Beiträge von Marie04

    Hallo Lea!

    Es ist eben ein Prozess ... und klar, ich könnte viel Lebenszeit sparen, wenn ich einmal einen radikalen Schnitt mache. Aber manchmal dauert es eben. Und ich persönlich habe das Gefühl, dass man manche Prozesse nicht abkürzen kann auch wenn es rückblickend dann schön gewesen wäre.

    Du kannst nicht gesunden solange das was dich krank macht noch vorhanden ist, es geht dir ja auch nicht besser wenn du das "Gift" (in dem Falle die krankmachende Beziehung) nur häppchenweise konsumierst. Der Alkoholiker muss sein krankmachendes Gift den Alkohol auch ganz weglassen und kann nicht weniger trinken das klappt auch nicht.

    Man kann Prozesse durchaus abkürzen es ist nur sehr anstrengend und wird oft wie ein Entzug empfunden. Aber wenn man es schafft sich komplett zu lösen wird es besser werden, es erfordert nur viel Zeit und Geduld.

    Ich glaube es lag daran, dass ich mein Muster überhaupt nicht erkannt hatte. Also dieses radikale Trennen bringt auch nur was, wenn man die innere Arbeit macht, will ich damit nur sagen ...

    Na gut aber jetzt scheinst du das Muster ja zu erkennen du merkst ja daß dir diese Beziehung nicht gut tut. Sicher musst du deine innere Arbeit machen, evtl. mit fachlicher Hilfe aber es ist bestimmt kein Anfang wenn du immer noch überlegst wie es MIT deinem alkoholkranken Partner funktionieren könnte. Er wird dich immer wieder in seinen Strudel reinreissen denn er ist ja auch krank und handelt wie es ihm die Sucht einredet. Mit ihm zusammen wirst du keine Fortschritte machen können.

    LG Marie

    Hallo Lea!

    Aber nun zum Thema meiner Überschrift: Ist es hier jemandem gelungen, die Beziehung fortzuführen, aber mit klaren Regeln/Grenzen für sich selbst? Meine würden so aussehen, so lange mein Partner noch nicht die Abstinenz anstrebt:

    Ich war viele Jahre mit einem Alkoholiker verheiratet und meiner Meinung nach funktioniert das nicht. Sein Trinken wird alles andere überschatten und er wird deine klar gesetzten Grenzen immer wieder versuchen einzureißen was dann sehr anstrengend wird.

    Aber vor allen Dingen wärst du mit so einer Partnerschaft zufrieden?

    Okay nicht mit ihm wohnen das heißt aber auch ihn nicht besuchen können wie man wollte, er könnte ja betrunken sein. Also ich möchte ja mit dem Mann den ich liebe irgendwann zusammen sein, geht aber bei dir nicht denn er trinkt ja.

    Er braucht gar nicht in deiner Gegenwart trinken das kann er ja vorher und nachher reichlich tun, aber wieder besteht die Gefahr dass er entweder betrunken ankommt oder dir absagt weil er lieber trinken möchte. Nasse Alkoholiker sind meistens sehr unzuverlässig.

    Keine Telefonate wenn er getrunken hat auch daran wird er sich nicht halten und behaupten er hätte gar nicht getrunken.

    So oder so würde sich alles um seine Sucht drehen.

    Wie lange würdest du so eine Art der Beziehung führen wollen, nochmal 10 Jahre, 20 Jahre oder bis an dein Lebensende? Wenn du warten willst daß er aufhört zu trinken wartest du oft vergeblich und gehst seelisch daran kaputt.

    Jetzt hätte ich mal eine Frage an dich, was ist an diesem Mann so toll daß du all diese Einschränkungen auf dich nehmen willst? Willst du jetzt einsam zu Hause sitzen und warten bis er mal etwas Zeit für dich hat und ansonsten den Alkohol bevorzugt?

    LG Marie

    Hallo Sensual!

    Ich habe in der Vergangenheit all seine Demütigungen, Kränkungen, Verletzungen mit der Krankheit entschuldigt. Mir eingeredet, es ist nicht er, der dir das antut, es ist die Krankheit.

