Pinguin - Boden unter den Füßen weggerissen

  • Hallo zusammen,

    ich weiß es geht hier darum, dass man von seinem Alkoholkranken Partner wegkommt. Ich brauche gerade Beistand für die Trennung von meinem Alkoholkranken Mann. Er hat vor einer Woche die Trennung ausgesprochen und will sich scheiden lassen. Er meint die Beziehung sei kaputt und es sei längst nicht mehr der Alkohol das Problem.

    Ich denke eben schon. Denn Alkohol verändert den Charakter usw. Jetzt plagt mich das schlechte Gewissen, dass ich eine falsche Ehefrau wa.r zu viel gemeckert habe und immer nur alles schlecht geredet habe. Er meinte ich würde immer etwas finden was mich stört. Das Rauchen, seine Zähne (die nach Vodka Cola und Zigaretten sowie knirschen schon sehr gelitten haben) dass er zu wenig im Haushalt hilft. Er hat doch alles versucht. PeTh Tests. Trockene Phasen. Die immer 1-2 Monate hingen und dann kam der Rückfall. Er meinte ich sei immer so und würde immer meckern egal ob er nüchtern ist oder nicht. Aber nach einem Monat ist man doch nicht nüchtern. Dann dauernd diese kalten Entzüge wo er sich 2- 3 Tage zurückgezogen hat. Beim letzten Mal habe ich gesagt er soll zu seiner Mom bis er wieder trocken ist.


    Bin ich der Fehler. War ich zu streng.

  • Zu einer Beziehung gehören zwei, eine Beziehung beenden kann man auch alleine.
    Das ist der Vorteil beim Beenden, dass man sich mit niemandem darüber einigen muss. Außer den Scheidungsformalitäten, aber das machen dann Rechtanwälte und Gerichte.

    Manchmal passt es einfach nicht mehr. Was daran ist schwer zu verstehen?

    Und was war an der Ehe so toll, was Dir jetzt so fehlt, dass es Dir den Boden unter den Füßen wegzieht? Du könntest ja auch froh darüber sein, dass Du jetzt mindestens ein Problem weniger hast.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Ja eigentlich müsste ich froh sein. Aber das bin ich nicht.

    Ich hätte mir so sehr gewünscht, dass er sich Hilfe holt und es schafft. Und wir als Familie bleiben können.

    Ich suche Antworten keine Ahnung.

    In der guten Zeit trank er 1-2 Vodka Cola Flaschen. In schlechten Zeiten 1 Vodka Cola Flasche am Tag. Das ist doch definitiv eine Sucht ein Problem. Oder nicht?

    Der letzte Peth Test war über 100. Also Alkohol Konsum. Er hat halt immer funktioniert. Weswegen dann auch teilweise Kommentare von der Mutter ihrem Partner kamen dass er es doch noch im Griff habe. Und dann kommt mein Teufelchen und fragt sich ob ich übertrieben habe und auf hohen Niveau gemeckert habe.

    Ja bei mir geht's nicht nur um den Alkohol. Es geht auch um Beziehungsthemen. Ist das unangebracht hier?

  • Es kommen auch so Sätze wie meine Erwartungen sind zu hoch und die will und kann er nicht erfüllen. Und dann stresst ihn das ständige meckern und Druck machen. Ich meine wenn er alleine wohnt muss er doch alle Erwartungen die ich ihn gestellt habe alleine erfüllen. Weil er einen eigenen Haushalt dann hat.

  • Aurora 24. August 2026 um 13:43

    Hat den Titel des Themas von „Boden unter den Füßen weggerissen“ zu „Pinguin - Boden unter den Füßen weggerissen“ geändert.
  • Wenn er alleine wohnt, muss erstens er sich mit niemanden einigen, wie er seinen Tag gestaltet, und zweitens ist es dann nicht Dein Problem, was er tut.

    Mein Vater, übrigens auch ein Alkoholiker, sagte mir mal, lange nach der Scheidung meiner Eltern, dass alle Frauen, die er noch kriegen könnte, Erwartungen hätten, und er sei nicht mehr bereit dazu, irgendwelche Erwartungen zu erfüllen. Er hat es vorgezogen, alleine zu bleiben und zum Trinken braucht man eben niemand Anderen..

    Ich war auch schon mal überzeugter Single und ich hatte auch immer damit zu kämpfen, dass Andere manche Seiten an mir mochten und andere Seiten hätte ich eben ändern sollen. Für mich war das auch unabhängig vom Alkohol oft eine Erleichterung, wenn diese Beziehungen zu Ende waren. Und irgendwann war ich auch überzeugt, den Ärger spare ich mir gleich und lebe lieber ganz alleine.

