Beiträge von achelias

    Happy Ends dieser Art gab es schon so oft & so viele, & es gibt sogar einzelne Fälle, wo das Bestand hatte.

    Verzeih' bitte "schon oft & einzelne Fälle" , das klingt doch sehr nach Weihnachtsmann.

    So nach dem Motto 'ganz viel & wenig' oder die Hoffnung stirbt am Schluss ... nach uns.

    ... Was vorher war, muss also auch in einer alten Beziehung wieder neu zusammenwachsen. & das klappt meistens nicht mehr.

    ... schon oft ... & das klappt meistens nicht mehr ...

    Was denn nun?

    Liebe NurBier67,

    herzlichen Glückwunsch zu deinem Auszug!

    Ich bin stolz auf deine Konsequenz, du hast endlich gehandelt und dich aus deinem Jammertal, der permanenten Unzufriedenheit befreit. ... erstmal ...

    Du darfst alles tun, was du willst, das nennt man gesunden Egoismus. Lebe dein Leben, du hast nur dieses.

    Gib dir Zeit, beobachte in Ruhe, du wirst bemerken, wie der Hase läuft, lasse nicht zu, dass Selbstzweifel oder gar Schuldkomplexe an dir nagen oder lasse sie dir gar einreden.

    Du hast ein Gespür was richtig und falsch ist, traue Dir.

    Hallo vanessa,

    ja, es ist normal. Nach/bei einem Entzug ist man mächtig durcheinander, so war es bei mir. Ich wollte nur meine Ruhe und leiden, mir war alles (!) zu viel, ich konnte mich selbst nicht ertragen, die Gefühle spielten verrückt, Stress, Konfrontationen konnte ich gar nicht ertragen, Entscheidungen äußern schon gar nicht. Alles war mir zu viel, ich war mir zu viel.

    Ich kenne euch/ eure Beziehung, euren Umgang nicht, nur du kannst deinen Mann einschätzen, du kennst ihn.

    Weisst wie er wann und auf was reagiert.

    Jetzt befindet er sich sicher in einem Ausnahmezustand, wie ich damals, als ich mit dem Trinken aufhörte.

    Halli Lotta,

    Du darfst auf eine Alkoholiker wütend sein.

    Sehr sogar, wenn er dich verletzt, dich und deine (Kinder) Gefühle missachtet und dein (euer) Leben unerträglich macht.

    Ja; es ist eine Krankheit, doch die kann man stoppen, sie ist nicht "gottgegeben" , man kann etwas dagegen tun, sie sogar "heilen" , zum Stillstand bringen.

    Das passiert nicht oft, aber es ist möglich, wenn der Alkoholiker etwas tut, es will, "mithilft".

    So bitter es klingt, man hat (nur) die Wahl zwischen Krankheitsbegleitung, praktisch palliative Begleitung, man nimmt es hin und lebt damit oder man kämpft dagegen an.

    Wenn du dich von einem Alkoholiker trennst, entscheidest du dich nicht gegen ihn, sondern für Dich und dein Kind.

    Das klingt alles sehr vernünftig und ist es auch,

    wären da nicht die Gefühle, die Hoffnung.

    Die Hoffnung kannst du gleich begraben, solange er weiter säuft.

    Gefühle brauchen etwas länger, bis sie verkümmern.

    Ich habe das alles mit meinem Vater durch, mein Verstand war klar und wusste was zu tun ist, mein Gefühl ließ mich immer wieder das Gegenteil tun.

    Ich hoffte, jahrelang, wollte einfach die Hoffnung nicht aufgeben, mein Vater soff fröhlich weiter und ich litt fröhlich weiter.

    Einen Schlussstrich wollte ich nie ziehen, ich hatte es nie gelernt.

    " ... man muss doch helfen, du darfst die Hoffnung nicht aufgeben, alles wird gut ..." das hatte ich gelernt. Dass das alles nur fromme Wünsche waren, hatte man mir verschwiegen!

    Ich musste erst an meine Grenzen kommen, mir musste es erst richtig schlecht gehen, bevor ich mich von meinem Alkoholiker lösen konnte.

    Das ist wohl immer so, bei allen. ! ??

    ... Ich möchte ihn ja nicht in seinem Heilungsprozess schaden.

    Liebe Hope022,

    tue Dir bitte den Gefallen und informiere dich, was Alkoholismus oder Trinkerei bedeutet. Lies bitte auch bei den anderen Co.s.

    Ich habe selbst einmal gesoffen und kann dir versichern, die Heilungschancen sind gleich NULL, so lange dein Mann weiter trinkt!!!

    Bei einem lungenkrebskranken Kettenraucher, gibt es auch keine Heilungschancen, wenn er nur ein bisschen weniger raucht oder nur mal hin und wieder.

