Beiträge von LeaLux

    Hallo liebe Gruppe,

    jetzt ist es wieder eine Weile her ...

    Mir wird hier ja manches mal der "Kopf gewaschen" - das finde ich auch gut so. Trotzdem komme ich mir dann unfähig vor und durch mein eigenes Auf-der-Stelle-Treten mag ich dann hier gar nicht mehr schreiben. Aber ich mach einfach mal weiter, wie gesagt, als eine Art Tagebuch ... damit es bei mir vielleicht irgendwann, beim Durchlesen des ganzen Prozesses, Klick macht. Sonst verwischen diese ganzen Sachen so in der Erinnerung ...

    Also Stand ist, dass ich den Flug nach Thailand zunächst storniert habe. Denn er hat mich ja ausdrücklich ausgeladen.

    Zwischen uns war erstmal Sendepause, dann fing er wieder an mich zu kontaktieren, ob ich denn nun komme oder nicht. Denn irgendwie hat er erwartet, dass ich in ihn hinein schauen kann und erkenne "Du sagst zwar, dass ich auf keinen Fall kommen soll, wünscht es dir eigentlich aber doch".

    Er hatte die Aussage weder zurück genommen, noch sich irgendwie dafür entschuldigt ... war dann aber sauer, dass ich storniert hatte.

    Zudem warf er mir noch vor, dass ich bezüglich seines betrunkenen Anrufes nur einen Streit vom Zaun brechen wollte, um die Reise absagen zu können. Er wäre doch bei dem (angetrunkenen) Telefonat super sweet gewesen und hätte nur liebe Sachen gesagt. Und er hätte mir doch danach versprochen, dass er nichts trinkt so lange ich mit ihm in Thailand bin.

    Also war ich die Böse, die voller Berechnung und grundlos Auseinandersetzungen beginnt, um die Reise nicht antreten zu müssen (warum auch immer).

    Als wir irgendwann wieder in der Lage waren, normal miteinander zu reden, ohne gegenseitige Anschuldigungen, erklärte er mir noch Folgendes: Meine Sicht auf Alkohol und Sucht im Allgemeinen sei geprägt durch das 12 Schritte Programm (dass ich als Liebes-und Beziehungssüchtige zeitweise verfolge) und durch dieses Forum hier. Und in beiden Gruppen würden nunmal extreme Ansichten herrschen, die nicht viel Raum lassen für andere Sichtweisen der Realität, die es aber nunmal genauso gäbe. Er erzählte von einer Alkoholabhängigen Tante, die dadurch fast gestorben wäre. Nach der Diagnose vom Arzt hörte sich auf mit Alkohol bis auf ein Glas Sherry an Silvester, ihr restliches Leben lang. Und es gäbe viele solcher Beispiele, von Leuten die sehr wohl kontrolliert trinken könnten.

    Er würde einfach gerne Alkohol trinken, er sei auf keinen Fall abhängig ... sondern es ist einfach eine Frage der Realitätswahrnehmung/Definition/des Umfeldes ...

    Da wurde mir auf einmal - man glaubt es kaum - nach 10 Jahren klar, dass er sich nie nie nie ändern wird. Ich bin 10 Jahre lang einer Illusion hinterher gelaufen. Dem Bild, das ICH mir von ihm gemacht hatte, wie er sein KÖNNTE, wenn er doch nur so und so WÄRE. Ich habe gesehen, dass das alles in ihm schlummert, es muss nur HERAUS und dabei kann ICH helfen. Irgendwie fiel es mir da wie Schuppen von den Augen, muss man sich mal vorstellen, nach 10 Jahren. Das ist fast schon aberwitzig, wenn es nicht so traurig wäre.

    Gerade von diesem Hang zur Illusion bei den Cos habe ich hier in den letzten Tagen/Wochen öfter gelesen.