    Mit meiner heutigen Frau, mit der ich auch 13 Jahre meiner Suffkarriere erlebt habe, habe ich mich in vielen harten Streitereien zusammengerauft, und die härtesten dieser Streitereien fanden erst statt, als ich bereits trocken war und meinerseits auch Grenzen gesetzt habe. Denn ich erfülle auch nicht so einfach Erwartungen, wenn ich etwas Anderes will. Da musste die Liebe schon sehr groß sein und auch beide wirklich wollen, dass das klappt. Das ist halt nicht überall der Fall.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
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  • Hallo Pinguin,

    es ist doch im Grunde genommen völlig egal ob er eine Suchterkrankung hat oder nicht. Wichtig ist doch, dass DU ein Problem damit hast. Es dich beeinträchtigt. Und dann darfst du es auch verändern, für dich. Wenn ER kein Problem in seinem Konsum sieht, egal ob Sucht oder nicht, dann wird er auch nichts ändern. Für ihn ist sein Leben doch okay.

    Ja bei mir geht's nicht nur um den Alkohol. Es geht auch um Beziehungsthemen. Ist das unangebracht hier?


    Im Zusammenhang mit der Beziehung mit einem Abhängigen ist ein Austausch hier okay. Denn der Alkoholkonsum und die Folgen dadurch haben ja auf die Beziehung und wenn es sie gibt auch auf die Kinder Einfluss. Da ist hier die richtige Stelle zum Austauschen.

    Wenn es rein nur um Beziehungskrisen ohne Alkohol oder andere Drogen geht gibt es andere Anlaufstellen.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Mich würde mal interessieren: Wenn es wirklich der Alkohol wäre — wenn das der Grund für die Trennung wäre — was genau würdest du mit dieser Information machen?

    Würde es dir beim Trennungsschmerz helfen?

    Würde es dir helfen, weil du dann „nicht schuld“ wärst?

    Oder bringt es dir am Ende gar nichts?

    Ist es nicht sinnvoller, die Energie in etwas zu stecken, das dich wirklich weiterbringt?

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Es ist total schwachsinnig meine Energie darein zu stecken. Ich weiß nicht was ich mir erhoffe. Dass ich nicht schuld bin. Keine Ahnung. Dass er sich nur Hilfe suchen muss und wir noch eine Chance haben . Kleine Ahnung

    Das ich übertreibe usw.

    Naja meine Erwartungen sind als Team zu arbeiten und sich den Haushalt zu teilen und nicht zu sagen ich arbeite 10 Stunden am Tag und mein soll ist erfüllt. (Er macht schon ein bisschen was im Haushalt.)

    Wir haben Kinder ich arbeite als Mutter in Teilzeit und 100% in care Arbeit.

    Ich habe das Gefühl ich bin schuld an seiner trinkerei, weil ich so viel Druck mache. Und natürlich gibt es Streit wenn er nüchtern ist. In welcher Beziehung nicht. Mit oder ohne Alkohol.

  • Vorm Urlaub wurde ich etwas ausfallend. Ich weiß dass es uncool war. Aber das als Trennungsgrund zu nehmen.

    Ich habe Angst, dass ich das Problem bin/war.

    Zwei Tage vorm Urlaub bin ich eskaliert. Die letzten drei Tage sahen unsere Abendessen so aus. Ich habe Abendessen vorbereitet und wir haben gemeinsam gegessen. Er saß fast immer nur da und hatte keinen Hunger. Nach dem Essen hat er die Hälfte des Tisches abgeräumt und ist dann rauchen gegangen, dann aufs Klo und wieder rauchen in der Zeit habe ich den restlichen Tisch abgeräumt, die Küche geputzt und die Kinder angefangen Bettfertig zu machen. Dann kam er dazu halt und gab ihnen einen gute Nacht kuss. Am dritten Tag war ich sauer. Und habe auf eine normale Frage wegen den Nachbarn patzig reagiert. Er fragte mich ob ich sauer sein. Und dann habe ich nur etwas lauter gesagt ; Ja, du räumst den halben Tisch leer gehst rauchen, dann kacken und dann wieder rauchen. " Das war glaube ich der Grund wieso er am nächsten Tag nach der Arbeit getrunken hat. Er wollte nicht mehr mit in der Urlaub

  • Ich habe das Gefühl ich bin schuld an seiner trinkerei, weil ich so viel Druck mache.

