Mein Weg und meine Probleme

  • Hallo Blizzard,

    möchte Dir auch noch an dieser Stelle, wenn auch verspätet :oops: , alles Gute zu Deiner Hochzeit wünschen. Und eine möglichst immerwährende glückliche Beziehung.

    Zitat

    Jetzt wächst aber langsam die Erkenntnis in mir, dass dem gar nicht so ist. Ich bin nicht irgendwelchen negativen Gefühlslagen machtlos ausgeliefert. Ich kann sehr wohl was dafür zu tun, negative Kreisläufe (aus Gedanken werden Gefühle, aus Gefühlen werden Handlungen, Handlungen erzeugen widerum Gefühle usw.) aufzubrechen. Ich kann dem Hin- und Hergeworfen werden selbst entgegensteuern - indem ich dem Sturm meine positiven Gedanken entgegensetze.

    Das ist eine wichtige Erkenntnis !
    Ich lese bei Dir viele Selbstzweifel, aber auch das ist etwas, was unsere Krankheit bei uns anrichtet. Jahrelanges Saufen geht einfach nicht spurlos an uns vorbei, is doch klar.
    Aber wir können wirklich diesen Teufelskreis wieder durchbrechen. Du hast es ja schon selber geschrieben: Dem Sturm Deine positven Gedanken entgegensetzen.

    Unkd klaro machst Du die Thera, tztztz. Aber sicher kommen da auch Gedanken, brauch ich die denn überhaupt noch ? Aber vielleicht wird sie Dir mehr geben, als Du erwartest ? Und Du solltest auch versuchen, Dich auf sie einzulassen, sonst wird sie wohl nur wenig bringen.
    Aber Du wirst dabei sicher auch sehr viel für Dich und über Dich lernen, wenn Du es nur zulässt. Ich selber hatte keine, kann also nur theoretisch daherschwätzen...denke aber, das eine Thera nicht einfach ist, in bestimmten Fällen aber notwendig. Also besser nich nur so halbherzig machen, auch wenn es schwierig wird. Ich denke, der wirkliche Nutzen zeigt sich nicht sofort, sondern evtl. erst Wochen später, diesen Eindruck habe zumindest ich aus Berichten hier im Forum gewonnen.

    Und siehste, n par Bewerbungen hast Du auch schon geschrieben, geht doch vorwärts !!
    Also, weitermachen !

    LG an Dich
    Lilly

  • Hallo lilly

    und vielen Dank auch für deine nachträglichen Glückwünsche!

    Das mit der Therapie ist so eine Sache. Irgendwie habe ich ja gar nichts gegen sie, werde sie auch mitmachen und schauen, was ich davon mitnehmen kann. Es ist halt einfach nur so, das ich nicht so genau weiß, was man bei mir großartig therapieren kann. Ich habe in meiner Vergangenheit eigentlich nichts aufzuarbeiten, glückliche Kindheit, fürsorgliche Eltern, Erfolg in der Schule, Freunde, Freundin, jetzt Ehefrau - alles da. Keine Tiefpunkte, keine Katastrophen, keine Verluste, keine Trauer, kein gar nichts. Null negatives.

    Vielleicht habe ich aber auch nur eine zu begrenzte Vorstellung von Therapie.

    Die ambulante Therapie hört sich ja auch nach mehr an, als sie ist. Es sind im Prinzip 2 wöchentliche Sitzungen. Ein Einzelgespräch mit meiner Psychologin, bei der ich schon seit Monaten regelmäßig zu "Gast" bin und von der ich sehr viel halte - und ein 90minütiges Gruppengespräch mit Therapeuten, ohne spezielle Themenvorgaben. Hört sich für mich irgendwie an wie "Selbsthilfegruppe mit professioneller Moderation". :?:

    Egal, ich werde es machen - schaden wirds mir schon nicht, ausserdem sind die Einzelgespräche mit der Psychologin ja doch immer schon sehr fruchtbar für mich gewesen. Da kann ich mich sehr gut reflektieren.

    Herzliche Grüße an dich und alle anderen,

    Blizzard

    Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, gewinnt das Leben Form und Gestalt. (V.E. Frankl)

  • Hallo Blizzard,

    Zitat von Blizzard

    Vielleicht habe ich aber auch nur eine zu begrenzte Vorstellung von Therapie.

