Jezzicaa - Hoffnung auf Abstinenz

  • Hallo Jezzi,

    im Vorstellungsbereich dachte ich: Mann Jezzi, dieser einzige kleine Schritt kann soviel bedeuten für Deine Zukunft.

    Jetzt komme erstmal in Ruhe hier an und ein herzliches Hallo 🙋🏻‍♀️

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Nochmal willkommen hier, Jezzicaa .

    Du hast zugelassen, dich als Alkoholikerin zu sehen und das hat in deinem Kopf etwas ausgelöst. Respekt!,
    denn genau darum geht es. Jetzt kann die Reise beginnen.

    Komm hier in Ruhe an und falls dir langweilig wird hab ich noch unseren Notfallkoffer für dich;)

    Das Forenteam
    27. August 2021 um 21:40

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo Jezzi,

    im Vorstellungsbereich dachte ich: Mann Jezzi, dieser einzige kleine Schritt kann soviel bedeuten für Deine Zukunft.

    Jetzt komme erstmal in Ruhe hier an und ein herzliches Hallo 🙋🏻‍♀️

    Vielen Dank dir. Es fühlt sich alles noch wie im Traum an und ich glaube es noch kaum, ich werde hier vermutlich seeeeehr viel Zeit verbringen! Schön, dass es euch gibt und schön, dass man hier verstanden wird und nicht alleine ist.

    Nochmal willkommen hier, Jezzicaa .

    Du hast zugelassen, dich als Alkoholikerin zu sehen und das hat in deinem Kopf etwas ausgelöst. Respekt!,
    denn genau darum geht es. Jetzt kann die Reise beginnen.

    Komm hier in Ruhe an und falls dir langweilig wird hab ich noch unseren Notfallkoffer für dich;)

    Das Forenteam
    27. August 2021 um 21:40

    Danke dir! ☺️

    Mein Respekt davor ist immer noch immens! Step 1 ist jetzt erstmal, dass ich mich in meinem Freundeskreis nach und nach oute. Ich habe der ein oder anderen Person schon gesagt, dass ich eine Pause mache und ein Alkoholproblem habe, nicht jedoch, dass ich Alkoholikerin bin und gänzlich abstinent bleiben will. Allein wenn ich mir die Situation nur vorstelle fühle ich mich klein und wie eine Versagerin und alles in mir sträubt sich, weil ich Angst vor den Reaktionen und den Konsequenzen habe und davor, es nicht tragen zu können und schwach zu werden, weil diese dämonische Sucht mir mir einreden will, dass wir doch eine tolle gemeinsame Zeit hatten. Es wird sich einiges verändern, da in meinem Freundeskreis einige sind, die meiner Meinung nach ebenfalls Alkoholiker sind, aber es noch nicht sehen (wollen). Dass ich nun radikal den Spiegel vorhalte wird wohl kaum jemandem gefallen und ich habe etwas Angst, dass alles zerbricht obwohl ich weiß, dass es keine Freunde sind, wenn sie meine Entscheidung nicht verstehen oder unterstützen. Das wird für mich eine echt große Nummer! Oft weiß man Dinge rational, aber hat sie eben noch nicht verinnerlicht. Zudem beige ich dazu, zu katastrophisieren und vom schlimmsten n auszugehen.
    Ich muss mich wohl erstmal eine andere Identität annehmen…Alleine das ist schon eine riesige Baustelle. Ihr merkt schon, in mir rattert es gewaltig!

    Wie war das bei euch als ihr euch geoutet habt?

  • Ich war die Heimlichtrinkerin. In der Öffentlichkeit konnte ich immer meinen Schein wahren. Somit hat es mein Umfeld, mit Ausnahme meines Mannes gar nicht so mitbekommen, wenn ich zu Hause vor- oder nachgetankt hatte.

    Ich hatte genauso Kopfkino und Ängste wie Du, aber durchweg war die Reaktion positiv, außer bei meiner Mutter hatte ich das Gefühl, sie nimmt das nicht ernst.