    Das ging mir auch lange Zeit so oder ich dachte naja er war ja betrunken also musst du ihn nicht ernstnehmen und alles damit entschuldigt. Ja er ist zwar krank aber das gibt ihm noch lange nicht das Recht sich so zu benehmen. Im Nachhinein frage ich mich immer noch wie ich mir so etwas gefallen lassen konnte. Ich habe viel über mich nachgedacht und hatte auch professionelle Hilfe. Ich bin gegangen weil ich entgültig die Nase voll hatte von ihm und meine Liebe zu ihm gestorben war.

    Aufgearbeitet habe ich das erst viel später und ich habe mich noch länger schuldig gefühlt weil ich so etwas zugelassen habe. Aber es nützt ja nichts man kann nur dazulernen und ansonsten in die Zukunft blicken daß so etwas nie wieder passiert.

    Du schaffst das das dauert nur eine gewisse Zeit dann wird es dir besser gehen.

    LG Marie

    Liebe Sensual!

    Ganz profan, sei froh daß du ihn los bist dein Leiden hätte sich nur verlängert wenn du bei ihm geblieben wärst. Mit der Zeit wird es dir besser gehen und du wirst froh und erleichtert sein wie es gekommen ist. Du wirst mit der Zeit auch realisieren wie schräg und einseitig eure Beziehung war.

    Eine Beziehung mit einem Trinker kann einfach nicht gut gehen oder gar harmonisch sein auch wenn es schonmal bessere Zeiten mit ihm gibt. Das ewige Hin und Her macht nur die Seele krank.

    Du hast recht wenn du dieses Loch mit schönen Dingen füllen willst nur so kann es dir besser gehen. Blockiere ihn total er wird bestimmt wieder versuchen dich um den Finger zu wickeln, auch das ist typisch. Als ich gegangen bin meinte mein Mann:"Du wirst schon sehen was du davon hast mich zu verlassen, das wird dir noch leid tun". Ja ich wurde sehend und es kamen nach einer gewissen Zeit nur positive Empffindungen. Es war schön das Leben so zu gestalten wie ich es wollte.

    LG Marie

    Hallo Annett!

    Herzlich willkommen hier im Forum ich bin/war auch viele Jahre Angehörige eines alkoholkranken Ehemannes. Ich werde deinen Text etwas zerlegen so kann ich dir besser antworten. Ich schreibe dir einfach von meinen Erfahrungen und du wirst merken daß sich die Erlebnisse insgesamt ähneln.

    Zitat von Zitrone

    Ständiges Auf und Ab. Anfangs retten wollen, dann Kontrolle, das ganze Programm.

    Ja das kenne ich und was hat es gebracht? Nichts denn es ist ein ewig gleicher Kreislauf - heftiges Trinken wechselt sich mit meist kurzen Phasen ab in denen nichts getrunken wird um die Partnerin zu beschwichtigen. Dann Versprechen daß es nie wieder passieren würde denn man hätte doch gar kein Problem mit dem Alkohol. Um wieder weiterzutrinken wenn die Partnerin sich beruhigt hat.

    Zitat von Zitrone

    Im Januar gab es eine heftige Auseinandersetzung zwischen uns. Danach kam er selbst drauf, sich Hilfe zu suchen. Begann Entzug und beantragte Therapie.

    Das dachte ich auch nachdem ich ihm nach einer Auseinandersetzung die Pistole auf die Brust gesetzt hatte er würde es endlich einsehen. Er war kurz vorher im Alkoholkoma im Krankenhaus auf der Intensivstation gelandet. Im Nachhinein habe ich aber bemerkt daß es doch nicht sein eigener Entschluß war sondern mein Druck den ich ihm gemacht habe. Das kann man aber auch daran erkennen wie schnell rückfällig dein Partner geworden ist. Wer zudem auch noch die Therapie abbricht hat bestimmt nicht den Willen trocken zu werden.

    Zitat von Zitrone

    Wir hatten Kontakt, meine Bedingung war, nur nüchternen. Das ging paar Mal gut, dann kam er wieder mit Restalkohol.

    Gut daß du ihn vor die Tür gesetzt hast aber irgendwelche Bedingungen kann man sich sparen ein trinkender Alkoholiker ist nicht in der Lage Bedingungen einzuhalten. Die Sucht ist meistens stärker.

