mein leben bis ich hier her fand, und wie`s weiter geht.

  • Liebe dorothea

    Ein Vierteljahrundert - das ist super schön lange.

    Wie ist das bei Dir so? Verblassen diese Erinnerungen an Deine nasse Zeit ebenso? Erlebst Du nach 25 Jahren überhaupt noch "Trigger" (oder sind sie jetzt dermassen schwach, dass sie nur noch entfernt an die Wirkungsweise von Triggern erinnern?)

  • moin avalon

    das kommt ganz darauf an wie tief die erinnerungen in der seele sitzen, durch schock graben sie sich deutlich tiefer ein. von denen die es erlebt haben weiß heute noch jeder was er gerade getan hat als die flugzeuge in die zwillingstürme flogen. und so ist es auch mit allen anderen erinnerungen im leben.

    und ja es gibt auch durchaus noch mal einen trigger. hatte ich gerade letztes jahr, mit mächtig saufdruck. das kuriose daran, ich habe es überhaupt nicht als solches erkannt weil dieser innere druck völlig vom gedanken an alk entkoppelt ist. erst als mir bewußt wurde "man ich hab saufdruck" da konnte ich den abschalten, da hab ich viel wasser getrunken, hab gemalt und mich ganz bewußt damit befasst, hat nicht lange gedauert und der war weg. bin aber bestimmt ne woche damit rumgerannt. wobei mir wie gesagt alkohol nie als lösung in den sinn kam. es war nur dieser immense druck da, ausgelöst von einer familieren katastrophe.

    und erinnerungen allgemein sind natürlich da, an einiges erinnre ich mich gut, an vieles nicht mehr so richtig. wie es eben so ist mit erinnerungen. aber die krankheit vergessen? man vergißt ja auch nicht wenn man diabetes hat oder was auch immer. und durch das lesen hier, bei den ganzen menschen die mit all ihrer not hier neu ankommen kommen auch immer wieder erinnerungen hoch, es ähnelt sich ja doch irgendwie immer alles.

    fazit, hier hab ich vieles noch recht gut auf dem schirm, aber wenn ich abschalte, auch kopfmäßig, im alltag ist für alk kein platz mehr. wenn in meiner umgebung getrunken wird gehe ich oft früher, nicht weil mich der alk irgendwie anziehen würde sondern weil mir der weinseelige stuß der dann geredet wird schlicht den nerv tötet. ich gehe an den alkregalen mit der gleichen gleichgültigkeit vorbei wie an den fußballzeitschriften. ich sehe das es da ist aber es ist mir schnuppe. es ist für mich völlig normal bei allem was ich zum essen kaufe drauf zu achten ob da alk drin ist. bei meinem stammbäcker gehe ich davon aus das die eine ältere verkäuferin gut bis 3 zählen kann, da ich ja nu immer wieder gefragt habe ob in neuen kuchensorten alk ist sind wir mitlerweile so das ich auf was zeige und sie nur den kopf schüttelt wenn nichts drin ist. erleitert vieles.

    an alk denken tu ich nie, evtl ärgere ich mich manchmal wenn ich zu viel gefuttert habe das mir die schnelle hilfe durch nen magenbitter versagt ist. wobei es mir hier tatsächlich um die bitterkräuter geht und nicht um den alk. das ist aber tatsächlich das einzige und selten. den alk und seine wirkung vermisse ich nicht im geringsten.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Zitat

    Trigger: hatte ich gerade letztes jahr

    Ja, wunderbar. Hab diese auch selten. Sind bei mir bloss ein bisschen mehr als ein Viertel Deiner abstinenten Jahre, aber die Trigger sind sehr selten geworden. Und schwach.

    Das mit den "unbewussten Triggern" ("erst als mir bewußt wurde "man ich hab saufdruck" da konnte ich den abschalten") kenn ich nicht. Oder ich bemerk' die gar nicht, weil ich sie "in eine andere Kiste steck'", auch möglich. Muss da mal in mich hineinhorchen.

    Hinter meinem Saufdruck steckte(n) Bedürfnis(se). Das ursprüngliche Bedürfnis war bei mir zum grossen Teil banalerweise "ich möchte mich gut fühlen, mein Seelenheil haben". Blöderweise - und das ist fast schon Ironie - hat genau mein Drogenkonsum (Nikotin, Alkohol, THC) das Seelenheil verhindert. Ich hatte vor mir selbst ein schlechtes Gewissen, war sehr unzufrieden mit mir.

    Seitdem ich meinen Suchtdruck auf die wirklichen Bedürfnisse, die dahinter stecken, entschlüsselt habe, kann ich diese Bedürfnisse direkt angehen.

    Alkohol war somit eigentlich nur ein Umweg. Und das macht's recht einfach für mich.

    ..und kurz davor, bevor ich speichern wollte, bemerke ich: Meine Fresstrips, welche ich bei aufkommendem Druck vollführe, die könnten aus ursprünglichem Saufdruck entstehen - ich geh' dem nach. Danke für den Anstoss, das bringt mir grad mal was.

    Hast Du ein Bild gemalt, zu Deinem 25.sten?

  • nein eben hab ich wenig zeit zum malen, wir hatten ein treffen und ich bin von da aus direkt nach bertingen auf unseren campingplatz. hier ist noch einiges zu tun. evtl male ich am abend etwas aber vorerst nichts konkretes auf halde.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

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