Ich glaube so eine Art Sozio-Phobie hatte ich auch. Auf jeden Fall drückten sie sich äußerlich so aus. Angst unter Menschen zu gehen, phasenweise Angst auf die Straße zu gehen etc. Auf jeden Fall war die Angst immer mit anderen Menschen verbunden.
Aber letztendlich ist die Angst ja in einem oder das Problem, was sich an einem äußeren Objekt festmacht, sei es Angst vor Plätzen, vor Enge oder sonst was.
Ich hatte das Glück eine paar Jahre eine gute Psychotherapie zu machen. Dort kam ich an Gefühle ran, die eigentlich so gar nichts mit der äußeren Angst zu tun hatten, aber aus diesen Gefühlen ist die äußere Angst gewachsen. Als ich einige Dinge für mich abklären bzw. bearbeiten konnte verblasste auch immer mehr die äußere Angst, von der ich auch heute noch nicht ganz frei bin, die aber doch wesentlich abgeschwächter ist.
Als ich noch trank, kam die Angst vor Menschen wieder verstärkt hoch. Wenn ich mich mit Leuten traf, musste ich mir erstmal Mut antrinken. Aber seitdem ich nicht mehr trinke, ist das wieder weg. Meine Feststellung: Alkohol verzerrt schon ganz schön die Gefühle.
Und dann die Frage, ob ich mir eingestehe süchtig zu sein, kann schon, wie ihr befürchtet, eine Alibifunktion werden, so nach dem Motto, ist doch eh wurscht.
Eigentlich stellt sich mir nicht die Frage, obwohl ich suchtabhängig getrunken habe. Ich weiß, ich will trocken bleiben und nicht mehr in diese Sucht oder dieses Trinkverhalten reinrutschen. Ich weiß genau, wenn ich wieder trinke, wird es sicherlich kein kultiviertes Gläschen Wein werden, sondern ich werde wieder genau an dem Punkt landen, an dem ich aufgehört habe, wenn nicht sogar schlimmer. Das habe ich immer wieder von Leuten aus meiner realen SHG, denen es so mit Rückfällen ergangen ist, gehört.
An dem Punkt, wo ich aufgehört habe, war ich absolut unzufrieden und mein Leben lief nicht mehr so, wie es sollte. Also, da nicht wieder hin.