    Zitat von Zitrone

    Das mir sein Alkoholkonsum zu viel wird und ich erstmal 2 Tage für mich brauch. Daraufhin wurde ich beschimpft, beschuldigt, für seine Situation verantwortlich gemacht. Seitdem kein Kontakt.

    Sehr gut daß du den Kontakt abgebrochen hast und jetzt bitte bleibe dabei egal was er versucht dich zurückzugewinnen. Null Einsehen von seiner Seite und immer sind die anderen schuld daß er wieder getrunken hat.

    Zitat von Zitrone

    Zur Zeit gelingt es mir gut, mich abzugrenzen. Ich verbringe viel Zeit mit Freundinnen und lerne gerade Klavier.

    Super, sich abzulenken ist sehr gut, vielleicht gelingt es dir nach vorne zu schauen und dir ein Leben ohne ihn vorzustellen.

    Zitat von Zitrone

    Doch vermisse ich ihn, nüchtern ist er ein wundervoller Mensch.

    Nunja den Mann den du kennengelernt hat war zwar zwischendurch nüchtern aber dann hat er wieder getrunken. Du hast ihn im Grunde nie richtig kennen gelernt denn er war ja nicht richtig trocken. Dazu gehört eben eine Entgiftung mit Therapie das hat er ja abgebrochen. Zwischendurch sind die meisten nassen Alkoholiker nett da haben sie noch eine gewisse Hemmschwelle. Ich verstehe sehr gut was du meinst aber man muß den Partner so nehmen wie er sich präsentiert leider kann man sich das nicht aussuchen. Aber auf Dauer hält es kein normaler Mensch aus mit einem ewig Betrunkenen zu leben.

    Zitat von Zitrone

    Er hat das Problem, nicht ich. Nur hab ich auch eins, die Co- Abhängigkeit und da will ich raus.

    So ist es und du bist für sein Problem nicht zuständig sondern nur für deins. So wie er sich präsentiert denkt er gar nicht daran mit dem Trinken aufzuhören. Man kann da rauskommen indem man sich immer wieder sagt man ist zu wertvoll um so etwas mitzumachen, weder mit dem aktuellen noch mit einem zukünftigen Partner. Sich immer wieder zu sagen so etwas habe ich gar nicht nötig, denn einen Suchtkranken kann man nicht retten wenn er nicht mitmacht, man kann höchstens möglichst schnell die Flucht ergreifen und zwar für immer.

    LG Marie

    Vielen Dank liebe Lütte für deine guten Wünsche! Bei der Geburt meiner Kinder war ich viel unbekümmerter als jetzt bei meiner Enkelin.

    Ich freue mich auch schon darauf bei meiner Enkelin Babysitter zu sein, dafür würde ich sogar die 500 km die uns trennen anreisen.

    Für die Geburt Eures 3. Enkels wünsche ich euch alles Gute.

    LG Marie

    Hallo Eismann!

    hatte in der Zeit zwischen Entgiftung und LZT auch Gäste, für die ich unmittelbar vorher Bier besorgt habe. Was nicht alle wurde, hab ich ihnen mitgegeben. Dachte mir, warum sollen die sich wg. meiner Krankheit einschränken?

    Als Angehörige ohne Suchtpotential ist es mir vollkommen egal wenn mir kein Alkohol angeboten wird, es wäre noch nichtmal ein Verzicht für mich. Ich denke einfach daß ich aus lauter Respekt für den Gastgeber nichts trinken würde. Ich würde auch von mir aus niemals nach Alkohol fragen wenn ich irgendwo zu Besuch bin.

    Manchmal denke ich es ist falsches Denken der Menschen die gerade trocken geworden sind und es noch als Einschränkung empfinden nichts zu trinken.

    LG Marie

    Hallihallo!

    Die letzten 6 Tage war ich bei meiner Tochter und dem Schwiegersohn und habe meine kleine Enkelin kennengelernt. Ich habe sie ganz lange im Arm gehalten und mit ihr gekuschelt. Dann habe ich ihr erzählt daß ich so froh bin daß sie gesund zur Welt gekommen ist und sehnsüchtig von Allen erwartet wurde.