    Ja, das könnte sein. Ich kann da auch nicht allzuviel zu sagen,weil ich selber keine hatte. Aber mein Weg in die Trockenheit war allerdings auch sehr langsam, wenn ich hier so mit anderen vergleiche. Vielleicht wäre er mit Thera einfacher und schneller gewesen, ich vermute das. Aber ich muß auch dazu sagen, ich hatte auch keine SHG, das hier ist ja meine geworden und da bin ich sehr froh drüber.

    Aber durch Lesen hier im Forum und auch einer gezielten Nachfrage bezüglich Thera`s wurde ich da etwas schlauer.

    Es gibt Grüde fürs Trinken. Die hattest auch Du. Und ich auch, ich kannte sie damals nur noch nicht so genau. Hier konnte sie hier herausfinden. Mein Weg in die Trockenheit wäre sehr viel schneller gegangen, wäre ich eher hier gewesen.
    Und schau mal, Dein Selbstbewußtsein ist auch schon ziemlich angekratzt. Das macht aber auch der Alk, bei mir war es ja genauso. Ich fühlte mich am Ende wertlos.

    Die Thera könnte Dir bei beidem helfen, erstens die Gründe herausfinden, zweitens Dein Selbstbewußtsein aufbauen. Darum würde ich sie auch an Deiner Stelle machen. Ich konnte beides erst hier wohl so richtig. Und Du hast nun den Thera-Platz, ich würde das auch nutzen. Und es auch so versuchen, wie Du es vorhast, nämlich nach Möglichkeit für Dich davon so viel wie möglich mitzunehmen

    Lieben Gruß an Dich
    Lilly

  • Hallo Blizzard!

    Auch von mir herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit nachträglich.

    Zitat

    Die ambulante Therapie hört sich ja auch nach mehr an, als sie ist. Es sind im Prinzip 2 wöchentliche Sitzungen. Ein Einzelgespräch mit meiner Psychologin, bei der ich schon seit Monaten regelmäßig zu "Gast" bin und von der ich sehr viel halte - und ein 90minütiges Gruppengespräch mit Therapeuten, ohne spezielle Themenvorgaben. Hört sich für mich irgendwie an wie "Selbsthilfegruppe mit professioneller Moderation". Frage

    Egal, ich werde es machen - schaden wirds mir schon nicht, ausserdem sind die Einzelgespräche mit der Psychologin ja doch immer schon sehr fruchtbar für mich gewesen. Da kann ich mich sehr gut reflektieren.

    Genau so ist es. Man hat ja beim Saufen verlernt zu reflektiren, seine Bedürfnisse wahrzunehmen und sich mit dem Saufen Startegien entwickelt mit Problemen umzugehen, die nicht sogut für einen waren. Dies gilt es zu ändern. Und es ist tatsächlich so, daß die Gruppentherapie wie ne Art SHG mit psychologischer Moderation ist. Zu sehen ich bin nicht allein und wie machen es die anderen. sich bei dem oder anderen wieder zu finden oder auch zu sehen, ach so wars bei mir auch. Zu sehen ich hab schon was für mich geschafft, erarbeitet.

    Es gibt dabei kein ist besser du machst es oder nicht. Es ist ein Hilfsangebot, daß man nutzen kann wie eine SHG. Hauptsache man macht es nicht allein. ich persöhnlich mag die SHGs lieber. sie bringen mir mehr. In so ne Theragruppe fehlt mir der Austausch mit den 'alten Hasen', also mit den länger trockenen. Trotzdem hat mir meine Therapie in der Suchtklinik nochmal viel gebracht.

    gruß panther

    Kompromisse bedeuten ein Rückfall riskieren
    (vor dem trink - Rückfall geht ein Verhaltensrückfall vorraus)
    nicht Trinkende seid 04.03.07

  • Hallo Blizzard,

    auch von mir alles Gute für Euere gemeinsame Zukunft, :)

    wobei ich auch schon bei der Vergangenheit bin:


    Zitat

    Ich habe in meiner Vergangenheit eigentlich nichts aufzuarbeiten, glückliche Kindheit, fürsorgliche Eltern, Erfolg in der Schule

    Auch ich hab mich-wie ca 95% aller Mitpatienten- einer glücklichen Kindheit "bezichtigt", bis unser Teamleiter es auf den Punkt brachte.

