Erna - Jetzt oder nie.....

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  • Ich finde überhaupt nicht merkwürdig, wenn ein neunjähriger Veränderungen im Haus mitbekommt, sich dazu seine Gedanken macht und diese auch äußern kann.

    Für mich das nichts damit zu tun, ob das ‚sein Job‘ ist.


    Natürlich kann ein Kind nicht die Rolle eines ‚Aufpassers‘ übernehmen. Niemand kann das, ein Kind schon mal gar nicht. Aber Veränderungen am Papa feststellen, sich darüber freuen, dass jetzt so viel tolle Zeit zusammen verbracht werden kann und auch zu wissen, dass der Papa krank ist und deshalb keinen Alkohol mehr trinken kann, und er Alkohol sogar aus dem Weg gehen muss (oder will), finde ich jetzt nicht schlimm….oder schräg (um mal deine Worte zu verwenden).


    Schräg … oder gefährlich finde ich allerdings, wenn Zweifel über die Motivation für ein nüchternes Leben aufkommen. Niemand, auch nicht das eigene Kind, kann der Grund dafür sein, seinen Alkoholismus stoppen zu wollen. Ein Kind kann natürlich zusätzlich motivieren, denn wir alle wollen ja, dass es den Kindern gut geht, aber als 1. Grund sollte immer ICH stehen. Denn nur, wenn ICH glücklich und zufrieden um meiner selbst Willen nüchtern bleibe, können auch die Kinder glücklich und zufrieden aufwachsen.

    Ein Kind zieht irgendwann aus … 🤔

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️


    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Liebe Erna,


    du packst auch gerne die großen Klopper aus 😀 ich finde dich so mutig in deiner Offenheit und Ehrlichkeit! Also für mich sind die Kinder eine Motivation aber keine Rechtfertigung. Sowohl was meine Trockenheit angeht als auch meine Co-Abhängigkeit. Die Verantwortung lässt du ja bei dir, darum geht es doch, oder?


    LG,

    Anni

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • liebe Erna,


    es ist völlig in Ordnung, das du mich zitiert hast.


    mir fällt da noch gerade ein Bsp. ein. Das war irgendwie gruselig für mich.


    Wir hatten eine Grillfeier mit unserer ganzen Abteilung incl. den Familien. Ich hatte einen Nachtisch gemacht. Da kommt ein kleiner Junge auf mich zu, und fragt ob da Alkohol drin sei?

    Ich habe ihm geantwortet, das ich nie Alkohol in Speisen gebe, und er gerne davon essen kann. Da antwortet dieser kleine ca. 5 oder 6 Jahre alte Knirps:

    Jetzt kann meine Mama auch davon essen, kannst du ihr mal sagen das man auch ohne Alkohol kochen kann.

    Ich war so erschüttert, denn hier war verkehrte Welt.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Lieber Alex_aufdemweg .


    ich wollte dir keinesfalls zu nahe treten mit meiner "Schräg"-Aussage weiter oben. Wenn ich es tat, tut es mir sehr leid. Ich finde, du machst das mit deinen Kindern alles ziemlich super und du bist ein toller Papa.

    Dies ist nur ein Thema, welches mich immer mal wieder sehr beschäftigt und bei dem ich mir noch nicht verzeihen kann. Es wird wohl auch noch eine Weile dauern, bis ich mich damit ausgesöhnt habe.


    Tja.....für unsere Kinder ist es wohl wirklich normal, dass sie sich mit dem Thema Alkohol auskennen und da ein Auge drauf haben. Und auch, dass sie sich über Veränderungen freuen. Und das ist sogar auch schön.

    Aber es sollte eben nicht normal sein. Für Kinder von Nichtalkoholikern ist es auch nicht normal.


    Es tut mir unendlich leid, dass es für meinen Sohn normal ist und nach dem Lesen im EKA-Bereich möchte ich mir eigentlich gar nicht ausmalen, was es für Folgen haben könnte für seine Zukunft.


    Aber diese ganzen Überlegungen führen zu nichts. Und sie sind egoistisch. Ich werde von nirgendwo Absolution erhalten.....es hilft jetzt tatsächlich nur, das Beste daraus zu machen.


    Und dabei hilft mir das Auseinandersetzen mit meiner Motivation zum Nüchtern sein.