    Komischer Weise hat das jetzt nicht dazu geführt, dass ich sofort den Schlussstrich gezogen habe. Eher dazu, dass ich ihn jetzt viel mehr so sehe, wie er wirklich ist. Ohne Wunschdenken. Ich nehme ihn jetzt so wie er ist.

    Und so werde ich ihn in Thailand besuchen. Um zu schauen, was das für ein Gefühl ist, auf dieser etwas anderen Ebene Zeit mit ihm zu verbringen. Am Sonntag fliege ich deshalb nach Koh Samui und dann weiter nach Koh Panghan.

    (Wenn ich mir das alles durchlese ... voll das bekloppte Chaos)

    Noch als Ergänzung:

    Ich glaube die "Bewusstmachung", was man positives erlebt hat, ist ein wichtiger Aspekt.

    Heute habe ich den Tag zB recht unbewusst erlebt, also einfach vor mich hin "gewurschtelt" und gleich gehe ich schlafen.

    Hätte ich mich durch diesen Thread nicht mit dem Thema beschäftigt, wäre mir gar nicht sonderlich aufgefallen, dass ich:

    - ein wunderschönen Spaziergang bei tollster Sonne mit meinem Hund hatte

    - es seit längerer Zeit schaffe, meine Wohnung schön zu halten und heute bin ich nicht hektisch losgefahren, sondern habe mir Zeit genommen, alles ordentlich zu hinterlassen

    Also wenn ich am Ende des Tages ein Resumee ziehe, dann verstärkt das dieses gute Gefühl, etwas für sich getan zu haben.

    Auch ein bewusstes Vornehmen: "Heute tue ich XY, nur für mich!" verstärkt den Effekt.

    Am besten man macht alles drei: sich was vornehmen, tatsächlich machen und in Gedanken danach nochmal genießen!

    3 fache Selbstfürsorge!!!

    Das macht was im Gehirn, schüttet positive Botenstoffe aus 🙂

    Hallo Loewenmama,

    wie wäre es mit einer Liste mit schönen Dingen, die du für dich tun kannst? Beispiele:

    Sauna

    Massage

    Hörbuch/Lesen

    Spaziergang

    lecker Kochen

    Zeichnen/ Tanzen/Fotografieren (irgendwas, das du gerne machst oder schon immer mal ausprobieren wolltest)

    Deine Lieblingsmusik hören

    Badewanne mit Kerzen

    Dankbarkeits-Meditation

    ...

    ...

    Davon machst du jeden Tag 1-3 Sachen und schreibst dir das danach abends auf, in ein kleines Tagebuch oder so. Oder noch besser: du teilst es jm mit, mit dem du das als festes Ritual verabredest.

    Für mich bedeutet Selbstfürsorge, meine Zeit und Aufmerksamkeit auf positive, stärkende heilsame Gedanken/Tätigkeiten zu richten. Muss auch gar nichts großes sein ... eine Blume anschauen, ein Tier streicheln ... reicht auch manchmal schon.

    Wie findest du das?

    Hallo SIE38,

    ich gehöre auch zu denen, die sich auch nach 10 Jahren nicht trennen können, warum auch immer. Bei mir sind keine Kinder im Spiel, was das Ganze - theoretisch - erleichtern sollte.

    Die Frage "Wann, warum und wie habt ihr den Absprung geschafft" habe ich hier auch oft gestellt. Darauf wurde hier auch sehr aufmerksam eingegangen, wie auf alle anderen Fragen auch. Vielleicht hat es bei mir einen ganz kleinen Samen gesät ... aber derzeit bin ich zu der endgültigen Trennung noch nicht bereit.

    Ich versuche zu schauen, was meine (emotionalen) Abhängigkeits- und Suchtstrukturen sind ... anstatt immer nur ihn in seinem Suchtmuster zu sehen. Ohne Kinder ... um ein vielfaches einfacher und dennoch verwickelt.

    Ich versuche, irgendwie weich und gnädig mit mir zu sein ... und mich in Gedanken nicht zu sehr zu verurteilen, weil ich irgendwie noch nicht kann. Was ist das Schöne in meinem Leben, trotz all dieser dunklen Seiten und Abgründe?

