdem rede ich von Trinkern und Nichttrinkern. Wie beim Rauchen. Die Trinkergruppe musste ich aus meinen Leben grösstenteils entfernen. Das bringt nichts daneben zu sitzen & Wasser zu trinken. So hatte ich fast kaum noch "Freunde", aber genug Zeit anderes zu machen.

    Ich denke die Leute würden aus mir einen trockenen Alkoholiker machen, weil das ins Klischee passt. Im Grunde ist aber mein Umfeld süchtig gewesen. Und natürlich bin ich da die Spassbremse geworden. Oder wie die Partnerin sagt: Jesus bin ich geworden. Aber das sind so Gruppenprozesse, in die meine Partnerin noch oder immer gleich eingebunden ist. Also das ist das Problem. Weil es unsere finanziellen Resourcen zerstört und mich & Sohn kaputt macht.

    Also meine Situation ist die eines Co-Abhängigen, der weiss, wie es ist, mit dem Trinken schwer aufhören zu können. Aber mit dem Kokain ist das auch eine Stufe zu hoch für mich. Hier ist es wichtig, klug zu reagieren. Ich denke mittlerweile nach "roten Linien" & einfach nur Zuhören, das beste ist eine Trennung. Auch für sie ein Grund, eher eine Therapie zu beginnen.

    Mich interessieren auch unbewusste Dynamiken zu erkennen, um dann nicht wieder bei der nächsten Kaputten zu landen. Unbewusst soll sich das Partnerdrama immer wieder gerne wiederholen.

    Muss sagen, dass meine Partnerin nüchtern und ohne Zeugs im Kopf ein wirklich toller Mensch ist. Aber davon ist nichts mehr da. Zwei Tage ausgehen, einen Tag apathisch schlafen, dann Familientag trala und dann wieder Zyklus von vorne. Häufig ist aber auch der Familientag Schlaftag. Seit gut einem Jahr. Also bitte in die Co-Abhängigkeits-Seite mit mir.

  • Hallo keiner,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Leider ist es so, dass sich viele Geschichten der Angehörigen bei uns im Forum ähneln. Aber es hilft dir bestimmt die Dynamiken zu erkennen und wenn nötig gegenzusteuern.

    Muss sagen, dass meine Partnerin nüchtern und ohne Zeugs im Kopf ein wirklich toller Mensch ist. Aber davon ist nichts mehr da.

    Ja das kenne ich als Angehörige auch, der Mensch der man anfags kennenlernt ist oft ein ganz anderer als der Mensch der der Sucht verfallen ist. Die guten Seiten zeigen sich immer weniger und trotzdem bemüht man sich als Angehöriger immer wieder um den ursprüngliche Zustand zu erreichen was aber meist nicht möglich ist.

    Für den Austausch mit den anderen Teilnehmern klicke den folgenden Link an:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Anklicken und kurz etwas dazu schreiben.

    Wir werden Dich dann freischalten und Dein Thema in "Erste Schritte für Angehörige" verschieben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Wenn du dich selbst nicht als Alkoholiker siehst, sondern als Nichtrinker, dann passt der Austausch im Bereich der Alkoholiker sowie nicht. "Trocken" ist kein allgemeiner Begriff, sondern gehört ausschließlich zur Suchterkrankung Alkoholismus. Gestoppter gelegentlicher Missbrauch oder problematisches Trinken ist etwas anderes und fällt nicht unter Alkoholismus.

    Co‑Abhängigkeit ist jedoch ein eigenes Thema mit eigenen Mustern. Es gehört in den Bereich der Co‑Abhängigen, wo du auch passende Erfahrungen und Rückmeldungen findest.

    Für die Freischaltung musst du einfach kurz auf den Bewerbungslink klicken und um Freischaltung bitten.. Der nächste verfügbare Moderator macht das und verschiebt dich dann an die richtige Stelle im Forum.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Hallo keiner,

    bitte bis zu deiner Freischaltung fürs Forum und auch in den ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den anderen neuen Usern schreiben, danke.

    Oben hast du einen Link bekommen. Bitte 1 x anklicken und ausfüllen.

    Viele Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Marie04 20. Mai 2026 um 16:13

    Hat den Titel des Themas von „Trennung von Süchtigen“ zu „keiner - Trennung von Süchtigen“ geändert.
  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, keiner.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Ich habe deinen Beitrag, der jetzt im Trash liegt, bei Wittchen gelesen.

    Nur zur Klarstellung. Wir geben hier keine medizinischen Ratschläge, keine Entzugstipps und keine Empfehlungen zum "Ausschleichen" Das gehört in ärztliche Hände.

    Außerdem bist du selbst kein Alkoholiker und solltest dich auf den Co‑Bereich konzentrieren. Das Forum ist Selbsthilfe und Erfahrungsaustausch , keine Beratungsstelle und kein medizinischer Dienst.

    Das nur mal als kurze, knackige Einordnung. ;)Nun wünsche ich dir einen guten Austausch.:thumbup:

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Die guten Seiten zeigen sich immer weniger und trotzdem bemüht man sich als Angehöriger immer wieder um den ursprüngliche Zustand zu erreichen was aber meist nicht möglich ist.