    Schräg … oder gefährlich finde ich allerdings, wenn Zweifel über die Motivation für ein nüchternes Leben aufkommen

    Eben.....ich auch. Daher wollte ich mal meine Gedanken dazu hierlassen.


    Ich startete ja ins Nüchtern sein aus einem Schamgefühl heraus und mit dem Verstand, der mir geblieben war und der mich halbwegs funktionieren und wenigstens halbwegs Verantwortung für den Zwerg übernehmen lies. Der mir eigentlich die ganze Zeit gesagt hatte, dass es mit Alk nicht funktionieren kann. Das hat sich inzwischen etwas verändert. Der Fokus rutscht mehr auf mich. Es geht MIR besser. ICH "funktioniere" besser. Und ich kann das so langsam auch fühlen.

    Aber manchmal habe ich Gedankengänge wie "Wenn der Zwerg mal nicht da ist, dann....." (das verwerfe ich ziemlich rasch), oder eben "Er wäre enttäuscht, wenn...". Und daran sehe ich, dass ich wohl doch noch nicht soweit fortgeschritten bin, in meiner inneren und eigensten Motivation. Ich hoffe, dass die Zeit da ihres tut und auch mein gedankliches Befassen damit.

    Die Verantwortung lässt du ja bei dir, darum geht es doch, oder?

    Auch, liebe Anni. Ich trage selbstverständlich die Verantwortung für mich und meine Nüchternheit. Habe aber tatsächlich schonmal überlegt, ob ich ihm vielleicht unbewusst Verantwortung aufbürde. Da reicht ja manchmal schon ein unbedachter Spruch.

  • Hallo Erna,


    ich lese viel heraus, dass die Motivation nicht mehr zu trinken vor allen Dingen daher kommt, dass Du Deinem Sohn das nicht mehr antun möchtest. Doch was ist mit Dir?


    Du hast in Deinem ersten Beitrag geschrieben, dass Du nicht mehr neben Männern aufwachen möchtest, nicht mehr zu viel Geld ausgeben möchtest, dass Du nicht mehr vors Haus kotzen möchtest, dass Du Deiner Chefin oder Kollegen keine peinlichen Nachrichten mehr senden möchtest und so weiter und so fort. Das sind ja im Grunde genommen alles Dinge, womit Du in erster Linie DIR schadest. Das Alles wäre ja auch vorhanden, wenn Du keine Kinder hättest.

    Wären das Dinge, die Du für Dich persönlich ertragen könntest, wenn Du Dich nicht vor Deinem Sohn schämen würdest?


    Die Frage ist ernst gemeint. Es gibt hier ja auch Geschichten von Co.Abhängigen, wo ich mich frage, ob ihre persönliche Schmerzgrenze vielleicht noch gar nicht erreicht ist und sie sich nur trennen, weil sie sich trennen "müssen", schon allein, damit die Kinder nicht mehr weiter leiden. Wie ist das bei Dir? Wenn Du keinen Sohn hättest. Könntest Du mit den oben beschriebenen Beispielen, die Du selbst berichtet hast, leben? Bzw. würdest Du das Deiner Meinung nach ertragen können diese Scham?


    LG Cadda

  • Hallo Erna,

    als kleines EKA war es für mich damals existentiell zu wissen, wie der Pegelstand ist, ob ich Freundinnen einladen kann (konnte ich so gut wie nie), ist das Essen versalzen, gibts überhaupt etwas zu essen... usw. usw.


    Ich habe schon alleine für mich wie ein kleiner hochsensibler Detektor alles gecheckt.


    Wenn meine Mutter damals trocken geworden wäre, hätte ich mit Sicherheit nicht den Detektor abgestellt oder abstellen können. Denn es ist existentiell wichtig für ein Kind, die Umgebung zu checken: ist es sicher, wo gibts was zu essen, kümmert sich wer um mich...? Als Kind hat man keinen Plan B. Gibt eben nur die eine Mama.


    Meine Mutter ist erst im hohen Alter trocken geworden. Ich merke, was für eine feine Wahrnehmung ich immer noch habe, aber ich verhalte mich nicht co-abhängig.