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht ... sagt man ja so. Ich weiß nicht, ob es für innere Prozesse Abkürzungen gibt.

    Im Nachhinein denkt man sich bestimmt manches Mal, warum man nicht eher reagiert hat, in den verschiedensten Lebensbereichen. Aber das denkt man ja auch erst, mit der Erfahrung, die man bis dahin angesammelt hat.

    Du bist 38 ... und kommst auch bald in die Phase (oder vielleicht bist du schon da), in der du anfängst, dein Leben auszuwerten: Was hast du verbockt, was hats du an Lebenszeit "verschenkt" und was ist noch übrig an Zeit, die du gut für dich (und dein Kind!) nutzen kannst.

    Ich versuche da, klar mit mir zu sein, aber auch nachsichtig ... denn was ich nicht hinkriege, kriege ich nicht hin. Da ist so vieles mit im Spiel ...

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Klarheit. Und wenn die nicht kommt, dann Nachsichtigkeit und einen liebevollen Blick auf dich selbst.

    Sie ist auch nicht der Typ Trinker, der Entzugserscheinungen hat, sein Leben nicht auf die Reihe kriegt,depressiv ist, seine Freunde vernachlässigt... Aber dennoch ist da ein wie auch immer geartetes Problem im Umgang mit Alkohol!

    Liebe Adele,

    mein Partner ist genau so ... und das macht es mir fast noch schwieriger. Denn so hinterfrage ich ständig meine Wahrnehmung und zweifle an meiner Einschätzung. Vielleicht liegt es ja an mir und ich sehe es ja irgendwie doch "zu streng"... so denke ich manchmal.

    Hier in diesem Forum habe ich aber gelernt (also vom Kopf her verstanden, es aber noch nicht in Konsequenzen umgesetzt)

    - Traue deinen Wahrnehmungen

    - Der Leitfaden für deine Entscheidungen ist dein Gefühl - womit fühlst du dich wohl und unwohl (und nicht, ob die Person "nach Lehrbuch" Alkoholiker ist oder nicht)

    - bei Alkoholikern gibt es nur schwarz oder weiß also nur a) trocken b) aktiver Alkoholiker. Das ist hart, aber scheint so zu sein. Entscheidet sich deine Partnerin für a) oder b)? Auf dem Weg zur Trockenheit, die aus freien Stücken kommen muss, kann man dem anderen vielleicht etwas helfen, also unterstützend zur Seite stehen. Bei b): Vergiss es!

    - Man kann jemanden nicht "trocken lieben" und zu nichts bewegen oder überzeugen ... weder mit sachlichen Argumenten noch mit weinen oder Vorwürfen

    - Die Bereitschaft zur Änderung, kommt bei den Meisten erst nach einem krassen Tiefpunkt. Ist dieser nicht erreicht, scheint das Trinken immer noch die "bessere" Alternative zu sein (als das, was der Weg in die Trockenheit an Hürden mit sich bringt)

    Ich selbst komme aber nicht in die Puschen ... und verdaddel meine Lebenszeit mit Hoffen.

    Ich wünsche dir, dass du die Kraft und Klarheit findest, einen anderen Weg zu gehen!

    Liebe Gruppe,

    danke, dass ihr da seid und so geduldig schreibt und kommentiert.

    Ohne euer Feedback würde ich mich noch viel mehr verstricken in die Frage, ob er nicht vielleicht Recht hat ... und ihm glauben, dass er sich doch grad so viel Mühe mit seinem Lifestyle gibt und ich diejenige bin, die einfach mit nichts zufrieden ist und immer was an ihm rumzumeckern hat.

    Ich bin grad super traurig, da ich echt überlege, den Flug zu stornieren ...