    Wir machten einige Ausflüge zusammen in umliegende Städte oder an die Elbe. Sie ist ein sehr pflegeleichtes Baby, trinkt und schläft, besonders gut gefällt es ihr wenn sie der Papa im Tragetuch herumträgt. Meine Tochter und der Schwiegersohn machen ihre Sache als frischgebackenen Eltern sehr gut und sind sehr fürsorglich.

    In mir kam auch etwas Wehmut hoch daß mein verstorbener Mann das nicht mehr erleben konnte weil seine Sucht einfach stärker war, er hätte sich bestimmt über seine Enkelin gefreut.

    Nun bin ich wieder zu Hause und freue mich auf September da wollen sie mich besuchen kommen.

    LG Marie

    Huhu Cayenne!

    Manchmal geht es hier hoch her hat aber trotzdem ein Ziel jeder möchte im Grunde nur helfen. Als ich anfangs hier war wusste ich zwar genau was ich wollte aber wusste noch nicht soviel über Co-Abhängigkeit. Mein Denken änderte sich aber langsam, ich habe hier viel geschrieben aber auch sehr viel gelesen und mir ging so manches Lichtlein auf.

    Ich sah nur eine Seite und zwar meinen betrunkenen Ehemann der einfach nicht kapieren wollte daß es gesundheitsschädlich ist wenn man soviel trinkt. Mit aller Gewalt wollte ich ihn dazu bringen damit doch aufzuhören damit dieses Theater endlich aufhört und ich wieder in Ruhe leben konnte. Was ich dabei übersehen habe daß auch mein Mann ein freier Mensch ist und trinken kann soviel er will. Er war der Typ der immer sagte:"Du hast ja recht, ich höre damit auf" wahrscheinlich sagte er das aber auch nur um mich hinzuhalten und an mein Schimpfen hatte er sich längst gewöhnt.

    Ich habe die Flucht ergriffen weil ich die Nase voll hatte und total frustriert war. Mich habe ich erst wenig hinterfragt denn ich tat ja nichts Schlimmes, hielt alles in Ordnung, war fleissig und habe mich abgerackert um alle zufrieden zu stellen. Ich hatte irgendwann viel Wut im Bauch und dachte (sagte) zu ihm: "Du kannst mir jetzt den Buckel runterrutschen, ich will das nicht mehr".

    Später kam ich dann hier zum Nachdenken warum nur habe ich diese Spielchen in denen ich ja auch ein Hauptakteur war überhaupt so lange gefallen lassen? Daran musste ich arbeiten und mich soweit ändern daß ich mich nie wieder so behandeln lasse, egal von wem. Nun sind schon viele Jahre vergangen und ich bin anders geworden. Ich mache meine Wertigkeit auch nicht mehr vom Partner oder anderen Menschen abhängig - Ich bin Ich und wer mich so nicht will hat Pech gehabt. Daß heisst aber jetzt nicht daß ich keine Kompromisse eingehen kann oder einen Ego-Trip auslebe aber ich muß mich wohl fühlen bei dem was ich mache.

    Es geht ja auch darum letztendlich zu erkennen daß die Beziehung mit einem Suchtkranken total schräg ist und daß man die Macht das zu ändern in der eigenen Hand liegt und man häufig aus so einer Beziehung ausbrechen muß um überhaupt etwas zu erreichen.

    LG Marie

    Hallo Hartmut!

    Der CO kann sein Suchtmittel, in den meisten Fällen den Mann, in die Tonne treten aber es laufen ja noch andere Männer rum .

    Das geht nur über die psychische Ebene.

    Eben wenn kein Umdenken stattfindet wird der Co vielleicht den einen Trinker los um sich direkt den nächsten Trinker anzulachen. Deswegen ist es ja so wichtig sich mit den eigenen Verhaltensweisen zu befassen um zu begreifen was da so schiefläuft.

    Viele wollten einfach nur Gleichgesinnte treffen, die ihr Gejammer verstehen (sollen). Es geht doch da noch nicht, um Hilfe annehmen. Sie haben ja im Moment nur das Problem Jammern.

    Ja das ist so das ist auch in realen Selbsthilfegruppen so. Aber solche Leute sind noch so in sich gefangen daß sie noch nicht soweit sind. Das ist sogar in meiner Selbsthilfegruppe (Schmerzerkrankung) so manche jammern nur und sind doch nicht bereit etwas zu ändern und fühlen sich unverstanden wenn niemand Mitleid hat. Aber es ist hier im Forum und real auch so sie werden wieder verschwinden wenn sie nicht das finden was sie suchen.

