Hallo Annett!
Herzlich willkommen hier im Forum ich bin/war auch viele Jahre Angehörige eines alkoholkranken Ehemannes. Ich werde deinen Text etwas zerlegen so kann ich dir besser antworten. Ich schreibe dir einfach von meinen Erfahrungen und du wirst merken daß sich die Erlebnisse insgesamt ähneln.
Zitat von Zitrone
Ständiges Auf und Ab. Anfangs retten wollen, dann Kontrolle, das ganze Programm.
Ja das kenne ich und was hat es gebracht? Nichts denn es ist ein ewig gleicher Kreislauf - heftiges Trinken wechselt sich mit meist kurzen Phasen ab in denen nichts getrunken wird um die Partnerin zu beschwichtigen. Dann Versprechen daß es nie wieder passieren würde denn man hätte doch gar kein Problem mit dem Alkohol. Um wieder weiterzutrinken wenn die Partnerin sich beruhigt hat.
Zitat von Zitrone
Im Januar gab es eine heftige Auseinandersetzung zwischen uns. Danach kam er selbst drauf, sich Hilfe zu suchen. Begann Entzug und beantragte Therapie.
Das dachte ich auch nachdem ich ihm nach einer Auseinandersetzung die Pistole auf die Brust gesetzt hatte er würde es endlich einsehen. Er war kurz vorher im Alkoholkoma im Krankenhaus auf der Intensivstation gelandet. Im Nachhinein habe ich aber bemerkt daß es doch nicht sein eigener Entschluß war sondern mein Druck den ich ihm gemacht habe. Das kann man aber auch daran erkennen wie schnell rückfällig dein Partner geworden ist. Wer zudem auch noch die Therapie abbricht hat bestimmt nicht den Willen trocken zu werden.
Zitat von Zitrone
Wir hatten Kontakt, meine Bedingung war, nur nüchternen. Das ging paar Mal gut, dann kam er wieder mit Restalkohol.
Gut daß du ihn vor die Tür gesetzt hast aber irgendwelche Bedingungen kann man sich sparen ein trinkender Alkoholiker ist nicht in der Lage Bedingungen einzuhalten. Die Sucht ist meistens stärker.
Zitat von Zitrone
Das mir sein Alkoholkonsum zu viel wird und ich erstmal 2 Tage für mich brauch. Daraufhin wurde ich beschimpft, beschuldigt, für seine Situation verantwortlich gemacht. Seitdem kein Kontakt.
Sehr gut daß du den Kontakt abgebrochen hast und jetzt bitte bleibe dabei egal was er versucht dich zurückzugewinnen. Null Einsehen von seiner Seite und immer sind die anderen schuld daß er wieder getrunken hat.
Zitat von Zitrone
Zur Zeit gelingt es mir gut, mich abzugrenzen. Ich verbringe viel Zeit mit Freundinnen und lerne gerade Klavier.
Super, sich abzulenken ist sehr gut, vielleicht gelingt es dir nach vorne zu schauen und dir ein Leben ohne ihn vorzustellen.
Zitat von Zitrone
Doch vermisse ich ihn, nüchtern ist er ein wundervoller Mensch.
Nunja den Mann den du kennengelernt hat war zwar zwischendurch nüchtern aber dann hat er wieder getrunken. Du hast ihn im Grunde nie richtig kennen gelernt denn er war ja nicht richtig trocken. Dazu gehört eben eine Entgiftung mit Therapie das hat er ja abgebrochen. Zwischendurch sind die meisten nassen Alkoholiker nett da haben sie noch eine gewisse Hemmschwelle. Ich verstehe sehr gut was du meinst aber man muß den Partner so nehmen wie er sich präsentiert leider kann man sich das nicht aussuchen. Aber auf Dauer hält es kein normaler Mensch aus mit einem ewig Betrunkenen zu leben.
Zitat von Zitrone
Er hat das Problem, nicht ich. Nur hab ich auch eins, die Co- Abhängigkeit und da will ich raus.
So ist es und du bist für sein Problem nicht zuständig sondern nur für deins. So wie er sich präsentiert denkt er gar nicht daran mit dem Trinken aufzuhören. Man kann da rauskommen indem man sich immer wieder sagt man ist zu wertvoll um so etwas mitzumachen, weder mit dem aktuellen noch mit einem zukünftigen Partner. Sich immer wieder zu sagen so etwas habe ich gar nicht nötig, denn einen Suchtkranken kann man nicht retten wenn er nicht mitmacht, man kann höchstens möglichst schnell die Flucht ergreifen und zwar für immer.
LG Marie