    Ich hab ihm geantwortet und wir haben auch telefoniert ... und ich habe ihm nochmal gesagt, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt:

    a) Aktiver Alkoholiker

    b) trockener Alkoholiker d.h. Zero Alkohol

    ... und dass 5-6 mal trinken in den letzen Wochen ganz offensichtlich nicht "trocken" ist. Damit hat er sich für den Weg a) entschieden.

    Habe das nur festgestellt aber auch gesagt, dass ich mich nicht weiter einmische.

    Daraufhin wieder nur Abwehr von ihm, er hat dann eine Diskussion angefangen, dass ihm auch einiges an mir nicht gefällt und außerdem mit dem Alkohol wieder nur meine Meinung zählen würde, ich würde ja immer recht bei allem haben wollen.

    Ich würde ja auch ab und zu Wein trinken ... und dann auch mal angetrunken sein (kommt ca 2-3 x im Jahr vor) wieso wäre ich mir denn so sicher, dass ich nicht alkoholabhängig bin - wo ziehe ich denn da die Linie?

    Er ist gerade da und auf dem Fitness Trip, versucht die beste Version seiner selbst zu sein und ich versaue ihm das gerade mit meiner ständigen Kritik.

    Wenn ich finde, dass er meinen Erwartungen nicht entspricht, dann soll ich doch bitte die Buchung stornieren und zu Hause bleiben.

    Dann hat er aufgelegt und per WhatsApp die Nachricht hinterher geschoben

    "You’re addicted to misery and you love spreading it around…… also a fact!"

    Bei allem was ich jetzt durch dieses Forum über Alkoholismus und Co-Abhängigkeit weiß .. ich bin trotzdem sehr traurig und habe grad geweint.

    Ich würde mir so wünschen, dass er mal weich ist ... und sich mir mitteilt und wir wirklich da rein gehen können um es zusammen zu heilen. Ich weiß er kann es nur für sich selbst, aber ich hätte ihm wirklich zur Seite gestanden.

    Da ist bloß irgendwie null Entwicklung ... er ist ja immer noch in diesem "Nicht-Wahrhaben-Wollen" ...

    Jetzt hat er mir geschrieben:

    I’ve been here for 42 nights…. There’s nothing to do here after 1800 but eat or party…. I’ve been out 5 or 6 nights….. the rest of the time I go home read my book or watch training videos……. I know I’m a massive disappointment to you, but for the first time in a long time, I feel really proud of my achievements

    (...). I didn’t recognise the harm I would cause with my blow out the other night!

    It won’t happen when you are here ….. I’ll have someone to hang out with at night!

    Ja, genauso ist es.

    Wahrscheinlich dauert es so lange wie es eben dauert. Oder kann man so einen inneren Prozess beschleunigen?

    Wie habt ihr das erlebt?

    Wacht man irgendwann morgens auf und denkt: "So, das wars. Schalter umgelegt. Schnauze voll"

    Hallo LeaLux ,

    dann lies Deine alten Beiträge nochmal...

    Aber ich glaube, dass Du nochmal eine Runde "fliegen" willst. Vielleicht auch mehr Runden?

    Genau wie Stern64 schon schrieb, Du bist erwachsen... Und erwachsen sein bedeutet auch

    abwägen zu können. Und sich einzugestehen, dass man dabei ist, einen Fehler zu machen.

    Ich bin jetzt auch schon 47 ... und hätte nochmal die Chance und auch die Kraft, was Neues zu starten. Das Alter soll einen zwar von nichts abhalten, aber ich kann mir vorstellen, dass es schwieriger wird. Soo viel Lebenszeit habe ich nun auch nicht mehr, mehrere Runden zu drehen.

    Aber war es denn bei dir nicht auch so, dass du irgendwann wirklich von ganz tief innen heraus nicht mehr wolltest (hab deine Geschichte jetzt nicht mehr so in Erinnerung)? Muss man nicht erst an diesen Punkt gelangen, um das mit Klarheit und Konsequenz durchziehen zu können?

    Ich gelange da noch nicht hin... zwischendurch immer mal wieder. Aver nicht so, dass ich endgültig den Cut machen kann.