    Hinterher war es eine unendliche Erleichterung, es ausgesprochen zu haben und ich habe mir somit Hintertüren geschlossen.

    Mit Deinem Outing, wirst Du erkennen, wem der Alkohol oder die Freundschaft wichtiger ist. Prioritäten werden sich verschieben, sofern die Abstinenz an 1. Stelle steht.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Du bist Alkoholikerin und mit dir selbst klar, das ist erstmal das aller Wichtigste, alles andere wird sich ergeben.

    Bei mir hat sich das mit der Zeit ergeben und mit fortschreitender Stabilisierung meiner Abstinenz wusste ich, welchen Weg ich gehen will.

    Zum Outen gibt es hier unterschiedliche Umgangsweisen.

    Ich habe das sehr begrenzt, nur da wo es notwendig oder angebracht war, d.h. alle meine Ärzte, meine Familie und 2 sehr gute Freunde. Ansonsten trinke ich keinen Alkohol mehr, gar keinen mehr! "Nein danke ich trinke nicht". "Nein danke, für mich ein Wasser". Das reicht in der Regel.
    Aber, ich werde nicht mehr lügen und wenn es die Lage erfordert (auch zu meinem Schutz) bin ich trockener Alkoholiker.
    Darüber bin ich mir vorher klar geworden, damit ich dann klar bin, wenn es darauf ankommt.

    Lass dir Zeit.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Wie war das bei euch als ihr euch geoutet habt?

    Ehrlich gesagt, ich bereue das. Es war oversharing. Es waren nur Bekannte. Die wollten das eigentlich nicht hören. Haben mich nur komisch angestarrt. (So viel Privates wollen wir über dich jetzt eigentlich nicht wissen...Bleib beim smalltalk!) Enge Freunde wussten es sowiso, da sie mich nur mit Weinglas in der Hand kannten.

  • Ich habe das sehr begrenzt, nur da wo es notwendig oder angebracht war, d.h. alle meine Ärzte, meine Familie und 2 sehr gute Freunde. Ansonsten trinke ich keinen Alkohol mehr, gar keinen mehr! "Nein danke ich trinke nicht". "Nein danke, für mich ein Wasser".

    Genauso würde ich es auch wieder machen, halt dich erstmal zurück und komm mit deiner Abstinenz zurecht, outen kann man sich immer noch, das läuft dir nicht davon. Es kann einem auch schaden sich jedem anzuvertrauen

  • Hallo Jess,

    ich bin eigentlich ein Verfechter davon, mit offenen Karten zu spielen. Denn früher oder später fällt ohnehin auf, dass du keinen Alkohol mehr trinkst.

    An erster Stelle steht für mich allerdings, dort offen damit umzugehen, wo es wirklich wichtig ist. Also bei Ärzten, Therapeuten und überall dort, wo dir beispielsweise Medikamente verschrieben werden. Zahnarzt bei Spirtzen oder sowas.

    Was deinen Freundeskreis betrifft. Wenn dort weiterhin ordentlich gesoffen wird, gehört er zu deinem nassen Umfeld. Und genau das empfehlen wir gerade im ersten Jahr konsequent zu meiden. Dazu gehören auch Feiern und Veranstaltungen, bei denen Alkohol im Mittelpunkt steht. Du musst schließlich nicht gleich ausprobieren, wie belastbar deine Abstinenz schon ist.

    Genauso wichtig ist ein alkoholfreies Zuhause. Komplett Alkohol raus. Ganz einfach.

