Morgaine - Alkoholikerbekenntnis, Identität und Selbstwert

  • Ja, ich werde wohl üben müssen, etwas zu tun, obwohl mir nach nichts ist… und hoffen, das mit dem Tun irgendwann das Interesse zurück kommt…

    Eis essen ist eine schöne Idee, KaDett , aber im Moment muss ich gut aufpassen, dass ich den Alkohol nicht durch Zucker ersetze…

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • Hi Morgaine, ich habe dieses Gefühl der Leere die große Langeweile genannt. Bei mir kam das im ersten Jahr in Wellen. Ich schreibe Die als trockene Alkoholikerin, jetzt seit etwas über 3,5 Jahren.
    Am Anfang finde ich Süßkram naschen ganz ok, auf Dauer ist das natürlich keine Lösung.
    Liebe Grüße Rina

  • obwohl mir nach nichts ist…

    Das kommt mir total bekannt vor, ich hatte auch so eine Episode. Die dauerte einige Wochen oder gar Monate. Da war nicht viel mit mir los und ich hing nur durch.. Ich habe mir gesagt, dass der Körper diese „Ruhe“ benötigt, um sich wieder zu akklimatisieren nach all den Jahren , in denen ich ihn mit Alkohol zugeschüttet habe.

    Auch das geht vorbei… und es kommen wieder Zeiten, in denen du dich vor Schaffenskraft nicht retten kannst 😉 Ich könnte gerade 1000 Dinge auf einmal ausprobieren und machen, ich hab so viele Ideen, mir fehlt nur schlichtweg die Zeit 🙃

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Ich kenne diese Phasen der Leere auch.
    Mir half und hilft es, diese anzunehmen und zu akzeptieren, „sich selbst mal auszuhalten“.
    Ich schaue dann immer, was kann ich mir Gutes tun, was brauche ich gerade? Das kann auch einfach nur Ruhe sein.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Ich bin ein Bewegungsmensch, der sich abends früher mit Alkohol zugeschüttet hat. Nun gehe ich regelmässig ins Training, Kraft, Pilates, Zumba, Wandern, Fahrradfahren, egal was. Nach einem Bürotag muss der Power raus!

    Jeder Mensch ist anders und gell, ich kann nur schreiben, was mir hilft. Aber dieses Gefühl nach dem Sport ist wunderbar!

  • Guten Morgen Morgaine,

    ich habe mal zwei deiner Aussagen aus dem Faden „xx Jahre trocken“ zu dir geholt.

    andere Beschäftigungen versuche ich gerade bzw gehe früh ins Bett...aber das fühlt sich alles noch nicht organisch und stimmig an. Ich werde mich mit meiner inneren Leere beschäftigen müssen...

    Meine Suchberaterin sagte mal zu mir, ich müsse etwas mindestens 100 mal wiederholen, damit es sich als Verhaltensänderung im Gehirn etabliert.
    Insofern ist es total verständlich, dass sich andere Beschäftigungen noch nicht stimmig anfühlen.

    Ich puzzle mittlerweile regelmäßig. Das Puzzle liegt auf dem Tisch, so dass ich mich jederzeit dransetzen kann. (Wenn der Tisch benötigt wird, kann ich das Puzzle schnell wegräumen, da es auf einer Unterlage liegt.)

    Anfangs habe ich abends sehr viel gepuzzelt, um mich zu beschäftigen. Das Puzzeln hat mir von Anfang an Spaß gemacht und ich kann mich darin verlieren.
    Mittlerweile puzzle ich abends immer dann, wenn mir danach ist, wenn ich abschalten möchte.

    Bleibe also dran, wenn du eine abendliche Beschäftigung gefunden hast, die dich zufrieden macht.

    Und da ich das nicht zulasse, fängt sie dann an, die Sucht, mir zu erzählen, dass ich doch wahrscheinlich gar nciht süchtig bin und nur ein kleines bisschen übertrieben habe.
    Ich übe, diese Gedanken ziehen zu lassen und mich auf keine Diskussion einzulassen.
    Es ist gut zu merken, dass sowohl der Suchtdruck als auch diese Gedanken nach einer Weile wieder abklingen.