    Das sollte man ich bewusst machen.

    Alles andere ist purer Selbstbetrug.

    Bei allem Leid und aller Unsicherheit, nur dein Mann kann sich verändern, nur er entscheidet, ob er seine Sucht stoppen will oder nicht.

    Du kannst es dir wünschen, du kannst hoffen, beten oder es weiter ertragen, dich weiter demütigen lassen.

    Verzeih' , bitte, meinen klaren Worte.

    Auch ich komme aus einer Familie, wo der Vater soff und die Mutter versuchte, den ganzen Laden zusammen zu halten, das war nicht lustig für mich und meine Schwester, von der Mama ganz zu schweigen.

    Hallo Lotta,

    ich kann all deine Zweifel verstehen. Zweifelt man doch an seinen eigenen Wahrnehmungen, man sieht, bemerkt Dinge und kann es einfach nicht fassen, weil es jeglicher Vernunft widerspricht.

    Und doch ist es wahr.

    Vertraue dir, deinen Wahrnehmungen.

    Es ist möglich 1 Flasche Wein zu trinken und noch gut zu funktionieren, das hängt vom Trainingszustand ab. Doch selbst wenn er mal 1... 2 Tage nichts oder sehr wenig trinken sollte, bleibt doch das Problem ... dann trinkt er wieder und alles ist wieder beim Alten, Unerträglichen.

    Wenn dein Mann nicht die Reissleine zieht, wird das noch ewig so weiter gehen, mal mehr, mal weniger fürchterlich. Da nützt auch alle Hoffnung nichts. Wenn er nichts tut, musst du etwas tun.

    Du suchst Beweise, das deine Sinne dich nicht täuschen, schau dir die letzten Monate, Jahre an und sei ehrlichund offen zu dir. Was willst noch beweisen?

    Rede mit Freunden darüber oder hier im Forum!

    Jeder der Alkoholiker kennt, wird dir ähnliches raten: lass' dich nicht veralbern und veralbere dich selbst nicht.

    Am Anfang meiner Abstinenz war es für mich auch ein wahrer Kampf ... durchhalten!

    Nachdem die erste Euphorie sich gelegt hatte, so nach 3... 5 Wochen Trockenheit, kamen auch bei mir erste Zweifel (?), Unsicherheiten ... Saufdruckgefühle. Stoisch kämpfte ich gegen diese Momente an, es waren immer nur ein paar Minuten, doch sie waren nicht zu ignorieren. Zum Glück bewahrheiteten sich die Erfahrungen der Anderen, der Saufdurck kam immer seltener und wurde immer schwächer und ich stärker.

    Ich glaubte an mich, das gab mir die Kraft. Glaube kann Berge versetzen.

    Nun war er gestern offen und bereit für Hilfe… darf ich ihn jetzt überhaupt noch verlassen oder würde es seine Heilung verlangsamen? Die Entscheidung muss bis morgen fallen… sonst verliere ich die Wohnung.

    Hallo Hope022,

    dein Mann macht die Entscheidung von dir abhängig, pure Erpressung. Wenn du nicht ... typisch Alkoholiker.

    Ich trank auch einmal sehr heftig und kann dir versichern, es ist egal was der Andere tut, kurzzeitig reisst man sich zusammen, dann, wenn alles wieder läuft für den Trinker, geht alles wieder von vorn los ...

    Er versprach mir wenn wir wieder zusammen wohnen ist er bei 0%. … Wir wohnen seit 6 Monaten wieder zusammen und es ist eher schlimmer geworden. Er kommt nun bereits Abends nach der Arbeit betrunken nach Hause.

    ... Ich möchte ihn ja nicht in seinem Heilungsprozess schaden.

    Wenn der Trinker nicht von sich aus, ohne Bedingungen, ohne Zugeständnisse - freiwillig !!! - seine Sucht angeht, ist er nicht einmal in der Nähe eines Heilungsprozesses.

    Als ich noch trank, versprach ich auch recht viel, durchgezogen hatte ich nie etwas, o.k. , Mal etwas weniger trinken, doch schnell war ich wieder auf dem alten Level, es lief ja alles wieder.

    Lass dich bitte nicht blenden.

    Der alte Satz: Menschen erkennt man an ihren Taten, nicht an ihren Worten, ist immer noch wahr.

    Traue deinem Gefühl, deinen Wahrnehmungen.

    Haĺlo Becko00,

    mir ging es wohl ähnlich in den ersten Wochen, hin und wieder schlich sich er Gedanke ans Trinken ein.

    Ich fragte mich dann immer: Was ändere ich, wenn ich jetzt wieder trinke?