    Und noch etwas. Wenn in einer Gruppe einer aufhört zu trinken, hält er den anderen oft ungewollt den Spiegel vor. Das kommt nicht immer gut an. Da heißt es dann schnell: „Jetzt sei doch keine Spaßbremse“ oder „So schlimm war das bei dir doch gar nicht“. Deshalb verändern sich manche Freundschaften, manche werden lockerer und manche verschwinden ganz.;)

    Mit der Zeit trenn sich eh die Spreu vom Weizen . Saufkumpanen fallen weg.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Nayouk24 4. November 2026 um 22:15

    Hat den Titel des Themas von „Jezzicaa, Hoffnung auf Abstinenz“ zu „Jezzicaa - Hoffnung auf Abstinenz“ geändert.
  • Ich danke euch allen für eure Tipps und das ihr eure Erfahrungen mit mir teilt! Mir hilft das wirklich sehr und ich weiß das sehr zu schätzen!

    Ich hatte zunächst den Gedanken, dass ich mich den Menschen gegenüber, mit denen ich regelmäßig zu tun habe und die selbst gerne mal trinken, outen müsste. Einerseits, um Verständnis für meine Situation zu schaffen, andererseits, weil mir Ehrlichkeit wichtig ist. Dabei bewegen sich einige von ihnen in einem gesunden und relativ unbedenklichen Rahmen, während andere meiner Meinung nach bereits einen sehr grenzwertigen Umgang mit Alkohol haben..

    Das hat mich innerlich natürlich zusätzlich gestresst. Das lieber nicht zutun oder nur in einem sehr begrenzten Maße, aus von euch genannten Gründen, erleichtert es mir tatsächlich ein wenig! Außerdem ergibt das auch Sinn was ihr sagt mit Oversharing, dass es sowieso auffallen wird, es einem schaden kann usw.

    Für mich war Alkohol immer etwas sehr geselliges und hat ganz automatisch dazugehört, wenn man sich mit Freunden getroffen hat, ich habe jedoch, wie eingangs beschrieben, den "Absprung" fast nie geschafft, weil ich es nicht mehr kontrollieren konnte nach dem 2. oder 3. Drink. Ich war typische Quartalssäuferin. Ganz oder gar nicht. "Wem sollen 1, 2 Gläser Wein denn was bringen?" - das waren meine Gedanken.. ich habe so gut wie nie alleine zuhause getrunken, daher auch meine Frage, wie ihr das gehandhabt habt mit dem outen - ich weiß, dass sich die Spreu vom Weizen trennen wird und das ist auch gut so, aber trotzdem ist da diese Stimme in mir die sagt: "was, wenn sich dann alle von dir abwenden und ich niemanden mehr habe?" Dass ich überhaupt solche Gedanken habe zeigt, was der Alkohol schon angerichtet hat...
    Ich vermute, dass das die Suchtstimme ist, die nicht will, dass sich etwas verändert...Teufelszeug dieser Alkohol - ich hoffe, dass er auf ewig meiner Vergangenheit angehören wird und ich standhaft bleiben kann, wenn diese Stimme immer wieder kommt.

  • was, wenn sich dann alle von dir abwenden und ich niemanden mehr habe?"

    Es ist schon erstaunlich, welche Gedanken auf den Alkohol reduziert werden. Ich kann das voll nachvollziehen, habe aber gelernt, dass ich doch nicht gut oder schlecht bin, nur weil ich Alkohol trinke oder keinen mehr. Mich macht doch als Person weit mehr aus. Wenn andere Alkohol trinken können oder wollen, dann sollen sie es doch tun. Ich kann es nicht mehr.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Es ist schon erstaunlich, welche Gedanken auf den Alkohol reduziert werden. Ich kann das voll nachvollziehen, habe aber gelernt, dass ich doch nicht gut oder schlecht bin, nur weil ich Alkohol trinke oder keinen mehr. Mich macht doch als Person weit mehr aus. Wenn andere Alkohol trinken können oder wollen, dann sollen sie es doch tun. Ich kann es nicht mehr.

    Absolut, aber wenn man es weiß und erkennt, kann man auch was tun und den Gedanken keinen Glauben schenken und die Sucht füttern. Natürlich macht mich weit mehr aus und meine (wahren) Freunde schätzen mich auch nicht so sehr, weil ich gerne mal einen mit ihnen gebechert habe, sondern wegen dem was ich wirklich bin, aber das muss ich erstmal verinnerlichen.