    Ich konnte mir bei meinem Saufgelage früher auch zwischendurch mal eine Banane und einen Saft reinziehen, um danach wieder zur Flasche Sekt oder Wein überzugehen.

    Ich neige eigentlich dazu, alles immer ein wenig diplomatischer zu schreiben. Hier habe ich allerdings von Anfang an das Gefühl, dass die Diplomatie überlesen werden würde von Dir. Deshalb leider etwas plump geschrieben, aber dennoch nur, um zu helfen die Augen zu öffnen und nicht, um zu verletzen.

    Bei der Banane musste ich etwas lachen ...

    Nein, ich finde das gar nicht plump oder verletzend sondern es ist gut für mich, das so zu hören.

    Wenn man das alles niemandem erzählt, dann versinkt das ganze in seiner Peinlichkeit und Absurdität irgendwo im eigenen Halbbewussten.

    Mit Peinlichkeit meine ich jetzt nicht nur das, was er macht. Sondern mein eigenes Unvermögen und die sich ständig wiederholenden Schleifen.

    In den 12 Schritte Programmen ist ja das Sprechen darüber einer der großen "Bewusst-Macher" der eigenen Lage.

    Das auch nochmal als Ergänzung zu deinem anderen Thread neulich.

    Aber….was genau möchtest du jetzt hören? Das jemand von uns Deine „Abschiedsreise" feiert?

    Nein ...nichts dergleichen.

    Es ist für mich selber wie gesagt eher ein bisschen wie Tagebuch, das hier aufzuschreiben. Da ich selbst dazu neige, diese Alk Momente zu vergessen.

    Mit euren Kommentaren dazu wird es für mich dann noch deutlicher, wie oft sich alles wiederholt und wie sehr ich fest stecke.

    Was mein Ziel ist, hast du gefragt. Hm, eigentlich wollte ich mir einen Eindruck verschaffen, Wie es ihm dort geht und ob es Veränderungen in die richtige Richtung gibt. Bisher hatte ich da etwas Hoffnung ... bis neulich, als er betrunken anrief.

    Dann kommt noch dazu, dass wir uns vor 10 Jahren im warmen Ausland kennen gelernt haben. Alles war sehr spannend damals und abenteuerlich. Wir haben dann noch ein Jahr in einem anderen Land gelebt. Wir waren so Weltenbummler und wollten zusammen noch mehr gemeinsam erleben. Irgendwie sind wir dann wieder in Deutschland gelandet und mit unseren Jobs hier versackt. Ich konnte ihm förmlich ansehen, wie Jahr für Jahr der Glanz mehr aus seinen Augen wich.

    Jetzt hat sich unser Leben wieder so gedreht, dass eine gemeinsame Auslandszeit möglich ist. Ich merke ihm an, wie er dort wieder aufblüht. Ich glaube mich hält immer noch das Bild, dass ich von uns hatte, als wir uns kennenlernten (obwohl er da auch schon getrunken hat). Ich hoffe wohl, da wieder anknüpfen zu können ...

    Hallo liebes Forum,

    ich hatte gar nicht mehr auf eure Kommentare geantwortet ... weil ich mir selbst auch langsam blöd vorkomme mit meinem "Nicht-Handeln".

    Es liegt so vieles klar auf der Hand ... und eure Erfahrung und eure schonungslose Einschätzung zeigt mir noch mehr, dass ich längst die Reißleine ziehen müsste.

    Aber irgendwie bin ich noch nicht so weit. Ich bekomme die rationalen Erkenntnisse nicht umgesetzt. Bzw habe ich eine Erkenntnis ("Er ist uneinsichtiger Alkoholiker, es wird sich nix ändern und ich will so nicht leben) und das entsprechende Gefühl der Klarheit und Entschlossenheit dazu.