    Mittlerweile verspüre ich kein Verlangen mehr nach Alk. , die Frage stelle ich mir aber öfter.

    Bis heute habe ich keine Antwort gefunden, jedenfalls keine positive.

    In meinem persönlichen Umfeld (Bekannte / Freunde) geht man seither sehr unterschiedlich mit mir um. Teilweise großer Abstand und sehr wenig Vertrauen in meine Zukunft. Ganz nach dem Motto: wer einmal trinkt - säuft sowieso immer! Das schafft eh keiner. Das wird auch (hinter meinem Rücken) entsprechend artikuliert. Wenige andere haben sehr großes Vertrauen in mich und glauben mir uneingeschränkt dass ich es schaffen werde, wenn ich sage was mein Vorhaben ist. Nur sehr wenige sind einigermaßen neutral und sagen "schau mer mal, nutze Deine Chance, Du kannst es schaffen, melde Dich wenn Du Hilfe brauchst".

    ...

    Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Ist das ein Einzelfall? Bilde ich mir das ein?

    Ich machte sehr ähnliche Erfahrungen und wähle seit dem meine Worte besonnen.

    Achelias, Du bist jetzt gerade mal etwas über 1 Jahr trocken, falls ich falsch liege, korrigiere mich bitte.

    Erstaunen tut mich dabei immer wieder, über was für einen angeblichen Erfahrungsschatz Du schon über ein trockenes Leben verfügst.

    Nach so kurzer Abstinenz hätte ich persönlich mir nicht mal gewagt, mich überhaupt trocken zu nennen, höchstens abstinent lebend.

    Aber trockener Alkoholiker magst Du Dich ja auch nicht nennen...dann passts ja wieder.

    Hallo Sunshine_33,

    ich schließe mich dir an, abstinent lebend trifft es, besser hätte ich es nicht sagen können!

    Vielen Dank für den Hinweis.

    Hallo Erna,

    du wirst es mit der Zeit annehmen werden.

    Die Vergangenheit ist ein Teil von uns, auch die unrühmlichen Teile. Nun kann man sich ewig am Jammer laben oder es akzeptieren und (!) dass es vergangen ist.

    Ich kann die Vergangenheit nicht ändern, so sehr ich es auch wollte, das Heute kann ich beeinflussen. Wieder trinkend, wird es wohl wieder in die Hose gehen!

    Schönes Wochenende!

    ... sie nicht gerade dabei helfen, mein schlechtes Gewissen zu begraben. Aber ich glaube, es ist auch noch nicht an der Zeit dafür. Noch brauche ich es, um nüchtern zu bleiben. Vielleicht beisse ich mich ja deshalb dort so rein. Nähre es sogar.....

    Hallo Erna,

    in den ersten Wochen meiner Abstinenz kamen mir auch öfter Zweifel, oder besser, die Versuchung wieder zu trinken erwachte in meinem Kopf.

    Ich rief mich zur Vernunft: was änderte ich mit Alkohol? Nichts, die Welt blieb wie sie war, nur ich betäubte mich für kurze Zeit, die Gefahr billigend in Kauf nehmend, dass ich wieder tagtäglich trinken würde. Die Erinnerung an all die Peinlichkeiten, die ich im Suff anstellte sind bei mir hellwach und werden mir mein Leben lang auch peinlich bleiben. Ich weiss nicht, ob ich mir jemals verzeihen kann, was ich alles zerstörte im Suff.

    Doch das was ich mir seit meiner Abstinenz wieder aufbaute, will ich weiter ausbauen, auch meine Selbstachtung und vor allen die Achtung meiner Mitmenschen. Ich will nie wieder als der Säufer nicht für voll genommen werden.

    Würde ich jetzt wieder mit der Trinkerei beginnen, könnte ich gleich einen Schlussstrich ziehen, denn ich kann mir sehr gut vorstellen, wie das weitergehen würde, da muss man nicht mal besonders gebildet sein.

    Ein Vierteljahr alkoholfrei ist ein toller Anfang, das schaffen nicht viele.

    Im Gegenteil, die Trockenen scheinen eine ganz besondere Art Spezies zu sein.

    Nicht besser oder schlechter, aber anders.

    Danke Elly.

    Es wäre fatal zu glauben, dass man Zuspruch erntet, wenn man sich als trockener Alkoholiker bekennt in der Öffentlichkeit.

    Oder gar andere zum mitdenken bewegen könnte.

    Wenn man den Luxus hat, in einer Blase zu leben und nicht in einem Kollektiv, kann man gern den "Bekenner" spielen und auf das Verständnis der Anderen hoffen. Die Realität ist aber sehr oft eine andere und ist man auf diese Anderen angewiesen, deren Urteil, ist Vorsicht ein guter Ratgeber.

