Sonne_xx - Vorstellung und wie lange geht es noch?

  • Nein ich wohne bei meinem Freund ca. 20km weg allerdings halte ich immer nach der Arbeit bei ihr.

    Ich habe zwei ältere Schwestern allerdings auf Grund dessen das sie Kinder haben haben sie kaum Zeit, daher übernehme ich alles.

    Ich war bei jeder Einweisung dabei. Die 6 wöchige Entgiftungskur war ebenfalls ich vor Ort. Ich habe schon mit vielen verschiedenen Therapeuten gesprochen.

    Mir ist bewusst das sie auch nach der Station wieder mit trinken beginnt, mir ist auch durchaus bewusst das in den Krankenhäuser sowieso schon viel zu viel los ist. Aber mein Vater und ich brauchen einfach mal eine Verschnaufpause von ihr.

    Wir schaffen das tägliche aufpäppeln von ihr nicht mehr.

  • Wir schaffen das tägliche aufpäppeln von ihr nicht mehr.

    Vielleicht hat dieses tägliche aufpäppeln unterbunden, dass sie ihren persönlichen Tiefpunkt erreicht? So eine Nacht neben dem Bett könnte schon ihr eigenes Nachdenken anregen.

    Hast Du Dich schon ein wenig bei den anderen Angehörigen eingelesen?

    Es geht dort hauptsächlich darum, dass auf sich selbst geschaut wird. Und damit fängst Du ja gerade an. Das ist gut.

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

  • Hallo Alex,


    tatsächlich haben alle Therapeuten schon mir mitgeteilt, dass ich ein krankhaftes Kontrollieren und Verantwortungsempfinden habe.

    Aber auch wenn meine Mutter so nie ein richtige Mutter für mich war. Und sie wirklich schon sehr sehr böse war und mich auf das übelste beschimpft hat wenn ich ihr geholfen habe, denke ich mir dennoch es ist immer noch meine Mutter und kann sie nicht hilflos am Boden liegen lassen.

    Sie atmet dann zudem sehr schwach. Hatte schon den Rettungsdienst angerufen danach Angst hatte sie erstickt.

    Mich würde interessieren wie die letzten Monate bei anderen Alkoholiker waren.

    Jeder berichtet mir immer nur „der“ und „die“ haben auch gesoffen und sind gestorben aber mir fehlt der Bezug zum Detail.

    Liebe Grüße

  • Hallo Sonne.

    Wie schlimm es bei ihr aussieht, kann nur ein Arzt beurteilen. Aber da möchte sie wahrscheinlich nicht hin?

    Freiheit begann für mich dort, wo die Ausreden endeten.

    Abstinent seit 2022

  • Hallo Sonne,

    ich denke, dass das individuell ist mit dem zu Ende gehen.

    Ich habe mit meinem ersten Mann schon lange nicht mehr zusammengelebt. Ich hab ihn aber ab und an noch getroffen, er wohnte in gleichen Haus wie meine Eltern. Da sind wir uns dann auch zum letzten Mal begegnet.

    Er war gelb, die Haut, das Weiße in den Augen, alles gelb. Und er war aufgedunsen, hat gezittert, hatte auch Atemnot. Er ist ca 3 Monate nach diesem Zusammentreffen verstorben, an einem Herzinfarkt.

    Aber vielleicht können du und dein Vater mal beim Sozialpsychiatrischen Dienst anrufen. Euch einen Termin geben lassen. Einfach mal Informationen einholen, was ihr machen könnt, also welche Möglichkeiten es gibt, dass zum Beispiel die Mutter nicht mehr zuhause lebt sondern in einer Einrichtung.

    Dann hättet ihr das Elend nicht mehr ständig vor Augen. Wie du schreibst, sie ist trotzdem deine Mutter und diese emotionale Seite solltest du nicht unterschätzen. Das ist eine hochgradig Überlastung, es nimmt dir Energie und Lebensfreude.

    Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn du dir Hilfe holst um eine Distanz zu bekommen. Im Gegenteil. Du kannst ja nichts tun für deine Mutter. Du machst nur dich selbst kaputt damit.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Das ist völlig unterschiedlich.

    Einen Onkel von mir haben sie friedlich schlafend auf dem Sofa gefunden, denn ein ganz simpler Herzstillstand kann auch vorkommen unter Alkohol. Hat halt abends getrunken und ist eingeschlafen, fertig.

    Dann kann das Gehirn, die Leber, die Bauchspeicheldrüse geschädigt sein, Blutungen aus Variszen in der Speiseröhre können zum Verbluten führen, Du kannst einen Schlaganfall bekommen oder Korsakow-Demenz.

    An allem kann ein Alkoholiker sterben.

    Als mein Vater noch so umtriebig war wie Deine Mutter, war er vom Sterben noch Jahre entfernt.
    Da ist er auch öfter mal seine Treppe runtergefallen und hinterließ ordentlich Blutspuren.
    Das ging es wirklich noch länger.

    Der hätte sich aber noch ganz anders geweigert, sich helfen zu lassen, der hat einfach Hausverbot erteilt und mit Prügeln gedroht, wenn sich jemand einmischt. Am Ende war der nicht mehr in der Lage, sich Alkohol zu besorgen, oder überhaupt das Bett zu verlassen. Und der bekam dann im Heim auch Bier und Wein, viel brauchte er sowieso nicht mehr weil die Leber kaputt war, und ganz ohne hätte bei ihm auch nichts gebracht.

    Wie geschrieben, er baute halt immer mehr ab. Geistig und körperlich. Wenn die Leber mal richtig kaputt ist und andre Schäden auch schon da sind, geht es oft geradeaus runter. Aber Totgesagte leben länger.

    Und was weiß denn ich, wie zäh Deine Mutter ist? Jeder ist anders.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Hallo Lebenskünstler,


    habt ihr ihm dann selbst den Alkohol besorgt?

    Tatsächlich hab ich mir schon überlegt ihr den Stoff einfach hinzustellen.

    Damit sie nicht irgendwo auf der Straße stürzt und liegt.

  • Das war sowieso nur ich, und ich bin selbst lange trockener Alkoholiker, habe also auch ordentlich gesoffen und weiß von daher, wie das ist, wenn man nicht aufhören will oder kann. Und er hatte selbst deutlich gesagt, dass er trinken will. Fertig.

    Vollkommen sinnlos, jemandem vom Trinken abbringen zu wollen, der das nicht selbst will.

    Ja, ich hab ihm den Alkohol gegeben, und im Heim hat er von den Pflegern welchen gekriegt.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
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  • Hatte dein Vater früher eine Hemmschwelle vor dir zu trinken?

    Ich habe mittlerweile beobachtet das erst seit nem Jahr sie offen vor allem trinkt also eher sauft. In einem Zug ganzes Glas weg.
    Selbst bei unserer vereinsversammlung nahm sie die Sektflaschen zu sich und hat es so übertrieben das ich die vor allen Leuten raus tragen musste.

    Früher hatte sie noch die Hemmschwelle.

  • Nein, mein Vater hatte nie eine Hemmschwelle. Zusammen trinken war lange eins von Wenigem, wo wir uns verstanden haben.

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