    Ich bin hier im Forum ja nun nicht gerade dafür bekannt, lange um den heißen Brei herumzureden. Also ganz direkt: Hau dir diesen Gedanken aus dem Kopf. Du bist nicht schuld daran, dass er säuft. Nicht dein Druck, nicht deine Erwartungen, nicht deine Fragen, nicht deine Grenzen und auch nicht dein Gemecker. Ein Alkoholiker säuft, weil er Alkoholiker ist ;)

    In meiner nassen Zeit habe ich auch versucht, Gründe und Schuldige zu finden. Nicht, weil sie wirklich schuld waren, sondern weil es mir die Verantwortung vom Hals gehalten hat. Genau das passiert hier auch. Wenn er dir sagt, er säuft wegen dir – oder du das auch nur ansatzweise denkst – dann wird die Verantwortung nach außen geschoben. Die liegt aber bei ihm, nicht bei dir.

    Sonst müsste ja gelten. Wenn du dich nur „richtig“ verhältst, bleibt er trocken. Und wir beide wissen, dass das nicht funktioniert. Seine Sucht ist seine. Seine Trockenheit wäre auch seine.

    Alles andere ist natürlich übel, erst mal sein eigenes Leben neu zu sortieren zu müssen, aber da schreiben dir sicher noch ein paar aus der CO-Ecke etwas dazu.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Ich bin hier im Forum ja nun nicht gerade dafür bekannt, lange um den heißen Brei herumzureden. Also ganz direkt: Hau dir diesen Gedanken aus dem Kopf. Du bist nicht schuld daran, dass er säuft. Nicht dein Druck, nicht deine Erwartungen, nicht deine Fragen, nicht deine Grenzen und auch nicht dein Gemecker. Ein Alkoholiker säuft, weil er Alkoholiker ist ;)

    In meiner nassen Zeit habe ich auch versucht, Gründe und Schuldige zu finden. Nicht, weil sie wirklich schuld waren, sondern weil es mir die Verantwortung vom Hals gehalten hat. Genau das passiert hier auch. Wenn er dir sagt, er säuft wegen dir – oder du das auch nur ansatzweise denkst – dann wird die Verantwortung nach außen geschoben. Die liegt aber bei ihm, nicht bei dir.

    Sonst müsste ja gelten. Wenn du dich nur „richtig“ verhältst, bleibt er trocken. Und wir beide wissen, dass das nicht funktioniert. Seine Sucht ist seine. Seine Trockenheit wäre auch seine.

    Alles andere ist natürlich übel, erst mal sein eigenes Leben neu zu sortieren zu müssen, aber da schreiben dir sicher noch ein paar aus der CO-Ecke etwas dazu.

    Danke. Diese Worte tun im Moment unfassbar gut. Ich Zweifel momentan einfach massiv an mir. Und habe Angst vorm ungewissen. Das ist vermutlich die co Abhängigkeit. Die Sucht war das Gewisse und ich glaube das ungewisse macht mir Angst. Und ich hätte mir halt gewünscht, dass er es schafft. Irgendwie sind da ja doch Gefühle

  • Wollte er das auch?

    Ich kenne Leute, denen wurde erst dann, als sie Kinder hatten, so wirklich bewusst, dass ihnen das im Grund viel zu viel ist und sie in ihrem Leben sehr einschränkt. Und dann wird halt versucht, irgendwie aus der Nummer wieder rauszukommen. Kinder sind dann nur noch ein lästiges Anhängsel.

    Ich will ihn damit nicht verteidigen, aber Wünsche und Einstellungen können sich im Lauf des Lebens auch ändern.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Den Gedanken hatte ich auch schon. Aber als Eltern haben wir halt die Verantwortung. Zudem sagt er jetzt in der Trennung dass es ihm wichtig ist, dass er die Kinder weiterhin sehen kann.

    Gut sie nur am Wochenende mal zu sehen ist was anderes als den Alltag mit ihnen zu verbringen.

    Wollte er das auch?

    Ich kenne Leute, denen wurde erst dann, als sie Kinder hatten, so wirklich bewusst, dass ihnen das im Grund viel zu viel ist und sie in ihrem Leben sehr einschränkt. Und dann wird halt versucht, irgendwie aus der Nummer wieder rauszukommen. Kinder sind dann nur noch ein lästiges Anhängsel.

    Ich will ihn damit nicht verteidigen, aber Wünsche und Einstellungen können sich im Lauf des Lebens auch ändern.

  • Ich wüsste einfach gerne was in so einem Alkoholiker vorgeht.

    Du möchtest wissen was in ihm vorgeht.

    Ein Alkoholiker ist ein Mensch wie jeder andere. In mir gehen sicher andere Dinge vor als in ihm.

    Im Übrigen schließe ich mich Hartmuts Beitrag an.

    Diesen hier

    Dieser hat mich sehr angesprochen. Denn er trifft voll und ganz auf mich zu.

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

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