  • Aber wie kommst du auf diese Idee? Warum sollen dich deine Freunde und Bekannten nur besoffen mögen?Es ist nicht, dass sie mich nur besoffen mögen, sondern ein

    Weil mir mein Kopf eben manchmal Streiche spielt und das durch die Suchtthematik jetzt eben auch nochmal zusätzlich verstärkt wird - ich hab manchmal eben einfach eine verzerrte Wahrnehmung - das ist aber ein anderes Thema und daran arbeite ich auch, seit ich es weiß 😀

  • Du kannst Dich in Deinem Umfeld outen, musst es aber nicht, wenn es Dich überfordert. Du bist nämlich nur der Person im Spiegel (und Deinen Ärzten) Rechenschaft schuldig.

    Ich habe die Erfahrung gemacht (und hier auch vielfach gelesen), dass die Erklärung "weil ich Alkoholikerin geworden bin" mehr Fragen aufwerfen als beantworten kann:

    Nichteingeweihte verstehen in der Regel dadurch noch nicht, was daraus für Dich folgt, was dann für eine "Restlebensabstinenz" nötig ist.

    Diejenigen, die selbst "gern was trinken", fangen womöglich an zu diskutieren, weil sie sich sonst selbst infrage stellen müssten oder weil sie sich insgeheim vergleichen wollen.

    Ich habe nur insgesamt vier enge Freunde in meine Sucht eingeweiht und beides erlebt.

    Für alle anderen musste anfangs bei vereinzelten Anlässen folgende Erläuterung reichen: "Danke, ich trinke aus gesundheitlichen Gründen keinen Alkohol mehr, auch kein alkfreies Bier (weil ich sonst irgendwann wieder Lust auf "richtiges" Bier bekomme, und das möchte ich ja nicht mehr)."

    Inzwischen setze ich das in meinem Umfeld, auch beruflich, als bekannt voraus und erkläre mich gar nicht mehr.

    Ein, zwei Leute musste ich allerdings schon mehrfach daran erinnern, "dass ich ja schon länger nichts mehr trinke, auch kein alkfreies Bier etc.". Das sind genau die, bei denen ich zumindest ein eigenes "Problem" vermute. Aber nicht meine Baustelle. Und was "die Leute" reden, kann ich sowieso nicht beeinflussen...

  • "was, wenn sich dann alle von dir abwenden und ich niemanden mehr habe?"

    Das wird nicht passieren und bei diejenigen, die dich über deinen Alkoholkonsum definiert haben und deshalb deine Gesellschaft suchen, die wirst du von ganz alleine aussortieren und sie dich auch.
    Als trockener Alkoholiker habe ich in solchen Kreisen nichts mehr zu suchen. Der Abstand ergab sich schon alleine dadurch, dass ich im ersten Jahr solche Gelegenheiten komplett gemieden habe, aus Gründen der Risikominimierung. Später habe ich selbst festgestellt, dass ich dort keinen Platz mehr habe, nicht weil man mich nicht mag, sondern weil ich nicht weiss, was ich da soll, also gehe ich nicht hin.
    Ich habe mein Leben radikal geändert und die sozialen Kontakte gehören dazu. Als Nichtschwimmer gehe ich mit anderen auch nicht ins Schwimmbecken, es passt einfach nicht, oder drastischer ausgedrückt, für mich wäre es lebensgefährlich.
    Ich trage alleine das Risiko und kann untergehen, nicht die anderen.

    Abends in die Kneipe gehen und soziale Kontakte pflegen oder neu gewinnen, geht nicht mehr, egal wie ich es drehe und wende. Das habe ich akzeptiert.
    Aber es gibt Alternativen. Zugegeben, die fallen mir nicht einfach so zu, die muss ich aufsuchen und aufbauen.

    Aber dem kannst du dich "morgen" oder vielleicht erst "übermorgen" widmen. Jetzt hat deine Abstinenz und deren Stabilisierung Prio 1.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

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