    LG Marie

    Was mir auch noch eingefallen ist es gibt Unterschiede zwischen Co und Alkoholiker, der Alkoholiker macht zuerst eine Entgiftung und wirft sein Suchtmittel in die Tonne und dann fängt er an an sich zu arbeiten. So kann der Co-Abhängige nicht vorgehen er kann ja nicht entgiften und sein "Suchtmittel" in die Tonne werfen sondern muß erstmal lernen umzudenken. Dieses Umdenken kann selbst im Rahmen einer Psychotherapie recht lange dauern.

    Das Schwierigste finde ich immer Jemanden begreiflich zu machen daß er selbst sich ändern muß, das kommt oft lange nicht an. Ich dachte früher immer

    ich tue und mache ja, hab ich auch, aber mein einziges Ziel war ihn von der Sauferei wegzubringen weil ich auch dachte es ist doch falsch daß er trinkt wieso kapiert er das nicht?

    Manchmal bin ich aber selber entsetzt was manche sich hier vom trinkenden Partner gefallen lassen, mir sind die Gedankengänge von manchen hier auch fremd, besonders wenn jemand einen Partner den er gerade kennengelernt hat retten will. Also da würde ich sofort die Flucht ergreifen ohne Wenn und Aber.

    LG Marie

    Hallo Sunshine!

    Da bricht wohl das oftmals stark vorhandene Helfersyndrom der CO-Abhängigen durch.

    Da du keinen eigenen Thread hast schreibe ich dir hier, ich würde noch nichtmal sagen daß es das Helfersyndrom ist. Die meisten Co-Abhängigen sind von Natur aus langmütige und sehr geduldige Menschen, mir ist diese Eigenschaft auch erhalten geblieben. Weil man aus eigener Erfahrung weiß wie lange es oft dauert bis man überhaupt umdenken kann wird halt fleissig hin- und hergeschrieben.

    Im Grunde genommen weiß auch der Co-Abhängige daß etwas verdammt schief läuft aber findet doch lange (vielleicht nie) den Weg da raus weil er auch oft denkt sein XY wäre anders.

    Es ist hier ein Selbsthilfeforum ich lasse Hilfe zur Selbsthilfe hier. Ob der andere das annimmt liegt nicht in meiner Macht und darüber zerbreche ich mir auch nicht den Kopf. Real bin ich da viel rigoroser ich habe eine Nachbarin mit einem trinkenden XY ich habe mir die ewig gleiche Leier nicht lange angehört sondern zu ihr gesagt nur sie könne was machen, habe ihr meinen Weg erzählt mehr könnte ich ihr da auch nicht helfen.

    LG Marie

    Liebe Cayenne!

    Ich war auch nicht mehr die Jüngste als ich gegangen bin. Ich lebte in einem großen Haus mit Garten, mein Mann ging trotz seiner Trinkerei regelmässig arbeiten und hat sehr gut verdient. Tja es hätte alles gestimmt - wenn er nicht so getrunken hätte. Viele Jahre hatte ich gewartet und gehofft er hört damit auf und alles wird wieder gut. Soviel Angst hatte ich zu gehen und habe andere beneidet die sich getrennt haben.

    Also daß du gleich und sofort gehen sollst habe ich auch gar nicht gemeint, ich war schon 55 und 32 Jahre verheiratet als ich ging. Es wurde nichts besser es wurde immer schlimmer. Ich habe ihm so viele Chancen gegeben und ihm letztendlich ein Ultimatum von einem halben Jahr gestellt. In dem halben Jahr habe ich meine Dinge geregelt weil ich im Grunde wusste er ändert sich nicht, für mich war die Beziehung auch am Ende angelangt.

    Es war für mich auch nicht einfach mein Zuhause zu verlieren aber so weitermachen im goldenen Käfig? Nein und nochmals nein ich wollte auch noch etwas vom Leben haben. Einen Ausflug machen z.B. bei dem der Partner sich nicht mittags oder nachmittags den Alkohol reinschüttet, Leute einladen ohne lallenden oder gröhlenden Partner neben mir, so einfache Dinge wünschte ich mir.