    "Sie haben ihre Kindheit als glücklich erlebt" sagte er und das hat einen ziemlichen Denkprozess ausgelöst. :?: Heute sehe ich die Zeit ganz anders, als glücklich empfunden und unglücklich verlaufen. Besser bekomm ich´s jetzt nicht formuliert. Bei der ganzen Geschichte geht und ging es mir auch nie um Schuldige (Eltern), sondern um URSACHEN. Und da bin ich heute wesentlich weiter. :idea: Die Ursachen meiner Sauferei sehe ich jetzt nicht in den letzten Jahren als Folgen einer Entwicklung, sondern in meinen ersten zehn Jahren als Folgen des Beginns MEINER Entwicklung.

    Ich habe für meine Trockenheitsarbeit ganz andere Ansätze gefunden!

    LG kommal

    unterwegs...

  • Zitat von kommal

    Hallo Blizzard,


    "Sie haben ihre Kindheit als glücklich erlebt" sagte er und das hat einen ziemlichen Denkprozess ausgelöst. :?: Heute sehe ich die Zeit ganz anders, als glücklich empfunden und unglücklich verlaufen. Besser bekomm ich´s jetzt nicht formuliert. Bei der ganzen Geschichte geht und ging es mir auch nie um Schuldige (Eltern), sondern um URSACHEN. Und da bin ich heute wesentlich weiter. :idea: Die Ursachen meiner Sauferei sehe ich jetzt nicht in den letzten Jahren als Folgen einer Entwicklung, sondern in meinen ersten zehn Jahren als Folgen des Beginns MEINER Entwicklung.

    Ich habe für meine Trockenheitsarbeit ganz andere Ansätze gefunden!

    LG kommal

    Hallo kommal,

    ich habe über deine Zeilen eine Zeit lang nachgedacht und finde den Gedanken, der dahinter steckt sehr interessant.

    Wenn du möchtest, würde es mich freuen, wenn du dazu noch etwas weiter ausholst. Denn der Gedanke, das ich mit 14-15 als ich anfing, meine problematischen Trinkgewohnheiten zu entwickeln, dies als Folge dessen tat, ich wie ich die Jahre davor meine Gefühle erlebte und Bewältigungsstrategien entwickelte (oder auch nicht entwickelte), klingt plausibel.

    Ich z.B. wollte als Kind in der Schule, beim Sport und beim anderen Geschlecht immer zu den Besten und Beliebtesten gehören - aber es gab natürlich immer welche, die besser, schneller, athletischer und erfolgreicher waren. Ich schaffte es - meiner Ansicht nach - immer "nur" in die 2. Reihe. Als ich dann anfing zu trinken, dann fühlte ich mich so selbstsicher, cool und souverän, wie ich mich wohl fühlen wollte, ohne dass es dafür eine objektive Grundlage gab. War das vielleicht ein Grund für meine Trinkgewohnheiten? Ich glaube schon, irgendwie fühle ich mich jetzt in diesem Moment so, als ob ich etwas wichtiges entdeckt habe. Wow! :idea:

    Ich muss jetzt weiter darüber nachdenken - würde mich freuen, mehr von dir, oder natürlich auch von den anderen, zu diesem Thema zu hören.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, gewinnt das Leben Form und Gestalt. (V.E. Frankl)

  • Hallo Smilla,

    und vielen Dank auch für deine nachträglichen Glückwünsche!

    Heute war ein guter Tag. Ich ging gestern endlich mal wieder ein bisschen früher schlafen und stand schon um halb acht auf. Für mich ist das ziemlich früh - im Vergleich zu den Wochen davor. :roll:

    Ich hatte natürlich auch einen Grund dafür: Um 9 Uhr war das erste Gespräch mit meinem Therapeuten von der Suchtberatungsstätte - jetzt geht es also mit der ambulanten Therapie los. Gesprochen wurde heute nochmal über die Ziele meiner Therapie und über meine persönliche Einschätzung meiner Lage.

    Meine Ziele habe ich so formuliert:

    1. Weitere Stabilisierung meiner Trockenheit
    2. Gewinnung/Zurückgewinnung meiner Selbstsicherheit, gerade auch bezüglich des Wiedereinstieges in den ersten Arbeitsmarkt.
    3. Allgemeine psychische Stabilisierung.