    Ich lasse diese Gedanken nicht nur passiv ziehen, sie nach einer Weile abklingen, sondern rufe jedes Mal, wenn der Gedanke an Alkohol kommt, dass er abhauen soll. Ich werde aktiv.
    Der Gedanke kommt normalerweise gar nicht so weit, mir zu sagen, dass ich übertreibe, dass ich gar keine Alkoholikerin sei.

    Es gab zwischendurch eine Phase, in der die Sucht es schaffte, mir diese Gedanken zuzuflüstern.
    Da habe ich meine ersten Beiträge in meinem Faden gelesen, da habe ich bewusst meine erste Stunde in der Suchtberatung hervorgeholt und mir danach mit Überzeugung bestätigt, dass ich Alkoholikerin bin. Danach konnte ich die Suchtstimme wieder regelmäßig im Ansatz abwürgen.

    Mir hilft es, aktiv Suchtgedanken abzuwürgen. Damit gebe ich der Sucht sowenig Raum wie möglich.
    Es wäre für mich eine Qual gewesen, mit Händen auf dem Schoß still zu sitzen und abzuwarten, bis die Gedanken sich von selbst verflüchtigen (so würde ich mich sehen, wenn ich warten würde, bis die Gedanken abklingen,)
    Ein Abwarten wäre für mich Passivität und die Sucht hätte, auch wenn ich nicht mit ihr diskutiere, sondern nur still bin, in der Zeit das Zepter in der Hand. Ich würde mich ihr wie ein verschrecktes erstarrtes Kaninchen ausgeliefert fühlen.

    Vielleicht ist der Weg, „Hau ab.“ zu rufen, für dich auch leichter als die Suchtgedanken auszuhalten.

    Liebe Grüße Kyra

    Mein Weg in die Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit begann am 26.11.2025 und endet mit mir.

  • sondern rufe jedes Mal, wenn der Gedanke an Alkohol kommt, dass er abhauen soll

    Ich möchte mich jetzt nicht in Kleinigkeiten verstricken, aber ich mache es genauso wie Morgaine . Ich lasse den Gedanken ziehen, nehme ihm die Aufmerksamkeit und er verschwindet von selbst ohne aktives Tun meinerseits (übrigens so ähnlich funktioniert auch Meditation, aber das nur am Rande).

    So wie du es beschreibst mit „dass er abhauen soll“ klingt für mich zu sehr nach Kampf. Damit wende ich mich ihm zu und gebe ihm Aufmerksamkeit.

    Das war nur ein Gedanke, wie es für mich stimmig klingt und vielleicht nimmt das jeder auch für sich anders wahr. Wichtig ist letztlich, dass wir nicht mehr zu diesem Gift greifen..

    LG KW

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • übrigens so ähnlich funktioniert auch Meditation,

    Die habe ich heute schon gemacht.

    Dennoch habe ich Suchtgedanken auch nicht ziehen lassen. Sondern aktiv "M. halten" in mir gebrüllt.

    Damit gebe ich der Sucht sowenig Raum wie möglich.


    Ich kenne auch eine Meditation in der ich meine Gedanken bemerke, kurz betrachte und dann immer innerlich "schließen" sage. Bis eine Weile kein Gedanke mehr auftaucht.

    Sollte es ein wichtiger Gedanke sein, sage ich "Notiz" und schließe ihn anschließend. Ich weiß dann, dass er mir später wieder einfällt.

    Jeder Gedanke hat bei mir seine Berechtigung. Wie viel Aufmerksamkeit ich ihm schenke ist mir überlassen.

    Die Suchtstimme jedoch bekommt gar keine. Kommt nur Müll bei raus. Ich reiße auch nicht den Biomüll auf und stecke den Kopf rein. Der Deckel bleibt zu.

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

    Einmal editiert, zuletzt von Alex_aufdemweg (17. September 2026 um 14:30)

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