• Hallo,

    ich bin w, 56 und seit 4 Jahren verheiratet. Wir sind seit 12 Jahren zusammen und kennen uns aber aus Teenagertagen wo wir mal zusammen waren. Eine romantische Geschichte aber alles umsonst.

    An meiner Situation gebe ich mir selbst die Schuld. Es war mir schnell bewusst, dass er trinkt. Aber ich habe es mir "schön geredet". Das wird schon. Er liebt mich und ich ihn, wir packen das. Aber packen kann man nur etwas, wenn beide wollen.

    Er trinkt heimlich und denkt immer ich weiß nichts, sehe nichts und rieche nichts. Ich denke ich muss es nicht erklären. Natürlich bin ich immer Schuld! Ausnahmslos.

    Ich will gehen und finde die Kraft nicht. Ich warte auf meinen Reha Termin (ist bewilligt) und nach den 3 Wochen will ich ernsthaft eine neue Wohnung suchen. Auch bekomme ich eine neue sehr verantwortungsvolle Stelle auf die ich mich freue aber vor der ich auch Angst habe. Und mit all dem neuen und dem alten versuche ich irgendwie Kraft zu finden zu gehen. Ich kann mit niemanden reden, weil ich mich so schäme und privates auch nicht gerne nach außen trage. Unsere erwachsenen Kinder möchte ich nicht belasten und ansonsten habe ich niemanden mehr. Seine Familie sieht kein Problem, da wird es eher gefördert.

    Ach alles xxxxxx

    Traurige Grüße

    Einmal editiert, zuletzt von Cassey (11. Oktober 2026 um 10:38)

  • Hallo Cassey,

    herzlich willkommen.

    Was du beschreibst habe ich ähnlich erfahren. Gerade auch die Scham darüber, dass mir sowas passiert war, dass ich einen alkoholabhängigen Mann hatte. Und ich hatte Schuld oder das Wetter war es oder Stress oderoderoder. Diese Ausreden kennen wohl die meisten Angehörigen.

    Dabei hat keiner Schuld außer die Sucht.

    Der Austausch hier kann dir gut dabei helfen, alles loszuwerden ( natürlich unter Berücksichtigung der Anonymität). Unsere Angehörigenabteilung ist groß und voller Erfahrungen. Hier ist der Link für den Austausch:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Du klickst einfach drauf, bittest um Freischaltung und dann verschieben wir dein Thema von hier in den Bereich für Angehörige und Coabhängige.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Aurora 11. Oktober 2026 um 10:53

    Hat den Titel des Themas von „Mut finden“ zu „Cassey - Mut finden“ geändert.
  • Hey Cassey,

    schwups und schon bist du angekommen. Du kannst dich hier überall austauschen, mit einer Ausnahme, schreibe bitte die ersten 4 Wochen noch nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Du erkennst sie daran, dass die Nicknamen noch in roter Schrift erscheinen.

    Ich wünsche dir einen guten Austausch, wir lesen uns.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Danke für das verschieben.

    Ich sitze gerade in meinem Büro, im obersten Stockwerk. Wir haben das Glück Platz zu haben uns aus dem Weg zu gehen. Gestern (Samstag) kam ich nach dem Friseur nach Hause und hatte direkt das Gefühl "gibts doch nicht, er hat schon wieder Adleraugen". So nenne ich das, wenn er angestrengt versucht normal zu wirken aber ich es trotzdem merke aber nicht belegen kann. Beweise gibt es selten aber auch nur, weil ich nicht suche sondern sie mir auf die Füße fallen. Von Anfang an habe ich nicht gesucht, wozu auch? In einem Streit hat mir vorgeworfen das zu tun, meine Antwort war, dass ich nicht beweisen muss was ich sehe und rieche. Er ist mir so peinlich, wenn er getrunken hat. Diese Aussprache, dieser Ekel in mir.... jetzt wo ich es benenne, steigen mir die Tränen auf. Er zerstört alles mit dem Trinken und ich bin die, die alles verliert. Nicht materiell, das auch, sondern meine Träume und Sehnsüchte, die Liebe, mein Zuhause, meinen Mann. Das kann ich ihm nicht verzeihen.