    Wenn ich dir schreibe meine ich ja nicht daß du jetzt und gleich ausziehen sollst, ich schreibe einfach von mir vielleicht kannst du ja etwas mitnehmen. Wenn nicht kann ich auch damit leben, ich stelle bestimmt keine Erwartungen an dich.

    LG Marie

    Hallo Cayenne!

    Wenn ich jetzt meine Koffer packen würde: Ich wüsste auch gar nicht wohin. AUch mit meiner Familie habe ich den Kontakt abgebrochen.

    Ich habe monatelang ganz konkret geplant wie es weitergehen soll. Ich habe mich umgeschaut wo ich wohnen könnte, wie ich es finanziell machen werde usw. Ich hatte zu dem Zeitpunkt keine Menschenseele der ich mich anvertrauen konnte. Aber ich hatte den ganz festen Willen es zu schaffen und ich habe es geschafft. Als ich anfing hier im Forum zu schreiben hatte ich die Trennung zwischen Tisch und Bett bereits vollzogen.

    Mir ging es bereits besser als ich anfing den Weg zu gehen, nichts ist schlimmer als in der Untätigkeit zu verharren und darauf zu hoffen daß ER etwas ändert.

    Versuche den Schalter umzulegen, nicht was ER tut oder nicht tut ist wichtig sondern was DU tust. Die Angst es nicht zu schaffen hatte denke ich mal jeder von uns aber wo ein Wille da ein Weg.

    LG Marie

    Hallo Owline!

    Gestern hatte ich ein ziemlich schlimmes Gespräch mit seiner Mutter.. In dem sie mir doch wirklich vorgeworfen hatte, dass ich nichts machen würde im Haushalt und er daher so überfordert wäre und ich auch mal einkaufen fahren müsse..

    Da siehst du wie er alles zu seinen Gunsten dreht und wendet und seine Mutter darauf reinfällt. Es ist wahrscheinlich nichtmal böse gemeint, sie will halt Friede, Freude, Eierkuchen und glaubt selber an das was sie sagt. Ausserdem haben die meisten Menschen überhaupt keine Ahnung von Alkohol- oder anderen Süchten und denken es wäre eine Willensschwäche oder es müsse einen Grund geben warum er trinkt und erkennen das wahre Problem überhaupt nicht.

    Da muß schonmal die Ehefrau herhalten die ja ganz bestimmt etwas falsch macht daß der Arme wieder trinkt. :rolleyes: Ärgere dich nicht zu sehr, kläre die Sache wie du es siehst und damit genug, du musst dich nicht bis Ultimo verteidigen. Ausserdem sollte es die Mutter oder andere Verwandte nichts angehen was bei euch vorfällt. Mein Mann hat meine beiden erwachsenen Kinder gegen mich aufgehetzt und hat sich über mich beschwert, natürlich stellte er sich als das Opfer dar.

    Ich meine ja auch wenn er sich so überfordert fühlen würde wäre ja der richtige Weg es mit dir zu klären. Wenn er den Alkohol weglassen würde würde es vielleicht auch mit seinen Hausaufgaben besser klappen aber da er süchtig ist fehlt ihm diese Einsicht bestimmt.

    Mich haben nachdem ich bereits ausgezogen war immer noch seine Nachbarn angerufen und mir erklärt ich müsse doch etwas tun damit er nicht angetrunken Auto fährt. Ich habe immer geantwortet: "Sage es ihm selbst, ich habe damit nichts mehr zu tun" und bin damit auf Unverständnis gestossen.

    Manchmal hatte ich das Empfinden die Alkoholsucht meines Mannes war wie eine Krake die sich immer enger um mich schlingt und mir den Raum zum Leben wegnimmt.

    LG Marie

    Hallo Sensual!

    Er wird mir immer fremder. Selbst Redensarten und gewisse Verhaltensweisen kenne ich so rücksichtslos von ihm nicht. Er war nicht mal in der nassen Zeit so. Ich möchte nur verstehen, ob es wirklich so ist, wie man liest, dass von dem Menschen „nichts“ mehr überbleibt, bzw. er zu sich zurückfindet…

    Er macht gerade eine starke Wandlung durch. Wie es sich entwickeln wird steht in den Sternen. Vielleicht bist sogar auch du ihm fremd da er dich ja in seinen nassen Zeiten kennengelernt hat. Wenn er seine Arbeit an sich selbst fortsetzt wird er sich noch mehr verändern, wie und inwieweit weiß keiner, nichtmal er selbst.