    Als Kind war das völllig anders. Da habe ich Verantwortungen übernommen, für die ich nie zuständig war. Aber der Mechanismus ist ganz einfach und menschlich: Wenn ich als Klein-EKA etwas für die Mama tue, dann komme ich aus der Ohnmachtssituation raus. Es fühlt sich für mich nicht mehr so hilflos an. Daher bin ich schon von klein auf in die Co-Rolle geschlüpft und habe die nasse Mutter umkreist und dies und das und sonstwas alles gemacht bzw. nicht gemacht, um ihr Trinken nicht zu verschlimmern. Mein Vater hat mir mit ca. 11 oder 12 gesagt: Du bist Schuld, daß die Mutter trinkt. Wenn du nicht immer so schlau daherschwätzen würdest, müsste sie nicht trinken. :shock: Ich habe das geglaubt. Und bin verstummt.


    Mit dem Erwachsenwerden konnte ich meinen eigenen Weg gehen und sie ihren Weg gehen lassen.


    Das mal aus der Kinderperspektive.


    Ich finde es gut, daß du so am Sortieren bist, wie du es gerade bist.


    LG, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Als ich damals mitteilte, dass ich ausziehe, war der erste Satz meiner Mutter „du kannst mich doch mit dem nicht alleine lassen“.


    Ich war in der Rolle, bis ich in meiner eigenen Wohnung saß.


    Der Kleine hat mich praktisch nicht betrunken erlebt. Da hat er immer schon geschlafen. Aber ab Anfang des Jahres ging der Kampf um die alkoholfreie Wohnung los. Ich denke er hat auch meine Reaktionen mitbekommen, wenn ich den Kühlschrank geöffnet habe und da Bier drin stand. Oder das Eisfach. Oder besonders am Anfang. Wenn wir essen waren und meine Frau Weizen bestellt hat.


    Irgendwann hat er gefragt, warum ich nicht ab und zu ein Bier trinke. Denn dann bräuchte ich nicht mit Mama streiten.


    Da musste ich ihm erklären, dass das für mich ganz schlecht ist und nicht geht. Was hätte ich denn sonst sagen sollen?


    Kinder bekommen alles mit. Da brauche ich mir nur an meine eigene Nase fassen. Ich habe damals meine Mutter oft mitgeteilt, dass er wieder „diesen Blick“ hat. Wenn sie sich mir gewundert hat, warum er ausfallend wurde und so weiter.


    Meine Frage, wegen der Entscheidung nicht zu trinken, aufgrund deines Sohnes, habe ich bewusst gestellt. Und jetzt kam auch genau das rum, worauf ich gehofft habe.


    Wenn du dein Leben aus eigenem Antrieb nüchtern lebst, profitierst du und alle um dich herum davon. Auch dein Sohn.


    Meiner Meinung nach funktioniert das nur so.


    VG Alex

  • Hallo lieber Alex,


    danke dass du fragst!

    Wollte immer mal etwas schreiben, konnte aber irgendwie nicht. Schwankte zwischen schlechtem Gewissen, einem Gefühl der Sinnlsoigkeit und Selbsthass. Dachte daran, mich löschen zu lassen. Konnte ich aber auch nicht, weil ich Angst um meine Abstinenz hatte. Konnte und wollte vom lesen nicht lassen. Schräg, ich weiß. Muss auch niemand verstehen. :roll:


    Kaue nach wie vor auf meinem schlechten Gewissen dem Zwerg gegenüber und auf meiner Motivation herum. Das sind dicke Brocken. Ich glaube, meine eigene Motivation zu finden, scheitert daran, dass ich mich manchmal nicht als wertvoll erachte, mich selbst zum kotzen finde. Weshalb sollte ich dann auch für mich nicht trinken?


    Aber ohne den Alk ist nun wenigstens Platz für die Entwicklung, die ich da vollziehen muss,

    Versuche die positiven Veränderungen zu sehen. Ich kann besser denken, mich länger konzentrieren, bekomme Komplimente für mein frisches Aussehen. Meine Chefin nimmt mich ernster. Das sind Dinge, die ich auf jeden Fall behalten will und tatsächlich kleine Gründe, nur für mich nicht zu trinken. Aber die Hauptmotivation ist weiterhin der Zwerg und auch noch mein Ehrgeiz. Ich will auf keinen Fall versagen.


    Ansonsten nerven mich viele Dinge, die mir früher egal waren, weiterhin sehr. Ich habe die Ahnung, dass das jetzt zu mir gehört und ich einen neuen Weg werde finden müssen, wie ich mit manchen Dingen und menschlichen Verhaltensweisen umgehe, ohne das mir irgendwann der Kragen platzt. Aber der wird sich sicher finden.