    Dann passiert wieder etwas Positives, es gibt dann wieder hoffnungsvolle Momente oder längere Phasen und dann ist diese Entschlossenheit auf einmal wie weggeblasen und ich kann an diese Gefühle gar nicht mehr anknüpfen, die zu den Trennungsgedanken führten.

    Kennt das jemand von euch?

    Auch wenn's mir schon fast peinlich ist, von meiner nächsten Runde zu erzählen, die ich drehe, mache ich es trotzdem.

    Das hier dient mir ja auch als eine Art Tagebuch, da ich doch dazu neige, zu vergessen und zu verdrängen.

    Aktueller Stand ist, dass ich Mitte Februarfür einen Monat nach Thailand fliege. Bisher hat er einen guten Eindruck auf mich gemacht mit seinem täglichen Training und den Saftbars, in denen es tatsächlich nur frisch gepresste Säfte gibt.

    Gestern aber rief er mich gegen Mitternacht seiner Zeit an und ich hab deutlich gespürt, dass er angetrunken war. Im Hintergrund laute Musik und Stimmen. Er machte dann irgendwelche erotischen Andeutungen auf eine Weise, die er so wirklich nur alkoholisiert macht.

    Nach 5Minuten hat er mir nochmal genau das Gleiche erzählt. Dann 10 Minuten später hatte er wohl vergessen, was er da gelabert hatte und kam nochmal mit dem gleichen Kram um die Ecke.

    Heute schrieb ich ihm nur, dass ich hoffe, dass er ausgenüchtert ist. Daraufhin hat er 2x versucht mich anzurufen, hatte ich nicht gehört. Seitdem kam nix mehr von ihm.

    Wenn ich falsch gelegen hätte mit meiner Wahrnehmung, dann hätte er bestimmt was gesagt.

    Im Moment hab ich keine Lust auf ein Gespräch. Flüge sind aber gebucht und ich werd's machen. Vielleicht als Abschiedsreise? Im schlimmsten Fall gehe ich ihm wieder auf den Leim und werde ihm glauben, dass ich übertreibe und das doch alles gar nicht so schlimm ist.

    Hallo Cadda,

    danke für diesen Denkanstoß.

    Ich gehöre leider zu der Kategorie "kriegt nichts geändert".

    Ich habe mich eine Zeit lang mit den 12 Schritten beschäftigt, die ja inzwischen auf viele Süchte angewendet werden, auch nicht-Stoffgebundene. Der erste Schritt ist die bedingungslose Kapitulation und daraus folgend die Abstinenz.

    Bei SLAA (Sex and Love Addicts Anonymous) bedeutet das in den meisten Fällen die Trennung vom Partner. Bei dem Programm für Co-abhängige sehen die das noch etwas anders glaube ich.

    Jedenfalls stelle ich regelmäßig fest, das ich an Schritt eins schon scheitere. Der Grund ist wahrscheinlich der Gleiche wie bei den Alkis - mir geht es noch nicht schlecht genug um etwas zu verändern.

    Dazu habe ich noch so eine Angststörung, wenn es darum geht eine Bindung aufzulösen. Ich bekomme richtig Panikattacken und kann mich da nicht selbst regulieren. Deshalb bin ich auch bei SLAA gelandet und nicht bei CoDa, obwohl letzteres bestimmt auch passend wäre.

    Das mit der Panik kenne ich auch aus anderen, ebenso dysfunctional en Beziehungen aus denen ich nicht rauskam.

    In den Gruppen wird immer wieder gesagt, das erst nach einer Trennung (Abstinenz vom Suchtstoff) das hochkommen kann, um das es eigentlich geht. Denn vorher ist es verdeckt durch das Drama, in das man verwickelt ist.

    Obwohl ich das alles weiß, schaffe ich den entscheidenden Schritt nicht. Durch das Lesen und Schreiben hier im Forum erhoffe ich mir, dass es irgendwann regelrecht Klick macht und sich der Schalter umlegt. Aber wahrscheinlich ist es eher so, dass der Schritt zur Trennung zuerst kommen muss, also trotz der Ängste, Zweifel und der immer noch bestehenden Hoffnung. Und das das AHA-Gefühl sich erst später einstellt, vielleicht erst Jahre danach ...