    Wir gehen viel Essen etc. Klar. da kann er trinken. Wie gestern auch. Wie gesagt, ich kam heim und wir sind erstmal einkaufen gefahren. Ich wurde immer mürrischer. Dann hat er erstmal bis Abends auf der Couch geschlafen und dann gingen wir essen. Natürlich hat er nicht zugegeben, dass er eigentlich nicht mehr fahren konnte. Meine Wut steigerte sich und als er dann in der Besenwirtschaft mit der Wirtin sprach, hatte die volle Wirkung eingesetzt und er konnte sein "blau" sein nicht mehr verstecken. Ich habe es nicht mehr geschafft mich mit ihm zu unterhalten, so habe ich gekocht innerlich. Zuhause schlief er fast sofort und ich war wieder allein.

    Ich bin so allein. Unsere Töchter sind erwachsen und haben eigene Probleme und dieses kennen sie zwar, glauben aber es wurde besser. Wir sind gut im Schauspielern. Ich möchte nur noch schreien.

    Nachher werde ich das Gästezimmer für mich richten. Ich habe ihm gesagt, dass ich jetzt nach oben ziehe und nach der Reha (bewilligt aber Termin fehlt noch) werde ich mir eine Wohnung suchen. Ich hoffe ich schaffe es. Mir fehlt die Kraft. Aber ich habe fest vor wieder glücklich zu werden.

    Vor 1 Woche hatten wir noch einen Riesenstreit wg. Sex. Ich bin in den Wechseljahren und habe damit auch Probleme aber das größte Problem ist der Ekel vor dem Geruch und seine Art. Das Gegrabsche von dem er glaubt es ist sexy, wenn er getrunken hat. Nüchtern fasst er mich nicht an.

    Ich könnte so viel schreiben aber ich denke ihr wisst alle von was ich spreche. Ich muss von vorne anfangen. Es macht mir Angst

  • Hallo Cassey,

    Ich könnte so viel schreiben aber ich denke ihr wisst alle von was ich spreche.

    Ja, ich weiß es...

    Er zerstört alles mit dem Trinken und ich bin die, die alles verliert. Nicht materiell, das auch, sondern meine Träume und Sehnsüchte, die Liebe, mein Zuhause, meinen Mann.

    So in der Art habe ich mich auch lange gefühlt. Dass er mit der Sauferei alles kaputt macht, dass wir es doch so schön hätten haben können. Da war ganz viel Traurigkeit und irgendwann mehr und mehr Wut und zum Schluss nur noch Ekel, Hass.

    Ich bin so allein.

    Dieses Gefühl hatte ich auch sehr oft. Als die Kinder noch kleiner waren hat er sich schon nicht viel gekümmert. Er war der Typ " Herr im Haus, der das Geld verdient und damit genug getan hat". Im Laufe der Jahre wurde es durch das Trinken, irgendwann durch die Sucht immer schlimmer.

    Sex... auch so ein Thema. Ich hatte so viel Ekel und Wut in mir, das ging garnicht mehr.

    Ich hab mich nach 26 Jahren getrennt.

    Ich hoffe ich schaffe es. Mir fehlt die Kraft. Aber ich habe fest vor wieder glücklich zu werden.

    Du kannst das auch schaffen. Na klar kostet das Kraft. Aber mit jedem Schritt den du machst wirst du merken, wie es besser wird.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Liebe Cassey, gut, dass du hier bist und dir damit Unterstützung suchst!

    Mir sind viele Dinge vertraut, von denen du schreibst. Das Leben mit einem nassen Alkoholiker, der nichts verändern will, ist einfach sehr belastend.
    Es ist schrecklich mitanzusehen, wie der vertraute Partner sich verändert und zur schlechten Kopie wird.

    Deswegen finde ich deinen Entschluss richtig!
    Ich kann dir nur Mut machen.

    Was brauchst du, um deinen Weg zu gehen? Wie können wir dich am besten unterstützen?

    LG

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