    Das sei es erstmal für den Moment.


    LG Erna

  • Liebe Erna,


    es kann auch befreiend sein, wenn einem Mal der Kragen platzt! ;)


    In der Tat war ich, ab dem Start meiner Trockenheit viel klarer und ich bin auch öfter mal

    explodiert. Und es haben immer die Richtigen abbekommen! Das ist mir wichtig es zu

    betonen! :mrgreen:


    In meiner nassen Zeit habe ich nämlich viel zu viel hingenommen und war still. Ich sehe

    es als Entwicklungsschritt.


    Nachdem sich dann alle wieder an mein nüchternes Ich gewöhnt hatten, lief alles wieder

    viel entspannter. Denn ich konnte meine Grenzen rechtzeitig aufzeigen.


    Und diese Grenzen brauchst Du auch, damit zeigst Du nämlich, dass Du Dich selbst auch

    wichtig nimmst.


    Und wenn Du hier nicht schreiben magst, dann ist das ok. Aber lesen solltest Du auf jeden

    Fall bei den anderen! Das ist wichtig!

    LG Elly


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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

  • Hallo Erna

    Wollte dir mal kurz meine Gedanken hier lassen. Die Zeit arbeitet für dich!

    Frag mal deinen großen Zwerg wie er dich sieht.Das gibt dir Kraft und baut dich auf.

    Du hast schon so viel geschafft. Sieh es dir an.

    LG Bolle

  • moin erna


    als erstes mal herzlichen glückwunsch zu den ersten 100 tagen.


    nu zum thema kinder. also meine waren 14,13, 9 und 2 als ich aufhörte, vor 21 jahren. meine jüngste, heute 23 jahre alt hat mir erst letztens als wir auf meine 21 trockenen jahre einen tee tranken und natürlich erinnerungen wälzten paar sachen erzählt die sie noch weiß. sie war wohlgemerkt 2 jahre alt und sie erinnert sich weil es für sie so schlimm war. auch meine idee die merken nichts weil ich ja nur abends gesoffen habe, denkste. unsere kinder sind nicht blöd oder naiv wenn es um überlebenswichtige dinge geht. die merken das und fangen natürlich an zu kontrollieren. ich habe mit meine kindern in all den jahren immer wieder darüber gesprochen, auch um ihnen zu helfen ihre schuldgefühle da aufzuarbeiten. alkohol ist eine familienkrankheit. nach und nach sollte man auch diese baustellen in angriff nehmen. aber eins nach dem anderen, erst mal bist du dran. mit den kindern kann man es aufarbeiten wenn sie die sachen richtig verstehen können und man durch stabile nüchternheit glaubwürdig geworden ist. bleib am ball, dann wird das alles schon.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Liebe dorothea ,


    ich danke dir, für deine Worte. Auch wenn sie nicht gerade dabei helfen, mein schlechtes Gewissen zu begraben. Aber ich glaube, es ist auch noch nicht an der Zeit dafür. Noch brauche ich es, um nüchtern zu bleiben. Vielleicht beisse ich mich ja deshalb dort so rein. Nähre es sogar.....


    Was mich interessiert.....wie sehen es deine größeren Kinder heute? Wie meistern die ihr Leben? Die waren ja, als du trocken wurdest, in dem Alter, wie mein Kind heute.


    LG Erna

  • moin erna


    also, ich habe ja meine kinder von anfang an mit einbezogen. habe mit ihnen geredet das ich zur therapie gehe u.s.w. ich habe eine ambulante gemacht. an diesen tagen mußten die großen auf die lütte aufpassen, denn mein mann hat fröhlich weiter gebechert und ich war so naiv zu glauben wenn ich erst mal trocken bin krieg ich den auch dazu. anderes thema. das heißt aber das auch immer alk im haus rumstand bis ich meinen mann samt seiner pullen rausgeschmissen habe, was aber erst nach jahren geschah. ich habe die beiden großen anfangs öfter gebeten papas pullen irgendwo zu verstecken wo ich sie nicht sehe. ich habe ihnen vieles erklärt von anfang an. als sie dann nach einiger zeit merkten das ich es wirklich ernst meine, das sich tatsächlich was ändert, das mama wirklich nüchtern bleibt und man freunde einfach mal mitbringen kann sind sie auch entspannter geworden.