    Dann wurde ich gefragt, wie ich mich charakterlich selber beschreiben würde. Das war gar nicht so einfach. Denn die Adjektive, die vor einem Jahr (also in meiner nassen Zeit) noch zutreffend gewesen wären, waren es jetzt zu einem nicht unbeträchtlichen Teil nicht mehr. Da musstte ich also erstmal nachdenken, wie ich jetzt wirklich bin. Nach langem Nachdenken war ich dann folgende Worte in den Raum "extrovertiert, tolerant, jähzornig, gerechtigkeitsfanatisch, sesshaft". Mehr viel mir nicht ein.

    Am Dienstag ist die erste Gruppensitzung. Mal sehen, was das gibt.

    Danach war ich heute noch in meinem ehemaligen Büro, wo ich bis November 2006 beschäftigt war. Ich besuchte meinen ehemaligen Arbeitskollegen, der dort jetzt alleine in seinem Büro sitzt. Wir haben uns über alte Zeiten unterhalten und gemütlich Kaffee getrunken. Ich habe ihm auch von meinem Werdegang erzählt. Er war überrascht, weil er - so wie ich das vermutete - nie gemerkt hat, das ich ein Alkoholproblem haben könnte.

    Am Nachmittag habe ich mir ein sehr angenehm-erholendes Nickerchen gegönnt und dann war ich mit meiner Frau einkaufen und Besorgungen machen.

    Morgen habe ich einen 10km-Wettkampf. Bin gut in Form und freue mich darauf. Viele Grüße an euch alle und ein schönes Wochenende!

    Herzlichst,

    Blizzard

    Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, gewinnt das Leben Form und Gestalt. (V.E. Frankl)

  • Danke Andi!

    Ich hatte Erfolg. Neue persönliche Bestzeit und ein toller Lauf bei idealen Läuferbedienungen in der Berliner West-City!

    An diesem Abend gestern gab es zwei Anlässe, wegen derer ich mich früher zugeschüttet hätte:

    1. Der tolle Lauf - die sportliche Leistung.
    2. Als ich nach Hause fuhr, musste ich am S-Bahnhof feststellen, das mein Rad geklaut wurde. Trotz Absperrschloss!

    Insofern war der gestrige Tag eine gute "Übung" um zu sehen, wie sehr mich dies belastet, bzw. ans Trinken denken lässt. Ergebnis: Überhaupt nicht. Mein Entschluss sitzt so fest, das Alkohol wirklich keine Option, auch nicht in Gedanken darstellt. Keine Lust, kein unterbewusstes Verlangen, geschweige denn Saufdruck. Es scheint mir, als ob ich auf meinem Weg schon ein gutes Stück vorangekommen bin.

    Das tröstet mich über den Verlust meines Fahrrades dann wieder etwas hinweg... :roll:

    Muss mir jetzt ein neues Fahrrad holen, am Dienstag ist erste Therapiesitzung. Morgen schreibe ich noch 2 Bewerbungen. Bis die Tage!

    Herzlichst,

    Blizzard

    Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, gewinnt das Leben Form und Gestalt. (V.E. Frankl)

  • Hallo zusammen,

    habe ja jetzt eine Woche nichts mehr von mir hören lassen. Ist aber auch verdammt wenig los hier im Unterforum (Sommerloch?).

    Mir gehts weiterhin ziemlich gut. Immer wieder werde ich zwar weiterhin für kurze Momente von "störenden Gedanken" befallen (werde ich es schaffen meine Krankheit langfristig und völlig in den Griff zu bekommen? Werde ich mein Leben dann ohne Depressionen, Zweifel und krankhafte Sorgen führen können? Werde ich eine Arbeitsstelle finden und diese Arbeit dann langfristig und verläßlich meistern?), aber insgesamt fühle ich mich weiterhin ganz gut.

    Irgendwie ist es schon komisch. Objektiv geht es mir eigentlich ausgezeichnet, aber ich traue dem Frieden weiterhin nicht wirklich über den Weg. Ständig fürchte ich, dass es seelisch doch noch einen Einbruch oder was auch immer gibt. Wer meinen Strang hier mitverfolgt hat, weiß ja, dass ich diese Zweifel und Sorgen schon die ganze Zeit mit mir rumschleppe.