    Pauschal kann ich niemanden etwas raten, jeder darf selbst entscheiden, seiner Vernunft, seinen Erfahrungen, Wahrnehmungen vertrauen und danach handeln.

    Der Mensch ist eben nicht edel, hilfreich, gut und verständnisvoll.

    Deshalb frag ich,sorry!

    Kann man auch netter drauf antworten

    Ganz nett:

    Niemand kann dir sagen, was du tun sollst.

    Wenn dein Mann sowieso trinkt und du weisst es, warum tut er es dann heimlich?

    Weil du es nicht willst ...

    Wenn dein Mann unheimlich trinkt, also offen, ist er dann weniger alkoholisiert?

    Spielt es eine Rolle, ob du Mal was trinkst oder nicht?

    Da bist du doch wieder am Anfang deiner Sorgen. Dein Mann trinkt grundsätzlich zu viel, weniger trinken geht anscheinend nicht, also geht nur eines, gänzlich aufhören - für deinen Mann oder du nimmst es hin, zwangsläufig, ertägst es so lange du kannst und ziehst dann deine Konsequenz.

    Wenn ihr euch nicht einigen könnt, kommt es doch früher oder später zur Eskalation.

    Es ist also nur eine Frage der Zeit, egal, ob du mal hin und wieder ein Gläschen trinkst.

    Wenn (!!!) dein Mann aufhören will, ist jede Unterstützung, jede Hilfe, jeder Verzicht von Vorteil.

    Doch so lange er trinkt, kannst du nur für Dich + Kind sorgen.

    Letztlich darfst du entscheiden, wie lange du das Theater mitmachst

    Ja, es ist sehr verzwickt.

    Hallo Juni,

    ich benutze das Wort Alkoholiker sehr selten in der Öffentlichkeit, genau wegen der Stigmatisierung. Man bekommt einen Stempel aufgedrückt und wird ihn nie wieder los.

    Dieses Schubladendenken habe ich schon oft festgestellt, auch bei mir.

    Wenn ich Alk. angeboten kommen sollte,

    lehne ich freundlich ab ohne jegliche Erklärung. Ich trinke nicht (mehr), weil es mir nicht bekommt - fertig. Da kann dann jeder denken, was er will. Auch machte ich die Erfahrung, dass es niemanden wirklich interessiert, ob ich mal ein riesen Problem hatte oder nicht. Es zählt das Heute, Hier und Jetzt. Freunde sind froh, dass ich nicht mehr trinke. Andere Personen sind schnell da, mit Vermutungen, ggf. mit Unterstellungen, Mutmassungen.

    Will ich das?

    Nur weil ich etwas für mich kapiert habe, kann ich nicht das Selbe von anderen verlangen, oder will ihnen gar etwas erklären, überzeugen.

    Ich bleibe für mich trocken und das ist gut so. Wen es interessiert, der fragt von selbst.

    Dieses viel propagierte "Outing" kann auch schnell nach hinten losgehen. Ich kenne einige Menschen, die sehr selten oder nie Alkohol trinken, da wird es auch akzeptiert, einfach so.

    Ich gehöre jetzt auch zu den Nichttrinkern.

    Mir fällt es ja nicht schwer nichts zu trinken.

    Nichts destotrotz mag ich natürlich die Tasse Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt oder zu besonderem Essen ein Glas Wein.

    Also alles ganz normal.

    Ich weiß halt nicht ob ich ihn damit nur anheize ...

    Hallo Lotta,

    ich weiß nicht, ob dir schon aufgefallen, dass es für einen Alkoholiker unmöglich ist kontrolliert zu trinken? Das heißt, er kann eben keinen Glühwein trinken oder EIN Bier und dann einfach aufören. Da ist es eben nicht mehr alles ganz normal.

    Ein Alkoholiker trinkt bis er sein Level erreicht hat oder besoffen in sein Bett sinkt, vorher ist nicht Schluss, wenn es sein muss, wird heimlich weiter getrunken, bis das Level erreicht ist.

    Das war bei mir so und ist bei allen anderen Alkoholikern auch so, wer etwas anderes behauptet ist ein Lügner oder dumm oder beides.

    Wenn dein Mann nicht permanent auf Alk. verzichtet, freiwillig (!), wird er nie trocken, vielleicht mal ein bisschen mehr oder weniger betrunken, doch mehr auch nicht.

    Wenn dein Mann immernoch trinkt, kannst du selbstverständlich deinen Glühwein auf dem Weihnachstmarkt schlürfen ... ganz normal ... oder ein Glas Wein trinken in seinem Beisein, doch du kannst nicht von einem Alkoholabhängigen erwarten, dass er das auch kann. Das kann er nicht, wie oben geschrieben.

    Prost & mfG