    Hallo meine Liebe,

    ich schreibe hier als betroffene Partnerin und kann dir nur wünschen, dass sich diese Phase des Abwägens (Trennen, Bleiben ...) für dich nicht allzu lange hinzieht. Ich hänge seit 10 Jahren in diesem ... ja ... was ist es eigentlich ... sagen wir mal "Nebel".

    Mein Freund trinkt häufig, aber nie so, dass er stockbesoffen ist. Er funktioniert 1A im Arbeitsleben, ist zuverlässig und wird angetrunken auch selten aggro ... er wirkt dann höchstens etwas weggetreten oder melancholisch. Trotzdem verwirrt es mich und es belastet mich. Ein Freundin hat mich mal gefragt, was mich eigentlich genau stört, denn es sei ja sein Körper und wenn das Trinken keine ganz schlimmen Auswirkungen habe, dann sei es doch akzeptabel.

    Ich glaube, mich belastet die Frage, was da eigentlich genau im Busch ist ... denn ich vermute, dass er heimlich doch noch mehr trinkt. Anzeichen dafür gab es bereits einige. Das könnte bei deinem Partner auch der Fall sein, wenn nicht jetzt, dann irgendwann wenn er merkt, dass das Thema verstärkt zu Spannungen zwischen euch führt.

    Der weitere Punkt ist, dass der Partner irgendwie doch in einem anderen "Bewusstseinszustand" als man selbst ist, in dem Moment. Auch wenn er keinen "Vollrausch" hat. Das empfinde ich als irgendwie unangenehm.

    Mich belastet seit 10 Jahren die Frage, ob ich mit jemandem, bei dem ich mich so verunsichert fühle, ein gemeinsames Leben aufbauen kann. Das klingt komisch, denn wir haben ja schon so viele Jahre zusammen verbracht. Haben gemeinsam aber nicht viel gerissen gekriegt, sprich Familiengründung etc Vor Jahren hätte ich beinah ein Grundstück mit ihm in Portugal gekauft, habs dann aber gelassen, da ich befürchtet hab, irgendwann mit ihm in der Pampa festzusitzen. Zwischendurch gabs immer wieder schöne Zeiten, in denen er auch wenig (weiß ich's?) getrunken hat und wir ein super Team waren. Das hat mich bei ihm gehalten...

    Was ich damit sagen will: Du bist noch jung und hast noch viele Jahre zur Lebensgestaltung vor dir. Nimm sie in die Hand! Ich hab das bis heute nicht hinbekommen und blicke jetzt auf viele Jahre zurück, in denen wir als Paar irgendwie nicht in unsere volles Potenzial gekommen sind.

    Lass dir das sagen von jemandem, die viel Lebenszeit verschwendet hat. Wenn du zB Zweifel hast, ob es eine gute Idee ist, mit ihm Kinder zu bekommen... dann kannst du mit diesen Zweifeln sehr lange rumeiern ... bis dir die Natur die Entscheidung abgenommen hat.

    Du klingst sehr stark und konsequent, ich hoffe das ist auch so!

    ...mir das Wort im Mund umzudrehen, mich als zu empfindlich, blöd, völlig falsch und all sowas hinzustellen. Irgendwann war es dann so dass ich genau gesehen habe, was mit ihm los ist, es mir aber selbst garnicht mehr glauben konnte. Das war ein ganz merkwürdiges Gefühl.

    Das hast du gut beschrieben, mit dem Offensichtlichen, dessen Wahrnehmung/Interpretation man sich aber selbst nicht glaubt ...

    Ich merke ja selbst, wie ich hier rumlaber wie ein Alki, der hofft kontrolliert trinken zu können...

    Also in meinem Fall versuche ich, meinen Suchtstoff - der sich in Thailand befindet - unter Kontrolle zu bringen

    Ich weiß nicht genau WAS es ist, dass mich nicht loslassen lässt.