    Morgen ist Dienstag - da ist wieder Gruppensitzung in meiner ambulanten Therapie. Mal sehen, wie es diesmal wird. Letzte Woche waren wir ja nur zu viert + Therapeut. Fand ich aber ganz gut. Mir war schnell klar, um was es dem Therapeuten vordergründig geht und das finde ich in Ordnung.

    Insgesamt 5 Bewerbungen habe ich jetzt am laufen. Bis jetzt kam noch keine Rückmeldung. Das ist ja weder positiv noch negativ, v.a. deswegen, weil die Bewerbungsfristen bei den betroffenen Stellen noch laufen.

    Wenn ich an Arbeit denke, dann habe ich sowohl ein freudiges Gefühl, als auch ein besorgtes. Ein freudiges deswegen, weil ich dann wieder mein eigenes Geld verdiene und natürlich auch wegen der sozialen Wirkung. Irgendwie fühle ich mich ja doch von meiner gesamten Verwandtschaft in dieser Hinsicht "beobachtet". Auch wenns keiner sagt, erwartet man natürlich von mir als jungem gesundem Mann, das er arbeiten geht.

    Andererseits habe ich auch hier Sorgen: Ich fürchte mich davor, zu versagen, indem ich wieder seelisch einbreche, irgendwelche depressiven Phasen bekomme, was weiß ich. Beim letzten Mal war das für mich wirklich eine Katastrophe - aber auch wegweisend. Denn wegen den Depris damals habe ich den endgültigen Entschluss gefasst, dem Alkohol abzuschwören, der für mich die grundlegende Ursache meiner seelischen Probleme war.

    Was sich ja jetzt auch bestätigt. Ich lebe jetzt bald 5 Monate ohne Alk und es geht mir vieeeel besser! Aber wird es auch so bleiben? Diese Frage treibt mich einfach noch sehr um....

    Herzlichst,

    Blizzard

    Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, gewinnt das Leben Form und Gestalt. (V.E. Frankl)

  • hallo blizzard

    ich finde du machst dir mit deinen was wäre wenn gedanken nur selbst unnötigen stress. sicher ist es wichtig die zukunft zu sichern, nur kann man nun mal nicht alles planen. versuch mal jeden tag für sich selbst zu leben zu gestallten zu genießen. mach das was grade anliegt und lass das morgen morgen sein. ich weiß das das schwer ist, nur du weißt ja erstens kommt es anders als man zweitens meistens denkt. und denk nicht für andere die habe ihren eigenen kopf und in den kannst du nicht reinschauen. was die wirklich denken kannst du nicht wissen, und es ist doch letztendlich auch egal ob sie gut oder schlecht über dich denken, wichtig ist doch das du dich gut fühlst und dazu braucht man nicht die meinung der anderen sondern nur deine eigene.

    doro

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Hallo Blizzard,

    ich kann mich auch noch an meine Unsicherheit nach ein paar Monaten Trockenheit erinnern. Fragte mich auch oft, kann ich trocken bleiben, bei der hohen Rückfallquote, warum gerade ich, wo es so viele andere nicht schaffen ?
    Aber ich konnte...
    Ich hab einfach immer weiter gemacht, die Zeit verging von allein und heute sind es schon über 5 Jahre.

    Du hast doch auch sehr viel für Deine Trockenheit getan, machst nun auch Deine ambulante Thera, bist hier in einer SHG, das alles hatte ich nicht.
    Also hast Du noch viel bessere Chancen, trocken zu bleiben, es liegt in Deiner Hand, Du hast die Kraft in Dir.

    Vielleicht kamen auch die Depris vom Alktrinken und dem ewigen Versagen, es nicht unter Kontrolle bringen zu können und Du bist sie los ? Ich war auch oft depri, als ich noch soff, hatte auch oft Angstattacken, aber die kamen nie wieder.
    Und es gibt ja auch Medis gegen Depressionen, die dann helfen, ohne abhängig zu machen. Ich würde mich heute nicht mehr scheuen, sowas zu nehmen, wenn es mir ganz schlecht gehen sollte, als Krücke dann, sozusagen.