    Wobei der Angehörige als Co-Abhängiger jetzt auch nicht absolut kompetent sein muss? Ich frage mich, warum ich so aggressiv auf ihre Sucht reagieren musste. Wobei ich sie wie Dreck sah. Klüger wäre es rote Linien&Standards zu definieren, und zum Süchtigen ein entspanntes Verhältnis aufzubauen. Das konnte ich die letzten Wochen erreichen. Vorher war das nicht möglich. Der einzige Grund, den ich habe sie zu verurteilen, ist der Geldkonsum. Das ist aber auch ein wichtiger Punkt und das rechtfertigt eine Trennung und kann nett aber überzeugend vermittelt werden. Seitdem ist dann auch bei ihr wieder Bewegung drin. Also weniger Gaga-Logik, sondern terminale lucidity. Also alles in Frage zu stellen, auch innerlich für sich selber. Wenn das nicht geht, unwahrscheinlicher Frust. Also das Familiendrama.

    Familiär hatte meine Mutter eine Psychose. Sah Elfen & Feen. Als Kind konnte ich damit gut umgehen. Entwickelte aber eine doppelte Buchführung einmal zu der Mutter und dann gegenüber der Gesellschaft, die darauf aggressiver reagieren könnte als es tatsächlich nötig ist. Die Angst sie könnten jemanden in die Klappse stecken. Das könnte mich dahin gebahnt haben, dysfunktionale Beziehungen zu kreieren. Alles andere wäre auch langweilig?

    Ich weiss es nicht. Aber mir fiel auf, dass ich mit Kokainabhängigkeit da eine eigene Drohkulisse habe, die Verlassenwerden & Kind wegnehmen beinhaltet. Mit allein Alkohol war das nicht so. Darum dreht es sich dann. Auch nicht schön.

    Wenn ich ein kleines Häuschen (ohne Nachbarn) mit Keller hätte, könnte sie im Keller ihren Regenarationsraum haben und gut ist? Aber das ist nicht real machbar.

  • Ich lese sehr viel Wut aus deinen Zeilen. Bitte korrigiere mich, wenn ich falsch liege.

    Ich muss gestehen, es schmerzt mich gerade wirklich sehr, diesen Stress zu lesen und mir dahinter ein kleines Kind von 6 Jahren vorzustellen.

    Wie weit bist du auf deinem Weg? Du sprichst von Trennung und Kind mitnehmen, was ich bei diesen Zuständen für absolut notwendig halte. Bist du aber wirklich schon soweit?

    Hast du vielleicht mal drüber nachgedacht einen Anwalt einzuschalten, der dir bei der Trennung helfen kann, vor allem aber deinem Kind?

    Kannst du mit deinem Kind vielleicht erstmal für einige Zeit woanders unterkommen?

  • Wut aus deinen Zeilen.

    Genau. Selbst heute noch ist da blanke Wut, besonders nach den nächtlichen Störungen, um Geld zu holen. Am Anfang lähmte mich das… ich griff aber nicht zur Flasche. Heute versuche ich einfach das Ding zu akzeptieren und intelligent ranzugehen.

    Fakt ist: ich sitze mit dem Kind im Ausland und darf es nicht einfach ohne die Mutter mitnehmen. Da würde ich -ganz gleich unter welcher Begründung- mich strafbar machen. Also es steht kein deutschen Rechtsmittelinstrumentarium zu Verfügung.

    Deshalb habe ich Teile ihrer Familie informiert und "mit ins Boot geholt". Der Sohn könnte da bei seinen Cousins sein. Die Mutter ist in ihrer Familie auch selber stabiler. So bahne ich das. Und habe Ansprechpartner vor Ort, die nicht die Mutter sind. Den Planungsraum habe ich schon noch.

    Plan ist nach Deutschland zu kommen. Erst ich. Dann Wohnung & geregelten Job. Natürlich Anwalt nehmen, um detailiert vorzugehen. Das Sorgerecht (in Deutschland) würde ich aber am leichtesten mit ihrer Einwilligung bekommen. So eine Schmutzschlacht vor Gericht macht nur mehr kaputt als richtig. Deshalb versuche ich mit ihr guten Kontakt zu halten. Prinzipiell kann ich mit ihr noch nüchtern reden. Traurig für den Sohn wäre es Vater oder Mutter zu verlieren. Wie das häufig gemacht wird. Gut ist, wenn er in 20 Jahren noch guten Kontakt zu beiden hat.

    Der Sohn wird morgen übrigens 7 und dementsprechend entspannt ist das heute. Das tagelange Nichtdasein der Mutter & den Krach in der Beziehung hat er schon mitbekommen. Aber die Dinge werden besser, weil ich nicht mehr verzweifel, sondern wieder handle.

  • Schreibe mal bitte nicht so abfällig über deine Partnerin daher.

    Suchtkranke Menschen haben auch Menschenwürde.

    Du bist keinen Millimeter ein besserer Mensch, wenn du sie dermaßen abwertest.

    Es geht um dich. Lasse dich beraten und gehe deinen Weg. Das geht durchaus, ohne schäbig auf den anderen herabzusehen.

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Schreibe mal bitte nicht so abfällig über deine Partnerin daher.

    Lies nochmal genau. Ich habe nicht 'sie ist Dreck' geschrieben. Ich habe geschrieben: 'Wobei ich sie wie Dreck sah.' Das ist eine Selbstauskunft über meine damalige Wahrnehmung – keine Aussage über ihren Wert als Mensch. Wer diesen Unterschied nicht versteht, sollte sich vielleicht mit der eigenen Fähigkeit zu differenzieren befassen, bevor er andere moralisch belehrt. Vielen Dank.

    Einmal editiert, zuletzt von Linde66 (21. Mai 2026 um 22:10) aus folgendem Grund: deinen Text unter mein Zitat gesetzt

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