    Vielleicht wirklich dieses Gefühl, lieber in einer (ungesunden) Komfortzone zu bleiben, als sich auf das vollkommen Unbekannte, den Neuanfang, einzulassen...

    Und definitiv die Angst, im falschen Moment abzuspringen, nämlich dann, wenn das Blatt sich wendet ...

    Eben hat er mir ein Foto geschickt von einer Saftbar mit einem Tresen voller exotischer Früchte. Bildunterschrift "My local 'Pub' " und einen Zwinkersmiley.

    Das macht mir so viel Hoffnung, dass es bei ihm nun einen Sinneswandel gibt ... aber eben irgendwie organisch ... weil Alk dann nicht mehr zu seinem Lebensstil passt ...

    Hallo an alle,

    zum Thema "Trocken (?) in Thailand" schreibe ich jetzt nochmal einen extra Post, da mich die Einschätzung von euch allen interessiert:

    Mein Freund ist eher der Typ "Taten statt Worte" - was ja an sich gut ist.

    Deshalb wollte er sich selbst und mir keine großen Ansagen machen bezüglich Alkoholkonsum/Trockenheit. Er wollte ins MACHEN kommen. Nun ist er seit ca. 10 Tagen in Thailand, trainiert jeden Tag wie doof, trinkt Smoothies, geht früh schlafen, steht super früh auf und macht sein Intermittent Fasting und Keto Diät (sehr strenge Ernährung ohne Kohlehydrate)

    Selbst in der Silvesternacht war er vor 24h im Bett. Dann erzählte er mir aber, dass er am Neujahrstag zum BBQ am Strand eingeladen war. Da gab es dann Bowle mit Wodka aus einer Melone, davon hatte er dann einiges.

    Seine Motivation, derzeit kein Bier oder Wein zu konsumieren sind hauptsächlich die Kohlhydrate. Wodka, Gin etc. wäre in Maßen bei einer Keto Ernährung ok.

    Also hat er das ganze Ding mit der Trockenheit immer noch nicht geschnallt bzw er sieht die Notwendigkeit nicht, da er sich selbst nicht als Alkoholiker sieht.

    Trotzdem hoffe ich, dass es über das Thema "Sportler sein" zu einem Sinneswandel kommt.

    Denn diese ganzen Trainingseinheiten, das frühe Aufstehen etc sind gar nicht zu bewältigen mit Alkohol. Durch Sport wird doch auch so viel Serotonin ausgeschüttet ... was auch zu einer besseren mentalen Verfassung führt.

    Hat irgendjemand hier schonmal über Sport die Kurve gekriegt? Ist das möglich?

    Wahrscheinlich nur, wenn es zeitgleich die Einsicht und die Kapitulation bezüglich Alkohol gibt ...

    Irgendwie wünschte ich mir, dass ich in eine Glaskugel gucken könnte. Wie wäre mein Leben mit ihm in Thailand, sagen wir in 2 Jahren...

    Ja es geht auch ohne ihn, und mit der Trockenheit ist lange noch nicht alles gut.

    Es muß wieder Vertrauen wachsen, ich mußte aufpassen das ich nicht zur CO seiner Trockenheit wurde.

    Das ist interessant ... denn selbst wenn er trocken werden würde, dann wäre ich wahrscheinlich noch lange in dieser "Lauerstellung" und würde ihn misstrauisch beobachten.

    Wenn ich ihn jetzt, da er in Thailand ist, am Telefon hab, dann achte ich immer sehr genau darauf, ob ich aus unseren Gesprächen Alkohol heraus höre. Was er sagt ... wie er es sagt ... ob in seinem Tagesablauf Bar-besuche vorkommen usw.

    Das würde wahrscheinlich noch lange so weitergehen ... bis ich wirklich vertrauen könnte ...

    Außerdem hat er sich ja immer noch nicht zu einer wirklichen Trockenheit bekannt ...