Mac123 - Neues Mitglied

  • Hat jemand Erfahrung, wie lange die stationäre Entgiftung dauert?

    Das ist ganz unterschiedlich. Ich bekam Medikamente zur Beruhigung und gegen mögliches Krampfen. Das ist üblich. Die beruhigenden Medikamente können selbst starkes Suchtpotential haben und die wurden nach 3 Tagen ausgeschlichen, da waren dann auch die körperlichen Entzugserscheinungen auf dem Rückzug. Der Körper braucht noch länger bis der Alkohol raus ist, aber das kann er dann alleine.
    Du kannst ihm die Ruhe geben, die er braucht. Wenn dir nach schlafen ist, schlafe soviel du kannst. Das Leben draußen geht weiter, auch erstmal ein paar Tage ohne dich.
    Nutze die Zeit in der du fremdversorgt wirst, das hat seinen Grund.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo Mac, erstmal willkommen und schön, dass Du Dich auf den Weg machst, abstinent zu leben. Das Du im KH zur Entgiftung und Überwachung bist, ist ein guter Anfang.

    Ich komm hier gerade von 100 auf 0. Das geht doch nicht.

    Das ist auch so gewollt. Erst der körperliche Entzug, der Deinem Körper alles abverlangt und auf Hochtouren läuft, das Gift muss raus.

    Alles muss ich hier allen aus der Nase ziehen. Ich habe wirklich gehofft, dass sich auch mal jemand für mich Zeit nimmt.

    Die Stationen sind voll, keiner wird Dich mit Watte pudern. Trocken werden heißt nicht nur körperlich trocken sein, sondern auch geistig und seelisch. Ich musste wieder Eigenverantwortung übernehmen, lernen mich um MEINS zu kümmern und nicht um die Welt da draußen . Letztendlich wollen sie auch sehen, wie ernst Du es meinst.
    Die meisten Patienten sind nämlich Drehtürpatienten, kaum sind sie aus dem KH hängen sie wieder an der Flasche.
    Würde mich als Arzt oder Schwester auch nerven, wenn die Sache nicht ernst genommen wird. Das ist jetzt nicht auf Dich bezogen, aber ca.95 % werden wieder rückfällig.
    Vielleicht hast Du die Möglichkeit, im Anschluss noch eine stationäre oder ambulante Langzeittherapie zu machen.
    Komme erstmal hier in Ruhe an.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Lieb, dass du fragst! Nach 9 Tagen Aufenthalt im Krankenhaus, wo man mich permanent mit edit und einem Neuroleptikum vollgestopft hat, bin ich dann freiwillig gegangen. Ich habe mich noch nie zuvor so abfällig behandelt gefühlt. Nach der Entgiftung ging es mir deutlich schlechter durch das bitte keine Medikamentennamen. Aber ich fand einen tollen Arzt, der mich dann ambulant weiter begleitet hat. Jetzt mache ich eine Suchtherapie, bin in psychologischer Behandlung und entgiftet. Dank den tollen Therapeuten bin ich seit zwei Wochen trocken und fast weg vom bitte keine Medikamente nennen. Manchmal wünsche ich mir mehr Zeit für mich. Das andauernde Stresslevel macht mich sehr nervös. Aber daran arbeiten wir gerade. Ich fühle mich schlecht, weil ich ständig denke, dass meine Ehrlichkeit, ich bin ein Alkoholiker, mich abwertet. So jedenfalls war meine Erfahrung. Aber nach Alkohol steht mir nicht mehr der Sinn. Eher nach puren Erleben und Genießen der schönen Welt. Die Hilfe, die ich jetzt bekomme ist wirklich toll. Aber ich werde noch ein bisschen mit meinen Gedanken leben.

  • Das tut mir leid, dass du so schlechte Erfahrungen gemacht hast und da gibt es auch nichts zu entschuldigen. (Gleichzeitig bin ich froh, dass ich mich immer wertgeschätzt gefühlt habe und gut behandelt worden bin.)

    Schreib öfter hier, wir sind Ansprechpartner auf Augenhöhe ;)

    Alles Gute weiterhin,

    lieber Gruß

    Freiheit begann für mich dort, wo die Ausreden endeten.

    Abstinent seit 2022

  • Dank den tollen Therapeuten bin ich seit zwei Wochen trocken

    Erstmal "dank Dir"! :thumbup:

    Das wollte ich gleich mal klar stellen. Die stehen nämlich nicht ständig neben dir und nehmen dir das Glas aus der Hand.

    Glückwunsch zu zwei Wochen. 🍀

    Das andauernde Stresslevel macht mich sehr nervös.

    Stress ist immer schlecht. Besonders wenn das Suchthirn ggfs. Alk als Lösung anbietet. Was anderes kann es ja auch gar nicht.

    Ich fühle mich schlecht, weil ich ständig denke, dass meine Ehrlichkeit, ich bin ein Alkoholiker, mich abwertet.

    Bin jetzt kein Therapeut. Aber dieses Gefühl strahlst du wahrscheinlich auch aus.

    Mir hat da auch die Zeit geholfen. Mit jedem Tag Trockenheit wurde ich stolzer. Denn ich bin trockener Alkoholiker. Habe das Ruder rum gerissen und muss heute nicht, bei dieser Affenhitze, Alkohol in mich hinein schütten.

    Dieser elitäre Club hier hat mit sehr dabei geholfen. ;) Ich habe wirklich alles, was mich bewegt hat, hier rein geschrieben. Es ist beruhigend für mich zu wissen, dass ich nicht alleine bin.

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

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