    Geh Du bitte auch immer weiter Deinen Weg, Du bist ihn schon bis hier so gut gegangen, ich wünsche Dir von Herzen alles Gute dabei. Und ich drücke Dir ganz fest die Daumen für eine positive Zusages bezüglich eines neuen Jobs !

    LG
    Lilly

  • Hallo Blizzard !!!

    Mit dem Sommerloch, hast Du wohl recht. Habe auch schon manchmal gedacht , ob mein PC nicht in Ordnung ist.
    Andererseits ist es doch nicht schlecht, wenn die Leute keine Probleme haben.

    Deine Ängste und Sorgen kann ich nachvollziehen, denn mir ging es ähnlich.

    Ich hatte 16 arbeitsstellen, manche nur ein zwei Monate. Die siebzehnte ist es dann geworden, hier bin ich schon 15 Jahre. Das zeigt mir das meine Abstinenz sich auch in dieser Hinsicht gelohnt hat.

    Die anderen Stellen habe ich allesamt versoffen. Heute Denke ich manchmal zurück, was wäre wenn, wenn ich dort geblieben wäre. Denen die mich damals rausgeschmissen habe, denen bin ich Heute dankbar, sie haben mich immer ein Stück tiefer gestossen, auf meinem Weg nach OBEN.

    Ich hoffe das deine Verwanten die Einsicht aufbringen das Du krank bist und erst wieder auf den Weg der Genesung kommen musstest um arbeiten zu können.

    Leider ist es oft so , das wenn jemand keinen Gips oder Verband hat fürs " Volk " nicht als Krank gilt.
    Ein gebrochenes Bein kann sich jeder vorstellen eine Depression eben nicht.

    Das du so eine " kleine Gruppe " gefunden hast , ist , so denke ich ich ein Glück und diese Gruppe kann für dich sehr Gross sein.
    Hätte mich damals gefreut soeine zu finden. Hatte zunächst auch Glück. Acht bis zehn Leute , das war optimal. Dann wurden es jede Woche mehr und jedesmahl die Führerscheinkandidaten, Ich hatte riesen Probleme und ein Gruppenabend mit dreizig Leuten von denen sich jede Woche sechs neu vorstellen brachte mir nichts. Habe mir eine andere gesucht. Auf dem platten Land is dat aber nich immer so einfach.
    Deshalb muss es kein Nachteil sein, wenn eine Gruppe etwas kleiner ist. Wenn sie gut ist spricht sich das herum und sie wird wachsen.

    Bin kein Arzt, aber sprech über deine Ängste , nur so kannst Du damit fertig werden. Meine Ängste kamen durch meine Unsicherheit allem gegenüber und vor allem mir gegenüber. Mit jedem trockenem Tag wächst mein Selbstvertrauen und schwindet meine Angst.

    So nun wollen wir mal zum schliessen des Sommerlochs beitragen, denn wenn ich so aus dem Fenster schaue , oh jeh , oh jeh ...

    Viele liebe Grüsse von Bernd

    Trocken seit dem 06.12.1993 und das bleibt auch so !!!

  • Hallo Leute,

    vielen Dank für eure schnellen und objektiven Antworten.

    Ja, ihr habt mich wieder mal ertappt. Aber eigentlich wusste ich es eh selber. Ich muss einfach mir immer wieder in Erinnerung rufen, das man nur im HEUTE leben kann, alles andere ist sinnlose Kraftverschwendung. Aber manchmal unterlasse ich diesen Gedanken und dann ist es gut, wenn es andere Menschen, wie euch hier, gibt, die es einem nochmals vorhalten.

    Es ist halt alles momentan so ungewiss. Die Stimmungsschwankungen sind zwar nicht mehr so stark wie am Anfang meiner Trockenheit, aber ich fürchte mich halt immer davor, das es bei einer neuen Arbeitsstelle wieder schlimmer werden könnte.

    Aber ich will mich nicht schon wieder in diesen Gedanken reinsteigern. Ich lebe jetzt und lasse die Dinge auf mich zukommen.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Viele Grüße,

    Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, gewinnt das Leben Form und Gestalt. (V.E. Frankl)

  • Hallo Leute,

    die letzten Tage sind wieder ganz gut verlaufen.