    Aber es wird an der Zeit daß du etwas für dich tust, du hast doch bestimmt auch noch ein eigenes Leben. Du befasst dich ja nach wie vor nur mit ihm. Lasse ihm doch etwas mehr Raum in seiner neuen Entwicklung. Wie es mit eurer Partnerschaft weitergeht kannst du zu diesem Zeitpunkt weder wissen noch beeinflussen. So manche Partnerschaft geht kaputt wenn der Partner trocken wird eben aufgrund dieser Veränderung.

    Richte den Fokus jetzt so weit wie möglich auf dich, beobachte einfach nur mit Abstand ohne ihn ständig zu bewerten.

    LG Marie

    Hallo Franzl!

    Und da liegt glaub bei den meisten das Problem, ich bin doch nicht derjenige der alles kaputt gemacht hat, aber ich muss mir hilfe suchen, da ich sonst wer weiß wo und wie enden werde!?

    So habe ich auch mal gedacht und war verbittert und wütend daß mein Mann mir so etwas antut, zum Glück hat er finanziell sparsam gelebt und es ist mir erspart geblieben irgendwelche Schulden abzuzahlen. Aber als meine Gedanken etwas freier wurden dachte ich mir wieso habe ich mir das so viele Jahre gefallen lassen? Ich hätte schon viel früher auf den Tisch hauen müssen und sagen:"Mit mir nicht"! Aber da man die Vergangenheit ja nicht ungeschehen machen kann bleibt nur die Gegenwart um die Probleme nach und nach zu lösen und wieder Licht am Horizont zu sehen.

    Du hast ja schon einen Anfang gemacht und bist aktiv geworden das war schonmal der erste Schritt. Sich Hilfe zu holen ist sehr wichtig damit man auch wieder zu Kräften kommt und die Sache anders sehen kann.

    Schreibe dir einfach mal alles von der Seele das tut schonmal gut. Hier sind ja auch viele Leute die wissen wovon du schreibst weil sie Ähnliches erlebt haben.

    LG Marie

    Hallo Franzl!

    Herzlich willkommen hier im Forum, ich wünsche dir einen guten Austausch.

    Deine Situation ist wirklich schlimm ob ein Ende in Sicht ist liegt jetzt auch mit an dir. Ein alkoholkranker Mensch macht seine ganze Familie mit krank kein Mensch hält das auf Dauer aus. Du merkst auch selber daß du mit deinen Kräften am Ende bist.

    Deine Frau wird sich wahrscheinlich nicht ändern auch wenn sie sagt sie trinkt seit 3 Wochen nicht mehr. Nasse Alkoholiker lügen wie es ihnen gerade in den Kram passt aber das weißt du ja. Warum zieht sie nicht in ihre Wohnung um, kannst du sie nicht vor die Tür setzen? Das wäre schonmal ein Anfang sich räumlich zu trennen. Wie du merkst geht das ja schon lange so ob sie sich je ändern wird kannst du nicht wissen und nicht beeinflussen. Aber bringe wenigstens deine kleine Tochter vor ihr in Sicherheit damit sie nicht noch mehr Schaden nimmt. Die größere Tochter hat es richtig gemacht mit dem Auszug und ihrer Kontaktsperre.

    Ich bin auch nach vielen Jahren gegangen, ich war regelrecht krank von der Trinkerei meines Mannes. Ich glaube ich hätte mir irgendwann etwas angetan so furchtbar fand ich alles. Weisst du was jetzt bin ich endlich frei, kein Alkoholgestank, keine Streiterei, keine Beschimpfungen meiner Person, nachts ruhig schlafen wie herrlich war das als ich den Schritt vollzogen hatte.

    10 Jahre ist das jetzt her, natürlich ist auch nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen und ich habe wie jeder meine Probleme. Aber bis jetzt ist mir nie wieder so etwas Schlimmes widerfahren wie mit meinem trinkenden Ehemann.

    LG Marie