    heute haben sie ihre eigenen familien, gehen ihrer arbeit nach. ich habe mittlerweile 7 enkelkinder und komme auch mit meinen schwiegerkindern prima aus. es gab in all den jahren immer mal wieder gespräche 3 von den 4 haben auch später selbst mal eine therapie gemacht um die altlasten los zu werden denn mein mann hat ja weiter probleme gemacht die sie belastet haben, vor 6 jahren hatte er sich dann tot gesoffen. nr. 4 ist grade jetzt dabei was zu tun. es sind halt auch dinge da die sie nicht mit mir besprechen konnten und ich habe ihnen immer gesagt, sucht euch einen therapeuten damit ihr das aufarbeitet. mein sohn sagte mir letztens "mama du warst auch für uns da als du noch gesoffen hast, papa waren wir scheiß egal, und das macht einen riesen unterschied." nun, nüchtern wäre es halt doch besser gewesen, aber das bin ich ja nun. reden hilft, altersgerecht, ehrlich, offen. tut manchmal wirklich weh aber es hilft weiter und nur das zählt. ich habe ein gutes verhältniss zu allen vieren, ich sehe sie recht regelmäßig bis auf eine tochter die über eine autostd. weit weg wohnt und das ist dann halt nicht so oft. die anderen kommen mindestens einmal die woche angesch... und wollen was von mama.... es ist wirklich gut geworden. so wie es sein soll.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • ... sie nicht gerade dabei helfen, mein schlechtes Gewissen zu begraben. Aber ich glaube, es ist auch noch nicht an der Zeit dafür. Noch brauche ich es, um nüchtern zu bleiben. Vielleicht beisse ich mich ja deshalb dort so rein. Nähre es sogar.....

    Hallo Erna,

    in den ersten Wochen meiner Abstinenz kamen mir auch öfter Zweifel, oder besser, die Versuchung wieder zu trinken erwachte in meinem Kopf.

    Ich rief mich zur Vernunft: was änderte ich mit Alkohol? Nichts, die Welt blieb wie sie war, nur ich betäubte mich für kurze Zeit, die Gefahr billigend in Kauf nehmend, dass ich wieder tagtäglich trinken würde. Die Erinnerung an all die Peinlichkeiten, die ich im Suff anstellte sind bei mir hellwach und werden mir mein Leben lang auch peinlich bleiben. Ich weiss nicht, ob ich mir jemals verzeihen kann, was ich alles zerstörte im Suff.

    Doch das was ich mir seit meiner Abstinenz wieder aufbaute, will ich weiter ausbauen, auch meine Selbstachtung und vor allen die Achtung meiner Mitmenschen. Ich will nie wieder als der Säufer nicht für voll genommen werden.

    Würde ich jetzt wieder mit der Trinkerei beginnen, könnte ich gleich einen Schlussstrich ziehen, denn ich kann mir sehr gut vorstellen, wie das weitergehen würde, da muss man nicht mal besonders gebildet sein.

    Ein Vierteljahr alkoholfrei ist ein toller Anfang, das schaffen nicht viele.

    Im Gegenteil, die Trockenen scheinen eine ganz besondere Art Spezies zu sein.

    Nicht besser oder schlechter, aber anders.

  • Ich weiss nicht, ob ich mir jemals verzeihen kann, was ich alles zerstörte im Suff.

    Doch das was ich mir seit meiner Abstinenz wieder aufbaute, will ich weiter ausbauen, auch meine Selbstachtung und vor allen die Achtung meiner Mitmenschen. Ich will nie wieder als der Säufer nicht für voll genommen werden.

    Ich hoffe, dass ich mit der Zeit gnädiger mit mir sein kann. Es annehmen kann, als eine Unvollkommenheit, die eben einfach zu mir gehört.

    Das wünsche ich dir auch!

  • Hallo Erna,

    du wirst es mit der Zeit annehmen werden.

    Die Vergangenheit ist ein Teil von uns, auch die unrühmlichen Teile. Nun kann man sich ewig am Jammer laben oder es akzeptieren und (!) dass es vergangen ist.

    Ich kann die Vergangenheit nicht ändern, so sehr ich es auch wollte, das Heute kann ich beeinflussen. Wieder trinkend, wird es wohl wieder in die Hose gehen!

    Schönes Wochenende!

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