    Meine Bewerbungsaktivitäten werden momentan von mir intensiviert. Gerade habe ich wieder 2 losgeschickt. Hoffe es wird irgendwann was werden...

    Dazu gleich noch eine Fragestellung, die mich momentan umtreibt: Wie soll ich gegenüber einem Arbeitgeber mit meiner Krankheit umgehen?

    Ich weiß, viele werden jetzt sagen: Ehrlich sein, ehrlich sein und nochmals ehrlich sein. Das ist in der Regel auch sicher richig und wichtig. Aber noch vor einer etwaigen Einstellung alles erkären?

    Wer nimmt mich denn dann noch? Ich bin Sozialarbeiter und möchte in diesem Beruf auch arbeiten. Aber gerade da stellt es doch jedem potentiellen Arbeitgeber die Haare zu Berge, wenn man hört dass der Bewerber trockener Alkoholiker ist (v.a. wenn es genug andere Bewerber gibt, die das NICHT sind :roll: )

    Ich würde ja auch einfach die Klappe halten und das Thema gar nicht erst ansprechen, aber: In meinem Lebenslauf fehlen nun mal die Monate März-August 2007. Wie soll ich erklären, das ich mein letztes Beschäftigungsverhältnis gekündigt habe (gekündigt in die Arbeitslosigkeit). Was soll ich also erzählen, was ich die letzten 5 Monate gemacht habe? Das ich mich von einem Nervenzusammenbruch in Folge meiner Alkoholkrankheit erholen musste? Wer bitte stellt mich dann noch ein?

    Mit Ehrlichkeit - so fürchte ich - werde ich mir vielleicht Anerkennung ernten, aber wohl keine verantwortungsbewusste Stelle.

    Noch liegt ja keine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch vor, aber wenn das demnächst der Fall sein sollte, wäre ich gerne gewappnet.

    Was würdet ihr mir raten? Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht bei der Arbeitssuche? Wie habt ihr die Sache gelöst?

    Herzlichst,

    Blizzard

    Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, gewinnt das Leben Form und Gestalt. (V.E. Frankl)

  • Servus Blizzard,

    Du bist mit der ehrlichen Antwort auf besserer Position als mit einer Lüge.

    Was passiert wenn Dein AG (auch nach der Probezeit) erfährt, was "damals" los war? Richtig, er wird sich darauf berufen, dass das Vertrauensverhältnis zwischen dir und ihm zerstört sei und eine personenbedingte Kündigung aussprechen. Dagegen bist Du dann machtlos, aber für die dann folgende Zukunft in diesem Beruf verbrannt.

    Ich kann Dir nur von mir sagen: ich habe mich im Vorstellungsgespräch geoutet, bewusst & gezielt. Ich habe das auch hier im Forum irgendwann mal geschrieben.
    Und für mich war's ein Volltreffer, nicht nur, weil ich im Unternehmen ganz offen damit umgehen kann. Sonder auch, weil ich genau dadurch die Stelle bekommen habe.

    LG
    Spedi

  • Hallo Spedi,

    wahrscheinlich hast du Recht. Ich würde als Arbeitgeber eine solche Ansage eines potentiellen Mitarbeiters sicherlich auch sehr schätzen. Aber man weiß ja nicht, wer einem selbst dann gegenübersitzen wird... :?

    Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, gewinnt das Leben Form und Gestalt. (V.E. Frankl)

  • Hallo Blizzard,

    daran kann man doch sehen, egal was man macht man hat keinen Einfluß auf die Reaktion des anderen.

    Aber wenn du ehrlich bist, auch wenn es vielleicht sehr unangenehm ist, bist du sicherer denn das bist Du.
    Du willst den Job, nicht irgendeiner der nur daher redet, steh zu dir das macht dich sympatisch und stärker.

    Du fühlst dich besser, auch wenn es nicht klappt, aber du stehts zu dir.

    Ich wünsch dir viel Erfolg!

    LG
    Elocin

  • Servus Blizzard,

    ich kann nach wie vor nur von mir sprechen: ich habe noch ca. ein viertel Jahrhundert Arbeitsleben vor mir - diese Zeit wollte und werde ich nicht mit einer Lebenslüge verbringen. Daher meine Entscheidung, es so zu machen - egal, wer mir gegenüber sitzt.

    LG
    Spedi

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